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	<title>Dichter Begriff - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T13:47:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Jesi: BKL-Link</title>
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		<updated>2025-01-21T15:41:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL-Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dichter Begriff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;thick concept&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (deutsch auch: &amp;#039;&amp;#039;dicker (ethischer) Begriff&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;werthaltiges [[Faktum]]&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet Begriffe, bei denen Beschreibung und Bewertung eng miteinander verknüpft sind und die daher gleichermaßen [[deskription|deskriptive]] und [[normativ]]e Aspekte enthalten. In die philosophische und wissenschaftstheoretische Diskussion eingeführt wurde die Reflexion über dichte Begriffe von [[Bernard Williams]]. Typische Beispiele für dichte Begriffe sind ‚grausam‘,&amp;lt;ref&amp;gt;Hilary Putnam: The Collapse of the Fact/Value Dichotomy and Other Essays. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 2002, S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Feigling‘, ‚[[Lüge]]‘, ‚[[Brutalität]]‘ oder ‚Dankbarkeit‘.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Williams: Ethik und die Grenzen der Philosophie. Hamburg, 1999, S. 197f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Abgegrenzt werden dichte Begriffe gegen &amp;#039;&amp;#039;dünne Begriffe&amp;#039;&amp;#039; wie ‚gut‘ oder ‚böse‘, die eine Wertung aber keine beschreibende Komponente enthalten. Obwohl dichte Begriffe überwiegend mit Bezug auf die Ethik diskutiert werden, finden sie sich gleichermaßen bei [[ästhetik|ästhetischen]] und [[Erkenntnistheorie|epistemischen]] Werten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Vorstellung dichter ethischer Begriffe hat Williams in Auseinandersetzung mit dem [[Richard M. Hare#Universeller Präskriptivismus|universellen Präskriptivismus]] seines akademischen Lehrers [[Richard M. Hare]] und angeregt durch die sozialanthropologische Methode der [[Dichte Beschreibung|dichten Beschreibung]] entwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{SEP|https://plato.stanford.edu/archives/fall2010/entries/williams-bernard/|Bernard Williams|Timothy Chappell}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Analyse]] dichter Begriffe steht seitdem im Zusammenhang einer metaethischen Diskussion über die strikte Trennbarkeit von [[Tatsache]]n und Werten, wie sie vom [[Logischer Empirismus|logischen Empirismus]] oder anderen [[Positivismus|positivistischen]] Positionen behauptet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hilary Putnam: &amp;#039;&amp;#039;The Collapse of the Fact/Value Dichotomy and Other Essays&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 2002, S. 34 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beteiligt waren an dieser Diskussion neben [[Bernard Williams|Williams]] etwa [[Philippa Foot]], [[Iris Murdoch]], [[John McDowell (Philosoph)|John McDowell]], [[John Leslie Mackie]] und [[Hilary Putnam]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fakten- und Werturteile ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dichte Begriffe werden als Herausforderung für philosophische Positionen diskutiert, die Fakten- und Werturteilen einen grundsätzlich verschiedenen Status zusprechen. Wer etwa Faktenurteile für [[Objektivität|objektiv]] wahr oder falsch hält und Werturteilen keinen [[Wahrheitswert]] zuspricht, muss klar zwischen Fakten- und Werturteilen trennen können. Dichte Begriffe scheinen demgegenüber die Verschränkung von Fakten- und Werturteilen in Aussagen wie etwa ‚Nero war ein grausamer Herrscher.‘ zu implizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Präskriptivisten wie Hare schlagen vor, dieses Problem durch die Differenzierung zwischen beschreibenden und wertenden Aspekten von dichten Begriffen zu begegnen. Dichte Begriffe seien aus einer deskriptiven und einer normativen Komponente zusammengesetzt, die in der philosophischen Analyse zu trennen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernard Williams: &amp;#039;&amp;#039;Ethics and the Limits of Philosophy&amp;#039;&amp;#039; Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1985, S. 141&amp;lt;/ref&amp;gt; So könnte etwa bei der Aussage ‚Nero war ein grausamer Herrscher.‘ zwischen einer [[Wertfreiheit|wertneutralen]] Beschreibung (etwa: ‚Nero verursachte tiefes Leiden bei seinen Untertanen.‘) und einer Bewertung (etwa: ‚Es war schlecht, dass Nero tiefes Leiden bei seinen Untertanen verursachte.‘) unterschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen eine derartige Zwei-Komponenten-Theorie wird unter anderem von McDowell&amp;lt;ref&amp;gt;John McDowell: Non-cognitivism and rule following, in: &amp;#039;&amp;#039;Mind, Value, and Reality&amp;#039;&amp;#039; Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1998,  S. 201&amp;lt;/ref&amp;gt; und Putnam&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hilary Putnam: &amp;#039;&amp;#039;The Collapse of the Fact/Value Dichotomy and Other Essays&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 2002, S. 38 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; eingewandt, dass sie die Verschränkung von beschreibenden und wertenden Aspekten nicht ernst genug nehme. So könne der deskriptive Aspekt von ‚grausam‘ nicht mit ‚tiefes Leiden verursachend‘ identifiziert werden, da nicht jedes Verursachen von tiefem Leiden grausam sei. So könne etwa eine Operation tiefes Leiden verursachen ohne grausam zu sein, zudem könne Verhalten grausam sein ohne tiefes Leiden zu verursachen. Die Trennung einer beschreibenden und wertenden Komponente scheitere daher an der Tatsache, dass sich Verhalten nur unter Bezug auf Werturteile als grausam identifizieren lasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilary Putnam zieht aus der Verschränktheit von Fakten und Werten in dichten Begriffen weitgehende [[Metaphysik|metaphysische]] Konsequenzen. Nach Putnam zeigt grundsätzliche Verschränktheit von Fakten und Werten, dass sich überzeugende philosophische Positionen nicht auf reine Faktenontologien beschränken können. Dies betreffe insbesondere [[Physikalismus (Ontologie)|physikalistische]] Positionen der [[Gegenwartsphilosophie]], nach denen das deskriptive Vokabular der [[Physik]] hinreichend für eine vollständige und grundlegende Beschreibung der [[Realität]] sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernard Williams: Ethics and the Limits of Philosophy, London: Fontana 1985; dt. Ethik und die Grenzen der Philosophie. Hamburg, 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{IEP|https://iep.utm.edu/thick-co/|Thick Concepts|Brent G. Kyle}}&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Positivismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metaethik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jesi</name></author>
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