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	<title>Dichotomie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T21:26:18Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dichotomie&amp;diff=32159&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wheeke: HC: −Kategorie:Astronomie; −Kategorie:Volkswirtschaftslehre</title>
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		<updated>2026-03-20T15:35:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: −&lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Astronomie&quot; title=&quot;Kategorie:Astronomie&quot;&gt;Kategorie:Astronomie&lt;/a&gt;; −&lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Volkswirtschaftslehre&quot; title=&quot;Kategorie:Volkswirtschaftslehre&quot;&gt;Kategorie:Volkswirtschaftslehre&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dichotomie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die tatsächliche oder scheinbare Zweiteilung von [[Erfahrung]]sbereichen in &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Entweder-Oder-Gegensätze.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Sie können einander ergänzen ([[Komplementarität|komplementäre Phänomene]] wie [[Welle-Teilchen-Dualismus|Welle↔Teilchen]], [[Antagonismus (Physiologie)|Antagonismus]], [[Schlüssel-Schloss-Prinzip]], [[Komplementärwährung]]), eine Aufteilung in zwei Teile ausdrücken ([[Polarität (Physik)|Polarität]], [[Teilmarkt|Teilmärkte]], [[Schismogenese]], [[Gehirnhälfte]]n) oder [[Kategorisierung (Kognitionswissenschaft)|Kategorisierungen]] des [[Denken]]s sein (abstrakt↔konkret, Form↔Inhalt, Alles↔Nichts, kalt↔heiß uvm.). Verwandt ist die philosophische Strömung des [[Dualismus]], welche die Wirklichkeit in dichotomische Paare unterteilt (Mann-Frau, Tag-Nacht, Gut-Böse, Hell-Dunkel usw.) Auch die [[Soziologie]] kennt dichotomische Theorien wie etwa [[Ferdinand Tönnies|Tönnies’]] [[Gemeinschaft und Gesellschaft]] und [[Émile Durkheim|Durkheims]] [[Mechanische und organische Solidarität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Dichotomie ({{grcS|διχοτομία|dichotomía|de=Zweiteilen}}) ist aus {{grcS|δίχα|dícha|de=entzwei}} und {{grcS|τέμνειν|témnein|de=schneiden}} zusammengesetzt. Bei [[Aristoteles]] und anderen bezeichnete es die Zweiteilung der [[Mondphase]]n in Halb- und Vollmond; bei [[Archimedes]] einen [[Schnittpunkt]]. Bei Aristoteles und [[Iamblichos von Chalkis|Iamblichos]] bezeichnete es zudem die logische Teilung in zwei gleiche Hälften. Im [[Matthäusevangelium]] bezeichnet es die [[Zweiteilung]] als Hinrichtungsart.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | titel=διχοτομία | werk=lsj.gr | url=https://lsj.gr/wiki/%CE%B4%CE%B9%CF%87%CE%BF%CF%84%CE%BF%CE%BC%CE%AF%CE%B1 | abruf=2025-09-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | titel=διχοτομέω | werk=lsj.gr | url=https://lsj.gr/wiki/%CE%B4%CE%B9%CF%87%CE%BF%CF%84%CE%BF%CE%BC%CE%AD%CF%89 | abruf=2025-09-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dichotomien in verschiedenen Bereichen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Sinne der Mengentheorie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dichotomy.svg|mini|Illustration einer Dichotomie: Die Begriffe A und B sind als separate Kreise dargestellt]]&lt;br /&gt;
Entscheidend ist bei der dichotomen Einteilung einer Menge (Beispiel: Einteilung in zwei Begriffe A und B), dass&lt;br /&gt;
* jedes Element der einen oder der anderen Untermenge (A oder B) zuzuordnen ist und&lt;br /&gt;
* kein Element beiden Untermengen (Begriffen) zugleich zuzuordnen ist; die Untermengen dürfen also keine [[Mengenlehre#Schnittmenge|Schnittmenge]] haben (die Begriffe sind [[disjunkt]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer dichotomen Einteilung ist der Fehler der &amp;#039;&amp;#039;unangemessenen Einteilung&amp;#039;&amp;#039; ausgeschlossen. Es wird gefordert, dass zwei einander [[Komplementarität|komplementäre]] Begriffe den Umfang oder die Bedeutung des ursprünglichen Begriffes vollständig umfassen. Eine unvollständige Einteilung oder eine sich überschneidende Einteilung ist somit nicht möglich. Die Vereinigung der dichotomen Begriffe führt wieder zum Ursprungsbegriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dichotome Einteilungen sind nicht immer zweckmäßig. Zum Beispiel können bei plakativen Einteilungen der Bevölkerung in Alt und Jung, Stadt und Land, Schwarz und Weiß (Hautfarbe) die Unterschiede überbetont werden und mögliche Gemeinsamkeiten aus dem Blick geraten („Schwarz-Weiß-Malerei“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Mathematik ===&lt;br /&gt;
Beispiele aus den Bereichen Mathematik und Logik:&lt;br /&gt;
* die Einteilung der [[Ganze Zahl|ganzen Zahlen]] in [[Parität (Mathematik)|gerade]] und ungerade Zahlen,&lt;br /&gt;
* die Einteilung der [[Reelle Zahl|reellen Zahlen]] in [[Rationale Zahl|rationale]] und [[Irrationale Zahl|irrationale Zahlen]],&lt;br /&gt;
* die Einteilung der rationalen Zahlen in ganze Zahlen und Brüche, deren Zähler und Nenner [[Teilerfremdheit|teilerfremd]] sind,&lt;br /&gt;
* die Einteilung von [[Aussage (Logik)|Aussagen]] in wahre und falsche Aussagen („Tertium non datur“ (lat.: „Etwas drittes gibt es nicht“)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Statistik]] versteht man unter einer dichotomen oder binären Variablen eine Variable, die zwei Ausprägungen hat, zum&amp;amp;nbsp;Beispiel die Variable „Münze“ mit den beiden Ausprägungen „Kopf“ und „Zahl“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Testtheorie (Statistik)|Testtheorie]] bezeichnet man ein Antwortformat als dichotom, wenn lediglich zwei Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind, zum Beispiel „Ja“ und „Nein“. Im Gegensatz dazu werden auch mehrfach gestufte Antwortformate verwendet, zum Beispiel „nie“, „selten“, „manchmal“, „oft“ und „immer“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der mathematischen [[Optimierung (Mathematik)|Optimierung]] versteht man unter einem dichotomen Verfahren eine Methode der lokalen nichtlinearen Optimierung ohne Nebenbedingung. Ein solches Verfahren, das mit gleich großen Halbierungen von Intervallen arbeitet, ist die [[Intervallhalbierungsmethode]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Astronomie ===&lt;br /&gt;
In der [[Astronomie]] wird die Phase, während der ein nicht selbst leuchtendes Gestirn&amp;amp;nbsp;– also meist ein Planet oder Mond im Gegensatz zu einem Stern&amp;amp;nbsp;– von einem Betrachter als zur Hälfte beleuchtet gesehen wird, als Dichotomie bezeichnet. In der [[Visuelle Astronomie|visuellen Astronomie]] bedeutet Dichotomie daher auch „[[Halbphase]]“: Ein Planet oder Mond ist genau von der Seite beleuchtet (d.&amp;amp;nbsp;h. im [[Tag-Nacht-Grenze|Phasenwinkel]] 90°), sodass er als [[Halbkreis]]fläche erscheint. Bekanntestes Beispiel ist die Phase des [[Mondphase|Halbmondes]], aus der zum Beispiel [[Aristarch von Samos]] die Entfernung des Mondes abschätzen konnte. Von der Erde aus können Halbphasen außer beim Mond nur bei den [[Unterer und oberer Planet|unteren Planeten]] [[Merkur (Planet)|Merkur]] und [[Venus (Planet)|Venus]] beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Planetologie]] steht der Begriff für die unter den festen Himmelskörpern verbreitete Erscheinung von zwei auffallend unterschiedlich gestalteten Halbkugeln. Die bekanntesten Beispiele sind neben der Erde und dem [[Mond|Erdmond]] der Planet [[Mars (Planet)|Mars]] und der Saturnmond [[Iapetus (Mond)|Iapetus]]:&lt;br /&gt;
* bei der Erde der auffällige Unterschied zwischen Land- und [[Wasserhemisphäre]]&amp;amp;nbsp;– eine Folge der Bildung des [[Pazifischer Ozean|Pazifik]],&lt;br /&gt;
* beim Mond die vielen [[Mare (Mond)|Mare]] der Vorderseite, die auf der [[Mondrückseite]] weitgehend fehlen&amp;amp;nbsp;– eine Folge des „[[Großes Bombardement|Großen Bombardements]]“ durch Asteroiden vor etwa vier Milliarden Jahren,&lt;br /&gt;
* beim Mars eine ähnliche „Zweiteilung“ zwischen Nord- und [[Südhemisphäre]]: im Norden hauptsächlich [[Tiefebene]]n, im Süden gewaltige [[Hochland (Landschaft)|Hochländer]]. (Der mittlere Großkreis, der diese topografischen Hemisphären voneinander trennt, ist dabei 40° gegen den [[Äquator]] geneigt. Die unsymmetrische [[Massenverteilung]] bewirkt, dass der [[Massenmittelpunkt|Schwerpunkt]] des Mars gegenüber dem geometrischen Mittelpunkt um drei Kilometer in Richtung der nördlichen Tiefebenen versetzt ist.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Begriff „[[Venus (Planet)|Venus]]-Dichotomie“ wird der Begriff nicht korrekt verwendet, weil er nicht die Halbphase, sondern die zeitweilige [[Sichelgestalt]] des Abend- bzw. Morgensterns betrifft. Die „Hörner“ der Venussichel stehen einander nicht um 180° gegenüber, sondern greifen über, eine Folge der dichten Venusatmosphäre. Diese „Dichotomie“ der Venussichel wurde schon im 17. Jahrhundert bemerkt, ist auch bei [[Tagbeobachtung]]en festzustellen und war vor der Epoche der Raumfahrt eine Möglichkeit, die [[Dichte]] der [[Atmosphäre (Astronomie)|Atmosphäre]] abzuschätzen. Weil sie sich als erstaunlich dicht erwies, kam seit [[Hieronymus Schröter]] die Vermutung auf, es könnte [[Venusianer]] geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Klinischen Psychologie ===&lt;br /&gt;
In der [[Klinische Psychologie|Klinischen Psychologie]] steht Dichotomie für ein absolutes Denkmuster und eine [[kognitive Verzerrung]], bei dem eine Person Dinge nur in zwei extreme Stufen bzw. Kategorien unterteilt und ignoriert wird, dass sich dazwischen noch eine Skala von Graustufen befindet. Daher wird beim dichotomen Denken als kognitivem Stil auch vom &amp;#039;&amp;#039;Alles-Oder-Nichts-Denken&amp;#039;&amp;#039; gesprochen. Beim &amp;#039;&amp;#039;Schwarz-Weiß-Denken&amp;#039;&amp;#039; schiebt der Patient neutrale (graue) Informationen in die negative (schwarze) Kategorie, was auf depressives Denken hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Frank Wills |Titel=Kognitive Therapie nach Aaron T. Beck: Therapeutische Skills kompakt |Verlag=Junfermann Verlag |Datum=2014 |ISBN=978-3-95571-133-7 |Online=https://books.google.de/books?id=Dro6BgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA47#v=onepage |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rhena Branch, Rob Willson |Titel=Kognitive Verhaltenstherapie für Dummies |Verlag=John Wiley &amp;amp; Sons |Datum=2017 |ISBN=978-3-527-81097-0 |Online=https://books.google.de/books?id=B19CDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT52&amp;amp;dq=alles+oder+nichts+denken&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj68pq_-8DjAhVF66QKHWC5ByYQ6AEIQjAE#v=onepage&amp;amp;q=alles%20oder%20nichts%20denken&amp;amp;f=false |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dichotomie kann eine [[Kognitive Theorie der Depression#Formen der kognitiven Verzerrung|kognitive Verzerrung der Depression]] und von anderen psychischen Erkrankungen wie der [[Borderline-Persönlichkeitsstörung]] und der [[Dissoziative Identitätsstörung|Dissoziativen Identitätsstörung]] sein. Bei einer dissoziativen Identitätsstörung wird zum Beispiel von einem Kind, das von dem Vater missbraucht worden ist, eine Teilpersönlichkeit erschaffen, die den Vater liebt, und eine, die ihn hasst. Grund dafür ist, dass die Tat nicht mit der Liebe des Vaters koexistieren kann und so zwei konträre Persönlichkeiten geschaffen werden, die nichts voneinander wissen oder sich nicht austauschen wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/news/lebensmuede-menschen-sprechen-in-absolutismen/1568192 |titel=Schwarz-weiß-Denken: Lebensmüde Menschen sprechen in Absolutismen |sprache=de |abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Domenic Cicchitti |Titel=Psychotherapie der dissoziativen Störungen: Krankheitsmodelle und Therapiepraxis – störungsspezifisch und schulenübergreifend |Verlag=Georg Thieme Verlag |Datum=2006 |ISBN=978-3-13-130512-1 |Online=https://books.google.de/books?id=5Kb3a_VyMCcC&amp;amp;pg=PA105&amp;amp;dq=Dichotomes+denken&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiSsuSF_MDjAhUS16QKHdnQBYMQ6AEIKTAA#v=onepage&amp;amp;q=Dichotomes%20denken&amp;amp;f=false |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Birger Dulz, Sabine C. Herpertz, Otto F. Kernberg, Ulrich Sachsse |Titel=Handbuch der Borderline-Störungen: ÜberSetzungen von Hans-Otto Thomashoff |Verlag=Schattauer |Datum=2018 |ISBN=978-3-608-26373-2 |Online=https://books.google.de/books?id=lv9DDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA254&amp;amp;dq=Dichotomes+denken&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiSsuSF_MDjAhUS16QKHdnQBYMQ6AEINTAC#v=onepage&amp;amp;q=Dichotomes%20denken&amp;amp;f=false |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für dichotomes Denken sind z. B. die Einteilung in Gut und Böse, die Einteilung in makellos und fehlerhaft, die Einteilung in sauber und schmutzig oder die Einteilung in heilig und sündhaft. Ebenfalls kann dichotomes Denken bei Vorurteilen und Rollenbildern, wie z. B. der Einteilung nach weiblichem und männlichem Verhalten vorkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nancy Jay |Titel=Geschlechterdifferenzierung und dichotomes Denken |Sammelwerk=Männer Mythos Wissenschaft : Grundlagentexte zur feministischen Wissenschaftskritik |Verlag=Centaurus-Verlag-Ges. |Ort=Pfaffenweiler |Datum=1989 |Seiten=245–262 |Online=https://www.meta-katalog.eu/Record/12047fmt |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Barbara Schaeffer-Hegel, Maria-Barbara Watson-Franke |Titel=Männer Mythos Wissenschaft: Grundlagentexte zur feministischen Wissenschaftskritik |Verlag=Centaurus-Verlagsgesellschaft |Datum=1989 |ISBN=978-3-89085-214-0 |Online=https://books.google.de/books?id=VToqAAAAYAAJ&amp;amp;q=dichotomes+Denken&amp;amp;dq=dichotomes+Denken&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjMs_KgocHjAhXy8KYKHSMKDlY4ChDoAQg_MAU |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mensch wendet meist dichotomes Denken an, um gedankliche Abwägungen zu verdichten und zu kontrastieren, so dass wenig Zweifel an der Handlung aufkommt und diese daher konsequent durchgeführt werden kann. Ebenfalls wird es angewandt, um trotz mehrschichtigen und komplexen Konflikten zu einer relativ klaren Entscheidungsfindung zu kommen und die Komplexität bei der Entscheidungsfindung zu reduzieren und kognitive Prozesse und Zeit dadurch einzusparen. Im sozialen Kontext geht es Personen meist darum, sich mit ihrer Position von anderen abzugrenzen und durchzusetzen, was zu dichotomem Denken führen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings gehen bei diesem Denken auch viele Abwägungsmöglichkeiten verloren und die Sachverhalte werden zu schnell, einseitig und subjektiv bewertet, so dass es oft an einem ausgewogenen Diskurs und Dialog mangelt oder es zur Vermeidung kommt. In Gruppen und Organisationen kann daher auch die rhetorische Strategie [[Advocatus Diaboli]] eingesetzt werden, um den aktuellen Stand der Diskussion zu kritisieren und so Einschränkungen und Einseitigkeiten zu hinterfragen und dementsprechend zu korrigieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Sauerland |Titel=Design Your Mind! Denkfallen entlarven und überwinden: Mit zielführendem Denken die eigenen Potenziale voll ausschöpfen |Verlag=Springer-Verlag |Datum=2018 |ISBN=978-3-658-21462-3 |Online=https://books.google.de/books?id=c8RXDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA20&amp;amp;dq=dichotomes+Denken&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiozsOXncHjAhUrIMUKHcQpDTsQ6AEILzAB#v=onepage&amp;amp;q=dichotomes%20Denken&amp;amp;f=false |Abruf=2019-07-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In anderen Gebieten ===&lt;br /&gt;
{{Anker|Botanik}}In der [[Botanik]] spricht man von Dichotomie oder einer dichotomen Teilung, wenn sich die ursprüngliche [[Sprossachse]] in zwei annähernd gleiche Teile verzweigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Phylogenetik]] werden in [[Kladogramm]]en oder [[Stammbaum|Stammbäumen]] Verzweigungen von evolutionären Ästen als dichotom angenommen und bei unklaren Verwandtschaftsverhältnissen als [[Polytomie|polytome]] [[Knoten (Graphentheorie)|Knoten]] beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fach [[Anatomie]] bezieht sich der Begriff beispielsweise auf die Verzweigung der [[Luftröhre]] in zwei [[Bronchialsystem|Hauptbronchien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der (strukturalistischen) [[Sprachwissenschaft]] sind viele Dichotomien grundlegend, zum Beispiel die Dichotomie von [[Synchronie]] und [[Diachronie]] oder die Dichotomie von [[Signifikant]] und [[Signifikat]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Helmut Rehbock: &amp;#039;&amp;#039;Dichotomie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmut Glück]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metzler Lexikon Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Metzler, Stuttgart 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Claude Lévi-Strauss]] hat Gesellschaften nach deren Motivation zum [[Kultureller Wandel|kulturellen Wandel]] eingeteilt und eine Dichotomie zwischen [[Kalte und heiße Kulturen oder Kulturelemente|kalten und heißen Kulturen]] postuliert. [[David Graeber]] und [[David Wengrow]] beschreiben dichotome Verhaltensweisen beziehungsweise Kulturmerkmale zwischen benachbarten Gesellschaften und sprechen dabei von [[Schismogenese]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Volkswirtschaftslehre]] wurde [[David Hume]] 1752 bekannt für seine Auffassung von der reinen Dichotomie des [[Geld]]es, die in einer strikten Trennung des [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)#Allgemeines|güter-]] und [[geldwirtschaft]]lichen Sektors zum Ausdruck kommt,&amp;lt;ref&amp;gt;David Hume, &amp;#039;&amp;#039;Of Money&amp;#039;&amp;#039;, 1752/1964, S. 309&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei die [[Inflation]] allein im geldwirtschaftlichen Sektor ihre Ursachen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;David Hume, &amp;#039;&amp;#039;Of Interest&amp;#039;&amp;#039;, 1752/1964, S. 296&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem wird die Trennung von Variablen in [[Nennwert|nominale]] und [[reale Größe]]n als &amp;#039;&amp;#039;(neo)[[klassische Dichotomie]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Strafrecht (Deutschland)|Strafrecht Deutschlands]] bezeichnet man die Einteilung der Tatbestände in [[Verbrechen]] und [[Vergehen]] gemäß {{§|12|stgb|juris}} [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]] als „Dichotomie des Strafrechts“, die in der [[BRD]] zum 1. Januar 1975 an die Stelle der zuvor nach französischem Vorbild existierenden [[Trichotomie]] (Dreiteilung) getreten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Humes Gesetz|Sein-Sollen-Dichotomie]] ist ein [[Metaethik|metaethisches]] Prinzip, wonach eine dichotomische Einteilung in deskriptive und normative [[Aussage (Logik)|Aussagen]] in der Ethik besteht. Deshalb kann nicht von einem &amp;#039;&amp;#039;[[Sein]]&amp;#039;&amp;#039; auf ein [[Sollen]] geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Philosophie]] gibt es verschiedene Lehren, die den Aufbau der Wirklichkeit auf zwei Prinzipien zurückführen. Ein Beispiel ist der [[Hylemorphismus]]. Dies ist die moderne Bezeichnung für eine zentrale Lehre in der Philosophie des [[Aristoteles]], nach der die endlichen Substanzen aus zwei verschiedenen Prinzipien bestehen, nämlich dem Stoff oder der Materie (griechisch hýlē) und der Form (griechisch morphḗ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Dihairesis]] (siehe dort [[Dihairesis#Theorie der Dihairesis|Theorie der Dihairesis]])&lt;br /&gt;
* [[Falsches Dilemma]] („falsche Dichotomie“)&lt;br /&gt;
* [[Polytomie]] (Vielteilung)&lt;br /&gt;
* [[Gegensatz]] und [[Gegenteil]]&lt;br /&gt;
* [[Dualität]] (Begriffsklärung)&lt;br /&gt;
* [[Antonym|Gegenbegriff (Antonym)]]&lt;br /&gt;
* [[Ambiguitätstoleranz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4149617-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erkenntnistheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mengenlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Logik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wheeke</name></author>
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