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	<title>Desillusion - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T06:43:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Desillusion&amp;diff=656782&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Frank Behnsen: /* Desillusion und Gesellschaftskritik */ Wikilink gesetzt: Undogmatische Linke.</title>
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		<updated>2024-12-15T23:50:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Desillusion und Gesellschaftskritik: &lt;/span&gt; Wikilink gesetzt: &lt;a href=&quot;/index.php/Undogmatische_Linke&quot; title=&quot;Undogmatische Linke&quot;&gt;Undogmatische Linke&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Desillusion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lat.) bezeichnet eine [[Enttäuschung]] oder eine als negativ empfundene [[Erfahrung]], die zu [[Resignation]] führen kann. Bei der Desillusion kommt es zu einer Erkenntnis, die eine vorherige Interpretation der Tatsachen als falsch erkennt oder einen Teil oder gar das gesamte bisherige Weltbild infrage stellt. Doch da bei der Desillusion die [[Illusion]] als solche erkannt wird, ist sie im Grunde eine positive ([[Einsicht|aufklärende]] bzw. [[Erkenntnis|erkenntnisgewinnende]]) Erfahrung – wenn auch die Erfahrung, einem [[Irrtum]] (einer Illusion) aufgesessen gewesen zu sein, als negativ empfunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Desillusion in der Psychologie ==&lt;br /&gt;
In der [[Psychologie]] taucht der Begriff Desillusion innerhalb von Krankheitsbildern auf, die beispielsweise direkt oder indirekt mit [[Depression]]en, [[Dissoziation (Psychologie)|Dissoziationen]] oder [[Borderline-Persönlichkeitsstörung|Borderline]] zu tun haben. Er bezeichnet hier oft den Zusammenbruch festigender [[Ideal (Philosophie)|Ideale]] oder [[Weltanschauung]]en, auf die die betreffende Person ihr bisheriges Leben zumindest teilweise aufgebaut hat. Er kann aber auch außerhalb von [[Pathologie|pathologischen]] psychischen Problemen auftreten, so in persönlichen Krisen, besonders aber in der sogenannten [[Midlifecrisis]], die dadurch gekennzeichnet ist, dass gesteckte Ziele als unerreichbar oder nicht wünschenswert erkannt werden. Aber auch in der [[Pubertät]] kommt es zu einer „normalen“ Desillusion, in der unter anderem die Allmacht der Erzieher und anderer Autoritäten angezweifelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Desillusion muss nicht zwangsweise eine totale Resignation oder Selbstaufgabe zur Folge haben, sondern kann auch dazu führen, dass Probleme oder Zwänge als nicht existent erkannt werden oder zumindest als nicht unüberwindbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem taucht sie fast durchgängig innerhalb der Beschreibung von Krankheitssymptomen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Desillusion als Methode der Aufklärung ==&lt;br /&gt;
Mit zunehmender [[Zeitalter der Aufklärung|Aufklärung]] nimmt auch gleichzeitig die Menge der für wahr gehaltenen Überzeugungen ab, zuletzt verliert gar das Wort „Wahrheit“ seine [[René Descartes|cartesische]] bzw. [[Objektivität|objektive]] Position außer- bzw. oberhalb des Satzes, wird Wort unter Wörtern, das nun auch der [[Sprachkritik]] unterworfen ist. Selbst die Aufklärung erweist sich mit ihrer Selbstzerstörung als Illusion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist die Möglichkeit zu einer Desillusion immer da gegeben, wo Dinge hinterfragt werden, wenn zum Beispiel totalitäre Überzeugungen oder sogenannte Selbstverständlichkeiten an die Grenzen ihrer eigenen Beschränktheit stoßen, also wo eine Auseinandersetzung zwischen einer Vielfalt von (An)sichten und „Wahrheiten“ beginnt, die miteinander konfrontiert werden, und wo die Bereitschaft besteht, sein Gegenüber, das sog. „Anders“, zu verstehen, ohne bereits seine [[Vorurteil]]e und [[Meinung]]en auf es zu projizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Desillusion als scheinbar „destruktiver“ Teil der Aufklärung leistete einen nicht unwesentlichen Beitrag zu ihrer Verbreitung und der Politisierung der Massen, indem sie beispielsweise die Heilsversprechen der Kirche als Illusionen darstellte (das bekannteste [[Glaubensbekenntnis]] ist das „Gott ist tot“ [[Friedrich Nietzsche]]s, der so gedachte, die Aufklärung zu vollenden) oder die „gottgegebene“ Autorität des Königs in Frage stellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Desillusion und Gesellschaftskritik ===&lt;br /&gt;
Bereits für [[Karl Marx]] war die Unzufriedenheit Voraussetzung für die Entstehung des revolutionären Subjekts und damit jeglicher Möglichkeit zu einer Veränderung der Verhältnisse überhaupt. Unzufriedenheit aber setzt das Fehlen positiver Zukunftsaussichten voraus, was nur durch Desillusion erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang ist auch der berühmte Ausspruch „Religion ist [[Opium des Volkes]]“ zu deuten, wonach die Religion die Desillusion verhindere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesellschaftskritiken (wie z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Frankfurter Schule]] und weite Teile der [[Undogmatische Linke|undogmatischen (postmarxistischen) Linken]]), in denen die Desillusion eine Rolle spielt, lassen die Illusion als Mittel zum [[Vergessen]] auftreten, die sich mit einer unendlichen Anzahl von Manifestationen tarnt – sei es durch [[Völkische Bewegung|völkische]] Ideologien wie den [[Faschismus]], in dem das [[Selbst]] in einem Meer der Uniformität ertränkt werden soll, oder durch gedankenlosen [[Konsum]], durch den immer neue Scheinbedürfnisse geweckt und befriedigt werden sollen, um den Menschen in eine Art rastlosen [[Rausch]] zu zwingen, der es ihm unmöglich macht, sich selbst und seine Handlungen zu reflektieren. Dies sind vornehmlich die [[Kapitalismuskritik]]en, die das [[Kapital]] als [[Warenfetisch|Fetisch]] betrachten und folglich nicht personalisieren oder moralisch motiviert sind, sondern teilweise auf [[Selbstverwirklichung]] hinauslaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Rahmen wird die grundlegende Unzufriedenheit des Menschen auch als Wurzel seiner Schaffenskraft gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Desillusion innerhalb der Selbstfindung ===&lt;br /&gt;
Die Desillusion ist auch ein zentrales Motiv der [[Selbstfindung]], oft wird der Wunsch nach dieser erst durch vielfache Desillusion angestoßen. Denn diese ist unabdingbar, um den [[Selbstbetrug]] als solchen zu erkennen. Hier findet sie besonders im Rahmen der [[Arbeit (Philosophie)|Auseinandersetzung]] mit den eigenen [[Phantasien]], [[Träumen]] und [[Vorstellung]]en Anwendung. Aber auch „höhere“ Teile des eigenen Denkens wie beispielsweise religiöse oder politische Meinungen werden innerhalb dieses Prozesses mit ihren „wahren“ Beweggründen konfrontiert, was nicht selten zu einer Aufgabe dieser Meinungen führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Melancholie]]&lt;br /&gt;
* [[Enttäuschung]]&lt;br /&gt;
* [[Ernüchterung]]&lt;br /&gt;
* [[Euphorie]]&lt;br /&gt;
* [[Wahn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emotion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychische Störung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[pt:Desilusão]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Frank Behnsen</name></author>
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