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	<title>Der schwarze Kanal - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Pyaet am 29. September 2025 um 07:36 Uhr</title>
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		<updated>2025-09-29T07:36:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Fernsehreihe von Karl-Eduard von Schnitzler. Zu späteren Nutzern des Titels siehe [[Der schwarze Kanal (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Fernsehsendung&lt;br /&gt;
| Bild                    = Der schwarze Kanal Logo.png&lt;br /&gt;
| Deutscher Titel         = Der schwarze Kanal&lt;br /&gt;
| Produktionsland         = [[Deutsche Demokratische Republik]]&lt;br /&gt;
| Erstausstrahlungsjahre  = 1960–1989&lt;br /&gt;
| Produktionsunternehmen  = [[Deutscher Fernsehfunk|DFF]]&lt;br /&gt;
| Länge                   = &lt;br /&gt;
| Episoden                = 1519&lt;br /&gt;
| Staffeln                = &lt;br /&gt;
| Originalsprache         = [[Deutsche Sprache|Deutsch]]&lt;br /&gt;
| Musik                   = &lt;br /&gt;
| Idee                    = &lt;br /&gt;
| Genre                   = [[Politmagazin]], [[Propaganda]]sendung&lt;br /&gt;
| Premiere                = 21. März 1960&lt;br /&gt;
| Finale                  = 30. Oktober 1989&lt;br /&gt;
| Sender                  = DFF&lt;br /&gt;
| Moderation              = [[Karl-Eduard von Schnitzler]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine [[Agitprop|politisch-agitatorische]] Sendereihe des [[Deutscher Fernsehfunk|DDR-Fernsehens]] zu Zeiten des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]]. Der [[Kommentar (Journalismus)|Chefkommentator]] [[Karl-Eduard von Schnitzler]] widmete sich im Sinne der [[Propaganda#Propaganda in der DDR|SED-Propaganda]] einzelnen Ausschnitten von Sendungen der [[Rundfunkprogramm|Fernsehprogramme]] aus der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik Deutschland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Sendung startete am 21. März 1960.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 18. März 1960, S.&amp;amp;nbsp;10. Das „Fernsehfunkprogramm“ vom 21.&amp;amp;nbsp;März 1960 umfasst demnach acht Sendungen, die um 12:45&amp;amp;nbsp;Uhr mit dem &amp;#039;&amp;#039;Fernsehstudio Naturwissenschaften&amp;#039;&amp;#039; begannen, gefolgt vom Kinderfernsehen, Sport und Musik, 19:45&amp;amp;nbsp;Uhr &amp;#039;&amp;#039;[[Aktuelle Kamera]]&amp;#039;&amp;#039;, danach &amp;#039;&amp;#039;[[Die ehrbare Dirne]]&amp;#039;&amp;#039;, 21:35 Uhr &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039;, gefolgt von &amp;#039;&amp;#039;An der Wiege des Menschengeschlechts&amp;#039;&amp;#039; und der Spätausgabe der &amp;#039;&amp;#039;Aktuellen Kamera&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie war eine Antwort auf die zwischen 1958 und 1960 vierteljährlich von der [[Das Erste|ARD]] ausgestrahlte Fernsehsendung &amp;#039;&amp;#039;Die rote Optik&amp;#039;&amp;#039;, in der [[Thilo Koch]], Leiter des [[West-Berlin]]er [[Norddeutscher Rundfunk|NDR]]-Studios, Ausschnitte des DDR-Fernsehens als [[Propaganda]] analysierte. Der Titel &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039; war eine Anspielung darauf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=43065410 |Titel=Propaganda. Riesel-Feldschlacht |Jahr=1960 |Nr=16 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schnitzler selbst äußerte sich zu Beginn der ersten Sendung über Absicht und Titel wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Der Schwarze Kanal, den wir meinen, meine lieben Damen und Herren, führt Unflat und Abwässer; aber statt auf [[Rieselfeld]]er zu fließen, wie es eigentlich sein müßte, ergießt er sich Tag für Tag in hunderttausende westdeutsche und West-Berliner Haushalte. Es ist der Kanal, auf welchem das westdeutsche Fernsehen sein Programm ausstrahlt: Der Schwarze Kanal. Und ihm werden wir uns von heute an jeden Montag zu dieser Stunde widmen, als [[Kläranlage]] gewissermaßen.&lt;br /&gt;
 |Autor=Karl-Eduard von Schnitzler&lt;br /&gt;
 |Quelle=Der schwarze Kanal, zitiert in den &amp;#039;&amp;#039;Medienobservationen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;(vgl. Weblink)&amp;lt;!-- welches genau?? --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Koch interpretierte den Namen der Sendung als Anspielung auf die Farbe Schwarz als Symbol für die damalige Regierungspartei [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Auf diesen Spatzen im [[Westfernsehen]] […] antwortete Genosse von Schnitzler mit einer Kanone, ja mit einer [[Katjuscha (Raketenwerfer)|Stalinorgel]]. Er kam jede Woche auf den Bildschirm, und er nannte sie ‚Der schwarze Kanal‘, womit das westdeutsche Fernsehen gemeint war, ‚schwarz‘ sollte wohl heißen: CDU und schmutzig.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach: Gunter Holzweißig: &amp;#039;&amp;#039;Agitator und Bourgeois: Karl-Eduard von Schnitzler&amp;#039;&amp;#039;. Berlin: BWV 2018, S.&amp;amp;nbsp;68.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medienobservationen des Philologischen Instituts an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]] bezeichneten Schnitzlers Beiträge als „[[Polemik|polemisch]]-[[Aggression|aggressive]] Haßtiraden“.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst Rörig: {{Webarchiv |url=http://www.medienobservationen.uni-muenchen.de/Schnitzler.html |text=&amp;#039;&amp;#039;‚Hygiene im Äther‘ oder die verpaßte Realität – Karl-Eduard von Schnitzler und der ‚Der Schwarze Kanal‘.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20021025063335}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In späteren Jahren galt wegen seiner ähnlich [[Agitation|agitatorisch]]-[[Polarisierung (Politik)|polarisierenden]] Wirkung das von 1969 bis 1988 ausgestrahlte &amp;#039;&amp;#039;[[ZDF-Magazin]]&amp;#039;&amp;#039; mit [[Gerhard Löwenthal]] als [[Pendant]]. Löwenthal und Schnitzler lieferten sich zwei Jahrzehnte lang Vorlagen für ihre politische Agenda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039; hatte seinen festen Sendeplatz am Montagabend vor 22&amp;amp;nbsp;Uhr. Der genaue Beginn konnte variieren, da zuvor ein Spielfilm ausgestrahlt wurde. Die Sendung wurde dienstags um 11:30&amp;amp;nbsp;Uhr wiederholt, wie alle Sendungen des Vorabends.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|politischen Wende]] setzte das DDR-Fernsehen am 30. Oktober 1989 nach 1519 Folgen die Sendung ab. Im Jahr 1992 strahlte der [[Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg|ORB]] einen Ende 1991 neu produzierten „allerletzten Schwarzen Kanal“ aus, mit selbstgeschriebenen und -vorgetragenen Kommentaren Schnitzlers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
Die Wochensendung &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039; zeigte montagabends, unmittelbar nach der Ausstrahlung des populären &amp;#039;&amp;#039;Montagsfilms&amp;#039;&amp;#039; ([[UFA]]-Reprisen aus dem [[Staatliches Filmarchiv der DDR|Staatlichen Filmarchiv der DDR]]&amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Dittmar: &amp;#039;&amp;#039;Feindliches Fernsehen. Das DDR-Fernsehen und seine Strategien im Umgang mit dem westdeutschen Fernsehen.&amp;#039;&amp;#039; Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1434-3, S.&amp;amp;nbsp;146, zur Platzierung des &amp;#039;&amp;#039;Schwarzen Kanals&amp;#039;&amp;#039; Jürgen Wilke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Journalisten und Journalismus in der DDR. Berufsorganisation. Westkorrespondenten. „Der Schwarze Kanal“.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2007, ISBN 978-3-412-36205-8, S.&amp;amp;nbsp;300&amp;lt;/ref&amp;gt;), jeweils um 21:35&amp;amp;nbsp;Uhr 20&amp;amp;nbsp;Minuten lang Ausschnitte von Nachrichten, Reportagen und Polit-Magazinen aus dem Westfernsehen, die Schnitzler, der in 1322 von insgesamt 1519 Ausgaben vor der Kamera stand, mit aggressiver [[Polemik]] kommentierte. Stellvertretend agierten unter anderem auch [[Günter Herlt]] (26 Ausgaben), [[Ulrich Makosch]] (19 Ausgaben) sowie [[Heinz Grote (Journalist)|Heinz Grote]] (144 Ausgaben), die einen weniger aggressiven [[Duktus (Sprachwissenschaft)|Duktus]] pflegten. Weitere Sprecher der Sendung waren [[Götz Förster]] (4 Ausgaben), [[Volker Ott]] und [[Albert Reisz]] (je 2 Ausgaben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Start der Sendung wollte Schnitzler breite Zielgruppen „von Lieschen Müller bis Dr. Lieschen Müller“ erreichen, in den 1970er Jahren habe der Fokus zunehmend auf Parteifunktionäre, Offiziere der [[Nationale Volksarmee|NVA]], denen der Konsum westlicher Fernsehsendungen untersagt war, Lehrer, Journalisten und andere Gruppen gewechselt: [[Multiplikator (Werbung)|Multiplikatoren]], die Schnitzlers Polemik aufnahmen,&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Wilke: &amp;#039;&amp;#039;Journalisten und Journalismus in der DDR: Berufsorganisation, Westkorrespondenten, „Der schwarze Kanal“.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Köln und Weimar. S.&amp;amp;nbsp;240. ([https://books.google.de/books?id=xTMqKI7W6UoC&amp;amp;lpg=PA240&amp;amp;ots=WxNIc-T9Iq&amp;amp;dq=%22lieschen%20m%C3%BCller%20bis%20dr.%20lieschen%20m%C3%BCller%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA240#v=onepage&amp;amp;q=%22lieschen%20m%C3%BCller%20bis%20dr.%20lieschen%20m%C3%BCller%22&amp;amp;f=false Online bei Google Books])&amp;lt;/ref&amp;gt; und interessierten Bürgern ausgewählte westliche Nachrichten nebst [[Ideologie|ideologischer]] Interpretation zu präsentieren. Dabei wurden in [[Propaganda|propagandistischer]] Manier die westdeutschen Nachrichten- und Magazinsendungen ihrerseits als Propaganda des [[Klassenfeind]]es dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorspann ==&lt;br /&gt;
Der Vorspann der Sendung wurde mehrmals neu produziert. In den ersten Versionen wurde ein schwarzer Abwasserkanal angedeutet. Später war eine Animation zu sehen, bei der über mehreren Fernsehantennen vor blauem Hintergrund die Logos der westdeutschen Fernsehanstalten [[ARD]] und [[ZDF]] kreisten. Am Ende nahm ein [[Bundeswappen Deutschlands|Bundesadler]] darauf Platz. In den beiden letzten Versionen seit Ende der 1970er Jahre war er mit einem [[schwarz-weiß-rot]]en Brustband abgebildet, den Farben des [[Deutsches Reich|Deutschen Reichs]]. Es sollte den aus Sicht der DDR [[Reaktion (Politik)|reaktionären Charakter]] der Bundesrepublik symbolisieren. Die Titelmelodie bestand aus experimenteller Musik mit Blas- und elektronischen Instrumenten. In der letzten Version endete die Melodie mit einer Klaviersequenz aus dem [[Das Lied der Deutschen|Deutschlandlied]]. Die [[elektronische Musik]] wurde auf einem [[Subharchord]] eingespielt, das in der DDR am &amp;#039;&amp;#039;Institut für musikalische und akustische Grenzphänomene&amp;#039;&amp;#039; entwickelt und als „Gegenstück“ zur im Westen erfolgreichen [[Hammondorgel]] in geringer Stückzahl gebaut wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Tilmann Baumgärtel: [https://taz.de/Der-Sound-der-DDR/!518099/ &amp;#039;&amp;#039;Der Sound der DDR.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[die tageszeitung|taz]]&amp;#039;&amp;#039;, 4. Februar 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Bis 1990 ===&lt;br /&gt;
Das [[Deutsches Rundfunkarchiv|Deutsche Rundfunkarchiv]] wirft Schnitzler vor, durch sinnentstellende Kürzungen von Szenen und speziell geordnete Abfolgen von Ausschnitten Aussagen [[Manipulation|manipuliert]] zu haben. In der DDR wurden die Einschaltquoten nie veröffentlicht,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/kultur/karl-eduard-von-schnitzler-der-schwarze-kanal-102.html |titel=Karl-Eduard von Schnitzler und &amp;quot;Der Schwarze Kanal&amp;quot; Karl-Eduard von Schnitzler ist das Gesicht einer der bekanntesten und umstrittensten Sendungen des DDR-Fernsehens: &amp;quot;Der Schwarze Kanal&amp;quot;. Am 21. März 1960 lief die erste Folge, am 30. Oktober 1989 wurde das Format nach 1.519 Sendungen aus dem Programm genommen. |werk=mdr.de |datum=2025 |sprache=de |abruf=2025-04-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; gemessen wurden sie dennoch. Das Rundfunkarchiv hat die Sehbeteiligungskartei der Sendung von 1965 bis 1990 archiviert. In den ersten Jahren kam &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– Wiederholungen ausgenommen&amp;amp;nbsp;– auf Quoten von meist 14–25&amp;amp;nbsp;Prozent mit großen Abweichungen einzelner Sendungen. Ende der 1970er Jahre erreichte er kaum noch zweistellige Werte und sank kontinuierlich weiter mit durchschnittlichen Quoten um drei bis fünf Prozent bis zur Einstellung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.dra.de/cgi-bin/zuschauerforschung/sehbeteiligungskartei.pl?Filecode=PURHA02&amp;amp;Page=1 |text=&amp;#039;&amp;#039;Sehbeteiligungskartei (1965–1990).&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20150923220347 |archiv-bot=2019-08-31 19:28:46 InternetArchiveBot}} Publizistische Reihen Hauptabend – Der Schwarze Kanal. Deutsches Rundfunkarchiv, dra.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnitzler, der ursprünglich bei der [[British Broadcasting Corporation|BBC]] und beim [[Nordwestdeutscher Rundfunk|Nordwestdeutschen Rundfunk]] gearbeitet hatte, war einer der bekanntesten Kommentatoren der DDR-Medien. Zumeist wurde er in respektvoll-[[Ambivalenz|ambivalenter]] Weise beim Vornamen „Karl-Eduard“ genannt. Im sprichwörtlichen [[Politischer Witz#Flüsterwitze in der DDR|DDR-Witz]] wurde er auch als „Karl-Eduard von Schni-“ bezeichnet, um auszudrücken, dass noch vor der vollständigen Aussprache seines Namens der Fernseher ab- oder umgeschaltet wurde. Auch [[Wolf Biermann]] schmähte Schnitzler am 1.&amp;amp;nbsp;Dezember 1989 in seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Ballade von den verdorbenen Greisen]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=15158106 |Autor= |Titel=Nicht Rache, nein, Rente! |Jahr=1999 |Nr=48 |Seiten= |Kommentar=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; als „Sudel-Ede“,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,158488,00.html &amp;#039;&amp;#039;„Sudel-Ede“ ist tot&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Manager Magazin]]&amp;#039;&amp;#039;, 20. September 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,296663,00.html &amp;#039;&amp;#039;Schnitzlers Schnitzer&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spiegel Online]]&amp;#039;&amp;#039;, 23. April 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; der „im Grab noch die Würmer belügen“ müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=C3oY2vG6myI Wolf Biermann – &amp;#039;&amp;#039;Ballade von den verdorbenen Greisen&amp;#039;&amp;#039;.] youtube.com&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sendung wurde zeitweise, vor allem in den 1960er und Anfang der 1970er Jahre, in einigen Bereichen als eine Art Pflichtveranstaltung betrachtet. So wurde der Inhalt des &amp;#039;&amp;#039;schwarzen Kanals&amp;#039;&amp;#039; zum Beispiel im Politunterricht bei der Armee (NVA oder [[Grenztruppen der DDR|Grenztruppen]]) und für den [[Staatsbürgerkunde]]unterricht in der Schule verwendet. Das hing aber von den jeweiligen Lehrern und Schulen ab und war regional sehr unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im DDR-[[Bezirk Dresden]] und im Nordosten der DDR, in denen kein Westempfang möglich war (umgangssprachlich „[[Tal der Ahnungslosen]]“), bot &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039; zwar die Möglichkeit, wenigstens Ausschnitte aus Nachrichten von [[ARD]] und [[ZDF]] zu sehen; sie waren allerdings oft stark gekürzt und aus dem Zusammenhang gerissen, sodass sie kaum als neutrale Informationsquelle dienen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik war die Sendung ebenfalls geläufig und machte Schnitzler zum bekanntesten DDR-Journalisten.&amp;lt;ref&amp;gt;Gunter Holzweißig: &amp;#039;&amp;#039;Agitator und Bourgeois: Karl-Eduard von Schnitzler&amp;#039;&amp;#039;. BWV, Berlin 2018, S.&amp;amp;nbsp;69.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den 1980er Jahren nannte sich eine Vorgängerformation der Band [[Blumfeld (Rockband)|Blumfeld]] &amp;#039;&amp;#039;Der Schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seit 1990 ===&lt;br /&gt;
Seit 2004 verwendet die Tageszeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Junge Welt]]&amp;#039;&amp;#039; den Titel für eine wöchentliche [[Kolumne]], die seit 2019 auch als Video und [[Podcast]] produziert wird. [[Márta Rafael]], Witwe des 2001 verstorbenen Schnitzler, hatte die Verwendung gestattet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/waffe-im-klassenkampf-der-schwarze-kanal-sendet-wieder/24912034.html |titel=„Der Schwarze Kanal“ sendet wieder |werk=tagesspiegel.de |sprache=de |abruf=2020-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2009 strahlte das ZDF die [[Mockumentary]] &amp;#039;&amp;#039;[[Der schwarze Kanal kehrt zurück]]&amp;#039;&amp;#039; aus, die Schnitzlers manipulatorischen Umgang mit Archivmaterial parodiert. Seit 2011 nennt der konservative Journalist [[Jan Fleischhauer]] seine Onlinekolumne &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039; (bis 2019 bei &amp;#039;&amp;#039;[[Spiegel Online]]&amp;#039;&amp;#039;, seither bei &amp;#039;&amp;#039;[[Focus Online]]&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alan Posener |Titel=J’accuse: Der Hofkonservative |Sammelwerk=[[Die Welt]] |Datum=2012-10-17 |Online=https://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article109904735/Der-Hofkonservative.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie führt einen Podcast unter gleichem Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbleib der Sendungen ==&lt;br /&gt;
Wie auf den Webseiten des [[Deutsches Rundfunkarchiv|Deutschen Rundfunkarchivs]] –&amp;amp;nbsp;als Nachlassverwalter des DDR-Fernsehens&amp;amp;nbsp;– ausgeführt ist, zeichnete das DDR-Fernsehen bei Magazinsendungen allein die Einspielfilme auf, die Kommentare und Moderationen waren [[Liveübertragung|live]] gesprochen. Im Fall des &amp;#039;&amp;#039;Schwarzen Kanals&amp;#039;&amp;#039; sind weder die Aufzeichnungen der Kommentare Schnitzlers überliefert noch die Einspielfilme, die aus Ausschnitten des Westfernsehens bestanden, weil Schnitzler sie oft kurz nach der Ausstrahlung vernichten ließ. Die meisten Manuskripte jedoch sind erhalten und befinden sich ebenfalls im Rundfunkarchiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhalten geblieben sind rund 350 der 1519 Folgen des &amp;#039;&amp;#039;Schwarzen Kanals&amp;#039;&amp;#039;, die von westlichen Einrichtungen während der Liveausstrahlung des DDR-Fernsehens aufgezeichnet wurden. 33 Folgen sind auf einer zwölfstündigen [[DVD]]-Box erhältlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.der-ostfilm.de/products/der-schwarze-kanal-ddr-politpropaganda-zu-zeiten-des-kalten-krieges-6-dvds |titel=Der schwarze Kanal – DDR-Politpropaganda zu Zeiten des Kalten Krieges |werk=Der-Ostfilm.de |abruf=2024-10-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Marc Levasier: &amp;#039;&amp;#039;Der Schwarze Kanal&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Jürgen Wilke (Medienwissenschaftler)|Jürgen Wilke]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Journalisten und Journalismus in der DDR. Berufsorganisation. Westkorrespondenten. „Der Schwarze Kanal“.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2007, ISBN 978-3-412-36205-8, S.&amp;amp;nbsp;217–305.&lt;br /&gt;
* Kirsten Nähle: &amp;#039;&amp;#039;Der schwarze Kanal – Ein politisches Magazin des DDR-Fernsehens&amp;#039;&amp;#039;. 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Tectum-Verlag, Marburg 2005, ISBN 3-8288-8908-5.&lt;br /&gt;
* [[Haus der Geschichte]] der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.; Red.: Hans Walter Hütter): &amp;#039;&amp;#039;Bilder, die lügen. Begleitbuch zur Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Zahlr. Ill., graph. Darst. Bouvier Verlag, Bonn 2003, ISBN 3-416-02902-X.&lt;br /&gt;
* Matthias Steinle: &amp;#039;&amp;#039;Vom Feindbild zum Fremdbild. Die gegenseitige Darstellung von BRD und DDR im Dokumentarfilm.&amp;#039;&amp;#039; Mit einem Vorwort von Marc Ferro. UVK, Konstanz 2003, ISBN 978-3-89669-421-8 (Reihe CLOSE UP, Band&amp;amp;nbsp;18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{IMDb|tt0296409}}&lt;br /&gt;
* {{Fernsehserien.de|der-schwarze-kanal}}&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/channel/UCeXgutGtHlOWUT4R0rMoISQ Sendungen des „Schwarzen Kanals“ (Auswahl).] [[YouTube]].&lt;br /&gt;
* [https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/kultur/karl-eduard-von-schnitzler-schwarze-kanal-100.html &amp;#039;&amp;#039;Karl-Eduard von Schnitzler und „Der Schwarze Kanal“&amp;#039;&amp;#039;.] [[Mitteldeutscher Rundfunk]], 19. März 2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4587696-4|LCCN=n2006002306|VIAF=183228490}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schwarze Kanal #Der}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fernsehsendung (DDR)]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Pyaet</name></author>
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