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	<title>Der Mann der Menge - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T15:57:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Der_Mann_der_Menge&amp;diff=983119&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Betroffenheitsschatten am 12. Oktober 2024 um 15:04 Uhr</title>
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		<updated>2024-10-12T15:04:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Poe the man of the crowd clarke.jpg|miniatur|Illustration von [[Harry Clarke]] für eine Londoner Ausgabe (1923)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Mann der Menge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Massenmensch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Beispiel in &amp;#039;&amp;#039;Die Schwarze Katze: Erzählungen&amp;#039;&amp;#039;. Reclam-Verlag, Leipzig, 2004, ISBN 3-379-20102-2, S. 31&amp;lt;/ref&amp;gt;, engl. Originaltitel &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;The Man of the Crowd&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Erzählung [[Edgar Allan Poe]]s, die das literarische Motiv des verfluchten Wanderers benutzt. Sie wurde erstmals 1840 in &amp;#039;&amp;#039;Burton’s Gentleman’s Magazine&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
In der Einleitung wird der Leser unter Bezugnahme auf ein deutsches Buch – den &amp;#039;&amp;#039;[[Hortulus animae]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Verlag [[Hans Grüninger]] – darauf vorbereitet, dass es Geheimnisse gebe, die zum Glück ebenso unergründlich seien wie dieses Buch unlesbar. Dann stellt sich der namenlos bleibende [[Ich-Erzähler]] als ein [[Flaneur]] vor, der das abendliche Treiben auf einer großen Straße [[London]]s durch das Fenster eines [[Kaffeehaus]]es beobachtet. Gerade von einer Krankheit genesen, genießt er diesen Zustand mit Zeitung und Zigarre und beschreibt detailliert die verschiedenen Schichten vorbeiströmender Menschen – von den Geschäftsleuten, Advokaten und Adligen abwärts über die besseren und die weniger guten Angestellten zu den Arbeitern, den Taschendieben und Huren. Ermöglicht wird dieser [[Soziologie|soziologische]] Querschnitt durch die [[Gasbeleuchtung]], die die Menschen bis tief in die Nacht hinein auf den Straßen hält und beobachtbar macht. Die Aufmerksamkeit des Beobachters wird nun durch einen ganz besonders faszinierenden Mann von etwa 70 Jahren gefesselt. Von ihm sagt der Erzähler:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nie vorher hatte ich etwas gesehen, das so sonderbar gewesen wäre wie dieser Gesichtsausdruck. Mein erster Gedanke bei seinem Anblick war, wie ich mich gut erinnere, der, daß Retzsch, hätte er es gesehen, ihm unbedingt vor allen anderen Modellen zu seiner Verkörperung des Satans den Vorzug gegeben haben würde.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Der Mann der Menge&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Edgar Allan Poe |url=https://www.projekt-gutenberg.org/poe/dermann1/chap01.html |titel=Der Mann der Menge |werk=Projekt Gutenberg |zugriff=2018-11-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erzähler verlässt das Kaffeehaus und folgt diesem Mann, der äußerlich zerlumpt gekleidet ist, doch unter den Lumpen trägt er, wie im Licht einer Gaslaterne gut zu erkennen ist, qualitativ gute Wäsche, und es schimmern ein Diamant oder ein Dolch hervor. Von rätselhafter Unruhe getrieben, durcheilt der schäbige Alte die Stadt, es beginnt zu regnen, aber den Erzähler stört das nicht, der Alte biegt in Seitenstraßen ein, wechselt oftmals die Straßenseite, dreht mehrere Runden auf einem hell erleuchteten Platz, rennt dann scheinbar ziellos und dennoch zielstrebig durch ein Kaufhaus, stürzt sich in das Gewühl des Publikums, das aus einem Theater quillt, und eilt schließlich stadtauswärts in ein heruntergekommenes Viertel Londons.&lt;br /&gt;
Hier bahnt er sich seinen Weg durch das Gewühl von Trunkenbolden vor einer Spelunke. Als sie schließt, kehrt er in die Stadt zurück, zurück auf die jetzt leerere Hauptstraße, wo der Erzähler ihn entdeckte und die Verfolgung aufnahm. Der erschöpfte Erzähler gibt auf:&lt;br /&gt;
{{Zitat|[Ich] stellte mich dem Wanderer kühn in den Weg und blickte ihm fest ins Antlitz. Er bemerkte mich nicht. Er nahm seinen traurigen Gang wieder auf, indes ich, von der Verfolgung abstehend, in Gedanken versunken zurückblieb. ‚Dieser alte Mann‘, sagte ich schließlich, ‚ist das Urbild und der Dämon des Triebes zum Verbrechen. Er kann nicht allein sein. Er ist der Mann der Menge.‘&amp;lt;ref&amp;gt;Im Original: „This old man is the type and the genius of deep crime. He refuses to be alone. He is the man of the crowd.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wäre vergeblich, ihm zu folgen, denn ich werde weder ihn noch sein Tun tiefer durchschauen.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Der Mann der Menge&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutung ==&lt;br /&gt;
Der Beobachter des menschlichen Treibens in einer Großstadt, der Flaneur, ist durch Poe und in seiner Nachfolge durch [[Charles  Baudelaire]] zum literarischen [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] geworden. Er wird in &amp;#039;&amp;#039;Der Mann der Menge&amp;#039;&amp;#039; mit dem Motiv des verfluchten Wanderers ([[Ewiger Jude]], [[Fliegender Holländer (Sage)|Fliegender Holländer]], [[Melmoth der Wanderer]] u.&amp;amp;nbsp;a.) verknüpft. Es fällt auf, dass Poe dem die Stadt ziellos durchstreifenden Alten zwar vom Erzähler nachsagen lässt, er sei die Verkörperung des Verbrechens (der Dolch!), ihn aber bei keinerlei verbrecherischem Tun zeigt. Assoziativ drängt sich die Ähnlichkeit mit dem Gauner und Hehler Fagin aus [[Charles Dickens]]’ Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Oliver Twist]]&amp;#039;&amp;#039; auf, der 1837 erschienen war. Vielleicht hat Poe, der die Erzählung in [[Philadelphia]] schrieb, sie deshalb in ein London verlegt, das in seiner Abgründigkeit stark an [[Flora Tristan]]s &amp;#039;&amp;#039;Im Dickicht von London&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Promenades dans Londres&amp;#039;&amp;#039;) von 1840 erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hoffnung, sein Geheimnis zu enträtseln, folgt nicht nur der Erzähler, sondern auch der Leser gespannt diesem Wanderer, dessen Fluch es ist, dass er nicht allein sein kann (was im Motto von [[Jean de La Bruyère|La Bruyère]] vorweggenommen wird): Immer sucht er das Menschengewühl auf. Aber das Rätsel wird nicht gelöst. [[Marie Bonaparte]]s Versuch, den alten Wanderer als Wiedergänger von Poes Ziehvater John Allan zu identifizieren, scheint dem Wunsch geschuldet, alles auf den [[Ödipuskomplex]] zu reduzieren. Die Geschichte bleibt eine im Letzten vieldeutige [[Parabel (Sprache)|Parabel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutsche Übersetzungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* 1921 von {{Literatur |Autor=[[Hedda Eulenberg|Hedda Moeller-Bruck]] |Titel=Der Mann der Menge |Sammelwerk=Edgar Poes Werke. Band 3: Kriminalgeschichten |Verlag=J. C. C. Bruns |Ort=Minden i. W. |Datum=1921 |DNB=367610094}}&lt;br /&gt;
* 1922 von {{Literatur |Autor=[[Gisela Etzel]] |Titel=Der Mann der Menge |Hrsg=Theodor Etzel |Sammelwerk=Edgar Allan Poe: Werke, Band 3: Verbrecher-Geschichten |Verlag=Propyläen-Verlag |Ort=Berlin |Datum=1922 |DNB=367610159}}&lt;br /&gt;
* 1966 von {{Literatur |Autor=[[Hans Wollschläger]] |Titel=Der Massenmensch |Hrsg=Kuno Schumann, Hans Dieter Müller |Sammelwerk=Edgar Allan Poe: Werke. Teil 1. Erste Erzählungen, Grotesken, Arabesken, Detektivgeschichten |Verlag=Walter-Verlag |Ort=Olten u. Freiburg i. Br. |Datum=1966 |DNB=367610256}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hörspielfassungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* 2016: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann in der Menge.&amp;#039;&amp;#039; Hörstück von [[Rainer Römer]] unter Verwendung der gleichnamigen Erzählung von Edgar Allan Poe und [[Charles Baudelaire]]s Gedicht &amp;quot;À une passante&amp;quot;. Produktion: [[Südwestrundfunk]] in Kooperation mit der [[Popakademie Baden-Württemberg]], online bis Januar 2021 unter SWR2.de.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Rainer Römer |url=https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/hoerspiele/der-mann-in-der-menge/-/id=660014/did=23035002/nid=660014/1t3hqej/index.html |titel=Der Mann in der Menge |hrsg=SWR2 Hörspiel-Studio |datum=2019-01-31 |zugriff=2019-02-12 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190213011417/https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/hoerspiele/der-mann-in-der-menge/-/id=660014/did=23035002/nid=660014/1t3hqej/index.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.eapoe.org/WORKS/tales/crowdb.htm Englischer Originaltext]&lt;br /&gt;
* {{PGDW|poe/dermann1/titlepage|Der Mann der Menge}}&lt;br /&gt;
* {{Zeno-Werk|Literatur/M/Poe,+Edgar+Allan/Erz%C3%A4hlungen/Der+Mann+der+Menge|Der Mann der Menge}}&lt;br /&gt;
* [https://www.haus-freiheit.de/Poekrimi/mannindermenge.pdf Übersetzung von Hedda Eulenberg] bei Haus Freiheit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Edgar Allan Poe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Mann der Menge #Der}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Englisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Vereinigte Staaten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzählung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk von Edgar Allan Poe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Horrorliteratur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische Figur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Betroffenheitsschatten</name></author>
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