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	<title>Der Fragebogen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T09:55:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Der_Fragebogen&amp;diff=1791938&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Wallenstein-&gt;Wallstein-Verlag in Göttingen; Kleinkram</title>
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		<updated>2026-03-29T20:19:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wallenstein-&amp;gt;Wallstein-Verlag in Göttingen; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Fragebogen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[1951]] im [[Rowohlt Verlag]] erschienener Bericht&amp;lt;ref&amp;gt;Hanne Leßau: &amp;#039;&amp;#039; Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Wallstein, Göttingen 2020, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. autobiographischer [[Roman]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Kindlers Literatur Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039;. dtv, München 1986, Bd. 6, S. 3646.&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Ernst von Salomon]] über seine Erlebnisse in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] und der [[Entnazifizierung]] durch die US-amerikanische Militärregierung nach 1945. Der Titel des autobiographischen Berichts bezieht sich auf den Fragebogen, der von den Betroffenen im [[:File:Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus 1946 Titel.jpg|Entnazifizierungsverfahren]] auszufüllen war. Das [[Apologetik|apologetische]] Werk war ein Bestseller und wurde über 150.000 mal verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dirk van Laak]]: &amp;#039;&amp;#039;Trotz und Nachurteil. Rechtsintellektuelle Reaktionen im Anschluß an das Dritte Reich&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wilfried Loth]], [[Bernd-A. Rusinek]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Verwandlungspolitik. NS-Eliten in der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt und New York 1998, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Zeitdokument der Verdrängung spiegelt es eine weitverbreitete Mentalität der frühen Nachkriegszeit wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Ernst von Salomon, den die [[Office of Military Government for Germany (U.S.)|amerikanische Militärregierung]] nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in [[Automatischer Arrest|automatischen Arrest]] genommen hatte, verwendete den Fragebogen (d.&amp;amp;nbsp;h. das Befragungsformular) der Militärregierung zur Entnazifizierung als Gerüst dieses Lebensberichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Befragungsformular gestellten Fragen zur persönlichen Geschichte, zur politischen Einstellung, Mitgliedschaft in Organisationen usw. beantwortete er [[Persiflage|persiflierend]]-genau und überausführlich. Salomon schildert seine Zeit als [[Kadett]], die Kämpfe als [[Baltikumer]], an denen er als [[Freikorps]]mann teilnahm, seine Mitgliedschaft in der rechtsextremen [[Organisation Consul]] und seine Beteiligung am Mord an [[Walther Rathenau]] 1922, die anschließende Haft, seine literarische Arbeit, seine Erlebnisse im Frankreich der 1930er Jahre und im [[NS-Staat|nationalsozialistischen Deutschland]] sowie das Kriegsende, das er gemeinsam mit seiner jüdischen Freundin Ille in Oberbayern erlebte. Ausführlich schildert er das Schicksal [[Franz Xaver Holzhey]]s, der die Zerstörung eines [[Lazarett]]s durch das Aufstellen eines Rot-Kreuz-Schildes verhinderte und dafür von [[Theodor Tolsdorff]], einem Generalleutnant der Wehrmacht, hingerichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Salomon legt Ille seine eigenen Ideen zur „[[Judenfrage]]“ in den Mund, die angeblich „überhaupt nur auf der nationalen Basis gelöst werden“ könne, das heißt im Sinne eines [[Assimilation (Soziologie)|assimilatorischen]] [[Antisemitismus]]. Drastisch wird die [[Internierung]] in einem amerikanischen Lager ausgemalt, in dem Salomon und Ille angeblich [[Folter|gefoltert]] worden seien. Dies stellte sich späterhin als unwahr heraus. Wahrnehmbares Ziel der Darstellung ist die Rechtfertigung der Biographie des Verfassers und letztlich aller Deutschen. So behauptet Salomon wahrheitswidrig, er habe immer Distanz zum [[NS-Regime]] gewahrt, dem er exkulpatorisch die als [[Unrechtsregime]] geschilderte US-amerikanische Besatzung gegenüberstellt. Seine eigenen, eher indirekten Kontakte zum [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus]] malt er breit aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Torben Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Ernst von Salomon: Der  Fragebogen.&amp;#039;&amp;#039; In: derselbe, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. 3. überarbeitete Auflage, transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8394-2366-0, S. 119 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Das Werk erregte große Aufmerksamkeit und erreichte in den 1950er und 1960er Jahren nicht nur in Deutschland sehr große Auflagen, die ihn zum [[Bestseller]] seiner Zeit machten. Er galt eine Zeitlang als eine der erfolgreichsten Neuerscheinungen der [[Nachkriegsliteratur]] überhaupt. Ausgaben davon erschienen Übersetzungen in Amerika, England, Kanada, Frankreich, Italien und Spanien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vermeintlich authentische Bericht, der wegen der eigenwilligen Pose des Autors – er bekennt sich mehrmals zur [[Kollektivschuld]] und beharrt letztlich auf seinem [[Solipsismus]] – bei der Lektüre das Gefühl des Ausgeliefertseins bestätigte, diente Salomon zur Rechtfertigung wie Letzteren zur Immunisierung vor Fragen nach ihrer konkreten Verantwortung.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen Brockmann: &amp;#039;&amp;#039;German Literary Culture at the Zero Hour&amp;#039;&amp;#039;. Camden, New York 2004, S. 46–48.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass Salomon das von ihm in amerikanischer Internierung erlittene Unrecht gegen die Massenverbrechen der Nationalsozialisten aufrechnet, die er empathielos mit zynischer Kälte abhandelt, wurde scharf kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Fragebogen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Kindlers Literatur Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039;. dtv. München 1986, Bd. 5, S. 3646.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Martin Sabrow]] folgt Salomons Roman „stärker literarischen als historiographischen Regeln“. Zentrale Probleme lasse er offen: So bestreite er, dass Rathenaus Mörder aus Antisemitismus handelten, nenne aber keinen anderen nachvollziehbaren Grund. [[Axel Eggebrecht]] beschwerte sich in einem Brief vom 16. Januar 1951 bei Salomon darüber, dass er dem Leser den Eindruck aufdränge, es würden ihm präzise Fakten präsentiert: „Das aber stimmt ja nun leider nicht immer“. Sabrow kennzeichnet Salomons Arbeitsweise mit einem Zitat aus dem &amp;#039;&amp;#039;Fragebogen&amp;#039;&amp;#039;: „Mit der Wahrheit kann man am besten lügen!“&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Sabrow: &amp;#039;&amp;#039;Der Rathenaumord. Rekonstruktion einer Verschwörung gegen die Republik von Weimar.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 1994, ISBN 3-486-64569-2, S. 8 f. mit Anm. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wolfram Wette]] weist nach, dass Salomons Darstellung der [[Organisation Consul]] als lose [[Kameradschaft]], die von der „Anhänglichkeit an den alten ‚Chef‘“ motiviert gewesen sei, der Wahrheit nicht entspricht. Tatsächlich war die O.C. eine militärisch straff geführte [[Geheimorganisation]], bei der alle Fäden beim „Consul“ [[Hermann Ehrhardt|Ehrhardt]] und seinem [[Stab (Team)|Stab]]  zusammenliefen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Wette: &amp;#039;&amp;#039;Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden&amp;#039;&amp;#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-7632-5267-3, S. 57 (hier das Zitat) – 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Torben Fischer attestiert dem Buch eine offensive [[Täter-Opfer-Umkehr]], wenn Salomon seine Freundin den Amerikanern vorwerfen lässt, sie würden die Deutschen für die Verbrechen des [[Holocaust]] „mit gleicher Münze“ zahlen lassen. Hier würden [[Konzentrationslager]] und [[Reeducation]] moralisch gleichgesetzt. Die Deutschen würden entweder als unschuldig oder als schuldlos-schuldig im Sinne einer [[Tragödie|tragischen]] Verstrickung hingestellt, denen die Amerikaner mit ihrer [[Kollektivschuldthese]], der sie angeblich angehangen hätten, Unrecht täten.&amp;lt;ref&amp;gt;Torben Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Ernst von Salomon: Der Fragebogen.&amp;#039;&amp;#039; In: derselbe, Matthias N. Lorenz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. 3. überarbeitete Auflage, transcript, Bielefeld 2015, S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ernst von Salomon&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Fragebogen. Roman&lt;br /&gt;
   |Verlag=Rowohlt Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Hamburg&lt;br /&gt;
   |Datum=1951&lt;br /&gt;
   |DNB=454263384&lt;br /&gt;
   |Typ=wl}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ernst von Salomon&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Fragebogen&lt;br /&gt;
   |Auflage=12.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Rowohlt Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Hamburg&lt;br /&gt;
   |Datum=1985&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-498-06185-2&lt;br /&gt;
   |Typ=wl}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ernst von Salomon&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Fragebogen&lt;br /&gt;
   |Reihe=rororo&lt;br /&gt;
   |NummerReihe=10419&lt;br /&gt;
   |Nummer=96- bis 98-tausend&lt;br /&gt;
   |Verlag=Rowohlt Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Reinbek&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-499-10419-9&lt;br /&gt;
   |Typ=wl}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Ernst von Salomon&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Fragebogen&lt;br /&gt;
   |Verlag=Rowohlt E-Book&lt;br /&gt;
   |Ort=Reinbek&lt;br /&gt;
   |Datum=2013&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-644-02371-0&lt;br /&gt;
   |Typ=wl}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Graml]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein unfreiwilliger Helfer der Entnazifizierung. Ernst von Salomon und sein „Fragebogen“.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Johannes Hürter]], [[Jürgen Zarusky]]: &amp;#039;&amp;#039;Epos Zeitgeschichte – Romane des 20. Jahrhunderts in zeithistorischer Sicht. 10 Essays für den 100. Band.&amp;#039;&amp;#039; 100. Band der Schriftenreihe der [[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]], Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59235-1.&lt;br /&gt;
* Torben Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Ernst von Salomon: Der Fragebogen.&amp;#039;&amp;#039; In: derselbe, [[Matthias N. Lorenz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 3. überarbeitete Auflage, transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8394-2366-0, S. 119 ff.&lt;br /&gt;
* [[Hans Sarkowicz]]; Alf Mentzer: &amp;#039;&amp;#039;Schriftsteller im Nationalsozialismus. Ein Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Insel, Berlin 2011, ISBN 978-3-458-17504-9, S. 512 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verfilmung ==&lt;br /&gt;
* Ami Go Home oder Der Fragebogen, Regie: [[Rolf Busch (Regisseur)]], Fernsehspiel NDR, 1985.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://portal.dnb.de/opac.htm?query=der+fragebogen+ernst+von+salomon&amp;amp;method=simpleSearch Der Fragebogen] in der [[Deutsche Nationalbibliothek|Deutschen Nationalbibliothek]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4710622-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fragebogen #Der}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Roman, Epik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autobiografie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entnazifizierung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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