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	<title>Demokratisierung - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Catullus26 am 31. Dezember 2025 um 10:17 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Number of countries experiencing autocratization and democratization, 1900–2000.jpg|mini|hochkant=1.6|Anzahl der Länder im Prozess der Demokratisierung (gelbe Linie) und der Autokratisierung (blaue Linien).&amp;lt;br /&amp;gt; Ebenso wie es zwischen den Weltkriegen der Fall war, überwiegt seit 2010 wieder die Anzahl der Länder, die sich zu [[Autokratie]]n wandeln, nach Bewertung des [[V-Dem Institut]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Vanessa A. Boese, Staffan I. Lindberg, Anna Lührmann: &amp;quot;number of countries that experience autocratization [and democratization] as defined by the Episodes of Regime Transformation (ERT) Dataset&amp;quot;, 1900–2019 [außer 2000]. V-Dem Institute, 2021. Quellen: https://www.tandfonline.com/na101/home/literatum/publisher/tandf/journals/content/fdem20/2021/fdem20.v028.i06/13510347.2021.1923006/20210819/images/large/fdem_a_1923006_f0001_oc.jpeg, https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13510347.2021.1923006&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Countries democratizing or autocratizing substantially and significantly 2010–2020.svg|mini|hochkant=2|Länder, die sich von 2010 bis 2020 im Wesentlichen und signifikant demokratisierten (blau) oder autokratisierten (rot). Grau hinterlegte Länder blieben in dieser Hinsicht im Wesentlichen unverändert.&amp;lt;ref&amp;gt;Nazifa Alizada, Rowan Cole, Lisa Gastaldi, Sandra Grahn, Sebastian Hellmeier, Palina Kolvani, Jean Lachapelle, Anna Lührmann, Seraphine F. Maerz, Shreeya Pillai, and Staffan I. Lindberg. 2021. Autocratization Turns Viral. Democracy Report 2021. University of Gothenburg: V-Dem Institute. [https://www.v-dem.net/documents/12/dr_2021.pdf Weblink.]&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff der [[Politikwissenschaft]] sowie der [[Soziologie]] und beschreibt den Abbau von nicht demokratisch [[Legitimation (Politikwissenschaft)|legitimierter]] [[Herrschaft]] und die Ausweitung und Entwicklung von [[Demokratie]] in zuvor nicht oder weniger demokratischen Staaten oder Gesellschaftsbereichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Manfred G. Schmidt (Politikwissenschaftler)|Manfred G. Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;[[Wörterbuch zur Politik]]&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 404). 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2004, ISBN 3-520-40402-8, S.&amp;amp;nbsp;150.&amp;lt;/ref&amp;gt; So wird neben der Demokratisierung von [[Staat]]en und [[Politisches System|politischen Systemen]] auch eine Demokratisierung von [[Bildung]], [[Wirtschaft]], [[Religion]] und anderen Bereichen gefordert. Nach [[Wilhelm Hennis]] ist Demokratisierung ein „Kampf um die Grenze zwischen dem politischen und nicht-politischen Bereich“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Hennis: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung. Zur Problematik eines Begriffs.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Martin Greiffenhagen]]: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung in Staat und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, München 1973, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Demokratisierung ist also der Inbegriff aller Aktivitäten, deren Ziel es ist, autoritäre Herrschaftsstrukturen zu ersetzen durch Formen der Herrschaftskontrolle von »unten«, der gesellschaftlichen Mitbestimmung, Kooperation und – wo immer möglich – durch freie [[Selbstbestimmung]].&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Fritz Vilmar]]&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Strategien der Demokratisierung.&amp;#039;&amp;#039; S. 21}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet einerseits das Ziel, die Demokratie, und andererseits den Prozess der Veränderung von gesellschaftlichen Subsystemen. „Er ist sowohl eine Aktionsbestimmung wie eine Zielbestimmung sozialen Handelns.“&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Vilmar: &amp;#039;&amp;#039;Strategien der Demokratisierung.&amp;#039;&amp;#039; 1973, Band I, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten der Demokratisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demokratisierung von unten oder von oben ===&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für die Demokratisierung &amp;#039;&amp;#039;von unten&amp;#039;&amp;#039; ist der Zerfall des [[Ostblock]]s. Versuche, [[Deutschland]] (vgl. [[Entnazifizierung]]), [[Afghanistan]] oder den [[Irak]] zu demokratisieren, gelten als Demokratisierungen &amp;#039;&amp;#039;von oben&amp;#039;&amp;#039;. Der Politikwissenschaftler [[Manfred G. Schmidt (Politikwissenschaftler)|Manfred G. Schmidt]] spricht davon, dass Demokratisierung zuweilen „auf den [[Bajonett]]en einer demokratisch verfassten Siegermacht“ beginne.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred G. Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Demokratietheorien. Eine Einführung&amp;#039;&amp;#039;. 6. Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2019, S. 469.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Otfried Höffe]] nimmt an, dass „bei beiden Falltypen […] die Demokratisierung nur [gelingt], wenn sich außer den staatlichen Institutionen eine facettenreiche Bürgerschaft ausbildet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Otfried Höffe: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftsbürger, Staatsbürger, Weltbürger. Politische Ethik im Zeitalter der Globalisierung.&amp;#039;&amp;#039; C.&amp;amp;nbsp;H. Beck, München 2004, S. 10; vgl. auch S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit]] unterscheidet drei Phasen um ein Land nach einem [[Konflikt]] zu demokratisieren: den unmittelbaren Aufbau, Dialog und Rekonstruktion und Institutionalisierung und Konsolidierung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bpb.de/themen/RMQI3R,0,0,Demokratisierung.html Susanne Buckley-Zistel: Demokratisierung.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiele einer solchen Demokratisierung nach einem Konflikt sind: [[Bosnien-Herzegowina]], [[Libanon]], [[Ruanda]] und [[Südafrika]]. Länder nach einem Konflikt zu einer Demokratie zu transformieren erweist sich als schwierig. „In den achtzehn Nachkriegsgesellschaften, in denen die [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] zwischen 1988 und 2002 Demokratisierungsprozesse unterstützten, haben allein dreizehn trotz vielfach unbestreitbarer Verbesserungen nicht den Sprung in eine demokratische Staats- und Gesellschaftsform geschafft.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bpb.de/themen/RMQI3R,0,0,Demokratisierung.html Susanne Buckley-Zistel: Demokratisierung.]; siehe auch: [[:en:Regime change]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Buckley-Zistel folgert aus diesen Erfahrungen, dass „der Anstoß für eine Demokratisierung aus der Gesellschaft selbst kommen“ muss und die „Interessen der verschiedenen Akteure und mögliche Konflikte müssen sensibel vorausgesehen und berücksichtigt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bpb.de/themen/RMQI3R,0,0,Demokratisierung.html Susanne Buckley-Zistel: Demokratisierung.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Reihe von Institutionen unterstützen den Prozess der Demokratisierung durch [[Demokratieförderung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pfade der Demokratisierung ===&lt;br /&gt;
Eine Unterscheidung der verschiedenen Wege der Demokratisierung, die auch in politikwissenschaftlichen Lehrbüchern gebraucht wird unterscheidet zwischen 6 Pfaden. Pfad 1 und 2 gehen auf einen externen Akteur zurück, bei Pfad 2 steuert der externe Akteur auch die Demokratisierung. Pfad 3 und 4 beschreiben eine Demokratisierung durch das herrschende Regime, bei Pfad 4 geschieht dies auf Druck der Opposition. Bei Pfad 5 und 6 handelt es sich um abruptere Übergänge, bei denen es nicht selten zur Gewalt kommt, bei Pfad 5 geschieht die Demokratisierung auf Druck der Opposition und bei Pfad 6 wird der Druck durch [[Streik]]s, Demonstrationen und ähnliches erzeugt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Bernauer |Titel=Einführung in die Politikwissenschaft |Auflage=4., durchgesehene Auflage |Ort=Baden-Baden |Datum=2018 |ISBN=978-3-8487-4872-3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Demokratisierungswellen ==&lt;br /&gt;
[[Samuel P. Huntington]] unterscheidet drei Demokratisierungswellen, in denen sich vermehrt [[Autokratie|autokratische Systeme]] in Demokratien wandelten:&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel P. Huntington: &amp;#039;&amp;#039;The Third Wave: Democratization in the Late Twentieth Century.&amp;#039;&amp;#039; University of Oklahoma Press, 1991, ISBN 0-8061-2516-0; siehe auch: [[:en:The Third Wave of Democratization]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die erste Welle verortet er zwischen 1828, als in den [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten]] erstmals die Mehrheit der weißen, männlichen Bevölkerung wahlberechtigt war (&amp;#039;&amp;#039;[[Jacksonian Democracy]]&amp;#039;&amp;#039;), und 1922, als [[Benito Mussolini]] in [[Königreich Italien (1861–1946)|Italien]] an die Macht gelangte („[[Marsch auf Rom]]“). Den Beginn der zweiten Welle datiert Huntington auf den [[Sturz Mussolinis]] im Sommer 1943 in Italien, und deren Ende auf 1962, als [[Jamaika]] die Unabhängigkeit von der britischen Krone erlangte. Die dritte Welle entfaltete sich seit 1974, dem Jahr der „[[Nelkenrevolution]]“ in [[Portugal]], und ebbte Mitte der 1990er-Jahre langsam ab. Nach [[Wolfgang Merkel]] ist jene letzte Demokratisierungswelle, „die mit dem Ende der letzten Rechtsdiktaturen in Westeuropa (Portugal, [[Griechische Militärdiktatur|Griechenland]], [[Franquismus|Spanien]]) Mitte der 70er Jahre begann, sich im [[Lateinamerika]] der 80er Jahre fortsetzte, Ostasien erreichte, die kommunistischen Regime Osteuropas und der [[Sowjetunion]] erfasste und selbst einige Länder Afrikas berührte, […] beispiellos in der Geschichte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Merkel: „Eingebettete“ und defekte Demokratien: Theorie und Empirie. In: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 43ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Regel werden die sozioökonomischen Modernisierungsprozesse als Auslöser der Demokratisierungswellen angesehen. Ihre Wellendynamik hängt dagegen von kulturellen Rahmenbedingungen und herrschenden Machtzentren der politischen Eliten ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Klaus von Beyme]] bezeichnete die Umstürze infolge des [[Zerfall der Sowjetunion|Zusammenbruchs der Sowjetunion]] und des [[Zerfall des Ostblocks]] als vierte Demokratisierungswelle. Diese umfasste insgesamt 47 Staaten, darunter neben dem ehemaligen Ostblock auch einige Staaten Afrikas und Asiens wie [[Benin]] und [[Bangladesch]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred G. Schmidt (Politikwissenschaftler)|Manfred G. Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Demokratietheorien. Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage, Bonn 2010, ISBN 978-3-8389-0059-9, [http://books.google.de/books?id=GU2ibuE5l3wC&amp;amp;pg=PA434 S. 434].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kenan Engin]] spricht angesichts des [[Arabischer Frühling|Arabischen Frühlings]] von einer fünften Demokratisierungswelle und begründet dies mit deren Parallelitäten zur dritten Demokratisierungswelle in Lateinamerika. Ähnlich wie ab 2010 in der arabischen Welt wurden in den 1970er und 80er-Jahren viele lateinamerikanische Diktatoren durch eine Welle von Protesten gestürzt und durch gewählte Regierungen ersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Kenan Engin: [https://web.archive.org/web/20120426052908/http://www.migrapolis-deutschland.de/index.php?id=1994 &amp;#039;&amp;#039;Die fünfte Welle der Demokratisierung im islamisch-arabischen Raum?&amp;#039;&amp;#039;], 27. April 2011, abgerufen am 31. Juli 2011; Ders: [http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=the-arab-spring-the-5.0-democracy-wave-2011-08-19 &amp;#039;&amp;#039;The Arab Spring: The 5.0 Democracy Wave&amp;#039;&amp;#039;], 19. August 2011, abgerufen am 3. Februar 2014; Cevat Dargin: {{Webarchiv |url=http://www.turkishweekly.net/op-ed/2881/the-arab-spring-and-the-waves-of-democracy.html |text=&amp;#039;&amp;#039;The Arab Spring and the Waves of Democracy&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20110925163503}}, 22. September 2011, abgerufen am 3. Februar 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entstanden sind nicht immer rechtsstaatliche [[liberale Demokratie]]n, sondern viele „[[defekte Demokratie]]n“. Diese, von [[Juan Linz]] und Alfred Stepan auch als „[[Hybrides Regime|hybride Regime]]“ bezeichneten Staaten, nehmen eine Stellung zwischen Demokratie und [[Autokratie]] ein. Nach Wolfgang Merkel gibt es dafür keine primäre Ursache, sondern ein Ursachenbündel, welches den Modernisierungspfad, das Modernisierungsniveau, die Wirtschaftskonjunktur, das [[Soziales Kapital|Sozialkapital]], die [[Zivilgesellschaft]], die Staats- und Nationalbildung sowie den Typ des autoritären Vorgängerregimes, die Art des Transitionsmodus, die politischen Institutionen und die internationalen Rahmenbedingungen berücksichtigen muss.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wolfgang Merkel in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 67&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Liberale Demokratien“ sind entstanden im Umkreis der [[Europäische Union|Europäischen Union]]. „Die Kombination von marktwirtschaftlichen Interessen- und demokratischer Wertegemeinschaft macht die EU zu einem Modell, das bisher einzigartig in der Welt ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Merkel in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle anderen Organisation wie [[NATO]], [[ASEAN]], [[Mercosur]] oder die [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] hatten keine vergleichbare Wirkung. Die „defekten Demokratien“ können nach Merkel relativ stabile Regime sein. „Dies ist vor allem in Gesellschaften mit niedrigen [[Bildung]]sniveau, klientelistischen und [[Patrimonialismus|patrimonialen]] Strukturen der Fall.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Merkel in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S.&amp;amp;nbsp;71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Transformation (Politikwissenschaft)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Demokratisierung der Demokratie ==&lt;br /&gt;
[[Claus Offe]] weist darauf hin, dass keine Demokratie einer anderen gleicht und dass die Ansprüche an eine Demokratie, die Qualität einer Demokratie, unterschiedlich sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum einen unterscheidet man weiter reife Demokratien (USA, Großbritannien) von unreifen. Andererseits verfallen reife Demokratien. Offe bezeichnet dies als „Dekonsolidierung der liberalen Demokratie“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Offe11&amp;quot;&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der unstrittige Kern einer Demokratie sich zusammensetzt „aus den Grundsätzen der bürgerlichen Freiheit, der politischen Gleichheit und der zugleich effektiven und verantwortlichen Regierung“,&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; dann muss man laut Offe überlegen, wie „sich die Demokratie demokratisieren lässt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Offe11&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Grundsatz, bürgerliche [[Freiheit]], steht heute unter der Herausforderung, dass die Bürger das politische System als unübersichtlich empfinden. „Es ist die notorische [[Überforderung#Psychologie|kognitive Überforderung]] der Bürger durch die Komplexität und oft die Neuartigkeit der zur Entscheidung anstehenden öffentlichen Angelegenheiten […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Potenziert wird dies durch eine fehlende Motivation der Bürger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politische [[Gleichheit]], der zweite Grundsatz, empfinden die Bürger nicht, da ihre soziale Macht beschränkt ist im Gegensatz zu politischen Akteuren, die die politische Tagesordnung bestimmen können ([[Lobbyismus]] usw.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwieweit Regierungen heute noch effektiv regieren können, der dritte Grundsatz, ist fraglich. Kritisiert wird hier von Offe, dass nationale Regierungen ihre Macht an internationale Institutionen abgeben. Des Weiteren werden politische Entscheidungen in nicht institutionalisierten Gremien, hinter verschlossenen Türen getroffen. Eine Regierung kann sich somit der politischen Verantwortung entziehen (&amp;#039;&amp;#039;blame avoidance&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Offe15&amp;quot;&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offe fordert zusätzlich eine „Verantwortlichkeit“ von Regierungen. „Unter dieser Verantwortlichkeit sind zwei Modi der Kommunikation zwischen Politik und Gesellschaft zu verstehen, die in der feinkörnigeren englischen Terminologie als &amp;#039;&amp;#039;accountability&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;responsibility&amp;#039;&amp;#039;, als passiver und aktiver Aspekt von Verantwortlichkeit unterschieden werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Offe15&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;accountability&amp;#039;&amp;#039; versteht Offe die Befähigung der Bürger politische Entscheidungen „kognitiv zu erfassen, sie Akteuren zuzurechnen und im Falle abweichender Präferenzen diese Akteure zur Verantwortung zu ziehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Gegenteil ist die Dominanz einer [[Elite]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;responsibility&amp;#039;&amp;#039; versteht Offe, dass die Regierenden die Verantwortung übernehmen für ihre Politik, also auch unpopuläre Lösungen durchzusetzen. Das Gegenteil wäre &amp;#039;&amp;#039;responsiveness&amp;#039;&amp;#039;, ein verantwortungsloses, [[Populismus|populistisches]] Regierungshandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lösung der obigen Probleme, und somit eine Demokratisierung der Demokratie, sieht Offe in einer „&amp;#039;&amp;#039;bottom-up&amp;#039;&amp;#039;-Kommunikation des Wählens und Abstimmens, die „laterale“ Kommunikation zwischen repräsentativen Akteuren und die &amp;#039;&amp;#039;top-down&amp;#039;&amp;#039;-Kommunikation des verbindlichen, in die Form von Regierungsentscheidungen, Rechtsbefehlen und Verwaltungsanordnungen gekleideten hierarchischen Entscheidens.“&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 18&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der &amp;#039;&amp;#039;bottom-up&amp;#039;&amp;#039;-Kommunikation setzt Offe auf eine Stärkung der [[Zivilgesellschaft]] und des bürgerlichen Engagements. Die „laterale“ Kommunikation soll das Verhältnis zwischen [[Institution]]en und den Kollektivakteuren (z.&amp;amp;nbsp;B. Parteimitgliedern) verbessern. Zum Beispiel durch eine Reform des [[Föderalismus]] oder einer Reform der [[Parteiensystem]]e. Die &amp;#039;&amp;#039;top-down&amp;#039;&amp;#039;-Kommunikation soll „an der Spitze von Entscheidungshierarchien“ ansetzen und „die Stärkung autonomer, sachverständiger, langfristig amtierender und unparteiischer, zumindest für eine längere Zeitstrecke dem Parteienkonflikt enthobener Gremien“&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Offe in: Claus Offe, Heidrun Abromeit, Arthur Benz, Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2003, S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; vorsehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Demokratisierung weiterer Gebiete ==&lt;br /&gt;
Demokratie stellt zunächst einmal ein [[politisches System]] dar und der Begriff der Demokratisierung einen Vorgang, der zur Schaffung oder Intensivierung der Demokratie in politischen Systemen führt. Daneben wird jedoch vielfach auch eine „Demokratisierung“ anderer Lebensbereiche gefordert, und der Begriff nimmt auch den Charakter eines [[Politisches Schlagwort|politischen Schlagwortes]] oder [[Kampfbegriff]]es&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heidrun Kämper]]: &amp;#039;&amp;#039;Aspekte des Demokratiediskurses der späten 1960er Jahre. Konstellationen – Kontexte – Konzepte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2012, S. 267 ({{Google Buch |BuchID=jHLJOmiqTjwC |Seite=267}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; an. Beispiele sind die Forderung nach einer [[Demokratisierung der Hochschulen]] und dort insbesondere die nach einer [[Parität (Politik)|Viertelparität]]. Im Bereich der Wirtschaft wird die Einführung einer [[Wirtschaftsdemokratie]] oder zumindest die Ausweitung der [[Mitbestimmung]] gefordert. Die Demokratisierung der Schule soll zur [[Demokratische Schule|Demokratischen Schule]] führen. Unter anderem die [[Initiative Kirche von unten]] fordert eine Demokratisierung der Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Politikwissenschaftler [[Wilhelm Hennis]] kritisiert die Demokratisierung der Sozialbereiche außerhalb der eigentlichen Politik. Im harmlosen Fall sei das Schlagwort von der „Demokratisierung“ eine inhaltsleere Sprachhülse, die jedoch eine ungerechtfertigte Dramatik erzeugt: Alltägliche Sachverhalte würden mit der heftigen Kritik, undemokratisch zu sein, überladen. Noch problematischer sei der häufige Fall, dass die zu „demokratisierenden“ Strukturen nicht unter dem Aspekt ihrer Funktion, sondern dem der Macht betrachtet würden. So ist beispielsweise der Zweck einer Hochschule die Forschung und Lehre. Beide Funktionen entziehen sich dem Mehrheitsprinzip. Die Forderung nach „Demokratisierung“ geht hier von der faktischen Macht aus, die die Hochschullehrer ausüben. Die Kontrolle dieser Macht durch Demokratisierung steht jedoch in direktem Gegensatz zu den Erfordernissen, die sich aus der Funktion der Institution ergeben. Die größte Gefahr sei jedoch der Missbrauch des Schlagwortes, um die Beseitigung aller Formen von Ungleichheit zu fordern. Historisch sei im Westen eine Trennung des öffentlichen und des privaten Bereiches erfolgt und für die Kultur des Abendlandes konstitutiv. Während die Demokratie, in der jedermann gleiches Stimmrecht hat, im ersteren die Freiheit sicherte, so wirken außerhalb der Politik Ungleiche frei zusammen. Der Versuch, diese Ungleichen gleich zu machen, ist nur „um den Preis der Despotie“ möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Hennis]]: &amp;#039;&amp;#039;„Demokratisierung“. Zu einem häufig gebrauchten und vieldiskutierten Begriff.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 14. November 2012, S. N3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demokratisierung der Arbeitswelt ===&lt;br /&gt;
Eine Demokratisierung der [[Arbeit (Philosophie)#Freiheit, Ethik und Gewissen der Arbeit|Arbeitswelt]] gehörte bereits in der Entstehungsphase der Industrialisierung zu den Kernforderungen der [[Arbeiterbewegung]]. Angestrebt wurde dies sowohl auf revolutionärem Weg wie auch durch Reformen, für letzteres stehen Konzepte wie [[Produktivgenossenschaft]]en oder die in den 1920er Jahren in den deutschen Gewerkschaften entwickelte Idee der [[Wirtschaftsdemokratie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Für einen Überblick vgl. [[Axel Weipert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung von Wirtschaft und Staat. Studien zum Verhältnis von Ökonomie, Staat und Demokratie vom 19. Jahrhundert bis heute&amp;#039;&amp;#039;, NoRa, Berlin 2014, ISBN 978-3-86557-331-5; kritisch dazu: Michael Brie: &amp;#039;&amp;#039;Das ungelöste Jahrhundertproblem: die Demokratisierung der Wirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft I/2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige dieser Ideen wurden von Philanthropen oder rebellischen Belegschaften in die Tat umgesetzt, teils mit Erfolg, wie etwa die Kommuneideen von [[Robert Owen (Unternehmer)|Robert Owen]] aus dem 19. Jahrhundert oder die seit der Krise von 2001 in Argentinien entstandenen selbstverwalteten Fabriken. Auf gesamtstaatlicher Ebene wurde lediglich in Jugoslawien mit dem Konzept der [[Arbeiterselbstverwaltung]] der Versuch unternommen, die Unternehmen einer Volkswirtschaft flächendeckend zu demokratisieren. Der Versuch endete mit dem Zerfall Jugoslawiens Anfang der 1990er Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abzugrenzen von den skizzierten Ideen der Wirtschaftsdemokratie sind Managementmethoden, die mit dem Ziel einer Produktionssteigerung mittleren und leitenden Angestellten höhere Freiheitsgrade erlauben. Der brasilianische Unternehmer [[Ricardo Semler]] hat etwa in seinen Betrieben demokratische Strukturen eingeführt, indem Untergebene regelmäßig ihre Vorgesetzten bewerten, Mitarbeiter selbst entscheiden, wie sie den Arbeitsplatz oder die Arbeitsweise gestalten oder beispielsweise, welche Hotelkategorie sie bei Reisen wählen. Er beschrieb sein [[Managementsystem]] im Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Das Semco System]]&amp;#039;&amp;#039;. Anders als bei Genossenschaften oder anderen Konzepten verbleibt hier jedoch der Unternehmensgewinn beim Privatunternehmer Semco.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Kollektive Selbstverwaltung|Genossenschaft|Sozialismus}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Demokratisierung des Wissens ===&lt;br /&gt;
[[Wissen]] ist im 21. Jahrhundert fast jedem in westlichen Kulturkreisen schnell zugänglich&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/digitale_demokratisierung_des_wissens_1.586544.html &amp;#039;&amp;#039;Digitale Demokratisierung des Wissens. Kostenlose Internetinhalte verändern Lernen und Geschäftsmodelle&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 19. November 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; und muss nicht mehr mühsam aus Bibliotheken zusammengesucht werden, deren Zugang auch nicht immer gegeben ist. Dank dem [[Internet]] und [[Web 2.0]]-Angeboten wie [[Wikipedia]] kann sich jeder Wissen aneignen. [[Hans-Ulrich Wehler]] merkt kritisch an, dass „die Bürger mit der Informationsflut nichts anfangen [können], wenn sie nicht gelernt haben, damit umzugehen. Sie müssen eine Auswahl treffen, interpretieren. Das setzt intellektuelle Fertigkeiten voraus, die mit dem technischen Zugang zu den Informationen nichts zu tun haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20140301232549/http://www.handelsblatt.com/archiv/das-internet-aus-historischer-perspektive-interview-keine-echte-revolution/2092008.html &amp;#039;&amp;#039;Das Internet aus historischer Perspektive&amp;#039;&amp;#039;]. Interview mit [[Hans-Ulrich Wehler]] und [[Werner Abelshauser]]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handelsblatt]].&amp;#039;&amp;#039; 22. August 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Digitale Revolution|Informationskompetenz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schlagwort „Demokratisierung“ in der SBZ/DDR ==&lt;br /&gt;
In der [[Sowjetische Besatzungszone|SBZ]] und später der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wurde das Schlagwort „Demokratisierung“ verwendet, um die [[Gleichschaltung]] der staatlichen Institutionen [[Schönfärberei|schönfärberisch]] zu beschreiben. Das [[Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule]] vom Mai/Juni 1946 war die rechtliche Basis der Umformung des [[Bildungssystem der DDR|Schulsystems]] in der (SBZ) hin zu einer von der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]] beherrschten [[Einheitsschule]]. Die „Demokratisierung der Justiz“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Anders]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Demokratisierung der Justiz beim Aufbau der antifaschistisch-demokratischen Ordnung auf dem Gebiet der DDR (1945–1949).&amp;#039;&amp;#039; Dissertation. Karl-Marx-Universität Leipzig 1972.&amp;lt;/ref&amp;gt; führte zur Umformung der [[DDR-Justiz]] zum Vollstreckungsorgan des Willens der herrschenden SED.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Schröder (Jurist)|Rainer Schröder]]: [https://forhistiur.de/1999-10-schroder/ &amp;#039;&amp;#039;Justiz in den deutschen Staaten seit 1933&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Forum Historiae Iuris.&amp;#039;&amp;#039; 25. Oktober 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründe für Demokratisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftlicher Einfluss ===&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass wirtschaftlich stärkere Nationen fast immer Demokratien werden. Mittlerweile ist man zu dem Schluss gelangt, dass die wirtschaftliche Stärke einer Nation nicht der entscheidende Faktor ist, aber wirtschaftlich starke Länder fallen seltener, ab einem gewissen Punkt sogar fast gar nicht mehr, in autoritäre Strukturen zurück, sobald sie einmal eine Demokratie geworden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturelle Einflüsse ===&lt;br /&gt;
Einige Politikwissenschaftler argumentieren, dass man den wirtschaftlichen Einfluss darauf reduzieren kann, was für kulturelle Veränderungen er hervorruft und halten die Kultur für das Entscheidende, wenn es darum geht, ob ein Land demokratisiert wird oder nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Bernauer |Titel=Einführung in die Politikwissenschaft |Auflage=4., durchgesehene Auflage |Ort=Baden-Baden |Datum=2018 |ISBN=978-3-8487-4872-3}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bürgerbeteiligung]]&lt;br /&gt;
* [[Direkte Demokratie]]&lt;br /&gt;
* [[Postdemokratie]]&lt;br /&gt;
* [[Radikaldemokratie]]&lt;br /&gt;
* [[Rätedemokratie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bonet de Viola Ana María: &amp;#039;&amp;#039;Die Demokratisierung des Wissens. Kollisionen zwischen dem Recht auf Nahrung und dem gewerblichen Schutz in der Biotechnologi&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 2016, ISBN 978-3-8300-8816-5.&lt;br /&gt;
* [[Michael Brie]]: &amp;#039;&amp;#039;Das ungelöste Jahrhundertproblem: die Demokratisierung der Wirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung]], Heft I/2015.&lt;br /&gt;
* Philip Dingeldey et al.: &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung: Vorschläge zur Rettung der Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; [[Humanistische Union]], Berlin 2025, Online=[https://www.humanistische-union.de/publikationen/hu-schriften/publikation/demokratisierung-vorschlaege-zur-rettung-der-demokratie/].&lt;br /&gt;
* [[Axel Weipert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung von Wirtschaft und Staat. Studien zum Verhältnis von Ökonomie, Staat und Demokratie vom 19. Jahrhundert bis heute.&amp;#039;&amp;#039; NoRa, Berlin 2014, ISBN 978-3-86557-331-5.&lt;br /&gt;
* Christian Haerpfer, [[Patrick Bernhagen]], [[Ronald Inglehart]], [[Christian Welzel]]: &amp;#039;&amp;#039;Democratization.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford 2009, ISBN 0-19-923302-0&lt;br /&gt;
* [[Gert Pickel]], [[Susanne Pickel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung im internationalen Vergleich. Neue Erkenntnisse und Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15113-4.&lt;br /&gt;
* Claus Offe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung der Demokratie. Diagnosen und Reformvorschläge.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-37286-X.&lt;br /&gt;
* [[Martin Greiffenhagen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung in Staat und Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München 1982, ISBN 3-492-02037-2&lt;br /&gt;
* [[Helmut Schelsky]]: &amp;#039;&amp;#039;Systemüberwindung, Demokratisierung und Gewaltenteilung.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1973, ISBN 3-406-04905-2.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Vilmar]]: &amp;#039;&amp;#039;Strategien der Demokratisierung.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Luchterhand, Darmstadt 1973, {{DNB|540201987}}.&lt;br /&gt;
* Willy Strzelewicz: &amp;#039;&amp;#039;Industrialisierung und Demokratisierung in der modernen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Niedersächsische Landeszentrale für Heimatdienst, Hannover 1958, {{DNB|454941196}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Democratization|Demokratisierung}}&lt;br /&gt;
* [http://www.bpb.de/themen/RMQI3R,0,0, &amp;#039;&amp;#039;Demokratisierung&amp;#039;&amp;#039;], [[Bundeszentrale für politische Bildung]]&lt;br /&gt;
* [[Michael Hagner]]: [http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/der-preis-der-wahrheit-ueber-das-verhaeltnis-von-demokratie-und-wissenschaft-1.17910810 &amp;#039;&amp;#039;Der Preis der Wahrheit&amp;#039;&amp;#039;]. [[Neue Zürcher Zeitung]], 28. Dezember 2012&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4124941-0|LCCN=sh98003467|NDL=01238582|REMARK= Auch {{GND|7595674-3}} für „Demokratisierung &amp;lt;Motiv&amp;gt;“}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Demokratie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politisches Schlagwort]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Catullus26</name></author>
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