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	<title>Demagogie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T04:09:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Demagogie&amp;diff=51395&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Pete Weber: Ergänzung Quelle/Zitat</title>
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		<updated>2025-12-25T16:19:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Ergänzung Quelle/Zitat&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Demagogie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|δῆμος|dēmos}} „[[Volk]]“ und {{lang|grc|ἄγειν|agein}} „führen“; ursprünglich „Volksführung“, [[Dysphemismus|dysphemistisch]]: „Volksverführung“) bezeichnet ideologische [[Hetzkampagne|Hetze]], besonders im [[Politik|politischen]] Bereich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Ursprünglich war der Begriff in der Regel positiv konnotiert. Der antike &amp;#039;&amp;#039;Demagoge&amp;#039;&amp;#039; war ein angesehener [[Rhetor|Redner]] und Führer des Volkes bei politischen Entscheidungen. Für [[Perikles]] war es ein Ehrentitel, auf [[Kleon (Athen)|Kleon]] wurde der Begriff von [[Thukydides]] jedoch abwertend angewandt.&amp;lt;ref&amp;gt;„Der ‚Demagoge‘ ist seit dem Verfassungsstaat und vollends seit der Demokratie der Typus des führenden Politikers im Okzident. Der unangenehme Beigeschmack des Wortes darf nicht vergessen lassen, daß nicht Kleon, sondern Perikles der erste war, der diesen Namen trug.“ (Max Weber: &amp;#039;&amp;#039;Politik als Beruf.&amp;#039;&amp;#039; München/Leipzig 1919, S. 25–26. [[Max-Weber-Gesamtausgabe]]. Band I/17. Herausgegeben von [[Wolfgang J. Mommsen]] und [[Wolfgang Schluchter]], Tübingen 1992, S.&amp;amp;nbsp;191.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitalter des [[Absolutismus]] galt Demagogie im Sinne von Aufhetzung des Volkes als Gefahr für die Stabilität der Staatsform: Ein Verbot der positiven Berichterstattung über die [[Englischer Bürgerkrieg|Englische Revolution]] und [[Oliver Cromwell]], das die deutschen Fürsten 1653/54 beschlossen, wurde damit begründet, dass sie „sich zu demagogis gebrauchen lassen“ und „auf eine vitiosam Democratiam oder gar Anarchiam hinaußlaufe“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Holger Böning]]: &amp;#039;&amp;#039;Zeitung und Aufklärung.&amp;#039;&amp;#039; In: Martin Welke, Jürgen Wilke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;400 Jahre Zeitung. Die Entwicklung der Tagespresse im internationalen Kontext.&amp;#039;&amp;#039; Bremen 2008, ISBN 978-3-934686-37-3, S.&amp;amp;nbsp;287–310, hier S.&amp;amp;nbsp;297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch Anfang des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts erfuhren begabte Redner Wertschätzung als „Demagogen“. Die [[Karlsbader Beschlüsse]] 1819 brachten aber die Durchsetzung eines Demagogiebegriffs mit deutlich negativer Nebenbedeutung. Die [[Reaktion (Politik)|politische Reaktion]] brandmarkte ihre Gegner als Demagogen und leitete zahlreiche Zwangsmaßnahmen ([[Zensur (Informationskontrolle)|Zensur]], Lehrverbote etc.) gegen sie ein. Unter dem Namen [[Demagogenverfolgung]] gingen Vertreter des [[Deutscher Bund|Deutschen Bundes]] gegen deutsch-nationale und liberale Gruppen und Einzelpersonen vor, die man der [[Subversion]] und des [[Aufruhr]]s beschuldigte. Nach der [[Julirevolution von 1830|Julirevolution]] 1830 wurden die Maßnahmen gegen die „demagogischen Umtriebe“ erneuert und trafen besonders die [[Burschenschaft]]er, zum Beispiel [[Fritz Reuter (Dichter)|Fritz Reuter]] oder [[Friedrich Ludwig Jahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert erfuhr die Demagogie als Mittel der [[Ideologie|Ideologisierung]] der [[Masse (Soziologie)|Massen]] die weiteste Verbreitung, wobei der Fortschritt im [[Massenmedien|Medienbereich]] eine wesentliche Rolle spielte. Zugleich wurde der Begriff der Demagogie vollständig negativiert. Das Eigenschaftswort &amp;#039;&amp;#039;demagogisch&amp;#039;&amp;#039; gehörte nunmehr zu den abwertenden Vokabeln. Heute beschreibt der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;demagogisch&amp;#039;&amp;#039; eine Methode, durch Schüren verbreiteter [[Emotion]]en und [[Vorurteil]]e schließlich selbst [[Macht]] zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ideologen des [[Faschismus]] und [[Nationalsozialismus]] nannten ihre Methode politische [[Propaganda]], die Vertreter [[Sozialismus|sozialistischer]] beziehungsweise [[Kommunismus|kommunistischer]] Ideologien nannten sie hauptsächlich [[Agitation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Definition ==&lt;br /&gt;
Demagogie wird heute unter anderem so definiert:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.|[[Martin Morlock]] 1977&amp;lt;ref&amp;gt;[[Martin Morlock]]: &amp;#039;&amp;#039;Hohe Schule der Verführung. Ein Handbuch der Demagogie.&amp;#039;&amp;#039; Econ Verlag, Wien/Düsseldorf 1977, ISBN 3-430-16823-6, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Sprachphilosophie |Sprachphilosoph]] und Politikwissenschaftler [[Paul Sailer-Wlasits]] forscht seit Jahrzehnten zu aktuellen sprachphilosophischen Phänomenen im Kontext von Sprache und Gewalt, [[Hassrede]] und Demagogie. In seinen Publikationen grenzt er [[Populismus]] von Demagogie ab: „&amp;#039;&amp;#039;Ein zentraler Aspekt, durch den sich Populismus und Demagogie unterscheiden, ist, dass Demagogen in der Politik über hohe systemische und damit demokratiegefährdende Mobilisierungsmacht verfügen.&amp;#039;&amp;#039;“ Ein untrügliches Zeichen für Demagogie sei in der politischen Praxis auch, wenn „&amp;#039;&amp;#039;Person, Partei und politisches Programm miteinander verschmelzen, um sich als Überidentifikation und Überpersonalisierung in einer Leitfigur zu materialisieren.&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Paul Sailer-Wlasits |url=https://www.telepolis.de/features/Von-Waehlern-und-Verantwortung-Wie-Populismus-und-Demagogie-die-Demokratie-untergraben-9596811.html |titel=Von Wählern und Verantwortung: Wie Populismus und Demagogie die Demokratie untergraben |werk=Telepolis |datum=2024-01-14 |abruf=2024-02-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „&amp;#039;&amp;#039;Während Populisten den Diskurs überdehnen und stören, brechen Demagogen dessen Regeln und Prämissen.&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe [[Paul Sailer-Wlasits]]: &amp;#039;&amp;#039;Demagogie.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 2025, S. 196.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Sailer-Wlasits stellt Demagogie ein „&amp;#039;&amp;#039;außeralltägliches Phänomen mit archaischen Wurzeln&amp;#039;&amp;#039;“ dar und „&amp;#039;&amp;#039;repräsentiert&amp;#039;&amp;#039; […] &amp;#039;&amp;#039;die höchste negative Entwicklungsstufe der Sprache, da diese unmittelbare Wirkmacht entfaltet.&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Paul Sailer-Wlasits |url=https://www.derstandard.at/story/3000000289162/negatives-faszinosum-hilflos-gegen-demagogen |titel= Negatives Faszinosum: Hilflos gegen Demagogen? |werk=[[Der Standard]] |datum=2025-09-25 |abruf=2025-09-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strafrechtlich kann durch Demagogie im Sinne einer verwerflichen Aufwiegelung oder Volksverführung der Straftatbestand der [[Volksverhetzung]] verwirklicht sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Paul Sailer-Wlasits]]: &amp;#039;&amp;#039;Demagogie. Sozialphilosophie des sprachlich Radikalbösen. Ein Brevier&amp;#039;&amp;#039;. Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2025, ISBN 978-3-8260-8777-6.&lt;br /&gt;
* [[Christian Mann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Demagogen und das Volk. Zur politischen Kommunikation im Athen des 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Klio. Beiträge zur Alten Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Beihefte Neue Folge Band 13). Akademie Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-05-004351-7.&lt;br /&gt;
* [[Paul Sailer-Wlasits]]: &amp;#039;&amp;#039;Populismus: Zwischen Sprachmissbrauch, Hybridität und Demagogie.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Minimale Moral: Streitschrift zu Politik, Gesellschaft und Sprache.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl., Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2023, ISBN 978-3-8260-7908-5, S. 43–55. &lt;br /&gt;
* [[Paul Sailer-Wlasits]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprachkatastrophe des Nationalsozialismus und ihre Folgen.&amp;#039;&amp;#039; In: Ders.: &amp;#039;&amp;#039;Verbalradikalismus: Kritische Geistesgeschichte eines soziopolitisch-sprachphilosophischen Phänomens.&amp;#039;&amp;#039; 1. Aufl. Wien 2012; 2. Aufl. Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2021, ISBN 978-3-8260-7436-3, S. 209–240.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4137870-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propaganda]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhetorik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Antike)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pete Weber</name></author>
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