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	<title>Dem deutschen Volke - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;CamelBot: Bot: linkfix: taz.de; siehe user:CamelBot.</title>
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		<updated>2026-02-23T17:22:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: linkfix: taz.de; siehe &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:CamelBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:CamelBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;user:CamelBot&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt die Inschrift &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dem deutschen Volke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; am Reichstagsgebäude. Zum gleichnamigen Film siehe [[Dem deutschen Volke (Film)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Reichstag exterior 314.JPG|mini|[[Giebel]] mit der Inschrift am Reichstagsgebäude]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Reichstag inschrift.jpg|mini|Detail der Inschrift]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dem deutschen Volke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Originalschreibweise in [[Versalien]]) lautet die 16&amp;amp;nbsp;m breite [[Inschrift]] auf dem [[Architrav]] über dem Westportal des [[Reichstagsgebäude]]s in Berlin. Die 60&amp;amp;nbsp;cm hohen, aus eingeschmolzenen Kanonen gefertigten Buchstaben in einer eigens dafür entworfenen Schrift von [[Peter Behrens]] wurden nach Auseinandersetzungen um den Inhalt der Gebäudewidmung 1916 angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Inschrift ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wallots Plan ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Reichstag-1870.jpg|mini|Der Reichstag um 1900&amp;amp;nbsp;– noch ohne Inschrift]]&lt;br /&gt;
[[Datei:KLA 1915 0573.jpg|mini|hochkant=0.85|Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Kladderadatsch]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;br /&amp;gt;vom 12.&amp;amp;nbsp;September 1915]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ruins of the Reichstag in Berlin, 3 June 1945. BU8573.jpg|mini|hochkant=0.85|Der kriegsbeschädigte Reichstag, 1945]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Architekt [[Paul Wallot]] hatte die [[Giebel]]&amp;amp;shy;inschrift &amp;#039;&amp;#039;Dem deutschen Volke&amp;#039;&amp;#039; als [[Widmung]] des von ihm entworfenen und 1894 fertiggestellten Reichstagsgebäudes festgelegt, um die sich in Parlament und Presse eine Debatte entzündete. Der &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Lokal-Anzeiger]]&amp;#039;&amp;#039; nannte den Plan am 11.&amp;amp;nbsp;Dezember 1894 „naiv, beinahe komisch“, denn der Besitzer des Hauses sei „das deutsche Volk, welches der Bauherr war“.&amp;lt;ref&amp;gt;Julia Klee: &amp;#039;&amp;#039;Politische Kunst im Reichstag.&amp;#039;&amp;#039; [http://books.google.de/books?id=sz8iPVxCmMUC&amp;amp;pg=PA26 S.&amp;amp;nbsp;26], Fn. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Rainer Haubrich]] merkt aus zeitlicher Distanz an, es sei „nicht üblich“, dass der Baumeister dem Bauherrn eine Widmung ausspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rainer Haubrich]]: [https://www.welt.de/article578212/ &amp;#039;&amp;#039;Dem Deutschen Volke. Das Reichstagsgebäude und andere Hauptstadt-Architekturen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039;, 24. Juli 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut dem Politikwissenschaftler [[Klaus von Beyme]] lehnte Kaiser [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm&amp;amp;nbsp;II.]] die Wendung ab, weil sie die [[Volkssouveränität]] würdige.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus von Beyme: &amp;#039;&amp;#039;Kulturpolitik und nationale Identität: Studien zur Kulturpolitik zwischen staatlicher Steuerung und gesellschaftlicher Autonomie.&amp;#039;&amp;#039; Westdeutscher Verlag, Opladen, Wiesbaden 1998, [https://books.google.de/books?id=e9mfBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA241 S.&amp;amp;nbsp;241].&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde eine Reihe von Gegenideen vorgebracht; die Reichstagsbaukommission schlug „Dem Deutschen Reiche“ vor, Wilhelm&amp;amp;nbsp;II. „Der Deutschen Einigkeit“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rück 245&amp;quot;&amp;gt;Peter Rück: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache der Schrift. Zur Geschichte des Frakturverbots von 1941.&amp;#039;&amp;#039; In: Jürgen Baurmann, Hartmut Günther, Ulrich Knoop (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;homo scribens. Perspektiven der Schriftlichkeitsforschung.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 1993, ISBN 3-484-31134-7, S.&amp;amp;nbsp;231–272, hier S.&amp;amp;nbsp;245.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kunsthistoriker [[Bernd Roeck]] ist der Ansicht, dass Wilhelms Vorschlag Motto für ein Gebäude sei, das „zähmen, disziplinieren, mindestens integrieren“ sollte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roeck149&amp;quot;&amp;gt;Bernd Roeck: &amp;#039;&amp;#039;Der Reichstag.&amp;#039;&amp;#039; In:  [[Étienne François]], [[Hagen Schulze]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Erinnerungsorte]].&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;1. Beck, München 2001, S.&amp;amp;nbsp;138–155, hier [https://books.google.de/books?id=3ced-2L-rpgC&amp;amp;pg=PA149 S.&amp;amp;nbsp;149].&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 12.&amp;amp;nbsp;Dezember 1894 brachte der Abgeordnete [[Friedrich von Payer]] das Thema der Inschrift in einer Reichstagsrede auf und kritisierte, ihr Fehlen sei der Eintracht nicht förderlich. Er vermutete, das Fehlen könne auf Befindlichkeiten des [[Bundesrat (Deutsches Reich)|Bundesrates]] zurückzuführen sein, und schlug unter Heiterkeit die Inschrift „Dem deutschen Volke und seinem hehren Bundesrat“ vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Zeitungen griffen das Thema auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Dagegen wird überall der Umstand besprochen, daß auf dem Bande, welches sich über dem Hauptportale an der prächtigen Freitreppe hinzieht, jegliche Inschrift fehlt. Der Baumeister wollte ursprünglich die Inschrift hinsetzen: ‚Dem deutschen Volke.‘ Die Baucommission des Reichstages hatte diese Inschrift gutgeheißen; sie gehörte in den Bauplan des Hauses und, verfassungsmäßig gedacht, gab es keine Autorität, welche das Recht gehabt hätte, diesen Beschluß umzustoßen oder zu ignoriren, es sei denn der Reichstag selbst. Trotzdem ist die Inschrift nicht angebracht worden, und das Band starrt den Beschauer in öder Leere an. Die [[Antisemitismus|antisemitischen]] Blätter sehen in der Leere ein böses Zeichen; sie verlangen, wenn schon die Worte ‚Dem deutschen Volke‘ Anstoß erregen sollten, so möge man schreiben: ‚‘Dem Wohl des deutschen Volkes‘ oder ‚Für das deutsche Volk‘; andere Blätter rathen boshaft, man möge schreiben: ‚Dem deutschen Heere‘. Die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Socialdemokratie]] höhnt, es sei gut, daß der Platz freigeblieben sei, man könne dann einstmals hinaufschreiben : ‚[[Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit]]!‘|Quelle=[[Ironie|Ironische]] Notiz in &amp;#039;&amp;#039;[[Das Vaterland]]&amp;#039;&amp;#039; vom 8. Dezember 1894|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|vtl|08|12|1894|4|Politische Chronik}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Lokal-Anzeiger]]&amp;#039;&amp;#039; schlug spöttisch „Der deutschen Presse“ vor; andere nannten „Dem deutschen Volke ist der Eintritt verboten“, [[Ernst von Wolzogen]] „Festgefügt steh ich aus Stein, nun schau Geist, wie Du kommst herein“.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael S. Cullen: &amp;#039;&amp;#039;Der Reichstag. Symbol deutscher Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; be.bra, Berlin 2015, [https://books.google.de/books?id=hJgeDQAAQBAJ&amp;amp;pg=PT58 S. 58 (E-Book)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1916: Anbringung ===&lt;br /&gt;
Die von Wallot für den Spruch vorgesehene Stelle blieb mehr als 20&amp;amp;nbsp;Jahre lang leer, was Bernd Roeck als Zeichen „ungeklärter Identität“ bezeichnet hat und den Reichstag dieser Zeit deshalb als „Emblem ohne Motto“ ansieht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roeck149&amp;quot; /&amp;gt; Für den Historiker Heiko Bollmeyer hätte eine solche Inschrift die Möglichkeit eröffnet, „ein unabhängiges und eigenes parlamentarisches Selbstverständnis auszubilden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;boll57&amp;quot; /&amp;gt; Bis zum Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] 1914 blieb die publizistische Debatte mit verschiedenen Vorschlägen für die Inschrift und unterschiedlicher Intensität bestehen. 1915 brachte der [[Unterstaatssekretär]] im [[Reichskanzleramt]], [[Arnold Wahnschaffe]], in einem Brief an den Chef des [[Geheimes Zivilkabinett|Zivilkabinetts]], [[Rudolf von Valentini]], die Frage wieder auf. Wahnschaffe äußerte die Sorge, dass der Kaiser mit jedem weiteren Kriegstag die Unterstützung des Volkes verliere; durch die Anbringung der Inschrift könne er etwas gegen diesen Treueverlust unternehmen. Wilhelm&amp;amp;nbsp;II. ließ antworten, er werde keineswegs eine ausdrückliche Genehmigung erteilen, aber sollte die Reichstagsausschmückungs-Kommission beschließen, die Inschrift anzubringen, erhebe er dagegen keine Bedenken.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael S. Cullen: &amp;#039;&amp;#039;Das Reichstagsgebäude. Ein baugeschichtlicher Überblick.&amp;#039;&amp;#039; In: Ansgar Klein, Ingo Braun, Christiane Schroeder, Kai-Uwe Hellmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kunst, Symbolik und Politik: Die Reichstagsverhüllung als Denkanstoß.&amp;#039;&amp;#039; Leske + Budrich, Opladen 1995, S. 231–246, hier [https://books.google.de/books?id=QM7LBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA244 S. 244] ([https://www.zeitreisen.de/kulturbox-archiv/buch/cullen3.htm E-Text]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen Tag später gab der Präsident des Reichstages, [[Johannes Kaempf]], in seiner Schlussansprache Ende August 1915 vor der Vertagung auf den 30.&amp;amp;nbsp;November den Beschluss bekannt, die Inschrift in Auftrag zu geben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|lvb|31|08|1915|3|Die Geschichte einer Inschrift}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der politisch-[[Satire|satirischen]] Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Kladderadatsch]]&amp;#039;&amp;#039; war vor der Anbringung im September 1915 zu lesen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;roeck149&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Und ohne Inschrift ist’s lange geblieben –&amp;lt;br /&amp;gt; Da kam der Deutsche in [[Feldgrau]] daher,&amp;lt;br /&amp;gt; Er sprach die Worte weittönend und schwer&amp;lt;br /&amp;gt; Und hat&amp;amp;nbsp;– mit dem Schwert sie eingeschrieben.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Art der Darbietung ===&lt;br /&gt;
Auch über die [[Schriftart]] der Inschrift gab es Streit: Während einige für eine klassische [[Capitalis monumentalis|Capitalis]] plädierten, wollten andere am deutschen Reichstag die „deutsche Schrift“ [[Gebrochene Schrift|Fraktur]] sehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rück 245&amp;quot;/&amp;gt; Der Schreibwarenhersteller [[Friedrich Soennecken]] verbreitete seine Ansicht über die richtige Schriftart in einer Broschüre. Der Innenstaatssekretär [[Theodor Lewald]] beauftragte schließlich den Architekten und [[Typograph]]en [[Peter Behrens]].&amp;lt;ref&amp;gt;Michael S. Cullen: &amp;#039;&amp;#039;Das Reichstagsgebäude. Ein baugeschichtlicher Überblick.&amp;#039;&amp;#039; In: Ansgar Klein, Ingo Braun, Christiane Schroeder, Kai-Uwe Hellmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kunst, Symbolik und Politik: Die Reichstagsverhüllung als Denkanstoß.&amp;#039;&amp;#039; Leske + Budrich, Opladen 1995, S. 231–246, hier [https://books.google.de/books?id=QM7LBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA243 S. 243]; Michael S. Cullen: &amp;#039;&amp;#039;Der Reichstag. Symbol deutscher Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; be.bra, Berlin 2015, [https://books.google.de/books?id=hJgeDQAAQBAJ&amp;amp;pg=PT62 S. 62 (E-Book)].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser schuf als Kompromiss zusammen mit [[Anna Simons]] „nicht weniger als eine alldeutsche Nationalschrift“, wie der Historiker [[Peter Rück]] 1993 schrieb, und zwar in Form einer „Kapital-[[Unziale|Unzial]]-[[Fraktur (Schrift)|Fraktur]]-[[Bastarda]]“:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Mit einem zwischen schräggestellter [[Breitfeder]] und Flachpinsel lavierenden Duktus modifiziert sie die Grundformen der klassischen Unziale (E, U, T) durch Sporen der linken [[Schaft (Schrift)|Schaftfüße]] in M, H, N und K und [[gebrochene Schrift|Brechung]] der rechten in M, U, H, N, Knickung des oberen Bogenprofils von E, M, S, C und [[Serife|Serifierung]] der Schaftansätze in U, H, K und L, indem sie die Rundungen streckt (D) und die Geraden rundet (V) und die Aufschrift in einen vitalistisch-flammenden Kontrapunkt zur geometrischen Architektur verwandelt.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Rück]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprache der Schrift. Zur Geschichte des Frakturverbots von 1941.&amp;#039;&amp;#039; In: Jürgen Baurmann, Hartmut Günther, Ulrich Knoop (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;homo scribens. Perspektiven der Schriftlichkeitsforschung.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 1993, ISBN 3-484-31134-7, S.&amp;amp;nbsp;231–272, hier S.&amp;amp;nbsp;246.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei erbeutete Kanonen aus den [[Befreiungskriege]]n gegen [[Frankreich]] 1813–1815 wurden für die Herstellung des 16&amp;amp;nbsp;m langen Textes mit 60&amp;amp;nbsp;cm hohen Buchstaben&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|ukn|07|02|1917|13|„Dem deutschen Volke!“}} (Mit Abbildung der Arbeiter beim Anbringen des Schriftzuges.)&amp;lt;/ref&amp;gt; eingeschmolzen. Die Ausführung übernahm die Bronzegießerei [[Loevy]], ein [[Judentum|jüdisches]] Familienunternehmen. Eine Ausstellung des [[Jüdisches Museum Berlin|Jüdischen Museums Berlin]] befasste sich unter dem Titel „Dem deutschen Volke“ vom 21.&amp;amp;nbsp;März bis 15.&amp;amp;nbsp;Juli 2003 mit der Geschichte des Bronzegießers Loevy.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.michael-dorrmann.de/demdeutschenvolk.html |wayback=20120618215722 |text=Website des Ausstellungskurators |archiv-bot=2023-12-10 10:15:08 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inschrift wurde vom 20. bis 24.&amp;amp;nbsp;Dezember 1916 „ohne großes Medieninteresse“&amp;lt;ref name=&amp;quot;boll57&amp;quot;&amp;gt;Heiko Bollmeyer: &amp;#039;&amp;#039;Der steinige Weg zur Demokratie. Die Weimarer Nationalversammlung zwischen Kaiserreich und Republik&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Historische Politikforschung.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;13). Campus, Frankfurt am Main 2007, [https://books.google.de/books?id=7NN2iUVSgl4C&amp;amp;pg=PA57 S.&amp;amp;nbsp;57].&amp;lt;/ref&amp;gt; angebracht, für Bernd Roeck eine „leichthin, nebenbei gewährte Geste“, die angesichts des Weltkriegs „belanglos“ geblieben sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;roeck149&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] beschädigte Inschrift wurde beim Wiederaufbau wiederhergestellt und beim Umbau des Gebäudes 1994–1999 erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstprojekt Gegeninschrift ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Der Bevölkerung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Totalumbau des Gebäudes zum Ende des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurde in der Öffentlichkeit noch einmal um das Zitat gestritten: Kritiker brachten zum Ausdruck, dass mit „Dem deutschen Volke“ lediglich die deutsche (Ur-)Bevölkerung angesprochen würde. Die inzwischen zahlreichen Zuwanderer aus anderen Ländern seien ausgeschlossen. So entstand eine Art Gegenprojekt: Im [[Hof (Architektur)|Lichthof]] des Gebäudes legten Gärtner nach Entwurf von [[Hans Haacke]] einen 21&amp;amp;nbsp;m ×&amp;amp;nbsp;7&amp;amp;nbsp;m großen, von Holzbohlen eingefassten Trog an, in den die aus allen Teilen Deutschlands kommenden Abgeordneten Erde und Pflanzen aus ihrem Herkunftsgebiet mitbrachten und einpflanzten. Dieser Garten trägt die aus großen weißen Versalien gebildeten und von oben deutlich sichtbare Inschrift „Der Bevölkerung“. Die Schriftart entspricht der historischen Inschrift über dem Portal.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://derbevoelkerung.de/ |titel=Der Bevölkerung|hrsg=Bundestag|werk=Kunstprojekt|datum=2002|abruf=2023-05-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/kunst/kuenstler/haacke/index.html &amp;#039;&amp;#039;Hans Haacke: „DER BEVÖLKERUNG“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Bundestag.de&amp;#039;&amp;#039;; [[Michael Diers]], Kaspar König (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Der Bevölkerung“. Aufsätze und Dokumente zur Debatte um das Reichstagsprojekt von Hans Haacke.&amp;#039;&amp;#039; König, Köln 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; Haacke gab als Grund an, dass die alte Reichstagsinschrift „historisch belastet“ sei und fast zehn Prozent der Bewohner der Bundesrepublik keine deutschen Staatsbürger seien. Diesen gegenüber seien die Abgeordneten des Bundestages „moralisch verantwortlich“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vera Stahl: [http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/-a-92860.html &amp;#039;&amp;#039;Hans Haacke: „Der Reichstag ist ein imperialer Palast“.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spiegel Online]]&amp;#039;&amp;#039;, 12. September 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Wortkombination „deutsches Volk“ impliziere eine „mythische, ausgrenzende Stammeseinheit“ und sei „mit einem radikal undemokratischen Verständnis der res publica assoziiert“. Dieser „eine Blutsgemeinschaft suggerierende Volksbegriff“ stifte immer noch „Unheil“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wem gehört das Volk?&amp;#039;&amp;#039; Ein Gespräch mit Hans Haacke von Matthias Flügge und Michael Freitag. In: &amp;#039;&amp;#039;neue bildende kunst.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;9, 1999, Heft&amp;amp;nbsp;7, S.&amp;amp;nbsp;22–24, {{ISSN|0941-6501}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Kunstwerk war seit seiner Installation [[Der Bevölkerung#Abgeordnete des Deutschen Bundestags vor der Abstimmung|umstritten]], da nicht der Bundestag selbst über seine Einrichtung entschieden hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutungen und Rezeption ==&lt;br /&gt;
Die Inschrift wird üblicherweise ergänzt als „(Dieses Parlament ist) dem deutschen Volke (gewidmet)“ oder „(Die Arbeit der Politiker ist) dem deutschen Volke (gewidmet)“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei [[Schweiz]]er Politiker, [[Tim Guldimann]], ehemaliger Botschafter in Berlin und danach [[Nationalrat (Schweiz)| Nationalrat]], und [[Moritz Leuenberger]], ehemaliger [[Bundesrat (Schweiz)|Bundesrat]], haben die Inschrift in den 2010er Jahren als Ausdruck für ein anderes Verständnis des Volks bezeichnet – in [[Deutschland]] als [[repräsentative Demokratie|repräsentierter Souverän]], welcher als „[[Dativobjekt]]“ behandelt würde, gegenüber der Schweiz, in der das Staatsvolk als [[Souverän]] selbst handle.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Tim Guldimann, Christoph Reichmuth, José Ribeaud |Titel=Aufbruch Schweiz!: Zurück zu unseren Stärken. Ein Gespräch {{!}} Politik und Diplomatie {{!}} Die Herausforderungen der Globalisierung und Migration in der heutigen Welt |Verlag=Nagel &amp;amp; Kimche |Ort=München |Datum=2015-08-24 |ISBN=978-3-312-00680-9 |Seiten=102 |Online=https://books.google.de/books?id=BJFOCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PT102 |Abruf=2025-05-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Auftritt [[Moritz Leuenberger]]s in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;Sehr geehrte Demokratie&amp;#039;&amp;#039;, [[Schweizer Radio und Fernsehen|SRF]]/[[SWR]], Erstausstrahlung 27. Februar/2. März 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neuerer Zeit wurde die Inschrift mehrfach für politische Kletteraktionen genutzt. Im April 2007 überdeckten Aktivisten die Giebelinschrift mit einem gleichartig gestalteten Banner „Der deutschen Wirtschaft“, um gegen [[Lobbyismus]] und [[Kapitalismus]] zu demonstrieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thorsten Denkler |url=https://www.sueddeutsche.de/politik/protestaktion-im-bundestag-demonstranten-steigen-abgeordneten-aufs-dach-1.885182 |titel=Demonstranten steigen Abgeordneten aufs Dach |datum=2010-05-19 |sprache=de |abruf=2025-05-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im September 2009 ergänzten [[Greenpeace]]-Aktivisten die Inschrift „Dem deutschen Volke“ mit dem Banner „eine Zukunft ohne Atomkraft“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Michael Behrendt |url=https://www.morgenpost.de/berlin/article104699086/Sicherheitspanne-Greenpeace-entert-den-Reichstag.html |titel=Sicherheitspanne - Greenpeace entert den Reichstag |datum=2009-09-01 |sprache=de |abruf=2025-05-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 3. Juli 2020 wiederholten sie die Aktion mit dem Spruch „eine Zukunft ohne Kohlekraft“, um gegen das Kohleausstiegsgesetz zu protestieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/07/greenpeace-protest-reichstag-berlin-kohle-transparent.html |wayback=20210724024723 |text=RBB24: Greenpeace-Aktivisten klettern auf Berliner Reichstag |archiv-bot=2023-12-10 10:15:08 InternetArchiveBot }}, 3. Juli 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Soennecken]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Aufschrift am Reichstagsgebäude „Dem deutschen Volke“. Eine Schriftstudie.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1915 ([https://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz385232845 Digitalisat] der [[Württembergische Landesbibliothek|Württembergischen Landesbibliothek]]).&lt;br /&gt;
* [[Michael S. Cullen]]: &amp;#039;&amp;#039;„Still zu erledigen“. Die Inschrift am Reichstagsgebäude.&amp;#039;&amp;#039; In: Helmuth F. Braun (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Dem Deutschen Volke“. Die Geschichte der Berliner Bronzegießer Loevy.&amp;#039;&amp;#039; Katalog zur Ausstellung im [[Jüdisches Museum Berlin|Jüdischen Museum Berlin]]. Dumont, Köln 2003, S. 98–115.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Reichstag (building) from west|Reichstagsgebäude von Westen|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* Dieter Wulf: [https://taz.de/Ein-Familienbetrieb/!792096/ &amp;#039;&amp;#039;„Dem Deutschen Volke“: Ein Familienbetrieb.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[die tageszeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 7. April 2003 (zur Ausstellung im [[Jüdisches Museum Berlin|Jüdischen Museum Berlin]]).&lt;br /&gt;
* Armin D. Steuer: [https://www.spiegel.de/geschichte/reichstag-a-948325.html &amp;#039;&amp;#039;Reichstag: Lettern für das Vaterland.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Spiegel Online]]&amp;#039;&amp;#039;, [[einestages]], 11. Oktober 2007.&lt;br /&gt;
* Kristin Lenz: [https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw51-kalenderblatt-inschrift-reichstag/484614 &amp;#039;&amp;#039;Vor 100 Jahren: Inschrift „Dem deutschen Volke“ am Reichstag angebracht.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Bundestag.de&amp;#039;&amp;#039;, 16. Dezember 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationales Symbol (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inschrift in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsgebäude]]&lt;/div&gt;</summary>
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