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	<title>Dekretalistik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T13:04:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dekretalistik&amp;diff=1959938&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Literatur */ Komma ergänzt</title>
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		<updated>2024-08-03T13:23:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Komma ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;[[Decretum Gratiani]]&amp;#039;&amp;#039; (um 1140) hatte die kirchliche Rechtsmaterie unter Heranziehung der Autoritäten des 4. bis 11. Jahrhunderts zusammengefasst. Damit konnte aber nicht jedes im 12. Jahrhundert auftretende Rechtsproblem gelöst werden. Nach der [[Gregorianische Reformen|Gregorianischen Reform]] im 11. Jahrhundert kam es zu einer Zentralisierung der kirchlichen Verwaltung und Rechtsprechung. Dies führte zu Anfragen an den Papst, die dieser mit [[Dekretale]]n beantwortete. Die kanonistischen Schulen begannen bald, diese Entscheide auszulegen. Daraus entstand die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dekretalisik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Auf diese Weise entstand neues kirchliches Recht (&amp;#039;&amp;#039;ius novum&amp;#039;&amp;#039;). Es war eine Verschmelzung des von den [[Dekretist]]en auf der Grundlage des &amp;#039;&amp;#039;Decretum Gratiani&amp;#039;&amp;#039; geschaffenen Rechtssystems mit dem gegen Ende des 12. Jahrhunderts immer stärker rezipierten [[Römisches Recht|römischen Recht]]. Die Dekretalistik wurde zu einem neuen Zweig der [[Kanonistik]], die das päpstliche „ius novum“ in das Zentrum ihrer Analyse stellte. Alle [[Kanonisches Recht|Kanonisten]] nach 1234 können daher als Dekretalisten bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Papst [[Alexander III. (Papst)|Alexander III.]] (1159–1181) nahm die Zahl der Dekretalen stark zu. Sie wurden von den [[Dekretist]]en zunächst zusammen mit älteren Rechtsquellen den Abschriften des &amp;#039;&amp;#039;Decretum Gratiani&amp;#039;&amp;#039; als „Extravagantes“ angehängt. In den 1170er Jahren entstanden immer mehr Textsammlungen, die ihren Schwerpunkt zunehmend auf die nachgratianischen Quellen legten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der frühen Dekretalisik sind besonders die &amp;#039;&amp;#039;[[Quinque Compilationes Antiquae]]&amp;#039;&amp;#039; zu nennen.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Compilatio prima&amp;#039;&amp;#039; des [[Bernhard von Pavia]]. Sein wichtigstes Werk war das &amp;#039;&amp;#039;Breviarium extravagantium&amp;#039;&amp;#039;, eine Dekretalensammlung, die zwischen 1189 und 1193 entstand. Sie wurde in ihrem Aufbau Modell für die späteren Dekretalensammlungen. Sie wurde zwar nicht offiziell gebilligt (= approbiert), aber im Lehrbetrieb später als &amp;#039;&amp;#039;Compilatio prima&amp;#039;&amp;#039; herangezogen. Zwischen 1192 und 1198 verfasste Bernhard noch eine &amp;#039;&amp;#039;Summa decretalium&amp;#039;&amp;#039;, in welcher der Rechtsstoff knapp zusammengefasst wurde.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Compilatio secunda&amp;#039;&amp;#039; war eine Zusammenstellung älteren Dekretalenrechts durch den Waliser Johannes Galensis, der sie zwischen 1210 und 1212 in Bologna verfasste.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Compilatio tertia&amp;#039;&amp;#039; wurde im Auftrag [[Innozenz III.]] (1198–1216) von Petrus Beneventanus († 1219/1220) zusammengestellt, vom Papst anschließend approbiert und mit päpstlicher Bulle an die [[Universität von Bologna]] gesandt.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Compilatio quarta&amp;#039;&amp;#039; ist eine vom deutschen Kanonisten [[Johannes Teutonicus Zemeke]] um 1216 geschriebene Zusammenstellung.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Compilatio quinta&amp;#039;&amp;#039; wurde von einem der führenden Dekretalisten der Zeit, [[Tankred von Bologna|Tankred]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;he_1&amp;quot; /&amp;gt;, verfasst und von Papst [[Honorius III.]] im Jahre 1226 approbiert. Er schrieb damit den Schulen und Gerichten deren Gebrauch vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Quinque Compilationes Antiquae&amp;#039;&amp;#039; wurden alsbald glossiert, und einige Kommentare setzten sich als Standard durch. Bekannt sind die Kommentare zur &amp;#039;&amp;#039;Compilatio prima&amp;#039;&amp;#039; vom Kanonisten Petrus Hispanus (in den 1190er Jahren) und von Vincentius Hispanus (verfasst zwischen 1210 und 1215). Wichtig wurden der Apparat des Ricardus Anglicus zur &amp;#039;&amp;#039;Compilatio prima&amp;#039;&amp;#039;, den dieser aus seiner Lehrtätigkeit heraus zwischen 1196 und 1198 schrieb, die &amp;#039;&amp;#039;Glossa ordinaria&amp;#039;&amp;#039; des Tankred zur &amp;#039;&amp;#039;Compilatio prima&amp;#039;&amp;#039; und der Apparat des Jacobus de Albenga zur &amp;#039;&amp;#039;Compilatio quinta&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Quinque Compilationes Antiquae&amp;#039;&amp;#039; waren nicht die einzigen in Wissenschaft und Praxis verwendeten Sammlungen, wenn auch die einflussreichsten. Es gab zahlreiche andere Kompilationen aus Bologna und anderen Rechtsschulen, vor allem aus dem anglo-normannischen Raum. Hin und wieder widersprachen sie einander. Daher beauftragte Papst [[Gregor IX.]] (1227–1241) den spanischen Kanonisten [[Raymund von Peñafort|Raimund von Penyafort]] (um 1180–1275) mit der Verfassung einer neuen Dekretalensammlung mit einer tiefgreifenden Neuordnung des Stoffes. Am 5. September 1234 veröffentlichte der Papst das Werk mit der Bulle [[Rex pacificus]] und schrieb sie den Schulen und Gerichten zwingend vor. Damit verloren alle früheren Sammlungen ihre Gültigkeit. Die Kanonisten nannten dieses Werk, das die klassische Dekretalistik einleitete, &amp;#039;&amp;#039;Liber decretalium extra decretum vagantium&amp;#039;&amp;#039; oder kurz &amp;#039;&amp;#039;[[Liber Extra]]&amp;#039;&amp;#039;. Der &amp;#039;&amp;#039;Liber Extra&amp;#039;&amp;#039; blieb als zweiter Teil nach den &amp;#039;&amp;#039;Decretum Gratiani&amp;#039;&amp;#039; im &amp;#039;&amp;#039;[[Corpus iuris canonici|Corpus Iuris Canonici]]&amp;#039;&amp;#039; bis 1917 gültig. Später kamen noch weitere Dekretalensammlungen hinzu: Der &amp;#039;&amp;#039;[[Liber Sextus]]&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;[[Clementinae]]&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;[[Extravagantes Johannis XXII.]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;[[Extravagantes Communes]]&amp;#039;&amp;#039;. Sie bildeten schließlich das sechsteilige &amp;#039;&amp;#039;Corpus Iuris Canonici&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser &amp;#039;&amp;#039;Liber Extra&amp;#039;&amp;#039; wurde alsbald ebenfalls kommentiert. Bekannt ist die &amp;#039;&amp;#039;Glossa ordinaria&amp;#039;&amp;#039; des Bernhard von Parma (Bernardus de Botone) zum &amp;#039;&amp;#039;Liber Extra&amp;#039;&amp;#039;. Er schuf zwischen 1234 und 1266 vier Fassungen. Aber auch andere Dekretalisten schufen bedeutende juristische Kommentierungen, so Goffredus de Trano (Gottfried von Trani) seine &amp;#039;&amp;#039;Summa super titulis decretalium&amp;#039;&amp;#039;, Papst [[Innozenz IV.]] (1243–1254) die &amp;#039;&amp;#039;Commentaria apparatus in V libros decretalium&amp;#039;&amp;#039;, [[Henricus de Segusio]], genannt Hostiensis (um 1200–1271), die &amp;#039;&amp;#039;Summa aurea&amp;#039;&amp;#039;, die als bedeutendste dekretalistische Summe gilt, sowie die &amp;#039;&amp;#039;Commentaria in primum (- quintum) decretalium librum&amp;#039;&amp;#039; zum &amp;#039;&amp;#039;Liber Extra&amp;#039;&amp;#039;, und schließlich [[Johannes Andreae (Rechtsgelehrter)|Johannes Andreae]] (um 1270–1348) die &amp;#039;&amp;#039;Novella&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Commentaria&amp;#039;&amp;#039;) in &amp;#039;&amp;#039;quinque Decretalium libros&amp;#039;&amp;#039;. Er war der letzte und berühmteste Dekretalist der klassischen Kanonistik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;he_1&amp;quot;&amp;gt;So Hersperger. Van de Wouw nennt Johannes de Albenga als Verfasser.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Patrick Hersperger: &amp;#039;&amp;#039;Kirche, Magie und «Aberglaube». Superstitio in der Kanonistik des 12. und 13. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Forschungen zur kirchlichen Rechtsgeschichte und zum Kirchenrecht. Band 31. Böhlau, Köln 2010, ISBN 978-3-412-20397-9.&lt;br /&gt;
* Hans van de Wouw: &amp;#039;&amp;#039;Dekretalisten, Dekretalistik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. Artemis, 1986, Sp. 638–661.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquellenlehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dekretale|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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