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	<title>Deficit spending - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Deficit_spending&amp;diff=49135&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Einwände gegenüber Deficit spending */ Tippfehler entfernt</title>
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		<updated>2025-03-21T15:40:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einwände gegenüber Deficit spending: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter dem [[Anglizismus]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;deficit spending&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{deS|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Defizitfinanzierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}}) wird in der [[Haushaltspolitik|Haushalts-]] und [[Konjunkturpolitik]] eine [[Politik]] verstanden, durch die der [[Staat]] sich (höher) [[Staatsverschuldung|verschuldet]], um dadurch (&amp;#039;&amp;#039;direkt&amp;#039;&amp;#039; durch staatlich vergebene [[Investition]]en, &amp;#039;&amp;#039;indirekt&amp;#039;&amp;#039; durch [[Steuer]]senkungen oder [[Transferleistung]]en) verstärkte [[Gesamtwirtschaftliche Nachfrage|Nachfrage]] zu generieren, wodurch insbesondere während [[Rezession]]en die [[Wirtschaft]] angekurbelt werden soll (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anschubfinanzierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haushaltstechnisch handelt es sich beim „deficit spending“ um einen Überschuss der [[Staatsausgaben]] über die [[Staatseinnahmen]] der [[Öffentlicher Haushalt|öffentlichen Haushalte]] ([[Haushaltsdefizit]]), um im Zustand der [[Unterbeschäftigung]] ([[Arbeitslosigkeit]]) einen [[Nachfrage]]effekt zu erzielen.&amp;lt;ref&amp;gt;Verlag Dr. Th. Gabler (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Gablers Wirtschaftslexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1984, Sp. 994&amp;lt;/ref&amp;gt; Die hierdurch entstehenden [[Staatsschulden]] sollen in idealtypischer Weise in einer [[Expansion (Wirtschaft)|Expansions-]] oder in einer [[Hochkonjunktur]]phase ([[Antizyklische Finanzpolitik|antizyklisch]]) durch [[Haushaltsüberschuss|Haushaltsüberschüsse]] wieder ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Konjunkturtheorie von Keynes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Konjunkturtheorie]] von [[John Maynard Keynes]] kommt es bei einem Rückgang der Investitionen und der [[Kredit]]aufnahme wegen überhöhten [[Realzins]]en wie etwa in einer [[Deflationsspirale|Deflation]] zu einem schweren Einbruch der Güternachfrage.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, [[Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes]], Berlin 1936, S. 95&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn die [[Ersparnis]] muss stets im gleichen Maße wie die Kreditaufnahme sinken, und dies geschieht durch die mit der [[Wirtschaftskrise]] sinkenden Einkommen. Bei Keynes ist die Ersparnis von der Höhe der Einkommen bestimmt, und über die Konjunktur erzwingt der Rückgang der Verschuldung und damit der Ersparnis die entsprechend geringen Einkommen. Dabei sinken die Einkommen wegen der meist niedrigen [[Sparquote]] um ein Vielfaches des Rückgangs der Investitionen und der Verschuldung.&amp;lt;ref&amp;gt;John Maynard Keynes, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1936, S. 101&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Verschuldung des Staates kann die Ersparnis der [[Privathaushalt]]e in genau diesem Umfang zunehmen, und damit steigen die privaten Einkommen entsprechend der Sparquote um ein Vielfaches des Staatsdefizits. Die Sparquote bestimmt den [[Multiplikator (Volkswirtschaft)|Multiplikatoreffekt]] der Staatsverschuldung auf das [[Volkseinkommen]]. Der Rückgang von Investition und Kreditaufnahme ist nach Keynes die Ursache der Krise, und daher soll der Staat sich verschulden, um die Krise zu beenden, bis durch bessere Geschäftsaussichten die private Investition und Verschuldung wieder anspringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Erhöhung der [[Staatsausgaben|staatlichen Nachfrage]] bewirkt einen Anstieg der [[Gesamtwirtschaftliche Nachfrage|Gesamtnachfrage]] und somit einen Anstieg des [[Gesamtwirtschaftliches Angebot|Gesamtangebots]]. Die implizierte Ausweitung der Produktion führt zu einer Erhöhung des Volkseinkommens. Das gestiegene Einkommen führt zu einer höheren Konsumgüternachfrage, was wiederum zu einer höheren [[Produktion]] führt (Multiplikatoreffekt). Auf dem [[Kapitalmarkt]] komme zu einem Zinsanstieg, welcher eine niedrigere Investitionsgüternachfrage impliziert – es komme zu einem sogenannten partiellen &amp;#039;crowding-out&amp;#039;, weil das Modell unterstellt, dass die [[Zentralbank|Notenbank]] das [[Geldangebot]] bei wachsender Wirtschaft nicht erhöhe. Dieser Annahme des Modells hat aber bereits [[John Richard Hicks|John Hicks]], dessen Urheber, von Anfang an widersprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;John Hicks, &amp;#039;&amp;#039;Mr. Keynes and the Classics - A Suggested Interpretation&amp;#039;&amp;#039;, in: Critical Essays, 1967, S. 140&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;John Hicks, &amp;#039;&amp;#039;“IS-LM”: An Explanation Source&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Post Keynesian Economics, Vol. 3, No. 2 (Winter, 1980–1981), pp. 139–154, S. 150&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Richard Ferdinand Kahn]], ein enger Mitarbeiter von Keynes, hatte erstmals 1931 einen Essay zum Multiplikator publiziert und bereits betont, dass das Bankensystem in einer Krise immer in der Lage sei, zusätzlichen Kredit ohne Zinsanstieg und Hemmung der privaten Investition zu schaffen. Dabei wird vorausgesetzt, dass die [[Zentralbank]] einen Anstieg von Beschäftigung und Konjunktur nicht zum Anlass einer restriktiveren Kreditpolitik nimmt, anderenfalls wäre jede Maßnahme für mehr Beschäftigung vergeblich, sogar das Warten auf die Erholung der Weltwirtschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Ferdinand Kahn, &amp;#039;&amp;#039;The Relation of Home Investment to Unemployment&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;Selected Essays on Employment and Growth&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge University Press, Cambridge, 1972, S. 2 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Functional Finance ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept des &amp;#039;&amp;#039;deficit spending&amp;#039;&amp;#039; geht auf Keynes zurück. Allerdings definierte Keynes die Situation des [[Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung]] für die schwere Krisensituation der [[Weltwirtschaftskrise]]. In dieser Zeit propagierte er prominent die Notwendigkeit der staatlichen Konjunkturstimulierung durch eine kreditfinanzierte Erhöhung der Staatsausgaben, etwa in seinem &amp;#039;&amp;#039;Open Letter To President Roosevelt&amp;#039;&amp;#039; (1933). Inwieweit er &amp;#039;&amp;#039;deficit spending&amp;#039;&amp;#039; gegen gewöhnliche Wirtschaftszyklen als empfehlenswert ansah, ist umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Cynthia Clark, &amp;#039;&amp;#039;The American Economy&amp;#039;&amp;#039;, 2011, ISBN 978-1-59884-461-0, S. 126&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der auf [[Abba P. Lerner]] zurückgehenden [[Keynesianismus|neukeynesianistischen]] Theorie der &amp;#039;&amp;#039;functional finance&amp;#039;&amp;#039; soll der Staat durch eine kontinuierliche antizyklische Wirtschaftspolitik den Wirtschaftszyklus begradigen, um bestimmte Ziele einschließlich Vollbeschäftigung zu erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Lerner’s thoughts are attributed to Keynes because textbook writers, wanting to make Keynes’s thinking clear, were immediately drawn to Lerner’s thinking&amp;quot; in: [https://www.econlib.org/library/Enc/bios/Lerner.html www.econlib.org]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein auf diese Theorie zurückgehendes wirtschaftspolitisches Konzept ist beispielsweise die [[Globalsteuerung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwände gegenüber Deficit spending ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritiker werfen dem &amp;#039;&amp;#039;deficit spending&amp;#039;&amp;#039; vor, dass es bestimmte [[Wirtschaftszweig]]e einseitig bevorteile (z.&amp;amp;thinsp;B. die [[Bauwirtschaft]] und die [[Rüstungsindustrie]]), man spricht hier von Strukturblindheit. Außerdem führten hohe [[Staatsausgaben]] zu [[Überschuldung]] und [[Inflation]] bei gleichzeitiger Stagnation ([[Stagflation]]). Zudem berge eine hohe Staatsnachfrage die Gefahr von [[Crowding-out|Verdrängungseffekten]] (in der Literatur ist auch häufig vom &amp;#039;&amp;#039;Crowding-out-Effekt&amp;#039;&amp;#039; die Rede). Durch die steigenden Staatsausgaben würden bei einem als begrenzt vorgestellten Kapitalangebot die Kreditzinsen steigen und nichtstaatliche Investitionen daher verdrängen (wobei es sich hier um einen teilweisen Trugschluss handelt)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Hans Gestrich: [https://www.saldenmechanik.info/files/saldenmechanik/Hans%20GESTRICH%20(1936)%20Neue%20Kreditpolitik%20(Adapt.%20C.G.BRANDSTETTER%202014).pdf &amp;#039;&amp;#039;Neue Kreditpolitik&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 652 kB), Stuttgart und Berlin 1936, S. 61: „Wenn die [[Kredittheorie#Moderne Kredittheorie|moderne Theorie vom Geld- und Kreditwesen]] etwas am Hergebrachten zu korrigieren hat, so ist es eine gewisse rein quantitative Betrachtungsweise, die sich daraus ergibt, daß die traditionelle Theorie sich den Kredit, der zur Verfügung gestellt werden kann, als einen starr begrenzten Vorrat vorstellt. Anhänger dieser Vorstellung können daher in Erstaunen geraten, daß am Höhepunkt einer Konjunktur, wenn die Menge sowohl des Bar- und Notenbankgeldes wie auch des auf Bankkredit beruhenden Giralgeldes stark vermehrt ist, der Zins hoch ist, während er am Ende einer Depression, wo die umlaufenden Barmittel und das Giralgeld durch Rückzahlungen und Konsolidierung verringert ist, der Zins niedrig ist.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wolfgang Stützel: &amp;#039;&amp;#039;Zum Einfluß der öffentlichen Verschuldung auf den Kapitalmarktzins.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Staatsversochuldung Kontrovers.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1981, S. 50 f (siehe auch: [https://www.saldenmechanik.info/index.php/kreditmechanik-der-nettokreditaufnahme-durch-den-staat Auszug]).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine solche Fiskalpolitik könne eine Wirtschaftskrise daher nicht grundlegend bekämpfen. Außerdem konnte in der Vergangenheit ein Abbau des öffentlichen Schuldenstandes in Zeiten besserer Konjunktur so gut wie nie beobachtet werden – günstigstenfalls kam es zu einer geringeren [[Neuverschuldung]]. Erklärungen dafür finden sich u.&amp;amp;nbsp;a. in der [[Neue politische Ökonomie|public choice Theorie]], welche ökonomische Erklärungen für politisches Verhalten aufzeigt. In Verbindung mit dem [[Medianwählertheorem]] erklärt sich, dass Politiker folglich (zumindest offensichtlich erkennbare direkte) Steuererhöhungen vermeiden, um ihre Wiederwahl nicht zu gefährden. Ein weiterer Kritikpunkt sei das Außerachtlassen von Wirkungsverzögerungen ([[Verzögerungseffekt]]) zwischen dem Erfordernis und der Wirkung von [[Fiskalpolitik]]. Eine ursprünglich antizyklisch angelegte Maßnahme könne erst in der nächsten [[Konjunkturphase]] ihre Wirkung entfalten und in der dann vorherrschenden Situation prozyklisch wirken, wobei die Ankündigung konjunkturpolitischer Maßnahmen die Marktstimmung unverzüglich drehen kann, [[Vorsichtsmotiv|Vorsichtskassen]] reduzieren und Investitionstätigkeit anregen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4011279-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klassischer Keynesianismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konjunkturpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsverschuldung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Déficit budgétaire et déficit public]]&lt;br /&gt;
[[hr:Deficitarno financiranje]]&lt;br /&gt;
[[it:Deficit pubblico]]&lt;br /&gt;
[[ja:ケインズ政策]]&lt;br /&gt;
[[pt:Deficit público]]&lt;br /&gt;
[[vi:Kích cầu]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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