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	<title>Dedowschtschina - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dedowschtschina&amp;diff=327064&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DWPEV: /* Andere Armeen und Gesellschaftsgruppen */ Grammatik korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-18T12:20:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Andere Armeen und Gesellschaftsgruppen: &lt;/span&gt; Grammatik korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dedowschtschina&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Russische Sprache|russisch]] дедовщина, „Herrschaft der Großväter“) bezeichnet das in den [[Streitkräfte Russlands|russischen Streitkräften]] und Streitkräften anderer [[Postsowjetische Staaten|postsowjetischer Staaten]] teilweise bis heute übliche [[Schikane|Schikanieren]] jüngerer [[Wehrpflicht|wehrpflichtiger]] Soldaten durch Dienstältere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Das Phänomen der Dedowschtschina lässt sich bis in die [[Russisches Kaiserreich|Zarenzeit]] zurückverfolgen. Es weist offensichtliche Verbindungen zum Straflagersystem in der Zaren- wie Sowjetzeit auf (vgl. [[Katorga]], [[Gulag]]) und griff seit den 1970er Jahren in den [[Rote Armee|sowjetischen Streitkräften]] immer weiter um sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei handelt es sich nicht um klassische [[Initiation]]sriten, wie sie häufig bei der Aufnahme in geschlossene Gemeinschaften üblich sind (vgl. [[Bizutage]]), sondern um kontinuierliche Praktiken über einen längeren Zeitraum hinweg. Ihr Unterworfene haben die Arbeiten der „Großväter“ wie Revierreinigen, militärfremder Arbeitseinsatz usw. zu erledigen, ihnen werden außerdem der Sold und Zuwendungen Angehöriger abgenommen. Ein beleidigender Umgangston ist selbstverständlich und psychische Quälereien treten hinzu. Die Schikanen erreichen mit Körperverletzungen und Morden nicht selten ein schwer [[Kriminalität|kriminelles]] Ausmaß. Die Dedowschtschina ist häufig die Ursache für ein  [[Unerlaubte Entfernung (Militär)|unerlaubtes Entfernen von der Truppe]] bis zu [[Suizid|Selbstmorden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] stationierten [[Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland]] wurde das mit der Dedowschtschina zusammenhängende Entfernen von der Truppe mit drakonischen Strafen belegt. Die Flüchtigen wurden häufig mit Hunden verfolgt. Viele kamen bei den verzweifelten Fluchtversuchen ums Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis über die Mitte der 1980er Jahre hinaus galt das Phänomen in der [[Sowjetunion]] als [[Tabu]]thema, erst die sogenannte [[Glasnost]] unter Staats- und Parteichef [[Michail Sergejewitsch Gorbatschow|Gorbatschow]] trug dazu bei, dass eine breite Öffentlichkeit Notiz davon nehmen konnte. Aber schon zuvor hatte die durch Erzählungen und Gerüchte latent berüchtigte Dedowschtschina dazu beigetragen, eine über das normale Ausmaß in anderen Ländern weit hinausgehende Abneigung gegen den Militärdienst zu erzeugen. Um die Zeit des [[Zerfall der Sowjetunion|Zerfalls der Sowjetunion]] trug es zu einer regelrechten Revolte von Wehrpflichtigen mit massenhafter Dienstentziehung bei. Weiterhin versuchen viele Betroffene, sich auch mit Hilfe von [[Korruption]], also der Zahlung hoher Bestechungsgelder an Verantwortliche wie z.&amp;amp;nbsp;B. Rekrutierungsoffiziere, der Einberufung zu entziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes Jahr werden Soldaten als Invaliden aufgrund von Misshandlungen, [[Vergewaltigung]]en und psychischen Peinigungen aus der russischen Armee entlassen. Nach Angaben des [[Verteidigungsministerium der Russischen Föderation|Verteidigungsministeriums]] gab es im Jahr 2010 bis Anfang September mehr als 1700 Dedowschtschina-Opfer.&amp;lt;ref name=spiegel1&amp;gt;[https://www.spiegel.de/panorama/justiz/russlands-armee-die-machen-mich-hier-zum-krueppel-a-717694.html &amp;#039;&amp;#039;Russlands Armee – „Die machen mich hier zum Krüppel“&amp;#039;&amp;#039;.] [[Spiegel Online]], 20. September 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2005 starben 16 Soldaten an den Folgen von Misshandlungen, 276 begingen nach Quälereien und Erniedrigungen durch Vorgesetzte [[Suizid]],&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1912566,00.html Das Faustrecht regiert in der russischen Armee], bei Deutsche Welle, 23. Februar 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; andere Quellen sprechen von über 500 Opfern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2023-12 |url=http://de.rian.ru/analysis/20060127/43221893-print.html |text=de.rian.ru |archivebot=2023-12-10 03:59:16 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ungeklärt ist, weshalb manchen Opfern vor der Überstellung zur Beerdigung innere Organe entfernt wurden. Angehörige vermuten, dass diese in den [[Organhandel]] gelangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;spiegel1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Form von teils tödlichen Exzessen soll auch im Einsatz wie dem Ukrainekrieg innerhalb der russischen Streitkräfte, insbesondere durch rekrutierte Straftäter, weiter ausgelebt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_100351202/ukraine-krieg-russische-soldaten-foltern-morden-und-haengen-kameraden.html Grausame Zustände an der Front Russische Soldaten misshandeln und töten sich wohl gegenseitig]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Aufarbeitung der Fälle und damit für die Durchsetzung der [[Menschenrechte in Russland]] tritt hier vor allem die [[Union der Komitees der Soldatenmütter Russlands|Union der Komitees der Soldatenmütter]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medial bekannt gewordene Fälle ==&lt;br /&gt;
Im Jahr 2006 wurde der Fall des damals 19-jährigen Wehrpflichtigen [[Andrei Sergejewitsch Sytschow|Andrei Sytschow]] auch außerhalb Russlands bekannt. Dieser wurde von Vorgesetzten so schwer misshandelt, dass ihm beide Beine, die Genitalien und Teile der rechten Hand amputiert werden mussten. Gegen zwölf ehemalige Vorgesetzte wurde Anklage erhoben.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Quiring: [https://www.welt.de/print-welt/article193709/Hier-liegt-ein-kleiner-Soldat-ohne-Beine.html &amp;#039;&amp;#039;„Hier liegt ein kleiner Soldat ohne Beine“&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Welt]]&amp;#039;&amp;#039;,  27. Januar 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;O. Bilger: [https://www.sueddeutsche.de/politik/gewalt-in-russlands-armee-die-herrschaft-der-grausamen-grossvaeter-1.537700 &amp;#039;&amp;#039;Die Herrschaft der grausamen Großväter&amp;#039;&amp;#039;.] In: [[Süddeutsche Zeitung]], 11. November 2008; abgerufen am 14. Juli 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein [[Sanitätsoffizier|Militärarzt]] äußerte als Zeuge der Verteidigung, dass Sytschow sich mehrere Monate vor dem Vorfall eine [[Sepsis|Blutvergiftung]] zugezogen haben könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Steven Lee Myers |url=http://www.nytimes.com/2006/08/13/world/europe/13hazing.html |titel=Hazing Trial Bares Dark Side of Russia&amp;#039;s Military |werk=[[The New York Times]] |datum=2006-08-11 |sprache=en |abruf=2009-07-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.berliner-zeitung.de/archiv/in-moskau-laeuft-der-prozess-gegen-zwoelf-offiziere--die-den-rekruten-andrej-sytschow-misshandelt-haben-sollen--das-militaer-versucht--das-verfahren-niederzuschlagen---mit-allen-mitteln-das-doppelte-opfer,10810590,10411510.html &amp;#039;&amp;#039;Das doppelte Opfer&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Berliner Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 16. August 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2145973,00.html Mediziner-Streit um Ursachen der Verstümmelungen eines russischen Soldaten], bei [[Deutsche Welle]], 24. August 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 26. September 2006 verurteilte das [[Militärgericht|Garnisonsgericht]] in [[Tscheljabinsk]] den Hauptangeklagten zu vier Jahren Haft und erkannte ihm für drei Jahre den Dienstgrad als Unteroffizier ab. Zwei weitere angeklagte Soldaten erhielten eine Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren auf Bewährung.&amp;lt;ref&amp;gt;Aksim Bereschnow: [http://www.dw-world.de/dw/article/0,,2188483,00.html Russland: Urteil im Misshandlungsfall Sytschow], bei [[Deutsche Welle]], 26. September 2006; abgerufen am 14. Juli 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019 erregte der Fall von Ramil Schamsutdinow Aufsehen. Aus Angst vor Dedowschtschina erschoss der [[Rekrut]] in seiner Kaserne bei [[Tschita]] acht Kameraden und verletzte zwei schwer.&amp;lt;ref&amp;gt;Inna Hartwich: &amp;#039;&amp;#039;„Großväter“ als Folterknechte.&amp;#039;&amp;#039; In: Stuttgarter Zeitung Nr. 265, 15. November 2019, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Andere Armeen und Gesellschaftsgruppen ==&lt;br /&gt;
Diese Form von Misshandlungen durch Kameraden und Vorgesetzte kommt nicht nur in der russischen Armee vor, sondern auch in den Streitkräften anderer Länder, ist dort allerdings nicht ansatzweise so stark ausgeprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Nationale Volksarmee|NVA]] gab es die ebenfalls mit bedenklichen Auswüchsen verbundene [[Entlassungskandidat|EK-Bewegung]]. Auch in der [[Bundeswehr]] kam und kommt es, wenn auch nicht systematisch, sowohl zu Initiationsriten als auch zu länger andauernden Formen von [[Mobbing]]. Sie sind in einigen Truppenteilen unter dem Namen [[Liste der Luftlandeverbände der Bundeswehr#Ausbildungskompanien|Heiliger Geist]] bekannt. Dazu gehören die Aufnahmerituale in das Unteroffizierkorps mit der Unteroffizierfeier und solchen in Teileinheiten mit besonderer Dienstbelastung, so wie bei einem der [[Hochgebirgsjägerzug|Hochgebirgszüge]]. Diese werden teilweise, aber nicht immer von den Vorgesetzten unterbunden, soweit sie bekannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bizutage]] ist ein in [[Frankreich]] und den frankophonen Ländern lokal unterschiedlich ausgestalteter Initiationsritus im Ober- und Hochschulmilieu, die bis in die jüngste Vergangenheit häufig die Grenze zu kriminellen Handlungen wie Misshandlung, Demütigung, z.&amp;amp;nbsp;T. auch die zu [[sexuelle Nötigung|sexuellen Übergriffen]] sowie manchmal zur [[Schutzgelderpressung]] überschritten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Türkisches Heer|türkischen Armee]] kommt es ebenfalls häufiger zu Todesfällen durch Misshandlungen durch Kameraden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.t-online.de/tv/news/id_63256234/soldaten-brechen-ihr-schweigen.html |wayback=20150105133717 |text=t-online.de/tv/news }} Soldaten brechen ihr Schweigen{{Abrufdatum |1=2024-04-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[Streitkräfte der Vereinigten Staaten|Streitkräften der Vereinigten Staaten]] kommt es, teilweise auf Befehl von Vorgesetzten zum sogenannten [[hazing]], dieses dient der Bestrafung oder dem Antreiben zu höherer Leistung. Im englischen Sprachraum wird der Begriff allgemein für derartige Misshandlungen und Initiationsriten, unter anderem auch in [[Studentenverbindung|Studentenverbindungen]] verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Charlotte Kröger, Venema Nynke, Eva van Baarle |url=https://utppublishing.com/doi/10.3138/jmvfh-2023-0016 |titel=Hazing in the military: a scoping review |werk=University of Toronto Press |datum=2023-10-06 |sprache=en |abruf=2025-12-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Françoise Daucé, Elisabeth Sieca-Kozlowski: &amp;#039;&amp;#039;Dedovshchina in the Post-Soviet Military: Hazing of Russian Army Conscripts in a Comparative Perspective.&amp;#039;&amp;#039; (Vorwort von Dale Herspring) Reihe Soviet &amp;amp; Post-Soviet Politics &amp;amp; Society Nr. 28, Ibidem-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89821-616-0.&lt;br /&gt;
* [http://www.pipss.org/sommaire190.html Themenheft The Journal of Power Institutions in Post-Soviet States. Nr. 1, 2004.]&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/2004/43/Russland2 &amp;#039;&amp;#039;Das verrohte Land&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 43/2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://hrw.org/reports/2004/russia1004/ &amp;#039;&amp;#039;The Wrongs of Passage. Inhuman and Degrading Treatment of New Recruits in the Russian Armed Forces&amp;#039;&amp;#039;.] [[Human Rights Watch]], 19. Oktober 2004, 86 Seiten&lt;br /&gt;
* [https://hrw.org/german/docs/2004/10/20/russia9527.htm &amp;#039;&amp;#039;Russland: Systematisches „Schikanieren“ ist ernsthafte Misshandlung&amp;#039;&amp;#039;.] [[Human Rights Watch]], 19. Oktober 2004&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Menschenrechte in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militär (Russland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fachbegriff (Militärwesen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärisches Brauchtum und Ritual]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DWPEV</name></author>
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