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	<title>Dedomestikation - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dedomestikation&amp;diff=44497&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Minoo: link</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dedomestikation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Entdomestizierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, vulgo &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verwildern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, versteht man die Umkehrung der Haustierwerdung ([[Domestizierung|Domestikation]]), das Entstehen einer sogenannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pariaform&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; aus [[Haustier]]en. Sie steht der [[Wildform]] gegenüber, welche ausschließlich nicht vom Menschen domestizierte Tiere bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Dedomestikation wird das Verwildern durch [[natürliche Selektion]] bewirkt. Ein anderer Vorgang ist die gezielte Heranführung von Haustieren an ihre Wildformen durch menschliche Zucht ([[Abbildzüchtung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgang ==&lt;br /&gt;
Während in der Natur die Tiere überleben und sich fortpflanzen, die an die dort herrschenden Umweltbedingungen gut angepasst sind, wählt der Mensch im Zuge der Domestizierung gezielt besonders umgängliche, besonders auffällige oder besonders ertragreiche Tiere zur [[Zucht]]. Somit unterscheiden sich die Selektionsbedingungen in der Natur und in der Obhut des Menschen, weshalb sich Tiere in der Domestikation in Bezug auf Erscheinungsbild, Verhalten und [[Genetik]] verändern. Zur Dedomestikation kommt es, wenn eine Population von Haustieren die menschliche Obhut verlässt und fortan der [[Natürliche Selektion|natürlichen Selektion]] ausgesetzt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun sind vom Menschen bevorzugte Merkmale, wie etwa Umgänglichkeit, besondere Farbvariationen, Produktivität bzgl. [[Fleisch]] oder [[Milch]], extravagante körperliche Merkmale usw. bedeutungslos oder hinderlich und werden durch [[Raubtiere|Raubtierdruck]] und Nahrungskargheit, die Energiesparsamkeit erfordert, ausselektiert. Einen Vorteil haben jene [[Individuum|Individuen]], welche Flucht-, Verteidigungs- oder Jagdverhalten zeigen, eine unauffällige [[Tarnung (Biologie)|Tarnfarbe]] oder einen sparsamen Körperbau haben. Vorausgesetzt, Exemplare mit solchen [[Allel]]en sind in der freilebenden [[Population (Biologie)|Haustierpopulation]] noch vorhanden, setzen sich diese mehr oder minder rasch durch, und nach einer von Generationsdauer und Selektionsdruck abhängigen Zeitspanne stabilisiert sich eine Pariaform, welche an die jeweiligen Lebensbedingungen angepasst ist. Durch Dedomestikation entsteht nicht automatisch eine Population, die der ehemaligen Wildform des Haustieres entspricht. Nicht alle Merkmale der Wildform sind in der sich selbst überlassenen Haustierpopulation vorhanden oder können rückentwickelt werden, und auch einige Merkmale, die nach der Domestikation auftraten, müssen sich nicht unbedingt [[Fitness (Biologie)|Fitness]]-reduzierend auswirken. Verwilderte Haushunde etwa werden daher nicht zwingend zu „Wölfen“, wie das Beispiel der [[Dingo]]s oder der [[Carolina Dog]]s zeigt. Auch ist im Falle von Großtieren eine Tarnfarbe nicht unbedingt direkt lebensnotwendig, weshalb verwilderte [[Huftier]]populationen mitunter farblich sehr heterogen sein können und auch die haustiertypische gescheckte Zeichnung aufweisen können (etwa [[Mustang (Pferd)|Mustangs]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Es gibt eine Vielzahl an Beispielen für Dedomestikation, hauptsächlich bei [[Säugetiere]]n. Entweder handelt es sich um Haustiere, die versehentlich entkamen und verwilderten, oder sie wurden bewusst ausgesetzt – etwa zu [[Jagd]]- oder [[Naturschutz]]zwecken. Das Verwildern von Heimtieren ist mitunter ökologisch problematisch, da z.&amp;amp;nbsp;B. wilde [[Hauskatze]]n&amp;lt;ref&amp;gt;Haseder, S. 836.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Reinerbigkeit und die Verfügbarkeit von Lebensraum der europäischen [[Wildkatze]] bedrohen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wilde Kaninchen ===&lt;br /&gt;
Das [[Wildkaninchen]], &amp;#039;&amp;#039;Oryctolagus cuniculus&amp;#039;&amp;#039;, kam ursprünglich großteils nur auf der Iberischen Halbinsel vor, wurde jedoch im Verlauf der Antike und des Mittelalters in verschiedenen Regionen Europas eingeführt. Hauskaninchen wurden weiterhin in [[Australien]], [[Neuseeland]], [[Südafrika]] und [[Nordamerika|Nord-]] und [[Südamerika]] ausgesetzt, wo sie einen der Wildform sehr ähnlichen [[Phänotyp]] entwickelten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mustangs und andere verwilderte Hauspferde ===&lt;br /&gt;
In der [[Great Plains|nordamerikanischen Prärie]] sind [[Mustang (Pferd)|Mustang]]s seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Es handelt sich um Nachkommen von europäischen [[Hauspferd]]en, die entkamen und  verwilderten. Mustangs sind kleine, zähe, kompakte Ponys, die zwischen 140 und 150 cm [[Stockmaß]] erreichen. Sie sind sehr genügsam und haben einen hartnäckigen und unabhängigen Charakter. Zu ihrem [[Exterieur (Pferd)|Exterieur]] (Erscheinungsbild) zählen harte und kleine Hufe, ein stabiles Fundament, [[Ramskopf]], ein tiefangesetzter Hals, wenig [[Widerrist]] sowie ein kräftiger Rücken mit abfallender [[Kruppe]]. Die Fellfarben und -zeichnungen der Mustangs sind sehr heterogen und unterscheiden sich nicht von denen der meisten anderen Hauspferdrassen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in Europa gibt es wildlebende Hauspferde verschiedener Rassen und in verschiedenen Regionen. Beispiele für diese sind etwa die [[Exmoor-Pony]]s im [[Exmoor-Nationalpark]], [[Pottok-Pony|Pottoks]] im [[Baskenland]], [[Retuerta-Pferd|Retuerta]] im [[Nationalpark Coto de Doñana]], [[Konik]]s in [[Oostvaardersplassen]], [[Giarapony]] in manchen Regionen [[Sardinien]]s und einige weitere.&amp;lt;ref&amp;gt;Leo Linnartz, Renée Meissner: &amp;#039;&amp;#039;Rewilding horses in Europe. Background and guidelines – a living document.&amp;#039;&amp;#039; Publication by Rewilding Europe, Nijmegen (NL) 2014, ISBN 978-90-822514-1-8 [https://www.ark.eu/sites/default/files/media/Rewilding%20Europe/Rewilding-horses-in-Europe-2014.pdf PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei halbwild gehaltenen Hauspferden ist zu beobachten, dass sie, im Gegensatz zu anderen Weidetieren, in ihrem Wesen nicht leicht verwildern. Anders als [[Przewalski-Pferd]]e sind halbwild gehaltene Hauspferde meist ebenso umgänglich wie Pferde aus üblicher Haltung.&amp;lt;ref name= &amp;quot;Weiden&amp;quot;&amp;gt;Bunzel-Drüke, Finck, Kämmer, Luick, Reisinger, Riecken, Riedl, Scharf &amp;amp; Zimball: &amp;#039;&amp;#039;Wilde Weiden: Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wildlebende Hausrinder ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Chillinghamherd.jpg|miniatur|hochkant=1.5|rechts| Die Chillingham-Rinder leben seit Jahrhunderten ohne wesentlichen Einfluss des Menschen]]&lt;br /&gt;
Es gibt eine Vielzahl an wildlebenden [[Hausrind]]erpopulationen. So etwa die [[Monstrenca]]-Rinder im [[Nationalpark Coto de Doñana]], die [[Betizu]] und die [[Divjaka-Rind]]er in Spanien und wilde [[Camargue-Rind]]er&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert F. Schloeth]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Sozialleben des Camargue-Rindes. Qualitative und quantitative Untersuchungen über die sozialen Beziehungen – insbesondere die soziale Rangordnung – des halbwilden französischen Kampfrindes&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1959.&amp;lt;/ref&amp;gt; in Südfrankreich. Weiter existieren wilde Hausrinderpopulationen auf Inseln nahe Neuseeland, den [[Falklandinseln]] und auch auf den [[Seychellen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Cis van Vuure: &amp;#039;&amp;#039;Retracing the Aurochs - History, Morphology and Ecology of an extinct wild Ox.&amp;#039;&amp;#039; 2005, ISBN 954-642-235-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Portugal existieren in Gebirgsregionen verwilderte Herden der Primitivrasse [[Maronesa]]. Von den [[Texanisches Longhorn|Texas-Longhorn-Rindern]] gibt es u.&amp;amp;nbsp;a. eine wilde Population im [[Wichita Mountains Wildlife Refuge]]. Die heute sehr seltenen [[Chillingham-Rind]]er grasen seit mehreren Jahrhunderten wild und ohne nennenswerten menschlichen Einfluss in [[Northumberland]] in [[England]]. Seit 1992 leben [[Heckrind]]er in [[Oostvaardersplassen]] ohne Zufütterung im Winter oder Bestandskontrolle. Geschossen werden die Tiere nur, wenn sie stark geschwächt sind, um vermeidbares Leid zu verhindern.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Weiden&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausnahme etwa der Chillingham-Rinder, Betizuaks, Maronesa oder Camargue-Rinder sind die meisten verwilderten Hausrinder hinsichtlich Fellfarbe oder Hornform sehr heterogen, da meist Jagddruck von Raubtieren fehlt. Man hat festgestellt, dass Rinder vom Verhalten her sehr leicht verwildern. Es genügen wenige Wochen außerhalb menschlicher Obhut, bis Rinder wieder ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Weiden&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwilderte Haushunde ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dingo Front.JPG|miniatur|rechts|Wildlebende unvermischte Dingos sind dedomestizierte [[Haushund]]e Australiens]]&lt;br /&gt;
[[Dingo]]s stammen von bereits vor Jahrtausenden in Australien verwilderten, ursprünglichen [[Haushund]]en der Ureinwohner ab und haben sich zu einer homogenen, an ihren Lebensraum angepassten Pariaform entwickelt, welche derzeit durch Vermischung mit anderen Haushunden bedroht ist. Die Biologie dieser dedomestizierten Haushunde ist gut erforscht. Dingos fungieren seit Jahrtausenden als „neue“ größere Raubtiere Australiens, sie besetzten eine Nische, die durch das Verschwinden von Raubbeutlern wie dem [[Beutellöwen]] oder dem [[Beutelwolf]] frei wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer [[Pariahund]] ist der [[Carolina Dog]] im Südosten der Vereinigten Staaten, welcher erst seit relativ kurzer Zeit bekannt und dem Dingo nicht unähnlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwilderte Hausschweine ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Wild Pig KSC02pd0873.jpg|miniatur|Razorbacks sind dedomestizierte Hausschweine in Nordamerika]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nordamerika existiert eine seit dem 16. Jahrhundert bekannte Population von verwilderten [[Hausschwein]]en, die sogenannten [[Razorback]]s. Diese haben durch natürliche Selektion durchaus Ähnlichkeit mit dem eurasischen [[Wildschwein]] erworben, von dem sie als Hausschweine abstammen. Teilweise haben sich Razorbacks jedoch auch mit eingeführten Wildschweinen vermischt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europäischer Mufflon ===&lt;br /&gt;
Die westlichsten Populationen des [[Mufflon]]s sind frühestens vor 5000 Jahren auf dem europäischen Kontinent nachgewiesen. Merkmale wie das verkleinerte Hirnvolumen und der hohe Anteil an hornlosen Weibchen beim [[Europäischer Mufflon|europäischen Mufflon]] lassen vermuten, dass es sich bei diesem nicht um ein echtes Wildtier, sondern um Nachkommen verwilderter, ursprünglicher [[Hausschaf]]e handelt. Demnach wäre der europäische Mufflon eine Pariaform. Zudem wurden immer wieder verschiedene ursprüngliche Hausschafe in die europäische Mufflon-Population eingebracht, weshalb sich diese mitunter von Region zu Region unterscheiden kann.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Weiden&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwilderte Haustauben ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Wohlgenährte Stadttauben.jpg|miniatur|rechts|Stadttauben]]&lt;br /&gt;
[[Haustaube]]n sind domestizierte [[Felsentaube]]n, die [[Stadttaube]] ist wiederum eine verwilderte Form der Haustaube. Sie sind in ihrem Aussehen keineswegs homogen. Es gibt zahlreiche Tiere, die große Ähnlichkeiten zur Wildform haben. Diese besitzen ein blaugraues Federkleid mit zwei fast schwarzen Streifen (fachsprachlich „blau mit schwarzen Binden“) oder vielen kleinen dunklen Flecken auf dem Flügel (fachsprachlich blaugehämmert), daneben gibt es jedoch genauso aschrote (fachsprachlich „rotfahl“), Tiere mit kleineren oder größeren weißen Flecken im ansonsten farbigen Federkleid oder auch schwarzweiß gescheckte [[Polymorphismus|Farbmorphen]]. Als [[Kulturfolger]] kommen sie auf fast allen Erdteilen vor und bevorzugen hauptsächlich [[Stadt|Städte]] als Lebensraum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
*  [[Ilse Haseder]], [[Gerhard Stinglwagner]]: &amp;#039;&amp;#039;Knaurs Großes Jagdlexikon&amp;#039;&amp;#039;, Weltbild, Augsburg 2000, Stichwort: Verwilderung, ISBN 3-8289-1579-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Feral animals}}&lt;br /&gt;
* [https://content.time.com/time/health/article/0,8599,1961918,00.html Stephan Faris: Aurochs Project Aims to Breed Extinct Ancient Cattle. Artikel Time Magazine, 12. Februar 2010]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierzucht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evolution]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Minoo</name></author>
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