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	<title>Debitismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T01:25:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Debitismus&amp;diff=52833&amp;oldid=prev</id>
		<title>2A00:1F:2403:5C01:49E6:6FE0:D4DE:7373: /* Theorie */ Formulierungskorrektur</title>
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		<updated>2024-12-02T13:40:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Theorie: &lt;/span&gt; Formulierungskorrektur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Debitismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine von [[Paul C. Martin (Wirtschaftswissenschaftler)|Paul C. Martin]] begründete Wirtschaftstheorie, die annimmt, dass [[Geld]] statt als [[Zahlungsmittel|Tauschmittelgut]] als übertragbares [[Schuldverhältnis]] (Kredit) und damit als Verpflichtung definiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin verwendet den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Debitismus&amp;#039;&amp;#039; zum ersten Mal 1983 in seinem Buch „Wann kommt der Staatsbankrott“ (Langen-Müller/Herbig). Er greift dabei frühe, im [[Postkeynesianismus]] wurzelnde Arbeiten der Bremer Professoren [[Gunnar Heinsohn]] und [[Otto Steiger (Wirtschaftswissenschaftler)|Otto Steiger]] auf&amp;lt;ref&amp;gt;Heinsohn, G./Steiger, O. (1981): Geld, Produktivität und Unsicherheit in Kapitalismus und Sozialismus oder von den Lollarden Wat Tylers zur Solidarität Lech Walesas. Leviathan 9, 1981, S. 164–194; Heinsohn, G.: Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft. Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1984&amp;lt;/ref&amp;gt; und entwickelt deren Vorstellungen weiter zu einem Modell, in dem kapitalistisches Wirtschaften in Analogie zu einem [[Schneeballsystem]] beschrieben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin, Paul C.: Der Kapitalismus - ein System, das funktioniert. Frankfurt/M.: Ullstein 1990, S. 17, 69&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der etablierten akademischen [[Wirtschaftswissenschaft]] wird der Debitismus nicht zur Kenntnis genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theorie ==&lt;br /&gt;
Der Debitismus betrachtet die [[Volkswirtschaft]] nicht als Summe von [[Tausch]]geschäften, wie es in der [[Neoklassische Theorie|neoklassischen Theorie]] formuliert wird, sondern als Summe von [[Schulden|Schuldverhältnissen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kern des Modells steht eine Beschreibung des Vorgangs der [[Geldschöpfung]] im heutigen zweistufigen Bankensystem zwischen [[Geschäftsbank]] und [[Zentralbank]].&amp;lt;ref&amp;gt;Enghofer, Stuart&amp;amp;Knospe, Manuel:  {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Verschuldung, Geld und Zins - grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie&amp;#039;&amp;#039; |url=http://eigentumsoekonomik.de/docs/AP-2-Enghofer-Knospe-formatiert.pdf |wayback=20071009010852   }}, [[Universität Bayreuth]] am Lehrstuhl für Institutionenökonomik, Arbeitspapier No. 2, 2005, S. 8–33 (PDF; 816&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ausformulierte Debitismus nennt heute vier Gruppen von Schuldverhältnissen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Die „Urschuld“ (oder „Subsistenzpflicht“) bezeichnet die Pflicht des Einzelnen, zur [[Selbsterhaltung]] zu [[Konsum (Volkswirtschaft)|konsumieren]]. Sie kann durch [[Produktion]] und anschließendem Selbstverbrauch des Produzierten getilgt werden. Die Urschuld entspricht den vom [[Marxismus]] definierten &amp;#039;&amp;#039;Reproduktionskosten der Arbeiterklasse&amp;#039;&amp;#039;, während die neoklassische Theorie keinen notwendigen Mindestkonsum des Einzelnen definiert.&lt;br /&gt;
# Die „religiöse Schuld“ bezeichnet die Pflicht des Einzelnen, Zahlungen an seine Religionsgemeinschaft zu entrichten. Sie wird durch [[Opfer (Religion)|Opfer]] bzw. Abgaben an religiöse Instanzen getilgt. Der [[Zehnt]] gehört zu den ältesten Formen einer religiösen Schuld und wird derzeit in Deutschland in abgewandelter Form parallel zum staatlichen Steuersystem von den christlichen Kirchen erhoben. Bei Nichterfüllung erfolgt soziale Ächtung bzw. eine moralische Verurteilung. Im Islam gibt es mit der „[[Zakat]]“ eine ähnliche Abgabenverpflichtung.&lt;br /&gt;
# Die „[[Kontrakt]]schuld“ bezeichnet die vertraglich festgelegte Schuld zwischen kontraktfähigen natürlichen oder juristischen Personen nach Abschluss eines entsprechenden Schuldvertrages, der [[Leistung (Recht)|Leistung]] und [[Gegenleistung]], [[Termin]] sowie [[Sanktion]] bei Nichterfüllung beinhalten muss (siehe auch: [[Arbeitsteilung]]). Die [[Zwangsvollstreckung|Vollstreckung]] einer Kontraktschuld resultierte in früheren Jahrhunderten oft im ökonomischen und sozialen Ruin des Schuldners.&lt;br /&gt;
# Die „Abgabenschuld“ bezeichnet die vom jeweiligen Machthaber ([[Herrscher]], [[Staat]]) festgesetzte und mit ausgeübtem oder angedrohtem Gewalteinsatz („coercive power“) eingeforderte Abgabenlast des Einzelnen. Die Einführung eines [[Staatliches Gewaltmonopol|staatlichen Gewaltmonopols]] ist Voraussetzung für die Erhebung einer Abgabenschuld. Das geforderte Abgabengut (in Japan war es [[Reis]], in Westeuropa war es gemäß [[Bullionismus|bullionistischer]] Auffassung [[Gold]] und [[Silber]]) gilt als gesetzliches [[Zahlungsmittel]], das auch zur Tilgung aller anderen Schuldverhältnisse verwendet werden kann. Die Abgabenschuld begründet nach debitistischer Auffassung den Zwang des Einzelnen, seine selbsterzeugten Güter oder seine Arbeitskraft auf [[Markt|Märkten]] anzubieten, um Zahlungsmittel zur Tilgung seiner Abgabenschuld zu erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte und Systematik der [[Steuer]]n und [[Öffentliche Abgaben|Abgaben]] ist ein Schwerpunkt der debitistischen Forschung. Nach debitistischer Auffassung liegt der Ursprung der Steuern im [[Tribut]] unterworfener Völker, der nach Übernahme der Tributgebiete bzw. Einbeziehung der Tributpflichtigen in das ursprüngliche Machtareal zur Steuer umgewandelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz des staatlichen Gewaltmonopols ([[Gesetz]]e, [[Gericht]]e, [[Polizei]]) ist andererseits auch unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren einer Marktwirtschaft und begründet das [[Eigentum]] als staatlich garantiertes [[Besitz]]recht. Zur Finanzierung seiner [[Macht]]ausübung muss der Staat sich nach debitistischer Auffassung im Vorgriff auf künftige Abgabenschulden („[[Staatsverschuldung|Staatsschulden]]“) verschulden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Bezahlung der vom Machthaber festgesetzten Steuern und Abgaben müssen auch die [[Bürger]] private Schulden aufnehmen. Der Zeitunterschied zwischen dem (frühen) Steuertermin des Bürgers und dem (späten) Zeitpunkt seines Einkommens erklärt und rechtfertigt für Paul C. Martin die Erhebung von [[Zins]]en. Dadurch beginnt eine Schuldenspirale, die nur durch periodische [[Wirtschaftskrise]]n und damit verbundene [[Revolution]]en unterbrochen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausgezögert werden solche Krisen dadurch, dass die modernen Staaten ihre Besteuerungsbasis durch [[Privatisierung]] immer weiterer Bereiche (in den [[USA]] z.&amp;amp;nbsp;B. sogar die [[Gefängnis]]se) ständig ausweiten. Das Element der Androhung staatlicher [[Gewalt]] bei Nichterfüllung der Abgabenforderungen nimmt demgegenüber stark ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Debitismus lehnt das neoklassische, auf dem Konzept des [[Tausch]]s basierende Modell sowie sämtliche daraus entwickelten makroökonomischen Modelle, z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Quantitätsformel]] mitsamt der [[Umlaufgeschwindigkeit des Geldes]], ab. Stattdessen werden Wirtschaftstransaktionen als Schuldenaufnahme bzw. [[Tilgung (Geldverkehr)|Schuldentilgung]] [[Bilanzierung|bilanziert]] (insbesondere Verbindlichkeiten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen), denen eine entsprechende Guthabenbildung bzw. Guthabenvernichtung gegenübersteht. Geld dient in erster Linie dem Bezahlen von Schulden. Der Begriff [[Zeit]] spielt in der debitistischen Theorie eine sehr wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die im Einklang mit der bankbetriebswirtschaftlichen Realität stehende Konzeptualisierung von Geld als Schuldverhältnis oder Kredit ist nicht neu. Angefangen mit dem merkantilistischen Ökonomen [[James Steuart-Denham, 7. Baronet|James Steuart]] gab es in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften eine Reihe von Ökonomen, die diese Auffassung vertreten haben&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Überblick findet sich in der Dissertation von Charlotte Bruun: &amp;quot;Logical Structures and Algorithmic Behavior in a Credit Economy&amp;quot; [https://web.archive.org/web/20110927023111/http://personer.samf.aau.dk/charlotte-bruun/downloads/working-papers/] Kapitel 1 [https://web.archive.org/web/20111226085406/http://personer.samf.aau.dk/fileadmin/freesite/users/19/forskning/phd/chap1.pdf] und 2: &amp;quot;The Nature of Money&amp;quot; und &amp;quot;The Development of the Theory of Credit&amp;quot; [https://web.archive.org/web/20111226085413/http://personer.samf.aau.dk/fileadmin/freesite/users/19/forskning/phd/chap2.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als weitere Autoren, die Geld als Schuldverhältnis sehen, wären hier noch [[Mitchell Innes]]&amp;lt;ref&amp;gt;Mitchell Innes (1913): &amp;quot;What Is Money?&amp;quot;[http://www.ces.org.za/docs/what%20is%20money.htm]; Mitchell Innes (1913): &amp;quot;The Credit Theory of Money&amp;quot;[http://www.ces.org.za/docs/The%20Credit%20Theoriy%20of%20Money.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Johann Philipp von Bethmann]] zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gunnar Heinsohn (1984): „Privateigentum, Patriarchat, Geldwirtschaft. Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike.“ Frankfurt/M.: Suhrkamp, ISBN 3-518-28055-4&lt;br /&gt;
* Gunnar Heinsohn, Otto Steiger (2006): „Eigentum, Zins und Geld“. 4. durchges. Aufl. Metropolis, ISBN 3-89518-587-6&lt;br /&gt;
* Paul C. Martin (1987): „Kapitalismus - ein System, das funktioniert“. Berlin: Ullstein, ISBN 3-548-34629-4, in Auszügen auch als [http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Der-Kapitalismus.pdf PDF-Datei]&lt;br /&gt;
* Paul C. Martin (1998): „Die Krisenschaukel“. ISBN 3-7844-7389-X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Paul C. Martin: [https://web.archive.org/web/20100821194655/http://www.youblisher.com/files/publications/1/978/pdf.pdf Macht, der Staat und die Institution des Eigentums] (PDF; 82&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Charlotte Bruun: [https://web.archive.org/web/20110927023111/http://personer.samf.aau.dk/charlotte-bruun/downloads/working-papers/ Logical Structures and Algorithmic Behavior in a Credit Economy]&lt;br /&gt;
* Stuart Enghofer, Manuel Knospe: [https://web.archive.org/web/20071009010852/http://eigentumsoekonomik.de/docs/AP-2-Enghofer-Knospe-formatiert.pdf Verschuldung, Geld und Zins - grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie] (PDF; 816&amp;amp;nbsp;kB).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steuern und Abgaben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsverschuldung]]&lt;/div&gt;</summary>
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