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	<title>De docta ignorantia - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T11:51:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Altsprachenfreund: HC: +Kategorie:Literatur (15. Jahrhundert); +Kategorie:Literatur (Mittellatein)</title>
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		<updated>2022-05-02T06:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: +&lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Literatur_(15._Jahrhundert)&quot; title=&quot;Kategorie:Literatur (15. Jahrhundert)&quot;&gt;Kategorie:Literatur (15. Jahrhundert)&lt;/a&gt;; +&lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Literatur_(Mittellatein)&quot; title=&quot;Kategorie:Literatur (Mittellatein)&quot;&gt;Kategorie:Literatur (Mittellatein)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nicholas of Cusa, De docta ignorantia, Ms. 218.jpg|mini|Der Anfang von &amp;#039;&amp;#039;De docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039; in einer Handschrift aus dem Besitz des Verfassers, Bernkastel-Kues, [[Bibliothek des St. Nikolaus-Hospitals (Bernkastel-Kues)|Bibliothek des Sankt-Nikolaus-Hospitals]], Codex 218, fol. 1r]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;De docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („Über die belehrte Unwissenheit“) ist der Titel einer [[lateinisch]]en Schrift des Philosophen und Theologen [[Nikolaus von Kues]] (Cusanus). Darin entwickelte er die Grundlagen seiner Theologie und einer damit eng verbundenen spekulativen [[Kosmologie]]. Er widmete das am 12. Februar 1440 in Kues an der [[Mosel]] (heute [[Bernkastel-Kues]]) abgeschlossene Werk dem Kardinal [[Giuliano Cesarini der Ältere|Giuliano Cesarini]], mit dem er befreundet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Schon der antike Philosoph [[Sokrates]] betonte sein [[Ich weiß, dass ich nichts weiß|Wissen um sein Nichtwissen]]. Damit meinte er nicht Verzicht auf Erkenntnis, sondern eine realistische Einschätzung der eigenen [[Ignoranz|Unwissenheit]] als Ausgangspunkt für Erkenntnisstreben. Wer seine Unwissenheit erkannt hat, kann Belehrung empfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039; verwendete als erster der [[spätantike]] [[Kirchenvater]] [[Augustinus von Hippo]] in einem Brief.&amp;lt;ref&amp;gt;Augustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epistula&amp;#039;&amp;#039; 130,15,28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er schrieb: „Es gibt, um mich so auszudrücken, in uns ein belehrtes Nichtwissen, aber belehrt durch den Geist Gottes, welcher unserer Schwachheit beisteht.“ Damit bezog er sich auf die Unmöglichkeit einer umfassenden Erkenntnis Gottes; möglich sei jedoch ein durch göttliche Gnade belehrtes Nichtwissen. Das „belehrte Nichtwissen“ gehört somit zur [[Negative Theologie|negativen Theologie]], die auf die Unzulänglichkeit aller positiven Aussagen über Gott hinweist und sich folgerichtig auf Aussagen darüber, was Gott nicht ist, beschränkt. Der prominenteste Vertreter dieser Richtung wurde der spätantike christliche [[Neuplatonismus|Neuplatoniker]] [[Pseudo-Dionysius Areopagita]]. Er meinte, dass der Mensch, indem er sich ohne Wissen über sich selbst hinaus erhebe &amp;#039;&amp;#039;(agnōstōs anatathēti)&amp;#039;&amp;#039;, in gewissem Maße zu einer Gotteserfahrung gelangen könne. Im 13. Jahrhundert griff der [[Franziskanische Orden|franziskanische]] Theologe [[Bonaventura]] den Gedanken auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Bonaventura, &amp;#039;&amp;#039;Breviloquium&amp;#039;&amp;#039; 5,6,7; siehe auch Bonaventuras Sentenzenkommentar: &amp;#039;&amp;#039;In II Sententiarum&amp;#039;&amp;#039;, distinctio 23, articulus 2, quaestio 3, ad 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er verstand unter belehrtem Nichtwissen die Erhebung des Geistes, der sich von allem losgelöst und alle Vorstellungen verneint hat, in die Finsternis, was für die Vereinigung mit Gott erforderlich sei. Dabei berief sich Bonaventura auf Pseudo-Dionysius, der jedoch den Ausdruck „belehrte Unwissenheit“ nicht verwendet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept des Nikolaus von Kues ==&lt;br /&gt;
Seine für die Folgezeit bis heute maßgebliche Ausprägung erhielt der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039; von Nikolaus von Kues, der ihm in seiner Philosophie eine zentrale Rolle zuwies und das erste seiner philosophisch-theologischen Hauptwerke so betitelte. Nikolaus knüpfte an die negative Theologie des Pseudo-Dionysius an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &amp;#039;&amp;#039;De docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039; verwarf Nikolaus im Sinne der negativen Theologie alle positiven Aussagen über Gott als unangemessen und insofern irreführend. Wie Bonaventura wendete er sich Gott nicht zu, indem er den Anspruch erhob, Wissen über ihn zu besitzen oder erreichen zu können, sondern indem er Wissen über sein eigenes Nichtwissen erlangte und damit eine über sich selbst „belehrte Unwissenheit“. Im Unterschied zu Augustinus und Bonaventura schilderte er jedoch die Belehrung, welche der Unwissende empfängt, nicht als reine Gnade Gottes, sondern als Frucht von Bemühungen des menschlichen Geistes, der sich auf der Suche nach Wahrheit und Weisheit selbst transzendiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Nikolaus entwickelte „Regel der belehrten Unwissenheit“ besagt, dass man nie durch Betrachtung von etwas, was quantitativ oder qualitativ vermehrt bzw. gesteigert oder vermindert werden kann, zur Erkenntnis eines absoluten Maximums gelangen kann. Der menschliche Verstand &amp;#039;&amp;#039;(ratio)&amp;#039;&amp;#039; kann sich jedoch seiner Natur nach nur mit vermehrungs- oder verminderungsfähigen, also relativen Objekten befassen, da seine Tätigkeit ein Vergleichen  von Bekanntem mit Unbekanntem ist. Im Zuständigkeitsbereich des Verstandes, unter den steigerungsfähigen konkreten Gegenständen, gibt es nur Grade der Annäherung, keine absolute Gleichheit und keine Genauigkeit. Gott als [[das Absolute]] und [[Unendlichkeit|Unendliche]] ist dem Verstand somit prinzipiell unzugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höher als der [[Verstand]] steht nach Nikolaus’ Überzeugung die [[Vernunft]] &amp;#039;&amp;#039;(intellectus)&amp;#039;&amp;#039;, da sie in der Lage ist, die Grenzen der Verstandestätigkeit zu erkennen. Doch auch sie ist endlich und kann daher nach &amp;#039;&amp;#039;De docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls nicht zu wirklicher Gotteserkenntnis vordringen; den paradoxen Zusammenfall der Gegensätze in Gott, die [[coincidentia oppositorum]], erfasst sie nicht wirklich. Da sie aber zugleich „etwas Göttliches“ ist, kann sie immerhin die göttliche Wahrheit gleichsam „sehen“ und „berühren“. Später, in &amp;#039;&amp;#039;De coniecturis&amp;#039;&amp;#039; (um 1442), in den im Zeitraum 1445–1447 verfassten kleinen Schriften und besonders in &amp;#039;&amp;#039;De visione dei&amp;#039;&amp;#039; (1453) gelangte Nikolaus zu einer optimistischeren Einschätzung der Möglichkeiten der Vernunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Paradoxie|Paradoxerweise]] meinte Nikolaus, dass ein über sein Nichtwissen belehrter Mensch „das Unbegreifliche unbegreifenderweise umfassen“ könne. Während er hinsichtlich der Gotteserkenntnis die Aussichtslosigkeit aller rationalen Bemühungen betonte, betrachtete er die Welterkenntnis als Prozess, als einen nicht zum Ende gelangenden Vorgang der Annäherung an die Wahrheit, der mit einer Steigerung der Erkenntniskräfte verbunden sei: „Je tiefer wir in dieser Unwissenheit belehrt sein werden, desto mehr werden wir uns der Wahrheit selbst nähern.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nikolaus von Kues, &amp;#039;&amp;#039;De docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039; I 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Ein Zeitgenosse und Widersacher des Nikolaus von Kues, der Theologieprofessor [[Johannes Wenck]], griff 1442/43 das Konzept der „belehrten Unwissenheit“ in einer Kampfschrift &amp;#039;&amp;#039;De ignota litteratura&amp;#039;&amp;#039; („Über die unbekannte Gelehrsamkeit“) als [[Häresie|häretisch]] an. Er beschuldigte Nikolaus des [[Pantheismus]] und der Zerstörung der Theologie. Erst einige Jahre später, 1449, reagierte Nikolaus, der im Vorjahr zum Kardinal erhoben worden war, mit der Gegenschrift &amp;#039;&amp;#039;Apologia doctae ignorantiae&amp;#039;&amp;#039; („Verteidigung der belehrten Unwissenheit“).&amp;lt;ref&amp;gt;Jasper Hopkins: &amp;#039;&amp;#039;Nicholas of Cusa’s Debate with John Wenck&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Minneapolis 1984, S. 3–6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darauf antwortete Wenck wiederum mit einer (nicht erhaltenen) Entgegnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein scharfer Gegner des Konzepts der „belehrten Unwissenheit“ war auch der [[Kartäuser]] [[Vinzenz von Aggsbach]]. Er wendete sich gegen den Benediktiner [[Bernhard von Waging]], einen Anhänger von Nikolaus, der 1451/52 ein &amp;#039;&amp;#039;Laudatorium doctae ignorantiae&amp;#039;&amp;#039; („Lob der ‚belehrten Unwissenheit’“) geschrieben hatte. Seine Auffassung erläuterte Vinzenz 1454 in einem Brief, der später als &amp;#039;&amp;#039;Impugnatorium laudatorii doctae ignorantiae&amp;#039;&amp;#039; („Angriff auf das Lob der ‚belehrten Unwissenheit’“) bekannt wurde. Darin bestritt er, dass die von Nikolaus empfohlenen Bemühungen ein gangbarer [[Natürliche Theologie|Weg zur Gotteserkenntnis]] sein können. Bernhard reagierte 1459 mit einem &amp;#039;&amp;#039;Defensorium laudatorii doctae ignorantiae&amp;#039;&amp;#039; („Verteidigung des Lobes der ‚belehrten Unwissenheit’“).&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe zu dem Konflikt James Hogg u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Autour de la docte ignorance: une controverse sur la théologie mystique au XVe siècle&amp;#039;&amp;#039;, Salzburg 1992 (enthält Nachdruck der gleichnamigen Untersuchung von [[Edmond Vansteenberghe]], Münster 1915, mit Edition von Quellentexten zur Kontroverse); Stephan Meier-Oeser: &amp;#039;&amp;#039;Die Präsenz des Vergessenen. Zur Rezeption der Philosophie des Nicolaus Cusanus vom 15. bis zum 18. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, Münster 1989, S. 26–31; [[Wilhelm Baum (Historiker)|Wilhelm Baum]]: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Cusanus in Tirol. Das Wirken des Philosophen und Reformators als Fürstbischof von Brixen&amp;#039;&amp;#039;, Bozen 1983, S. 63–79, 129&amp;amp;nbsp;f.; [[Kurt Flasch]]: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus von Kues. Geschichte einer Entwicklung&amp;#039;&amp;#039;, 3. Auflage, Frankfurt am Main 2008, S. 181–194.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Textausgaben ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ohne Übersetzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Nicolai de Cusa opera omnia&amp;#039;&amp;#039; (Gesamtausgabe der Heidelberger Akademie):&lt;br /&gt;
** Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;De docta ignorantia&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. [[Ernst Hoffmann (Philosophiehistoriker)|Ernst Hoffmann]], [[Raymond Klibansky]], Leipzig 1932&lt;br /&gt;
** Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Apologia doctae ignorantiae&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. Raymond Klibansky, 2. Auflage, Hamburg 2007, ISBN 978-3-7873-1788-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mit Übersetzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Schriften des Nikolaus von Kues in deutscher Übersetzung&amp;#039;&amp;#039; (im Auftrag der Heidelberger Akademie; lateinischer Text der kritischen Gesamtausgabe, aber ohne den kritischen Apparat, und deutsche Übersetzung):&lt;br /&gt;
** H. 15a: &amp;#039;&amp;#039;Die belehrte Unwissenheit. De docta ignorantia. Buch I&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. Paul Wilpert, Hans Gerhard Senger, 4. Auflage, Meiner, Hamburg 1994, ISBN 978-3-7873-1158-3&lt;br /&gt;
** H. 15b: &amp;#039;&amp;#039;Die belehrte Unwissenheit. De docta ignorantia. Buch II&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. Paul Wilpert, Hans Gerhard Senger, 2. Auflage, Meiner, Hamburg 1977, ISBN 3-7873-0416-9&lt;br /&gt;
** H. 15c: &amp;#039;&amp;#039;Die belehrte Unwissenheit. De docta ignorantia. Buch III&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. Hans Gerhard Senger, Meiner, Hamburg 1977, ISBN 3-7873-0362-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Kurt Flasch]]: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus von Kues. Geschichte einer Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Klostermann, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-465-04059-0, S. 92–120.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen (Philosophie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Natürliche Theologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nikolaus von Kues]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Mittellatein)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Altsprachenfreund</name></author>
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