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	<title>De-Grouchy-Syndrom - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T11:27:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-10-24T08:37:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:3|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;De-Grouchy-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Bezeichnung für zwei Typen einer [[chromosom]]alen [[Mutation]] beim Menschen, die auf Verluste ([[Deletion]]en) verschiedener Stücke des kurzen (&amp;#039;&amp;#039;18p-&amp;#039;&amp;#039;) bzw. langen Arms (&amp;#039;&amp;#039;18q-&amp;#039;&amp;#039;) von [[Chromosom 18 (Mensch)|Chromosom 18]] zurückzuführen sind. Es entstehen dabei partielle [[Monosomie]]n; der kritische Chromosomenabschnitt liegt im [[Genort]] 18q23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Syndrom gliedert sich in die beiden Typen &amp;#039;&amp;#039;De-Grouchy-Syndrom I&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;De-Grouchy-Syndrom II&amp;#039;&amp;#039;, die unter dem Oberbegriff &amp;#039;&amp;#039;Deletions-Syndrome des Chromosoms 18&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst werden. Sie gehen jeweils mit verschiedenen [[Fehlbildung]]skomplexen einher. Eine Kombination von Merkmalen beider Syndromtypen ist bei Menschen mit dem &amp;#039;&amp;#039;18-R-Syndrom&amp;#039;&amp;#039; feststellbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erstbeschreibung unter wissenschaftlichen Aspekten erfolgte in den Jahren 1963 und 1964. Seitdem sind mehr als 100 Fallbeispiele dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
[[Datei:9 year old girl with phenotypic features of de Grouchy syndrome (deletion 18p).jpg|mini|Mädchen mit De-Grouchy-Syndrom]]&lt;br /&gt;
[[Datei:FISH18.jpg|mini|[[FISH-Test]]-Ergebnis beim De-Grouchy-Syndrom I]]&lt;br /&gt;
Die [[phänotyp]]ische Ausprägung ist sehr unterschiedlich, längst nicht alle [[Symptom]]e kommen bei allen betroffenen Menschen vor, und sie können individuell verschieden ausgebildet sein. Dies hängt vermutlich (auch) ab von der Länge des jeweils verloren gegangenen Stücks des [[Chromosom]]s, obgleich genaue Zusammenhänge noch nicht belegt werden konnten. Rückschlüsse auf die Ausprägung der Symptomatik und die Entwicklung eines betroffenen [[Kind]]es sind somit nicht möglich. Sicher spielt die Art und Schwere der individuell vorliegenden Symptome eine wesentliche Rolle für die [[Prognose]]. In einigen Fällen kann der Einfluss eines festgestellten [[Mosaik (Genetik)|Zellmosaiks]] auf die Ausprägung der Symptomatik nicht ausgeschlossen werden. Bei einem solchen genetischen Mosaik existieren parallel zwei [[Zelle (Biologie)|Zelllinien]], wobei eine wie üblich und eine auffällig ist (hier mit der entsprechenden Deletion). Abhängig vom Anteil der üblichen Zellen kann die Symptomatik milder ausgeprägt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== De-Grouchy-Syndrom I ==&lt;br /&gt;
Der Typ I des Syndroms ist auch unter den [[Synonym]]en &amp;#039;&amp;#039;18p-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;18p-Deletion-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Deletion-18p-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;del(18p)-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Chromosom-18p-Monosomie&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Monosomie 18p&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Partielle Monosomie 18p&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Es liegt ein Stückverlust (Deletion) des kurzen Arms (18p-) von Chromosom 18 vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kinder fallen nach der [[Geburt]] gehäuft durch ein niedriges Geburtsgewicht und somatische [[Hypotrophie]], verringerte Muskelspannung ([[Muskelhypotonie]]), oft recht große Hände mit kurzen Fingern, manchmal [[Vierfingerfurche]], seitliche Biegung eines Fingerglieds ([[Klinodaktylie]]) und die [[Syndaktylie]] einiger [[Zehe (Fuß)|Zehe]]n auf. [[Herzfehler]] und Darmlageanomalien ([[Malrotation]]en) sind möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal sind einige dieser und weiterer Symptome nicht sofort offensichtlich, sondern bilden sich erst im Verlauf der ersten Lebensjahre erkennbar aus. Zu den beschriebenen Merkmalen bei Kindern mit dem Typ I des Syndroms zählen vergleichsweise große Ohren, teilweise liegt ein Verschluss ([[Atresie]]) oder eine Verengung ([[Stenose]]) der [[Gehörgang|Gehörgänge]] vor, [[Trichterbrust]], Besonderheiten im Bereich des [[Gehirn]]s und Kopfes (gehäuft Kurzköpfigkeit mit besonderer Rundung des Kopfes / [[Brachyzephalie]], [[Holoprosenzephalie]] bei einem von zehn Kindern, teils mit Einäugigkeit / [[Monophthalmie]], Fehlen des [[Riechhirn]]s / [[Arrhinenzephalie]], vorzeitiger [[Synostosis|Verschluss]] der Schädelnähte), Besonderheiten im Bereich der Augen (Fehlbildung der Augenmuskulatur / okulare [[Dysmorphie]], Fehlbildungen der knöchernen [[Augenhöhle]]n / [[orbita]]re Dysmorphie, vergleichsweise kleine Augen / [[Mikrophthalmie]], recht weit auseinanderliegende Augen / [[Hypertelorismus]], ungewöhnlich enge Lidspalten / [[Blepharophimose]] mit nach oben oder unten gerichteter Lidachsenstellung, halbmondförmige Hautfalte an den inneren Augenwinkeln / [[Epikanthus medialis]], Herabhängen eines oder beider oberer Augenlider / [[Ptosis]], [[Katarakt (Medizin)|Katarakt]], [[Glaukom]], [[Kolobom]], Schielen / [[Strabismus]], Augenzittern / [[Nystagmus]]), ungewöhnlich langer [[Daumen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso beschrieben sind eine deutliche Unterentwicklung ([[Hypoplasie]]) und/oder eine Rückverlagerung des [[Unterkiefer]]s ([[Distalbiss]] / [[mandibuläre Retrognathie]]), übermäßige Breite der Mundspalte ([[Makrostomie]]), herabhängende Mundwinkel, Besonderheiten der Zähne bzw. der Zahnentwicklung (später [[Zahndurchbruch]], teils fehlende Zahnanlagen, Anfälligkeit für [[Zahnkaries]]), das Vorliegen einer Verengung (Stenose) oder eines Verschlusses (Atresie) der [[Choane]]n, die die [[Nase]]nhöhlen mit dem [[Rachen]] verbinden, ein retardiertes Knochenalter (dadurch verlangsamtes Wachstum), Wirbelsäulenverbiegung ([[Skoliose]]), Buckel ([[Kyphose]]). Eine Schilddrüsenentzündung ([[Thyreoiditis]]), &lt;br /&gt;
[[Morbus Basedow]], [[Immunschwäche]]n mit [[Autoimmun]]-Symptomatik, Mangel an [[Immunglobulin A]], im Jugendalter [[Diabetes mellitus]] Typ 1 und bei Mädchen das Ausbleiben der Menstruation ([[Amenorrhoe|primäre Amenorrhoe]]) können auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Kindesentwicklung zeigt sich eine [[kognitive Behinderung]], deren Grad von leicht bis sehr schwer variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== De-Grouchy-Syndrom II ==&lt;br /&gt;
Beim Typ II des Syndroms liegt eine Deletion des langen Arms 18q22-23 vor. Auch hier fallen die Kinder durch somatische Hypotrophie und in der weiteren Entwicklung durch [[Hypophyse|hypophysär]] bedingten [[Minderwuchs]], wahrscheinlich aufgrund einer [[Wachstumshormon]]insuffizienz (&amp;#039;&amp;#039;GH-Insuffizienz&amp;#039;&amp;#039;) auf. [[Mikrozephalie]], Muskelhypotonie, Verengung oder Verschluss der Gehörgänge, Augenfehlbildungen, Besonderheiten der Zähne, kognitive Behinderung und Immunschwächen mit Autoimmun-Symptomatik können wie beim Typ I auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 18-R-Syndrom ==&lt;br /&gt;
Liegt bei einem Kind ein [[Ringchromosom]] 18 mit Deletion des langen und des kurzen Arms (r18) vor, zeigen sich Kombinationen aus Merkmalen des De-Grouchy-Syndroms I und II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Auch weil die Deletions-Syndrome des Chromosoms 18 sehr selten und die Symptome variabel und daher schwer zuzuordnen sind, ist eine Chromosomen[[analyse]] das diagnostische Mittel der Wahl. Eine [[Differentialdiagnose]], z.&amp;amp;nbsp;B. zum &amp;#039;&amp;#039;Cerebro-Okulo-Fazio-Skelettalen Syndrom&amp;#039;&amp;#039; kann bei der Eingrenzung helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
Da es sich um eine chromosomale Ursache handelt, ist eine ursächliche Heilung nicht möglich, so dass sich die Behandlung auf die symptomatische Therapie einzelner Symptome bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genetik ==&lt;br /&gt;
Die Deletion besteht meist in einem einfachen Stückverlust am Chromosom 18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seltenen Fällen besteht eine [[Translokation (Genetik)|Translokation]] des Chromosoms 18 mit einem anderen Chromosom, die aus einer ursprünglich [[Translokation (Genetik)#Reziproke Translokation|reziproken]] und [[Translokation (Genetik)#Balancierte Translokation|balancierten]] Form hervorgegangen ist, bei der es zu einem Stückaustausch zwischen zwei Chromosomen oder zu einer [[perizentrische Inversion|perizentrischen Inversion]] ohne Stückverlust und entsprechend auch ohne phänotypische Auswirkungen gekommen ist. Menschen mit dieser balancierten Chromosomenbesonderheit sind klinisch unauffällig und können sich fortpflanzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei der Befruchtung zu einer Inbalance im Erbgut des Kindes kommt, ist möglich, wenn bei Mutter oder Vater eine reziproke Translokation oder eine Inversion vorliegt. Im Verlauf der [[Reifeteilung]] kann es bei dieser Konstellation passieren, dass beide Translokationschromosomen weitervererbt werden oder ein sogenanntes [[Crossing-over|crossing over]] im invertierten Abschnitt erfolgt. Die vormals ausgeglichene Balance des [[Genom|Erbgutes]] wird somit gestört, und es kommt zum Stückverlust, der beim Kind zum jeweiligen Deletions-Syndrom führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wiederholungswahrscheinlichkeit ==&lt;br /&gt;
In den meisten Fällen tritt die Deletion spontan auf. Ist das Chromosomenbild ([[Karyotyp]]) beider Elternteile unauffällig oder hat das betroffene Kind ein Ringchromosomen 18, gibt es derzeit keine Anhaltspunkte für eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, ein weiteres Kind mit einem der Deletions-Syndrome des Chromosoms 18 zu zeugen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Hat das Kind ein Deletions-Syndrom mit Translokation oder Inversion und sind im [[Karyogramm]] von Mutter oder Vater entsprechende balancierte Auffälligkeiten zu erkennen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es bei der [[Zeugung]] eines weiteren Kindes erneut zu einer Inbalance des Erbgutes kommt. Die Eltern haben die Möglichkeit, sich vor und während einer [[Schwangerschaft]] [[Humangenetik|humangenetisch]] beraten zu lassen und zur vorgeburtlichen Überprüfung des Vorliegens einer Deletion beim Kind entsprechende Untersuchungsverfahren der [[Pränataldiagnostik]] in Anspruch zu nehmen. Bei einem positiven Befund ist es ihnen freigestellt, einen [[Schwangerschaftsabbruch|Abbruch der Schwangerschaft]] aus medizinischer [[Indikation]] vornehmen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klinisch unauffälliges Kind, dessen Mutter oder Vater eine balancierte Translokation oder Inversion hat, kann diese geerbt haben und wäre in diesem Falle auch ein potentieller Merkmalsträger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* W. Andler: &amp;#039;&amp;#039;Endokrinologische Störungen bei Deletionen des Chromosoms 18&amp;#039;&amp;#039; (MSchr. Kinderk. 140, 2000, Seite 303–306)&lt;br /&gt;
* Kindernetzwerk e.V.: &amp;#039;&amp;#039;Informationsmappe De Grouchy-Syndrom&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
* C. Turleau: &amp;#039;&amp;#039;Monosomy 18p.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Orphanet Journal of Rare Diseases.&amp;#039;&amp;#039; Band 3, 2008, S.&amp;amp;nbsp;4, {{ISSN|1750-1172}}. {{DOI|10.1186/1750-1172-3-4}}. PMID 18284672. {{PMC|2265258}}. (Review).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Behinderungsart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Genetische Störung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Kinderheilkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fehlbildung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mantelmoewe</name></author>
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