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	<title>Das Reich der Zeichen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T14:16:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Das_Reich_der_Zeichen&amp;diff=1883849&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Saehrimnir: /* Zeichentheorie */ BKL Fix</title>
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		<updated>2026-01-17T11:39:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zeichentheorie: &lt;/span&gt; BKL Fix&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;L’empire des signes&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Literaturtheorie|literaturtheoretischer]] Aufsatz des französischen [[Poststrukturalismus|Poststrukturalisten]] und [[Semiotik]]ers [[Roland Barthes]] aus dem Jahr 1970. Eine deutsche Übersetzung erschien erstmals 1981 im [[Suhrkamp Verlag]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Barthes legte gegen Ende der [[1960er Jahre|60er Jahre]] seinen Schwerpunkt auf die Erforschung der Bedingungen der „Möglichkeiten dessen, was gesagt und gedacht werden kann“, also auf die „[[Konstitution]] der Bedeutungsstrukturen. (…) Da man keinen Standpunkt außerhalb der eigenen Sprache einnehmen kann, muss man zunächst die vorgegebenen Strukturen, die Sprache und die Sprechweisen, selbst erforschen, um von dort aus die eigene [[Kultur]] umdenken zu können.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;l67&amp;quot;&amp;gt;Antje Landmann: &amp;#039;&amp;#039;Zeichenleere. Roland Barthes&amp;#039; interkultureller Dialog in Japan.&amp;#039;&amp;#039; S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wendet sich als Semiologe der Kritik des Zeichens an sich zu. In seinen Aufzeichnungen nach einer [[Japan]]reise schafft er mit &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039; einen „Gegenmythos“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;l67&amp;quot;/&amp;gt; um die Mythen des Westens „zu überformen und dadurch zu entmachten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pluralisierung und Dezentrierung ===&lt;br /&gt;
Das Verfahren, das er dabei anwendet, ist das der [[Pluralisierung]] und [[Dezentrierung]]. Für seinen Gegenmythos beschreibt er nicht Japan als etwas Objektives oder als ein [[Ideal (Philosophie)|Idealbild]], sondern als das, „was Japan in ihm ausgelöst hat“,&amp;lt;ref&amp;gt;Bettina Krüger: &amp;#039;&amp;#039;Sehnsucht nach dem ganz anderen. Roland Barthes’ ‚Das Reich der Zeichen‘ – eine Japan-Reise?&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;parapluie&amp;#039;&amp;#039; no. 2/1997 [https://parapluie.de/archiv/sehnsucht/japan/]&amp;lt;/ref&amp;gt; und fasst diese Erzählung in eine [[Fiktion]]: „Ich kann auch ohne jeden Anspruch, eine Realität darzustellen oder zu analysieren (gerade dies tut der westliche Diskurs mit Vorliebe), irgendwo in der Welt (&amp;#039;&amp;#039;dort&amp;#039;&amp;#039;) eine gewisse Anzahl von Zügen (ein Wort mit graphischem und sprachlichem Bezug) aufnehmen und aus diesen Zügen ganz nach Belieben ein System bilden. Und dieses System werde ich &amp;#039;&amp;#039;Japan&amp;#039;&amp;#039; nennen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039;. Genua: Skira 1970, dt.: &amp;#039;&amp;#039;Im Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M., Suhrkamp 1981, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mittel der Dezentrierung zeigt sich auch in der Komposition von &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039; selbst: Barthes [[parodie]]rt hier „zugleich die Anfänge der [[Anthropologie|anthropologischen]] Photographie“, indem er Bild und Text miteinander durch eine „serielle Anordnung verschiedener Photoporträts (…) zu einer texttheoretischen Lektüre“ verschränkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Kentaro Kawashima: &amp;#039;&amp;#039;…dem Lächeln nah. Das photographierte Gesicht in Roland Barthes’ ‚Das Reich der Zeichen’&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;parapluie&amp;#039;&amp;#039; no. 23 [https://parapluie.de/archiv/bewusstsein/barthes/].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeichentheorie ===&lt;br /&gt;
In &amp;#039;&amp;#039;[[S/Z]]&amp;#039;&amp;#039; kritisiert Barthes die traditionell bevorzugte Position des [[Signifikat]]s gegenüber dem materiellen Bedeutungsträger, dem [[Signifikant]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;l67&amp;quot;/&amp;gt; In &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039; wendet er sich noch vehementer gegen die „vermeintlich wahre, innere Bedeutung“, gegen die Instrumentalisierung der Signifikanten. So stellt er am Beispiel des [[Haiku]] die Sinn gebende Leseweise des Westens der „sinnlichen Lektüre“ entgegen. Dabei ist es nicht „das Ziel Barthes&amp;#039; dem Sinn einen Nicht-Sinn als [[Kontrapunkt]] entgegenzustellen, sondern er zeigt, wie die Konzentration des Westens von dem vermeintlich ‚bedeutungsvollen‘ Kern abgelenkt werden kann. Er übt also keinen direkten Widerstand gegen die [[okzident]]ale Ethik der Bedeutung, indem er einfach für das Gegenteil plädiert, sondern er zielt darauf, den Begriff der &amp;#039;Bedeutung&amp;#039; zu verflüssigen, so dass er ungreifbar wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Antje Landmann, S. 68 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar könne, wie er in seiner Biographie verdeutlicht, Sinn „zwar durchaus im Nichts verschwinden“, aber der Nicht-Sinn sei die „schlimmste aller Bedeutungsgebungen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Antje Landmann, S. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gegen diesen Nicht-Sinn stellt er das Konzept der Dezentrierung, wie er es am Haiku erläutert: Interpretationsversuche westlicher Art, „ob [[Entschlüsselung|Dechiffrierung]], [[Formalisierung]] oder [[Tautologie (Sprache)|Tautologie]] … die bei uns dazu bestimmt sind, den Sinn zu &amp;#039;&amp;#039;durchdringen&amp;#039;&amp;#039;, d.&amp;amp;nbsp;h. in ihn einzubrechen“, könnten den „Haiku mithin nur verfehlen, denn die Lesearbeit, die mit ihm verbunden ist, liegt darin, die Sprache in der Schwebe zu halten, und nicht darin, sie zu provozieren.“&amp;lt;ref&amp;gt; Roland Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Der Einbruch des Sinns&amp;#039;&amp;#039;, in: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M., 1981. S. 98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Westliche vs. östliche Philosophie ===&lt;br /&gt;
Im [[Westliche Welt#Moderne Einteilungen|westlichen Denken]] zielt der Betrachter darauf, sich selbst in dem Fremden zu spiegeln. Mit seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039; geht es Barthes darum, diesen Spiegel so gut wie zu &amp;#039;&amp;#039;entleeren&amp;#039;&amp;#039;. Diese Form der Dezentrierung wird dem westlichen [[Narzissmus]] entgegengehalten: „En Occident, le miroir est un objet essentiellement narcissique: l’homme ne pense le miroir que pour s’y regarder; mais en Orient, semble-t-il, le miroir est vide; (…) le miroir ne capte que d&amp;#039;autres miroirs, et cette réflexion infinie est le vide meme.“&amp;lt;ref&amp;gt;Barthes: &amp;#039;&amp;#039;L’Empire des signes&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Œuvres complètes&amp;#039;&amp;#039;, S. 801.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Abschnitt „Ohne Sprache“ zeichnet er eine andere Wahrnehmung des Fremden auf, die den Reisenden wohl tut, weil er sich in der „rauschende Masse einer unbekannten Sprache“ eine „delikate Abschirmung“ verschafft: „Welche Ruhe im [[Ausland]]! Dort bin ich sicher vor Dummheit, Gewöhnlichkeit, Eitelkeit und weltmännischem Gehabe, vor [[Nationalität]] und [[Soziale Norm|Normalität]]. Die unbekannte Sprache (…) deren reine Bedeutung ich dennoch wahrnehme, (…) zieht mich in ihre künstliche Leere hinein, (…) Ich lebe in einem Zwischenraum, der frei von jeder vollen Bedeutung ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Roland Barthes |Titel=Das Reich der Zeichen |Hrsg= |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag=Suhrkamp |Ort=Frankfurt am Main |Datum=1981 |ISBN= |Seiten=22f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen steht das bürgerliche Nachfragen „Wie sind Sie dort mit der Sprache zurechtgekommen?“ als Mythos und [[Ideologie]] („ideologische Behauptung“) des westlichen Denkens, die durch „praktische Fragen bemäntelt wird: &amp;#039;&amp;#039;[[Kommunikation]] gibt es nur in der Sprache&amp;#039;&amp;#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Der Einbruch des Sinns&amp;#039;&amp;#039;, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die ‚Ausdehnung der Signifikanten‘&amp;lt;ref&amp;gt;Es handelt sich um eine ‚Ausdehnung‘ der Signifikanten, weil Barthes die japanische Sprache nicht spricht, worauf er an anderer Stelle hinweist.&amp;lt;/ref&amp;gt; im „Ausland“/„Japan“, die für den Reisenden „um so vieles weiter als die Sprache ist“, gibt es einen „Austausch der Zeichen trotz der Undurchsichtigkeit der Sprache und zuweilen gar wegen ihr“, was Barthes als „Reichtum“, „bestrickende Beweglichkeit und Subtilität“ beschreibt: „Der Grund liegt darin, dass der Körper dort frei von [[Hysterie]] und Narzissmus ist (…) der ganze Körper (…) unterhält mit Ihnen eine Art kindlicher Plauderei, der jedoch die vollkommene Beherrschung der [[Code]]s alles [[Regression (Psychoanalyse)|Regressive]] und [[Infantilität|Infantile]] nimmt.“ Barthes erläutert das am Beispiel einer Verabredung: „Eine Verabredung treffen (mit Gebärden, Skizzen und Namen) benötigt mit Sicherheit eine ganze Stunde; aber diese Stunde (…) hat man den ganzen Körper des anderen erkannt, geschmeckt und aufgenommen, hat dieser (ohne wirkliche Absicht) seine eigene Erzählung, seinen eigenen Text ausgebreitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Barthes: &amp;#039;&amp;#039;Der Einbruch des Sinns&amp;#039;&amp;#039;, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Roland Barthes]]&lt;br /&gt;
* [[Die Lust am Text]]&lt;br /&gt;
* [[Der Tod des Autors]]&lt;br /&gt;
* [[Poststrukturalismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Reich der Zeichen&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt/M. 1981, Suhrkamp. ISBN 3-518-11077-2 [&amp;#039;&amp;#039;L’empire des signes&amp;#039;&amp;#039;, 1970]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://parapluie.de/archiv/sehnsucht/japan/ Bettina Krüger: Sehnsucht nach dem ganz anderen. Roland Barthes&amp;#039; &amp;quot;Das Reich der Zeichen&amp;quot; – eine Japan-Reise?]&lt;br /&gt;
* [https://parapluie.de/archiv/bewusstsein/barthes/ Kentaro Kawashima: ... dem Lächeln nah. Das photographierte Gesicht in Roland Barthes&amp;#039; &amp;quot;Das Reich der Zeichen&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Barthes}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Reich Der Zeichen #Das}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Essay]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Französisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Saehrimnir</name></author>
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