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	<title>Daniel Spitzer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Daniel Spitzer.jpg|mini|hochkant|Daniel Spitzer]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Daniel Spitzer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geboren [[3. Juli]] [[1835]] in [[Wien]], [[Kaisertum Österreich]]; gestorben [[11. Januar]] [[1893]] in [[Meran]], [[Österreich-Ungarn]]) war ein österreichischer [[Autor]], im bürgerlichen Beruf zunächst beamteter [[Jurist]] und später [[Journalist]], von dessen Veröffentlichungen in allen schriftstellerischen Bereichen ([[Novelle]]n, [[Lyrik]], [[Essay]],  [[Feuilleton]]-Kolumnen) seine humoristischen [[Satire]]n und [[Aphorismus|Aphorismen]] heute am bekanntesten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der Fabrikantensohn [[Juden in Österreich|jüdischen Glaubens]] wuchs in der Wiener Innenstadt auf, absolvierte das achtjährige Akademische Gymnasium und danach ein Studium in Wien mit juristischen, staatswissenschaftlichen, historischen und philosophischen Inhalten. Den akademischen Abschluss machte er 1860 in den [[Rechtswissenschaft]]en. Damit wurde er dann für insgesamt acht Jahre Beamter in der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer, wo er sozial- und nationalökonomische Studien und Streitschriften z.&amp;amp;nbsp;B. gegen die hohen Frachtsätze beim Kohlentransport durch die Eisenbahn verfasste. Danach demissionierte er aus dem von ihm ungeliebten hierarchischen Behördenumfeld und lebte seither als freier Schriftsteller und Journalist von seinen populären [[Kolumnist|Kolumne]]n und Satiren, die er in deutschsprachigen Feuilletons und Zeitschriften des In- und Auslands veröffentlichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits als Gymnasiast und Student hatte er sporadisch kleine humoristische Beiträge bei den Münchner &amp;#039;&amp;#039;[[Fliegende Blätter|Fliegenden Blättern]]&amp;#039;&amp;#039; und dem Berliner &amp;#039;&amp;#039;[[Kladderadatsch]]&amp;#039;&amp;#039; untergebracht. Beim 1857 neu gegründeten liberalen humoristischen Wiener Wochenblatt &amp;#039;&amp;#039;[[Figaro (Satirezeitschrift)|Figaro]]&amp;#039;&amp;#039; (1857–1919) gehörte Daniel Spitzer von Anfang an zu den regelmäßigen Mitarbeitern. Er erfand verschiedene eigene [[Typus (Literatur)|Typus]]-Figuren, die er seine kritischen und hintersinnigen Gedanken zur Zeit aussprechen ließ. Beispiel: sein [[Intellektueller|Räsoneur]] &amp;#039;&amp;#039;Itzig Kneipeles aus [[Nikolsburg]]&amp;#039;&amp;#039; schrieb Briefe an einen imaginären Freund in [[Tarnów|Tarnow]], eine [[Kolumne]], die von 1862 bis 1870 kontinuierlich weitergestrickt wurde. In einer weiteren Kolumne namens &amp;#039;&amp;#039;Wiener Spaziergang&amp;#039;&amp;#039; wurden Spitzers [[Causerie]]n für sechs Jahre zunächst im &amp;#039;&amp;#039;Lokalanzeiger&amp;#039;&amp;#039; und dann im Feuilletonteil der &amp;#039;&amp;#039;Presse&amp;#039;&amp;#039; publiziert. Deren erste erschien am 25. Juni 1865 und wurde kontinuierlich über 27 Jahre lang zu einem Wiener Gesellschaftsereignis, das man sonntags gelesen haben musste, um in liberalen Kreisen mitreden zu können. Ende 1871 wechselte er mitsamt Kolumne zur &amp;#039;&amp;#039;Deutschen Zeitung&amp;#039;&amp;#039; und ab November 1873 bis April 1892 zur &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Freie Presse|Neuen Freien Presse]]&amp;#039;&amp;#039;. Während die ersten Ausgaben mehr oder weniger eine literarisch-satirische Wochenschau boten, wurden sie schon sehr bald thematisch und stilistisch zugespitzter und hielten ein hohes Niveau, in das Spitzer viel Arbeit steckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als altliberaler [[Humanist]] schoss Daniel Spitzer häufig verbale Breitseiten gegen politische und soziale Missstände. Die National-Konservativen unter seinen Zeitgenossen verabscheuten ihn dafür. Seine Kritiker von links vermissten eine auf handfeste Veränderungen der Macht- und Besitzverhältnisse gerichtete Sozialkritik. Dabei propagierte er keine Moral, sondern veranlasste als echter Satiriker den Leser zu neuen Denkansätzen und Bewusstwerdungen. [[Karl Kraus]] sah in ihm ein leuchtendes Vorbild unter den österreichischen Schreibern von Rang. Wörtlich sagte er von ihm, er wisse {{Zitat|nach [[Johann Nestroy|Nestroy]], im Gebiete der Sprachsatire und lyrischen Prosa keinen Größeren und Stärkeren anzureihen}} und sah in ihm den „neben [[Ferdinand Kürnberger|Kürnberger]] und [[Ludwig Speidel|Speidel]] bedeutendsten Schriftsteller der Wiener Tagespresse“ (zitiert nach [[Walter Obermaier]]s Text zur Wiener Ausstellung). Spitzer sei es gewesen, „der der Vergänglichkeit Perspektive gab und den Einzelfall durch den [[Humor]] der Distanz zum Typus erhöhte“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dieser essayistischen Haupttätigkeit schrieb und publizierte er gelegentlich Lyrik, seine „Lieder eines Wiener [[Flaneur]]s“ entstanden 1864/65. Seine Novellen &amp;#039;&amp;#039;Das Herrenrecht&amp;#039;&amp;#039; von 1877 und &amp;quot;Verliebte Wagnerianer&amp;quot; 1880 waren populär und fanden mehrere Nachdrucke. Seine &amp;#039;&amp;#039;Wiener Spaziergänge&amp;#039;&amp;#039; erschienen nach und nach auch in Buchform, wurden in mehrere Fremdsprachen übersetzt. Einige Essays, die ihm thematisch nicht für die &amp;#039;&amp;#039;Neue Freie Presse&amp;#039;&amp;#039; zu passen schienen, veröffentlichte er unter anderem in der Berliner Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Gegenwart (1872–1931)|Gegenwart]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf des Februar 1891 erkrankte der damals 55-jährige Daniel Spitzer, dem zunächst eine winterliche Grippe zugesetzt hatte, an einem Tumor der Gesichtspartie. Zur Kur übersiedelte er nach einer leichten Besserung im Oktober jenes Jahres nach Meran. Aber die Kräfte nahmen mit Fortschreiten der [[Krebserkrankung]] dann ständig ab, sodass er seine Wiener Wohnung auflöste und im Januar 1893 seiner Krankheit erlag. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Meran beigesetzt „unter einem Gedenkstein aus weißem [[Laaser Marmor]]“. Im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaftspraxis wurde der Friedhof 1942 weitgehend zerstört und erst späteren Jahres unter einem Gemeinschaftsgedenkstein die Totenruhe wiederhergestellt. Der literarische Nachlass liegt in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, deren wissenschaftlicher Bibliothekar Walter Obermaier für Neuausgaben (1986) und Ausstellungen (1993) zu Daniel Spitzers Werk und Gedenken sorgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1925 wurde in Wien-[[Währing]] (18. Bezirk) die &amp;#039;&amp;#039;Spitzergasse&amp;#039;&amp;#039; nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bild:Wagner Spitzer Karikatur.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Frou-Frou Wagner&amp;#039;&amp;#039;. Karikatur in der Wiener Zeitschrift „Der Floh“ im Jahre 1877 auf die Publikation der Briefe Wagners an eine Putzmacherin, rechts der Herausgeber der Briefe Daniel Spitzer. Die Karikatur wurde erneut abgedruckt bei: [[Ernst Kreowski]], Eduard Fuchs (Hrsg.). &amp;#039;&amp;#039;Richard Wagner in der Karikatur&amp;#039;&amp;#039;. Behr, Berlin 1907. Seite 85]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wiener Spaziergänge&amp;#039;&amp;#039; (7 Bände 1869–86; teils neu herausgegeben, Wien 1993)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Meisterfeuilletons&amp;#039;&amp;#039; Wien 1991.&lt;br /&gt;
* M. Kalbeck und O. E. Deutsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Schriften&amp;#039;&amp;#039;, 4 Bände, 1912–14&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verliebte Wagnerianer&amp;#039;&amp;#039;. Novelle. 1880&lt;br /&gt;
* [[s:Das Herrenrecht|&amp;#039;&amp;#039;Das Herrenrecht&amp;#039;&amp;#039;. Novelle 1877]]&lt;br /&gt;
* [[s:Briefe Richard Wagners an eine Putzmacherin|&amp;#039;&amp;#039;Briefe Richard Wagners an eine Putzmacherin&amp;#039;&amp;#039;, 1877. Kommentiert von Daniel Spitzer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{BLKÖ|Spitzer, Daniel|36|181|186|}}&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang R. Langenbucher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sensationen des Alltags. Meisterwerke des modernen Journalismus&amp;#039;&amp;#039;. Ölschläger, München 1992.&lt;br /&gt;
* Matthias Nöllke: &amp;#039;&amp;#039;Daniel Spitzers Wiener Spaziergänge. Liberales Feuilleton im Zeitungskontext&amp;#039;&amp;#039;. Lang, Frankfurt am Main 1994. (Münchener Studien zur literarischen Kultur in Deutschland 20) Zugl.: München, Univ., Dissertation 1993, ISBN 3-631-46739-7.&lt;br /&gt;
* Hildegard Kernmayer: &amp;#039;&amp;#039;Judentum im Wiener Feuilleton (1848—1903). Exemplarische Untersuchungen zum literarästhetischen und politischen Diskurs der Moderne&amp;#039;&amp;#039;. (Conditio Judaica; 24). Niemeyer, Tübingen 1998, ISBN 3-484-65124-5.&lt;br /&gt;
* Nadja-Irena Orfei: &amp;#039;&amp;#039;Wiener Spaziergänge mit Wagner – Daniel Spitzers satirischer Blick auf Richard Wagner&amp;#039;&amp;#039;. Freiburg (CH) 2007, Dissertation .([https://web.archive.org/web/20081007133913/http://ethesis.unifr.ch/theses/downloads.php?file=OrfeiN.pdf PDF])&lt;br /&gt;
* {{ÖBL|13|37|38|Spitzer Daniel|W. Obermaier}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|24|721|722|Spitzer, Daniel|Josef Seethaler, Ingrid Serini|119145162}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Spitzer, Daniel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon deutsch-jüdischer Autoren]].&amp;#039;&amp;#039; Band 19: &amp;#039;&amp;#039;Sand–Stri.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. De Gruyter, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 2012, ISBN 978-3-598-22699-1, S. 377–390.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Charles-Augustin Sainte-Beuve]] (1804–1869), Vorläufer eines literarisch-politisch-satirischen anspruchsvollen wöchentlichen Feuilleton&lt;br /&gt;
* [[Ernst von Feuchtersleben]] (1806–1849), ein österreichischer Vorläufer als Essayist und Aphoristiker&lt;br /&gt;
* [[Heinz Knobloch]] (1926–2003), ein Nachfahre seiner Art als Feuilletonist und Flaneur im Berlin der 1960er bis 1990er&lt;br /&gt;
* [[Theodor Herzl]] (1860–1904), sein Nachfolger als führender Feuilletonist der Wiener „Neuen Freien Presse“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Daniel Spitzer}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Daniel Spitzer}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119145162}}&lt;br /&gt;
* [https://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.s/s709043.htm Biografischer Eintrag zu Spitzer im Österreich-Lexikon aeiou]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20160913155634/http://portrait.kaar.at/Oesterreich%20Kultur%2019.Jhd%20Teil%206/image45.html Vergrößertes Zeitungsfoto, Porträt Spitzers] (Archivlink)&amp;lt;!-- Tja, ist es aufgrund der vergangenen Zeit frei von Copyright und hier reinholbar? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.stadtbibliothek.wien.at/cgi-ma09/embed-wo.pl?lang=-de&amp;amp;l=3&amp;amp;doc=http://www.stadtbibliothek.wien.at/ausstellungen/1993/wa-227/doc-Daniel-2-de.htm | wayback=20070929105652 | text=Stadtbibliothek Wien: Ausstellung 1993}}&lt;br /&gt;
* [https://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/seethale.html Josef Seethaler: &amp;#039;&amp;#039;Der Diskurs der Moderne im Wiener Feuilleton&amp;#039;&amp;#039; (Online-Rezension zu Kernmayer s.&amp;amp;nbsp;o., 2002)]&lt;br /&gt;
* [http://www.ngiyaw-ebooks.de/ngiyaw/daniel_spitzer/das_herrenrecht/das_herrenrecht.htm Daniel Spitzer: &amp;#039;&amp;#039;Das Herrenrecht. Eine Novelle in Briefen&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.mediathek.at/atom/137FA495-255-000CB-00000DE4-137EC137/ Radio-Porträt über Daniel Spitzer] in der [[Ö1]]-Sendereihe &amp;quot;Chronisten, Reporter, Aufklärer&amp;quot; aus dem Jahr 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119145162|LCCN=n/92/60761|VIAF=42641688}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Spitzer, Daniel}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Zeitungsjournalist]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Person (Cisleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Kaisertum Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dichterjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1835]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Spitzer, Daniel&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Schriftsteller, Satiriker und Feuilletonist, Jurist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. Juli 1835 &lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wien]], Österreich&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=11. Januar 1893&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Meran]], Südtirol&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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