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	<title>Damnatio memoriae - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T12:14:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Damnatio_memoriae&amp;diff=52936&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MarieMartin74: Semikola durch Punkte ersetzt und Satzbau für bessere Lesbarkeit leicht angepasst.</title>
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		<updated>2025-06-16T07:25:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Semikola durch Punkte ersetzt und Satzbau für bessere Lesbarkeit leicht angepasst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[latein]]isch für „Verdammung des Andenkens“) bedeutet die Verfluchung und Tilgung des Andenkens an eine Person durch die Nachwelt. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Handlungen im [[Römisches Reich|Römischen Reich]], ist selbst aber eine moderne Neuschöpfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namen besonders verachteter und verhasster Personen wurden aus sämtlichen [[Annalen]] getilgt, alle erreichbaren Bildnisse und [[Inschrift]]en wurden zerstört, und anschließend wurde es tunlichst vermieden, den Verurteilten öffentlich zu erwähnen&amp;amp;nbsp;– wobei die Nennung seines Namens nie unter Strafe stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die moderne Forschung schätzt den Sinn der &amp;#039;&amp;#039;damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039; vor allem in Rom dabei heute meist anders ein als früher: Die Maßnahmen sollten demnach keineswegs wirklich zu einem Vergessen des Betroffenen führen, vielmehr wurde die Erinnerung an ihn durch die Verfluchung seines Namens bewusst wachgehalten&amp;amp;nbsp;– nicht zufällig kennt man fast jeden, der in Rom der &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; verfiel, mit Namen. Oft lässt sich sogar zeigen, dass die Tilgung von Namen und Bildern der Betroffenen absichtlich unvollkommen blieb: Es sollte erkennbar bleiben, dass etwas entfernt wurde. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer „Erinnerung an das Vergessen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Hedrick: &amp;#039;&amp;#039;History and Silence. Purge and Rehabilitation in Late Antiquity&amp;#039;&amp;#039;. University of Texas Press, Austin 2000, ISBN 0-292-73121-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ägypten und Griechenland ==&lt;br /&gt;
[[Datei:19960300-erased pharao aegypt.png|mini|Getilgte Abbildung der Pharaonin Hatschepsut]]&lt;br /&gt;
Es ist möglich, dass die mutmaßliche ägyptische Königin [[Nitokris (Altägypten)|Nitokris]] am Ende der Epoche des [[Altes Reich|Alten Reiches]] Opfer der Damnatio memoriae wurde. Im [[Altes Ägypten|Alten Ägypten]] waren mit Sicherheit die Pharaonin [[Hatschepsut]] und der Pharao [[Echnaton]] sowie die weiteren mit der [[Amarna-Zeit]] in Verbindung stehenden Könige [[Semenchkare]], [[Tutanchamun]] und [[Eje&amp;amp;nbsp;II.]] von dieser Art der Rache betroffen. Von ihnen sind daher nur wenige Abbildungen und (meist) keine Mumien erhalten und in den ägyptischen [[Königsliste]]n werden ihre Namen nicht geführt. Obwohl auch Tutanchamuns Name in den Königslisten fehlt, entging sein Grab der Zerstörung, da es zum Zeitpunkt der Ächtung bereits vom Abraum eines anderen Grabes verschüttet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Griechenland versuchte [[Herostratos]] seinen Namen unsterblich werden zu lassen, indem er eines der sieben [[Weltwunder]], den [[Tempel der Artemis in Ephesos]], anzündete und damit völlig zerstörte. Als Vergeltung wurde ihm vor seiner Hinrichtung gesagt, dass sein Name für alle Zeit nie mehr ausgesprochen werden würde und damit seine Tat sinnlos gewesen sei. In Ephesos selbst war es fortan bei Todesstrafe verboten, den Namen zu nennen. Nur durch die Erwähnung des Historikers [[Theopompos]] blieb er der Nachwelt erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 280 v. Chr. legte ein erhaltenes Gesetz aus der [[Polis]] Ilion (OGIS 218) fest, dass die Namen jener, die mit [[Tyrannis|Tyrannen]] oder [[Oligarchie|Oligarchen]] gemeinsame Sache machten, aus allen öffentlichen und privaten Inschriften auszumeißeln seien. Und im [[Zweiter Makedonisch-Römischer Krieg|Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg]] zerstörten die Athener einige Jahrzehnte später alle Inschriften und Statuen des Königs [[Philipp V. (Makedonien)|Philipp&amp;amp;nbsp;V.]], möglicherweise auf römische Aufforderung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rom ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Beispiele für die nachträgliche Tilgung von Personen aus der Zeit des Römischen Reiches&amp;quot; perrow=&amp;quot;4&amp;quot; class=&amp;quot;float-right&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Römermuseum Osterburken (DerHexer) 2012-09-30 008.jpg|&amp;#039;&amp;#039;Damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039; des Kaisers [[Commodus]] auf einer Inschrift im [[Römermuseum Osterburken]]. Nachdem der Name zunächst ausgemeißelt worden war, wurde er später wieder eingefügt, allerdings nur mit Farbe.&lt;br /&gt;
Septimusseverustondo.jpg|[[Septimius-Severus-Tondo]]: Kaiser [[Septimius Severus]] und seine Familie; [[Geta (Kaiser)|Getas]] Gesicht ist nachträglich getilgt worden.&lt;br /&gt;
Bas relief from Arch of Marcus Aurelius triumph chariot from Roma Project.jpg|Das Relief zeigt Kaiser [[Mark Aurel]] bei seinem Triumphzug 176. [[Commodus]], ursprünglich rechts neben seinem Vater abgebildet, wurde vollständig entfernt.&lt;br /&gt;
Portuguese Bridge (Severan Bridge)2.jpg|Die [[Chabinas-Brücke]] (Südosttürkei) ist mit Ehrensäulen für [[Caracalla]] sowie seine Eltern [[Septimius Severus]] und [[Julia Domna]] versehen. Vermutlich wurde eine vierte Säule für seinen Bruder [[Geta (Kaiser)|Geta]] bei dessen Damnatio entfernt.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der [[Römischer Senat|römische Senat]] ließ auf diese Weise unter anderem die Kaiser [[Caligula]], [[Nero]], [[Domitian]], [[Commodus]], [[Geta (Kaiser)|Geta]] sowie [[Elagabal]] und [[Maximinus Thrax]] bestrafen (Caligula laut [[Cassius Dio]] nur &amp;#039;&amp;#039;de facto&amp;#039;&amp;#039;, da Kaiser Claudius eine regelrechte &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; seines Neffen verhinderte). Überliefert ist der Wortlaut eines (allerdings vermutlich fiktiven) Damnationsbeschlusses in der &amp;#039;&amp;#039;Vita Commodi&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;[[Historia Augusta]]&amp;#039;&amp;#039; (20, 4–5), und Spuren der &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; gegen Geta haben sich auf einem Papyrus (BGU 2056) erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herwig Maehler]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Urkunden römischer Zeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ägyptische Urkunden aus den Staatlichen Museen zu Berlin. Griechische Urkunden (BGU).&amp;#039;&amp;#039; Band 11, Hälfte 2, {{ZDB|802642-7}}). Band 2, Bruno Hessling, Berlin 1968, S. 77–79, Nr. 2056.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über [[Severus Alexander]] und [[Gordian&amp;amp;nbsp;III.]] wurde zwar offiziell keine &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; verhängt, doch gibt es dennoch Inschriften und Bildnisse, die entsprechend bearbeitet worden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bildnisse der betroffenen Kaiser (Statuen, Büsten, Hermen, Münzen etc.) wurden oft zerstört oder beschädigt, mitunter aber auch eingezogen und in Bildnisse anderer Persönlichkeiten umgearbeitet. Spuren der Umarbeitungen lassen sich noch heute an den Statuen finden. Auffälliges Merkmal für eine solche Umarbeitung ist zum Beispiel ein proportional zu kleiner Kopf für den Körper, mit auffallend großen oder abstehenden Ohren. An den Bildnissen des Kaisers Nero sind im Nacken der umgearbeiteten Porträts noch Spuren der Locken zu sehen, da sich Nero selbst als großer Künstler gab und sich dementsprechend mit langem Haar in der Tracht der Künstler abbilden ließ. In Inschriften wurde der Name des betreffenden Kaisers getilgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob ein toter &amp;#039;&amp;#039;princeps&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; verfiel oder im Gegenteil unter die Götter erhoben wurde ([[Apotheose]] bzw. Divinisierung), war faktisch die Entscheidung des Nachfolgers, nicht des Senats. So verhinderte nicht nur Claudius die &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; des Caligula, sondern offenbar auch [[Antoninus Pius]] die des unbeliebten [[Hadrian (Kaiser)|Hadrian]]. Einige der Kaiser, deren Andenken die &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; auferlegt worden war, wurden zudem durch eine sogenannte &amp;#039;&amp;#039;restitutio memoriae&amp;#039;&amp;#039; wieder rehabilitiert, so zum Beispiel [[Nero]] unter [[Otho]] und [[Vitellius]] sowie insbesondere [[Commodus]] unter [[Septimius Severus]], der eine vollständige &amp;#039;&amp;#039;restitutio&amp;#039;&amp;#039; einschließlich Apotheose durchsetzte, da er eine fiktive Verwandtschaftsbeziehung mit Commodus beanspruchte. Das Verfahren der &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; wurde in der Kaiserzeit auch gegen politisch missliebige Senatoren angewandt. Es dürfte dabei, wie gesagt, nicht um die Tilgung der Erinnerung gegangen sein –&amp;amp;nbsp;denn die Namen damnierter Kaiser durften ja weiterhin genannt werden&amp;amp;nbsp;–, sondern um eine Verfluchung des Andenkens. Dabei scheint die &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; außerhalb Roms nie ausdrücklich angeordnet worden zu sein: Dem erhaltenen Damnierungsbeschluss für [[Gnaeus Calpurnius Piso (Konsul 7 v. Chr.)|Gnaeus Calpurnius Piso]] ist zu entnehmen, dass man den Provinzen lediglich mitteilte, wie man in der Hauptstadt verfahren sei; die Entscheidung, dies nachzuahmen, lag formal bei den lokalen Autoritäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Spätantike]] wurde die &amp;#039;&amp;#039;damnatio&amp;#039;&amp;#039; seltener verfügt, blieb aber üblich. Ein Beispiel hierfür ist der Usurpator [[Magnus Maximus]], der 388 damniert wurde. Auch der Senator [[Virius Nicomachus Flavianus]], der 394 den Usurpator [[Eugenius]] unterstützt hatte, scheint aus einer Inschrift (CIL VI 1783) getilgt und Jahre später wieder eingefügt worden zu sein. Im Falle des [[Heraclianus]] ist das entsprechende Gesetz aus dem Jahr 413 erhalten (Cod. Theod. 15,14,13). Noch [[Theoderich der Große]] wurde mit einer &amp;#039;&amp;#039;damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039; belegt: 552 zerstörte der Feldherr [[Narses]] im Auftrag des Kaisers [[Justinian&amp;amp;nbsp;I.]] das [[Ostgotenreich]] und integrierte Italien in das [[Byzantinisches Reich|Oströmische Reich]]. Alle Erinnerungen an die Gotenherrschaft sollten demonstrativ getilgt werden. So zeigten zum Beispiel die Mosaiken in [[Sant’Apollinare Nuovo]] in [[Ravenna]] zweifellos ursprünglich den 526 verstorbenen Theoderich und sein Gefolge in Theoderichs Palast; hier kann man anhand einiger Überreste sicher sagen, dass die vor dem Gebäude abgebildeten Figuren entfernt und durch Bilder von Vorhängen ersetzt wurden (die Hände sind teils noch sichtbar&amp;amp;nbsp;– aller Wahrscheinlichkeit nach absichtlich). Gleichzeitig wurde aus der arianischen eine katholische Kirche. Dass das Verfahren noch um 550 prinzipiell bekannt war, belegt [[Prokopios von Caesarea]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Prokopios von Caesarea]], &amp;#039;&amp;#039;Historia Arcana&amp;#039;&amp;#039; 8,13–20.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne ==&lt;br /&gt;
[[Datei:19251103-burial mikhail frunze moscow.jpg|mini|Foto der Führungsriege der KPR(B)/WKP(B) auf dem provisorischen Lenin-Mausoleum in Moskau (3.&amp;amp;nbsp;November 1925). Unliebsame Politiker wurden nachträglich zerkratzt.]]&lt;br /&gt;
Verfahren nachträglicher [[Ächtung]] finden sich bis in die Gegenwart. Sie werden mitunter ebenfalls als &amp;#039;&amp;#039;damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;damnatio in memoria&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, wobei es im Zeitalter der modernen [[Propaganda]] aber oft tatsächlich darum ging, unliebsame Personen und Ereignisse aus der Erinnerung zu tilgen (wobei der Erfolg nicht überprüft werden kann). Im großen Rahmen wurden insbesondere unter [[Josef Stalin|Stalin]] Fotografien und Gemälde nachträglich verändert, um Menschen, mit denen der [[Diktatur|Diktator]] zwischenzeitlich nicht mehr abgebildet werden sollte, aus dem [[Kollektives Gedächtnis|kollektiven Gedächtnis]] zu löschen. Vielfach handelte es sich dabei um Personen, die den [[Stalinsche Säuberungen|Stalinschen Säuberungen]] zum Opfer fielen oder wie [[Leo Trotzki]] in deutlicher Opposition zu Stalin standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch Stalin selbst war im Rahmen der [[Entstalinisierung]] von einer &amp;#039;&amp;#039;damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039; betroffen:&lt;br /&gt;
Beispielhaft ist die Geschichte des Gemäldes des Malers [[Wladimir Alexandrowitsch Serow]] aus dem Jahre 1947, das mit dem [[Stalinpreis]] ausgezeichnet wurde: Das Werk &amp;#039;&amp;#039;Lenin proklamiert die Sowjetmacht&amp;#039;&amp;#039; zeigte Stalin im Gefolge [[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenins]]. Zehn Jahre später veränderte Serow das Werk nach den neuen offiziellen Richtlinien, indem er Stalin durch eine andere Person ersetzte. Im Rahmen der Entstalinisierung kam es zudem zur Um- bzw. Rückbenennung von [[Topografie (Kartografie)|topografischen]] Objekten, so auch bei [[Stalinstadt]]. Im Sport der DDR wurden mehrfach [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|aus der DDR geflüchtete]] Sportler (zum Beispiel [[Jürgen May (Leichtathlet)|Jürgen May]]) aus den Besten- und Rekordlisten gestrichen, um sie so aus dem Gedächtnis zu tilgen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arnd Krüger]]: &amp;#039;&amp;#039;Die sieben Arten in Vergessenheit zu fallen.&amp;#039;&amp;#039; In: Arnd Krüger, Bernd Wedemeyer-Kolwe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vergessen, verdrängt, abgelehnt – Zur Geschichte der Ausgrenzung im Sport.&amp;#039;&amp;#039; LIT, Münster 2009, ISBN 978-3-643-10338-3, S. 4–16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934, nach der [[Röhm-Putsch|Nacht der langen Messer]] in [[NS-Staat|Deutschland]], ließen die Nazis fast alle Kopien von &amp;#039;&amp;#039;[[Der Sieg des Glaubens]]&amp;#039;&amp;#039; zerstören, um die Erinnerung an [[Ernst Röhm]] zu tilgen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news |author=Jorge Álvarez |url=https://www.labrujulaverde.com/2019/11/la-victoria-de-la-fe-el-documental-propagandistico-del-nazismo-que-hitler-mando-destruir |title=«La victoria de la fe», el documental propagandístico del nazismo que Hitler mandó destruir |work=LaBrujulaVerde.com |date=2019-11-19 |accessdate=2024-09-25 |language=es |quote=se aplicó una damnatio memoriae sobre el fallecido mandatario y, dado que salía en bastantes escenas de La victoria de la fe, se ordenó la destrucción de todas las copias existentes}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Ende wurden nur noch zwei Exemplare gefunden: eines in [[London]] und eines in der [[Deutsche Demokratische Republik|Deutschen Demokratischen Republik]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite book |last1=Trimborn |first1=Jürgen |url=https://books.google.com/books?id=Ql_FeGlS2oIC&amp;amp;q=%22Der%20Sieg%20des%20Glaubens%22&amp;amp;pg=PP142 |title=Leni Riefenstahl. A Life |date=2008 |publisher=Farrar, Straus and Giroux |isbn=978-1-4668-2164-4 |accessdate=2024-09-25 |language=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 2013 wurde [[Jang Song-thaek]] plötzlich beschuldigt, ein [[Konterrevolutionär]] zu sein und wurde aller seiner Posten beraubt, aus der [[Partei der Arbeit Koreas]] (PDAK) ausgeschlossen, verhaftet und [[Todesstrafe|hingerichtet]]. Seine Fotos wurden aus offiziellen Medien entfernt und sein Bild auf Fotos mit anderen nordkoreanischen Führern [[Fotomanipulation|digital entfernt]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite news |url=https://www.spiegel.de/politik/ausland/wie-nordkorea-kims-onkel-chang-song-taek-wegretuschiert-a-938118.html |title=Der retuschierte Onkel |work=Spiegel.de |location=Hamburg |date=2013-12-10 |access-date=2024-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literarische Umsetzung findet die Thematik etwa in [[George Orwell]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;[[1984 (Roman)|1984]]&amp;#039;&amp;#039;, in dem sogenannte [[Unperson]]en nach ihrer Ermordung rückwirkend aus Zeitungen und anderen Medien entfernt ([[Neusprech#Vaporisieren|„vaporisiert“]]) werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersichtsdarstellungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Eva Elm: &amp;#039;&amp;#039;Memoriae damnatio.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reallexikon für Antike und Christentum]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 24, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7772-1222-7, Sp. 657–682.&lt;br /&gt;
* Florian Greßhake: &amp;#039;&amp;#039;Damnatio memoriae, ein Theorieentwurf zum Denkmalsturz&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forum europäische Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band 8). Martin Meidenbauer, München 2010, ISBN 978-3-89975-721-7 (zugleich Magisterarbeit, Universität Münster).&lt;br /&gt;
* [[Gerald Schwedler]]: &amp;#039;&amp;#039;Was heißt und zu welchem Ende untersucht man damnatio in memoria?&amp;#039;&amp;#039; In: [[Sebastian Scholz]], Gerald Schwedler, Kai-Michael Sprenger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Damnatio in memoria. Deformation und Gegenkonstruktionen in der Geschichte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Zürcher Beiträge zur Geschichtswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). Böhlau, Köln 2014, ISBN 978-3-412-22283-3, S. 9–23.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ägypten und Griechenland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Joachim Friedrich Quack]]: &amp;#039;&amp;#039;„Lösche seinen Namen aus!“ Zur Vernichtung von personenreferenzierter Schrift und Bild im Alten Ägypten.&amp;#039;&amp;#039; In: Carina Kühne-Wespi, [[Klaus Oschema]], Joachim Friedrich Quack: &amp;#039;&amp;#039;Zerstörung von Geschriebenem. Historische und transkulturelle Perspektiven&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Materiale Textkulturen.&amp;#039;&amp;#039; Band 22). Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-062890-6, S. 43–102.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Römisches Reich&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Ulrike Ehmig]]: &amp;#039;&amp;#039;Rasuren in lateinischen Inschriften. Beobachtungen zu ihrer Verbreitung und ihrem nicht-öffentlichen Gebrauch.&amp;#039;&amp;#039; In: Carina Kühne-Wespi, Klaus Oschema, Joachim Friedrich Quack: &amp;#039;&amp;#039;Zerstörung von Geschriebenem. Historische und transkulturelle Perspektiven&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Materiale Textkulturen.&amp;#039;&amp;#039; Band 22). Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-062890-6, S. 103–119.&lt;br /&gt;
* Harriet I. Flower: &amp;#039;&amp;#039;The Art of Forgetting. Disgrace and oblivion in Roman political culture.&amp;#039;&amp;#039; University of North Carolina Press, Chapel Hill (NC) 2006, ISBN 0-8078-3063-1.&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Gotter]]: &amp;#039;&amp;#039;Penelope’s Web, or: How to become a bad Emperor post mortem&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Henning Börm]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Antimonarchic Discourse in Antiquity&amp;#039;&amp;#039;. Steiner, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-11095-2, S. 215–233.&lt;br /&gt;
* Charles Hedrick: &amp;#039;&amp;#039;History and Silence. Purge and Rehabilitation in Late Antiquity&amp;#039;&amp;#039;. University of Texas Press, Austin 2000, ISBN 0-292-73121-3.&lt;br /&gt;
* Florian Krüpe: &amp;#039;&amp;#039;Die Damnatio memoriae. Über die Vernichtung von Erinnerung. Eine Fallstudie zu Publius Septimius Geta (189–211 n.&amp;amp;nbsp;Chr.).&amp;#039;&amp;#039; Computus, Gutenberg 2011, ISBN 978-3-940598-01-1 (bietet über die Fallstudie hinaus eine allgemeine Geschichte der &amp;#039;&amp;#039;damnatio memoriae&amp;#039;&amp;#039;, weist allerdings Schwächen auf; vgl. die kritischen Rezensionen auf [http://www.sehepunkte.de/2012/03/20489.html &amp;#039;&amp;#039;sehepunkte.de&amp;#039;&amp;#039;] und [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=17284&amp;amp;count=2&amp;amp;recno=1&amp;amp;type=rezbuecher&amp;amp;sort=datum&amp;amp;order=down&amp;amp;rubrik=AG&amp;amp;search=Kr%C3%BCpe &amp;#039;&amp;#039;hsozkult.geschichte.hu-berlin.de&amp;#039;&amp;#039;]).&lt;br /&gt;
* Adrastos Omissi: &amp;#039;&amp;#039;Damnatio memoriae or creatio memoriae? Memory sanctions as creative processes in the Fourth Century AD.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Cambridge Classical Journal&amp;#039;&amp;#039; 62, 2016, S. 170–199.&lt;br /&gt;
* Ida Östenberg: &amp;#039;&amp;#039;Damnatio Memoriae Inscribed: The Materiality of Cultural Repression.&amp;#039;&amp;#039; In: Andrej Petrovic, Ivana Petrovic, Edmund Thomas (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Materiality of Text – Placement, Perception, and Presence of Inscribed Texts in Classical Antiquity&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Brill Studies in Greek and Roman Epigraphy.&amp;#039;&amp;#039; Band 11). Brill, Leiden/Boston 2019, ISBN 978-90-04-37550-5, S. 324–347.&lt;br /&gt;
* Eric Varner: &amp;#039;&amp;#039;Mutilation and transformation. Damnatio Memoriae and Roman imperial portraiture.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden 2004.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Vittinghoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Staatsfeind in der römischen Kaiserzeit. Untersuchungen zur Damnatio Memoriae.&amp;#039;&amp;#039; Junker und Dünnhaupt, Berlin 1936.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mittelalter und frühe Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Renate Neumüllers-Klauser]]: &amp;#039;&amp;#039;Zum Phänomen der &amp;#039;&amp;#039;Erasio nominis&amp;#039;&amp;#039; im Mittelalter und in der frühen Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins]].&amp;#039;&amp;#039; Band 147, 1999, S. 255–272.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Moderne&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Hans Walter Hütter|Hans W. Hütter]], Petra Rösgen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;X für U. Bilder, die lügen. Begleitbuch zur Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Bouvier, Bonn 2003, ISBN 3-416-02902-X.&lt;br /&gt;
* [[David King (Fotohistoriker)|David King]]: &amp;#039;&amp;#039;Stalins Retuschen. Foto- und Kunstmanipulation in der Sowjetunion.&amp;#039;&amp;#039; Hamburger Edition, Hamburg 1997, ISBN 3-930908-33-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{LiviusNeu|concept|damnatio-memoriae|||Damnatio memoriae|}}&lt;br /&gt;
* [https://www.thelatinlibrary.com/sha/com.shtml Scriptores Historia Augusta: angeblicher Damnationswortlaut]&lt;br /&gt;
* [https://archive.org/details/Wie-Kulturzerstoerung-Geschichte-loescht_Kultur-intensiv_DW-2022 Wie Kulturzerstörung Geschichte löscht]. Doku von Andrea Kasiske, Kultur intensiv, Deutsche Welle 2022.&lt;br /&gt;
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== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Rechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bilderverbot]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;MarieMartin74</name></author>
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