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	<title>Damaru - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Musikinstrument &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Damaru&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Für den surinamischen Sänger mit dem Namen siehe [[Damaru (Sänger)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Damaru.jpg|mini|Die tibetische &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; aus Holz heißt &amp;#039;&amp;#039;gcod-dar.&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Damaru&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Sanskrit]] {{lang|sa|डमरु}}, {{IAST|ḍamaru}}, auch &amp;#039;&amp;#039;damru&amp;#039;&amp;#039;, {{boS}} &amp;#039;&amp;#039;gcod-dar&amp;#039;&amp;#039;) ist eine [[Rasseltrommel|Klappertrommel]] in [[Indien]] und [[Tibet]], die nach der Form zu den [[Sanduhrtrommel]]n gehört. Die &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; ist ein Attribut mehrerer Gottheiten im [[Hinduismus]] und [[Buddhismus]]. Weitere Namen in der regionalen Volksmusik sind &amp;#039;&amp;#039;dambru, oggu&amp;#039;&amp;#039; und in Südindien &amp;#039;&amp;#039;kudukuduppai, budbudke&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;budbudukalu&amp;#039;&amp;#039;. Religiöse Schriften enthalten umfangreiche symbolische Bezüge von der &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; zu Vorstellungen über das Universum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Damaru instrument 5.jpg|mini|Indische &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Entsprechend dem Sanskritwort heißt [[Bengalische Sprache|Bengali]] &amp;#039;&amp;#039;ḍamaru&amp;#039;&amp;#039;, [[Hindi]] &amp;#039;&amp;#039;ḍamrū&amp;#039;&amp;#039; und [[Marathi]] &amp;#039;&amp;#039;ḍámru&amp;#039;&amp;#039; „Trommel“ und auch „kürbisartig“. Ähnliche Namen in indischen Sprachen finden sich bei einem zur Familie der [[Kürbisgewächse]] gehörenden Baum (&amp;#039;&amp;#039;Ficus racemosa&amp;#039;&amp;#039;) und seinen Früchten, der auf Sanskrit &amp;#039;&amp;#039;udumbara&amp;#039;&amp;#039; genannt wird. Es gibt den Versuch, das Marathiwort &amp;#039;&amp;#039;tamburā&amp;#039;&amp;#039; für eine Langhals[[Lauteninstrument|laute]] (in Indien &amp;#039;&amp;#039;[[vina]]&amp;#039;&amp;#039;) wegen der beiden Resonatoren aus [[Kalebasse]]n an diesem Instrument ebenfalls auf die &amp;#039;&amp;#039;udumbara&amp;#039;&amp;#039;-Frucht zu beziehen, also für &amp;#039;&amp;#039;ḍamaru&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;tamburā&amp;#039;&amp;#039; denselben Ursprung anzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Üblicherweise werden die Saiteninstrumente des Wortumfeldes &amp;#039;&amp;#039;[[tambura]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[tanpura]]&amp;#039;&amp;#039;) auf [[Persische Sprache|Persisch]] &amp;#039;&amp;#039;[[Tanbur|ṭanbur]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;tunbūr&amp;#039;&amp;#039;, auf den [[Arabische Sprache|arabischen]] Plural &amp;#039;&amp;#039;tanābur&amp;#039;&amp;#039; und [[Osmanische Sprache|osmanisch]] &amp;#039;&amp;#039;tunbur&amp;#039;&amp;#039; zurückgeführt, wo sie früher auch Trommeln bedeuteten (vgl. &amp;#039;&amp;#039;[[Tamburin]]&amp;#039;&amp;#039;). Erst ab den mittelindischen Sprachen sind aus dem Persischen stammende Ableitungen von Instrumentenbezeichnungen in Indien zu finden. Sanduhrtrommeln und ihr Sanskritname sind jedoch älter. Eine Herleitung von &amp;#039;&amp;#039;ḍamaru&amp;#039;&amp;#039; nicht aus dem Persischen, sondern aus einem indischen Ursprung im Zusammenhang mit der Kürbisfrucht ist daher wahrscheinlicher.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Knüppel: &amp;#039;&amp;#039;Noch einmal zur möglichen Herkunft von osm. &amp;#039;&amp;#039;tambur(a)~dambur(a)~damur(a)&amp;#039;&amp;#039; etc.&amp;#039;&amp;#039; In: Marek Stachowski (Hrsg.): [http://www2.filg.uj.edu.pl/ifo/kjasis/sec/store/sec-14.pdf &amp;#039;&amp;#039;Studia Etymologica Cracoviensia.&amp;#039;&amp;#039;] Band 14. (PDF; 1,6&amp;amp;nbsp;MB) Krakau 2003, S. 219–226&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ritual Pellet Drum LACMA M.85.298.2 (2 of 2).jpg|mini|Tibetische Ritualtrommel aus zwei Schädeldecken, 18. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Die Länge der &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; variiert zwischen 10 und 25 Zentimetern, sie hat einen Durchmesser von etwa 7 bis 20 Zentimetern. Der [[Resonanzkörper]] der &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; besteht aus [[Holz]], [[Ton (Bodenart)|Ton]] oder [[Bronze]]. Die alte tibetische Sanduhrtrommel &amp;#039;&amp;#039;chang teu&amp;#039;&amp;#039; besteht aus zwei [[Schädeldecke]]n, die mit einem Holzstück verbunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden [[Trommelfell]]e werden aus Tierhaut gefertigt und sind bei größeren Instrumenten durch eine Zickzackschnürung miteinander verbunden. Bei kleinen tibetischen Sanduhrtrommeln sind die Membranen angeklebt. Die &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; hat zwei Schlagsteinchen (Tonkugeln), die jeweils an das Ende einer Baumwollschnur, die von der Trommel herabhängt, gebunden sind. Die Schnur ist in der Mitte um den Korpus gewickelt. Bei einer entsprechenden Drehung des Handgelenkes treffen die Steinchen auf die Trommelfelle und erzeugen ein rasselndes Geräusch. Die Rasseltrommel scheint das ältere Instrument zu sein; größere Sanduhrtrommeln haben keine Rasseln und werden mit der Hand geschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mythologische Bedeutung und Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Indien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Shiva as the Lord of Dance LACMA.jpg|mini|hochkant|links|Tanzender Shiva als [[Nataraja]] mit dem &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; in der rechten oberen Hand]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Vaghya.jpg|mini|hochkant|Vaghya, ein dem Familiengott [[Khandoba]] in [[Maharashtra]] geweihter Tempeldiener mit &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; und [[Glocke]] (&amp;#039;&amp;#039;gante&amp;#039;&amp;#039;). Seine weibliche Entsprechung ist das Tanzmädchen Murali, eine Art [[Devadasi]].]]&lt;br /&gt;
In der [[Hinduismus|hinduistischen]] Mythologie ist die &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; ein Attribut zahlreicher Gottheiten. Als Symbol des Lebens und zugleich des Todes wird die Sanduhrtrommel in der Hand gehalten von der Göttin der Weisheit [[Sarasvati]]; neben den Attributen Schädelgirlande (&amp;#039;&amp;#039;mala&amp;#039;&amp;#039;) und Dreizack in der Hand von Bhadrakali, einer heroischen Form der Todesgöttin [[Kali (Göttin)|Kali]]; von Aghora, dem 14-armigen Zornesaspekt von [[Shiva]]; von Shiva selbst; den [[Gana (Mythologie)|Ganas]], das sind kleine Begleiter von Shiva; und von den [[Dakini]]s, skelettförmigen Hexen. Am bekanntesten ist die Sanduhrtrommel in einer rechten Hand von Shiva in seiner Erscheinungsform als [[Nataraja]], wenn er den kosmischen Tanz &amp;#039;&amp;#039;([[Tandava]])&amp;#039;&amp;#039; aufführt, mit dem er aus dem Feuer (in einer linken Hand) die neue Welt entstehen lässt. Das Rasseln der &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; steht für den Klang des Universums unmittelbar nach seiner Entstehung. Einer Legende zufolge entstand die Sprache Sanskrit aus Shivas Trommelschlägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;#039;&amp;#039;Asthadhayi&amp;#039;&amp;#039; von [[Panini (Grammatiker)|Panini]] (um das 4. Jahrhundert v. Chr.), im &amp;#039;&amp;#039;[[Amarakosha]]&amp;#039;&amp;#039;, einem Sanskrit-[[Thesaurus]] vom Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr., im &amp;#039;&amp;#039;Mahasutasoma-[[Jataka]]&amp;#039;&amp;#039; und in weiteren klassischen Texten werden die &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;dhakka, dimdima&amp;#039;&amp;#039;) erwähnt. In der alten [[Sangam-Literatur|tamilischen Literatur]] taucht der Name &amp;#039;&amp;#039;damarukam&amp;#039;&amp;#039; auf, gelegentlich wurden auch andere Sanduhrtrommeln oder [[Klapper]]n entsprechend bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Bigamudre Chaitanya Deva, [[Josef Kuckertz]]: &amp;#039;&amp;#039;Bharud, Vaghya-murali and the Daff-gan of the Deccan. Studies in the regional folk music of South India.&amp;#039;&amp;#039; (Ngoma. Studien zur Volksmusik und außereuropäischen Kunstmusik, Band 6) Musikverlag Emil Katzbichler, München/Salzburg 1981, S. 128f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Indische Mythologie|indischen Mythologie]] hat die Sanduhrtrommel Bedeutung, als Musikinstrument ist sie in Indien nur noch gelegentlich in der Volksmusik anzutreffen. Um 1900 war sie zu einem Instrument von „Ausrufern, Bettlern und Schlangenbändigern hinabgesunken“.&amp;lt;ref&amp;gt;Curt Sachs, 1915, S. 75&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Personenkreis, zu welchem auch Wahrsager gehören, verwendet sie noch heute. Ein Beispiel hierfür ist die Kaste der Kurubas in [[Andhra Pradesh]], [[Tamil Nadu]] und [[Karnataka]], deren Mitglieder früher Schafhirten waren und für deren Schutzgottheit in Karnataka das Jahresfest &amp;#039;&amp;#039;Mailara Jaatre&amp;#039;&amp;#039; veranstaltet wird. Bei diesem und anderen Festen führen die Goravayyalu, Anhänger der zu den Kurubas gehörenden religiösen Sekte, Rundtänze auf, ansonsten ziehen sie herum, singen Balladen zum Lobe Shivas, betteln und segnen Gläubige. Die Kleidung der Goravayyalu ist auffällig bunt, auf dem Kopf tragen sie schwarze dreieckige Bärenfellmützen, an den Fußgelenken Glockenkettchen. Sie halten eine &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; in der rechten Hand und eine Flöte in der linken. Zu ihrem ritualisierten Benehmen gehört, dass sie wie Hunde bellen und sich für selbige halten.&amp;lt;ref&amp;gt;Sneha Nanda Gopal: {{Webarchiv|url=http://www.businessonlineindia.net/drishtimag/Goravara%20Kunitha.pdf |wayback=20160115125807 |text=&amp;#039;&amp;#039;Folk Forms of Karnataka. Govara Kunitha.&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2019-03-11 17:32:10 InternetArchiveBot }} (PDF; 2,2&amp;amp;nbsp;MB) Drishti Magazine, Nr. 9, S. 10–13&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tibet ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Three monks chanting in Lhasa, 1993.jpg|mini|Volkstümlicher Gesang von drei tibetischen Mönchen in [[Lhasa]], die zwei Sanduhrtrommeln mit Schlagsteinchen und eine [[Gebetsmühle]] bewegen.]]&lt;br /&gt;
In Tibet gelangte die Sanduhrtrommel zusammen mit einer Röhrenknochentrompete (des menschlichen Oberschenkels) &amp;#039;&amp;#039;rkang [[Dung (Musikinstrument)|dung]]&amp;#039;&amp;#039; aus der vorbuddhistischen Geisterreligion des [[Bön]] in die [[Vajrayana|buddhistische Mythologie]]. Die als Korpus verwendeten Schädel stammen häufig von bedeutenden religiösen Lehrern. Das Spiel dieser &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; ist hochrangigen Mönchen vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur im tibetisch-buddhistischen Kulturraum werden Sanduhrtrommeln (regional &amp;#039;&amp;#039;rnga-chung&amp;#039;&amp;#039;) noch in der [[Tibetische Musik#Kultmusik|Ritualmusik]] zu Ehren der [[Dharmapala]]s (Schutzgottheiten) eingesetzt. Zu den Ritualen gehören die Umschreitung des [[Stupa]]s und Tänze, bei denen der Tänzer mit der &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; in der Hand die Dakinis herbeirufen möchte. Die Dakinis ([[Tibetische Sprache|tibetisch]] &amp;#039;&amp;#039;Khadoma,&amp;#039;&amp;#039; Himmelswandlerinnen) werden tanzend und nackt dargestellt. Ihre Attribute sind unter anderem blutgefüllte Schädelschalen, Hackmesser (&amp;#039;&amp;#039;kartrika&amp;#039;&amp;#039;), Dreizack (&amp;#039;&amp;#039;[[trishula]]&amp;#039;&amp;#039;), Donnerkeil oder Zepter (&amp;#039;&amp;#039;rod-rje,&amp;#039;&amp;#039; Sanskrit &amp;#039;&amp;#039;[[vajra]]&amp;#039;&amp;#039;) und &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Anneliese und Peter Keilhauer: &amp;#039;&amp;#039;Ladakh und Zanskar. Lamaistische Klosterkultur im Land zwischen Tibet und Indien.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 1980, S. 173&amp;lt;/ref&amp;gt; Shiva in seiner zornvollen Manifestation als [[Mahakala]] tritt in der tibetischen Götterwelt mit denselben Attributen und mit dem Schlagbalken &amp;#039;&amp;#039;[[Gandi (Schlagbalken)|gandi]]&amp;#039;&amp;#039; in Erscheinung. Der legendäre Gründer des tibetischen Buddhismus im 8. Jahrhundert, [[Padmasambhava]], wird in seiner Manifestation als Guru Pema Gyalpo (Lotos-König) mit Spiegel und der Schädeltrommel &amp;#039;&amp;#039;thod-rnga&amp;#039;&amp;#039; dargestellt. Im Anfang des 12. Jahrhunderts von [[Macig Labdrön]] eingeführten Gcod-Ritual heißt die Schädeltrommel &amp;#039;&amp;#039;gcod-rnga&amp;#039;&amp;#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanduhrtrommeln markieren auch die Pausen zwischen den Zeremonien. Neben der &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; haben in Tibet als Ritualgeräte noch die Handglocke &amp;#039;&amp;#039;dril-bu&amp;#039;&amp;#039; (Sanskrit &amp;#039;&amp;#039;ghanta&amp;#039;&amp;#039;) und der Donnerkeil als das symbolische Paar „weiblich – männlich“ Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Südrand des Himalaya ===&lt;br /&gt;
In den Regionen [[Garhwal]] und [[Kumaon]] im nordindischen Bundesstaat [[Uttarakhand]] ist eine etwas größere Sanduhrtrommel unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;[[Hurka (Trommel)|hurka]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt; die mit ihr begleiteten Lieder werden &amp;#039;&amp;#039;hurkiya bol&amp;#039;&amp;#039; („Worte der Hurkiya“) genannt. Sie sind Teil einer alten [[Epos|epischen]] Tradition, bei deren Aufführung sich kurze Prosarezitationen mit langen Abschnitten in Versform abwechseln. &amp;#039;&amp;#039;Hurkiya&amp;#039;&amp;#039; heißen die vortragenden Berufssänger, sie stammen überwiegend, aber nicht notwendigerweise aus der gleichnamigen sozialen Gruppe, die zur untersten [[Kaste]] der Doms gehört. Der Sänger spielt selbst die Trommel, gelegentlich unterstützen ihn zwei &amp;#039;&amp;#039;hewar&amp;#039;&amp;#039; genannte Männer, die einen gesungenen [[Bordun]]ton hinzufügen und so die Pausen zwischen zwei musikalischen Einheiten ausfüllen. Steuert die Erzählung auf einen dramatischen Höhepunkt zu, so improvisieren Zuschauer zuweilen Tänze mit sparsamen Bewegungen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alain Daniélou]]: &amp;#039;&amp;#039;Südasien. Die indische Musik und ihre Traditionen. Musikgeschichte in Bildern.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Musikethnologie.&amp;#039;&amp;#039; Lieferung 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, S. 86, 88&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine weitere Sanduhrtrommel in Garhwal ist die &amp;#039;&amp;#039;[[daunr]]&amp;#039;&amp;#039;, die wie die &amp;#039;&amp;#039;hurka&amp;#039;&amp;#039; für die Musik in geschlossenen Räumen reserviert ist. Beide Trommeln werden mit einer Hand und einem Stöckchen geschlagen und üblicherweise jeweils zusammen mit einer Blechplatte &amp;#039;&amp;#039;[[thali]]&amp;#039;&amp;#039; gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere indische Sanduhrtrommeln ==&lt;br /&gt;
Eine etwas größere Sanduhrtrommel mit durchschnittlich 25 Zentimetern Länge heißt &amp;#039;&amp;#039;hurukka&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;huruka, hudukka, udukkai, deru&amp;#039;&amp;#039;). Ihr Korpus besteht ebenfalls aus Holz, sie wird mit Stöckchen oder den Fingern geschlagen. Im [[Punjab (Indien)|Punjab]] steht die kleine &amp;#039;&amp;#039;[[dhadd]]&amp;#039;&amp;#039; in der Tradition der epischen Volksdichtung und gehört zur religiösen Musik der [[Sikhismus|Sikhs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ländlichen Volksmusik von [[Karnataka]] und [[Kerala]] wird die kleine Sanduhrtrommel &amp;#039;&amp;#039;tudi&amp;#039;&amp;#039; gespielt. In den Dörfern Keralas war es früher Brauch, einen Dieb mit Hilfe eines &amp;#039;&amp;#039;tudi&amp;#039;&amp;#039;-Spielers zu enttarnen. Der Spieler versammelte die gesamte Dorfbevölkerung auf dem Platz, schlug seine Trommel und belegte den Dieb dermaßen lautstark mit Schimpfwörtern, bis dieser sich mit einer Antwort zu erkennen gab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;[[idakka]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;eddakka&amp;#039;&amp;#039;) von Kerala und anderswo in Südindien besteht aus einem 25 Zentimeter langen Holzkorpus. Die Trommelfelle werden über verschiebbare Metallringe gezogen und miteinander verspannt. Der Spieler schlägt mit einem gebogenen Holzstab in der einen Hand, während er mit der anderen Hand an einer um die Mitte gewickelten Schnur zieht und so in engen Grenzen die Fellspannung und damit die Tonhöhe verändern kann. Die schwierig zu spielende Trommel kommt bei Tänzen, Volkstheatern und wie die &amp;#039;&amp;#039;[[timila]]&amp;#039;&amp;#039; bei religiösen Zeremonien zum Einsatz.&amp;lt;ref&amp;gt;Bigamudre Chaitanya Deva: &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments.&amp;#039;&amp;#039; National Book Trust, Neu-Delhi 1977, S. 41f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die über die Ausbreitung des Buddhismus nach [[Ostasien]] gelangten Sanduhrtrommeln sind längst außer Gebrauch. Zum tibetischen Kulturkreis gehört die zweifellige Stieltrommel &amp;#039;&amp;#039;ji wu&amp;#039;&amp;#039; der nationalen chinesischen Minderheit [[Qiang]]. Sie besitzt ebenfalls zwei an Schnüren befestigte Schlagsteine und wird als [[Schamanentrommel]] verwendet. Eine ähnliche Stieltrommel der [[Naxi]] in China leitet ihren Namen &amp;#039;&amp;#039;dtâ-bbêr-lèr&amp;#039;&amp;#039; (gesprochen „damberlor“) von &amp;#039;&amp;#039;damaru&amp;#039;&amp;#039; ab&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Oppitz: &amp;#039;&amp;#039;Ethnology Ritual Objects of the Qiang Shamans.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;RES: Anthropology and Aesthetics,&amp;#039;&amp;#039; No. 45, Frühjahr 2004, S. 25&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einen alten indischen Kultureinfluss geht die &amp;#039;&amp;#039;bandaw&amp;#039;&amp;#039; in [[Thailand]] zurück. Die kleine sanduhrförmige Rasseltrommel ist etwa 16 Zentimeter lang, beide Felle haben 14 Zentimeter Durchmesser. Die &amp;#039;&amp;#039;bandaw&amp;#039;&amp;#039; wird nicht mit den Händen gespielt. Stattdessen schlägt eine einzelne Kugel, die an einer Schnur am Ende eines mittig aufgesetzten Haltegriffs befestigt ist, beim schnellen ruckartigen Drehen abwechselnd gegen beide Membrane.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://tkapp.tkpark.or.th/stocks/content/opendream/instruments1/66_bandaw/web/index_en.html &amp;#039;&amp;#039;Bandaw.&amp;#039;&amp;#039;] tkapp.tkpark.or.th (englische Beschreibung, Abbildungen und Hörprobe)&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Haltegriff ist 13 Zentimeter lang und hat die Form eines [[Chedi]]. Der Spieler bewegt mit beiden Händen zwei &amp;#039;&amp;#039;bandaw&amp;#039;&amp;#039; simultan. Das Instrument kommt nur bei seltenen königlichen Zeremonien vor.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Bandaw.&amp;#039;&amp;#039; In: Laurence Libin (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Grove Dictionary of Musical Instruments&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 1, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, S. 214&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rinjing Dorje, Ter Ellingson: [http://www.luxlapis.co.za/damaru.pdf &amp;#039;&amp;#039;„Explanation of the Secret Gcod Ḍa ma ru“ an Exploration of Musical Instrument Symbolism.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Asian Music,&amp;#039;&amp;#039; Band 10, Nr. 2 (&amp;#039;&amp;#039;Tibet Issue&amp;#039;&amp;#039;) 1979, S. 63–91&lt;br /&gt;
* Mireille Helffer: &amp;#039;&amp;#039;Mchod rol: Les instruments de la musique tibétaine.&amp;#039;&amp;#039; CNRS Èditions, Paris 1994, S. 232–250&lt;br /&gt;
* Mireille Helffer, Wolfgang Hauptfleisch: &amp;#039;&amp;#039;Tibet, Bhutan, Ladakh. II. Musiktraditionen der Klöster. 3. Instrumente und instrumentale Zwischenspiele&amp;#039;&amp;#039;. In: (&amp;#039;&amp;#039;[[Die Musik in Geschichte und Gegenwart]],&amp;#039;&amp;#039; 1998) &amp;#039;&amp;#039;MGG Online&amp;#039;&amp;#039;, November 2016&lt;br /&gt;
* Mireille Helffer: &amp;#039;&amp;#039;Rnga.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online&amp;#039;&amp;#039;, 22. September 2015&lt;br /&gt;
* Andreas Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Trommeln. B. Außereuropäischer Bereich. VI. Südasien.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;MGG Online&amp;#039;&amp;#039;, November 2016&lt;br /&gt;
* [[Curt Sachs]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Musikinstrumente Indiens und Indonesiens.&amp;#039;&amp;#039; Georg Reimer Verlag, Berlin 1915, S. 74–76&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* David Courtney: [http://www.chandrakantha.com/articles/indian_music/damaru.html &amp;#039;&amp;#039;Damaru. Hour-glass shaped drum of India.&amp;#039;&amp;#039;] chandrakantha.com&lt;br /&gt;
* [https://www.indianetzone.com/52/damaru.htm &amp;#039;&amp;#039;Damaru, Percussion Instruments.&amp;#039;&amp;#039;] Indianetzone&lt;br /&gt;
* [http://orgs.usd.edu/nmm/Tibet/1383/Damaru.html &amp;#039;&amp;#039;Skull Drum (Damaru), eastern Tibet, mid-19th Century.&amp;#039;&amp;#039;] Beede Gallery, National Music Museum, University of South Dakota&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schlagtrommel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Traditionelles indisches Musikinstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buddhismus in Tibet]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduistische Musik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Symbol (Hinduismus)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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