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	<title>Daker - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Neuausgabe von &amp;quot;Dacia Felix&amp;quot; hinzugefügt: https://buchshop.bod.de/dacia-felix-kai-brodersen-9783911527071&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum englischen Schauspieler siehe [[David Daker]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Tribes in Ancient Thrace (English).png|mini|Siedlungsgebiet von Dakern (in Blau) im 1. Jahrtausend v. Chr.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Daker&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; waren ein den [[Thraker]]n verwandtes [[Volk]], das seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Gebiete des westlichen [[Schwarzes Meer|Schwarzmeergebietes]] um die [[Karpaten]] im heutigen [[Rumänien]] besiedelte. Den Angaben antiker griechischer und römischer Schriftsteller zufolge scheinen die Daker aus den [[Geten]] hervorgegangen zu sein. Zuverlässige Informationen über die Geschichte der Daker liegen vor allem für das 1. Jahrhundert v. Chr. und das 1. Jahrhundert n. Chr. vor. Im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. wurde [[Dakien]] durch das [[Römisches Reich|Römische Reich]] erobert und zur [[Römische Provinz|Provinz]] &amp;#039;&amp;#039;Dacia&amp;#039;&amp;#039; umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellenlage ==&lt;br /&gt;
Es existieren kaum schriftliche [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quellen]], die von den Dakern selbst stammen. Zu den wenigen Ausnahmen gehören die dakischen Münzen mit ihren kurzen Aufschriften ([[Legende (Numismatik)|Legenden]]). Das heutige Wissen über die Daker basiert zu wesentlichen Teilen auf [[Archäologie|archäologischen]] Ausgrabungen einerseits und auf den Berichten antiker Schriftsteller andererseits. Diese gehörten häufig Völkern und Kulturen an, die mit den Dakern verfeindet waren oder sich diesen zumindest kulturell überlegen fühlten. Die vorliegenden Berichte sind also vielfach äußerst verzerrt und von bestimmten Darstellungsabsichten geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe den Überblick zur Quellenlage bei Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 12–30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Vordergrund standen vielfach nicht ausgewogene und differenzierte Beschreibungen der dakischen Kultur, sondern pauschale [[Ethnographie|ethnographische]] Stereotypen ([[Topos (Geisteswissenschaft)|Topoi]]) wie beispielsweise bei [[Tacitus]], der in den Dakern „ein stets unzuverlässiges Volk“ sah.&amp;lt;ref&amp;gt;Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;[[Historiae (Tacitus)|Historien]]&amp;#039;&amp;#039; 3,46,2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Siedlungsgebiet ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Daker2.jpg|mini|Büste eines Dakers aus dem frühen 2. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie waren mit den benachbarten [[Geten]] verwandt und sollen dieselbe Sprache wie diese gesprochen haben. Erst ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. waren beide Stämme unter [[Burebista]] vollständig im Dakerreich vereint und expandierten auch in die [[Karpaten]]. Als Machtzentrum bildete sich in dieser Zeit [[Sarmizegetusa Regia|Sarmizegetusa]] im heutigen Siebenbürgen heraus. Als ältere dakische Hauptstadt kursiert in der modernen Literatur teilweise der Ortsname [[Argedava]], der jedoch auf der spekulativen Interpretation einer unvollständig erhaltenen griechischen Inschrift aus dieser Zeit basiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 60/59 v.&amp;amp;nbsp;Chr. unterwarfen die Daker die [[Boier]] und [[Taurisker]] und attackierten die griechische Stadt [[Olbia (Schwarzes Meer)|Olbia]] am Schwarzen Meer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Unterwerfung durch [[Trajan]] umfasste die [[Römisches Reich|römische]] [[Provinz]] ([[Dakien|Dacia]]) im Wesentlichen das von ihnen bewohnte Gebiet. Die Provinz reichte aber über das [[Territorium]] des heutigen [[Rumänien]]s hinaus und schloss im Westen Teile der [[Pannonische Tiefebene|Pannonischen Tiefebene]] (im heutigen [[Ungarn]] und in [[Vojvodina|Nordserbien]]) und im Osten auch Teile [[Republik Moldau|Moldawiens]] und [[Bulgarien]]s ein. Die Herkunft der [[Rumänen]] bzw. des [[Rumänische Sprache|Rumänischen]] von den Dakern über die Zwischenstufe einer dako-romanischen Mischbevölkerung ist Gegenstand der [[Dako-romanische Kontinuitätstheorie|dako-romanischen Kontinuitätstheorie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Traj col battle 5.jpg|mini|Schlachtszene zwischen den Dakern und den Römern auf der [[Trajanssäule]]]]&lt;br /&gt;
=== Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. lässt sich die Geschichte der Daker kaum nachverfolgen, weil in den schriftlichen Quellen der Antike nur die benachbarten (und wohl teilweise verwandten) Völker wie die [[Thraker]] und [[Geten]] erwähnt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 39–59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine vereinzelte mögliche Ausnahme ist die eventuelle Erwähnung des Herrschers [[Oroles]] – allerdings ist umstritten, ob Oroles in dieser erst deutlich später niedergeschriebenen Quelle tatsächlich als dakischer oder doch als getischer Anführer bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Strobel]]: &amp;#039;&amp;#039;Südosteuropa in der Zeit von Republik und Principat: Vorgeschichte, Etablierung und Konsolidierung römischer Herrschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Fritz Mitthof]], [[Peter Schreiner (Byzantinist)|Peter Schreiner]], [[Oliver Jens Schmitt]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Herrschaft und Politik in Südosteuropa von der römischen Antike bis 1300&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Handbuch zur Geschichte Südosteuropas.&amp;#039;&amp;#039; Band 1). Teilband 1, De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2019, ISBN 978-3-11-063966-7, S. 131–322, hier S. 177.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die früheste antike Quelle, die möglicherweise die Daker erwähnt, ist das Werk &amp;#039;&amp;#039;[[De bello Gallico]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Gaius Iulius Caesar]]. Darin befindet sich ein geographischer Exkurs, in dem die Daker als Volk an der mittleren Donau erwähnt werden. Allerdings wird diese Passage von einigen Forschern auch als ein späterer antiker Zusatz in Caesars Werk interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Gaius Iulius Caesar, &amp;#039;&amp;#039;De bello Gallico&amp;#039;&amp;#039; 6,25. Zu dieser Passage siehe Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Burebista und die folgenden Jahrzehnte ===&lt;br /&gt;
Im selben Zeitraum um 50 v. Chr., in dem Caesars Geschichtswerk entstand, wird jedoch auch davon abgesehen die dakische Geschichte erstmals genauer fassbar. In dieser Phase entstand unter dem König [[Burebista]] aus den unterschiedlichen dakisch-getischen Stämmen ein erstes großes Dakerreich mit dem Schwerpunkt im heutigen [[Siebenbürgen]]. Im Westen reichte es bis nach [[Mähren]], wo es einige Stämme der [[Kelten]] unterwarf, im Osten bis ans [[Schwarzes Meer|Schwarze Meer]] und zum [[Südlicher Bug|Bug]] und im Süden bis hin zum Balkan-Gebirge. Im Jahr 44 v. Chr. wurde Burebista ermordet und sein Reich zerfiel in mehrere Teile – deren genaue Zahl und Größe jedoch in der Folgezeit schwankte, wie der antiken Geograph [[Strabon]] feststellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 7,3,11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die folgenden etwa eineinhalb Jahrhunderte sind verschiedene dakische Anführer bezeugt, die hauptsächlich wegen ihrer feindlichen oder freundlichen Haltung den Römern gegenüber in den griechischen und lateinischen Quellen erwähnt werden (darunter [[Cotiso]] und [[Scorylo]]). Die [[Nationalgeschichte|national geprägte Geschichtsschreibung]] hat versucht, diese Herrscher zu einer Dynastie zu verbinden und in einer kontinuierlichen Herrscherabfolge anzuordnen. Diese Versuche gelten jedoch wissenschaftlich als problematisch, weil es keinerlei Beleg dafür gibt, dass in dieser Zeit ein vereinigtes dakisches Königreich existierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29 v. Chr. unterlag eine dakische Gruppe als Verbündete des [[Marcus Antonius]] gegen Oktavian, den späteren Kaiser [[Augustus]]. 16 v. Chr. fielen Daker über die zugefrorene Donau in [[Pannonien]] ein, wurden jedoch von Kaiser Augustus vernichtend geschlagen und zur Anerkennung der römischen Oberherrschaft gezwungen. Nach der [[Romanisierung]] der umliegenden Gebiete entstand eine Freundschaft mit Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriege gegen die Römer unter Domitian ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Dakerkriege}}&lt;br /&gt;
In den 80er Jahren kam es zu einer größeren Konfrontation zwischen Römern und Dakern. Die antiken Quellen nennen als dakischen Herrscher oder Anführer entweder einen Duras, einen Diupaneus oder einen Dorpaneus. Ob es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, ist unklar. In der modernen Forschung werden alle drei Namensformen außerdem teilweise noch mit dem letzten Dakerkönig [[Decebalus]] gleichgesetzt, um diesen als möglichst langjährigen und erfolgreichen Regenten erscheinen zu lassen – dafür gibt es jedoch keinerlei antike Belege oder sachliche Gründe.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 99–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kampfhandlungen begannen mit einer Offensive der Daker (oder eines dakischen Teilstammes), die im Jahr 85 n. Chr. über die Donau übersetzten und in die römische Provinz [[Moesia]] (auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien und Serbien) eindrangen. Der moesische Statthalter [[Gaius Oppius Sabinus]] wurde umgebracht, woraufhin den dakischen Angreifern größere Teile Moesiens zur Plünderung offenstanden. Der römische Kaiser [[Domitian]] sah sich gezwungen, Truppen aus verschiedenen anderen Reichsteilen nach Moesien abzukommandieren, um die Daker abzuwehren und eine Strafexpedition gegen sie zu starten. Es wurde vermutet, dass aus diesem Grund auch der damals stattfindende römische Feldzug gegen den Volksstamm der [[Chatten]] im heutigen [[Hessen]] abgebrochen wurde. Die in Moesien zusammengezogenen Truppen wurden im Folgejahr (86 n. Chr.) unter Führung des Generals [[Cornelius Fuscus]] über die Donau in die dakischen Siedlungsgebiete geschickt. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen der Heere gelang den Dakern jedoch ein Überraschungssieg, bei dem Cornelius Fuscus ums Leben kam und die Besitztümer der römischen Armee geplündert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungefähr in dieser Zeit scheint auch der Dakerkönig [[Decebalus]] an die Macht gekommen zu sein, den die antiken Quellen übereinstimmend als fähigen Kriegsführer schildern. Einer Notiz des Geschichtsschreibers [[Cassius Dio]] zufolge, die in den [[Konstantinische Exzerpte|Konstantinischen Exzerpten]] überliefert ist, soll der dakische Anführer Duras freiwillig zugunsten Decebals zurückgetreten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Cassius Dio, &amp;#039;&amp;#039;Römische Geschichte&amp;#039;&amp;#039; 67,6,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die genaue Herrschaftsabfolge wird unterschiedlich rekonstruiert: Teilweise geht man davon aus, Duras sei bereits Anführer eines vereinigten Dakien gewesen und habe im hohen Alter die Macht an seinen Angehörigen Decebalus überlassen. Andere Forscher nehmen an, Decebalus habe über alle Daker geherrscht mit Ausnahme einer Teilgruppe, die noch Duras unterstand, woraufhin Duras abgedankt habe, um die Vereinigung aller Daker unter einem starken Herrscher zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erneute Niederlage des römischen Heeres unter Fuscus bewog Domitian dazu, den nächsten Versuch eines Rachefeldzuges besser vorzubereiten. Der neue moesische Statthalter [[Marcus Cornelius Nigrinus Curiatius Maternus]] soll einer für ihn errichteten Ehreninschrift zufolge tatsächlich militärische Erfolge erzielt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{CIL|2|3788|R=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 88 n. Chr. unternahm [[Lucius Tettius Iulianus]] einen Feldzug nach Dakien, der zunächst zu einem römischen Sieg in einer Schlacht führte, dann im fluchtartigen Rückzug der Römer endete – Cassius Dio zufolge aufgrund einer dakischen Kriegslist. Domitian bat um Friedensverhandlungen, zu denen Decebalus jedoch nur einen gewissen Diegis (möglicherweise seinen Bruder) schickte. Domitian versprach jährliche Tributzahlungen an die Daker und erkaufte sich dadurch den Frieden; außerdem überließ er den Dakern die Handwerker und Architekten aus dem Tross des römischen Heeres. In Rom hingegen stellte er seinen Dakerfeldzug als großen Erfolg dar und zeigte bei seinem [[Römischer Triumph|Triumphzug]] angebliche Beutestücke, die laut Cassius Dio in Wirklichkeit aus seinen eigenen Schatzkammern stammten. Zudem verlieh er während der Friedensverhandlungen Diegis das [[Diadem]] als Symbol der Königsherrschaft von römischen Gnaden ([[Klientelkönigtum]]). Möglicherweise wollte er auf diese Weise einen Machtkampf zwischen Decebalus und Diegis vom Zaun brechen, vielleicht nahm Diegis das Diadem aber auch nur stellvertretend für Decebalus entgegen. Jedenfalls scheinen die Verhandlungen tatsächlich zu einer längeren Phase des Friedens zwischen Römern und Dakern geführt zu haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 102–107.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilweise wird vermutet, dass nicht nur der dakische Kriegserfolg dafür sorgte, dass Domitian um Frieden bat. Zur gleichen Zeit scheinen sich an den Grenzen der Provinz [[Pannonien]] die Stämme der [[Markomannen]] und [[Jazygen]] gegen Rom erhoben zu haben. Domitian musste daran gelegen sein, ein markomannisch-jazygisch-dakisches Bündnis zu vermeiden, das zu einem gefährlichen Mehrfrontenkrieg für die Römer geführt hätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krieg gegen die Römer unter Trajan ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Dakerkriege}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Traianus denarius 105 90020184.jpg|mini|Silbermünze ([[Denar (Rom)|Denar]]) des Kaisers Trajan aus dem Jahr 105, auf der Vorderseite die [[Büste]] des Kaisers, auf der Rückseite der Kaiser zu Pferd über einen am Boden liegenden Daker reitend]]&lt;br /&gt;
Der Frieden mit den Dakern wurde nach Domitians Tod 96 n. Chr. in Rom als gewaltige Schmach empfunden. Deshalb begann Kaiser [[Trajan]] kurz nach seinem Machtantritt mit Kriegsvorbereitungen. Truppen aus verschiedenen Reichsteilen wurden an die Donaugrenze verlegt (wovon unter anderem das sogenannte [[Hunt’s Pridianum]] zeugt), die [[Donausüdstraße]] wurde ausgebaut (wovon die [[Tabula Traiana]] zeugt) und die Donau-Engstelle am [[Eisernes Tor|Eisernen Tor]] wurde durch einen Kanal besser schiffbar gemacht (wovon eine Bauinschrift Trajans zeugt). Nach diesen Vorbereitungen trat Trajan 101 n. Chr. in den Krieg mit den Dakern unter [[Decebalus]] ein, indem er mit seinem Heer über die Donau setzte. In den Quellen ist von einer Schlacht die Rede, in der die Römer siegreich waren. Zu einer kriegsentscheidenden Wendung scheint es jedoch nicht gekommen zu sein und die römische Armee wird sich im Spätjahr wieder über die Donau zurückgezogen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 112–119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgejahr, 102 n. Chr., begann Trajan einen neuen Feldzug nach Dakien, der recht erfolgreich verlaufen zu sein scheint. Decebalus sandte hochrangigere Gesandte als im Vorjahr und ließ sie um Frieden bitten. Ein persönliches Treffen zwischen den beiden Monarchen scheiterte, da Trajan nicht selbst erscheinen wollte, sondern nur zwei seiner hohen Generäle ([[Tiberius Claudius Livianus]] und [[Lucius Licinius Sura]]) schickte und Decebalus daraufhin selbst auf ein persönliches Erscheinen verzichtete. Als Trajan weitere Eroberungen verzeichnen konnte, mehrere dakische [[Höhensiedlung]]en einnahm und auch die Schwester des Decebalus gefangen nahm, musste dieser kapitulieren. Er gab seine Eroberungen und Beutestücke der letzten Jahre wieder auf, verpflichtete sich zu vollständiger politischer Loyalität zum Römischen Reich und musste römische Garnisonen in seinem Reich akzeptieren. Das Dakerreich und seine politische und gesellschaftliche Struktur blieb jedoch unangetastet. Trotzdem konnte Trajan in Rom einen [[Römischer Triumph|Triumphzug]] feiern und den Siegesbeinamen „Dacicus“ annehmen. Warum sich der Kaiser mit diesem Kompromiss zufriedengab und auf eine Eroberung Dakiens verzichtete, ist unklar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Brodersen: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4, S. 120–124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TRAIANUS RIC II 98-874283.jpg|mini|Silbermünze (Denar) des Kaisers Trajan von etwa 107–111, auf der Vorderseite die Büste des Kaisers, auf der Rückseite die trauernde [[Personifikation]] Dakiens auf einem Haufen aus Waffen sitzend]]&lt;br /&gt;
Nach der Abreise Trajans rüstete Decebalus jedoch erneut und begann nach Verbündeten zu suchen. Das führte zum Zweiten Dakerkrieg (105–106), in dessen Verlauf Dakien besiegt und die römische Provinz Dacia eingerichtet wurde. Decebalus beging wie viele seiner Landsleute und seiner Generäle Selbstmord, nachdem ihm die Flucht misslungen war. Sarmizegetusa wurde nach der Eroberung durch die Römer zerstört. 40&amp;amp;nbsp;km vom Ursprungsort entfernt bauten sie eine neue Stadt. Diese wurde als Colonia [[Ulpia Traiana Sarmizegetusa]] Hauptstadt der nun römischen Provinz Dacia. Trajan kehrte mit 330 Tonnen [[Gold]], 165 Tonnen [[Silber]] und mit 50.000 [[Kriegsgefangener|Gefangenen]] zurück. Somit konnte er die fatalen finanziellen Probleme Roms lösen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sieg Trajans über die Daker wurde in Rom, neben anderen Erfolgen, auf der [[Trajanssäule]] dargestellt. In Dakien selbst entstand unter anderem das [[Tropaeum Traiani]], ein Siegesdenkmal im heutigen [[Adamclisi]], an dem zugleich der Gefallenen der Dakerkriege (oder einzelner Feldzüge) gedacht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den damit verbundenen Fragen siehe etwa Polly Lohmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Archäologie und Politik. Die zwei Geschichten des Tropaeum Traiani zwischen Heidelberg und Adamklissi.&amp;#039;&amp;#039; Propylaeum, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-948465-95-7, [[DOI:10.11588/propylaeum.739]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem schrieb Kaiser Trajan ein eigenes Werk über die Dakischen Kriege, das jedoch verloren ging und nur durch ein fünf Wörter umfassendes Zitat aus den &amp;#039;&amp;#039;Institutiones grammaticae&amp;#039;&amp;#039; des spätantiken Schriftstellers [[Priscian]] bekannt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Priscian, &amp;#039;&amp;#039;Institutiones grammaticae&amp;#039;&amp;#039; 6,13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schicksal nach den Dakerkriegen ===&lt;br /&gt;
Das Schicksal der Daker nach dem römischen Sieg in den Dakerkriegen ist unklar und in der Wissenschaft umstritten. In der früheren Forschung nahm man oft an, dass das dakische Volk vollständig ausgerottet wurde beziehungsweise dass alle Daker, die nicht von der römischen Eroberungsmacht getötet wurden, das Land verlassen oder in [[hermetisch]] abgeriegelten [[Ghetto]]s leben mussten. Mittlerweile lässt sich jedoch nachweisen, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl an Dakern die römische Eroberung überlebte und in der Bevölkerung der römischen Provinz Dakien aufging.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dumitru Protase]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Forschungsstand zur Kontinuität der bodenständigen Bevölkerung im römischen Dazien (2.–3. Jh.).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hildegard Temporini-Gräfin Vitzthum|Hildegard Temporini]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Aufstieg und Niedergang der römischen Welt]].&amp;#039;&amp;#039; Band II/6, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1977, S. 990–1015.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dort bildete sich eine heterogene Gesellschaft heraus, die durch einheimische, italisch-römische und anderen mediterrane Einflüsse geprägt wurde und in der die dakische Kultur zwar nicht mehr dominierend war, aber dennoch in einigen Traditionen fortbestand und damit auf das Fortleben einer dakischen Bevölkerungsschicht hinweist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Nicolae Gudea]], Thomas Lobüscher: &amp;#039;&amp;#039;Dacia. Eine römische Provinz zwischen Karpaten und Schwarzem Meer&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Zaberns Bildbände zur Archäologie]]&amp;#039;&amp;#039; / &amp;#039;&amp;#039;[[Orbis Provinciarum]]&amp;#039;&amp;#039;). Philipp von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-3415-X, besonders S. 58–63.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dakischen Bevölkerungsgruppen, die außerhalb der römischen Provinz Dakien lebten, werden oft mit dem wertenden Begriff „freie Daker“ bezeichnet. Die alte Forschungshypothese, dass auch diese „freien Daker“ sich weitgehend an die römische Lebensart anpassten und eine starke [[Romanisierung]] erfuhren, ist mittlerweile in der Wissenschaft widerlegt, findet sich aber weiterhin in populärer Literatur wie zum Beispiel Schulbüchern.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexandru Popa: &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zur Romanisierung jenseits des dako-moesischen Limes im Spannungsfeld zwischen Schulbuch, Fachwissenschaft und Politik.&amp;#039;&amp;#039; In: Roxana-Gabriela Curcă, [[Alexander Rubel]], Robin P. Symonds, Hans-Ulrich Voß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rome and Barbaricum. Contributions to the archaeology and history of interaction in European protohistory&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archaeopress Roman Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; Band 67). Archaeopress, Oxford 2020, ISBN 978-1-78969-103-0, S. 115–134.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Dumitru Berciu: &amp;#039;&amp;#039;Daco-Romania&amp;#039;&amp;#039;. Heyne, München 1981, ISBN 3-453-35028-6.&lt;br /&gt;
* [[Kai Brodersen]]: &amp;#039;&amp;#039;Dacia Felix. Das antike Rumänien im Brennpunkt der Kulturen&amp;#039;&amp;#039;. wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8053-5059-4. Neuausgabe Frölich &amp;amp; Kaufmann, Berlin 2025, ISBN 978-3-911527-07-1&lt;br /&gt;
* {{RGA|5|185|189|Dakien|[[Horst Callies]]}}&lt;br /&gt;
* {{DNP|3|277|280|Dakoi, Dakia|Johannes Kramer|}}&lt;br /&gt;
* Vasile Lica: &amp;#039;&amp;#039;The Coming of Rome in the Dacian World&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Xenia. Konstanzer Althistorische Vorträge und Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Heft 44). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 2000, ISBN 3-87940-707-X.&lt;br /&gt;
* Maria Munteanu-Barbulescu (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Die Daker. Archäologie in Rumänien.&amp;#039;&amp;#039; Katalog zur Ausstellung im Römisch-Germanischen Museum vom 8. Juli bis 15. Sept. 1980. Zabern, Mainz 1980, ISBN 3-8053-0457-9.&lt;br /&gt;
* Peter Wilcox, Gerry Embleton: &amp;#039;&amp;#039;Rome’s Enemies 1. Germanics and Dacians&amp;#039;&amp;#039;. Osprey, London 1982, ISBN 0-85045-473-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;I Daci.&amp;#039;&amp;#039; Katalog zur Ausstellung Florenz 1997. Electa, Mailand 1997, ISBN 88-435-6018-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Dacians|Daker}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4070196-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Daker| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische europäische Ethnie]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geschichte (Pannonische Tiefebene)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KaiBrodersen</name></author>
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