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	<title>Dainas - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T23:51:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dainas&amp;diff=144633&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;16Exul82: /* Zwei Dainas im Original und übersetzt */</title>
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		<updated>2025-10-14T19:49:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zwei Dainas im Original und übersetzt&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt die Volkslieder bzw. Gedichte. zum Sportpädagogen siehe [[Kurt Dainas]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Dainu skapja oriģināls LNB.jpg|mini|Der [[Daina-Schrank]] mit fast 218.000 lettischen dainas, [[Lettische Nationalbibliothek]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lettland dainas.jpg|mini|Dainas (Aufzeichnungen von Barons) an einer Hauswand in Riga]]  &lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dainas&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (sing. &amp;#039;&amp;#039;daina&amp;#039;&amp;#039;) sind traditionelle [[Lettland|lettische]] [[Volkslied]]er oder [[Gedichte]]. Der Begriff wurde 1893 auf Anregung von Henrijs Visendorfs aus dem Litauischen entlehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Latviešu etimoloģijas vārdnīca divos sējumos&amp;#039;&amp;#039;. Avots, Riga 1992, Bd. 1, S. 196 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dainas sind sehr kurz, selten länger als vier Zeilen, höchstens sechs Zeilen lang. Sie sind jedoch für die lettische [[Kultur]] und das [[Ethnie|ethnische]] Bewusstsein der Letten wichtig und unverzichtbar, ebenfalls für die Erforschung der [[Lettische Mythologie|lettischen Mythologie]] und darüber hinaus der [[Baltische Mythologie|baltischen Mythologie]] sowie der [[Lettische Sprache|lettischen Sprachgeschichte]]. Die [[Litauen|litauischen]] &amp;#039;&amp;#039;[[dainos]]&amp;#039;&amp;#039; (sing. ebenfalls &amp;#039;&amp;#039;daina&amp;#039;&amp;#039;) sind zumeist wesentlich länger und detaillierter, dabei aber mit einem schwerer erschließbaren mythischen Gehalt (siehe hierzu [[Litauische Mythologie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursprung und Geschichte ==&lt;br /&gt;
In Jahrhunderten der [[Geschichte Lettlands|Fremdherrschaft]] stellten Dainas eine wichtige Möglichkeit des lettischen Volkes zur Überlieferung eigener [[Mythos|Mythen]] und der Verwirklichung einer [[nation]]alen Kultur dar. Während andere [[Volk|Völker]] [[Europa]]s ihre [[Identität]] in [[Wissenschaft]], [[Philosophie]] oder [[Literatur]] finden konnten, blieb den Letten, die ein Volk auf dem Lande waren – die Städte waren deutsch- bzw. russischsprachig – nur das archaische Mittel der [[Mündliche Überlieferung|mündlichen Überlieferung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während jedoch in anderen europäischen Kulturen die [[Folklore|folkloristischen]] Elemente mit der Entwicklung des geschriebenen Wortes, vor allem des [[Buchdruck]]s, zu großen Teilen verloren gingen, blieben die Dainas bis zum Beginn des [[20. Jahrhundert]]s für die Letten ein lebendiges und sich weiter entwickelndes Ausdrucksmittel. Auch heute noch ist das Zitieren und Singen dieser Gedichte in Lettland üblich und weit verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des &amp;#039;&amp;#039;Nationalen Erwachens&amp;#039;&amp;#039; der Letten (siehe [[Jungletten]]) begann die Sammlung und Aufarbeitung der bis dann ausschließlich mündlich überlieferten Dainas. Sie bildeten auch die Grundlage der beeindruckenden Tradition der [[Sängerfest (Baltikum)|Sängerfeste]] im Baltikum, die inzwischen zum [[UNESCO-Weltkulturerbe]] gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Gottfried Herder]] sammelte während seines [[Riga]]-Aufenthalts von 1764 bis 1769 einige Dainas und veröffentlichte sie 1778/79 in seinem zweibändigen Werk &amp;#039;&amp;#039;Volkslieder&amp;#039;&amp;#039; (1807 erschienen unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Stimmen der Völker in Liedern]]&amp;#039;&amp;#039;). Sein Verdienst ist die Erhebung des Volkslieds zum Kulturgut. Die Grundlage für die Ende des [[19. Jahrhundert]]s einsetzende, von der Moskauer Gesellschaft der Freunde von Naturwissenschaft, Anthropologie und Volkskunde initiierte systematische Erforschung und Sammlung der lettischen Volkslieder bildeten die Sammlungen deutscher Pastoren in Livland (Bergmann, Ulmann, Wahr, Büttner).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1894 und 1915 veröffentlichte der Astronom [[Krišjānis Barons]], der „Vater der Dainas“, die größte und bis heute wichtigste Sammlung von den lettischen Dainas – 217.996 Lieder in sechs Bänden. Der von ihm entworfene [[Daina-Schrank]] &amp;#039;&amp;#039;(Dainu skapis)&amp;#039;&amp;#039; ist heute ein „nationales Heiligtum“ der Letten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind Schätzungen zufolge rund 1,2 Millionen Dainas schriftlich fixiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Art. &amp;#039;&amp;#039;Dainas&amp;#039;&amp;#039;. In: {{Webarchiv|url=http://www.lettonie.lv/sites/default/files/media/centenary/latvia_100_snapshot_stories_web.pdf |wayback=20180409234001 |text=&amp;#039;&amp;#039;Latvia 100 snapshot stories&amp;#039;&amp;#039; }}, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Dainas werden von [[Ethnologe]]n, [[Sprachwissenschaftler]]n, [[Matriarchatsforschung|Matriarchatsforschern]], [[Archäologie|Archäologen]] u.&amp;amp;nbsp;ä. Wissenschaftlern zunehmend als ein wertvolles Fenster in die frühe [[Indogermanische Sprachfamilie|indogermanische]] Sprach- und Kulturgeschichte entdeckt, da die Dainas nur geringfügig und erst sehr spät von der [[Christianisierung]] beeinflusst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Kennern der lettischen Dainas zählt auch die Ethnologin und ehemalige lettische Präsidentin [[Vaira Vīķe-Freiberga]]. Sie arbeitete auf diesem Gebiet gemeinsam mit ihrem Ehemann [[Imants Freibergs]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„Es muss bemerkt werden, dass für den Letten die Dainas mehr bedeuten, als nur eine literarische Tradition. Sie sind für ihn die Verkörperung des von Vorvätern überlieferten kulturellen Erbes, denen die Geschichte greifbarere Ausdrucksformen verweigerte. Diese Lieder bilden die Grundlage der lettischen Identität und Singen wird zu einer identifizierbaren Eigenschaft eines Letten.“ (Vaira Vīķe-Freiberga, Journal of Baltic Studies, 1975)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zwei Dainas im Original und übersetzt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:1937. Daina auf lettischer Schürze.Erna Gebhard.jpg|mini|Daina auf eine Schürze gestickt, 1938: Ich ging nicht traurig, kein Ort hat mich bekümmert, mit einem Lied ging ich aufs Feld, mit frohen Worten heim in den Hof.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Visu gadu dziesmas krāju,&lt;br /&gt;
:Jāņu dienu gaidīdama.&lt;br /&gt;
:Nu atnāca Jāņu diena,&lt;br /&gt;
:Nu dziesmiņas jāizdzieda.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersetzung:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:Das ganze Jahr sammelte ich Lieder,&lt;br /&gt;
:Auf den [[Jāņi]]-Tag wartend,&lt;br /&gt;
:Nun ist der Jāņi-Tag gekommen,&lt;br /&gt;
:Nun werden die Lieder gesungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Kas to teica, tas meloja,&lt;br /&gt;
:Ka saulīte nakti guļ;&lt;br /&gt;
:Vai saulīte tur uzlēca,&lt;br /&gt;
:Kur vakaru norietēj&amp;#039;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersetzung:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:Wer das sagt, der lügt,&lt;br /&gt;
:Dass die Sonne nachts schläft;&lt;br /&gt;
:Geht die Sonne dort auf,&lt;br /&gt;
:Wo sie abends untergeht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgewählte Dainas in deutscher Übersetzung ==&lt;br /&gt;
* [[August Bielenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Holzbauten und Holzgeräte der Letten. Ein Beitrag zur Ethnographie, Culturgeschichte und Archaeologie der Völker Russlands im Westgebiet&amp;#039;&amp;#039; (2 Bände). St. Petersburg 1907–1918; Nachdruck: v. Hirschheydt, Hannover-Döhren 1969 (mit vielen Dainas in lettischer und deutscher Sprache).&lt;br /&gt;
* Annemarie Bostroem, [[Welta Ehlert]]: &amp;#039;&amp;#039;Hab fünf Truhen voller Lieder. Lettische Dainas&amp;#039;&amp;#039;. Rütten und Loening, Berlin 1985, ISBN 3-352-00058-1.&lt;br /&gt;
* [[Manfred Bissinger (Altphilologe)|Manfred Bissinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Lieder Lettlands. 178 Lettische Dainas&amp;#039;&amp;#039;. Edition Bavaria, München 2005, ISBN 3-00-016820-6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kur Dieviņi tu paliksi. Wo Gott wirst du bleiben dann. Lettische Volkspoesie.&amp;#039;&amp;#039; Ausgewählt von [[Amanda Aizpuriete]]. Nachgedichtet von [[Manfred Peter Hein]] anhand der Übersetzung von Horst Bernhardt. Queich-Verlag, Germersheim 2011, ISBN 978-3-939207-01-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Benita Spielhaus: &amp;#039;&amp;#039;Die mythologischen Gestalten in den lettischen Dainas und ihre Widerspiegelung in der lettischen Literatur&amp;#039;&amp;#039;. Diss., Humboldt-Universität, Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät, Berlin 1970.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Scholz (Sprachwissenschaftler)|Friedrich Scholz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Literaturen des Baltikums. Ihre Entstehung und Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; (= Abhandlungen der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 80). Westdeutscher Verlag, Opladen 1990, ISBN 3-531-05097-4.&lt;br /&gt;
* Alfrēds Gāters: &amp;#039;&amp;#039;Lettische Syntax. Die Dainas&amp;#039;&amp;#039;. Peter Lang, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-631-42472-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.literatur.lv/autoren/zalite/daina.htm &amp;#039;&amp;#039;Die Daina – das Lettische Volkslied.&amp;#039;&amp;#039;] Essay von Māra Zālīte auf literatur.lv&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Lettland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Lettland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liedgattung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lettische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baltische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Traditionelle Volksmusik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkskunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religion (Lettland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;16Exul82</name></author>
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