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	<title>Daig - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T05:57:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Daig&amp;diff=498800&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Masegand: /* Literatur */ typo</title>
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		<updated>2026-04-01T15:18:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gellertstrasse 27, Basel.jpg|mini|283x283px|Das [[Gellert (Basel)|Gellert-Quartier]] war traditionellerweise mit dem Gros der Basler Patrizierfamilien assoziiert]]&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Daig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (ausgesprochen [dajg]; dt. «Teig») ist eine in [[Basel]] und im Rest der [[Deutschschweiz]] geläufige Bezeichnung für diejenigen Familien der Stadtbasler [[Elite|Oberschicht]], die seit Generationen das [[Schweizer Bürgerrecht|Bürgerrecht]] besitzen. Es handelt sich um eine [[soziale Gruppe|gesellschaftliche Gruppe]], die auch gemäss der an der [[Universität Zürich]] lehrenden [[Soziologe|Soziologin]] [[Katja Rost]] durch eine ausgeprägte Selbstabgrenzung, sowohl abwärts (gegenüber Mittelstand und Unterschicht) als auch seitwärts (gegenüber «Neureichen»), gekennzeichnet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url= https://www.suz.uzh.ch/de/institut/professuren/rost/teaching/hs2019/research_seminar_hs2019.html |wayback=20220128101449|text=&amp;#039;&amp;#039; Katja Rost: Macht, Seilschaften und Losverfahren: Das Beispiel des Basler Daig - Forschungsseminar Wirtschaftssoziologie&amp;#039;&amp;#039;}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die soziale Geschlossenheit und die Wirkungsmacht des «Daig» haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr stark abgenommen und sind heute noch vor allem aus historischer Perspektive von Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte (19. Jahrhundert) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lady with the Rose (Charlotte Louise Burckhardt) MET DT1151.jpg|links|mini|387x387px|«[[Dame mit Rose]]» (1882), Charlotte Louise Burckhardt; gemalt von [[John Singer Sargent]], [[Metropolitan Museum of Art]], [[New York City]]]]&lt;br /&gt;
Die Ausdifferenzierung des «Daig» fand insbesondere im 19. Jahrhundert unter den Bedingungen der [[Industrialisierung]] und des massiven Bevölkerungswachstums statt und verlief gegenläufig zum Modernisierungsdruck. Ausgehend von der kriegerischen [[Basler Kantonstrennung|Kantonstrennung]] von 1833 während der [[Regeneration (Schweiz)|Regeneration]] entwickelte sich im konservativ-[[Patrizier (Schweiz)|patrizischen]] [[Großbürgertum|Grossbürgertum]] Basels eine bis ins 20. Jahrhundert hinein andauernde Distanz zur übrigen, nicht selten als bedrohlich angesehenen Einwohnerschaft. Dies konnte umso eher geschehen, da gerade durch den Verlust des Hinterlandes neue einheimische Eliten ländlicher oder kleinbürgerlicher Herkunft als Konkurrenz, aber auch als gesellschaftliche Verbindungsklammer weit weniger als anderswo in die Stadt strömten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökonomisch war der «Daig» in den [[frühneuzeit]]lichen Wirtschaftsaktivitäten Basels verwurzelt, d.&amp;amp;nbsp;h. im Warengrosshandel und Bankwesen sowie in der [[Seidenband]]fabrikation, die noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Akkumulation ausserordentlichen Reichtums ermöglichte. Seine politische Heimat erhielt der «Daig» während der Ausbildung der Parteienlandschaft im 19. Jahrhundert in der Konservativen Partei (ab 1902 «Liberale Partei», heute [[Liberal-Demokratische Partei (Basel)|Liberal-Demokratische Partei]]), die bis zur Verfassungsreform von 1875 den Stadtkanton politisch beherrschte und dann vom [[Freisinnig-Demokratische Partei|Freisinn]] abgelöst wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschlossenheit der altbürgerlichen, patrizischen Elite wurde besonders durch eine gezielte [[Heiratspolitik]] erreicht, bei der die Männer überwiegend innerhalb des «Daig» heirateten und durch die Kontinuität des Sippschaftsnetzes für die Absicherung des erreichten Wohlstandes und der sozialen Stellung sorgten; die Frauen hingegen transportierten oft durch Heiraten ins neue «[[Wirtschaftsbürgertum]]» die Werte nach aussen und trugen so zur Schaffung eines erweiterten Grossbürgertums mit gemeinsamen Wertvorstellungen bei. Dazu gehörte insbesondere der Verzicht auf Reichtum in der Öffentlichkeit. Die zur Schau gestellte Bescheidenheit des «Daig» rührte einerseits von dem stark in der Gesellschaft verwurzelten [[Pietismus]] ([[Frommes Basel]]) her, anderseits vom Fehlen eines Adels mit vorbildgebender aristokratischer Prachtentfaltung; auch erforderte der Grundkonsens der durch die liberale Revolution von 1847–1848 erreichten Demokratie, die gesellschaftlichen Unterschiede nicht allzu augenfällig werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zum politischen erlebte der «Daig» bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] auch einen wirtschaftlich-gesellschaftlichen Bedeutungsverlust infolge der Ablösung der Seidenbandindustrie durch die [[chemische Industrie]] (die meist von Zugezogenen aufgebaut und geleitet wurde), durch das Aufkommen der [[Aktiengesellschaft]]en und durch die weitere soziale und kulturelle [[Demokratisierung]]; jedoch hat er seinen Einfluss nicht völlig eingebüsst, denn es fanden und finden sich die traditionellen Familiennamen des «Daig» gehäuft in den bestimmenden öffentlichen Positionen wieder, darunter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Bernoulli (Familie)|Bernoulli]]&lt;br /&gt;
* [[Burckhardt]]&lt;br /&gt;
* [[Christ (Familienname)|Christ]]&lt;br /&gt;
* [[Faesch (Familie)|Faesch]]&lt;br /&gt;
* [[Hoffmann - La Roche|Hoffmann]]&lt;br /&gt;
* [[Iselin]]&lt;br /&gt;
* [[Koechlin]]&lt;br /&gt;
* [[Liechtenhan]]&lt;br /&gt;
* [[Merian (Familie)|Merian]]&lt;br /&gt;
* [[Sarasin (Patrizierfamilie)|Sarasin]]&lt;br /&gt;
* [[Schlumberger (Familie)|Schlumberger]]&lt;br /&gt;
* [[Staehelin (Basler Familie)|Staehelin]]&lt;br /&gt;
* [[Vischer (Familienname)|Vischer]]&lt;br /&gt;
* [[Von der Mühll]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen Familien pflegten und pflegen den Zusammenhalt z.&amp;amp;nbsp;T. durch periodische Treffen, sog. Familientage, und durch die Einrichtung von [[Familienfideikommiss]]en resp. [[Stiftung (Schweiz)|Familienstiftungen]]. Der Daig ist keine gänzlich abgeschlossene Gesellschaftsschicht. Im 19. Jahrhundert fanden einzelne zugewanderte Familien Zugang zu diesem exklusiven Kreis durch wirtschaftlichen Erfolg (z.&amp;amp;nbsp;B. die Familie [[Alioth]]) oder durch wissenschaftliche Leistungen (etwa die Familie [[Wackernagel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die soziale Distanzierung erfolgte vielmehr durch das Mittel der sogenannten [[Distinktion (Soziologie)|«feinen Unterschiede»]] (in der Eigenwahrnehmung). Zugehörigkeit oder Ausschluss qualifizierten sich durch ungeschriebene Regeln in Bildung, Konsum und Unterhaltung, durch die präzise Anwendung von Umgangsformen, Usanzen oder auch durch den Gebrauch eines eigenen [[Soziolekt]]s, einer nach dem vom «Daig» früher bevorzugten [[Basel-St. Alban|St.-Alban-Quartier]] «Dalbenesisch» bezeichneten Sonderform des [[Baseldeutsch]]en. Dessen Anbindung an den «Daig» ist allgemein bekannt. Im Schweizer Film und Fernsehen werden intelligente Bösewichter oder Snobs oftmals durch die Verwendung eines patrizischen Baslerdialekts in hoher [[Stimmlage]] charakterisiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://barfi.ch/Titelgeschichten/S-Maerli-vom-Daig |titel=S Märli vom Daig |werk=barfi.ch |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20220401025837/https://barfi.ch/Titelgeschichten/S-Maerli-vom-Daig |zugriff=2017-11-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Art der Distanzierung ist die Tradition der Familien aus dem «Daig», ihre Briefkästen und Türschilder beispielsweise im St.-Alban-Quartier nur mit den Initialen zu bezeichnen. Die ungeschriebene Botschaft ist: einer, der dazugehört, weiss, wer hier wohnt, andere brauchen es nicht zu wissen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Johanna von der Mühll: &amp;#039;&amp;#039;Basler Sitten. Herkommen und Brauch im häuslichen Leben einer städtischen Bürgerschaft&amp;#039;&amp;#039;. Krebs, Basel 1944; 3., unveränderte Aufl. ebd. 1985, ISBN 3-85775-305-6.&lt;br /&gt;
* [[Philipp Sarasin]]: &amp;#039;&amp;#039;Stadt der Bürger. Bürgerliche Macht und städtische Gesellschaft. Basel 1846–1914&amp;#039;&amp;#039;. Helbing und Lichtenhahn, Basel 1990; 2., erweiterte Aufl. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 3-525-36105-X (zugleich [[Dissertation]] an der [[Universität Basel]] 1990).&lt;br /&gt;
* [[Georg Kreis]], [[Beat von Wartburg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Basel – Geschichte einer städtischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. Merian, Basel 2000, ISBN 3-85616-127-9.&lt;br /&gt;
* [[Lionel Gossman]]: &amp;#039;&amp;#039;Basel in the Age of Burckhardt. A Study in Unseasonable Ideas&amp;#039;&amp;#039;. Chicago University Press, Chicago, 2002, ISBN 978-0-226-30500-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|7478|Basel (-Stadt), Abschnitt 6.3.2 – Der «Daig»|Autor=[[Bernard Degen]], [[Philipp Sarasin]]}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url= http://www.vsv-asg.ch/htm/htm_d/denaris_artikel.htm?id=16&amp;amp;artikel_id=53 | wayback = 20030408223121 | text = &amp;#039;&amp;#039;Geld in Basel? Sorry, kein Thema&amp;#039;&amp;#039;}}. Kolumne von 2003&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20220401025837/https://barfi.ch/Titelgeschichten/S-Maerli-vom-Daig bh: &amp;#039;&amp;#039;S Märli vom Daig&amp;#039;&amp;#039;.] auf &amp;#039;&amp;#039;barfi.ch&amp;#039;&amp;#039;, 27. Juni 2016&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Patriziat (Alte Eidgenossenschaft)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Patriziat (Basel)|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgertum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Masegand</name></author>
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