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	<title>Dülmener Pferd - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-21T21:20:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=D%C3%BClmener_Pferd&amp;diff=277456&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-16599-51: /* Zuchtgeschichte */ Grammatik korrigiert</title>
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		<updated>2026-03-16T13:15:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zuchtgeschichte: &lt;/span&gt; Grammatik korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Pferderasse&lt;br /&gt;
|Verbreitung                 = Deutschland&lt;br /&gt;
|Bild                        = Dülmen, Merfeld, Dülmener Pferde im Merfelder Bruch -- 2018 -- 1640.jpg&lt;br /&gt;
|Bild_Beschreibung           = Dülmener Pferd im Merfelder Bruch&lt;br /&gt;
|Ursprung                    = [[Deutschland]]&lt;br /&gt;
|Zuchtgebiet                 = Deutschland&lt;br /&gt;
|Stockmaß                    = 125–135 cm&lt;br /&gt;
|Farben                      = [[Falbe (Pferdefarbe)|Falben]], Abzeichen sind nicht erwünscht&lt;br /&gt;
|Einsatzgebiet               = Reiten, Fahren, Distanz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dülmener Pferd&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dülmener Wildpferd&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist eine [[Pony (Pferd)|Ponyrasse]], die überwiegend in [[Dülmen]] in [[Westfalen]] im [[Merfelder Bruch]], einem rund 350 Hektar großen Naturschutzgebiet, lebt. In dem auch als [[Wildpferdebahn]] bezeichneten, eingefriedeten Gebiet leben etwa 300 bis 400 Pferde weitgehend unbeeinflusst vom Menschen. Außerhalb des Geländes lebende Pferde werden nicht als &amp;#039;&amp;#039;Dülmener Wildpferd&amp;#039;&amp;#039;, sondern als &amp;#039;&amp;#039;Dülmener&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Die zu den ältesten deutschen Pferderassen zählenden und ursprünglich &amp;#039;&amp;#039;Dülmener Brücher&amp;#039;&amp;#039; genannten Pferde werden seit Februar 1994 auf der [[Liste gefährdeter Nutztierrassen|Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen]] der [[Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen|GEH]] geführt und sind in die Gefährdungskategorie I, also als extrem gefährdet, eingestuft. Das Dülmener Pferd wurde von der [[Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen]] (GEH) zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ 2014 erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dülmener Pferd ist aus biologischer Sicht kein [[Wildpferd]]. Die Namensgebung bezieht sich auf die halbwilde Lebensweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Pferdezucht-Hintergrund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Exterieur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dülmen, Merfeld, Dülmener Wildpferde in der Wildbahn -- 2023 -- 7141.jpg|alternativtext= Flehmendes Wildpferd im Merfelder Bruch, Dülmen|mini|Kopfstudie eines Dülmener Pferdes im Merfelder Bruch, Dülmen]]&lt;br /&gt;
Das Dülmener Pferd ist eine ursprünglich aussehende, unveredelte, kalibrige Pferderasse mittlerer Größe und ansprechenden Exterieurs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.g-e-h.de/geh-pfer/dulm.htm |titel=Das Dülmener Pferd |abruf=2025-08-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jasper Nissen |Titel=Die Enzyklopädie der Pferderassen |Band=3 |Verlag=Franckh-Kosmos Verlag |Datum=1997 |ISBN=3-440-07137-5 |Seiten=227-231}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Martin Haller |Titel=Der neue Kosmos-Pferdeführer |Verlag=Franckh-Kosmos Verlag |Datum=2003 |ISBN=3-440-09059-0 |Seiten=213}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mittelgroße, recht zierliche und ponytypische Kopf ist mit einer breiten Stirn, offenen, lebendigen Augen und kurzen, spitz zulaufenden Ponyohren versehen. Der Nasenrücken verläuft gerade oder leicht konkav. Der ausreichend lange, leicht gebogener Hals, mitunter mit einem leichten Unterhals, ist gut auf den wohlgeformten, schräg gelagerten Schultern aufgesetzt. Der Rumpf weist ein rechteckiges Format auf. An den wenig ausgeprägten [[Widerrist]] schließt sich ein kräftig bemuskelter, elastischer Rücken mit muskulöser Lende und guter, aber relativ stark abfallender Kruppe mit tiefen [[Schweifrübe|Schweifansatz]] an. Generell ist die Hinterhand muskulös und gut entwickelt, ab und an sind die hinteren Gliedmaßen [[Kuhhessigkeit|kuhhessig]] gestellt. Die trockenen, harten Extremitäten weisen deutlich markierte Gelenke und Sehnen sowie nicht zu stark ausgeprägte Fesseln und stabile Röhrbeine mit circa 16 bis 19&amp;amp;nbsp;cm Umfang auf. Die [[Huf]]e sind klein, ausgesprochen hart und rundlich geformt. Die Dülmener und ihre Nachkommen haben einen ausgeprägten [[Kötenbehang]]. Auch ihr [[Mähne]]n- und Schweifhaar ist sehr stark ausgeprägt. Während der Wintermonate entwickeln Rassevertreter ein sehr dichtes und dickes [[Winterfell]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Stockmaß]] des Dülmener Pferds soll laut Rassestandard zwischen 125 und 135&amp;amp;nbsp;cm liegen.&amp;lt;ref name=&amp;#039;stamm&amp;#039;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Westfälisches Pferdestammbuch e.&amp;amp;nbsp;V. |url=https://westfalenpferde.de/fileadmin/PDF_02/Zucht/Westf._Pferdezucht__Programm_/Zuchtprogramm/Zuchtprogramm-Duelmener-November-2023.pdf |titel=Zuchtprogramm für die Rasse des Dülmeners (Wildpferd) des Westfälischen Pferdestammbuches e.&amp;amp;nbsp;V. |datum=2023 |sprache=de |abruf=2025-08-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Farbe ===&lt;br /&gt;
Gewünscht sind [[Falbe (Pferd)|Falben]] mit [[Aalstrich]] in allen Schattierungen mit Zebrastreifen an den Beinen. Weiße Abzeichen sind unerwünscht. Andere Farben sind im Zuchtziel nicht verankert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stamm&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Schulterkreuz]] ist selten. Graufalben dominieren über Braunfalben. Die Falbfarbe beim Dülmener ein Erbteil des [[Konik]]s. [[Brauner (Pferd)|Dunkelbraune]] mit [[Mehlmaul]] kommen selten vor, [[Fuchs (Pferd)|Füchse]] noch seltener.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mechanik ==&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen ist der Bewegungsablauf des Dülmeners energisch und fördernd, herausstechend ist das hervorragende [[Galopp (Gangart)|Galoppier]]- und [[Springreiten|Springvermögen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interieur ==&lt;br /&gt;
Die Tiere gelten als ausgesprochen robust, hart und widerstandsfähig. Daneben sind sie sehr genügsam, wetterhart und gute Futterverwerter. Des Weiteren zeichnen sich Rassevertreter durch ihre Fruchtbarkeit und Langlebigkeit aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Philipp Scholz |url=https://www.westfalen-regional.de/de/wildpferde/ |titel=Wildpferde im Merfelder Bruch |werk=Landschaftsverband Westfalen-Lippe |datum=2007 |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.g-e-h.de/rassebeschreibungen/45-pferde/116-duelmener |titel=Dülmener |werk=Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.&amp;amp;nbsp;V. |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie können in ganzjähriger Offenstallhaltung leben und brauchen keinen wertvollen Weidegrund.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakterlich sind Dülmener temperamentvoll, dabei aber ausgeglichen, gutmütig, charakterstark, zuverlässig und freundlich. Bei entsprechender Behandlung sind die intelligenten und gelehrigen Pferde ausgesprochen lernfähig und leistungsvermögend.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wilfried Müller |url=https://wildpferdefreunde.de/rasseportraet/ |titel=Rasseporträt – Wildpferdefreunde e.&amp;amp;nbsp;V. |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verwendung fand die Pferderasse früher als williges [[Zugpferd]] in Kleinbetrieben. Heutzutage sind ihre Einsatzgebiete als vielfältiges Kleinpferd insbesondere der (Kinder-)Reit-, aber auch [[Fahrsport]] sowie [[Geländeritt|Gelände]]- und [[Distanzreiten|Distanzritte]]. Ferner eignen sie sich auch zum [[Therapeutisches Reiten|therapeutischen Reiten]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spätreife Dülmener wird frühestens erst als Dreijähriger eingefahren und nicht bevor er das vierte Lebensjahr erreicht hat, eingeritten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zuchtgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Emscherbruch Wildpferd.jpg|mini|Emscherbrücher Pferde waren Basis der Zucht, das Bild zeigt zwei Präparate des LWL-Museums für Naturkunde]]Die erste urkundliche Erwähnung der Dülmener Pferde stammt aus dem Jahre [[1316]], als sich Herrman de [[Merfeld]] und Johannes de [[Coesfeld-Lette|Lette]] das Recht auf die Jagd, den Fischfang und die wilden Pferde im Merfelder Bruch sicherten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Es ist allerdings davon auszugehen, dass bereits lange vorher Bestände wild lebender Pferde im Merfelder Bruch existierten, denn ähnlich wie in anderen Regionen Westfalens lebten die Pferde der lokalen Bevölkerung das ganze Jahr über und sich selbst überlassen auf Gemeinschaftsgründen, auf denen Ackerbau und Weidewirtschaft aufgrund des hohen Grundwasserspiegels nicht möglich waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den in der Wildbahn lebenden Pferden mischten sich über die Jahrhunderte entlaufene Tiere durchziehender Völker und später auch heimischer Bauern sowie Kriegsrosse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es erlangten die Herzöge von [[Croÿ]] den Besitz des Merfelder Bruchs im Jahr 1813. Zwei Jahre darauf wurde Westfalen auf Beschluss des [[Wiener Kongress]]es [[Preußen|preußisch]]. Im Zuge der [[Preußische Reformen|Preußischen Reformen]] kam es ab 1817 dazu, dass die [[Allmende]]n aufgehoben und der Grundbesitz stattdessen auf gesetzlicher Grundlage aufgeteilt werden konnte. Genau dies beantragte der Herzog von Croÿ im Jahr 1840 für die Allmendegründe, die bis dahin von circa 90 [[Landwirt|Bauern]] und [[Kötter]]n genutzt wurden. Im Zuge der bis um 1850 andauernden Teilung der Mark erhielt die Familie von Croÿ in etwa 500 Hektar Land, auf dem die Bauern ihre Pferde ab dann nicht mehr weiden lassen konnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch fortschreitende landwirtschaftliche Intensivierung bisher kaum genutzter Gegenden im [[19. Jahrhundert]], beispielsweise durch das Trockenlegen von Niedermooren und Auen, schränkte man den Lebensraum für wilde Pferde immer mehr ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Vermutlich wären auch die Dülmener Pferde nicht zu erhalten gewesen, wenn nicht [[Alfred von Croÿ]] 1847 zwanzig wildlebende Pferde hätte einfangen lassen und auf dem 132 [[Morgen (Einheit)|Morgen]] (33 Hektar) großen Gelände im [[Merfelder Bruch]] ein [[Wildbahngestüt]] mit dem Namen [[Wildpferdebahn]] für ihre Erhaltung gesorgt hätte. Hinzu kam der gesamte Restbestand von 200 [[Emscherbrücher]] Pferden, der nach der Auflösung der dortigen Wildbahn entlang der [[Emscher]] zwischen [[Waltrop]] und [[Bottrop]] eingefangen und nach Dülmen gebracht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Viehweger]]: [http://www.viehweger.tv/presse/2008/04052008/04052008.html &amp;#039;&amp;#039;Der Emscherbrücher Dickkopp&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 12. Juni 2017&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;ders.: &amp;#039;&amp;#039;Spaziergang im Eichenwald...: Herrenhäuser im Emscherland&amp;#039;&amp;#039;, Herne: Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel, 2001&amp;lt;/ref&amp;gt; Die rasche Vermehrung der Pferdeherde brachte nach und nach eine Ausweitung des Gebiets auf seinen heutigen Stand von rund 360 Hektar mit sich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://wildpferde.de/wildpferde/ |titel=Wildpferde {{!}} Herzog von Croÿ |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der ersten 100 Jahre nach der Errichtung der Merfelder Wildbahn entwickelte sich die Population überwiegend ohne Eingriffe des Menschen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Aus diesem Grund waren die Dülmener Pferde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weniger einheitlich und kamen in verschiedenen Farben und mit verschiedenen Abzeichen vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bunzel&amp;quot;&amp;gt;Margret Bunzel-Drüke, Carsten Böhm, Peter Finck, Gerd Kämmer, Rainer Luick, Edgar Reisinger, Uwe Riecken, Johannes Riedl, Matthias Scharf, Olaf Zimball: &amp;#039;&amp;#039;„Wilde Weiden“. Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, Bad Sassendorf-Lohne 2009, ISBN 978-3-00-024385-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Folgen möglicher [[Inzucht]] bei diesem ursprünglich sehr kleinen Bestand zu minimieren und in der Absicht, die Rasse dem Zuchtziel entsprechend als kleine Pferderasse zu erhalten, wurde nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] mit der Einzüchtung von anderen Ponyrassen begonnen. Anfänglich verwendete man bis zum Jahr 1939 [[Welsh-Pony]]-Hengste der Sektionen A und B, welche vermutlich auch [[Vollblutaraber|Arabische Vollblüter]] unter ihren Vorfahren hatten. Die Resultate waren jedoch ernüchternd, da die Nachfahren weniger genügsam und zäh waren. Zudem traten vermehrt weiße [[Abzeichen (Pferd)|Abzeichen]] am Kopf und an den Gliedmaßen auf, die unerwünscht waren, weil diese weißen Fellzeichnungen als untypisch für die „Wildpferde“ galten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;FN&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.pferd-aktuell.de/pferdezucht/ponys/ponyrassen/duelmener |titel=Dülmener - Ponyrassen in Deutschland {{!}} FN |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diese unerwünschte Entwicklung zu verhindern, konzentrierte man sich auf die Erhaltung des Wildpferdecharakters. So wurden nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] ausschließlich Hengste ursprünglicher Rassen eingekreuzt, etwa Ponys aus der Mongolei und aus [[Exmoor-Pony|Exmoor]] sowie [[Huzule]]n.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutenden Einfluss auf die Konsolidierung der Rasse, auch bezüglich der Fellfarbe, hatte der Einsatz polnischer [[Konik]]s. 1957 erwarb die Gestütsverwaltung den Hengst &amp;#039;&amp;#039;Nougat XII&amp;#039;&amp;#039; mit einem Stockmaß von 132&amp;amp;nbsp;cm, der aus dem polnischen [[Tarpan]]-Rückzüchtungsprogramm in [[Popielno (Ruciane-Nida)|Popielno]] stammte und bis 1963 in der dülmener Zucht wirkte. Auch weitere Koniks aus derselben Zuchtstätte fanden als Deckhengste Verwendung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;FN&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch Ende der 1960er Jahre kamen unterschiedliche Farben häufig vor. Auch weiße Abzeichen traten gelegentlich auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv Filmarchiv: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/586906?set_lang=de Die Zeit unter der Lupe 1010/1969 ]&amp;#039;&amp;#039;, 03.06.1969, 3:58 - 5:25, abgerufen am 21. Juni 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da seit 1984 nur noch graufalbe Hengste [[Kreuzung (Genetik)|eingekreuzt]] werden, hat diese Farbe im Bestand stark zugenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise und Haltung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dülmen, Merfeld, Wildpferdebahn, Dülmener Wildpferde -- 2020 -- 7156.jpg|mini|Dülmener Pferde im Merfelder Bruch]]&lt;br /&gt;
Die Dülmener Pferde leben – weitgehend vom Menschen unbeeinflusst – relativ frei und ganzjährig im Merfelder Bruch. Lediglich in strengen Wintern, wenn das Areal trotz seiner Größe nicht mehr ausreichend Nahrung bietet, werden sie dort zusätzlich mit Futter aus [[Heu]], [[Stroh]] und eventuell auch [[Grassilage]] versorgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:8&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Detlef Proges |url=https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/wildpferde-duelmen-oeffnung-besucher-100.html |titel=Einzigartig in Europa: Wildpferdebahn in Dülmen öffnet für Besucher |werk=WDR |datum=2025-03-22 |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:9&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nrw-tourismus.de/naturwunder/wildpferde-duelmen |titel=Dülmener Wildpferde im Merfelder Bruch |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herde selbst ist in Familienverbände aufgeteilt, die aus verwandten Stuten und ihren Fohlen bestehen und jeweils von einer Leitstute geführt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Dülmener geschützt vor allen potenziellen [[Fressfeinde]]n leben, also alte und schwache Tiere nicht durch Jäger getötet werden, ist die häufigste Todesursache das Verhungern, denn alte Tiere können auf Grund der stark abgenutzten Zähne kaum noch Futter aufnehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Uta Over: &amp;#039;&amp;#039;Mein Pferd wird alt.&amp;#039;&amp;#039; Müller Rüschlikon, Cham 1996, ISBN 3-275-01194-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; In nasskalten Wintern kommt es jedoch auch vor, dass Fohlen und junge Stuten aufgrund der Witterung verenden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestandsregulierung und Zucht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Merfeld, Wildpferdefang -- 2014 -- 0701.jpg|mini|Dülmener Pferde beim Wildpferdefang 2014]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Merfeld, Wildpferdefang -- 2014 -- 0914.jpg|mini|Eingefangener [[Jährling (Pferd)|Jährling]]]]&lt;br /&gt;
Die Zucht ist streng geregelt, um diese Rasse möglichst unverändert und stabil zu erhalten. Dazu gehört, dass seit 1907 jeweils am letzten Samstag im Mai jedes Jahres die einjährigen Hengste bei einer viel besuchten Veranstaltung von Hand gefangen und [[Pferdehandel|versteigert]] werden, was neben der Bestandskontrolle sowie der Vermeidung von [[Inzucht]] und Rivalitäten dient.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duelmen.de/tourismus/wildpferde |titel=Die Dülmener Wildpferde, Stadt Dülmen |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2024 betraf dies rund 30 Junghengste, die vor circa 15.000 Zuschauern aus der Herde entnommen wurden. [[Tierschützer]] prangern den traditionellen Wildpferdefang an, da dieser Stress bei den Pferden auslöse.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:10&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Katja Bothe |url=https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/wildpferdefang-duelmen-110.html |titel=Warum in Dülmen 30 Wildpferde gefangen wurden |werk=WDR |datum=2024-05-25 |sprache=de |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinzelt werden Stuten ebenfalls selektiert und verkauft, um die Population in den gewünschten Grenzen zu halten. Die westfälische Reitponyzucht basiert größtenteils auf dieser Ursprungsbasis. Heute sind nicht nur in Westfalen, sondern auch im [[Rheinland]] und in [[Hessen]] Dülmener Stuten eingetragen. Die Population ist jedoch nur klein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FN&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei [[Deckhengst]]e werden jedes Jahr für ein bis zwei Wochen zu der Herde gelassen, um die Geburtstermine der [[Fohlen]] zu steuern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:10&amp;quot; /&amp;gt; Jährlich werden etwa 70 bis 80 Fohlen im Merfelder Bruch geboren,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:9&amp;quot; /&amp;gt; für das Jahr 2025 wird mit 60 bis 70 Geburten gerechnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:8&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Merfelder Bruch leben derzeit rund 350&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;FN&amp;quot; /&amp;gt; bis 400&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://naturpark-hohe-mark.de/ziel/wildpferde/ |titel=Naturpark Hohe Mark {{!}} Dülmener Wildpferde |abruf=2025-08-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Tiere. Bundesweit gibt es vereinzelte Bestände bei Privatpersonen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:4&amp;quot; /&amp;gt; Bei der [[Deutsche Reiterliche Vereinigung|Deutschen Reiterlichen Vereinigung]] waren im Jahr 2024 acht Hengste, von denen drei gekört waren, sowie 41 Stuten eingetragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FN&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Peter Thomann (1964).jpg|mini|[[Peter Thomann]] mit seinem prämierten Foto „Stute mit Fohlen“ bei der Preisübergabe 1964]]&lt;br /&gt;
Ein Foto einer Dülmener Stute mit ihrem Fohlen, das dem Fotografen [[Peter Thomann]] während seiner Studentenzeit im Jahr 1963 in der Wildpferdebahn eher zufällig gelang, wurde 1964 mit dem [[Pressefoto des Jahres|World Press Photo Award]] ausgezeichnet (Kategorie &amp;#039;&amp;#039;Features&amp;#039;&amp;#039; und Publikumspreis). Es zeigt ein helles Fohlen an der Seite seiner Mutter, die sich dunkel hinter ihm abzeichnet. 1996 wurde das Bild als die am meisten kopierte Fotografie der Welt im [[Guinness-Buch der Rekorde]] geführt. Bis 2001 war das Foto Vorbild für die Abbildung zweier stilisierter Pferde auf den Nummernschildern des US-Bundesstaates [[Kentucky]].&amp;lt;ref&amp;gt;PageWizz: [https://pagewizz.com/pferde-bild-im-guiness-buch-vier-fakten-zur-am-haeufigsten-kopierten-fotografie/ Pferde-Bild hält Guinness-Rekord: Die am häufigsten kopierte Fotografie der Welt]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Homepage von Peter Thomann: [http://www.peterthomann.net/?page_id=168 History of a photo]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste von Pferderassen]]&lt;br /&gt;
* [[Heckpferd]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ursula Bruns]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Wildpferde von Dülmen. 1 Jahr lang Beobachtungen in der Wildbahn.&amp;#039;&amp;#039; Mit Fotos von Karl-Heinz Klubescheidt. Hörnemann, Bielefeld 1990, ISBN 3-87384-157-6.&lt;br /&gt;
* Cordula Marx, Agnes Sternschulte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„… so frei, so stark …“ Westfalens wilde Pferde&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 21). Klartext, Essen 2002, ISBN 3-89861-082-9.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor=Erik Potthoff, Dietmar Rabich&lt;br /&gt;
 | Titel=Dülmen – gestern und heute&lt;br /&gt;
 | Kapitel=Umland, Wildpferde&lt;br /&gt;
 | Auflage=1.&lt;br /&gt;
 | Verlag=Laumann-Verlag&lt;br /&gt;
 | Ort=Dülmen&lt;br /&gt;
 | Jahr=2013&lt;br /&gt;
 | ISBN=978-3-89960-397-2&lt;br /&gt;
 | Seiten=246f&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Dülmener|Dülmener Pferd|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [http://www.wildpferde.de/ Herzog von Croÿ&amp;#039;sche Verwaltung: &amp;#039;&amp;#039;Wildpferde im Merfelder Bruch&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.ig-duelmener.de/ Homepage: &amp;#039;&amp;#039;Interessengemeinschaft des Dülmener Wildpferdes Deutschland e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.abracus.de/Alben/26099 Fotoserie: &amp;#039;&amp;#039;Wildpferdefang Dülmen von 1958&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.lwl.org/LWL/Kultur/Westfalen_Regional/Naturraum/Wildpferde Philipp Scholz: &amp;#039;&amp;#039;Westfalen regional: Wildpferde im Merfelder Bruch (Westfalen regional, Landschaftsverband Westfalen-Lippe)&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.duelmen.de/821.html?&amp;amp;MP=821-1859 Stadt Dülmen: &amp;#039;&amp;#039;Wildpferde im Merfelder Bruch&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Gefährdete Nutztierrasse des Jahres in Deutschland}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4198347-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Dulmener Wildpferd}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pferderasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefährdete Nutztierrasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Dülmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Croÿ]]&lt;/div&gt;</summary>
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