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	<title>Cystinurie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Cystinurie&amp;diff=860446&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;WikiHelper232: Infobox ergänzt.</title>
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		<updated>2026-01-28T20:05:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Infobox ergänzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = E72.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Störungen des Aminosäuretransportes&amp;lt;br /&amp;gt;Zystinurie&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 5C60.2&lt;br /&gt;
| Data-01 = Zystinurie&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cystinurie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine genetisch bedingte angeborene [[Stoffwechselerkrankung]], bei der es zur Bildung von [[Cystinstein]]en kommen kann. Sie wird [[autosomal]]-[[rezessiv]] vererbt. Sie gehört neben dem [[Hartnup-Krankheit|Hartnup-Syndrom]] und der [[Glycinurie]] zu den [[Aminosäuretransportdefekte|Aminosäuretransportstörungen]]. Bei den Betroffenen kommt es durch den Transporterdefekt zur Anhäufung von Cystin im [[Urin]]. Die Cystinsteine entstehen durch Ausfällen ([[Fällung|Präzipitation]]) von Cystinkristallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursache der Krankheit sind [[Mutation]]en in den [[Gen]]en SLC3A1 ([[Genlocus]]: 2p21) und/oder SLC7A9 (Genlocus: 19q13.11).&amp;lt;ref&amp;gt;{{HGNC|11025|HUGO Gene Nomenclature Committee}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Orphanet |ID=214 |Name=Zystinurie |Abruf=2022-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Gene werden in [[Zelle (Biologie)|Zellen]] des proximalen [[Nierenkanälchen]]s und des [[Darm]]traktes [[Genexpression|exprimiert]] und [[Genetischer Code|codieren]] für [[Protein-Untereinheit|Untereinheiten]] des [[Transportprotein|Transporters]] der dibasischen Aminosäuren Ornithin, Lysin und Arginin sowie Cystin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Epidemiologie ==&lt;br /&gt;
Die mittlere [[Prävalenz]] der Cystinurie wird global auf 1:7.000 geschätzt. [[Ethnie|Ethnisch]] und [[Geographie|geographisch]] gibt es aber große Unterschiede – die Zahl reicht beispielsweise von 1:2.500 in der Population [[Libyen|libyscher]] [[Juden]] bis zu 1:100.000 in [[Schweden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinik ==&lt;br /&gt;
Cystin weist als einzige der betroffenen Aminosäuren eine schlechte [[Löslichkeit]] beim physiologischen [[pH-Wert]] des [[Urin]]s auf. Ab einer [[Konzentration (Chemie)|Konzentration]] von ≥&amp;amp;nbsp;300&amp;amp;nbsp;mg/l kommt es zu einer Ausfällung mit Bildung [[Hexagonales Kristallsystem|hexagonaler Kristalle]] im Urin bzw. von [[Cystinstein]]en in den [[Harnwege|ableitenden Harnwegen]] (etwa 0,5 % aller Harnsteine sind Cystinsteine).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-025l_S2k_Diagnostik_Therapie_Metaphylaxe_Urolithiasis_2019-07_1.pdf |titel=S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis |hrsg=Arbeitskreis Harnsteine der Akademie der Deutschen Urologen, Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. |datum=2019-05-01 |abruf=2022-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Symptome einer [[Nephrolithiasis]] bzw. [[Urolithiasis]] sind [[kolik]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;artige Schmerzen im Bereich des Nierenlagers bei Steinabgang, die in die [[Leistenregion|Leistengegend]] ausstrahlen können. Eine [[Hämaturie]] kann begleitend auftreten, komplizierend kann ein [[Harnwegsinfekt]] entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbehandelt kann die Nierenleistung von Cystinuretikern stark abnehmen und es kann zu einem chronischen [[Nierenversagen]] kommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Francesca Kum, Kathie Wong, David Game, Matthew Bultitude, Kay Thomas |Titel=Hypertension and renal impairment in patients with cystinuria: findings from a specialist cystinuria centre |Sammelwerk=Urolithiasis |Band=47 |Nummer=4 |Datum=2019-08 |ISSN=2194-7228 |DOI=10.1007/s00240-019-01110-8 |PMC=6647081 |PMID=30805669 |Seiten=357–363 |Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s00240-019-01110-8 |Abruf=2022-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt liegt das Lebenszeitrisiko für die Steinbildung im Fall der Cystinurie bei mehr als 50 %. In mehr als 75 % der Fälle ist die Urolithiasis beidseitig. Cystinurie entwickelt sich in allen Altersstufen, aber [[Nierenkolik]]en durch Cystinsteine treten im Regelfall in den ersten beiden Lebensjahrzehnten auf. Bei Männern nimmt die Krankheit einen eher aggressiveren Verlauf. Nierensteine im Alter von unter drei Jahren sind bei Jungen häufiger.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnostik ==&lt;br /&gt;
Kennzeichnend für die Cystinurie ist das charakteristische Aminosäuremuster im Urin. Mit dem [[Zyanid-Nitroprussid-Test]] kann eine qualitative Bestimmung der Aminosäure Cystin erfolgen. Ein positiver Test zeigt eine Konzentration im Urin von über 75&amp;amp;nbsp;mg/l an und spricht für die Diagnose. Ein negativer Test schließt das Vorliegen einer Cystinurie mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Elaine Worcester: &amp;#039;&amp;#039;Cystine stones.&amp;#039;&amp;#039; UpToDate Ver. 17.3 September 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Molekularbiologie|molekulargenetische]] Untersuchung kann die Diagnose bestätigen. Wichtige Differenzialdiagnosen mit vermehrter Cystin-Ausscheidung sind das [[Mikrodeletionssyndrom|2p21-Deletions-Syndrom]], das Hypotonie-Cystinurie-Syndrom (HCS) und atypisches HCS.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielfach wird die Diagnose aber erst im Nachgang der Erstmanifestation eines Steinleidens gestellt, da die Erkrankung vorher asymptomatisch verläuft. Zur Diagnostik der Urolithiasis gehören, neben der typischen [[Anamnese]] und Klinik, der [[Urinstatus]], die [[Sonographie]] und das [[Urogramm]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Akuttherapie ==&lt;br /&gt;
Abhängig von der Größe des Steins kommt das gesamte [[Urologie|urologisch]]-interventionelle bzw. -operative Spektrum zum Einsatz, insbesondere [[Nierenstein#Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)|Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)]] und Ureterorenoskopische Steinentfernung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Präventionstherapie ==&lt;br /&gt;
Die eigentliche Therapie richtet sich schwerpunktmäßig auf die [[Krankheitsprävention|Prävention]] eines [[chronisch]]-[[rezidiv]]ierenden Steinleidens, um Komplikationen wie z. B. chronische [[Harnwegsinfekt]]e, [[Niereninsuffizienz]] etc. zu vermeiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Basis bildet eine konstant hohe Flüssigkeitszufuhr, möglichst über 24 Stunden, mit einem zu erzielenden Urinvolumen von ≥&amp;amp;nbsp;3,5&amp;amp;nbsp;l/Tag bei Erwachsenen. Bei Kindern gilt eine Trinkmenge von mindestens 1,5&amp;amp;nbsp;l/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; Körperoberfläche als Richtwert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Löslichkeit von Cystin zu optimieren, erfolgt zumeist eine Alkalisierungstherapie. Angestrebt wird ein Urin-pH von deutlich über 7,5 durch die Einnahme von [[Natriumbicarbonat]] oder Alkalizitraten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Komplexbildner]] wie [[Tiopronin]] und [[Penicillamin|D-Penicillamin]] werden eingesetzt, um die Cystinkonzentration im Urin zu senken. Tiopronin ist hierbei der einzige Komplexbildner, der von der [[Deutsche Gesellschaft für Urologie|Deutschen Gesellschaft für Urologie]] und der [[European Association of Urology]] in ihren Leitlinien empfohlen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://d56bochluxqnz.cloudfront.net/documents/full-guideline/EAU-Guidelines-on-Urolithiasis-2022_2022-03-24-142444_crip.pdf |titel=EAU Guidelines on Urolithiasis |hrsg=European Association of Urology |datum=2022-03-01 |sprache=en |abruf=2022-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wirkstoff spaltet durch [[Reduktion (Chemie)|Reduktion]] die [[Disulfidbrücke]] im Cystinmolekül und überführt es somit in [[Cystein]] und einen gut löslichen Cystein-Tiopronin-Komplex.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Tiopronin wird für Kinder ab ein bis zwei Jahren eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.desitin.de/wp-content/uploads/2021/03/Thiola_100mg.pdf |titel=Gebrauchsinformation: Information für Patienten, Thiola® 100 mg überzogene Tabletten |hrsg=Desitin Arzneimittel GmbH |datum=2020-12-01 |abruf=2022-03-31 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Studien mit Cystinurie-Patienten zeigten, dass die Steinrate mit Tiopronin um 60 % und die Anzahl der notwendigen Steinoperationen um 72 % gesenkt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. Lindell, T. Denneberg, E. Hellgren, J. -O. Jeppsson, H. -G. Tiselius |Titel=Clinical course and cystine stone formation during tiopronin treatment |Sammelwerk=Urological Research |Band=23 |Nummer=2 |Datum=1995-05 |ISSN=0300-5623 |DOI=10.1007/BF00307941 |Seiten=111–117 |Online=https://link.springer.com/article/10.1007/BF00307941 |Abruf=2022-03-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zu den obigen Maßnahmen kann eine cystin- und [[methionin]]- sowie kochsalzarme Diät sinnvoll sein.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Ahmed, P. Dasgupta, M. S. Khan: &amp;#039;&amp;#039;Cystine calculi: challenging group of stones.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Postgrad. Med. J.&amp;#039;&amp;#039; 2006;82, S. 799–801. PMID 17148700&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Cystinurie bei Tieren ==&lt;br /&gt;
Auch bei [[Hund]]en ist die Erkrankung bekannt. Vorrangig treten Harnsteine auf, die klinische Symptome verursachen, oft schon bei Welpen im Alter von vier bis sechs Monaten. In Niere und Blase können sich kleine bis große Steine und Gries bilden, was zum Verschluss der Organe führt. Ohne medizinische Behandlung (Operation) kommt es zum Nierenversagen, zu einer Blasenruptur und eventuell zum Tod des Tieres. Hündinnen sind weniger betroffen als Rüden, was durch die engere und längere Harnröhre bei den Rüden zu erklären ist.&lt;br /&gt;
Der genetische Defekt, der zu dieser Cystinurie bei einigen Hunderassen führt, ist mittlerweile bekannt und mit Hilfe eines DNA-Tests kann der Erbfehler unmittelbar nachgewiesen werden. Durch diesen Test können nicht nur bereits erkrankte Tiere, sondern auch klinisch unauffällige Anlageträger identifiziert werden, die diese Erkrankung in der Population weiter verbreiten würden und mit üblichen Laboruntersuchungen nicht aufgedeckt werden können.&lt;br /&gt;
Bisher bekannte Rassen, bei denen eine Cystinurie vermehrt auftritt, sind [[Mastiff (Hunderasse)|Mastiff]], [[Neufundländer]], [[Irish Terrier]] und [[Kromfohrländer]]. Am Institut für Genetik der [[Universität Bern]] wird ein Forschungsprojekt zur Cystinurie beim Irish Terrier und beim Kromfohrländer durchgeführt, um einen rassespezifischen Gentest zu entwickeln und um den Erbgang zu erforschen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.genetics.unibe.ch/forschung/dokumente_hund/cystinurie_beim_irish_terrier_und_kromfohrlaender/index_ger.html |titel=Forschungsprojekt zur Cystinurie beim Kromfohrländer und Irish Terrier |werk= |hrsg= |datum= |abruf=01.08.2019 |sprache=de |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stoffwechselkrankheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbkrankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WikiHelper232</name></author>
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