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	<title>Curiohaus-Prozesse - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T19:21:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Curiohaus-Prozesse&amp;diff=289575&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wodie13: /* Weblinks */ Klammern korrigiert</title>
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		<updated>2026-03-29T05:51:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Curiohaus (Hamburg-Rotherbaum).Tafel.ajb.jpg|mini|Gedenktafel am Curiohaus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Curiohaus-Prozesse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; waren britische [[Militärgericht]]sprozesse, die nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] bis Dezember 1949 im [[Hamburg]]er [[Curiohaus]] stattfanden. Von den 329 britischen Militärgerichtsverfahren fanden 188 an diesem Ort statt; es standen 445 Männer und 59 Frauen vor Gericht. Es wurden 102 Todesurteile gefällt und 267 Haftstrafen verhängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Curiohaus-Prozess&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der Regel der [[Neuengamme-Hauptprozess]] des britischen Militärgerichts gegen Täter und Verantwortliche des [[KZ Neuengamme]] gemeint, in dem auch die Ermordung von 20 Kindern im Nebenlager [[Bullenhuser Damm]] verhandelt wurde. Weitere britische [[Kriegsverbrecherprozess]]e, die im Curiohaus durchgeführt wurden, waren u.&amp;amp;nbsp;a. der [[Tesch &amp;amp; Stabenow|Testa-Prozess]], sieben [[Ravensbrück-Prozesse]], sowie der Prozess gegen einen Täter des [[KZ Bergen-Belsen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prozesse gegen KZ-Wachmannschaften ==&lt;br /&gt;
=== Neuengamme ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Neuengamme-Hauptprozess}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neuengamme-Hauptprozess fand vom 18.&amp;amp;nbsp;März bis zum 3.&amp;amp;nbsp;Mai 1946 im Hamburger Curiohaus statt. Dabei standen 14 leitende [[Schutzstaffel|SS]]-Führer und Aufseher unter Anklage, darunter der [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] [[Max Pauly (SS-Mitglied)|Max Pauly]], der SS-Standortarzt [[Alfred Trzebinski]] sowie der [[Schutzhaftlagerführer]] [[Anton Thumann]]. Elf [[Todesstrafe|Todesurteile]] wurden ausgesprochen, die am 8.&amp;amp;nbsp;Oktober 1946 im [[Gefängnis Hameln|Zuchthaus Hameln]] durch [[Hängen]] vollstreckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In sieben Folgeprozessen mussten sich an diesem Ort weitere 15 Angeklagte wegen ihrer Verbrechen im Hauptlager Neuengamme verantworten. Es kam zu zwölf Todesurteilen, von denen acht bestätigt und vollstreckt wurden (darunter [[Albert Lütkemeyer]]). Neben Trzebinski wurden in einem Folgeprozess im Juli 1946 weitere unmittelbar am Kindermord Beteiligte zum Tode verurteilt und im Oktober 1946 [[Hinrichtung|hingerichtet]]: [[Ewald Jauch]] und [[Johann Frahm]]. Bezüglich der Ermordung von den 20 Kindern wurden auch der SS-Arzt [[Kurt Heißmeyer]], der SS-Arzt [[Hans Klein (Mediziner)|Hans Klein]] und der SS-Obersturmführer [[Arnold Strippel]] belastet, derer man aber noch nicht habhaft geworden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast alle Prozesse, die wegen eines Verbrechens im [[KZ Fuhlsbüttel]] oder in einem der Außen- und Nebenlager des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durchgeführt wurden, fanden ebenfalls im Curiohaus statt. Dabei standen als Beschuldigte leitende SS-Offiziere, im Wachdienst eingesetzte SS-Männer, Wehrmachts- und Zollangehörige, Aufseherinnen sowie einige [[Funktionshäftling]]e und Firmenmitarbeiter vor Gericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bergen-Belsen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Bergen-Belsen-Prozess}}&lt;br /&gt;
Am 16.&amp;amp;nbsp;April 1948 stand der Führer des Wachbataillons vom KZ Bergen-Belsen, der SS-Hauptsturmführer [[Kurt Meyer (SS)|Kurt Meyer]] vor Gericht. Er bestritt die Vorwürfe, alliierte Häftlinge und eine Polin in Bergen-Belsen misshandelt zu haben. Er erklärte, er habe in seiner Funktion keinen freien Zutritt zum Schutzhaftlager gehabt. Die Zeugenaussagen widersprachen sich. Sein Verteidiger machte eine mögliche Personenverwechslung geltend.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexandra-Eileen Wenck: &amp;#039;&amp;#039;Verbrechen als ‚Pflichterfüllung’? Die Strafverfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen am Beispiel des Konzentrationslagers Bergen-Belsen.&amp;#039;&amp;#039; In: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die frühen Nachkriegsprozesse.&amp;#039;&amp;#039; Bremen 1997, ISBN 3-86108-322-1, S. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt; Meyer wurde im hier verhandelten &amp;#039;&amp;#039;dritten Bergen-Belsen-Prozess&amp;#039;&amp;#039; zu lebenslanger Haft verurteilt, kam aber 1954 vorzeitig frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ravensbrück ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ravensbrück-Prozesse}}&lt;br /&gt;
Sieben Ravensbrück-Prozesse wurden in Hamburg geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die ehemaligen Aufseherinnen [[Helene Massar]] und Lina Hillebrecht wurde 1947 in [[Rastatter Prozesse|Rastatt]] vor einem französischen Militärgericht verhandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Hanna Elling, Ursula Krause-Schmitt: [https://kz-limmer.de/wp-content/uploads/2023/10/informationen_37-38_hillebrecht_komp.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Ravensbrück-Prozesse vor französischen Militärgerichten in Rastatt und Reutlingen.&amp;#039;&amp;#039;] [[Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945#Zeitschrift „informationen“|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;informationen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;]] 37/38 Nov. 1993, S. 22–25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Testa-Prozess ==&lt;br /&gt;
Der erste Prozess im Curiohaus verhandelte vom 1. bis 8.&amp;amp;nbsp;März 1946 gegen drei Personen der Firma Tesch &amp;amp; Stabenow (Testa), die [[Zyklon B]] auch an Konzentrationslager geliefert hatte. Ihnen wurde vorgeworfen, Giftgas zur Tötung alliierter Staatsangehöriger geliefert zu haben &amp;#039;&amp;#039;mit vollem Bewußtsein, daß das erwähnte Gas so benutzt werden wird.&amp;#039;&amp;#039; Nach Zeugenaussage eines Buchhalters der Firma, der sich auf einen nicht aufgefundenen Reisebericht von  [[Bruno Tesch (Chemiker)|Bruno Tesch]] bezog, hätte dieser sogar selbst vorgeschlagen, sein Zyklon B zur Tötung von Menschen einzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruno Tesch und sein Prokurist [[Karl Weinbacher]] wurden zum Tode verurteilt; [[Joachim Drosihn]], von Alfonso Stegemann verteidigt, wurde freigesprochen. Die von zahlreichen Personen unterzeichneten Gnadengesuche wurden abgelehnt und die beiden Verurteilten am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 1946 im [[Gefängnis Hameln|Zuchthaus Hameln]] gehängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eck-Prozess ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Eck-Prozess}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 17. bis 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 1945 fand im Curiohaus der nach dem Hauptangeklagten Heinz-Wilhelm Eck benannte Eck-Prozess statt, in dem das Geschehen nach der Versenkung des griechischen [[Frachtschiff]]s &amp;#039;&amp;#039;Peleus&amp;#039;&amp;#039; durch das von Eck kommandierte deutsche [[U-Boot]] &amp;#039;&amp;#039;[[U 852]]&amp;#039;&amp;#039; in der Nacht vom 13. auf den 14.&amp;amp;nbsp;März 1944 aufgearbeitet wurde. Neben Eck wurden noch der Zweite Offizier August Hoffmann, der Bordarzt Walter Weispfenning, der Leitende Ingenieur Hans Richard Lenz und der Matrose Wolfgang Schwenker beschuldigt, im Anschluss an die Versenkung &amp;#039;&amp;#039;Peleus&amp;#039;&amp;#039; auf Befehl Ecks gezielt auf im Wasser treibende Rettungsflöße und auch auf Überlebende geschossen zu haben. Die Versenkung der Flöße sollte die Rettungschancen Überlebender zunichtemachen, um das Entdecken des U-Boots zu verhindern. Der Prozess endete mit Todesurteilen für Eck, Hoffmann und Weispfenning, die am 30.&amp;amp;nbsp;November 1945 trotz Gnadengesuchen durch Erschießen vollstreckt wurden. Die beiden anderen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen. Dies war der einzige Kriegsverbrecherprozess, der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten gegen Mitglieder deutscher U-Boot-Besatzungen geführt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Herlin]]: &amp;#039;&amp;#039;Verdammter Atlantik - Schicksale deutscher U-Boot-Fahrer.&amp;#039;&amp;#039; 11. Auflage. Wilhelm Heyne Verlag München, 1979, ISBN 3-453-00173-7, S. 205–279.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bremen-Farge Prozess ==&lt;br /&gt;
Vom 19. Dezember 1947 bis zum 24. Februar 1948 wurde der &amp;#039;&amp;#039;Bremen-[[Farge]] Prozeß&amp;#039;&amp;#039; betreffend das dortige [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]]-[[Arbeitserziehungslager Farge|Arbeitserziehungslager]] durchgeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;The National Archives Public Record Office. TNA(PRO)WO 235/441 JAG 295 (Die Protokolle des Bremen-Farge Prozess im Curiohaus Hamburg 19. Dezember 1947 bis 24. Februar 1948)&amp;lt;/ref&amp;gt; Angeklagt war unter anderen der ehemalige Lagerarzt Walter Heidbreder. Ungeachtet seiner Funktionen als [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD]] in Hamburg 1945 („in his capacity of commander of the HAMBURG Security Police B.d.S. HAMBURG“) und als Gestapo-Chef von Bremen war der SS-Obersturmbannführer [[Alfred Schweder]] für das britische Militärgericht ein Zeuge der Anklage. Schweder konnte dem Gericht glaubhaft machen, in [[NS-Staat|NS]]-Deutschland hätten Kriegsgefangene einen Anspruch auf humane Behandlung gehabt („nach den Gesetzen der Humanität“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Luise Eckardt |Titel=The Court Assembles. Der Bremen-Farge Case. |Hrsg=Eva Schöck-Quinteros, Simon Rau |Sammelwerk=Verteidigen-verdrängen-vergessen. Das Arbeitserziehungslager Farge nach 1945. |WerkErg=Reihe &amp;quot;Aus den Akten Auf die Bühne&amp;quot; |Band=16,2 |Verlag=Milde Buchdruckerei |Ort=Bremen |Datum=2020 |Seiten=13-80}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Und ein ehemaliger Kollege von Schweder sagte ebenfalls als Zeuge der Anklage aus: der SS-Standartenführer [[Walter Albath]], von Oktober 1941 bis September 1943 Chef der Gestapo, und vom 18. Oktober 1943 bis 2. Februar 1945 Inspektor der [[Sicherheitspolizei (Nationalsozialismus)|Sicherheitspolizei und des SD]] in Düsseldorf.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Albath hatte in Polen 1939/40 eine mobile Mordeinheit (Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe V) geführt und war danach Gestapo-Chef von Königsberg. Ein britisches Militärgericht verurteilte ihn 1948 zu 15 Jahren Haft, aus der er aber schon 1955 wieder freikam. Siehe: {{Literatur |Autor=Bastian Fleermann, Hildegard Jakobs, Frank Sparing |Titel=Die Gestapo Düsseldorf 1933-1945 |Sammelwerk=Kleine Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf |Band=1 |Verlag=Droste |Ort=Düsseldorf |Datum=2012 |ISBN=978-3-7700-1486-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Prozesse gegen Einzelpersonen ==&lt;br /&gt;
Im Dezember 1946 wurde der [[Gynäkologe]] [[Hans Hinselmann]] wegen der [[Zwangssterilisation]] sog. Zigeunermischlinge, die nicht durch das &amp;#039;&amp;#039;[[Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses]]&amp;#039;&amp;#039; gerechtfertigt waren, zu drei Jahren Haft und einer Geldbuße verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Zwangssterilisierungen und „Euthanasie“ vor Gericht.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Edith Raim]]: &amp;#039;&amp;#039;Justiz zwischen Diktatur und Demokratie.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg Verlag, München 2013, S. 1041 ff., 1053.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Birgit Hofmann: [https://sammlung.sintiundroma.de/blog/ausgerissen-ausgeschnitten-aufgehoben-zeitungsartikel-als-objekte-teil-2-hamburger-aerzte-vor-gericht-1946/ &amp;#039;&amp;#039;Ausgerissen. Ausgeschnitten. Aufgehoben. Zeitungsartikel als Objekte. Teil 2: „Hamburger Ärzte vor Gericht“ 1946.&amp;#039;&amp;#039;] September 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin stand ab dem 11. Oktober 1948 der [[SS-Obersturmbannführer]] [[Fritz Knöchlein]] im Curiohaus von Gericht. Er war angeklagt, da Angehörige der unter seinem Befehl stehenden 3. Kompanie im 2. SS-Totenkopf-Regiment (mot.) der [[SS-Division Totenkopf]] etwa 100 britische Kriegsgefangene, die in die Hände der SS gefallen waren, am 27. Mai 1940 in dem [[Massaker von Le Paradis]] erschossen hatten. Auch Knöchlein wurde schuldig gesprochen und am 21. Januar 1949 in Hameln erhängt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerald Reitlinger]], &amp;#039;&amp;#039;The SS. Alibi of a Nation, 1922–1945.&amp;#039;&amp;#039; Arms and Armour Press, London 1985. ISBN 0-85368-187-2, S. 148f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 23.&amp;amp;nbsp;August 1949 bis zum 19.&amp;amp;nbsp;Dezember 1949 wurde hier gegen den Generalfeldmarschall [[Erich von Manstein]] verhandelt. Es war dies der letzte alliierte Kriegsverbrecherprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgrundlage ==&lt;br /&gt;
Grundlage für die britischen Militärgerichtsprozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher bildete der [[Royal Warrant (81/1945)|Royal Warrant]] vom 14.&amp;amp;nbsp;Juni 1945. Der Royal Warrant sah eine gelockerte Beweispflicht vor, so dass der Nachweis der organisatorischen Mitverantwortung an Straftaten für eine Verurteilung ausreichte. Ein Prinzip, das die deutsche Nachkriegsjustiz erst in jüngster Vergangenheit gegen hochbetagte potentielle NS-Täter wiederentdeckte.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Rath: [https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/prozesse-hamburg-1946-kriegsverbrechen-curiohaus-todesstrafe-militaerrecht-ns/2  Kriegsverbrecherprozesse in Hamburg 1946 – Die Curioaus-Verfahren.] Legal Tribune Online, 20. März 2016, aufgerufen am 15. November 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Rechtsgrundsatz &amp;#039;&amp;#039;[[nulla poena sine lege]]&amp;#039;&amp;#039; wurde hier nicht verletzt, weil nur das zur Tatzeit gültige Völkerrecht angewendet wurde. Das Gericht setzte sich aus drei hohen Militärs, einem Ersatz-Richter und einem juristischen Berater ohne Stimmrecht zusammen. Die Verhandlung war öffentlich. Berufung war nicht möglich; Gnadengesuche wurden vom Kriegsminister oder einem beauftragten Generalmajor entschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Militärgerichtsverfahren wurden nur zwei Gruppen von Tätern unter Anklage gestellt: Erstens Personen, die zum Schaden von britischen Staatsbürgern gegen das Kriegsrecht verstoßen hatten, und zweitens Personen, die im Gebiet der britischen Besatzungszone an Alliierten Verbrechen begangen hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für britische Militärgerichtsverfahren war der Rechtsbegriff [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] noch unbekannt. Nach jüngerer deutscher [[Auslegung (Recht)|Rechtsauslegung]] reicht die Mitwirkung an einem Vernichtungsprogramm zu einer Verurteilung wegen Beihilfe zu Mord, wobei dem Beschuldigten eine konkrete Einzeltat nicht nachgewiesen werden muss. Einen solchen Ansatz hatte auch die alliierte Rechtsprechung gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Hamburger Curiohaus-Prozesse. NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten. Texte, Fotos und Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 2017, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Mit der Zahl der Kriegsverbrecherprozesse und Verurteilungen stieg ihre Ablehnung in der deutschen Öffentlichkeit. Sie wurden durch weite Teile der Kirchen, Presse, Juristen und Parteien als &amp;#039;&amp;#039;Siegerjustiz&amp;#039;&amp;#039; diffamiert. In weiten Teilen der deutschen Bevölkerung geschah eine Solidarisierung mit den als Kriegs- oder NS-Verbrecher Verurteilten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/1992/09/vergebung-ohne-reue/seite-2 Nazi-Verbrechern als „politisch Verfolgte und Opfer einer Siegerjustiz“ geholfen.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau-militaergericht-nationalsozialismus-geschichte-1.5143408 &amp;#039;&amp;#039;Die vergessenen Prozesse&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Alyn Bessmann und Marc Buggeln |Titel=Befehlsgeber und Direkttäter vor dem Militärgericht |TitelErg=Die britische Strafverfolgung der Verbrechen im KZ Neuengamme und seinen Außenlagern |Sammelwerk=Zeitschrift für Geschichtswissenschaft |Band=53. Jahrgang |Nummer=6 |Datum=2005 |Seiten=522-542}}&lt;br /&gt;
* Kurt Buck: &amp;#039;&amp;#039;Die frühen Nachkriegsprozesse&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland&amp;#039;&amp;#039; 3). Herausgegeben von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Edition Temmen, Bremen 1997, ISBN 3-86108-322-1.&lt;br /&gt;
* [[Angelika Ebbinghaus]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Prozeß gegen Tesch und Stabenow – Von der Schädlingsbekämpfung zum Holocaust.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; 13, 2, 1998, {{ISSN|0930-9977}}, S. 16–71.&lt;br /&gt;
* Jürgen Kalthoff, Martin Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B. Tesch &amp;amp; Stabenow. Eine Firmengeschichte zwischen Hamburg und Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; VSA-Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-87975-713-5; siehe auch https://media.offenes-archiv.de/Kalthoff_Werner_Tesch_und_Stabenow.pdf&lt;br /&gt;
* KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Hamburger Curiohaus-Prozesse. NS-Kriegsverbrechen vor britischen Militärgerichten. Texte, Fotos und Dokumente.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 2017 [http://www.offenes-archiv.de/de/WeitereAusstellungen/rathausausstellung__curio_haus_prozess_.xml Beschreibung und Details auf den Tafeln]&lt;br /&gt;
* [[Oliver von Wrochem]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Auseinandersetzung mit Wehrmachtsverbrechen im Prozeß gegen den Generalfeldmarschall Erich von Manstein 1949.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Geschichtswissenschaft&amp;#039;&amp;#039; 46, 4, 1998, {{ISSN|0044-2828}}, S. 329–353, (Anklagepunkte / Urteil / Haftentlassung / Öffentlichkeit).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.loc.gov/rr/frd/Military_Law/pdf/Law-Reports_Vol-1.pdf Law Reports of Trials of War Criminals] Vol I, Case Nr. 9: Zyklon B Case – Bruno Tesch et al., S. 93–103.&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle| url=https://archive.org/details/medizinische-versorgung-der-arbeiterlager-bremen-farge-1939-45| titel=Die medizinische Versorgung der Arbeiterlager in Farge 1939-1945 und der Fall des Arztes Dr.Heidbreder im Curiohaus-Prozess (Bremen-Farge case)| abruf=2022-07-05| abruf-verborgen=1| autor=[[Ernst-Adolf Chantelau]]| datum=2022| sprache=de en}}&lt;br /&gt;
* [https://www.lernwerkstatt-neuengamme.de/de/weitereausstellungen/weitereausstellungen_rathausausstellungen_startseite/rathausausstellung_2017_curio-haus_startseite Die Hamburger Curiohaus-Prozesse (digitalisierter Ausstellungskatalog 2017)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Curiohaus-Prozesse| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegsverbrecherprozess (Zweiter Weltkrieg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Prozess]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerichtsprozess (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Kriegsverbrechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ Neuengamme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ Ravensbrück]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wodie13</name></author>
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