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	<title>Cueva de los Aviones - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;JEW am 6. Juni 2024 um 08:29 Uhr</title>
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		<updated>2024-06-06T08:29:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Coordinate|article=/|map=right|NS=37/35/7.30|EW=0/59/8.66/W|region=ES-MC|type=landmark|elevation=0}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Cueva de los Aviones.JPG|mini|Cueva de los Aviones unter dem Fort Navidad in der Nähe von Cartagena]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cueva de los Aviones&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Paläoanthropologie|paläoanthropologische]] und [[Archäologie|archäologische]] Fundstätte in der [[Murcia (Region)|Region Murcia]] im Südosten von [[Spanien]]. Die Höhle liegt  am Fuß von ins Meer abfallenden [[Vorberge (Geomorphologie)|Vorbergen]], die der südwestlichen Einfahrt in den Hafen von [[Cartagena (Spanien)|Cartagena]] als natürlicher Schutz dienen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
International bekannt wurde die Höhle im Jahr 2010, nachdem dort [[Muschelschale]]n entdeckt worden waren, die von [[Neandertaler]]n mit orange, roten und schwarzen [[Pigment]]e verziert worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[João Zilhão]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Symbolic use of marine shells and mineral pigments by Iberian Neandertals.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Proceedings of the National Academy of Sciences|PNAS]].&amp;#039;&amp;#039; Band 107, Nr. 3, 2010, S. 1023–1028, [[doi:10.1073/pnas.0914088107]].&amp;lt;br&amp;gt; [https://www.heise.de/tp/features/Grosses-Gehirn-und-intelligenter-als-gedacht-3384049.html &amp;#039;&amp;#039;Großes Gehirn und intelligenter als gedacht.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;heise.de&amp;#039;&amp;#039; vom 11. Januar 2010. (mit zwei Abbildungen aus PNAS)&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor war bereits bekannt gewesen, dass die Höhle Neandertalern als Aufenthaltsort gedient hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Höhle ==&lt;br /&gt;
Das [[Anstehendes Gestein|anstehende Gestein]] der Höhle besteht aus [[Kalkstein]], dessen Ursprung in die mittlere bis obere [[Trias (Geologie)|Trias]] (vor rund 230 Millionen Jahren) datiert wurde; auch die Seitenwände aus hellgrauem und grauem Kalkstein und dunkelgrauem [[Dolomit (Gestein)|Dolomit]]. Aus dem Zustand des Gesteins außerhalb des heute existierenden Höhlenbereichs kann abgeleitet werden, dass die Cueva de los Aviones vor 50.000 Jahren vermutlich wesentlich größer war als heute. Zur Zeit ihrer Nutzung durch die Neandertaler lag die Höhle mindestens zwei bis sieben Kilometer vom Meer entfernt, da der Meeresspiegel vor 50.000 Jahren 50 bis 90 Meter tiefer lag als heute; weil das Gebiet von Cartagena eine [[Subsidenz (Geologie)|Subsidenzzone]] ist, in der sich die [[Erdkruste]] großflächig absenkt, könnte die Entfernung zur Küste auch deutlich größer gewesen sein. Erst nach dem Ende der [[Eiszeitalter|Eiszeiten]], nachdem der Meeresspiegel wieder anstieg, geriet die Höhle in den Bereich des [[Tidenhub]]s und wurde vom Meerwasser weitgehend ausgeräumt. Verschont von dieser Zerstörung blieben nur vier Quadratmeter Bodenfläche an der nordwestlichen Höhlenwand, wo erstmals 1985 Ausgrabungen stattfanden. Diese Fläche bestand aus Gesteinstrümmern ([[Brekzie]]) von zementartiger Härte, aus denen mit Hammer und Meißel zunächst Steinwerkzeuge und Tierknochen freigelegt wurden. Bei der Bergung der entdeckten Schnecken- und Muschelschalen musste daher besonders umsichtig vorgegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funde ==&lt;br /&gt;
In der Cueva de los Aviones wurden die Überreste von mehreren hundert [[Schnecken]] und [[Muscheln]] gefunden. Am häufigsten vertreten waren essbare Schnecken der [[Art (Biologie)|Art]] &amp;#039;&amp;#039;[[Monodonta turbinata]]&amp;#039;&amp;#039; (427 Exemplare), die gleichfalls essbaren [[Napfschnecken]] der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Patella (Gattung)|&amp;#039;&amp;#039;Patella&amp;#039;&amp;#039;]] (236 Exemplare; zumeist &amp;#039;&amp;#039;[[Patella ferruginea]]&amp;#039;&amp;#039;, aber auch &amp;#039;&amp;#039;[[Patella aspera]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Patella lusitania]]&amp;#039;&amp;#039;) sowie [[Miesmuscheln]] (&amp;#039;&amp;#039;Mytilus edulis&amp;#039;&amp;#039;, 108 Exemplare) und [[Gemeine Herzmuschel|Herzmuscheln]] (14 Exemplare). Ferner wurden unter anderem 18 Exemplare der Muschel &amp;#039;&amp;#039;[[Glycymeris insubrica]]&amp;#039;&amp;#039; sowie ein Dutzend Schalen anderer Arten entdeckt, die heute als nicht essbar gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
95 Prozent der gefundenen [[Weichtiere|Weichtier]]-Schalen stammen den Untersuchungen zufolge von essbaren Schnecken und Muscheln, die im Bereich der [[Litoral|Gezeitenzone]] leben. Da die Oberfläche der Schalen keinen Abrieb durch Sand oder Kies aufwies, kann davon ausgegangen werden, dass die Tiere lebend – vermutlich als Nahrungsmittel – gesammelt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besonders bedeutende Funde erwiesen sich zwei vollständig erhaltene Exemplare von &amp;#039;&amp;#039;Glycymeris insubrica&amp;#039;&amp;#039;, die im Bereich des Wirbels Löcher aufweisen. Als dieser Bereich im Museum von Cartagena vom anhaftenden Kalkstein freipräpariert wurde, kamen Reste von roten Pigmenten zum Vorschein, die später als [[Hämatit]] (vermutlich [[Rötel]]) identifiziert wurden. Die Forscher vermuten daher, dass beide Muscheln als „persönlicher Schmuck“ („personal ornaments“) zu interpretieren sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Innenseite eines Exemplars von &amp;#039;&amp;#039;[[Spondylus gaederopus]]&amp;#039;&amp;#039; wurden Reste einer farbigen Masse freigelegt, die aus einer Mischung von rötlichem [[Lepidokrokit]] mit [[Holzkohle]], Dolomit, Hämatit und [[Pyrit]] bestand. Diese Muschelschale hatte vermutlich zur Aufbewahrung von Farbstoffen gedient; mehrere andere Schalenfunde dienten offenbar dem gleichen Zweck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diverse Klümpchen von roten und gelben Farbstoffen wurden in der Höhle auch ohne Bezug zu Muschelschalen gefunden, orange Pigmente hafteten zudem an dem [[Mittelfußknochen]] eines Pferdes. Dieser beim Pferd an einem Ende spitz zulaufende Knochen war möglicherweise zum Mischen der Pigmente oder zum Durchlöchern von bereits bemalten Schalen verwendet worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rötlichen Pigmente stammen vermutlich aus dem drei bis fünf Kilometer entfernten, im Nordwesten liegenden Bergbaugebiet [[La Unión (Murcia)|La Unión]], für das seit der Antike unter anderem auch Gold- und Silbergewinnung belegt ist. Das nächste Vorkommen von [[Natrojarosit]], einem Bestandteil des gelben Pigments, existiert ungefähr sieben Kilometer östlich der Höhle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datierung ==&lt;br /&gt;
Die Pigmente waren im Jahr 2010 mit Hilfe der [[Radiokarbonmethode]] auf ein Alter von knapp 50.000 Jahre datiert worden und galten als Beleg dafür, dass die Muschelschalen von den Neandertalern „in einer ästhetischen und vermutlich symbolischen“ Weise verwendet worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Balter: &amp;#039;&amp;#039;Neandertal Jewelry Shows Their Symbolic Smarts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Science]].&amp;#039;&amp;#039; Band 327, 2010, S. 255 f., [[doi:10.1126/science.327.5963.255]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Gemeinsam mit gleichzeitig publizierten Funden aus der 60 Kilometer entfernt im Binnenland liegenden Höhle [[Cueva Antón]] handelt es sich um die ersten derartigen, in Europa entdeckten Schmuckstücke von Neandertalern. Die Besiedelung Europas durch den modernen [[Mensch]]en (&amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens&amp;#039;&amp;#039;) erfolgte erst vor rund 40.000 Jahren. Einer 2018 publizierten Studie zufolge sind die Funde aus der Cueva de los Aviones laut [[Uran-Thorium-Datierung]] sogar 115.000 bis 120.000 Jahre alt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk L. Hoffmann et al.: &amp;#039;&amp;#039;Symbolic use of marine shells and mineral pigments by Iberian Neandertals 115,000 years ago.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science Advances.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Nr. 2, 2018, eaar5255, [[doi:10.1126/sciadv.aar5255]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[João Zilhão]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Symbolic use of marine shells and mineral pigments by Iberian Neandertals.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Proceedings of the National Academy of Sciences|PNAS]].&amp;#039;&amp;#039; Band 107, Nr. 3, 2010, S. 1023–1028, [[doi:10.1073/pnas.0914088107]].&lt;br /&gt;
* João Zilhão et al.: &amp;#039;&amp;#039;Symbolic use of marine shells and mineral pigments by Iberian Neandertals. Supporting Information.&amp;#039;&amp;#039; [https://www.pnas.org/content/suppl/2010/01/07/0914088107.DCSupplemental Volltext].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in der Autonomen Gemeinschaft Murcia]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Neandertaler)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Cartagena (Spanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höhle in Spanien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höhle in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Autonome Gemeinschaft Murcia)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;JEW</name></author>
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