<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Crvenka</id>
	<title>Crvenka - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Crvenka"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Crvenka&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-13T00:20:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Crvenka&amp;diff=2590304&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Loper12321: /* Hier geboren */ +Vesna Tomajek</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Crvenka&amp;diff=2590304&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-10-07T09:06:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Hier geboren: &lt;/span&gt; +Vesna Tomajek&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ort in Serbien&lt;br /&gt;
  |Bild                 = Piros Szerb templom.jpg&lt;br /&gt;
  |NameLateinisch       = Crvenka&lt;br /&gt;
  |NameKyrillisch       = Црвенка&lt;br /&gt;
  |NameUngarisch        = Cservenka&lt;br /&gt;
  |Wappen               = &lt;br /&gt;
  |lat_deg  = 45 | lat_min = 39 | lat_sec = 30&lt;br /&gt;
  |lon_deg  = 19 | lon_min = 27 | lon_sec = 21&lt;br /&gt;
  |Beschriftung         = &lt;br /&gt;
  |Provinz              = [[Vojvodina]]&lt;br /&gt;
  |Bezirk               = [[Okrug Zapadna Bačka|Zapadna Bačka]]&lt;br /&gt;
  |Gemeinde             = [[Opština Kula|Kula]]&lt;br /&gt;
  |Gemeindeart          = Stadt&lt;br /&gt;
  |Höhe                 = 86&lt;br /&gt;
  |Fläche               = 66.4&lt;br /&gt;
  |Gliederung           = &lt;br /&gt;
  |Einwohner            = 9001&lt;br /&gt;
  |EinwohnerStand       = 2011&lt;br /&gt;
  |Postleitzahl         = 25220&lt;br /&gt;
  |Telefonvorwahl       = 025&lt;br /&gt;
  |Kfz-Kennzeichen      = SO&lt;br /&gt;
  |Bürgermeister        = &lt;br /&gt;
  |BürgermeisterStand   = &lt;br /&gt;
  |Partei               = [[Serbische Fortschrittspartei]]&lt;br /&gt;
  |AnschriftStraße      = &lt;br /&gt;
  |AnschriftOrt         = &lt;br /&gt;
  |Webpräsenz           = www.crvenka.com&lt;br /&gt;
  |Schutzpatron         = &lt;br /&gt;
  |Stadtfest            = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Crvenka&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{srS|Црвенка}}, [[Deutsche Sprache|deutsch]] Tscherwenka / Rotweil, {{HuS|Cservenka}}) ist eine serbische [[Kleinstadt]] in der [[Opština Kula]] im [[Okrug Zapadna Bačka]] in der Provinz [[Vojvodina]]. Der Ort wurde 1978 zur [[Stadt]] erhoben und hatte 2011 etwa 9.000 Einwohner. Die Stadt liegt am [[Großer Batschka-Kanal|Großen Batschka-Kanal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig, sodass es über den Ursprung des Namens mehrere [[Hypothese|Annahmen]] gibt, [[de facto]] ist jedoch ein [[Slawische Sprache|slawischer]] Ursprung anerkannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.crvenka.com/crvenka/istorija-crvenke_190.html |wayback=20150628114903 |text=&amp;#039;&amp;#039;ISTORIJA CRVENKE&amp;#039;&amp;#039; (serbisch) |archiv-bot=2022-10-20 07:25:01 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Annahme besagt die Ableitung vom Wort &amp;#039;&amp;#039;crven&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;crvena&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;crveno&amp;#039;&amp;#039;, das im [[Urslawisch]]en für die Farbe [[Rot]] steht, der auf die reich vorhandene rote [[Boden (Bodenkunde)|Erde]] um Crvenka zurückzuführen ist. Eine andere bezieht sich auf das damalige zahlreiche Vorkommen von rotem [[Klatschmohn]] im [[Tal]] von Crvenka, dem &amp;#039;&amp;#039;Crveni mak&amp;#039;&amp;#039;. Eine weitere Annahme leitet Crvenka von &amp;#039;&amp;#039;cer&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Hrast cer&amp;#039;&amp;#039; ab, die [[Südslawische Sprache|südslawische]] Bezeichnung für die [[Zerreiche]], und vom slawischen Wort &amp;#039;&amp;#039;venac&amp;#039;&amp;#039;, das für [[Kranz]] steht, denn in der Umgebung gab es mehrere kranzartig verlaufende [[Hain]]e, die aus dieser [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Eichen]] bestanden. Namensgeber von Crvenka soll der [[mittelalter]]liche [[Slawen|slawische]] Stamm der &amp;#039;&amp;#039;Bajšani&amp;#039;&amp;#039; gewesen sein, dessen [[Vieh]] dort weidete, was die slawische [[These|Herkunftsthese]] des Namens bekräftigt. Als Teil des [[Königreich Ungarn|Königreichs Ungarn]] wurde die Kleinstadt in [[Ungarische Sprache|ungarischer]] Schreibweise als &amp;#039;&amp;#039;Cservenka&amp;#039;&amp;#039; und während der [[Donauschwaben|deutschen Kolonisation]] vom 18. bis Mitte des [[20. Jahrhundert]]s als &amp;#039;&amp;#039;Tscherwenka&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rotweil&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage und Klima ==&lt;br /&gt;
Die Stadt liegt am [[Großer Batschka-Kanal|Großen Batschka-Kanal]] im [[Okrug Zapadna Bačka]] und gehört zur Gemeinde [[Kula (Serbien)|Kula]]. Sie liegt 148&amp;amp;nbsp;km nördlich der Hauptstadt [[Belgrad]], 63&amp;amp;nbsp;km von [[Novi Sad]] und 33 Kilometer östlich von [[Sombor]] im nordserbischen [[Batschka]]-Tiefland in der [[Pannonische Tiefebene|Pannonischen Tiefebene]]. Die Region ist größtenteils [[Ebene (Geographie)|Flachland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie liegt in der [[Gemäßigte Zone|gemäßigten Klimazone]] und weist (nach [[Klima in Österreich#Nationale Klimaprovinzen|österreichischer Einteilung]]) ein typisches [[pannonisches Klima]] auf, mit geringen Niederschlägen, heißen Sommern und kalten Wintern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte und Antike ===&lt;br /&gt;
Die Region um Crvenka war während ihrer [[Urgeschichte|prähistorischen Ära]] lange Zeit von Wassern bedeckt. Auf dem Gebiet zwischen der [[Donau]] und dem ebenfalls im Okrug Zapadna Bačka liegenden Telečka-Plateau befand sich ein großer See, der von [[Römisches Reich|römischen]] Schriftstellern als „Süßer See“ bezeichnet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Zu dieser Zeit konnte man mit dem Boot bis zum Mittelgebirge [[Fruška Gora]] und zur Landschaft [[Syrmien|Srem]] reisen. Rund um die Kleinstadt gibt es noch zahlreiche [[Bucht]]en und [[Senke (Geowissenschaften)|Senken]] als Überbleibsel früherer Quellen und Bäche, die das Telečka-Plateau durchzogen. Das Plateau war auch von dichten Wäldern bedeckt, die reich an unterschiedlichen Wildtieren waren. In der &amp;#039;&amp;#039;Kupinovoj dolina&amp;#039;&amp;#039;, einem Tal nahe dem kleinen Bahnhof von Crvenka an der Bahnstrecke nach [[Subotica]], fand man Überreste von [[Urzeit]]-Tieren, z.&amp;amp;nbsp;B. von einem [[Mammute|Mammut]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Frühneolithikum]]s gehörte die Region zur [[Starčevo-Kultur]]. Belegt ist, dass später die [[Kelten]] auf dem Gebiet um Crvenka sesshaft wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; So fand man nach archäologischen [[Grabung]]en in unmittelbarer Nähe im benachbarten [[Kula (Serbien)|Kula]] Gegenstände aus keltischer und römischer Zeit, darunter [[Halskette]]n, [[Behälter|Urnen]], Tongefäße sowie keltische und römische Münzen, letztere sind als [[Follis]] bekannt, auf denen [[Konstantin der Große]] abgebildet ist. Andere stammen aus der [[Republik Venedig]]. Ab der Mitte des 1. bis zum 4. Jahrhundert gehörte die Region zum Herrschaftsgebiet der [[Jazygen]]. Ab dem [[5. Jahrhundert]] stießen massenweise [[Slawen|slawische]] Stämme und ab dem [[9. Jahrhundert]] [[Finno-ugrische Völker|finno-ugrische Stämme]] in die Region vor, die sie besiedelten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Im 11. Jahrhundert wurde die Ortschaft innerhalb der neu geschaffenen Gespanschaft [[Komitat Bács-Bodrog|Bács-Bodrog]] dem [[Königreich Ungarn]] angegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter bis heute ===&lt;br /&gt;
Nahe Crvenka fand man Münzen, die während der Herrschaft des [[Königreich Ungarn|ungarischen]] Königs [[Andreas II. (Ungarn)|Andreas II.]] (1205–1235) hergestellt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Mit der aggressiven Expansion der nach [[Südosteuropa]] anrückenden [[Osmanisches Reich|Osmanen]] begann ab dem 13. Jahrhundert eine schrittweise [[Emigration]] durch Flucht und Vertreibung der [[Serben|serbischen]] Bevölkerung aus den südlichen Gebieten des serbischen Reiches bzw. aus [[Altserbien]] in Richtung Norden und somit auch in die Region um Crvenka, das zu der Zeit auf dem Gebiet des [[Königreich Ungarn|Königreichs Ungarn]] lag. Besonders nach der [[Schlacht an der Mariza|Schlacht von Marica]] 1371 zwischen einer serbischen Streitmacht und dem [[Osmanische Armee|osmanischen Heer]], welche die Osmanen für sich entscheiden konnten, gelangten immer mehr Serben über die [[Save]] und [[Donau]] in die Region. Diese osmanische Expansion erfolgte besonders ab 1381, konnte jedoch anfangs durch schwere Niederlagen in den [[Schlacht bei Dubravnica|Schlachten bei Dubravnica]] 1381 und wenige Jahre später in der [[Schlacht bei Pločnik]] gestoppt werden. Nach der [[Schlacht auf dem Amselfeld (1389)|Schlacht auf dem Amselfeld]] 1389, die ohne eindeutigen Sieger endete, im Ergebnis jedoch den Widerstand der Serben gegen die Osmanen in den nachfolgenden Jahren entscheidend schwächte, verstärkte sich der Massenexodus der Serben in Richtung Norden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Die Ausdehnung des Osmanischen Reiches konnte auf Dauer nicht gestoppt werden, so dass 1459 ganz Serbien und Südungarn nach der Niederlage des ungarischen Heeres in der [[Schlacht bei Mohács (1526)|Schlacht bei Mohács]] 1526 dem Reich einverleibt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals erwähnt wurde Crvenka im 16. Jahrhundert, als es zum Osmanischen Reich gehörte. In den folgenden Jahrzehnten ging es den Ungarn nur mehr darum, das weitere Vordringen der Osmanen in Richtung [[Mitteleuropa]] möglichst zu verhindern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Der ungarische König [[Leopold I. (HRR)|Leopold I.]] (1658–1705) befürwortete daher mit zahlreichen Versprechen an die Serben deren erste organisierte Ansiedlung in die Region ab Mitte des 17. Jahrhunderts, um damit die durch die [[Habsburger]] zurückeroberten südlichen Gebiete des ungarischen Königreiches vor den Osmanen zu sichern, die sporadisch in die Region einfielen. Ende des 17. Jahrhunderts nahmen die Massenvertreibungen der serbischen Bevölkerung aus dem [[Kosovo]] und [[Metochien]] zu, was zur großen serbischen Emigration von 1690 in Richtung Norden führte. Die serbische Bevölkerung lebte auch unter den Habsburgern unter schwierigen Bedingungen, weil die Reichsregierung ihr Versprechen an die Serben nicht erfüllte, so dass diese überwiegend einfache [[Landwirt|Bauern]] blieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ulmer Schachtel.png|mini|links|Ulmer Schachtel (historische Darstellung)]]&lt;br /&gt;
Während dieser Periode begann auch die Ansiedlung der [[Deutsche]]n, die während der Herrschaft von [[Joseph I. (HRR)|Joseph I.]] einsetzte, sich unter [[Karl VI. (HRR)|Karl VI.]] und [[Maria Theresia]] fortsetzte und während der Herrschaft von [[Joseph II.]], als sie ihren Höhepunkt erreicht hatte, beendet wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Maria Theresia war die erste, die in einem größeren Ausmaß Deutsche in der Region ansiedelte, vor allem in der [[Batschka|Bačka]], zu der Crvenka gehörte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Die Bačka war wegen der ständigen Auseinandersetzungen mit den Osmanen großteils verlassen oder die Orte und Siedlungen waren nur unzureichend bevölkert. Joseph II. beschloss daher, diesen Lebensraum mit Deutschen zu besiedeln, die der [[Absolutismus|absolutistischen]] kaiserlichen Führung die [[Treue]] hielten und als qualifizierte Landwirte die neu besiedelten Gebiete kultivierten. Die Ansiedlung der Deutschen fand im Einklang mit der von der Politik geförderten [[Germanisierung]] statt. Joseph II. erkannte, dass für die Besiedlung der Region die Bevölkerung vom [[Oberrhein]], genauer aus [[Baden (Land)|Baden]], [[Württemberg]], [[Elsass]], [[Lothringen]], [[Hessen]] und der [[Pfalz (Region)|Pfalz]] am geeignetsten war, weil dort der [[Bauernstand]] am ausgeprägtesten war. Eine kaiserliche Verkündung über die [[Kolonisation]] der Region, die am 21. September 1782 veröffentlicht wurde, fand bei der Bevölkerung am Oberrhein Zuspruch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verkündung versprach jeder Familie ein Haus mit [[Nutzgarten]], den Bauern ausreichend [[landwirtschaft]]liche [[Nutzfläche]]n, [[Vieh]] und einen Großteil der dafür benötigten [[Landwirtschaftliches Gerät|landwirtschaftlichen Geräte]] sowie den [[Handwerk]]ern [[Werkzeug]]e in vollem Umfang und 50 [[Forint]]. Jeder Familie wurden die Reisekosten bereitgestellt und die Befreiung von Steuern, Abgaben und Lasten für zehn Jahre garantiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; Obwohl die [[Liste der römisch-deutschen Herrscher|Herrscher]] der zum [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] gehörenden Regionen versuchten, die [[Auswanderung]] zu verhindern, gelang es zahlreichen Familien, in der Hoffnung auf ein besseres Leben auszuwandern. Die Auswanderungen begannen im Frühjahr 1783. Erster Sammelpunkt war [[Regensburg]]. Dort erhielten die Reisenden entweder neue [[Reisepass|Reisepässe]] oder die bisherigen wurden für gültig befunden. Die zehntägige Reise nach [[Wien]] wurde auf der Donau mit kleinen Schiffen fortgesetzt. Dort erhielt jede Person zwei Forint und eine Art Siedler-Pass, auf dem der Ort vermerkt war, wo die Familien angesiedelt werden sollten. Die Kolonisten, die der [[Gespanschaft]] Bačka zugeordnet waren, wurden sofort zu einer Art Ansiedlermeldestelle nach [[Sombor]] geschickt. Dort erhielt jeder pro Monat weitere zwei Forint, dazu jedes über zehn Jahre alte Familienmitglied einen [[Österreichischer Gulden|Kreuzer]], sowie [[Mehl]], [[Feuerholz]], [[Heu]] und [[Essig]] bis zur Fertigstellung des Wohnhauses. So kamen im Juni 1783 die ersten Kolonisten von Sombor nach Crvenka. Vor der Besiedlung der heutigen Kleinstadt war Crvenka ab 1655 ein [[Lehnswesen|Feudalwesen]] zwischen [[Sivac]] und Kula. Die Ansiedler trafen dort auf einheimische serbische Familien, die mit der Zeit verschwanden, jedoch wurde nach ihnen die damalige Ratzsgasse benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;IC&amp;quot; /&amp;gt; „Ratzen“, „Raizen“, oder „Rasizer“ war die frühere deutsche und ungarische Bezeichnung für die Serben, die Bewohner von [[Raszien]], eines im Mittelalter existierenden selbständigen serbischen [[Fürstentum]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1785 wurden weitere 610 Familien angesiedelt. Davon stammten ca. 150 aus dem [[Elsass]], 200 aus der [[Pfalz (Region)|Pfalz]], 70 aus [[Hessen]] und 30 aus dem heutigen [[Saarland]]. Weitere Familien kamen aus Baden, Württemberg und anderen deutschen Ländern. Die Ansiedlung von Crvenka erfolgte im Rahmen des sogenannten „[[Schwabenzug|Dritten Schwabenzuges]]“ unter Kaiser [[Joseph II.]] Es war die größte Gemeinde der josephinischen Siedlungsphase und im Jahre 1944 mit ca. 8000 deutschen Bewohnern nach [[Apatin]] die größte Gemeinde dieser Volksgruppe in der Bačka. Für die Kolonisten war hauptsächlich [[Ulm]] die Sammelstelle, von dort aus begann die Reise auf der [[Donau]] mit kleinen Schiffen, den „[[Ulmer Schachtel]]n“. Bei einem Aufenthalt in Wien wurden die Aussiedlungsformalitäten abgewickelt (protokolliert), dann erfolgte eine Weiterfahrt donauabwärts bis Apatin. Von dort wurden die Siedler in die neu angelegten Ortschaften verteilt. Das nach einem Bebauungsplan angelegte Crvenka bestand aus fünf fast zwei Kilometer langen Längsgassen, später kam eine sechste dazu, und sechs Quergassen (Kreuzgassen). Der Ort ist ein Beispiel für eine schachbrettartige Anlage mit großzügiger Straßenführung. Die Siedler gehörten zu der Gruppe der [[Donauschwaben]]. Bis zur Endphase des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] überwog in Crvenka der deutsche Bevölkerungsanteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Crvenka, town centre.jpg|mini|Im Stadtzentrum von Crvenka]]&lt;br /&gt;
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 6.–8. Oktober 1944 verübten Angehörige der [[SS]] ein Massaker an ca. 700 jüdischen Zwangsarbeitern, die sich auf einem [[Todesmarsch]] aus [[Bor (Serbien)]] befanden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.theguardian.com/lifeandstyle/2022/jan/28/experience-i-survived-a-nazi-massacre &amp;#039;&amp;#039;Experience: I survived a Nazi massacre&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[The Guardian]] online&amp;#039;&amp;#039;, 28. Januar 2022, abgerufen am 18. Februar 2022. Ausführlich: Carolin Mezger, &amp;#039;&amp;#039;The 1944 Crvenka massacre and the potentials of postwar testimony.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Holocaust Studies&amp;#039;&amp;#039; 26, 2019, 1–25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zugleich setzte die Fluchtbewegung eines Großteils der deutschstämmigen Bewohner (90 %) Crvenkas ein. Von den in Crvenka zurückgebliebenen Einwohnern kamen 312 in Lagern um. Von den etwa 7000 im Oktober 1944 geflüchteten Bewohnern haben viele in [[München]] und Umgebung, in [[Baden-Württemberg]], in [[Rheinland-Pfalz]], in [[Österreich]], in [[Kanada]] und in den [[Vereinigte Staaten|USA]] eine neue Heimat gefunden. Die jugoslawischen Behörden siedelten andere Bevölkerungsschichten im Ort an, die bestehenden Häuser erhielten Siedler aus [[Bosnien]] und [[Montenegro]]. Die ethnische Struktur des Ortes änderte sich, und die durch den Exodus der Donauschwaben entstandenen Siedlungslücken wurden wieder geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sport ==&lt;br /&gt;
Das Aushängeschild der Stadt ist der [[Handball]]verein [[RK Crvenka]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
Bei der Ansiedlung zogen 610 Familien mit ca. 2500 Personen in 453 fertiggestellte Häuser ein. Durch Krankheiten und Epidemien (Ruhr) kam es zu einem Bevölkerungsrückgang, erst im Jahre 1808 konnte die ursprüngliche Zahl wieder erreicht werden. Bis 1869 stieg die Einwohnerzahl bis auf ca. 6900 und bis 1900 waren es ca. 7600. Bei der Volkszählung 1931 wurden fasst 10.000 Personen registriert, davon ca. 7000 mit deutscher Volkszugehörigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute leben in Crvenka überwiegend [[Serben]], [[Montenegriner]] und [[Magyaren|Ungarn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftsstruktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Crvenka, Catholic Church.jpg|mini|hochkant|Katholische Kirche Herz Jesu]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Cservenka.jpg|mini|Evangelische Kirche von 1879 bis 1947]]&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsstruktur der Gemeinde wurde hauptsächlich von der [[Landwirtschaft]], dem [[Weinbau]], der [[Zuckerfabrik]], der [[Ethanol|Spiritusfabrik]], der [[Viehzucht]] und der [[Nahrungsmittel]]produktion bestimmt, deren Produkte größtenteils exportiert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Ortes waren die 630 Weinkeller, die sich mit dem typischen runden Vorbau aneinandergereiht den Hang der Telečka entlang zogen. Die Keller drang weit in den Lößhang hinein. Jeder Winzer hatte seinen eigenen Weinkeller als persönliches Weinlager.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Hier geboren ===&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Rátz]] (* 1882; † 1952), Prediger der [[Deutsche Evangelische Kirchengemeinde A.B. zu Preßburg|Deutschen Ev. Kirchengemeinde zu Preßburg]]&lt;br /&gt;
* [[Dušan Salatić]] (* 1929), ehemaliger [[Serbien|serbischer]] [[Professor]] und [[Schriftsteller]]&lt;br /&gt;
* [[Siegfried Lamnek]] (* 1943), deutscher [[Soziologie|Soziologe]]&lt;br /&gt;
* [[Ratko Svilar]] (* 1950), ehemaliger serbischer [[Fußballspieler]]&lt;br /&gt;
* [[Marin Trenk]] (* 1953), deutscher [[Ethnologie|Ethnologe]]&lt;br /&gt;
* [[Zorica Vojinović]] (* 1958), ehemalige serbische [[Handball]]spielerin&lt;br /&gt;
* [[Vesna Tomajek]] (1962; † 2025), Handballspielerin&lt;br /&gt;
* [[Nebojša Jokić]] (* 1968), ehemaliger serbischer Handballspieler und -trainer&lt;br /&gt;
* [[Jožef Holpert (Handballspieler, 1988)|Jožef Holpert]] (* 1988), ehemaliger serbischer Handballspieler&lt;br /&gt;
* [[Sara Savatović]] (* 1993), serbische [[Hammerwerfer]]in&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl Beel, Peter Bieber, Christian Bischert: &amp;#039;&amp;#039;Tscherwenkaer Tafel&amp;#039;&amp;#039; im Haus der Donauschwaben in München; ([http://www.donauschwaben-bayern.de/Tscherwenka.pdf Onlinefassung]; PDF; 4,6&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* Roland Vetter, Hans Keiper: &amp;#039;&amp;#039;Unser Tscherwenka&amp;#039;&amp;#039;, 672 Seiten, 1980, Verlagsdruckerei J. F. Bofinger KG Tuttlingen&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tscherwenkaer Familien&amp;#039;&amp;#039;, 461 Seiten, 2002, von Angela Hefner, Karlsruhe; ([http://www.genealogienetz.de/vereine/AKdFF/tscherw.pdf Onlinefassung]; PDF; 2,6&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tscherwenkaer Heimatzeitung&amp;#039;&amp;#039;, München&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.crvenka.com/ Offizielle Website der Stadt]&lt;br /&gt;
* [https://austria-forum.org/web-books/kategorie/zeitschriften/tscherwenkaer-heimat-zeitung Tscherwenkaer Heimat Zeitung]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4070149-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in der Batschka]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in der Opština Kula]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Loper12321</name></author>
	</entry>
</feed>