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	<title>Constantius Gallus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T06:35:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Constantius_Gallus&amp;diff=238151&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Altaripensis2: verstehe, wegen der Ortes der Hinrichtung; daher in den entspr. Abschnitt integriert</title>
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		<updated>2026-01-24T12:41:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;verstehe, wegen der Ortes der Hinrichtung; daher in den entspr. Abschnitt integriert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Solidus-Constantius Gallus-thessalonica RIC 149.jpg|mini|hochkant=1.5|[[Solidus]] des Gallus, auf dem Rom und Konstantinopel gerühmt werden. Als &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; ist Gallus ohne Diadem abgebildet, das nur einem &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; zustand.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Flavius Constantius Gallus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[325]]/[[326]] in [[Massa Marittima|Massa Veternensis]], [[Etrurien]]; † [[354]] in [[Plomin|Flanona]], [[Istrien]]) war von 351 bis zu seiner Absetzung 354 &amp;#039;&amp;#039;[[Caesar (Titel)|Caesar]]&amp;#039;&amp;#039;, also Unterkaiser seines Cousins, des römischen Kaisers [[Constantius II.|Constantius II]]. Er residierte in [[Antiochia am Orontes|Antiochia]] und wurde nach Streitigkeiten mit kaiserlichen Beamten und städtischen [[Honoratioren]] von Constantius, der eine Usurpation befürchtete, abberufen und schließlich hingerichtet. Sein jüngerer Bruder [[Julian (Kaiser)|Julian]] wurde etwas später zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; erhoben und schließlich der Nachfolger des Constantius.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitgeschichtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Römische Reich durchlief zu Beginn des 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts einen tiefgreifenden Wandel. Gallus’ Onkel [[Konstantin der Große]] hatte sich in den [[Auflösung der römischen Tetrarchie|Nachfolgekämpfen]], die das Ende der von Kaiser [[Diokletian]] begründeten [[Römische Tetrarchie|Tetrarchie]] herbeiführten, durchgesetzt und die [[konstantinische Dynastie]] begründet. Bedeutsam war Konstantins Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: Zum einen verlagerte er die Zentralmacht mit der neuen Hauptstadt [[Konstantinopel]] in den Ostteil des Reiches, der ohnehin immer mehr an Bedeutung gewonnen hatte. Zum anderen förderte er das Christentum und leitete somit die [[Christianisierung des Römischen Reiches]] ein, die sogenannte [[konstantinische Wende]], wobei die traditionellen Götterkulte zwar nicht abgeschafft wurden, aber an Kraft und Einfluss verloren; diese Entwicklung versuchte Gallus’ Bruder Julian später aufzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung Konstantins des Großen für die neue Hauptstadt wurde nicht zuletzt aus außenpolitischen Erwägungen getroffen, denn Konstantinopel lag etwa gleich weit entfernt von den bedrohten Grenzen des Reiches an [[Donau]] und [[Euphrat]]. Während jedoch an der Donau die Lage am Vorabend von [[Hunnen]]sturm und [[Völkerwanderung]] noch weitgehend gesichert war, blieb die Lage im Osten gefährlich, da die [[Sassanidenreich|Perser]] nach einem unruhigen Frieden gegen Ende der Regierungszeit Konstantins unter [[Schapur II.]] wieder in die Offensive gingen. Ein weiterer außenpolitischer Brennpunkt war und blieb die Rheingrenze in [[Gallien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Konstantins Entscheidung, einige Prinzipien der Tetrarchie beizubehalten, nämlich das Mehrkaisertum und die Unterscheidung zwischen &amp;#039;&amp;#039;[[Augustus (Titel)|Augusti]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Caesares&amp;#039;&amp;#039;, aber gleichzeitig das [[Dynastie|dynastische]] Prinzip zu betonen, barg Konfliktpotential, da die Hierarchie zwischen den miteinander verwandten Kaisern nicht unumstritten war. Während der Wirren nach Konstantins Tod kam es zur [[Morde nach dem Tod Konstantins des Großen|Säuberung von 337]], der viele Mitglieder der Kaiserfamilie, darunter Gallus’ Vater [[Julius Constantius]] und dessen ältester Sohn, zum Opfer fielen. Erst zum Ende des Jahres 337 beruhigte sich die Lage wieder. Die Nachfolge Konstantins übernahmen dessen Söhne [[Konstantin II. (Rom)|Konstantin&amp;amp;nbsp;II.]], [[Constantius II.]] und [[Constans]]. Konstantin&amp;amp;nbsp;II. starb bereits 340, als er versuchte, seinen jüngeren Bruder Constans anzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die blutigen innerfamiliären Säuberungen der Konstantinsöhne verhinderten zwar einen Bürgerkrieg, konnten aber nicht über die Differenzen zwischen den drei neuen Kaisern hinwegtäuschen. So spaltete auf religiösem Gebiet der Streit zwischen [[Arianismus|Arianern]] und [[Orthodoxie|Orthodoxen]] auch die kaiserliche Familie. Während Konstantin&amp;amp;nbsp;II. und auch Constantius den Arianern zuneigten, vertrat Constans die Linie der Orthodoxie. Der Streit zwischen Konstantin und Constans eskalierte 340, ein Bruderkrieg wurde nur durch den Tod Konstantins in einem Scharmützel bei [[Aquileia]] verhindert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Constantius Gallus wurde 325/26 als Sohn des Julius Constantius, des Halbbruders Konstantins des Großen, und seiner Frau [[Galla (Mutter des Constantius Gallus)|Galla]], der Schwester der späteren [[Konsulat (Römisches Reich)|Konsuln]] [[Vulcacius Rufinus]] und [[Naeratius Cerealis]], im [[Etrurien|etrurischen]] Massa Veternensis geboren. Er war ein Enkel des Kaisers [[Constantius I.]] Sein jüngerer Halbbruder war der spätere Kaiser Julian, der Sohn des Julius Constantius mit seiner zweiten Frau [[Basilina]]. Seine Schwester war die erste Ehefrau seines Cousins Constantius II.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus überlebte wie sein Halbbruder die auf den Tod ihres Onkels Konstantin 337 folgenden Morde an den meisten übrigen männlichen Mitgliedern der Dynastie. Der Kirchenvater [[Gregor von Nazianz]] behauptete später, Constantius II. habe die beiden gerettet. Ab 340 lebten die beiden jedenfalls unter der Obhut des Bischofs [[Eusebius von Nikomedia]] in [[Konstantinopel]]. Danach verbrachte Gallus einige Jahre in [[Ephesos]]. Auf Initiative Constantius’ II. lebte er nach Eusebius’ Tod mit Julian im [[Kappadokien|kappadokischen]] [[Macellum (Landgut)|Macellum]] (im heutigen Anatolien). Der misstrauische Constantius, der angeblich den schlechten Einfluss ihres Freundeskreises auf die beiden fürchtete, verfügte, dass sie dort keine Bekannten empfangen durften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gregor von Nazianz, der ein Gegner Julians war, und ihm folgend der Kirchenhistoriker [[Sozomenos]] überliefern eine Anekdote aus der Zeit in Macellum, die Gallus in sehr vorteilhaftem Licht zeigt. Gregor zufolge wollten die Brüder im nahen [[Kayseri|Caesarea]] eine Kirche errichten, die dem Märtyrer [[Mamas von Kappadokien|Mamas]] geweiht werden sollte. Doch während der von Gallus übernommene Teil der Kirche in kürzester Zeit fertiggestellt wurde, stürzte Julians Teil bei einem Erdbeben ein. Der christliche Chronist Gregor deutet die Ereignisse so, dass Gott dem frommen Christen Gallus wohlgesinnt war und dem ungläubigen Julian zürnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Gregor von Nazianz, &amp;#039;&amp;#039;Rede&amp;#039;&amp;#039; 4,24–29; Sozomenos 5,2,12–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gallus blieb fünf Jahre lang in Macellum. In der Zwischenzeit war das Reich durch die Erhebung von drei Gegenkaisern im Westen erneut in die Krise geraten. Constantius II. hatte sich währenddessen im durch die persischen Sassaniden gefährdeten Osten aufgehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den Kämpfen zwischen Römern und Persern in der Regierungszeit Constantius’ II. siehe Michael H. Dodgeon, Samuel N. C. Lieu (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars (AD 226–363). A Documentary History.&amp;#039;&amp;#039; London/New York 1991, S. 164 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bekämpfung des [[Usurpation|Usurpators]] [[Magnentius|Magnus Magnentius]], dessen Häscher [[Gaiso (Heermeister)|Gaiso]] Constantius’ Bruder, Kaiser Constans, zum Opfer gefallen war, erforderte ab 350 seine Präsenz im Westen. Constantius II. ernannte deshalb 351 in Ermangelung eines leiblichen Sohnes Gallus zum &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, weil er den Osten des Reiches nicht ohne Kaiser zurücklassen konnte und keinen Dynastiefremden mit dem Purpur bekleiden wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gallus als Caesar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. März 351 fand im [[Pannonien|pannonischen]] [[Sirmium]] die offizielle Erhebungszeremonie statt. Als Bestätigung seiner neuen Stellung als &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; heiratete Gallus, der nun den Namen &amp;#039;&amp;#039;Flavius Claudius Constantius&amp;#039;&amp;#039; annahm, seine Cousine [[Constantina (Tochter Konstantins des Großen)|Constantina]], die älteste Schwester Constantius’ II. Er blieb zunächst am kaiserlichen Hof, während sein Cousin in [[Pannonien]] den Gegenkaiser Magnentius bekämpfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abzusehen war, dass die Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Gegenkaiser noch länger andauern würde, machte sich Gallus auf den Weg nach [[Syria|Syrien]]. Unterwegs traf er in [[Nikomedia]] auf seinen Bruder Julian, der Macellum ohne Constantius’ Einwilligung verlassen hatte. Constantius, der angesichts der Krise im Westen an einem guten Einvernehmen mit seinem neuen Unterkaiser interessiert war, sah jedoch von einer Strafe ab. Zunächst entwickelte sich das Verhältnis zwischen Constantius II. und seinem neuen Unterkaiser auch recht positiv. Der Redner [[Himerios]] schwärmte in einer Rede auf den Kaiser, Gallus sei „wie der Morgenstern aufgegangen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Himerios, &amp;#039;&amp;#039;Fragment&amp;#039;&amp;#039; 1,6, S. 249f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039;, der in [[Antiochia am Orontes|Antiochia]] residierte, hatte das Glück, dass der persische König [[Schapur II.]] durch Kämpfe im Nordosten seines Reiches abgelenkt war. Es kam zwar immer wieder zu Scharmützeln mit [[Isaurien|Isauriern]] und [[Sarazenen]], diese wurden aber vom bereits seit 349 im Osten stationierten [[Magister militum|Heermeister]] [[Ursicinus (Heermeister)|Ursicinus]] auch ohne seine Hilfe erfolgreich geführt. Einen 352 aufflackernden Aufstand der [[Juden]] in [[Galiläa]] unter [[Patricius (Usurpator)|Patricius]] schlug Ursicinus brutal nieder, die Stadt [[Sepphoris|Diocaesarea]] wurde dabei zerstört. Auch hier war es also nicht Gallus selbst, der die Führung der Militäraktion übernahm.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum jüdischen Aufstand vgl. [[Sokrates Scholastikos]] 2,33,2; [[Sozomenos]] 4,7,5. Ausführlich geht Günter Stemberger: &amp;#039;&amp;#039;Juden und Christen im Heiligen Land. Palästina unter Konstantin und Theodosius.&amp;#039;&amp;#039; München 1987, S. 132–150 auf den Aufstand ein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Gallus bei den Truppen dennoch beliebt war, missfiel dem misstrauischen &amp;#039;&amp;#039;[[Augustus (Titel)|Augustus]]&amp;#039;&amp;#039; Constantius II. allerdings ebenso wie seine Versuche, selbstständig Politik zu machen. Constantius hätte es lieber gesehen, wenn er sich in die Anordnungen der kaiserlichen Beamten gefügt hätte. Dem stand jedoch angeblich der Ehrgeiz des Gallus und seiner Frau, der [[Augusta (Titel)|&amp;#039;&amp;#039;Augusta&amp;#039;&amp;#039;]] Constantina, entgegen. Die weitgehend repräsentative Rolle, auf die der &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; die beiden gerne beschränkt hätte, war nicht nach ihrem Geschmack. Bald schon kam es zu Konflikten mit den von Constantius eingesetzten Beamten, allen voran mit dem Leiter der Zivilverwaltung im Osten, dem &amp;#039;&amp;#039;[[Prätorianerpräfekt|praefectus praetorio]] per Orientem&amp;#039;&amp;#039; [[Thalassius (Prätorianerpräfekt)|Thalassius]]; offenbar wollte Gallus nicht akzeptieren, dass alle Prätorianerpräfekten nur dem &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; Constantius II. verantwortlich waren. Der Historiker [[Ammianus Marcellinus]], ein Untergebener des Ursicinus, berichtet, der &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; habe „weder die hohen Beamten noch die Oberschichten“ geschont.&amp;lt;ref&amp;gt;Ammian 14,7,1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch religionspolitisch sammelte sich Gallus Feinde ein, indem er, beeinflusst von seinem Freund [[Theophilos der Inder|Theophilos]], [[Aëtios von Antiochia|Aëtios]] zu seinem wichtigsten religiösen Berater machte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Philostorgios]] 3,27; [[Gregor von Nyssa]], &amp;#039;&amp;#039;C. Eunomium&amp;#039;&amp;#039; 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aëtios war der umstrittene Begründer der „radikalarianischen“ Position der [[Arianismus#Heterousianer, Homöer und Homöusianer|Heterousianer]] (auch Anhomöer oder Neu-Arianer), die nunmehr die Göttlichkeit [[Jesus Christus|Jesu]] bestritten. Hieraus entwickelte sich ein Konflikt zwischen den Heterousianern und anderen, in Antiochia wie im ganzen Osten ebenfalls wichtigen Strömungen des [[Arianismus]], die nicht wie Aëtios die Wesensverschiedenheit, sondern die Wesensähnlichkeit zwischen Gott und Christus postulierten (während die Nicht-Arianer für die [[Wesensgleichheit]] stritten, siehe [[Arianischer Streit]]). Gallus befand sich nun mitten in diesem innerchristlichen und innerarianischen Konflikt, bei dem es nicht nur um Theologie, sondern vor allem auch um Macht ging. So scheint er Teile der Kirche gegen sich gehabt zu haben; vielleicht brachte er damit auch [[Leontios von Antiochia|Leontios]], den Bischof von Antiochia, gegen sich auf.&amp;lt;ref&amp;gt;David Woods: &amp;#039;&amp;#039;Three Notes on Aspects of the Arian Controversy, c. 354–367 CE.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Journal of Theological Studies.&amp;#039;&amp;#039; Band 44, Nr. 2, Oktober 1993, S. 604–619 ([[doi:10.1093/jts/44.2.604]]), hier S. 604–610 (&amp;#039;&amp;#039;Ecclesiastical Politics and the Death of Gallus Caesar&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gallus’ Ende ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Constantius Gallus geriet auch, ähnlich wie später sein Halbbruder Julian (siehe [[Hungersnot in Antiochia 362–363]]), mit den Senatoren von Antiochia in Konflikt. Gegen den Willen der wohlhabenden Antiochier versuchte er während einer Hungersnot, eine Senkung der Getreidepreise durchzusetzen. Unkooperative Stadträte ließ er verhaften. Als er sein Vorhaben dennoch nicht verwirklichen konnte, lenkte er den Zorn der Bevölkerung auf den Präfekten von Syrien, [[Theophilus (Präfekt)|Theophilus]], der kurz darauf einer aufgebrachten Volksmenge zum Opfer fiel. Möglicherweise spekulierte er darauf, dass ihn die Bevölkerung zum &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; ausrufen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;Zur Rolle des Gallus in der antiochenischen Versorgungskrise vgl. [[John F. Matthews]]: &amp;#039;&amp;#039;The Roman Empire of Ammianus.&amp;#039;&amp;#039; London 1989, S. 406–408.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der immer noch mit Magnentius beschäftigte Constantius 353 von diesen Ereignissen erfuhr, sandte er den Präfekten [[Domitianus (Prätorianerpräfekt)|Domitianus]] nach Antiochia, um Gallus zurück nach [[Mediolanum (Gallia cisalpina)|Mediolanum]] (Mailand) an den Kaiserhof zu rufen. Dieser ließ jedoch Domitianus sowie den &amp;#039;&amp;#039;[[quaestor sacri palatii]]&amp;#039;&amp;#039; [[Montius Magnus|Montius]] festnehmen und hinrichten. Anschließend machte er noch angeblichen Verschwörern den Prozess. Damit hatte Gallus die letzte Chance auf eine Einigung mit Constantius vergeben. Selbst ein Bürgerkrieg zwischen den beiden wurde am kaiserlichen Hof nun nicht mehr ausgeschlossen. Auch der in [[Konstantinopel]] zu Besuch weilende Julian bekam die gegen seinen Bruder gerichtete Stimmung jener Tage zu spüren.&amp;lt;ref&amp;gt;Julian, &amp;#039;&amp;#039;Brief an Themistios&amp;#039;&amp;#039;, 259b–c.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Mediolanum und Antiochia fand derweil ein reger Briefwechsel statt. Der nach Italien zurückgekehrte Constantius bat seine Schwester, ihn zu besuchen. Diese machte sich 354 auch tatsächlich auf den Weg, erlag aber auf der Reise in [[Bithynien]] einem Fieberanfall. Da auch die Gattin des Constantius, eine Schwester des Gallus, im Jahr zuvor verstorben war, gab es nun niemanden mehr, der beim Kaiser für ihn sprechen konnte. Constantius gab sich dennoch weiterhin großmütig und bot seinem Cousin wohl sogar eine Doppelherrschaft und die Erhebung zum &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039; an. Gallus machte sich nun doch auf den Weg in den Westen, nicht ohne unterwegs in Konstantinopel prachtvolle Spiele auszurichten. Er fühlte sich bereits ganz als &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu auch Robert N. Mooney: &amp;#039;&amp;#039;Gallus Caesar’s Last Journey.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Classical Philology.&amp;#039;&amp;#039; Band 53, Nr. 3, 1958, S. 175–177.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arena, austro hungarian empire - panoramio.jpg|mini|Das Amphitheater von Pietas Iulia]]&lt;br /&gt;
Der Auftritt im Zirkus der Hauptstadt brachte das Fass zum Überlaufen. Constantius ließ diskret die Garnisonen der von seinem Gegenspieler besuchten Städte abziehen, um diesem keine Gelegenheit zu geben, die Truppen gegen ihn aufzustacheln. In [[Ptuj|Poetovio]] in [[Noricum]] wurde Gallus schließlich festgenommen und nach [[Plomin|Flanona]] auf der Halbinsel [[Istrien]] gebracht. Als er sich nicht unterwarf, sondern die Verantwortung für die Vorgänge in Antiochia Kaiser Constantius zuwies, verurteilte ihn dieser zum Tode. Für Reue war es nun zu spät. Der kaiserliche Oberkämmerer [[Eusebius (Kämmerer Constantius’ II.)|Eusebius]] und der Gardekommandant [[Barbatio]], die Constantius treu ergeben waren, sorgten dafür, dass Gallus zum Jahresende 354 in Flanona nahe [[Pula|Pietas Iulia]] hingerichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ammian 14,11,19–23. Der genaue Todesort bei Sokrates Scholastikos 2,34,4 und Sozomenos 4,7,7 (Ammian 14,11,20 nur „prope oppidum Polam“). Dazu auch [[Bruno Bleckmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Constantina, Vetranio und Gallus Caesar.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Chiron.&amp;#039;&amp;#039; Band 24, 1994, S. 29–68, hier S. 66, Anm. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztendlich hatten nicht nur Gallus’ Ehrgeiz bzw. Ungeschicklichkeit zu dessen Sturz geführt, sondern auch die fast allgegenwärtigen Palastintrigen. Julian machte Constantius später schwere Vorwürfe: Auch wenn manches an Gallus zu tadeln war, hätte er ein solches Ende nicht verdient gehabt. Doch wurde mit dem Aufstieg und Fall des Gallus auch ein Strukturproblem des Reiches unter Constantius deutlich: Sowohl Gallus als auch später Julian sollten in ihrer Rolle als &amp;#039;&amp;#039;Caesar&amp;#039;&amp;#039; nicht als eigenständige Kaiser über einen Reichsteil, sondern eher wie mit weitreichenden, aber eben doch nicht unumschränkten Kompetenzen ausgestattete Regionalgouverneure agieren. Damit aber wollten sich Gallus und später Julian nicht abfinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige Quelle ist der Zeitgenosse [[Ammianus Marcellinus]], der in seinem Geschichtswerk &amp;#039;&amp;#039;Res Gestae&amp;#039;&amp;#039; im 14. Buch auf wenig schmeichelhafte Weise auf Gallus eingeht, wobei manches von dem Gesagten aber als [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] zu werten ist. In diesem Zusammenhang wird Gallus (wohl überzeichnet) als [[Tyrannis|tyrannische]] Persönlichkeit dargestellt. Des Weiteren sei bei den erzählenden Quellen auf die Werke des [[Zosimos]], des [[Theophanes]] und des [[Johannes Zonaras|Zonaras]] sowie auf die diversen Äußerungen Julians, etwa in seinen Briefen, hingewiesen. Das Werk des [[Philostorgios]], eines arianischen Kirchenhistorikers des 5. Jahrhunderts, bietet eine wichtige alternative Überlieferung, die insbesondere über die mittelalterliche Heiligenvita &amp;#039;&amp;#039;[[Artemii Passio]]&amp;#039;&amp;#039; überliefert worden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel N. C. Lieu: &amp;#039;&amp;#039;From Constantine to Julian: [John the Monk], Artemii Passio (The Ordeal of Artemius, BHG 170–71c,CPG 8082).&amp;#039;&amp;#039; In: Samuel N. C. Lieu, [[Dominic Montserrat]]: &amp;#039;&amp;#039;From Constantine to Julian: Pagan and Byzantine Views. A Source History&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, London/New York 1996, S. 210–262, hier S. 218 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Ammianus Marcellinus]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Das römische Weltreich vor dem Untergang&lt;br /&gt;
   |Verlag=Hakkert&lt;br /&gt;
   |Ort=Amsterdam&lt;br /&gt;
   |Datum=1997&lt;br /&gt;
   |ISBN=90-256-0989-9&lt;br /&gt;
   |Kommentar=Nachdruck der Ausgabe Zürich 1974}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Theophanes]]&lt;br /&gt;
   |Titel=The chronicle of Theophanes Confessor. Byzantine and Near Eastern history AD 284–813&lt;br /&gt;
   |Verlag=Clarendon Press&lt;br /&gt;
   |Ort=Oxford&lt;br /&gt;
   |Datum=1997&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-19-822568-7}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Johannes Zonaras]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Militärs und Höflinge im Ringen um das Kaisertum. Byzantinische Geschichte von 969 bis 1118&lt;br /&gt;
   |Verlag=Styria&lt;br /&gt;
   |Ort=Graz&lt;br /&gt;
   |Datum=1986&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-222-10295-3}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Zosimos]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Neue Geschichte&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Übersetzt und eingeleitet von [[Otto Veh]]. Durchgesehen und erläutert von [[Stefan Rebenich]]&lt;br /&gt;
   |Verlag=Hiersemann&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1990&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-7772-9025-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Pedro Barceló]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Caesar Gallus und Constantius II., ein gescheitertes Experiment?&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Acta Classica&lt;br /&gt;
   |Band=62&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |Seiten=23–34}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Bruno Bleckmann]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Constantina, Vetranio und Gallus Caesar&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Chiron (Zeitschrift)|Chiron]]&lt;br /&gt;
   |Band=24&lt;br /&gt;
   |Datum=1994&lt;br /&gt;
   |Seiten=29–68}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Bruno Bleckmann&lt;br /&gt;
   |Hrsg=François Chausson, Étienne Wolff&lt;br /&gt;
   |Titel=Gallus, César de l’Orient?&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Consuetudinis Amor. Fragments d’histoire romaine (IIe–VIe siècles) offerts à Jean-Pierre Callu&lt;br /&gt;
   |Reihe=Saggi di storia antica&lt;br /&gt;
   |BandReihe=19&lt;br /&gt;
   |Verlag=L’Erma di Bretschneider&lt;br /&gt;
   |Ort=Rom&lt;br /&gt;
   |Datum=2003&lt;br /&gt;
   |ISBN=88-8265-216-5&lt;br /&gt;
   |Seiten=45–56}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Roger C. Blockley]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Constantius Gallus and Julian as Caesars of Constantius&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Latomus (Zeitschrift)|Latomus]]&lt;br /&gt;
   |Band=31&lt;br /&gt;
   |Datum=1972&lt;br /&gt;
   |Seiten=433–468}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Alexander Demandt]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian. 284–565 n. Chr.&lt;br /&gt;
   |Auflage=2&lt;br /&gt;
   |Verlag=C. H. Beck&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=2007&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-406-55993-8&lt;br /&gt;
   |Seiten=106–109, 117–121}}&lt;br /&gt;
* {{PLRE|1|224|225|Fl. Claudius Constantius Gallus 4}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Robert N. Mooney&lt;br /&gt;
   |Titel=Gallus Caesar’s Last Journey&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Classical Philology&lt;br /&gt;
   |Band=53&lt;br /&gt;
   |Nummer=3&lt;br /&gt;
   |Datum=1958&lt;br /&gt;
   |Seiten=175–177}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Klaus Rosen]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Julian. Kaiser, Gott und Christenhasser&lt;br /&gt;
   |Verlag=Klett-Cotta&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=2006&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-608-94296-3&lt;br /&gt;
   |Seiten=52 f., 80 ff., 91 ff., 103 ff., 110 ff., 129 f., 237 ff., 281 f.}}&lt;br /&gt;
* {{RE|IV,1|1094|1099|Constantius 5|[[Otto Seeck]]|RE:Constantius 5}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Edward A. Thompson]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Ammianus’ Account of Gallus Caesar&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=American Journal of Philology&lt;br /&gt;
   |Band=64&lt;br /&gt;
   |Nummer=3&lt;br /&gt;
   |Datum=1943&lt;br /&gt;
   |Seiten=302–315}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Hermann Tränkle]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Caesar Gallus bei Ammian&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=[[Museum Helveticum]]&lt;br /&gt;
   |Band=33&lt;br /&gt;
   |Datum=1976&lt;br /&gt;
   |Seiten=162–179&lt;br /&gt;
   |DOI=10.5169/seals-26407}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commons|Gallus Caesar|Constantius Gallus}}&lt;br /&gt;
* {{DIR|gallus|Thomas M. Banchich}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste Römische Kaiser|VORGÄNGER=[[Constantius II.]]|NACHFOLGER=[[Constantius II.]]|ZEIT=351–354}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|20. Juli 2006|19188847}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=102393923|VIAF=37304655}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konstantinische Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römischer Konsul (Spätantike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Caesar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (4. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 354]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Constantius Gallus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Gallus Caesar; Flavius Constantius Gallus&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Caesar des römischen Reiches&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=325 oder 326&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Massa Marittima|Massa Veternensis]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=354&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Plomin|Flanona]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Altaripensis2</name></author>
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