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	<title>Commentariolus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-23T19:55:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Commentariolus&amp;diff=1186945&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Antonsusi: /* Inhalt */ Linkfix, replaced: Hipparchos (Astronom) → Hipparchos von Nicäa mit AWB</title>
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		<updated>2026-01-22T22:45:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhalt: &lt;/span&gt; Linkfix, replaced: Hipparchos (Astronom) → Hipparchos von Nicäa mit &lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:AWB&quot; class=&quot;mw-redirect&quot; title=&quot;Wikipedia:AWB&quot;&gt;AWB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Commentariolus Wien MS10530 Blatt 34.png|mini|Titelseite des Wiener Manuskriptes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lateinisch]] für &amp;#039;&amp;#039;kleiner Kommentar&amp;#039;&amp;#039;) ist die Kurzbezeichnung eines erst 1877 wieder aufgefundenen [[Manuskript]]es, dessen Text [[Nikolaus Kopernikus]] zugeschrieben wird. Es trägt den vollständigen Titel &amp;#039;&amp;#039;Nicolai Copernici de hypothesibus motuum coelestium a se constitutis commentariolus&amp;#039;&amp;#039; (etwa: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Kopernikus’ kleiner Kommentar über die Hypothesen der Bewegungen der Himmelskörper, die von ihm selbst aufgestellt wurden&amp;#039;&amp;#039;). Die Existenz des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; war zuvor nur durch eine kurze Bemerkung des dänischen Astronomen [[Tycho Brahe]] in einem seiner Werke bekannt. Er entstand deutlich vor der Veröffentlichung von Kopernikus’ Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;[[De revolutionibus orbium coelestium]]&amp;#039;&amp;#039;. Kopernikus entwarf darin bereits sein [[heliozentrisches Weltbild]], bei dem sich alle [[Planet]]en einschließlich der [[Erde]] um die [[Sonne]] bewegen, ohne es jedoch mathematisch zu fundieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenwärtig sind drei Exemplare des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; bekannt, die sich durch kleine Fehler bei der [[Abschrift]] voneinander unterscheiden und in Bibliotheken von [[Wien]], [[Stockholm]] und [[Aberdeen]] aufgefunden wurden. Ein auf Kopernikus zurückgehendes [[Autograph]] wurde bislang nicht entdeckt. Der genaue Zeitpunkt der Niederschrift des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; durch Kopernikus ist nicht bekannt. Er entstand wahrscheinlich vor Mai 1514. Meist wird angenommen, dass der &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; etwa um 1509 entstanden sei, also gegen Ende von Kopernikus’ Aufenthalt in [[Lidzbark Warmiński|Heilsberg]]. Über die zeitgenössische Verbreitung und Rezeption des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; ist nichts Gesichertes überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fundgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Nationalbibliothek01.jpg|mini|In der [[Österreichische Nationalbibliothek|Wiener Hofbibliothek]] entdeckte [[Maximilian Curtze]] 1877 das erste heute bekannte Exemplar des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
Das erste Exemplar des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; wurde 1877 von [[Maximilian Curtze]] in der [[Österreichische Nationalbibliothek|Wiener Hofbibliothek]] entdeckt. Er fand es in einem unter der [[Signatur (Dokumentation)|Ordnungsnummer 10530]] registrierten [[Papierformat#Historische Formate|Quartband]], der aus 45 Seiten bestand. Dieses Exemplar war gemeinsam mit einem Vor- und einem Nachblatt in einen Pappband mit Pergamentrücken und grünmarmorierten Papierüberzug [[Bucheinband|gebunden]] und enthielt zwei [[Manuskript]]e. Die 215&amp;amp;nbsp;Millimeter hohen und 170&amp;amp;nbsp;Millimeter breiten Blätter wiesen zwei unterschiedliche [[Nummer]]ierungen auf. Eine ältere Nummerierung beginnt mit Blatt 26 und endet mit Blatt 67. Das Blatt mit der Nummer 60 fehlt. Die neuere Nummerierung ist durchgehend und umfasst die Seitenzahlen 1 bis 45. Blatt 26 bis 55 enthalten eine von [[Tycho Brahe]]s Assistenten [[Christian Severin|Longomontanus]] stammende Abhandlung über den [[Komet von 1590|Kometen von 1590]], die Longomontanus seinem Freund Johannes Eriksen widmete. Die Widmung ist auf den 18. Juli 1600 datiert. Das zweite Manuskript trägt den Titel &amp;#039;&amp;#039;Nicolai Copernici de hypothesibus motuum coelestium a se constitutis commentariolus&amp;#039;&amp;#039; und umfasst die Blätter 56 bis 67. Curtze veröffentlichte 1878 im ersten Heft der &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Coppernicus-Vereins für Wissenschaft und Kunst zu Thorn&amp;#039;&amp;#039; einen knapp kommentierten Abdruck des Textes.&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Curtze: &amp;#039;&amp;#039;Der „Commentariolus“ des Coppernicus über sein Buch „De revolutionibus“&amp;#039;&amp;#039;. 1878, S.&amp;amp;nbsp;1–2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein fehlender Textabschnitt, der den größten Teil von Kopernikus Mondtheorie enthält,&amp;lt;ref&amp;gt;Jerzy Dobrzycki: &amp;#039;&amp;#039;The Aberdeen Copy of Copernicus’s Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;. 1973, S.&amp;amp;nbsp;124.&amp;lt;/ref&amp;gt; konnte drei Jahre später durch einen weiteren Manuskriptfund in [[Stockholm]] ergänzt werden. In der zur [[Kungliga Biblioteket]] gehörenden Bibliothek des [[Observatorium Stockholm|Stockholmer Observatoriums]] wurde 1881 ein vollständiges Exemplar entdeckt. Es war mit der [[Basel|Basler]] Ausgabe von &amp;#039;&amp;#039;[[De revolutionibus orbium coelestium]]&amp;#039;&amp;#039; gebunden und gehörte [[Johannes Hevelius]]. Es trägt keine [[Signatur (Dokumentation)|Signatur]].&amp;lt;ref&amp;gt;Arvid Lindhagen: &amp;#039;&amp;#039;Nicolai Coppernici de hypothesibus motuum coelestium a se constitutis commentariolus: Manuscriptum Stockholmiense, in Bibliotheca Reg. Acad. Scient. Suec. servatum&amp;#039;&amp;#039;. 1881, S.&amp;amp;nbsp;1–16.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang der 1960er Jahre sichtete [[William Persehouse Delisle Wightman]] (1899–1983) die aus dem 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert stammenden wissenschaftlichen Schriften, die in der Bibliothek der [[University of Aberdeen|Universität von Aberdeen]] aufbewahrt wurden. Im 1962 veröffentlichten zweiten Band der von ihm erstellten und kommentierten Bibliografie dieser Schriften vermerkte er eine Einzelseite, die zum &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; gehört.&amp;lt;ref&amp;gt;William Persehouse Delisle Wightman: &amp;#039;&amp;#039;Science and the Renaissance: An annotated bibliography of the 16th-century books relating to the sciences in the library of the University of Aberdeen&amp;#039;&amp;#039;. Band&amp;amp;nbsp;2, Edinburgh 1962, S.&amp;amp;nbsp;67.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Blatt war in einem Band aus [[Duncan Liddel]]s Nachlass enthalten und befand sich zwischen den Seiten einer im Besitz des [[King’s College (Aberdeen)|King’s College]] befindlichen Basler Ausgabe von &amp;#039;&amp;#039;De revolutionibus orbium coelestium&amp;#039;&amp;#039; mit der Signatur „pi f521 Cop&amp;amp;nbsp;2²“. Aufgrund der Nachforschungen von Jerzy Dobrzycki&amp;lt;ref&amp;gt;Jerzy Dobrzycki, William Persehouse Delisle Wightman: &amp;#039;&amp;#039;The Commentariolus of Copernicus&amp;#039;&amp;#039;. 1965, S.&amp;amp;nbsp;1263.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde drei Jahre später klar, dass dieser Band eine dritte Abschrift des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; enthielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jerzy Dobrzycki: &amp;#039;&amp;#039;The Aberdeen Copy of Copernicus’s Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;. 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Noel M. Swerdlow: &amp;#039;&amp;#039;The Derivation and first draft of Copernicus’s Planetary Theory a translation of the Commentariolus with commentary&amp;#039;&amp;#039;. 1973.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Commentariolus Stockholm Petitiones.png|mini|Blatt 2 des Stockholmer Manuskriptes des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; mit den „Petitiones“.]]&lt;br /&gt;
Kopernikus würdigte in seinem knappen &amp;#039;&amp;#039;Vorwort&amp;#039;&amp;#039; zunächst die von [[Eudoxos von Knidos]] geschaffene und von [[Kallippos von Kyzikos]] weiterentwickelte Theorie der [[Homozentrische Sphären|homozentrischen Sphären]], die es ermöglichte die am Himmel beobachteten unregelmäßigen Bewegungen der [[Planet]]en durch zusammengesetzte [[Gleichförmige Bewegung|regelmäßige Kreisbewegungen]] zu beschreiben. Er beklagte aber gleichzeitig deren ungenügende Übereinstimmung mit den Beobachtungsergebnissen. Der [[Epizykeltheorie]] des [[Claudius Ptolemäus]] bescheinigte Kopernikus zwar eine gute Vorhersage der Position der Planeten am Himmel, war aber mit dessen Aufgabe der Regelmäßigkeit der Planetenbewegung nicht einverstanden.&amp;lt;!--Swerdlow 1973 S. 434--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopernikus führte seine Überlegungen, wie eine vollkommene gleichförmige Kreisbewegung der Planeten zu retten sei, auf folgende, im Anschluss an die Vorrede aufgeführten, „Grundsätze“ zurück:&lt;br /&gt;
{{Zitat|1. &amp;#039;&amp;#039;Für alle Himmelskreise oder Sphären gibt es nicht nur einen Mittelpunkt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. &amp;#039;&amp;#039;Der Erdmittelpunkt ist nicht der Mittelpunkt der Welt, sondern nur der der Schwere und des Mondbahnkreises&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. &amp;#039;&amp;#039;Alle Bahnen umgeben die Sonne, als stünde sie in aller Mitte, und daher liegt der Mittelpunkt der Welt in Sonnennähe&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. &amp;#039;&amp;#039;Das Verhältnis der Entfernung Sonne – Erde zur Höhe des Fixsternhimmels ist kleiner als das vom Erdhalbmesser zur Sonnenentfernung, so daß diese gegenüber der Höhe des Fixsternhimmels unmerklich ist&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. &amp;#039;&amp;#039;Alles, was an Bewegung am Fixsternhimmel sichtbar wird, ist nicht von sich aus so, sondern von der Erde aus gesehen. Die Erde also dreht sich mit den ihr anliegenden Elementen in täglicher Bewegung einmal ganz um ihre unveränderlichen Pole. Dabei bleibt der Fixsternhimmel unbeweglich als äußerster Himmel&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
6. &amp;#039;&amp;#039;Alles, was uns bei der Sonne an Bewegungen sichtbar wird, entsteht nicht durch sie selbst, sondern durch die Erde und unseren Bahnkreis, mit dem wir uns um die Sonne drehen wie jeder andere Planet. Und so wird die Erde von mehrfachen Bewegungen dahin getragen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
7. &amp;#039;&amp;#039;Was bei den Wandelsternen als Rückgang und Vorrücken erscheint, ist nicht von sich aus so, sondern von der Erde aus gesehen. Ihre Bewegung also allein genügt für so viele verschiedenartige Erscheinungen am Himmel&amp;#039;&amp;#039;.|Quelle=Fritz Roßmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Commentariolus von Nikolaus Kopernikus&amp;#039;&amp;#039;. 1947.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Roßmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Commentariolus von Nikolaus Kopernikus&amp;#039;&amp;#039;. 1947, S. 66.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Die ersten drei Grundsätze geben die Annahme eines gemeinsamen [[Kreis (Geometrie)|Kreismittelpunktes]] für die Beschreibung der [[Umlaufbahn|Planetenumläufe]], wie sie durch die Griechen Eudoxos und Kallippos gefordert wurde, zugunsten in Sonnennähe befindlicher Mittelpunkte auf. Die Annahme in Grundsatz Nummer vier erklärt, warum durch den [[Erdbahn|jährlichen Erdumlauf]] am [[Sternenhimmel]] keine Veränderungen wahrzunehmen sind – zur damaligen Zeit war keine [[Parallaxe#Jährliche Parallaxe, Sternparallaxe|Sternparallaxe]] messbar. Die Grundsätze fünf bis sieben beziehen sich auf die durch die Erdbewegungen verursachten [[Scheinbar (Astronomie)|scheinbaren Bewegungen]].&amp;lt;!--Roßmann S. 66; Swerdlow 1973 S. 437–438--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten drei Grundsätze geben die Annahme eines gemeinsamen [[Kreis (Geometrie)|Kreismittelpunktes]] für die Beschreibung der [[Umlaufbahn|Planetenumläufe]], wie sie durch die Griechen Eudoxos und Kallippos gefordert wurde, zugunsten in Sonnennähe befindlicher Mittelpunkte auf. Die Annahme in Grundsatz Nummer vier erklärt, warum durch den [[Erdbahn|jährlichen Erdumlauf]] am [[Sternenhimmel]] keine Veränderungen wahrzunehmen sind – zur damaligen Zeit war keine [[Sternparallaxe]] messbar. Die Grundsätze fünf bis sieben beziehen sich auf die durch die Erdbewegungen verursachten [[Scheinbar (Astronomie)|scheinbaren Bewegungen]].&amp;lt;!--Roßmann S. 66; Swerdlow 1973 S. 437–438--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich anschließende Hauptteil besteht aus den folgenden sieben Abschnitten:&lt;br /&gt;
* De ordine orbium&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über die Anordnung der Bahnkreise&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* De motibus, qui circa Solem apparent&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über die Bewegungen, die an der Sonne sichtbar werden&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Quod aequalitas motuum non ad aequinoctia, sed stellas fixas referatur&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Dass die Gleichheit der Bewegungen nicht auf die Äquinoktien, sondern die Fixsterne bezogen werden muss&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* De Luna&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über den Mond&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* De tribus superioribus, Saturno, Iove et Marte&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über die drei Oberen: Saturn, Jupiter und Mars&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* De Venere&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über die Venus&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* De Mercurio&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über den Merkur&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin behandelte Kopernikus zwei grundsätzliche Themenbereiche. In den ersten drei Abschnitten beschrieb er seine Ansichten über den Aufbau des [[Sonnensystem]]s, insbesondere die Anordnung der [[Planetenbahn]]en und die Bewegungen der Erde. In den übrigen Abschnitten stellte Kopernikus die Grundzüge seiner Planetentheorie dar, ohne jedoch auf mathematische Details einzugehen.&amp;lt;!--Roßmann S. 65--&amp;gt; Diese arbeitete er erst in seinem 1543 erschienenen Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;[[De revolutionibus orbium coelestium]]&amp;#039;&amp;#039; aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &amp;#039;&amp;#039;Über die Anordnung der Bahnkreise&amp;#039;&amp;#039; beschrieb Kopernikus den Aufbau des Himmelsgewölbes aus den einzelnen Sphären. Die am weitesten entfernte Sphäre ist unbeweglich und trägt den Fixsternhimmel. Sie umschließt alle anderen Sphären. Von außen nach innen folgen die Sphären mit [[Saturn (Planet)|Saturn]], [[Jupiter (Planet)|Jupiter]], [[Mars (Planet)|Mars]], [[Erde]] und dem sie umkreisenden [[Mond]], [[Venus (Planet)|Venus]] sowie [[Merkur (Planet)|Merkur]]. Je weiter außen sich eine Planetensphäre befindet desto größer ist ihre [[Umlaufzeit]].&amp;lt;!-- SW 441-444--&amp;gt; Im Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Über die Bewegungen, die an der Sonne sichtbar werden&amp;#039;&amp;#039; erläuterte Kopernikus die sich aus drei Bestandteilen zusammensetzende Bewegung der Erde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Der jährliche [[Umlaufbahn|Umlauf]] um die Sonne.&lt;br /&gt;
# Die tägliche [[Erdrotation|Rotation der Erde]] um ihre Achse.&lt;br /&gt;
# Die durch die [[Präzession#Präzession der Erdachse|Bewegung der Erdachse]] bedingte Verschiebung des [[Frühlingspunkt]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapitel &amp;#039;&amp;#039;Dass die Gleichheit der Bewegungen nicht auf die Äquinoktien, sondern die Fixsterne bezogen werden muss&amp;#039;&amp;#039; begann Kopernikus mit einem Vergleich der von den Astronomen [[Hipparchos von Nicäa]], [[al-Battani|al-Battānī]], Claudius Ptolemaeus und [[Alfonso de Córdoba]] (1458?–?)&amp;lt;ref&amp;gt;José Chabás: &amp;#039;&amp;#039;Astronomy for the Court in the Early Sixteenth Century&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Archive for History of Exact Sciences&amp;#039;&amp;#039;. Band 58, Nummer&amp;amp;nbsp;3, S.&amp;amp;nbsp;183–217, [[doi:10.1007/s00407-003-0073-2]].&amp;lt;/ref&amp;gt; bestimmten Länge des [[Tropisches Jahr|tropischen Jahres]]. Er führte die von ihnen ermittelten unterschiedlichen Jahreslängen auf Ungleichmäßigkeiten in der mit der Zeit stattfindenden Verschiebung der [[Äquinoktium|Äquinoktien]] zurück. Die Beschreibung der Gleichmäßigkeit der Dauer eines [[Erdbahn|Erdumlaufes]] solle daher besser anhand der Messung von [[Fixstern]]positionen vorgenommen werden, da die so ermittelte Umlaufzeit unabhängig von der [[Präzession|Erdpräzession]] sei. Kopernikus belegte die Konstanz des so ermittelten [[Siderisches Jahr|siderischen Jahres]] damit, dass er selbst anhand des Sternes [[Spica]] im Sternbild [[Jungfrau (Sternbild)|Jungfrau]] eine Dauer von 365 Tagen, 6&amp;amp;nbsp;Stunden und etwa 10 Minuten bestimmt habe, wie sie auch bereits im alten Ägypten gefunden worden sei. Er empfahl dieses Prinzip auch zur Bestimmung der Umlaufzeiten der Planeten anzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Abweichungen der beobachteten Planetenbewegung in Bezug auf eine angenommene gleichförmige Kreisbewegung der Planeten, die sogenannten Ungleichheiten, bot Kopernikus folgende Erklärungen. Die „Erste Ungleichheit“, d.&amp;amp;nbsp;h. die unterschiedlich schnelle Bewegung der Planeten auf verschiedenen Bahnabschnitten, erklärte Kopernikus durch zwei [[Epizykeltheorie|Epizykel]], die sich auf der Deferentensphäre des jeweiligen Planeten bewegen. Der erste Epizykel rotiert dabei entgegengesetzt zur Deferentensphäre. Der zweite Epizykel, der sich auf dem ersten Epizykel bewegt, dreht sich in die gleiche Richtung wie die Deferentensphäre. In seinem Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;[[De revolutionibus orbium coelestium]]&amp;#039;&amp;#039; ersetzte Kopernikus diese doppelepizyklische Beschreibung durch eine mathematisch gleichwertige Beschreibung, bei der der Epizykel exzentrisch aus dem Mittelpunkt heraus verschoben ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Hamel: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. 1994, S.&amp;amp;nbsp;145.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die „Zweite Ungleichheit“, die sich darauf bezieht, dass Planeten [[Planetenschleife|Schleifenbewegungen]] vollführen, bei denen es zu Stillständen, [[Rechtläufig und rückläufig|Rückläufigkeiten]] und Helligkeitsschwankungen kommt, konnte Kopernikus zwanglos aus der Anordnung der Sphären und ihren Umdrehungsgeschwindigkeiten ableiten, bei denen der schnellere Planet den langsameren überholt. Für die Erklärung weiterer Beobachtungsergebnisse, etwa der Veränderung der [[Ekliptikale Breite|ekliptikalen Breite]] eines Planeten, musste Kopernikus weitere gleichförmig rotierende Hilfskreise einführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; fasste Kopernikus das Erreichte zusammen:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Demnach bedarf die Merkur-Bahn einer Kombination von sieben Kreisen, Venus braucht derer fünf, die Erde drei und der um sie kreisende Mond vier, Mars, Jupiter und Saturn endlich je fünf. Also genügen überhaupt 34 Kreise, um den ganzen Bau der Welt, den ganzen Reigen-Tanz der Gestirne zu erklären!&lt;br /&gt;
 |Autor=Leopold Prowe&lt;br /&gt;
 |Quelle=Nicolaus Coppernicus. 1883&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Leopold Prowe: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Coppernicus&amp;#039;&amp;#039;. Band 1, Teil 2, 1883, S. 292.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tycho Brahe 2.jpg|mini|Der dänische Astronom [[Tycho Brahe]] sorgte für die Verbreitung des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
Über die Verbreitung des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; zu Kopernikus Lebzeiten und ihren Einfluss auf die zeitgenössische Astronomie ist nichts Gesichertes bekannt. Der Kopernikusforscher [[Owen Gingerich]] vertritt die Ansicht, dass Abschriften des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; unter einigen Vertrauten von Kopernikus zirkulierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Owen Gingerich: &amp;#039;&amp;#039;The book nobody read: Chasing the revolutions of Nicolaus Copernicus&amp;#039;&amp;#039;. William Heinemann, 2004, ISBN 0-434-01315-3, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die kursierenden Exemplare des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; haben möglicherweise dazu beigetragen, dass Kopernikus aufgefordert wurde, auf dem [[Fünftes Laterankonzil|Fünften Laterankonzil]] seine Meinung zur anstehenden [[Kalenderreform]] zu äußern.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Hamel: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. 1994, S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Tycho Brahe]]s 1602 veröffentlichtem Werk &amp;#039;&amp;#039;Astronomiae Instauratae Progymnasmata&amp;#039;&amp;#039; (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die erneuerte Astronomie&amp;#039;&amp;#039;) befindet sich ein kurzer Hinweis auf den &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;: {{&amp;quot;|… oder man kann dies auch auf den Jahreskreis der Sonne beziehen in der Weise, wie dies ebenfalls Kopernikus getan hat in seiner kleinen Abhandlung über die von ihm aufgestellten Hypothesen. Diese schenkte mir als Handschrift seiner Zeit in Regensburg der hochgeschätzte Doktor Thaddeus Hagecius, der mir in enger dauernder Freundschaft verbunden ist. Ich selbst habe jene dann später einigen anderen deutschen Mathematikern mitgeteilt, was ich hier deshalb in Erinnerung bringe, damit die, in deren Hände dieses Schriftstück gekommen ist, wissen, woher es seinen Ausgang genommen hat.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Roßmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Commentariolus von Nikolaus Kopernikus&amp;#039;&amp;#039;. 1947, S. 68&amp;lt;/ref&amp;gt; ({{&amp;quot;|… Copernicus in Tractatulo quodam de Hypothesibus a se constitutis, quem mihi Ratisbonae aliquando manuscriptum impertijt Clarissimus vir D. Thaddaeus Hagecius … ego vero eundem postea alijs quibusdam in Germania Mathematicis communicaui…}}.&amp;lt;ref&amp;gt;Johan Ludvig Emil Dreyer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Tycho Brahe: Opera omnia&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, 1913, S. 428, Zeile 34,&lt;br /&gt;
[http://www.archive.org/stream/operaomniaedidit02brahuoft#page/428/mode/1up Online].&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tycho Brahe erhielt seine Kopie 1575 als Geschenk von [[Thaddaeus Hagecius]] anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten von [[Rudolf II. (HRR)|Rudolf&amp;amp;nbsp;II.]] in [[Regensburg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Johan Ludvig Emil Dreyer: &amp;#039;&amp;#039;Tycho Brahe: A picture of scientific life and work in the sixteenth century&amp;#039;&amp;#039;. Adam &amp;amp; Charles Black, Edinburgh 1890, S. 83, [http://www.archive.org/stream/tychobrahepictur00dreyrich#page/83/mode/1up Online].&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise geht Hagecius’ Kopie auf [[Georg Joachim Rheticus]] zurück, da Rheticus diesem Teile seiner Bibliothek hinterließ. Als sich Longomontanus in [[Benátky nad Jizerou]] von Tycho Brahe verabschiedete, schenkte er seinem Freund Johannes Eriksen seine Kopie des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;. Diese gelangte schließlich mit Brahes Nachlass in die Wiener Hofbibliothek.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 3. S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der von Brahe angefertigten und nach Deutschland geschickten Kopien ging an [[Heinrich Brucaeus]] in [[Rostock]], bei dem Brahe von 1566 bis 1568 studierte. In Rostock wurde 1585 Duncan Liddel immatrikuliert, der am 2. November 1585 seine Kopie des &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; fertigstellte, die später in Aberdeen aufgefunden wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 3. S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Obwohl das in Stockholm aufgefundene Exemplar Liddels Kopie ähnelt, ist bislang ungeklärt, wie es nach Stockholm gelangte.&amp;lt;ref&amp;gt;Jerzy Dobrzycki, Lech Szczucki: &amp;#039;&amp;#039;On the Transmission of Copernicus’ Commentariolus in the Sixteenth Century&amp;#039;&amp;#039;. 1989, S. 25&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datierung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krakau MS5572.png|mini|Auszug aus dem Bibliothekskatalog von [[Matthias von Miechow]] (1457–1523) vom 1. Mai 1514 mit dem Hinweis auf den &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;: „Item sexternus theorice asserentis terram moveri, Solem vero quiescere“. („Ebenso ein Sexternus der Theorie, die besagt, dass die Erde sich bewegt, die Sonne aber ruhe.“)]]&lt;br /&gt;
Maximilian Curtze datiert den &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; in seiner Veröffentlichung von 1878 auf den Anfang der 1530er Jahre.&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Curtze: &amp;#039;&amp;#039;Der „Commentariolus“ des Coppernicus über sein Buch „De revolutionibus“&amp;#039;&amp;#039;. 1878, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anfang der 1920er Jahre konnte der Zeitpunkt durch den polnischen Kopernikus-Forscher [[Ludwik Antoni Birkenmajer]] (1855–1929) besser eingegrenzt werden. In der Krakauer [[Jagiellonische Bibliothek|Jagiellonen-Bibliothek]] fand er unter der Manuskript-Nummer 5572 ein Bibliotheksverzeichnis, das der [[Krakau]]er Geograf und Historiker [[Matthias von Miechow]] (1457–1523) am 1. Mai 1514 erstellt hatte. Darin schrieb Miechow: „Ebenso ein Sexternus der Theorie, die besagt, daß die Erde sich bewegt, die Sonne aber ruhe.“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Copernicus Gesamtausgabe&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, Teil 2, S. 138.&amp;lt;/ref&amp;gt; („Item sexternus theorice asserentis terram moveri, Solem vero quiescere“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwik Antoni Birkenmajer: &amp;#039;&amp;#039;Stromata Copernicana&amp;#039;&amp;#039;, 1924, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt;) Diese sechslagige Folioschrift &amp;#039;&amp;#039;(Sexternus)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!--http://www.hjg-sim.de/fileadmin/projekte/gotik/6612.htm--&amp;gt; wird von der Forschung als Hinweis auf den &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; gedeutet. Birkenmajer vermutete bei der Veröffentlichung seines Fundes im Jahr 1924, dass Kopernikus 1509 seinem Freund, dem Krakauer [[Kanoniker|Kanon]] [[Bernard Wapowski]], eine Kopie seines &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; überließ und dieser die Kopie später an Matthias von Miechow weitergab.&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwik Antoni Birkenmajer: &amp;#039;&amp;#039;Stromata Copernicana&amp;#039;&amp;#039;. 1924, S. 201–205.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Noel Swerdlow]] untersuchte 1973, ob sich der &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; mittels dokumentierter astronomischer Beobachtungen von Kopernikus datieren ließe, musste dies jedoch verneinen.&amp;lt;ref&amp;gt;Noel M. Swerdlow: &amp;#039;&amp;#039;The Derivation and First Draft of Copernicus’s Planetary Theory: A Translation of the Commentariolus with Commentary&amp;#039;&amp;#039;. 1973, S. 429–431.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der US-amerikanische Kopernikusforscher [[Edward Rosen]] (1906–1985), der kurz vor seinem Tod den dritten Band der von der [[Polska Akademia Nauk|Polnischen Akademie der Wissenschaften]] herausgegebenen Werke Kopernikus’ mit dessen „Kleineren Schriften“ ins Englische übersetzte, schlussfolgerte aus den vorliegenden Erkenntnissen, dass der &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 1508 und spätestens Anfang 1514 entstanden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 3. S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der deutsche Kopernikusbiograf und Mitarbeiter an der &amp;#039;&amp;#039;[[Nicolaus Copernicus Gesamtausgabe]]&amp;#039;&amp;#039;, der Philosoph [[Jürgen Hamel]], sieht als Zeitraum für die Herausbildung der im &amp;#039;&amp;#039;Commentariolus&amp;#039;&amp;#039; niedergeschriebenen Ideen und die Niederschrift selbst die Zeit des Aufenthaltes von Kopernikus in [[Lidzbark Warmiński|Heilsberg]] von Anfang 1504 bis Mitte 1510 an.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Hamel: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. 1994, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Martin Carrier]] nennt als wahrscheinlichsten Zeitpunkt das Ende von Kopernikus Lebensabschnitt in Heilsberg, also etwa 1509.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Carrier: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Kopernikus.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Rezeption ==&lt;br /&gt;
Nach der Veröffentlichung des lateinischen Originaltextes des zweiten Manuskriptes veröffentlichte Maximilian Curtze 1882 einen [[Kollation (Philologie)|Textvergleich]] der beiden bisher bekannten Manuskripte.&amp;lt;ref&amp;gt;Maximilian Curtze: &amp;#039;&amp;#039;Ergänzungen zu den Inedita Coppernicana im I. Hefte dieser „Mitteilungen“&amp;#039;&amp;#039;. 1882, S. 3–9.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Leopold Prowe]] nutzte diesen Textvergleich und beide Manuskripte 1884 für den im zweiten Band seiner Kopernikus-Biografie abgedruckten lateinischen Text.&amp;lt;ref&amp;gt;Leopold Prowe: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Coppernicus&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1884, S. 184–202.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die erste Übersetzung aus dem Lateinischen wurde 1899 von [[Adolf Müller (Jesuit)|Adolf Müller]] in der &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands&amp;#039;&amp;#039; publiziert. Von Edward Rosen stammte die erste englische Übersetzung, die 1937 zunächst in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Osiris (Zeitschrift)|Osiris]]&amp;#039;&amp;#039; erschien und zwei Jahre später in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Three Copernican Treatises&amp;#039;&amp;#039; erneut abgedruckt wurde. Mehrere unveränderte Nachdrucke dieser Übersetzung folgten. Eine zweite, auf den ursprünglichen Manuskripten beruhende, deutsche Übersetzung wurde 1948 von Fritz Rossmann angefertigt. Ein Nachdruck erschien 1966.&amp;lt;ref&amp;gt;Noel M. Swerdlow: &amp;#039;&amp;#039;The Derivation and First Draft of Copernicus’s Planetary Theory: A Translation of the Commentariolus with Commentary&amp;#039;&amp;#039;. 1973, S. 431–433.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noel Swerdlows englische Übersetzung von 1973 ist ausführlich kommentiert und mit zahlreichen erläuternden Abbildungen versehen. Eine kritische Ausgabe des lateinischen Textes verbunden mit einer neuen deutschen Übersetzung ist 2019 im vierten Band der &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Copernicus Gesamtausgabe&amp;#039;&amp;#039; erschienen. &amp;lt;!--* Teilübersetzung ins poln. (vgl. Rosen)&lt;br /&gt;
: Ludwik A. Birkenmajer: &amp;#039;&amp;#039;Mikolaj Kopernik Wybór Pism&amp;#039;&amp;#039;. Krakau 1926, S. 3–15.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachweise ==&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Faksimiles&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [&amp;#039;&amp;#039;Faksimile des Aberdeener Manuskriptes&amp;#039;&amp;#039;]: In: Pawel Czartoryski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 4: The Manuscripts of Nicholas Copernicus’ Minor Works Facsimiles. Warschau/Krakau 1992, ISBN 83-01-10562-3, S. 208–217.&lt;br /&gt;
* [&amp;#039;&amp;#039;Faksimile des Stockholmer Manuskriptes&amp;#039;&amp;#039;]: In: Pawel Czartoryski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 4: The Manuscripts of Nicholas Copernicus’ Minor Works Facsimiles. Warschau/Krakau 1992, ISBN 83-01-10562-3, S. 218–233.&lt;br /&gt;
* [&amp;#039;&amp;#039;Faksimile des Wiener Manuskriptes&amp;#039;&amp;#039;]: In: Pawel Czartoryski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 4: The Manuscripts of Nicholas Copernicus’ Minor Works Facsimiles. Warschau/Krakau 1992, ISBN 83-01-10562-3, S. 234–252.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lateinische Texteditionen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Maximilian Curtze: &amp;#039;&amp;#039;Der „Commentariolus“ des Coppernicus über sein Buch „De revolutionibus“&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Coppernicus-Vereins für Wissenschaft und Kunst zu Thorn&amp;#039;&amp;#039;. Heft 1, Leipzig 1878, S. 1–17.&lt;br /&gt;
* Arvid Lindhagen: &amp;#039;&amp;#039;Nicolai Coppernici de hypothesibus motuum coelestium a se constitutis commentariolus: Manuscriptum Stockholmiense, in Bibliotheca Reg. Acad. Scient. Suec. servatum&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bihang till Kungliga Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlingar&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, Teil 12, Stockholm 1881, S. 1–16, [http://biodiversitylibrary.org/page/14142465 Online].&lt;br /&gt;
* [[Leopold Prowe]]: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Coppernicus&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1884, S. 184–202, [http://www.archive.org/stream/nicolauscoppern04prowgoog#page/n198/mode/1up Online].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übersetzungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Pawel Czartoryski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nicholas Copernicus. Complete Works&amp;#039;&amp;#039;. Band 3: Minor Works. Warschau/Krakau 1985, ISBN 83-01-06320-3, S. 75–126.&lt;br /&gt;
* Adolf Müller: &amp;#039;&amp;#039;Nicolai Coppernici de hypothesibus motuum coelestium a se constitutis commentariolus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands&amp;#039;&amp;#039;. Band 12, 1899, S. 359–382.&lt;br /&gt;
* [[Edward Rosen]]: &amp;#039;&amp;#039;The Commentariolus of Copernicus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Osiris&amp;#039;&amp;#039;. Band 3, 1937, S. 123–141, {{JSTOR|301584}}.&lt;br /&gt;
* Edward Rosen: &amp;#039;&amp;#039;Three Copernican Treatises&amp;#039;&amp;#039;. New York 1939. (Neuausgabe Mineola 2004, ISBN 0-486-43605-5, S. 55–90.)&lt;br /&gt;
* Fritz Roßmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Commentariolus von Nikolaus Kopernikus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Naturwissenschaften&amp;#039;&amp;#039;. Band 34, Nummer 3, 1947, S. 65–69, [[doi:10.1007/BF00663113]].&lt;br /&gt;
* Fritz Rossmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erster Entwurf seines Weltsystems sowie eine Auseinandersetzung Johannes Keplers mit Aristoteles über die Bewegung der Erde&amp;#039;&amp;#039;. Rinn, München 1948 (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986).&lt;br /&gt;
* Noel M. Swerdlow: &amp;#039;&amp;#039;The Derivation and First Draft of Copernicus’s Planetary Theory: A Translation of the Commentariolus with Commentary&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the American Philosophical Society&amp;#039;&amp;#039;. Band 117, Nummer 6, 1973, S. 423–512, {{JSTOR|986461}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sonstiges&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Ludwik Antoni Birkenmajer: &amp;#039;&amp;#039;Stromata Copernicana: Studja, poszukiwania i materjały biograficzne&amp;#039;&amp;#039;. Polska Akademia Umiejętności, Kraków 1924, S. 201–205.&lt;br /&gt;
* [[Martin Carrier]]: &amp;#039;&amp;#039;Nikolaus Kopernikus.&amp;#039;&amp;#039; München 2001, ISBN 3-406-47577-9, S. 67–74.&lt;br /&gt;
* Walter Salvator Contro, [[Johannes Feitzinger]], Rolf Hartmann, Friedrich W. Ihloff, Hans-Georg Märtl, Friedemann Rex, Matthias Schramm, Horst Zehe: &amp;#039;&amp;#039;Zur Kinematik der Planetenbewegung in Copernicus’ Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Archive for History of Exact Sciences&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, Nummer 5, 1970, S. 360–371, [[doi:10.1007/BF00329817]].&lt;br /&gt;
* Maximilian Curtze: &amp;#039;&amp;#039;Ergänzungen zu den Inedita Coppernicana im I. Hefte dieser „Mitteilungen“&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Coppernicus-Vereins für Wissenschaft und Kunst zu Thorn&amp;#039;&amp;#039;. Heft 1, Thorn 1882, S. 3–9.&lt;br /&gt;
* Jerzy Dobrzycki: &amp;#039;&amp;#039;The Aberdeen Copy of Copernicus’s Commentariolus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal for the History of Astronomy&amp;#039;&amp;#039;. Band 4, 1973, S. 124–127, {{bibcode|1973JHA.....4..124D}} Online.&lt;br /&gt;
* Jerzy Dobrzycki, William Persehouse Delisle Wightman: &amp;#039;&amp;#039;The Commentariolus of Copernicus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Nature&amp;#039;&amp;#039;. Band 208, 1965, S. 1263, [[doi:10.1038/2081263b0]].&lt;br /&gt;
* Jerzy Dobrzycki, Lech Szczucki: &amp;#039;&amp;#039;On the Transmission of Copernicus’ Commentariolus in the Sixteenth Century&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal for the History of Astronomy&amp;#039;&amp;#039;. Band 20, Nummer 1, 1989, S. 25–28, {{bibcode|1989JHA....20...25D}} Online.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Hamel]]: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Copernicus. Leben, Werk und Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1994, ISBN 3-86025-307-7, S. 144–157.&lt;br /&gt;
* Leopold Prowe: &amp;#039;&amp;#039;Nicolaus Coppernicus&amp;#039;&amp;#039;. Band 1, Teil 2, Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1883, S. 282–292, [http://www.archive.org/stream/nicolauscoppern00prowgoog#page/n297/mode/1up Online].&lt;br /&gt;
* Alfred Romer: &amp;#039;&amp;#039;The Welcoming of Copernicus’s De revolutionibus: The Commentariolus and its Reception&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Physics in Perspective&amp;#039;&amp;#039;. Band 1, Nummer 2, 1999, S. 157–183, [[doi:10.1007/s000160050014]]&lt;br /&gt;
* Edward Rosen: &amp;#039;&amp;#039;Copernicus’ Axioms&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Centaurus&amp;#039;&amp;#039;. Band 20, Nummer 1, 1976, S. 44–49, [[doi:10.1111/j.1600-0498.1976.tb00216.x]].&lt;br /&gt;
* [[Noel Swerdlow]]: &amp;#039;&amp;#039;A Summary of the Derivation of the Parameters in the Commentariolus from the Alfonsine Tables with an Appendix on the Length of the Tropical Year in Abraham Zacuto’s Almanach Perpetuum&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Centaurus&amp;#039;&amp;#039;. Band 21, Nummer 3–4, 1977, S. 201–213, [[doi:10.1111/j.1600-0498.1977.tb00353.x]]&lt;br /&gt;
* William Persehouse Delisle Wightman: &amp;#039;&amp;#039;Science and the Renaissance: An annotated bibliography of the 16th-century books relating to the sciences in the library of the University of Aberdeen&amp;#039;&amp;#039;. Band 2, Edinburgh 1962, S. 67.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Commentariolus|Commentariolus}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Commentariolus|Commentariolus|lang=la}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kgw-web.de/schule/geschichte/kopernikus/index.htm Auszug aus Nikolaus Kopernikus „Erster Entwurf seines Weltsystems“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Exzellent|28. Mai 2011|89366022}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4825182-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Werk (Astronomie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Neulatein)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handschrift der Österreichischen Nationalbibliothek (Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nikolaus Kopernikus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Antonsusi</name></author>
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