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	<title>Comma Johanneum - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T16:29:09Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Comma_Johanneum&amp;diff=628544&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Schneid9: Kosmetik</title>
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		<updated>2026-01-05T21:47:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kosmetik&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Beim sogenannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Comma Johanneum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;comma&amp;#039;&amp;#039; [[Latinisierung|latinisiert]] von {{grcS|κόμμα|kómma|de=Einschnitt, Abschnitt, [[Satzglied|Glied eines Satzes]]}}; &amp;#039;&amp;#039;Johanneum&amp;#039;&amp;#039; lateinisch = johanneisch; wörtlich also &amp;#039;&amp;#039;johanneischer Satzabschnitt&amp;#039;&amp;#039;) handelt es sich um eine [[Interpolation (Literatur)|Interpolation]] im 5. Kapitel des [[1. Johannesbrief]]s des [[Neues Testament|Neuen Testaments]] {{Bibel|1 Joh|5|7–8}} (zitiert nach der [[Einheitsübersetzung]] und ihren Fußnoten; hervorgehoben die Worte des Comma):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:(7) „Drei sind es, die Zeugnis ablegen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:(8) &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Und drei sind es, die Zeugnis geben auf Erden:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; der Geist, das Wasser und das Blut, und diese drei sind eins.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Stelle und die theologische Diskussion über ihre Echtheit ergeben sich daraus, dass dieser Satzteil ein biblisches Zeugnis für die [[Trinitätslehre]] darstellen würde, falls er zum ursprünglichen Textbestand gehört. Es ist daher auch eine der am meisten umstrittenen Textstellen des Neuen Testaments.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Codex Ottobonianus (1 John 5,7-8).PNG|280px|mini|Undatierte Umzeichnung der Passage mit dem Comma in Minuskel 629 (14.&amp;amp;nbsp;Jhd.)]]Der Nachweis, dass das Comma Johanneum nicht Teil der Bibel ist, stützt sich vor allem auf seine fehlende Bezeugung in den ältesten griechischen Handschriften des 1. Johannesbriefes und bei den griechischen Kirchenvätern. Hätten Letztere die Stelle gekannt, hätten sie sie sicher im Rahmen des [[Arianischer Streit|Arianischen Streits]] angeführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bruce M. Metzger |Titel=A Textual Commentary On The Greek New Testament |Auflage=2. Auflage |Verlag=Deutsche Bibelgesellschaft |Ort=Stuttgart |Datum=2002 |ISBN=3-438-06010-8 |Seiten=647-649}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die älteste Zitation der Passage 1. Joh. 5,7–8 bildet der Kommentar von [[Clemens von Alexandria]] (ca. 150–215) zum 1. Johannesbrief und diese zeigt keine Bekanntschaft mit dem Comma. Das Comma fehlt auch in allen Bibelübersetzungen der Antike und des frühen Mittelalters: [[Altsyrische NT-Übersetzungen|Altsyrisch]], [[Koptische Bibelübersetzungen|Koptisch]], [[Altarmenische Bibelübersetzungen|Altarmenisch]], [[Altäthiopische Bibel|Altäthiopisch]], [[Arabische Bibelübersetzungen|Arabisch]], [[Altkirchenslawische Bibelübersetzungen|Altkirchenslawisch]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die meisten Handschriften der [[Vetus Latina]] enthalten das Comma jedoch: So z. B. der älteste Zeuge [[Codex Frisingensis]] (um 600). Aber die lateinische [[Vulgata]] des [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] enthielt das Comma Johanneum ursprünglich nicht und Hieronymus schien es nicht gekannt zu haben. Die ältesten Vulgata-Handschriften hierfür sind die Codices [[Codex Fuldensis|Fuldensis]] (6. Jahrhundert) und [[Codex Amiatinus|Amiatinus]] (um 700); beide enthalten das Comma nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früheste Erwähnung des Comma Johanneum findet sich erst im lateinischen Werk &amp;#039;&amp;#039;Liber apologeticus&amp;#039;&amp;#039; (Kap. 4), verfasst von [[Priscillian]] (ca. 340–385 n. Chr.) oder von seinem Nachfolger [[Instantius]] im späten 4. Jahrhundert. Im 5. Jahrhundert treten dann die ersten Bezeugungen für das Comma im Neuen Testament in Form von Zitaten lateinischer Kirchenväter aus Italien und Nordafrika auf. So z. B. [[Victor von Vita]] in seinem Bericht über das [[Synode von Karthago (484)|Synode von Karthago (484 n. Chr.)]], wo er das Comma, wie es gegen den [[Arianismus]] benutzt wurde, zitiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Roger Pearse |url=https://www.roger-pearse.com/weblog/2018/09/29/does-victor-of-vita-quote-from-the-three-heavenly-witnesses/ |titel=Does Victor of Vita quote from the Three Heavenly Witnesses? |werk=roger-pearse.com |datum=2018-09-29 |sprache=en |abruf=2025-10-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 6. Jahrhundert wurde das Comma Johanneum nach und nach in die lateinische Texttradition ergänzt und wurde so Teil der späteren Textformen der Vetus Latina und Vulgata.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühste griechische Bezeugung des Comma Johanneum findet sich einer griechischen Übersetzung der Beschlüsse des [[Viertes Laterankonzil|Vierten Laterankonzils]] von 1215.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Complutensische Polyglotte]] (gedruckt ab 1514, veröffentlicht 1520) übersetzte das Comma aus dem Lateinischen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eberhard Nestle´s Einführung in das griechische Neue Testament&amp;#039;&amp;#039;. Vierte Auflage, völlig umgearbeitet von [[Ernst von Dobschütz]]. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1923, S. 61. {{Digitalisat |IA=einfhrungindasgr0000nest_k3y7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem Spätmittelalter, verstärkt im 16. Jahrhundert, wird das Comma Johanneum aus der lateinischen Tradition auch in einige griechische Handschriften der Katholischen Briefe übernommen. Die griechischen Lesarten des CJ gehen dabei nicht auf die altlateinischen Lesarten zurück, sondern auf spätmittelalterliche Fassungen der Vulgata, die Complutensische Polyglotte, die dritte Auflage des &amp;#039;&amp;#039;[[Novum Instrumentum omne]]&amp;#039;&amp;#039; von 1522 oder andere Formen des Textus receptus. Die älteste dieser Handschriften ist die Bilingue 629; alle anderen wurden nicht vor dem 16. Jahrhundert geschrieben bzw. um das Comma ergänzt:&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bruce M. Metzger / Bart D. Ehrman: &amp;#039;&amp;#039;The Text of the New Testament: Its Transmission, Corruption and Restoration&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 2005, S. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Wachtel: &amp;#039;&amp;#039;Der byzantinische Text der katholischen Briefe. Eine Untersuchung zur Entstehung der Koine des Neuen Testaments&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten zur Neutestamentlichen Textforschung&amp;#039;&amp;#039; Band 24). de Gruyter: Berlin 1995, hier S. 314-320.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 629]] (Codex Ottobonianus, 14./15. Jahrhundert): übersetzt das Comma aus dem Lateinischen&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 61]] (frühes 16. Jahrhundert); übersetzt das Comma aus dem Lateinischen, Vorlage des Erasmus&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 918]] (16. Jahrhundert): kopiert die 3. Ausgabe des &amp;#039;&amp;#039;[[Novum Instrumentum omne#Weitere Ausgaben|Novum Testamentum omne]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 2318]] (18. Jahrhundert): kopiert eine späte Fassung des Textus receptus&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 2473]] (17. Jahrhundert): ebenso&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 221]] (10. Jahrhundert): nach 1854 ergänzt um die gleiche Fassung&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 88]] (12. Jahrhundert): im 17. Jahrhundert ergänzt nach dem Textus receptus&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 429]] (14. Jahrhundert): nach 1522 ergänzt nach der dritten Ausgabe des &amp;#039;&amp;#039;[[Novum Instrumentum omne]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 636]] (15. Jahrhundert): nach 1522 ergänzt nach Erasmus&lt;br /&gt;
* [[Minuskel 177]] (11. Jahrhundert): ergänzt 1785 nach einer lateinischen Bibel&lt;br /&gt;
Der [[Codex Ravianus]] (16. Jhd.), der früher als Handschrift des Neuen Testaments galt, kopiert die [[Complutensische Polyglotte]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eberhard Nestle]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in das griechische Neue Testament&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1909, S. {{archive.org|MN42075ucmf_3 |Blatt=n108 |Fundstelle=97}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bibelausgaben ==&lt;br /&gt;
=== 16.–20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert fand sich das Comma Johanneum in den meisten wichtigsten Bibelausgaben; im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts verschwand es weitgehend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Erasmus von Rotterdam]] hatte das Comma 1516 zunächst nicht in seine Ausgabe des griechischen Neuen Testaments (das &amp;#039;&amp;#039;[[Novum Instrumentum omne]]&amp;#039;&amp;#039;) aufgenommen. Erst 1522 fügte er es in die dritte Auflage ein, gestützt auf die [[Minuskel 61]] aus dem frühen 16. Jahrhundert.&amp;lt;ref&amp;gt;Handschriftenliste im [[Novum Testamentum Graece]], XXVI. Auflage, S. 703 („Nestle-Aland“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Eberhard Nestle: {{Digitalisat |IA=vomtextusrecept00nestgoog |SZ=n20 |LT=Vom Textus Receptus des griechischen neuen Testaments}}, Barmen 1903, hier S. 15: „[...] neuere Forschungen namentlich von Dobbin und Harris lassen es fast zweifellos erscheinen, daß sie [die Handschrift Minuskel 61] ausdrücklich zu dem Zweck geschrieben wurde, um ihn [Erasmus] irre zu führen“.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Konstantin von Tischendorf|Tischendorfs]] 1841 veröffentlichtes &amp;#039;&amp;#039;Novum Testamentum&amp;#039;&amp;#039; enthält das Comma nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bei [[Christoph Froschauer]] gedruckte Zürcher Neue Testament von 1525 in [[Oktavformat|Oktav]] war die erste deutschsprachige Übersetzung der Reformationszeit, in der das Comma Johanneum enthalten war. Die Zürcher übersetzten in dieser Ausgabe, der aktuellsten Version des &amp;#039;&amp;#039;Novum Testamentum&amp;#039;&amp;#039; des Erasmus von 1522 folgend: „Den(n) dry sind die zügnus gebend im him(m)el: Der vatter/ das wort/ vnd der heilig geist/ vnd die dry dienend in eins. Vnd dry sind die da zügend vff erden […]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Traudel Himmighöfer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Zürcher Bibel bis zum Tode Zwinglis (1531). Darstellung und Bibliographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abteilung Religionsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 154). Philipp v. Zabern, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1535-X. {{Digitalisat |1=https://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/trefferliste/detailseite?tx_dlf%5Bid%5D=1117&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=1&amp;amp;cHash=98fe7c0fff91a62b6608d30d540576b9#}}. Hier S. 242.&amp;lt;/ref&amp;gt; In allen nachfolgenden Zürcher Bibeleditionen, so z. B. in der [[Zürcher Bibel von 1531]], war das Comma Johanneum enthalten und wurde hierdurch für Jahrzehnte zu einem Unterscheidungskriterium zwischen der Zürcher Übersetzung und der Lutherübersetzung.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Comma Johanneum in den frühen Zürcher Bibeldrucken siehe [[Traudel Himmighöfer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Zürcher Bibel bis zum Tode Zwinglis (1531). Darstellung und Bibliographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abteilung Religionsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 154). Philipp v. Zabern, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1535-X. {{Digitalisat |1=https://tudigit.ulb.tu-darmstadt.de/trefferliste/detailseite?tx_dlf%5Bid%5D=1117&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=1&amp;amp;cHash=98fe7c0fff91a62b6608d30d540576b9#}} S. 106&amp;amp;nbsp;f. 242&amp;amp;nbsp;f. 272&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übersetzer der englischen [[Matthew-Bibel]] von 1537 setzten das Comma in Klammern, um Uneindeutigkeit anzuzeigen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Elijah Hixson |url=https://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com/2021/12/on-comma-johanneum-in-printed-editions.html |titel=Evangelical Textual Criticism: On the Comma Johanneum in printed editions, “Which TR?” and working from inaccurate data |werk=Evangelical Textual Criticism |datum=2021-12-01 |abruf=2024-01-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Lutherbibel]] war das Comma zunächst nicht enthalten, Luther fügte später davon lediglich die Worte „auf Erden“ (in 1 Joh 5,8) hinzu. Es fehlte also immer noch die [[Trinitätslehre|trinitarische]] Formulierung in 1 Joh 5,7. In der Lutherbibel von 1545 lautete die Stelle: „Denn drey sind die da zeugen auff Erden / Der Geist / vnd das Wasser / vnd das Blut / vnd die drey sind beysamen“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.zeno.org/Literatur/M/Luther,+Martin/Luther-Bibel+1545/Das+Neue+Testament/Der+erste+Brief+des+Johannes/1.+Johannesbrief+5 |titel=Luther-Bibel 1545: 1. Johannesbrief 5 |werk=zeno.org |sprache=de |abruf=2018-03-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erstmals 1581 wurde das Comma Johanneum dann durch einen Frankfurter Drucker in eine Lutherbibel eingefügt. Wenige Jahrzehnte später wurden nur noch Lutherbibeln mit dem Comma Johanneum gedruckt. Bei der Revision von 1892 wurde das Comma eingeklammert und mit einer Fußnote versehen; bei der Revision 1912 wurde es aus dem Text genommen und in eine Anmerkung verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[King-James-Bibel]] von 1611 enthielt das Comma; in der [[Revised Version]] seit 1881 ist es nicht mehr enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vulgata-Ausgaben, die in der römisch-katholischen Kirche verwendet wurden, enthielten das Comma. Insbesondere die 1590 bzw. 1592 erschienenen päpstlich approbierten Ausgaben der Vulgata (die &amp;#039;&amp;#039;[[Vulgata Sixtina]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Vulgata Clementina]]&amp;#039;&amp;#039;) enthielten es. Die 1979 promulgierte &amp;#039;&amp;#039;[[Nova Vulgata]]&amp;#039;&amp;#039; bietet den Satzteil hingegen nicht mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.vatican.va/archive/bible/nova_vulgata/documents/nova-vulgata_nt_epist-i-ioannis_lt.html Der erste Johannesbrief nach der Neo-Vulgata]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1904 vom [[Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel|Patriarchat von Konstantinopel]] herausgegebene Ausgabe des griechischen Neuen Testamentes, die in den [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen Kirchen]] weit verbreitet ist, enthält das Comma in kleinerer Schrift; die Einleitung erwähnt die fehlende Bezeugung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eberhard Nestle]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in das griechische Neue Testament&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1909, S. {{archive.org|MN42075ucmf_3 |Blatt=n16 |Fundstelle=5}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heutige Bibelübersetzungen ===&lt;br /&gt;
In den meisten heute im Handel befindlichen Bibelübersetzungen wird das Comma Johanneum entweder überhaupt nicht erwähnt oder, wie im Fall der [[Einheitsübersetzung]], deutlich als [[Interpolation (Literatur)|spätere Zufügung]] gekennzeichnet und in die Fußnoten verwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausnahmen sind vor allem die im englischen Sprachraum immer noch verbreitete [[King-James-Bibel]] von 1769, die deutsche &amp;#039;&amp;#039;[[Schlachter-Bibel|Schlachter 2000]]&amp;#039;&amp;#039; und die [[Lutherbibel#Die Lutherbibel von 1912 im 21. Jahrhundert|&amp;#039;&amp;#039;La Buona Novella&amp;#039;&amp;#039;-Lutherbibel]]. Hintergrund auch für die deutschen Ausgaben ist die vor allem US-amerikanische [[King-James-Only-Bewegung]], die davon ausgeht, dass der der King-James-Bibel zugrundeliegende [[Textus receptus]] (in der Fassung nach 1522) der ursprüngliche Bibeltext sei, für dessen Erhalt Gott gesorgt habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Jason A. Hentschel: &amp;#039;&amp;#039;The King James Only Movement&amp;#039;&amp;#039;. In: Paul C. Gutjahr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Oxford Handbook of the Bible in America&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, New York 2017, S. 229–241. {{DOI|10.1093/oxfordhb/9780190258849.013.20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem gab es eine Ausgabe einer alten Lutherversion, die als „Original-Lutherbibel 1545“ vermarktet wurde, aber insbesondere durch das darin enthaltene Comma Johanneum als nicht original erkannt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Neben Webseiten, die diese Angabe gutgläubig übernommen haben, gibt es auch noch [http://luther1545.org/luther-bibel/ Luther-Bibel 1545] mit der Angabe, dass diese Ausgabe 1740/41 gedruckt wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Arbeit des Erasmus an seiner Ausgabe des &amp;#039;&amp;#039;[[Novum Instrumentum omne]]&amp;#039;&amp;#039; gilt als Beginn der [[Echtheitskritik]] des Comma Johanneum. Erasmus hatte sich angesichts der fehlenden Bezeugung des Comma in griechischen Handschriften zunächst gegen die Echtheit entschieden und die Stelle daher nicht in seine Bibelausgabe aufgenommen. Nach einer längeren polemischen Auseinandersetzung, in deren Verlauf er die erst kurz zuvor angefertigte [[Minuskel 61]] kennenlernte, entschied er sich, das Comma trotz textkritischer Bedenken in die dritte Auflage seines Novum instrumentum aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zweifel an der Echtheit des Comma vermehrten sich mit der Entwicklung der Bibelwissenschaft. Bereits [[Richard Simon (Theologe)|Richard Simon]] hatte aus textkritischen Gründen Zweifel formuliert.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Josef Klauck: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Johannesbrief&amp;#039;&amp;#039; (= Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament 23,1). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn, 1991, S. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im späten 18. und im 19. Jahrhundert wurden die bis heute maßgeblichen Argumente gegen die Annahme, dass das Comma Johanneum Teil des ursprünglichen griechischen Textes des 1. Johannesbriefes sei, entwickelt. Mit besserer Kenntnis der Überlieferung wurde das Fehlen früher griechischer Textzeugen immer deutlicher. Eine andere zentrale Erkenntnis war, dass die Minuskel 61 eigens gefälscht worden sein könnte, um Erasmus zu täuschen.&amp;lt;ref&amp;gt;Orlando T. Dobbin: {{Digitalisat |IA=codexmontfortia01dobbgoog |SZ=n5 |LT=Codex Montfortianus: A Collation}} [...], London 1854.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das war für Forscher wie [[Eberhard Nestle]] und [[Adolf von Harnack]] ein wichtiger Grund, sich gegen die Echtheit des Comma auszusprechen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Adolf von Harnack: {{Digitalisat |Digitalisat |IA=HarnackZurTextkritikUndChristologieDerSchriftenDesJohannes |LT=Zur Textkritik und Christologie der Schriften des Johannes. Zugleich ein Beitrag zur Würdigung der ältesten lateinischen Überlieferung und der Vulgata |SZ=n39}}. In: &amp;#039;&amp;#039;Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Philos.-hist. Kl. 1915, S. 534–573, hier S. 572–573.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Lauf des 19. Jahrhunderts verfestigte sich unter protestantischen wie katholischen Gelehrten der Konsens, das Comma als späte Ergänzung anzusehen und daher nicht mehr in textkritisch fundierte Ausgaben des Neuen Testamentes aufzunehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot;&amp;gt;Hans-Josef Klauck: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Johannesbrief&amp;#039;&amp;#039; (= Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament 23,1). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn, 1991, S. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahrzehnten um 1900 wurde die Debatte stark von protestantischen Theologen geprägt. Katholischen Theologen war es mit dem entsprechenden Beschluss der [[Indexkongregation]] vom 12. Januar 1897, den auch [[Leo XIII.]] bestätigte, verboten, die Echtheit des Comma zu bezweifeln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Denzinger-Hünermann]] Nr. 3681&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Verbot wurde am 2. Juni 1927 vom [[Dikasterium für die Glaubenslehre|Sacrum Officium]] weitgehend aufgehoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:7&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Denzinger-Hünermann]] Nr. 3682&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind sich protestantische wie römisch-katholische Theologen einig, dass das Comma Johanneum nicht zum ursprünglichen Textbestand des 1. Johannesbriefs gehört und allenfalls eine etwa seit dem 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bezeugte Deutung der zweifellos zum Text gehörenden Passage über die „drei irdischen Zeugen“ darstellt. Im Umfeld der [[King-James-Only-Bewegung]] wurde die Echtheit des Comma vereinzelt von Theologen wie [[Edward F. Hills]] vertreten, was aber auch innerhalb der evangelikalen Bewegungen eine extreme Minderheitenposition blieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Aus textkritischer Sicht ist die Frage der Echtheit hingegen seit langem geklärt. Die heutige Aufmerksamkeit für das Comma ist hauptsächlich durch seine neuzeitliche Rezeption begründet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Josef Klauck: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Johannesbrief&amp;#039;&amp;#039; (= Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament 23,1). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn, 1991, S. 304–305.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{RGG|Auflage=3|1|1854||Comma Johanneum|[[Heinrich Greeven]]}}&lt;br /&gt;
* [[Hans-Josef Klauck]]: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Johannesbrief&amp;#039;&amp;#039; (= Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament 23,1). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn, 1991, S. 303–311.&lt;br /&gt;
* [[Bruce M. Metzger]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die neutestamentliche Textkritik.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz, 1966, S. 100–102.&lt;br /&gt;
* Bruce M. Metzger: &amp;#039;&amp;#039;A Textual Commentary On The Greek New Testament&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage, Deutsche Bibelgesellschaft 1994, ISBN 978-3-438-06010-5; 5. Auflage bearbeitet von Hugh Houghton. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-438-07280-1.&lt;br /&gt;
* Grantley McDonald: [https://books.google.com/books?id=QgvFDAAAQBAJ &amp;#039;&amp;#039;Biblical Criticism in Early Modern Europe: Erasmus, the Johannine Comma, and Trinitarian Debate&amp;#039;&amp;#039;.] Cambridge University Press, Cambridge, 2016.&lt;br /&gt;
* Klaus Wachtel: &amp;#039;&amp;#039;Der byzantinische Text der katholischen Briefe. Eine Untersuchung zur Entstehung der Koine des Neuen Testaments&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten zur Neutestamentlichen Textforschung&amp;#039;&amp;#039; Band 24). de Gruyter: Berlin 1995, hier S. 314-320.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Textgeschichte des Neuen Testaments]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schneid9</name></author>
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