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	<title>Codex Euricianus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T14:09:54Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Codex_Euricianus&amp;diff=229213&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stephan Klage: Es heißt „die“ &#039;&#039;lex&#039;&#039; nicht „der“ &#039;&#039;lex&#039;&#039; / versetzt zu dem Abschnitt wo es - wenn schon - hingehört</title>
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		<updated>2026-04-25T08:33:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Es heißt „die“ &amp;#039;&amp;#039;lex&amp;#039;&amp;#039; nicht „der“ &amp;#039;&amp;#039;lex&amp;#039;&amp;#039; / versetzt zu dem Abschnitt wo es - wenn schon - hingehört&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Eurico-rey-visigodo (cropped).png|mini|Eurich, Kopie eines anonymen Stichs aus dem 18. Jahrhundert von Arnold van Westerhout]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine seit etwa 1900 gebräuchliche Bezeichnung für eine [[spätantike]], vom [[Westgotenreich#Tolosanisches Reich|Westgotenkönig]] [[Eurich]] veranlasste Aufzeichnung des [[Germanische Stammesrechte|westgotischen Rechts]] in lateinischer Sprache. Der im 5. Jahrhundert geschaffene Kodex vermittelt als [[Nachklassisches Recht|nachklassische]] Rechtsquelle des [[Vulgarrecht]]s Erkenntnisse über die tolosanischen Gepflogenheiten und den [[Untergang des Römischen Reiches|Herrschaftsverlust]] der Römer über den [[Weströmisches Reich|Westen des Reichs]]. Als eines der ersten germanischen Rechtsbücher, ist er von erheblicher [[Rechtsgeschichte|rechtsgeschichtlicher]] Bedeutung, besonders für das Rechtswesen auf der [[Iberische Halbinsel|iberischen Halbinsel]], obgleich er lediglich fragmentarisch erhalten geblieben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datierung ==&lt;br /&gt;
Um 475/76 ließ Eurich, der von 466 bis 484 regierte, das Recht der Westgoten aufzeichnen. Die Initiative folgte zeitlich wohl dem Friedensschluss mit Kaiser [[Julius Nepos|Nepos]] im gleichen Jahr. Andererseits ging sie dem Brief des [[Sidonius Apollinaris]] (476/77) an Leo von Narbonne voraus, denn unter Leo sind die gesetzlichen Arbeiten wohl abschließend redigiert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesem Werk sind nur Fragmente in einer [[Palimpsest]]-Handschrift der Pariser [[Bibliothèque nationale de France|Nationalbibliothek]] (&amp;#039;&amp;#039;Codex Parisinus Latinus&amp;#039;&amp;#039; 12161) erhalten; nur ein Teil davon ist noch lesbar. Der &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; war jahrhundertelang gänzlich verschollen; erst im 18. Jahrhundert wurden Fragmente geborgen. Möglicherweise handelt es sich bei den Pariser Fragmenten um eine erst von Eurichs Sohn und Nachfolger [[Alarich II.]] veranlasste Bearbeitung des westgotischen Gesetzbuchs. Teile des Werks lassen sich hypothetisch aus der späteren westgotischen Gesetzgebung erschließen, doch sind die Rekonstruktionsversuche mit erheblicher Unsicherheit belastet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; enthält unter anderem Vorschriften zur Regelung von Grenzstreitigkeiten und besonders von Fragen, die sich aus der Landteilung zwischen den sesshaft gewordenen gotischen Eroberern und den romanischen Grundbesitzern ergaben. Enthalten sind außerdem [[handelsrecht]]liche Regelungen zum Handel im Allgemeinen und zum Tausch- und Sklavenhandel im Besonderen. Aufgesetzt ist auch ein strafrechtlicher Sanktionskatalog bei Nichteinhaltung von Vorschriften. Zu bürgerlich-rechtlichen Materien klassisch zivilrechtlichen Zuschnitts, wie Obligationen aus Leih-, Kauf- und Schenkungsgeschäften gibt der Kodex ebenfalls Auskunft. Ehe- und erbrechtliche Regelungen sind ebenfalls enthalten. Der Kodex wird in der Forschung als wegweisende gesetzgeberische Leistung germanischer Kodifikationsbestrebungen gewürdigt. Tatsächlich ist das Werk in gutem Latein geschrieben, weshalb davon ausgegangen wird, dass an seiner Abfassung [[Römische Juristen|romanische Juristen]] maßgeblichen Anteil hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uneins ist sich die Forschung darüber, welche Rechtsvorstellungen das Werk dominieren, die römischen oder die germanischen. Unstrittig aber ist, dass das [[Römisches Recht|römische Recht]] einen hohen Anteil am gesamten Rechtsstoff einnimmt. Das mag für ein germanisches Rechtsbuch deshalb ungewöhnlich anmuten, weil zur Befriedung von Rechtsstreitigkeiten der Goten untereinander diente. Weitgehend stammen die Rechtssätze zwar aus der Zeit der [[Klassik (Jurisprudenz)|klassischen Jurisprudenz]] des [[Prinzipat]]s, da sie ab der Zeit der Wende zum 4. Jahrhundert jedoch zunehmend [[Vulgarrecht|vulgarisiert]], das heißt in sehr [[Epitome (Auszug)|vereinfachten Kurzfassungen]] präsentiert und praktiziert wurden, beschränkte sich der Anschauungsunterricht auf Wiedergaben einer Qualität, die den [[Sententiae Receptae|Paulussentenzen]] eigen ist. Exzerpte römischen [[Kaiserrecht]]s sind ebenfalls enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harke&amp;quot;&amp;gt;[[Jan Dirk Harke]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht. Von der klassischen Zeit bis zu den modernen Kodifikationen&amp;#039;&amp;#039;. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57405-4 (&amp;#039;&amp;#039;Grundrisse des Rechts&amp;#039;&amp;#039;), § 1 Rnr. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daran lässt sich festmachen, dass der Kodex auch als Beleg für eine fortgeschrittene Romanisierung der Westgoten dient.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. im Zusammenhang, [[Karl von Amira]]: &amp;#039;&amp;#039;Germanisches Recht&amp;#039;&amp;#039;. Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsdenkmäler&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Grundriss der germanischen Philologie&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter, Berlin 1960. S.&amp;amp;nbsp;23 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; finden sich später, vermutlich als Basisstoff, in der &amp;#039;&amp;#039;[[lex Baiuvariorum]]&amp;#039;&amp;#039;, der ersten bairischen Gesetzeskodifikation wieder. Aber auch andere [[Germanische Stammesrechte|germanische Gesetze]], so die der [[Burgunderrecht|Burgunder]] &amp;#039;&amp;#039;([[lex Romana Burgundionum]])&amp;#039;&amp;#039; beziehungsweise [[Franken (Volk)|Franken]] &amp;#039;&amp;#039;(lex Salica)&amp;#039;&amp;#039; und [[Alamannen]] &amp;#039;&amp;#039;([[lex Alamannorum]])&amp;#039;&amp;#039;, werden vom &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; beeinflusst worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herbert Hausmaninger]], [[Walter Selb]]: &amp;#039;&amp;#039;Römisches Privatrecht.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001), ISBN 3-205-07171-9, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsgeschichtliche Kontroverse ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Clermont, Bibliothèque du Patrimoine, MS 201 (175) fol 11v Lex Romana Visigothorum - Incipit.jpg|mini|[[Incipit]] aus einer Handschrift der &amp;#039;&amp;#039;lex Romana Visigothorum&amp;#039;&amp;#039; aus dem 10. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Die Frage nach der territorialen&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot; name=&amp;quot;territorial&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; oder personellen&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot; name=&amp;quot;personell&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Rechtserstreckung des &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; ist in der aktuellen Forschung noch strittig.&amp;lt;ref&amp;gt;Manuel Koch: &amp;#039;&amp;#039;Ethnische Identität im Entstehungsprozess des spanischen Westgotenreiches&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde|&amp;#039;&amp;#039;RGA&amp;#039;&amp;#039;]]. Berlin 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine gleichzeitige Gültigkeit des &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; und des &amp;#039;&amp;#039;[[Codex Theodosianus]]&amp;#039;&amp;#039;, ersetzt durch die durch [[Alarich II.]] erlassene und als bedeutendste der germanischen Kodifikationen rezipierte &amp;#039;&amp;#039;[[lex Romana Visigothorum]]&amp;#039;&amp;#039; von [[506]], gilt hierbei jedoch als gesichert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Harke&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Nehlsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Reallexikon der Germanischen Altertumskunde]]. Band 5. Berlin 1984, S. 42–47.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Eugen Wohlhaupter]] (ed. und Übersetzung): &amp;#039;&amp;#039;Gesetze der Westgoten&amp;#039;&amp;#039;. In: Germanenrechte. Band 11. Weimar 1936 [https://digital.ub.uni-paderborn.de/download/pdf/6748579.pdf PDF]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;A&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot; name=&amp;quot;territorial&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
P. D. King, &amp;#039;&amp;#039;Law and Society in the Visigothic Kingdom&amp;#039;&amp;#039;. S. 13&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Liebs, &amp;#039;&amp;#039;Lex Romana Visigothorum&amp;#039;&amp;#039;. S. 325&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Siems, &amp;#039;&amp;#039;Lex Romana Visigothorum&amp;#039;&amp;#039;. Spanien 1941&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref group=&amp;quot;A&amp;quot; name=&amp;quot;personell&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alfonso García-Gallo, &amp;#039;&amp;#039;Nacionalidad y territorialidad del Derecho en la época visigoda.&amp;#039;&amp;#039; In: AHDE 13 (1936-41) S. 168–264&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Manuel Koch, &amp;#039;&amp;#039;Ethnische Identität im Entstehungsprozess des spanischen Westgotenreiches.&amp;#039;&amp;#039; S. 108–111&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Alvaro D’Ors, &amp;#039;&amp;#039;La territorialidad del derecho de los Visigodos.&amp;#039;&amp;#039; In: I Goti in occidente S. 363–408&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.leges.uni-koeln.de/lex/leges-visigothorum/ Der &amp;#039;&amp;#039;Codex Euricianus&amp;#039;&amp;#039; in der &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|Bibliotheca legum regni Francorum manuscripta}}&amp;#039;&amp;#039;], Handschriftendatenbank zum weltlichen Recht im Frankenreich ([[Karl Ubl]], [[Universität zu Köln]]).&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Westgotenreich (Toulouse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Rechtsquelle]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (5. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Palimpsest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk der Antike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Spätantike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germanisches Stammesrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handschrift der Bibliothèque nationale de France (Paris)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:470er]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (5. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stephan Klage</name></author>
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