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	<title>Clemens Lammers - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T23:23:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Clemens_Lammers&amp;diff=1556135&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernhard Diener: + Foto der Grabstätte und Grabort</title>
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		<updated>2025-04-21T17:13:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+ Foto der Grabstätte und Grabort&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:LammersClemens.jpg|mini|Clemens Lammers]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Clemens Lammers&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[16. September]] [[1882]] in [[Peterswaldau]], Schlesien; † [[25. April]] [[1957]] in [[Berlin]]) war ein deutscher Verbandsfunktionär, Politiker, [[Industrie]]- und [[Wirtschaftskartell|Kartelllobbyist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war ein Bruder des Politikers [[Aloys Lammers]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und Berufsstart ==&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch des [[Prinz-Heinrichs-Gymnasium|Prinz-Heinrich-Gymnasiums]] in [[Berlin]] und des Königlichen Gymnasiums in Heiligenstadt studierte Lammers Rechte und Volkswirtschaft in Berlin. Er war seit seiner Studentenzeit Mitglied der katholischen Studentenverbindung [[KStV Askania-Burgundia Berlin|K.St.V. Askania-Burgundia Berlin]] im [[Kartellverband|KV]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried Koß, Wolfgang Löhr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Lexikon des KV. 4. Teil&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Revocatio historiae.&amp;#039;&amp;#039; Band 5). SH-Verlag, Schernfeld 1996, ISBN 3-89498-032-X, S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1906 bis 1911 war er als Referendar an einem Berliner Gericht tätig. Nach dem 2. Staatsexamen trat Lammers in die Leitung industrieller Verbände in [[Düsseldorf]] ein – Verbände, die zeittypisch [[Wirtschaftskartell|Kartelle]] darstellten oder mit Kartellen einiges zu tun hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Militärzeit und Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
Nachdem Lammers 1906/07 dem [[Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4]] angehört hatte, nahm er als Reserveoffizier am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil. Nachdem er in der [[Schlacht an der Marne (1914)|Marneschlacht]] verwundet wurde, erhielt Lammers im Oktober 1914 das [[Eisernes Kreuz|Eiserne Kreuz]] I. Klasse. Nach einer weiteren Verwundung im Dezember 1914 vor [[Ypern]] verbrachte er das Jahr 1915 in [[Lazarett]]en in [[Düsseldorf]] und Berlin. 1917 schied er aus der Armee aus, als er zur Leitung des Papiermacher-Kriegsausschusses, einem ‚Kriegskartell‘, nach Berlin berufen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berater, Funktionär, Politiker und Lobbyist ==&lt;br /&gt;
Nach dem Weltkriegsende verdiente Lammers seinen Lebensunterhalt als Berater industrieller Unternehmen und Organisationen in wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. 1922 wurde er in das Präsidium und in den Vorstand des [[Reichsverband der Deutschen Industrie|Reichsverbandes der deutschen Industrie]] (RdI) gewählt. Ferner war er Aufsichtsratsmitglied der [[IG Farben AG]] und Mitglied des Direktoriums der Disconto-Gesellschaft und der Bank für deutsche Industrie-Obligationen. Im [[Kalle-Kreis]] betrieb er politische Lobbyarbeit und Parteienfinanzierung für die IG Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch betätigte Lammers sich in der katholischen [[Deutsche Zentrumspartei|Zentrumspartei]], für die er von 1924 bis 1929 als Abgeordneter im [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] saß. 1927 nahm er als deutscher Delegierter an der [[Weltwirtschaftskonferenz]] des [[Völkerbund]]s teil. Bereits vorher, 1926/27, gehörte er dem diesbezüglichen ‚Comité préparatoire‘ wie auch dem  deutschen Enquete-Ausschuss zur Weltwirtschaftskonferenz als Vorsitzender an.&amp;lt;ref&amp;gt;Kaiser, Wolfram; Schot, Johan W. (2014): Writing the Rules for Europe. Experts, Cartels, and International Organizations. Basingstoke, S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1928 wurde er Mitglied des ‚Comité Consultatif Economique‘, das innerhalb des Völkerbunds neu gegründet worden war, um das ‚Comité Economique‘ (darin 10-12 Staatsvertreter) zu beraten.&amp;lt;ref&amp;gt;Respondek, Erwin (Hrsg.) (1927): Verlauf und Ergebnis der Internationalen Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes zu Genf (vom 4. bis 23. Mai 1927). Wiedergabe der Plenar- und Kommissionssitzungen. Berlin, S. 217. &amp;lt;/ref&amp;gt; Der neue Ausschuss bestand aus 49 Vertretern gesellschaftlicher Interessen. Lammers war das deutsche Mitglied unter den zehn vorgesehenen Industrie-Lobbyisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabstätte Clemens Lammers.jpg|mini|hochkant=0.6|Kissenstein in der Familiengrabstätte auf dem [[Friedhof Heerstraße]]]]&lt;br /&gt;
Lammers vertrat seit der Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz 1926 bis zum Abschluss nachlaufender Arbeiten 1931 die industrie- und unternehmerfreundliche Position einer von Staats wegen ungehinderten Kartellierung. Er trat ein für eine „internationale Rationalisierung“, worunter er eine wirtschaftliche Strukturverbesserung unter dem schützenden Dach internationaler industrieller Absprachen verstand. Staatliche Eingriffe auf nationale wie internationale Kartelle wollte er auf ein Minimum reduziert sehen; eine überstaatliche Kontrollbehörde, die besonders von französischen Experten angedacht wurde, lehnte er ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Weltwirtschaftskonferenz in Genf. In: Die Kabinette Marx III und IV. Band 2 (Edition &amp;quot;Akten der Reichskanzlei, Weimarer Republik&amp;quot;), S. 775–778.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lammers und Mitstreiter isolierten 1930 erfolgreich ein hochkarätiges internationales Juristenteam, das in einer Auftragsstudie für das ‚Comité Economique‘ deutlich auf Missbrauchsgefahren durch Kartelle (etwa Preissteigerungen) hingewiesen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt; Decugis, Henri.; Olds, Robert E.; Tschierschky, Siegfried (1930): Review of the legal aspects of industrial agreements. Geneva: League of Nations.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lammers Lobbyismus war für sich gesehen erfolgreich: von Seiten des Völkerbunds wurden internationale Kartelle nur beobachtet, nicht gegängelt. Allerdings nahm in den 1930er Jahren die Kartellkontrolle innerhalb vieler Nationalstaaten massiv zu; sie wurden Instrumenten nationaler Wirtschaftssteuerung.&amp;lt;ref&amp;gt;Holm A. Leonhardt: &amp;#039;&amp;#039;Kartelltheorie und Internationale Beziehungen. Theoriegeschichtliche Studien&amp;#039;&amp;#039;, Hildesheim 2013, S. 169–179, 255.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Clemens Lammers gehörte 1933 zu den Gründungsmitgliedern der nationalsozialistischen [[Akademie für Deutsches Recht]]&amp;lt;ref&amp;gt;Jahrbuch der Akademie für Deutsches Recht, 1. Jahrgang 1933/34. Hrsg. von Hans Frank. (München, Berlin, Leipzig: Schweitzer Verlag), S. 255&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Hans Frank]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dritten Reich war Lammers politisch missliebig; er verlor seine Verbands- und Lobbyfunktionen. Die mehr etatistisch orientierten Gegenspieler Lammers‘ – etwa der von ihm 1930 im Wirtschaftskomitee des Völkerbunds marginalisierte Kartelljurist [[Siegfried Tschierschky (Jurist)|Siegfried Tschierschky]] – konnten im nationalsozialistischen Wirtschaftsapparat ihre Funktionen behalten oder sogar weiter aufsteigen. Nach 1945 saß Lammers bis zu seinem Tod erneut in verschiedenen Aufsichtsräten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine letzte Ruhestätte erhielt Clemens Lammert in der Familiengrabstätte auf dem [[Friedhof Heerstraße]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* Zur Physiologie des Verbandslebens. In: Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Vereines Deutscher Papierfabrikanten 1872-1922. Berlin 1922, S. 243–250.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft und Kultur&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1924.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kartellgesetzgebung des Auslandes&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1927 (auch in englischer und französischer Übersetzung).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verlauf und Ergebnis der Internationalen Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes zu Genf (vom 4. bis 23. Mai 1927)&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1927. (auch englische und französische Ausgabe)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Internationale Industrie-Kartelle Eine wirtschaftspolitische Studie, vorbereitet für den Wirtschaftsausschuss des Völkerbundes&amp;#039;&amp;#039;. Zusammen mit: Benni, Antonio S.; Marlio, Louis; Meyer, Aloys. Berlin 1930 (= ergänzte Übersetzung der vorangegangenen englischen und französischen Ausgabe).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Autarkie, Planwirtschaft und berufsständischer Staat?&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1932.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Allgemeiner Bericht über die wirtschaftlichen Seiten der internationalen Industrie-Kartelle, vorbereitet für den Wirtschaftsausschuss des Völkerbundes&amp;#039;&amp;#039;. Zusammen mit: Benni, Antonio S.; Marlio, Louis; Meyer, Aloys. Berlin 1932 (= ergänzte Übersetzung der vorangegangenen englischen und französischen Ausgabe).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft, Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild&amp;#039;&amp;#039;. Schriftleitung [[Robert Volz (Schriftsteller)|Robert Volz]], Vorwort Ferdinand Tönnies. Band 2 (L–Z), Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, S. 1059.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|130072087}}&lt;br /&gt;
* {{ReichstagDB|130072087}}&lt;br /&gt;
* [https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0021/adr/adrhl/kap1_5/para2_13.html Clemens Lammers] in den [[Akten der Reichskanzlei]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=130072087|LCCN=no/2005/65308|VIAF=33094767}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lammers, Clemens}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Weimarer Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentrum-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im KV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Akademie für Deutsches Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (I.G. Farben)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1882]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1957]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lammers, Clemens&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (Zentrum), MdR&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. September 1882&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Peterswaldau]], [[Schlesien]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=25. April 1957&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernhard Diener</name></author>
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