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	<title>Clearing - Versionsgeschichte</title>
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		<title>~2025-39309-6: /* Allgemeines */ Das Marx Zitat trägt nicht gerade zur Verständlichkeit der Materie bei und wurde deshalb entfernt</title>
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		<updated>2025-08-15T07:46:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Allgemeines: &lt;/span&gt; Das Marx Zitat trägt nicht gerade zur Verständlichkeit der Materie bei und wurde deshalb entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Clearing&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in der [[Wirtschaft]] der [[Anglizismus]] als [[Sammelbegriff]] für unterschiedliche [[Saldierung]]s- und [[Aufrechnung (Deutschland)|Aufrechnungverfahren]] zwischen [[Wirtschaftssubjekt]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das Wort Clearing ist das [[Gerundium#Englisch|Gerundium]] für „säubern, klären“ ({{enS|to clear}}). Es tauchte erstmals im Zusammenhang mit den Londoner [[Clearinghaus|Clearinghäusern]] ({{enS|Clearing Houses}}) auf. Hierbei handelte es sich um [[Bank]]en, die durch Abrechnungssysteme nur die überschießenden [[Saldo|Salden]] aus eingelösten [[Scheck]]s und [[Wechsel (Wertpapier)|Wechseln]] regulierten. Sie mieteten im Jahre 1770 ein Gebäude in der [[Lombard Street (London)|Lombard Street]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=3GbVAgAAQBAJ |Seite=27}} |Autor=J. J. Pfau |Titel=Das Bankwesen der Schweiz und des Auslandes |Datum=1875 |Seiten=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; als Organisation entstand das &amp;#039;&amp;#039;Bankers&amp;#039; Clearing House&amp;#039;&amp;#039; erst im Jahre 1775, das 1810 bereits 46 Mitglieder aufwies.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=ZVgo_gyKKnwC |Seite=39}} |Autor=Hanns Belohlawek |Titel=Handbuch des Bank- und Börsenwesens |Verlag=Books on Demand |Ort= |Datum=2011 |ISBN=978-3-86383-054-0 |Seiten=39 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Einen größeren Umfang erreichte der Clearingverkehr durch Beitritt der großen Aktienbanken im Jahre 1854 und der [[Bank of England]] (1864); die getätigten Umsätze erschienen in einem Clearing-Buch ({{enS|clearing book}}).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=EXv9fL9vU3EC |Seite=137}} |Autor=Georg Obst |Titel=Das Bankgeschäft |Band=2 |Datum=1923 |Seiten=137}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das erste US-amerikanische Clearing House entstand 1854 als &amp;#039;&amp;#039;New York Clearing House Association&amp;#039;&amp;#039;, 1856 folgte eines in Boston.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in [[Staatsvertrag|Staatsverträgen]] („Clearingabkommen“) vereinbarten Vorschriften im Zahlungsverkehr bildeten sowohl in den Vorkriegs- als auch in den Kriegsjahren die Grundlage für die [[schweiz]]erischen Wirtschaftsbeziehungen mit den [[Achsenmächte]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Frech: &amp;#039;&amp;#039;Clearing. Der Zahlungsverkehr der Schweiz mit den Achsenmächten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Unabhängige Expertenkommission Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; Band 3, 2001, S. 2 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch wenn die Abkommen offiziell Clearingabkommen hießen, so handelte es sich hierbei um [[Kompensationsgeschäft]]e, weil etwa 20 % des Volumens mit [[Devisen]] zu bezahlen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Clearingsysteme ==&lt;br /&gt;
Der weltweite [[Interbankenhandel]] wird geprägt durch großvolumige [[Bankgeschäft]]e im [[Geldhandel|Geld-]], [[Devisenhandel|Devisen-]], [[Wertpapier]]- und [[Derivat (Wirtschaft)|Derivatehandel]]. Diese Geschäfte bestehen aus der gegenseitigen [[Lieferung]] und [[Zahlung]] [[Zug um Zug (Recht)|Zug um Zug]] am [[Settlement (Finanzwesen)|Erfüllungstag]]. Um die Anzahl dieser [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] zu vermindern, aber auch um [[Finanzrisiko|Finanzrisiken]] auszuschalten, gibt es Clearingsysteme. Das Clearingsystem ist ein [[Finanzintermediär|Medium]] zur rechtsverbindlichen Übertragung von Zahlungsmitteln oder Wertpapieren zwischen Wirtschaftssubjekten unter gleichzeitiger [[Verrechnung]] von [[Forderung]]en und [[Verbindlichkeit]]en zwischen [[Vertragspartei]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=yqoDBgAAQBAJ |Seite=279 }} |Hrsg=Jürgen Krumnow, Ludwig Gramlich, Thomas A. Lange, Thomas M. Dewner |Titel=Gabler Bank-Lexikon. Bank – Börse – Finanzierung |Verlag=Springer |Datum=2002 |ISBN=978-3-663-07651-3 |Seiten=279 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Clearingverfahren bestehen überall dort, wo massenhafte [[Zahlungsvorgang|Zahlungsvorgänge]] stattfinden. Das ist insbesondere innerhalb von [[Konzern]]en und im [[Bankwesen]] der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Industrieclearing ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Industrieclearing}}&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;klassischen Industrieclearing&amp;#039;&amp;#039; stehen zwei [[Nichtbank]]-[[Unternehmen]] in einer [[Lieferant]]en-Beziehung zueinander und einigen sich über eine Veränderung der [[Zahlungsfrist]]. Der überliquide Abnehmer akzeptiert ein zeitliches Vorziehen ({{enS|leading}}) der Zahlungsfrist durch [[Vorkasse]], wobei ein niedrigerer Zins als der [[Geldmarktzins]] vereinbart wird. Das Hinauszögern der Zahlung ({{enS|lagging}}) geschieht etwa durch den [[Lieferantenkredit]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Grundlagen_finanzwirtschaftlicher_Entsch/xtDnBQAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Industrieclearing&amp;amp;pg=PT20&amp;amp;printsec=frontcover Jens Jokisch/Matija Denise Mayer, &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen finanzwirtschaftlicher Entscheidungen&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 6 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konzernclearing ===&lt;br /&gt;
Nichtbanken nutzen im [[Konzern]] das Konzernclearing als [[Aufrechnung]] konzerninterner Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen [[Muttergesellschaft]] ([[Holding]]) und [[Tochtergesellschaft]]en zwecks Verminderung der [[Zahlungsstrom|Zahlungsströme]] und der [[Transaktionskosten]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=qY5dDwAAQBAJ |Seite=326 }} |Autor=Rudolf Kreis |Titel=Betriebswirtschaftslehre |Band=Band 3: Finanz- und Rechnungswesen |Verlag=Walter de Gruyter |Datum=1998 |ISBN=978-3-486-79514-1 |Seiten=326 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierzu werden Verrechnungssysteme geschaffen („In-House-Banking“), die durch ein zentralisiertes [[Cash Management]] für den konzernweiten Ausgleich kurzfristiger [[Liquidität]] sorgen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=MKa1m0TQK9IC |Seite=43 }} |Autor=Klaus Peter Berger |Titel=Der Aufrechnungsvertrag |Datum=1996 |ISBN=3-16-146605-5 |Seiten=43 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei fungiert die Muttergesellschaft als [[Clearinghaus]], die über ein zentrales Konto ({{enS|cash-concentration account, master account}}) [[Arbeitstag|arbeitstäglich]] die Forderungen und Verbindlichkeiten im Konzern verrechnet. Der Zweck des Konzernclearing besteht in der Minimierung des Konzern-[[Bodensatztheorie|Bodensatzes]] an Liquidität.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=aRo_CwAAQBAJ |Seite=251 }} |Autor=Guido Eilenberger |Titel=Lexikon der Finanzinnovationen |Datum=1996 |ISBN=978-3-486-78712-2 |Seiten=251 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst wenn sämtliche konzerninternen Ausgleichsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, wird der allgemeine [[Geldmarkt]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das Konzernclearing die Minimierung der konzerninternen Transaktionen bezweckt, dient das [[Cash-Pooling]] meist dem konzerninternen Liquiditätsausgleich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bankwesen ===&lt;br /&gt;
Auf Englisch versteht die [[Europäische Zentralbank]] unter dem Begriff &amp;#039;&amp;#039;Clearing&amp;#039;&amp;#039; das Feststellen gegenseitiger Forderungen, Verbindlichkeiten und [[Lieferung|Lieferverpflichtungen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.ecb.int/paym/market/secmar/clearing/html/index.en.html |archiv-url=https://web.archive.org/web/20090427203837/http://www.ecb.int/paym/market/secmar/clearing/html/index.en.html |archiv-datum=2009-04-27 |titel=Clearing |sprache=en |zugriff=2018-08-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Bank für Internationalen Zahlungsausgleich]] (BIZ) versteht – ebenfalls auf Englisch  – unter Clearing die Übermittlung, Abstimmung und in einigen Fällen die Bestätigung von Abschlüssen sowie sonstigen für die [[Abwicklung (Wirtschaft)|Abwicklung]] bzw. für das [[Settlement (Finanzwesen)|Settlement]] notwendigen Angaben (z.&amp;amp;nbsp;B. Zahlungsweg, Ort und Zeit der Lieferung), eventuell auch das Settlement selbst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bis.org/publ/bppdf/bispap30z.pdf |autor=Francis Braeckevelt |titel=Clearing, settlement and depository issues |werk=BIS Papers No 30 |format=PDF; 179&amp;amp;nbsp;kB |sprache=en |zugriff=2018-08-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Optional kann eine Aufrechnung und Saldierung (&amp;#039;&amp;#039;Netting&amp;#039;&amp;#039;) der Geschäfte stattfinden. Das Clearing wird oft von einem Clearinghaus übernommen und soll eine nachfolgende fehlerfreie [[Abwicklung (Wirtschaft)|Abwicklung]] und den Eigentumsübergang gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Arten ====&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden ist im Bankwesen zwischen dem Clearing im [[Zahlungsverkehr]], bei [[Terminbörse]]n, im [[Wertpapiergeschäft]] und speziell für [[Credit Default Swap]]s.&lt;br /&gt;
* Im &amp;#039;&amp;#039;Zahlungsverkehr&amp;#039;&amp;#039; wird unter Clearing die Übermittlung, Abstimmung und in einigen Fällen auch die Bestätigung von [[Zahlungsauftrag|Zahlungsaufträgen]] vor dem Zahlungsausgleich verstanden, was in Deutschland der [[Abwicklung (Wirtschaft)|Zahlungsverkehrsabwicklung]] entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=AewjBgAAQBAJ |Seite=594 }} |Verlag=Springer Fachmedien |Ort=Wiesbaden |Titel=Gabler Wirtschaftslexikon |Band=1 |Datum=2004 |ISBN=978-3-663-01439-3 |Seiten=594 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Werden Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge innerhalb der [[Kreditinstitut]]e gegeneinander aufgerechnet und lediglich die Nettopositionen zum Zahlungsausgleich gebracht, spricht man auch von [[Abrechnung]], [[Saldierung]] oder [[Skontration]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Terminbörsen&amp;#039;&amp;#039;: Unter Clearing in Verbindung mit einer Terminbörse wird die Abwicklung, Besicherung und geld- und stückemäßige Regulierung aller an der Terminbörse abgeschlossenen [[Geschäft (Wirtschaft)|Geschäfte]] verstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=gurNBgAAQBAJ |Seite=429 }} |Hrsg=Wolfgang Grill, Ludwig Gramlich, Roland Eller |Titel=Gabler Bank Lexikon. Bank, Börse, Finanzierung |Band=1 |Datum=1996 |ISBN=978-3-322-82939-9 |Seiten=429 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Handelsabwicklung an Terminbörsen ist vor allem durch das Clearing- und Settlement-System charakterisiert, das durch das Clearinghaus institutionalisiert ist. Die Käufer und Verkäufer der [[Kontrakt]]e sind nicht mehr Vertragspartner, weil das Clearinghaus der Terminbörse zwischen beide tritt und jeweils deren Vertragspartner ([[Kontrahent]]) wird.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wertpapierabrechnungssysteme&amp;#039;&amp;#039; greifen auf als [[Zentraler Kontrahent]] fungierende Clearinghäuser zurück, die zwischen Käufer und Verkäufer treten und somit beiden [[Vertragspartei]]en das [[Erfüllungsrisiko]] (Settlementrisiko) abnehmen. Die Wertpapiere lagern (meist als [[Wertrecht]]) bei einem [[Zentralverwahrer]], der vom Clearinghaus die [[Weisung (Deutschland)|Weisungen]] im Hinblick auf die Wertpapierübertragung annimmt.&lt;br /&gt;
** Beim &amp;#039;&amp;#039;Nettoclearing&amp;#039;&amp;#039; werden die sich aus den durchgeführten Geschäften zu Gunsten oder zu Lasten eines jeden Teilnehmers ergebenden Beträge dem beim Clearinghaus für den entsprechenden Teilnehmer unterhaltenen Konto gutgeschrieben bzw. belastet. Es findet – ähnlich wie bei einem [[Kontokorrent]]konto  eine Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten statt, so dass nur diese Differenzen periodisch abgewickelt und abgerechnet werden.&lt;br /&gt;
** Beim &amp;#039;&amp;#039;Bruttoclearing&amp;#039;&amp;#039; dagegen findet eine solche Saldierung nicht statt, stattdessen wird jedes getätigte Geschäft einzeln abgerechnet.&lt;br /&gt;
:In der Regel findet in keinem der beiden Verfahren eine physische Verschiebung von Wertpapieren statt. Die Papiere bleiben zum Beispiel in Deutschland meist bei der Clearstream Banking AG zentralverwahrt und werden lediglich elektronisch umgebucht.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;CDS-Clearing&amp;#039;&amp;#039;: Aufgrund der [[Finanzkrise ab 2007]] wurden vermehrt Bestrebungen erkennbar, Clearinghäuser für diverse Arten von [[Finanzprodukt]]en zu errichten. Insbesondere die Gründung von Clearingstellen für [[Credit Default Swap]]s (CDS) rückte in den Fokus der politischen und regulatorischen Diskussion mit dem Ziel, zukünftig die Risiken dieser Produkte abzusichern. Als weltweit erstes Clearinghaus bietet die [[Intercontinental Exchange]] seit März 2009 das entsprechende CDS-Clearing an. Im Juli 2009 startete ebenfalls die [[Deutsche Börse]] mit einem entsprechenden Clearingangebot. Im Dezember  2009 wurde ebenfalls der Start eines CDS-Clearingangebotes der [[CME Group]] bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.finextra.com/newsarticle/20880/cme-group-launches-cds-clearing Finextra vom 16. Dezember 2009, &amp;#039;&amp;#039;CME Group launches CDS clearing&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im [[Bargeldloser Zahlungsverkehr|bargeldlosen Zahlungsverkehr]] fungiert die [[Zentralbank]], bei [[Devisen]] die [[Continuous Linked Settlement|CLS-Bank]] und bei Wertpapieren ein [[Zentralverwahrer]] als Clearinghaus. [[Clearstream]] gehört zu den weltweit größten [[Clearinggesellschaft]]en für Wertpapiere, die als Zentralverwahrer fungiert. Zu erwähnen ist auch [[Euroclear]], die aber nicht das eigentliche Clearing übernimmt. Das Clearing der Transaktionen an der [[NYSE]] wird von der &amp;#039;&amp;#039;National Securities Clearing Corporation&amp;#039;&amp;#039; durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Clearingstufen ====&lt;br /&gt;
Es  gibt drei Clearingstufen:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Internes Clearing&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|in-house clearing}}) wird bei [[Zahlung]]en innerhalb einer [[Filialbank]] oder Institutsgruppe (etwa [[Sparkassen-Finanzgruppe]]) vorgenommen, Zahlungen werden über die Hauptstelle oder eine Verrechnungsstelle ([[Girozentrale]] bei [[Sparkasse]]n) verrechnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=sndaCwAAQBAJ |Seite=42 }} |Verlag=Springer Fachmedien |Ort=Wiesbaden |Titel=250 Keywords Bankwirtschaft. Grundwissen für Fach- und Führungskräfte |Datum=2016 |ISBN=978-3-658-10777-2 |Seiten=42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Beim &amp;#039;&amp;#039;bilateralen Clearing&amp;#039;&amp;#039; sind zwei Kreditinstitute beteiligt, die entweder gegenseitig  als [[Korrespondenzbank]]en oder über die Zentralbank verrechnen.&lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;multilaterale Clearing&amp;#039;&amp;#039; findet über Clearingsysteme statt wie etwa das [[Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem]] [[TARGET2]] im Rahmen des [[Europäisches System der Zentralbanken|ESZB]].&lt;br /&gt;
Nur das multilaterale Clearing ist geeignet, [[Zahlungsrisiko|Zahlungs-]], [[Währungsrisiko|Fremdwährungs-]], [[Kreditrisiko|Kredit-]] oder [[Liquiditätsrisiko|Liquiditätsrisiken]] zwischen den beteiligten Vertragsparteien auszuschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Clearing-Banken ====&lt;br /&gt;
Clearing-Banken ({{enS|Clearing Banks}}) sind britische Banken, die dem &amp;#039;&amp;#039;Bankers&amp;#039; Clearing House&amp;#039;&amp;#039; angehören und deren Bezeichnung auf das zwischen ihnen stattfindende Aufrechnungsverfahren für Schecks zurückzuführen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=85iUDgAAQBAJ |Seite=165 }} |Hrsg=Henner Schierenbeck |Titel=Bank- und Versicherungslexikon |Datum=1994 |ISBN=978-3-486-78506-7 |Seiten=165 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Aufsichtsrechtliche Behandlung ====&lt;br /&gt;
Die [[Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung)|Kapitaladäquanzverordnung]] (englische Abkürzung CRR) befasst sich bankenaufsichtsrechtlich sehr ausführlich mit dem Clearing. Ihr geht es ausschließlich darum, dass Transaktionen vor der [[Insolvenz]] beteiligter [[Kreditinstitut]]e, [[Gegenpartei]]en oder zentralen Gegenparteien geschützt werden. Gemäß Art. 300 CRR bedeutet „insolvenzgeschützt“ in Bezug auf Kundenvermögenswerte, „dass wirksame Vereinbarungen bestehen, die verhindern, dass bei Insolvenz einer zentralen Gegenpartei oder eines Clearingmitglieds die Gläubiger dieser zentralen Gegenpartei bzw. dieses Clearingmitglieds auf jene Vermögenswerte zugreifen können, oder dass das Clearingmitglied auf die Vermögenswerte zugreifen kann, um Verluste abzudecken, die es aufgrund des Ausfalls eines oder mehrerer anderer Kunden als jener, die diese Vermögenswerte eingebracht haben, erlitten hat“. Ein Kreditinstitut, das als Clearingmitglied auftritt, darf seine [[Forderungshöhe bei Ausfall]] (EAD) gemäß Art. 304 Abs. 4 CRR mit einem geringeren [[Skalar (Mathematik)|Skalar]] multiplizieren, wenn es die Eigenmittelanforderungen für seine [[Risikoposition]]en gegenüber einem Kunden bewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Verordnung (EU) Nr. 648/2012&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Verordnung|2012|648}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dient das Clearing über eine [[zentrale Gegenpartei]] speziell der Ausschaltung des [[Gegenparteiausfallrisiko]]s und definiert Clearing in Art. 2 Nr. 3 als „Prozess der Erstellung von Positionen, darunter die Berechnung von Nettoverbindlichkeiten, und die Gewährleistung, dass zur Absicherung des aus diesen Positionen erwachsenden Risikos [[Finanzinstrument]]e, [[Bargeld]] oder beides zur Verfügung stehen“. Nach Art. 2 Nr. 14 dieser Verordnung ist das Clearingmitglied „ein Unternehmen, das an einer zentralen Gegenpartei teilnimmt und für die Erfüllung der aus dieser Teilnahme erwachsenden finanziellen Verpflichtungen haftet“. Zentrale Gegenpartei (CCP) ist nach Art. 2 Nr. 1 eine juristische Person, die zwischen die Gegenparteien der auf einem oder mehreren Märkten gehandelten Kontrakte tritt und somit als Käufer für jeden Verkäufer bzw. als Verkäufer für jeden Käufer fungiert. Das Clearing über eine CCP dient speziell der Ausschaltung des Gegenparteiausfallrisikos und ist daher möglicherweise nicht die beste Lösung zum Umgang mit dem Abwicklungsrisiko.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 2015 entschied der [[EuGH]], dass Clearinghäuser zur Abwicklung von Wertpapieren in Euro nicht zwangsläufig im [[Euroraum]] ansässig sein müssen. Die [[Europäische Zentralbank|EZB]] verfüge nicht über die notwendige Befugnis, die Tätigkeit von Wertpapierclearingsystemen einschließlich CCPs zu regulieren und darf deshalb nicht die Abwicklung von Wertpapiergeschäften in Euro ausschließlich im Euroraum vorschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{CELEX|62011TJ0496|EuGH, Urteil vom 4. März 2015, Az.: T-496/11, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland gegen Europäische Zentralbank}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Barter-Clearing ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Barter-Clearing}}&lt;br /&gt;
Leidet der Käufer oder [[Importeur]] unter [[Geldmangel|Geld-]] oder [[Devisen]]mangel, so hilft das  Barter-Clearing (oder {{enS|bartering}}). Hierbei werden [[Ware]]n oder [[Dienstleistung]]en stets nicht bilateral, sondern multilateral über ein geldloses Verrechnungssystem zwischen gewerblichen und/oder privaten Teilnehmern aufgerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Banken müssen sich nicht mehr mit dem [[Gegenparteiausfallrisiko]] einer Vielzahl von [[Finanzdienstleistungsinstitut]]en, Kreditinstituten oder [[CRR-Wertpapierfirma|Wertpapierfirmen]] befassen, sondern lediglich mit wenigen Clearinghäusern. Deren Gegenparteiausfallrisiko ist entweder sehr gering (manche [[Zentralbank]]en sind [[Insolvenzunfähigkeit|insolvenzunfähig]] wie die [[Deutsche Bundesbank]]; oder Clearinghäuser mit reiner Zahlungsabwicklung wie die [[Continuous Linked Settlement|CLS-Bank]]) oder banküblich (wie etwa [[The Clearing Corporation]]). Dadurch sinkt das [[Adressausfallrisiko]], wodurch die Sicherheit der [[Marktteilnehmer]] zunimmt und das [[Insolvenzrisiko]] abnimmt. Fällt ein Clearingmitglied durch Insolvenz aus, kann dies zu einem [[Contagion-Effekt|Dominoeffekt]] unter den Marktteilnehmern führen und letztlich die Stabilität des [[Finanzmarkt]]es gefährden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|17|5712}} vom 4. Mai 2011, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf eines Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen.&amp;#039;&amp;#039; S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Clearing umfasst den verfahrensmäßigen Ablauf einer Verrechnung, während [[Netting (Finanzen)|Netting]] die [[Wirksamkeit (Recht)|Rechtswirkung]] des Abrechnungsverfahrens bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Peter Berger: &amp;#039;&amp;#039;Der Aufrechnungsvertrag.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit ist im Zahlungsverkehr jedes Netting auch ein Clearing, während umgekehrt nicht jedes Clearingverfahren auch durch einen Netting-Prozess bewirkt werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;Valerie Simonart: &amp;#039;&amp;#039;La Revue de la Banque.&amp;#039;&amp;#039; 1994, S. 122.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bancor|International Clearing Union]]&lt;br /&gt;
* [[Bankenclearingnummer|Banken-Clearing-Nummer]]&lt;br /&gt;
* [[Europäische Zahlungsunion]]&lt;br /&gt;
* [[Überweisung (Zahlungsverkehr)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [http://www.bis.org/publ/bppdf/bispap30z.pdf Bank of International Settlement (BIS): &amp;#039;&amp;#039;Clearing, settlement and depository issues&amp;#039;&amp;#039;]. (PDF-Datei; 175&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* Michael Güntzer: &amp;#039;&amp;#039;Clearingprobleme.&amp;#039;&amp;#039; Wißner, Augsburg 1998, ISBN 3-89639-140-2 (&amp;#039;&amp;#039;Augsburger mathematisch-naturwissenschaftliche Schriften&amp;#039;&amp;#039; 26), (Zugleich: Augsburg, Univ., Diss., 1998).&lt;br /&gt;
* David Loader: &amp;#039;&amp;#039;Clearing, Settlement and Custody.&amp;#039;&amp;#039; Butterworth Heinemann, Oxford u. a. 2002, ISBN 0-7506-5484-8 (&amp;#039;&amp;#039;Operations Management Series&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Rüdiger Parsche, Matthias Steinherr, Sandra Waller: &amp;#039;&amp;#039;Ursprungslandprinzip und Clearing bei der Mehrwertsteuer – ein makroökonomischer Ansatz.&amp;#039;&amp;#039; Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, München 1996, ISBN 3-88512-289-8 (&amp;#039;&amp;#039;Ifo-Studien zur Finanzpolitik&amp;#039;&amp;#039; 61).&lt;br /&gt;
* Hans-Wilhelm Ruland: &amp;#039;&amp;#039;Effekten. Geschäft und Technik.&amp;#039;&amp;#039; 3. überarbeitete Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2004, ISBN 3-7910-2249-0.&lt;br /&gt;
* Peter von Hall: &amp;#039;&amp;#039;Insolvenzverrechnung in bilateralen Clearingsystemen – Die Beendigung und Verrechnung von Geschäften mit hinausgeschobenem Erfüllungszeitpunkt nach deutschem und internationalem Insolvenzrecht unter Berücksichtigung der Einführung zentraler Vertragsparteien an Börsen.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6428-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4148069-7}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzmarktgeschäft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wertpapierverwahrung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Bank)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Risikomanagement (Versicherung)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zahlungsverkehr]]&lt;/div&gt;</summary>
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