<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Claus_Schilling</id>
	<title>Claus Schilling - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Claus_Schilling"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Claus_Schilling&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-11T20:37:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Claus_Schilling&amp;diff=582540&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Maximilian Schönherr: /* Leben */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Claus_Schilling&amp;diff=582540&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-15T13:53:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Tropenmediziner Claus Schilling. Zum Informatiker siehe [[Klaus Schilling]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Claus Schilling.jpg|mini|Claus Karl Schilling, 1945 in amerikanischer Internierung]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Claus Karl Schilling&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Klaus&amp;#039;&amp;#039; geschrieben; * [[5. Juli]] [[1871]] in [[München]]; † [[28. Mai]] [[1946]] in [[Landsberg am Lech]]) war ein deutscher [[Tropenmedizin]]er und [[Malaria]]forscher. Nach [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschenversuchen]] in seiner Forschungsstation im [[KZ Dachau|Konzentrationslager Dachau]] mit mehreren hundert Opfern wurde er 1946 zum Tode verurteilt und hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Claus Schilling studierte bei [[Robert Koch]] in [[Berlin]] und befasste sich seit 1898 mit der Erforschung und Bekämpfung der [[Malaria]]. Zuvor war er, ab 1896, für wenige Jahre als Hausarzt am [[German Hospital (London)|German Hospital]] in London tätig gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Püschel: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte des German Hospital in London (1845 bis 1948) (Studien zur Geschichte des Krankenhauswesens 14)&amp;#039;&amp;#039;. Münster 1980, S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach seiner Arbeit als Kolonialarzt in [[Deutsche Kolonie Togo|Togo]] und [[Deutsch-Ostafrika]] fungierte er ab 1905 als Direktor der tropenmedizinischen Abteilung am [[Robert Koch-Institut|Robert-Koch-Institut]]. Diese Funktion bekleidete er bis zu seiner [[Emeritierung]] als [[Professor]] 1936.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee117f&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main, 1997, S. 117f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von ihm stammen Beiträge zu Tropenkrankheiten zum [[Handbuch der inneren Medizin]] (Band 1) in der 1. und 2. Auflage (1911 bzw. 1925).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1920er Jahren beschäftigte sich Schilling mit serologischen Experimenten an Psychiatriepatienten italienischer Heilanstalten und in Berlin. In Rom traf Schilling im November 1941 auf den „Reichsgesundheitsführer“ [[Leonardo Conti (Mediziner)|Leonardo Conti]], der ihn auf Geheiß von [[Heinrich Himmler]] damit betraute, seine Experimente zur Findung eines Heilmittels gegen die Malaria im [[KZ Dachau]] fortzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Februar 1942, als über 70-Jähriger,&amp;lt;ref name=&amp;quot;LZ&amp;quot;&amp;gt;[[Barbara Distel]], [[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Konzentrationslager Dachau 1933 bis 1945&amp;#039;&amp;#039; ([https://web.archive.org/web/20051203125310/http://www.km.bayern.de/blz/web/300017/kzdachau.asp online], archivierte Webseite, Stand 2005).&amp;lt;/ref&amp;gt; begann der von [[Ferdinand Sauerbruch]] unterstützte Schilling von der DFG geförderte Forschungen im Konzentrationslager Dachau.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 179.&amp;lt;/ref&amp;gt; An über 1000&amp;lt;ref&amp;gt;Aufstellung der Versuchspersonen, Malariaversuchsstation im KL Dachau, ITS, Arolsen, Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau, Nr. 5793.&amp;lt;/ref&amp;gt; Häftlingen führte er [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschenversuche]] durch, indem er, da „die menschliche Malaria nicht auf Tiere übertragbar ist“, menschliche Probanden, z.&amp;amp;nbsp;B. den katholischen Priester [[Fritz Keller (Priester)|Fritz Keller]], infizierten [[Stechmücken]] aussetzte beziehungsweise einen lebende Krankheitserreger enthaltenden Extrakt aus deren Speicheldrüsen einspritzen ließ, um eine immunisierende Wirkung zu bewirken&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 179.&amp;lt;/ref&amp;gt; und einen Impfstoff gegen die Malaria zu entwickeln. Auch das synthetische Malariamedikament „Boehringer 2516“ testete Schilling an Häftlingen. Diese nannten ihn „Blutschilling“.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Frieling: &amp;#039;&amp;#039;Priester aus dem Bistum Münster im KZ&amp;#039;&amp;#039;. Aschendorff Verlag, Münster 1992, ISBN 3-402-05427-2, S. 77.&amp;lt;/ref&amp;gt; Opfer seiner Experimente wurden zu Beginn vor allem polnische Geistliche, später dann auch inhaftierte Italiener und Russen. Etwa 30 Personen starben unmittelbar an den Folgen der Versuche, etwa 300 bis 400 wurden später Opfer der Nachwirkungen. Die Versuche wurden erst am 5. April 1945 auf Himmlers Anordnung&amp;lt;ref name=&amp;quot;LZ&amp;quot; /&amp;gt; hin eingestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau, Nr. 3297.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schillings Assistenzärzte waren zunächst [[Rudolf Brachtel]] und von April 1943 bis Mitte 1944 [[Kurt Plötner]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee117f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Klaus SCHILLING arzt KZ dachau.jpg|mini|Claus Schilling während seiner Aussage am 15. November 1945 als Angeklagter im Dachau-Hauptprozess]]&lt;br /&gt;
Schilling wurde nach der [[Befreiung des Konzentrationslagers Dachau|Befreiung des Konzentrationslagers]] mit 39 weiteren Angeklagten am 15. November 1945 im [[Dachau-Hauptprozess]] angeklagt. In diesem ersten [[Dachauer Prozesse|Dachauer Prozess]] wurde er am 13. Dezember 1945 [[Todesstrafe|zum Tode verurteilt]]. In seiner Urteilsbegründung wies das Gericht u.&amp;amp;nbsp;a. darauf hin, dass Schilling für pseudomedizinische Experimente mit Malariaerregern an mehr als 1000 Häftlingen, die dadurch zum Teil den Tod fanden, nicht nur die Verantwortung trage, sondern solche [[experiment|Experimente]] als individuelle Exzesstaten auch eigenständig durchgeführt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Lessing: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Dachauer Prozess (1945/46).&amp;#039;&amp;#039; Baden-Baden 1993, S. 320.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einer persönlichen Erklärung vom 31. Dezember 1945 führte der Nobelpreisträger und Geheimrat [[Heinrich Otto Wieland|Heinrich Wieland]] aus, er habe den Eindruck, „dass er [Schilling] als echter Forscher sein wissenschaftliches Ziel mit aller Leidenschaft verfolge. Er hat mir gegenüber kein Hehl daraus gemacht, dass für ihn die Zusammenarbeit mit Instanzen der Partei, deren ausgesprochener Gegner er war, ein schweres Opfer bedeute, das er jedoch der Sache zuliebe bringen müsse“. Für Schilling gab es unter anderem Gnadengesuche von Kollegen des Robert-Koch-Instituts und des [[Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin|Bernhard-Nocht-Instituts]]&amp;lt;!-- und des [[Kaiser-Wilhelm-Institut]]s // welches denn? Beleg? --&amp;gt;. In den Gnadengesuchen für Schilling wurde ausdrücklich auf sein wissenschaftliches Renommee, seine Verdienste für die Wissenschaft, seine unpolitische Einstellung und sein tadelloses Verhalten hingewiesen. Schilling sei, so wird in einigen Gnadengesuchen ausgeführt, leidenschaftlicher Forscher, der den Tod von Probanden bei Versuchsreihen nicht vorsätzlich eingeplant habe, sondern im Gegenteil das Leben von Menschen habe retten wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Bryant: Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte, und Kapos des KZ Dachau 1945–1948. In: Ludwig Eiber, Robert Sigel (Hrsg.): Dachauer Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948. Göttingen 2007, S. 115f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Todesstrafe]] wurde am 28. Mai 1946 [[Erhängen|durch den Strang]] im [[Kriegsverbrechergefängnis Landsberg]] vollstreckt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2007, S. 535&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Marion Hulverscheidt: &amp;#039;&amp;#039;Die Beteiligung von Mitarbeitern des Robert Koch-Instituts an Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Tropenmedizinische Menschenversuche im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. in: Dies. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Infektion und Institution. Zur Wissenschaftsgeschichte des Robert Koch-Instituts im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Göttingen 2009, S. 147–168. ISBN 978-3-8353-0507-6&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]] – Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, S. 535.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-14906-1.&lt;br /&gt;
* Holger Lessing: &amp;#039;&amp;#039;Der erste Dachauer Prozess (1945/46).&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 1993, ISBN 3-7890-2933-5.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Case No. 000-50-2 (US vs. Martin Gottfried Weiss et al.) Tried 13 Dec. 45&amp;#039;&amp;#039; ([https://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/dachautrial/d3.pdf PDF-Datei; 39,0&amp;amp;nbsp;MB; englisch]).&lt;br /&gt;
* Wolf-Ulrich Strittmatter: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Der Sache zuliebe müssen Opfer gebracht werden – Malariaexperimente an KZ-Häftlingen mit tödlichem Ausgang&amp;quot;: Prof. Dr. med. Claus Schilling&amp;#039;&amp;#039;. In: Wolfgang Proske (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Täter Helfer Trittbrettfahrer&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 16. NS-Belastete aus München. Kugelberg Verlag, Gerstetten 2023, ISBN 978-3-945893-24-1, S. 336–350.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Klaus Karl Schilling|Claus Schilling|3=S}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117643165}}&lt;br /&gt;
* [[Barbara Distel]], [[Wolfgang Benz]]: [https://web.archive.org/web/20051203125310/http://www.km.bayern.de/blz/web/300017/kzdachau.asp &amp;#039;&amp;#039;Das Konzentrationslager Dachau 1933 bis 1945&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117643165|LCCN=n2013031850|VIAF=84801576}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schilling, Claus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tropenmediziner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:KZ-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Dachauer Prozesse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1871]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1946]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Robert Koch-Institut)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Schilling, Claus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Klaus&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Tropenmediziner und im KZ Dachau tätig&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. Juli 1871&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[München]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. Mai 1946&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Landsberg am Lech]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Maximilian Schönherr</name></author>
	</entry>
</feed>