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	<title>Cighid - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T20:49:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Cighid&amp;diff=95458&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bujo: &quot;Falken des Vaterlandes&quot; (Șoimii Patriei) war eine Massenorganisation für Kleinkinder, ähnlich den Jungpionieren in der DDR. Keine Präsidentengarde. Da kamen auch nicht nur &quot;die Stärksten&quot; rein, sondern praktisch alle rumänischen Kinder zwischen 4 und 7. Der Spiegel-Artikel von 1990 ist offenbar oberflächlich recherchiert und fehlerhaft, kein guter Beleg. Dass Präsidentengarde oder Securitate gezielt Waisenkinder rekrutiert hätten, ist wohl ein Mythos.</title>
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		<updated>2025-12-12T18:53:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&amp;quot;Falken des Vaterlandes&amp;quot; (Șoimii Patriei) war eine Massenorganisation für Kleinkinder, ähnlich den Jungpionieren in der DDR. Keine Präsidentengarde. Da kamen auch nicht nur &amp;quot;die Stärksten&amp;quot; rein, sondern praktisch alle rumänischen Kinder zwischen 4 und 7. Der Spiegel-Artikel von 1990 ist offenbar oberflächlich recherchiert und fehlerhaft, kein guter Beleg. Dass Präsidentengarde oder Securitate gezielt Waisenkinder rekrutiert hätten, ist wohl ein Mythos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cighid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Heimerziehung|Kinderheim]] in [[Rumänien]], nahe der Stadt [[Oradea]] auf dem Gebiet des Dorfes [[Ghiorac]], Gemeinde [[Ciumeghiu]] an der [[Ungarn|ungarisch]]-rumänischen Grenze gelegen. Das Heim wurde in einem ehemaligen Jagdschloss errichtet, welches der ungarischen Adelsfamilie Tisza gehörte (ungarischer Name &amp;#039;&amp;#039;Csegőd&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Heim erlangte im Zuge der [[Rumänische Revolution 1989#Aufarbeitung|Aufarbeitung der kommunistischen Gewaltherrschaft in Rumänien]] weltweite Aufmerksamkeit, als kurz nach dem Sturz von Ceaușescu im Jahr 1989 westeuropäische Journalisten dort vernachlässigte und verwahrloste Babys und Kinder mit [[Körperbehinderung]] und [[Geistige Behinderung|geistiger Behinderung]] sowie [[Infantilismus|Entwicklungsverzögerungen]] fanden. Der Fall wird auch aus Sicht der [[Medizinethik]] und [[Herrschaftssoziologie]] betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechs Kilometer entfernt liegt der Friedhof für die Opfer von Cighid mit 137 Gräbern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Das kommunistische Regime Rumäniens unter [[Nicolae Ceaușescu]] strebte ab den 1960er Jahren die mittelfristige Erhöhung der Einwohnerzahl des Landes von 19 auf 30 Millionen an. Für Familien mit weniger als fünf Kindern wurde [[Schwangerschaftsabbruch]] unter Androhung von Freiheitsstrafen verboten. [[Empfängnisverhütung]] beispielsweise durch [[Kondom]] oder [[Antibabypille]] wurden seit 1966 per [[Dekret 770]] ebenfalls verboten. Mütter mussten gegen ihren Willen eine Schwangerschaft austragen.  &lt;br /&gt;
Ungewollte Kinder wurden oftmals in [[Waisenhaus|Sozialwaisenhäuser]] abgeschoben. Im staatlichen Auftrag begutachteten Ärzte die Kleinkinder im Alter von drei Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tagesspiegel.de/politik/rumaniens-vergessene-kinder-in-der-heimat-der-wunden-seelen-nach-der-ceausescu-diktatur-durfen-sie-wieder-leben-711046.html |titel=Rumäniens vergessene Kinder: In der Heimat der wunden Seelen – Nach der Ceausescu-Diktatur dürfen sie wieder leben |autor=Claudia Lepping |hrsg=[[Der Tagesspiegel|tagesspiegel.de]] |datum=2000-09-07 |abruf=2023-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder mit Geburtsschäden, Behinderungen, chronischen Krankheiten oder Entwicklungsverzögerungen wurden als „Unwiederbringliche“ (rumänisch: &amp;#039;&amp;#039;irecuperabili&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Diese Kinder starben in den „Heimen“ bereits nach wenigen Wochen an [[Hungersnot|Hunger]], [[Erfrierung]]en, [[Hypothermie|Unterkühlung]], an [[Krankheit]]en und an mangelnder [[Hygiene]]. Die Heime wurden auch als „Kindergulag“ (in Anlehnung an [[Gulag]]), „Todeslager“ oder „Wartesaal zum Jenseits“ bezeichnet. In Cighid sollte gestorben werden, ohne getötet zu haben: durch grobe [[Vernachlässigung]] und [[Verwahrlosung]]. Einige Frauen aus der Umgebung hatten die Anweisung, Brei zu verabreichen und die Türen dann sofort wieder zu verschließen. Ärzte stellten vorsorglich Totenscheine aus, da sie nur selten das Heim besuchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weltweite Bekanntheit ==&lt;br /&gt;
Das Heim Cighid nahe der &amp;#039;&amp;#039;Europastraße 671&amp;#039;&amp;#039; erlangte kurz nach dem Sturz von Ceaușescu weltweites Aufsehen: Im Jahr 1989 fanden westeuropäische Journalisten eine Kartei, auf der mehr als 240 Kinder namentlich gelistet waren. In Cighid – ebenso wie in anderen rumänischen Anstalten (z.&amp;amp;nbsp;B. das Heim [[Bradca]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.berliner-zeitung.de/zehn-jahre-nach-ceausescus-tod-herrscht-in-den-rumaenischen-kinderheimen-noch-immer-grosse-not-die-hilfe-aus-dem-westen-wird-weniger-laestige-waisen-li.39527 | titel=Lästige Waisen | autor=Maxim Leo | hrsg=berlinonline.de | datum=1999-11-27 | zugriff=2015-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) – fand man Babys und Kinder mit [[Körperbehinderung]] und [[Geistige Behinderung|geistiger Behinderung]] sowie [[Infantilismus|Entwicklungsverzögerungen]]. Die internationalen Medien veröffentlichten Bilder der vernachlässigten und verwahrlosten Kinder. Ihre Lebensbedingungen bezeichnete die Presse als menschenverachtend: Der sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Isolator&amp;#039;&amp;#039; beispielsweise war ein Verschlag mit vernagelten Fenstern, in dem 17 Kleinkinder gefangen gehalten wurden. In der Dunkelheit des Raumes mussten sie am Geruch erkennen, ob es sich um Brei, Kot oder Erbrochenes handelt. Schaufelweise habe man damals Exkremente aus dem Haus getragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1990 wurde der Kinderarzt und spätere Heimleiter [[Pavel Oarcea]] beauftragt, sich um das Heim Cighid zu kümmern. Oarcea weigerte sich, die Schuld für die Zustände allein dem System zuzuschreiben. Die Aussage der dort tätigen Helferinnen, die Verhältnisse seien so gewesen, Schuld hätten „die da oben, die Befehle erteilen“, ließ er nicht gelten, denn: „Ceausescu hat hier nicht gearbeitet.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,228310,00.html | titel=Der Kampf um die Kinder von Cighid | autor= | hrsg=spiegel.de | datum= | archiv-url=https://web.archive.org/web/20021222170447/http://www.spiegel.de/sptv/magazin/0,1518,228310,00.html | archiv-datum=2002-12-22 | zugriff=2015-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.welt.de/print-welt/article637700/Das-zweite-Leben-der-Kinder-von-Cighid.html | titel=Das zweite Leben der Kinder von Cighid | autor= | hrsg=welt.de | datum=1997-05-26 | zugriff=2015-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Nach Ende der Diktatur in Rumänien wollte der ehemalige Besitzer des Jagdschlosses das Gut zurückerstattet bekommen, scheiterte jedoch mit diesem Vorhaben. Internationale Spendengelder dienten zur Renovierung und zum Aufbau von vier neuen Häusern. Auch das alte Schlossgebäude wurde von ehrenamtlichen Helfern renoviert. Auf dem Heimgelände wurde eine [[Thermalquelle]] entdeckt, die für das Heizungssystem und für ein Therapiebecken genutzt wird. 137 Kinder starben in Cighid, die restlichen Waisenkinder blieben in dem Heim. 112 Kinder und Jugendliche überlebten Cighid.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.welt.de/print-welt/article622682/Einst-lebten-hier-Kinder-wie-Tiere.html | titel=Einst lebten hier Kinder wie Tiere – „Schloß des Grauens“ im rumänischen Cighid wurde dank deutscher Spenden zu einem Vorzeigeheim | autor=Heike Vohwinkel | hrsg=[[Die Welt|welt.de]] | datum=1998-07-08 | zugriff=2015-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Versorgung der Waisen war eine der Bedingungen für den Beitritt Rumäniens zur [[Europäische Union]] im Jahr 2007. Die Regierung in Bukarest stattete daraufhin die Kinderheime besser aus. Jedoch waren die Kapazitäten überlastet, da die Zahl der rumänischen Heimkinder auf 150.000 gestiegen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Erreichen des Erwachsenenalters drohte zahlreichen Kindern die Einweisung in die Psychiatrie, da es in Rumänien keine Behinderteneinrichtungen für Erwachsene gab. In Oradea, zu dessen Einzugsbereich Cighid gehört, entstand eine Einrichtung für behinderte Erwachsene (vgl. [[Betreutes Wohnen]]). Damit Heimkinder später nicht in die rumänische [[Psychiatrie]] müssen, wurde das &amp;#039;&amp;#039;Projekt 18 plus&amp;#039;&amp;#039; gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://www.tagesspiegel.de/politik/rumaeniens-vergessene-kinder-in-der-heimat-der-wunden-seelen-nach-der-ceausescu-diktatur-duerfen-sie-wieder-leben/164460.html | titel=Rumäniens vergessene Kinder: In der Heimat der wunden Seelen – Nach der Ceausescu-Diktatur dürfen sie wieder leben | autor=Claudia Lepping | hrsg=tagesspiegel.de | datum=2000-09-07 | zugriff=2015-01-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2007 wurde das erste Diagnose- und Therapiezentrum für Behinderte „Panduri“ in der Hauptstadt Bukarest eröffnet, nach 16 Jahren Bauzeit. Finanziert wurde das Projekt stark aus [[Frankfurt am Main]], deshalb trägt es in Bukarest auch den Beinamen „Haus Frankfurt“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/f-a-z-leser-helfen-haus-frankfurt-in-bukarest-1460286.html | titel=„Haus Frankfurt“ in Bukarest | autor=Hans Riebsamen | hrsg=faz.net | datum=2007-09-20 | zugriff=2015-01-12 | offline=ja | archiv-url=https://web.archive.org/web/20150530024255/http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/f-a-z-leser-helfen-haus-frankfurt-in-bukarest-1460286.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist der erste Krankenhausneubau Rumäniens seit dem Ende des Kommunismus. Bisher hatte sich das Land darauf konzentriert, seine meist heruntergekommenen Spitäler zu sanieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Psychologie kam es durch die Kinderheime in Rumänien zu einer verstärkten Untersuchung des sogenannten [[Überlebensschuld-Syndrom]]s und auch des Mutterverlustes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.uni-koblenz.de/~psy/sander/stuff/mutterverlust.pdf | titel=Mutterverlust bei Mensch und Tier | autor=Nathalie Jung, Christine Martin, Saskia Hellwig, Johanna Schirm, Johannes Schaden, Jörg Sesterhenn | hrsg=uni-koblenz.de | format=PDF, 1,06 MB | abruf=2015-01-12 | archiv-url=https://web.archive.org/web/20151223123907/http://www.uni-koblenz.de/~psy/sander/stuff/mutterverlust.pdf | archiv-datum=2015-12-23 | offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [[Thilo Thielke]]: [https://www.spiegel.de/geschichte/kinderheimskandal-in-rumaenien-a-947428.html &amp;#039;&amp;#039;Kinderheimskandal in Rumänien. Rückkehr nach Cighid.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Spiegel Online]] vom 16. Dezember 2011.&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/video/video-1167574.html &amp;#039;&amp;#039;Der Schrecken von Chigid. Geschichte eines rumänischen Kinderheims.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Spiegel TV]] vom 15. Dezember 2011.&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/video/die-todgeweihten-im-kinderlager-von-cighid-video-1040327.html &amp;#039;&amp;#039;Die Todgeweihten. Im Kinderlager von Cighid.&amp;#039;&amp;#039;] In: Spiegel TV vom 22. Februar 2010.&lt;br /&gt;
* Claudia Lepping: [https://www.tagesspiegel.de/politik/rumaeniens-vergessene-kinder-in-der-heimat-der-wunden-seelen-nach-der-ceausescu-diktatur-duerfen-sie-wieder-leben/164460.html &amp;#039;&amp;#039;Rumäniens vergessene Kinder. In der Heimat der wunden Seelen - Nach der Ceausescu-Diktatur dürfen sie wieder leben&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Der Tagesspiegel#Online|tagesspiegel.de]] vom 7. September 2000.&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/print-welt/article637700/Das-zweite-Leben-der-Kinder-von-Cighid.html &amp;#039;&amp;#039;Das zweite Leben der Kinder von Cighid.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Die Welt#Online-Ausgabe|welt.de]] vom 26. Mai 1997.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Rumänien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Behinderung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kinder- und Jugendpsychiatrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diskriminierung von Menschen mit Behinderung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufarbeitung der kommunistischen Gewaltherrschaft in Rumänien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreis Bihor]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=46.6995|EW=21.6395|type=landmark|region=RO-BH}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bujo</name></author>
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