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	<title>Chthonismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T00:22:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Chthonismus&amp;diff=1998009&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 24. Juli 2024 um 03:55 Uhr</title>
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		<updated>2024-07-24T03:55:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chthonismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{grcS|χθών|&amp;#039;&amp;#039;chthon&amp;#039;&amp;#039;|de=Erde}} und [[-ismus]]) bezeichnet eine [[Mythologie|mythische]] [[Weltanschauung]] im Rahmen vieler [[Ethnische Religion|ethnischer Religionen]], in der die [[Erde]] im Zentrum der Verehrung steht.&amp;lt;ref&amp;gt;Goldsmith: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg. Ein ökologisches Manifest.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage, Bettendorf, München 1996, ISBN 3-88498-091-2. S. 15–16, 461.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu zählt der [[Animismus (Religion)|animistische]] Glaube von der Beseeltheit aller Kreaturen und Naturerscheinungen, die [[Pantheismus|pantheistische]] Vorstellung einer &amp;#039;&amp;#039;[[Mutter Erde]]&amp;#039;&amp;#039; im Sinne eines „mit Geist oder göttlicher Kraft ausgestatteten &amp;#039;&amp;#039;Planeten Erde&amp;#039;&amp;#039;“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kühlmann&amp;quot;&amp;gt;[[Wilhelm Kühlmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Pantheismus I,&amp;#039;&amp;#039; erschienen in: Horst Balz et al. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie]], Band 25: „Ochino – Parapsychologie“.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin, New York 1995/2000, ISBN 978-3-11-019098-4. S. 628.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Geo Widengren]]: &amp;#039;&amp;#039;Religionsphänomenologie.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin 1969, ISBN 978-3-11-002653-5. S. 125–126.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Polytheismus|polytheistische]] [[Personifikation]] der Erde (des [[Boden (Bodenkunde)|Erdbodens]]) als [[Erdgöttin]]. Im letztgenannten Fall besteht häufig ein [[Polarität (Philosophie)|zweigeteiltes Verhältnis]] von &amp;#039;&amp;#039;Erdmutter&amp;#039;&amp;#039; und [[Himmel (Religion)|&amp;#039;&amp;#039;Himmelsvater&amp;#039;&amp;#039;]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein frühes Beispiel bilden die vom antiken griechischen Dichter [[Hesiod]] um 700 v.&amp;amp;nbsp;Chr. als &amp;#039;&amp;#039;[[chthonische Götter]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;(Chthonioi)&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten [[Titan (Mythologie)|Titanen]] mit der [[Muttergöttin]] [[Gaia (Mythologie)|Gaia]] und dem Himmelsgott [[Uranos]] als Ursprung des [[Olympische Götter|olympischen Göttergeschlechts]]. Von diesem Ursprung der Bezeichnung abgeleitet, werden allgemein mit dem Erdreich oder der [[Unterwelt]] in Verbindung stehende Gottheiten und andere Wesen als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;chthonisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet („der Erde angehörend; unterirdisch“;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Duden online]]: [https://archiv.duden.de/node/652479/revisions/1343003/view &amp;#039;&amp;#039;chthonisch.&amp;#039;&amp;#039;] Stand: Juli 2014, abgerufen am 24. August 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; siehe auch [[chthonische Tiere]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Beispiel zum „chthonischen [[Moloch (Religion)|Moloch]]“ bei [[Klaus Bieberstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Pforte der Gehenna. Die Entstehung der eschatologischen Erinnerungslandschaft Jerusalems.&amp;#039;&amp;#039; In: Bernd Janowski u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das biblische Weltbild und seine altorientalischen Kontexte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zum Alten Testament.&amp;#039;&amp;#039; Band 32). Mohr Siebeck, Tübingen 2001, ISBN 3-16-147540-2, S. 503–539, hier S. 516–518 ({{Google Buch| Land=DE| BuchID=_peU3ErSTkYC| Seite=516| Linktext=Leseprobe| Hervorhebung=chthonisch chthonische Molech Moloch}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Theoriegeschichte ==&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert finden sich beim deutschen Mythenforscher [[Friedrich Creuzer]] und beim deutschen Archäologen [[Karl Otfried Müller]] Hinweise auf eine Interpretation der gesamten [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] als eine chthonische Religion.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Creuzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen.&amp;#039;&amp;#039; 1812, S. ??.&amp;lt;!--SEITE?--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Otfried Müller]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichten Hellenischer Stämme und Städte.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände. Breslau 1820–1824, hier Band ?, S. ??.&amp;lt;!--SEITE?--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bachofen ===&lt;br /&gt;
Um 1850 entwickelt der Schweizer Rechtshistoriker [[Johann Jakob Bachofen]] auf dieser Grundlage eine umfassende [[Geschichtsphilosophie]], indem er Polaritäten wie Tag–Nacht, Tod–Wiedergeburt oder Stoff–Geist mit dem Gegensatz von weiblich–männlich verbindet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hélène Laffont: &amp;#039;&amp;#039;Zur Rezeption Bachofens im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: Marion Heinz, Goran Gretic (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophie und Zeitgeist im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2006, S. 143–162, hier S. 143.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Menschheitsgeschichte]] verläuft nach Bachofen in drei Entwicklungsstufen:&lt;br /&gt;
# am Anfang steht der &amp;#039;&amp;#039;[[Hetäre|Hetärismus]]&amp;#039;&amp;#039;, eine Art Prostitution, mit schrankenloser [[Promiskuität|sexueller Freizügigkeit]] („Sumpfleben“) nach dem Vorbild der altägyptischen Erde, die jährlich durch die Überschwemmungen des [[Nil]]s fruchtbar wird&lt;br /&gt;
# es folgt die &amp;#039;&amp;#039;Gynaiokratie&amp;#039;&amp;#039; (Frauenherrschaft: [[Matriarchat]]), wie Bachofen sie bei verschiedenen Völkern des Mittelmeerraums rekonstruierte (etwa den [[Lykien|Lykern]], [[Geschichte Kretas|Kretern]], [[Limnos|Lemniern]], [[Lesbos|Lesbiern]] oder [[Lokris|Lokrern]]); in dieser Phase gibt es bereits [[recht]]liche Regeln wie die [[Ehe]], aber es dominiert das Mutterrecht (etwa im Erbrecht nach der [[Matrilinearität|Mütterlinie]]) und es herrscht eine chthonische Religion, in der die Mutter als Erzieherin der Welt und durch die Geburt als Symbol der ewigen Wiederkehr gilt&lt;br /&gt;
# erst in einer dritten Phase kommt es zur &amp;#039;&amp;#039;Paternität&amp;#039;&amp;#039;, dem Vaterrecht oder [[Patriarchat (Soziologie)|Patriarchat]], in dem der „Geist“ dominiert; die Religion des [[Christentum]]s ist nach Bachofen das Ergebnis der Überwindung des Gegensatzes von Leben und Tod und damit die Vollendung der geschichtlichen Menschheitsentwicklung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rezeption Bachofens erfolgt zunächst durch linke Theoretiker wie [[Friedrich Engels]] im Sinne eines Arguments für die [[Gleichberechtigung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Engels]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats]].&amp;#039;&amp;#039; 1884, S. ??.&amp;lt;!--SEITE?--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert greifen Vertreter des [[George-Kreis|Kreises um den Dichter Stefan George]] das Thema auf ([[Alfred Schuler]], [[Ludwig Klages]]) und verbinden es mit einer am [[Mythos]] orientierten [[Lebensphilosophie]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludwig Klages]]: &amp;#039;&amp;#039;Über Bachofen. Würdigung.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Johann Jakob Bachofen]]: &amp;#039;&amp;#039;Versuch über die Gräbersymbolik der Alten.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Helbing &amp;amp; Lichtenhahn, Basel 1925, S. IX-XIII.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine verzerrte Interpretation der weltoffenen Philosophie Bachofens findet sich schließlich in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] bei [[Alfred Baeumler]], [[Ernst Bergmann (Philosoph)|Ernst Bergmann]] und [[Alfred Rosenberg]], die aus mütterlichen Symbolen des Leibes und Blutes einen [[Rassismus]] entwickeln, der allerdings bei Bachofen nicht zu finden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Hélène Laffont: &amp;#039;&amp;#039;Zur Rezeption Bachofens im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; In [[Marion Heinz]], Goran Gretic (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Philosophie und Zeitgeist im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2006, S. 143–162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Alfred Bäumler: &amp;#039;&amp;#039;Der Mythus vom Orient und Occident. Eine Metaphysik der alten Welt.&amp;#039;&amp;#039; Einleitung in: Johann Jakob Bachofen, M. Schroeter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Auswahl.&amp;#039;&amp;#039; 1926, S. ??–??.&amp;lt;!--SEITE?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Johann Jakob Bachofen]], Hans-Jürgen Heinrichs (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Mutterrecht. Eine Untersuchung über die Gynaikokratie der alten Welt nach ihrer religiösen und rechtlichen Natur.&amp;#039;&amp;#039; Eine Auswahl. 8. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt 1997, ISBN 3-518-27735-9.&lt;br /&gt;
* Georg Dörr: &amp;#039;&amp;#039;Muttermythos und Herrschaftsmythos. Zur Dialektik der Aufklärung um die Jahrhundertwende bei den Kosmikern, Stefan George und in der Frankfurter Schule.&amp;#039;&amp;#039; Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2007, ISBN 978-3-8260-3511-1.&lt;br /&gt;
* E. Haberland: &amp;#039;&amp;#039;Chthonismus.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Basel 1971, Spalte 1017–1018.&lt;br /&gt;
* Jürgen Zwernemann: &amp;#039;&amp;#039;Die Erde in Vorstellungswelt und Kulturpraktiken der sudanischen Völker.&amp;#039;&amp;#039; Reimer, Berlin 1968.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religionsethnologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Religionsphilosophie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsphilosophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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