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	<title>Christiansfeld - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;L. aus W.: Kategorie genauer</title>
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		<updated>2025-06-10T07:54:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kategorie genauer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ort in Dänemark&lt;br /&gt;
|Name = &lt;br /&gt;
|Sogn = [[Tyrstrup Sogn]]&lt;br /&gt;
|Wappen = Coat of arms of Christiansfeld.svg&lt;br /&gt;
|Region = Syddanmark&lt;br /&gt;
|Landschaft = &lt;br /&gt;
|Kommune = Kolding&lt;br /&gt;
|Breitengrad = 55/21/0/N&lt;br /&gt;
|Längengrad = 9/29/0/E&lt;br /&gt;
|Gründung = 1773&lt;br /&gt;
|Einwohner = {{Metadaten Einwohnerzahl DK|621-10776}}&lt;br /&gt;
|Stand = {{#time: Y|{{Metadaten Einwohnerzahl DK|621-10776|STAND}}}}&lt;br /&gt;
|BEF44 = X&lt;br /&gt;
|Fläche = &lt;br /&gt;
|Höhe = &lt;br /&gt;
|Partnerschaften = &lt;br /&gt;
|PLZ = 6070&lt;br /&gt;
|Website = &lt;br /&gt;
|Bild = Tyrstrup Kyrka 2005.jpg&lt;br /&gt;
|BildBeschriftung = Tyrstrup Kirke (errichtet 1863), Gemeindekirche der [[Dänische Volkskirche|Dänischen Volkskirche]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Meno Haas - Christiansfeld 1780 - mp001409.jpg|mini|hochkant=1.3|Christiansfeld im Jahre 1780]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brødremenighedens Kirke Christiansfeld Kirche der Herrnhuter Brüdergemeinde am Brødremenighedens Kirkeplads geht auf 1777 zurück - Foto Wolfgang Pehlemann DSC 3518.jpg|mini|hochkant=1.3|Das mittige Hauptschiff der &amp;#039;&amp;#039;Brødremenighedens Kirke&amp;#039;&amp;#039; entspricht dem Kirchen-Original von 1777]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Christiansfeld&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Ort in [[Sønderjylland]], [[Dänemark]]. Er liegt zwischen den Städten [[Kolding]] und [[Haderslev]] (Hadersleben) und gehört seit 2007 zur [[Kolding Kommune|Kommune Kolding]]. Von 1970 bis 2007 war er Hauptort der [[Christiansfeld Kommune|Kommune Christiansfeld]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine Entstehung als [[Gründungsstadt|Gründungs-]] oder [[Planstadt]] verfügt Christiansfeld über ein architektonisch geschlossenes Stadtbild und ist ein touristisches Zentrum der Region. Wegen der außergewöhnlich gut erhaltenen [[Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine|Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine]] besitzt der Ort seit dem 4. Juli 2015 den Status eines [[UNESCO-Welterbe|UNESCO-Weltkulturerbes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Gründung der Stadt Christiansfeld geht auf die Herrnhuter Brüdergemeine zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bruedergemeine&amp;quot;&amp;gt;Annie Lander-Laszig: [https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/c/christiansfeld/ &amp;#039;&amp;#039;Christiansfeld.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;SH von A bis Z.&amp;#039;&amp;#039; Online-Lexikon. [[Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte]]. März 2002 / Juni 2021 / November 2022, abgerufen am 15. August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der dänische König [[Christian VII. (Dänemark und Norwegen)|Christian VII.]] hatte 1768 den Ort [[Zeist]] in den Niederlanden besucht, wo er auf für ihren Fleiß gerühmte [[Handwerk]]er und [[Händler]] der Herrnhuter Brüdergemeine traf.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Wittern: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Brüdergemeinde in Schleswig-Holstein.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte.&amp;#039;&amp;#039; (SSHKG) 2/4, 1908, {{ZDB|518528-2}}.&amp;lt;br /&amp;gt;Anders Pontoppidan Thyssen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Herrnhuter Samfundet i Christiansfeld&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Skrifter udgivne af Historisk Samfund for Sønderjylland.&amp;#039;&amp;#039; Band I–II. Nr. 59). Historisk Samfund for Sønderjylland, Åbenrå 1984, {{OCLC|488604792}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kontakte zwischen dem Gründer der Bewegung, [[Nikolaus Ludwig von Zinzendorf|Graf Zinzendorf]], und dem dänischen Hof gingen sogar noch weiter zurück. Denn Zinzendorf, der mit der Königin [[Sophie Magdalene von Brandenburg-Kulmbach]] verwandt war, war anlässlich der Krönung von Christians Großvater, [[Christian VI. (Dänemark und Norwegen)|Christian VI.]], 1731 in [[Kopenhagen]] gewesen. Weder Christian noch sein Geheimer Kabinettsminister [[Johann Friedrich Struensee]], der ihn als [[Leibarzt]] auf dieser Reise begleitet hatte und ab 1770 die Regierungsgeschäfte weitgehend eigenständig führte, waren Anhänger des [[Pietismus]]. Trotzdem erlaubte der König den Herrnhutern 1771, auf seiner Domäne [[Tyrstrup]] eine Siedlung anzulegen. Es war eines der letzten [[Dekret]]e, die Struensee vor seiner [[Verhaftung]] Anfang 1772 unterzeichnete, und eines der wenigen, die nach seinem Sturz noch umgesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tyrstrup gehörte zum [[Herzogtum Schleswig]]. Christian VII., der auch Herzog von Schleswig war, wollte die Herrnhuter nicht auf dänischem Territorium im engeren Sinne siedeln lassen, um Konflikte mit der [[Evangelisch-lutherische Kirchen|evangelisch-lutherischen]] [[Dänische Volkskirche|Staatskirche]] zu vermeiden. Die Stadt wurde am 1. April 1773 gegründet. An diesem Tag wurde der Grundstein des ersten Hauses in der Lindenstraße 17 gelegt. Die neuen Siedler aus dem deutschen Sprachraum nannten ihre neue Kolonie aus Dankbarkeit dem König gegenüber „Christiansfeld“ – [[Deutsche Sprache|Deutsch]] war zur damaligen Zeit Hofsprache neben dem [[Französische Sprache|Französischen]]. Der sonst übliche Name wäre &amp;#039;&amp;#039;Christiansmark&amp;#039;&amp;#039; gewesen. {{lang|da|&amp;#039;&amp;#039;Mark&amp;#039;&amp;#039;}} heißt auf [[Dänische Sprache|Dänisch]] &amp;#039;&amp;#039;Feld&amp;#039;&amp;#039; und war die gebräuchliche [[Suffix|Endung]] von Orten im historischen [[Königreich Dänemark]] sowie im nördlichen Schleswig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christiansfeld bekam eine einzigartige [[Öffentliche Verwaltung|administrative]] Stellung. Der Ort gehörte nicht zur umgebenden Gemeinde [[Tyrstrup]]. Die Verwaltung oblag vielmehr der Brüdergemeine selbst. Allerdings war die Bevölkerung dem Gerichtsbezirk Tyrstrup[[harde]] unterworfen. Der Ort besaß den Status eines [[Flecken (Ort)|Fleckens]], ohne dass er offiziell verliehen worden wäre. Die Christiansfelder Bürger erhielten zudem zahlreiche [[Privileg]]ien, beispielsweise [[Zollfreiheit]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bruedergemeine&amp;quot; /&amp;gt; Sie errichteten ihre Häuser auf einem [[barock]]en, [[Rechter Winkel|rechtwinkligen]] [[Straßennetz]], mit einer Lindenallee als [[Achse (Verkehrsweg)|Hauptachse]]. Es entstand ein Brüder- und ein Schwesternhaus, in denen die [[Lediger|ledigen]] Mitglieder der Brüdergemeine getrennt nach Geschlecht bis zu ihrer Hochzeit wohnten, ein [[Witwe|Witwenhaus]], eine Kirche ([[Kirchweihe|geweiht]] 1777), eine [[Mädchenschule|Mädchen-]] und [[Jungenschule]], die [[Apotheke]], ein [[Feuerwehrhaus|Spritzenhaus]] und das [[Pfarrhaus|Pastorat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gotteshaus der Herrnhuter in Christiansfeld ist wie alle ihre Kirchen von auffälliger Schlichtheit. Der Raum ist völlig weiß, enthält kaum Schmuck und wird bis heute nur mit Kerzen beleuchtet. Es handelt sich um den größten nicht von [[Säule]]n getragenen Kirchenraum in Dänemark.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.destinationtrekantomraadet.de/christiansfeld-unesco-weltkulturerbes |titel=Christiansfeld – ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die einzige Brüderkirche Dänemarks |werk=destinationtrekantomraadet.de |sprache=de |abruf=2024-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Architektur Christiansfelds spiegelt sich der einfache Lebensstil der Brüdergemeine wider. Auf dem [[Friedhof]] werden die Menschen nach Geschlechtern getrennt beerdigt, alle Gräber sind [[Ostung|nach Osten ausgerichtet]]. Die Grabsteine auf dem idyllischen [[Herrnhuter Gottesacker|Gottesacker]] bleiben über Jahrhunderte erhalten. Sie sind schmucklos und einheitlich – als Ausdruck der Gleichheit aller Menschen im Tode.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bruedergemeine&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Christiansfeld brødremenighedskirken 31 maj 2015 crop.jpg|Die Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine&lt;br /&gt;
  Christiansfeld 4a.jpg|Die Kirche der Brüdergemeine, Rückansicht&lt;br /&gt;
  Christiansfeld 4.jpg|Die Kirche der Brüdergemeine ist innen ganz schlicht gehalten.&lt;br /&gt;
  Christiansfeld 5.jpg|Das Gotteshaus wird bis heute nur mit Kerzen beleuchtet.&lt;br /&gt;
  Christiansfeld 8.jpg|Alter Grabstein auf dem [[Herrnhuter Gottesacker]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Tyrstrupkirke Christiansfeld Kirche der dänisch lutherischen Volkskirche am Haderslevvej erbaut 1862-1863 - Foto Wolfgang Pehlemann DSC 3542.jpg|mini|hochkant|Mehr als die Brødremenighedens Kirke dominiert die später errichtete Tyrstrupkirke aus dem Jahr 1863 das Ortsbild von Christiansfeld]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Christiansfeld über keine eigenen Ländereien verfügte, entwickelte sich der Ort aufgrund seiner Gewerbeprivilegien schnell und erlebte einen [[Konjunktur|wirtschaftlichen Aufschwung]], sehr zum Missfallen der Kaufleute im nahen Hadersleben. Bekannt wurde vor allem Spielwergs [[Tabak]]warenfabrik. Zudem wurden in Christiansfeld [[Handschuh]]e genäht, [[Kerzenzieher|Kerzen gezogen]], [[Seifensieder|Seifen gekocht]] und Lebensmittel produziert. Mit den Überschüssen unterstützten die überzeugten Christen die Herrnhuter Mission unter den [[Sklaverei|Sklaven]] in [[Dänisch-Westindien]], in der [[Karibik]] sowie unter den [[Inuit]] in der damaligen Kolonie [[Grönland]]. Bis heute engagiert sich die Herrnhuter Brüdergemeine Christiansfeld in Hilfsprojekten und Missionsarbeit in anderen Kontinenten. Langfristig entfaltete die Herrnhuter Brüdergemeine in Christiansfeld auch Wirkung auf evangelische Christen in [[Skandinavien]]. Bis heute ist sie eine lebendige Kirche mit großer Tradition. Im Ort haben mehrere Missionen und christliche Hilfswerke ihre dänischen Heimatbüros. Teile der Handwerkskunst der Herrnhuter, beispielsweise der [[Kachelofen]]bau, werden heute noch vor Ort gezeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.destinationtrekantomraadet.de/christiansfeld-unesco-weltkulturerbes |titel=Christiansfeld – ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Gutes Handwerk zum Bewundern und Schmecken |werk=destinationtrekantomraadet.de |sprache=de |abruf=2024-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Juli 1864 wurde um 3&amp;amp;nbsp;Uhr die [[Waffenstillstand]]surkunde zwischen den Kriegsparteien [[Preußen]], [[Kaisertum Österreich|Österreich]] und Dänemark im [[Deutsch-Dänischer Krieg|Deutsch-Dänischen Krieg]] im Brødremenighedens Hotel (Hotel der Brüdergemeinde) von [[Oberstleutnant]] [[Gustav von Stiehle]] und [[Oberst]] Heinrich Kauffmann (dänischer [[Generalstab]]schef) unterzeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DDB |1=Objekt |2=DXFXGUP3FN7BILNRSJWGMLROPP624WDM |3=&amp;#039;&amp;#039;Urkunde des Waffenstillstands von Christiansfeld zwischen Preußen, Österreich und Dänemark&amp;#039;&amp;#039; &amp;amp;#91;18. Juli 1864&amp;amp;#93;}}. Hrsg.: [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]], abgerufen am 16. Oktober 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Grund für diese Ortswahl war die nahe Lage des preußischen [[Hauptquartier]]s. Zwei Tage später trat der Waffenstillstand am 20. Juli 1864 um 12&amp;amp;nbsp;Uhr in Kraft. Am 30.&amp;amp;nbsp;Oktober 1864 endete der Krieg mit dem [[Frieden von Wien (1864)|Frieden von Wien]]. Nach Kriegsende fiel das [[Herzogtum Schleswig]] an Preußen. Da acht nördliche Nachbargemeinden aufgrund eines Gebietsaustauschs beim Königreich Dänemark verblieben, lag Christiansfeld jetzt dicht an der neuen Grenze, dem Fluss [[Kongeå|Königsau]]. Durch die preußische Gemeindeordnung von 1869 wurde Christiansfelds Status als &amp;#039;&amp;#039;Flecken&amp;#039;&amp;#039; bestätigt. Diesen für kleinere Orte in Schleswig typischen Titel konnte es auch nach dem [[Volksabstimmung in Schleswig|Wiederanschluss an Dänemark im Jahre 1920]] und bis 1970 halten, obwohl diese Gemeindeform im übrigen Dänemark ansonsten nur als {{lang|da|&amp;#039;&amp;#039;handelsplads&amp;#039;&amp;#039;}} bekannt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 wurde der flächenkleinste Ort in Nordschleswig nicht nur mit der Umlandgemeinde Tyrstrup, sondern auch mit den [[Kirchspiel]]en [[Fjelstrup]], [[Bjerning]], [[Hjerndrup]], [[Stepping Sogn|Stepping]], [[Aller Sogn|Aller]] und den 1864 vom Amt Hadersleben getrennten Gemeinden [[Hejls Sogn|Hejls]], [[Vejstrup Sogn (Kolding Kommune)|Vejstrup]] und [[Taps Sogn|Taps]] zu einer Kommune vereinigt, die den Namen des Fleckens übernahm. Seit 2007 gehören die ersten drei Kirchspiele aufgrund einer 2005 erfolgten [[Plebiszit|Volksabstimmung]] zu Haderslev, alle anderen zu Kolding.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ortsbild ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Christiansfeld 1.jpg|mini|Typischer Baustil der Herrnhuter (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brødremenighedens gamle apotek i Christiansfeld.jpg|mini|links|Alte Apotheke in Christiansfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Christiansfeld 7.jpg|mini|Altes Fenster aus [[Gusseisen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorbild der Christiansfelder Ortsgründung diente die 1748 in den Niederlanden von den Herrnhutern errichtete Ansiedlung vor [[Schloss Zeist]], erbaut 1686, im gleichnamigen Ort [[Zeist]], den König Christian VII. während einer Niederlandereise im Jahre 1768 kennengelernt hatte. Christiansfeld ist also kein gewachsener, sondern ein [[Planstadt|geplanter Ort]], was unter anderem durch die schnurgeraden, rechtwinklig angeordneten Straßen deutlich wird. Ein Großteil der Herrnhuter Bauten sind gut erhalten und prägen das Stadtbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauten bestehen meist aus hellen [[Mauerziegel|Ziegeln]], entlang der drei Hauptstraßen stehen [[Linden (Gattung)|Linden]]. Zwischen der Norder- und Lindenstraße befindet sich der zentrale Platz mit dem [[Andachtsraum|Betsaal]] der Brüdergemeine und dem [[Brunnen]], dem eigentlichen Wahrzeichen des Orts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2019 wurde von der zuständigen Behörde in Kolding die Umbenennung des Kirchplatzes ({{lang|da|centrale kirkeplads}}) in Christiansfeld in {{lang|da|&amp;#039;&amp;#039;Grev Zinzendorf Plads&amp;#039;&amp;#039;}} genehmigt&amp;lt;ref&amp;gt;John Ahle Petersen: [https://jv.dk/kolding/borgere-i-unesco-by-skal-vaenne-sig-til-nyt-navn-paa-central-plads &amp;#039;&amp;#039;Borgere i Unesco-by skal vænne sig til nyt navn på central plads.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[JydskeVestkysten]].&amp;#039;&amp;#039; 8. Mai 2019, abgerufen am 15. August 2024 (dänisch; „…es war in Christiansfeld naheliegend, den anonymen ‚Kirchplatz‘ durch den geschichtsbewussten ‚Grafen-Zindendorf-Platz‘ zu ersetzen.“).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der aus dem deutschen [[Kurfürstentum Sachsen|Sachsen]] stammende [[Nikolaus Ludwig von Zinzendorf|Graf Zinzendorf]] wird allgemein als &amp;#039;&amp;#039;Gründervater&amp;#039;&amp;#039; der Herrnhuter Brüdergemeine bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://www.ebu.de/brueder-unitaet/weltweite-kirche/unitaetsgebetswacht/ |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Unitätsgebetswacht. Zu jeder Zeit und an jedem Ort beten.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20200131082530}} In: &amp;#039;&amp;#039;ebu.de,&amp;#039;&amp;#039; Evangelische Brüder-Unität Herrnhuter Brüdergemeine, 2019, abgerufen am 31. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nordöstlich des Ortskerns liegt der &amp;#039;&amp;#039;Gottesacker&amp;#039;&amp;#039; genannte Friedhof. Im Jahr 2002 spendete ein dänischer Fonds 30 Millionen [[Dänische Krone]]n, um eine umfassende Restaurierung der [[Denkmalschutz|denkmalgeschützten]] Häuser der Brüdergemeinde im Zentrum des Ortes anzuschieben. Neubauten in Christiansfeld müssen passend zum Stadtbild heute noch mit hellen Ziegeln gebaut werden. So ist sichergestellt, dass das einzigartige historische Stadtbild erhalten bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft und Verkehr ==&lt;br /&gt;
In Christiansfeld sind Betriebe der [[Lebensmittelwirtschaft|Lebensmittelherstellung]] ebenso ansässig wie [[Metallverarbeitung|metallverarbeitende]] Unternehmen und [[Spedition]]en sowie [[Logistik]]betriebe. Handel und Handwerk sind der Größe der Ortschaft ausreichend vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christiansfeld liegt an der [[Fernstraße]]&amp;amp;nbsp;170 zwischen Hadersleben und Kolding, der alten Nord-Süd-Hauptstraße in [[Jütland]]. Sechs Kilometer weiter westlich verläuft seit den 1970er Jahren die Autobahn [[Europastraße 45|E&amp;amp;nbsp;45]], an der Christiansfeld eine eigene [[Anschlussstelle (Autobahn)|Anschlussstelle]] hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Silhouette stålkunst fra Christiansfeld Haderslev Amts Jernbaner 1899-1932 Haderslev-Christiansfeld Kunst aus Stahl wg Eisenbahn-Anbindung Haderslev - Foto Wolfgang Pehlemann DSC 3545.jpg|mini|links|Christiansfelder [[Kleinbahn]] 1899–1932]]&lt;br /&gt;
Einen [[Eisenbahn|Eisenbahnanschluss]] hatte Christiansfeld an der [[Haderslev Amts Jernbaner|Haderslebener Kreisbahn]]. Diese Anbindung der nördlich von Hadersleben gelegenen Ortschaft Christiansfeld bestand nur bis ins Jahr 1932, während die {{lang|da|&amp;#039;&amp;#039;Haderslev Amts Jernbaner&amp;#039;&amp;#039;}} bis in das Jahr 1937 die Kreisstadt Hadersleben noch mit der südwestlich gelegenen Ortschaft Toftlund verband. Die [[Schmalspurbahn]] endete in Christiansfeld. Nach 1920 wurde versäumt, die Strecke mit der Koldinger Kleinbahn im fünf Kilometer entfernten Taps zu verknüpfen. Der Plan, die Hauptbahn nach Süden von Kolding über Christiansfeld-Hadersleben zu verlegen, wurde verworfen. Die ohnehin kurvenreich gebaute Zweigstrecke wurde un[[Rentabilität|rentabel]] und konnte sich der Konkurrenz der bald nach 1920 massiv ausgebauten Straße nicht lange erwehren.&lt;br /&gt;
Wichtigste öffentliche Verkehrsanbindung im Nahverkehr ist die Buslinie&amp;amp;nbsp;34 von Kolding nach Hadersleben ([[Taktfahrplan|Stundentakt]]). Der [[Schnellbus]] Vejle-Sonderburg (Linie&amp;amp;nbsp;900X) hält an einer eigenen Haltestelle an der [[Ortsumgehung|Umgehungsstraße]] des Ortes. Der internationale [[Flughafen]] Billund ist 60 Kilometer entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besonderes ==&lt;br /&gt;
Christiansfeld ist auch für seine [[Honigkuchen]] ({{daS|&amp;#039;&amp;#039;Honningkager&amp;#039;&amp;#039;}}) berühmt, deren Rezept die Siedler im 18. Jahrhundert aus ihrer Heimat mitbrachten. Die Geschichte des Honigkuchens ist fast so alt wie die Geschichte der Stadt. Der Bäcker Christian F. Rasch stellte 1783 erstmals Teig für Honigkuchen her. Heute noch kann man in den Bäckereien in Christiansfeld leckere Honigkuchen in vielfältigen Formen und Farben erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christinero (Christinenruh) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Christianero.jpg|mini|Der idyllische alte Park Christinero]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Christianero1.jpg|mini|Die Kapelle im Christinero]]&lt;br /&gt;
Nahe Christiansfeld in Richtung Westen liegt die kleine, unter [[Naturschutz]] stehende [[Park]]anlage Christinero, die der Brüdergemeine gehört. Ihren Namen hat sie nach der [[Kammerherr]]in [[Christina Friederica von Holstein]] (1741–1812), die den Park anlegen ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://graenseforeningen.dk/leksikon/christinero |titel=Christinero |werk=graenseforeningen.dk |abruf=2024-08-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der circa 2&amp;amp;nbsp;ha großen Anlage befindet sich auf ihren Wunsch und mit königlicher Genehmigung ihre letzte Ruhestätte. Sie ließ ihr Lieblingspferd hier beerdigen. Im Wäldchen mit einem Bach und zwei idyllischen Teichen findet man einen hübschen, kleinen [[Pavillon]], den sie {{lang|da|„Mine Tanker“}} (Meine Gedanken) nennen ließ, ein [[Küche]]nhaus und eine [[Kapelle (Kirchenbau)|Kapelle]] mit ihrer Grabstätte. Die tief religiöse Lebensart der Kammerherrin und ihre [[Wohltätigkeit|Mildtätigkeit]] hinterließen Spuren bis über ihren Tod hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Besondere am Christinero ist, dass die Missionare der Herrnhuter Brüdergemeine seit Ende des 18. Jahrhunderts aus ihren Einsatzgebieten auf anderen Kontinenten [[Same (Pflanze)|Samen]] und [[Setzling]]e exotischer Bäume mit nach Hause brachten, die in dem kleinen Park großgezogen worden sind. Daher findet man dort uralte, exotische Bäume mit gewaltigem Stammumfang. Leider hat ein [[Orkan]] am 3. Dezember 1999 einige der großen Exoten gefällt. Dennoch ist der [[Charme]] des idyllischen Parks bis heute erhalten. Inzwischen ist das Wäldchen mithilfe vieler Hände wieder [[Aufforstung|aufgeforstet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkt neben Christinero steht im [[Garten]] des alten Pfarrhauses die 1668 erbaute größte Block[[scheune]] Dänemarks. Diese besondere Scheunenart in einfacher [[Blockbau]]weise konnte man auf einfache Weise abbauen, transportieren und an einem anderen Ort wieder aufrichten. Die Blockscheune in Christiansfeld ist gut erhalten, sie befindet sich noch an ihrem ersten Standort. Der Park Christinero und die Blockscheune stehen unter Denkmalschutz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter der Stadt ==&lt;br /&gt;
* [[Carl Abraham Mankell]] (1802–1868), schwedischer Komponist&lt;br /&gt;
* [[Gustaf Adolf Mankell]] (1812–1880), schwedischer Organist und Komponist&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Meyer (Bibliothekar)|Gerhard Meyer]] (1900–1984), deutscher Historiker, Bibliothekar, Direktor der Niedersächsischen Landesbibliothek&lt;br /&gt;
* [[Sedin Alic]] (* 1989), bosnisch-dänischer Fußballspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Jørgen Bøytler, Rudolf Grunert, Jørgen Toft Jensen&lt;br /&gt;
   |Titel=Christiansfeld, das Leben und die Häuser&lt;br /&gt;
   |Verlag=Verlag Det Danske Idéselskab&lt;br /&gt;
   |Ort=Søborg&lt;br /&gt;
   |Datum=2005&lt;br /&gt;
   |ISBN=87-990510-0-1&lt;br /&gt;
   |Originaltitel=Christiansfeld. Livet og husene&lt;br /&gt;
   |Originalsprache=da&lt;br /&gt;
   |Übersetzer=Rudolf Gruner&lt;br /&gt;
   |Online=[https://digitale-objekte.hbz-nrw.de/storage/2012/12/04/file_44/4791244.pdf Inhaltsverzeichnis]&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=56}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Per Olov Enquist]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Lewis Reise&lt;br /&gt;
   |Verlag=Fischer-Taschenbuch-Verlag&lt;br /&gt;
   |Ort=Frankfurt am Main&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-596-15997-0&lt;br /&gt;
   |Kommentar=erzählt, wie die [[Pfingstbewegung]] auf dem Herrnhutismus basiert; als [[Rahmenerzählung|Rahmen]] gilt eine Beerdigung in Christiansfeld&lt;br /&gt;
   |Originaltitel=Lewis resa&lt;br /&gt;
   |Originalsprache=sv&lt;br /&gt;
   |Übersetzer=[[Wolfgang Butt]]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Weblink Welterbe |Nummer=1468}}&lt;br /&gt;
* [https://daenemark.fototrip.de/html/christiansfeld.html Fotos aus Christiansfeld.] In: &amp;#039;&amp;#039;fototrip.de&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://museumkolding.dk/christiansfeld/ &amp;#039;&amp;#039;Christiansfeld.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Museum | Kolding&amp;#039;&amp;#039; (dänisch)&lt;br /&gt;
* [https://bdm-dk.dk/ &amp;#039;&amp;#039;Brødremenighedens Danske Mission.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;bdm-dk.dk&amp;#039;&amp;#039; (dänisch, englisch)&lt;br /&gt;
* [https://www.tyrstrupkirke.dk/ &amp;#039;&amp;#039;Tyrstrup Kirke in Christiansfeld.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;tyrstrupkirke.dk&amp;#039;&amp;#039; (dänisch; Gemeinde der Dänischen Volkskirche)&lt;br /&gt;
* {{YouTube |id=osDnxZDRPxE |titel=Christiansfeld – bybevaring |abruf=2024-08-15 |uploader=Realdania |upload=2013-10-07 |sprache=da |kommentar=Video |laufzeit=2:24&amp;amp;nbsp;min}}&lt;br /&gt;
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