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	<title>Christian Pulz - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Mirmok12 am 12. Februar 2026 um 13:53 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:C. Pulz (Mitte) E. Stapel (links).jpg|mini|Christian Pulz (Mitte) und Eduard Stapel, 2011]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Christian Pulz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[14. Dezember]] [[1944]] in [[Plauen]]; † [[15. April]] [[2021]]&amp;lt;!--in [[Berlin]]--&amp;gt;&amp;lt;ref name=queer&amp;gt;{{Internetquelle |autor=mize |url=https://www.queer.de/detail.php?article_id=38624 |titel=Trauer um Christian Pulz |werk= |hrsg=queer.de |datum=2021-04-16 |abruf=2021-04-18 |sprache=de-DE}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war [[Opposition und Widerstand in der DDR|Aktivist der Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsbewegung der DDR]], Buchhändler, Sozialfürsorger und nach der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|Friedlichen Revolution]] Mitglied des [[Abgeordnetenhaus von Berlin|Berliner Abgeordnetenhauses]] und Sozialpädagoge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Von 1951 bis 1961 besuchte Pulz die Oberschule in [[Bad Elster]], anschließend bis 1963 die Vorschule für den kirchlichen Dienst in [[Moritzburg (Sachsen)|Moritzburg]] und von 1963 bis 1967 das [[Theologisches Seminar|Theologische Seminar]] in [[Leipzig]]. Von 1967 bis 1970 absolvierte Pulz eine Ausbildung zum Buchhändler und war danach 14&amp;amp;nbsp;Jahre in verschiedenen Verlagen und Buchhandlungen tätig. Nach einem Fernstudium &amp;#039;&amp;#039;Sozialfürsorge&amp;#039;&amp;#039; in Potsdam arbeitete Pulz bis 1990 als [[Sozialfürsorge]]r.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pulz war von 1990 bis 1995 Mitglied des [[Abgeordnetenhaus von Berlin|Abgeordnetenhauses von Berlin]], jugendpolitischer Sprecher der Fraktion [[Bündnis 90/Die Grünen]] sowie verantwortlich für die Minderheiten- und Schwulenpolitik.&amp;lt;ref&amp;gt;Abgeordnetenhaus 12. Wahlperiode. Handbuch II, hrsg. v. d. Präs. d. Abgeordnetenhauses v. Berlin, Berlin 1991.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Zeit studierte er [[Sozialpädagogik]]. Zuletzt war er Mitbegründer der &amp;#039;&amp;#039;Gay Church Berlin&amp;#039;&amp;#039;. Er starb im April 2021 im Alter von 76 Jahren.&amp;lt;ref name=queer/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung von „Schwule in der Kirche – Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe“ ==&lt;br /&gt;
1982 gründeten [[Eduard Stapel]], Matthias Kittlitz und Christian Pulz den ersten Arbeitskreis Homosexualität der [[Evangelische Studierendengemeinde|ESG Leipzig]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lsvd.de/bund/news/respekt0503.pdf Alexander Zinn: &amp;#039;&amp;#039;Erfolgsstory aus dem Osten. Über die Wurzeln des LSVD.&amp;#039;&amp;#039; In: Respekt 01/05 April 2005, S. 14] (PDF; 1,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=OGt9Y4u6I2c Interview mit dem damaligen Studentenpfarrer der ESG Dieter Ziebarth vom 1. Oktober 2021]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Entstehung dieser ersten öffentlichen Gruppe vorausgegangen war eine ungefähr einjährige Selbsterfahrungsgruppe, zu der ausschließlich Homosexuelle in privaten Wohnungen zusammenkamen. Das erste Treffen der Gruppe fand in der Wohnung von Christian Pulz statt. Angeregt von [[Martin Siems]]’ Buch &amp;quot;Coming out: Hilfe zur homosexuellen Emanzipation&amp;quot; hatte er anderen Leipziger Homosexuellen vorgeschlagen, eine Gruppe zur homosexuellen Selbsterfahrung zu organisieren. Kurz zuvor hatte C. Pulz den damaligen Theologiestudenten Eduard Stapel kennengelernt. Stapel hatte sofort Interesse an der Mitarbeit in einer solchen Gruppe. Zwei der in Siems’ Buch genannten Prinzipien waren, dass sich ausschließlich Betroffene zusammenfinden und dass es keine Hierarchie innerhalb der Gruppe gibt, jeder sein eigener „Chairman“ ist. Es ging darum, einen Raum zu schaffen, in welchem Homosexuelle ohne heteronormative Dominanz oder Einflussnahme sich selbst definieren lernen; eine Gruppe in der nicht Heterosexuelle über Homosexuelle und ihre Sexualität, sondern Homosexuelle über sich selbst und ihre Sexualität sprechen. Die Beteiligten haben so begonnen nach den Ursachen ihrer Ängste und Schwierigkeiten im Umgang mit der eigenen Sexualität zu fragen. Das Ergebnis dieser Gruppenerfahrung war, dass man beschloss, nun öffentlich zu werden und bei der evangelischen Kirche eine selbstbestimmte homosexuelle Gruppe zu bilden, die in der DDR emanzipatorisch wirksam werden sollte. Insbesondere aus dieser Selbsterfahrung von Homosexuellen nach westlichem Vorbild bekamen die Gruppen um Pulz und Stapel ihren politisch emanzipatorischen Impetus. Parallel gab es eine offizielle kirchliche Tagung der [[Evangelische Akademie|Evangelischen Akademie]] (Ost-)Berlin unter Leitung von [[Elisabeth Adler]] und [[Manfred Punge]] im Januar 1982, die die Gründung eines anderen Gesprächskreises&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube | uploader=CommunityGay | id=d44nW6XSHTU | title=30 Jahre im Gespräch »Entstehung und Motive des Gesprächskreises« | upload=2014-04-28 | abruf=2024-02-25 | laufzeit=9:08 min | kommentar=Interview mit Volker Gasser zur Entstehung des &amp;quot;Gesprächskreises Homosexualität&amp;quot;}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Berlin anregte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Markus Löffler |url=http://www.frei-und-fromm.de/positionen/hintergr%C3%BCnde/der-aufbruch-von-lesben/ |titel=Der Aufbruch von Lesben und Schwulen in der Landeskirche Sachsens in den 80er Jahren |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2019-10-02 |sprache=de-DE |archiv-url=https://web.archive.org/web/20191013071035/https://www.frei-und-fromm.de/positionen/hintergr%C3%BCnde/der-aufbruch-von-lesben/ |archiv-datum=2019-10-13 |offline=ja   }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch 1982 übersiedelte Pulz nach [[Ost-Berlin]], wo er 1983 eine informelle Schwulengruppe gründete und in verschiedenen Kirchgemeinden nach Räumlichkeiten für Treffen suchte. Im Frühjahr 1983 wandte er sich auch an den Friedensarbeitskreis der [[Samariterkirche (Berlin)|Samaritergemeinde]]. Dort wurde das Anliegen von einigen Mitgliedern unterstützt, jedoch kein eigener schwuler Arbeitskreis gegründet. Grund dafür war die Belastung durch den bereits bestehenden Friedensarbeitskreis und die [[Blues-Messe]]n. Die Verbindung zu dieser Gemeinde blieb aber erhalten. Im April 1984 fand hier das erste Mitarbeitertreffen der Schwulen- und Lesbenarbeitskreise der DDR statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Berlin organisierte Pulz am 21. Mai 1983 den ersten [[Christopher Street Day]] in der DDR. An dem Treffen in der [[Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen|Gedenkstätte Sachsenhausen]] beteiligten sich 13 Personen, die kurzzeitig von Mitarbeitern des [[Ministerium für Staatssicherheit|Ministeriums für Staatssicherheit]] behindert wurden. Es war der erste bekannte Gedenkakt an die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus durch einzelne Schwule und Lesben in der DDR.&amp;lt;ref&amp;gt;BStU, MfS - HA XX 9962, Bl.188a-188b, HA XX 12398, Bl.35 vgl. auch Bl.34 zum Tragen des &amp;quot;Rosa Winkel&amp;quot; in der Öffentlichkeit als Zeichen des homosexuellen Widerstandes&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gästebuch hinterließen sie folgenden Eintrag:&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Wir gedachten heute der im [[KZ Sachsenhausen]] ermordeten homosexuellen Häftlinge. Wir waren sehr betroffen, hier nichts über ihr Schicksal zu erfahren.“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;1983 auf der Friedenswerkstatt der Samaritergemeinde trat die Gruppe um Pulz erstmals öffentlich in Erscheinung unter dem Motto „Lieber ein Warmer Bruder als ein Kalter Krieger“.&amp;lt;ref&amp;gt;Linke, Dietmar, Streicheln, bis der Maulkorb fertig ist, Berlin, 1993, Abb. auf S. 73.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2004-2007/heft-57/05712-pulz/ |wayback=20160304201450 |text=&amp;#039;&amp;#039;Horch und Guck&amp;#039;&amp;#039;, Heft 57/2007, Themenschwerpunkt: &amp;#039;&amp;#039;Friedenswerkstatt in Ost-Berlin&amp;#039;&amp;#039; }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier entstand der Kontakt zu Pfarrer Walter Hykel der [[Liste Berliner Sakralbauten#Ortsteil Alt-Hohenschönhausen|Philippus-Kapelle]] in [[Berlin-Alt-Hohenschönhausen|Berlin-Hohenschönhausen]], wo noch im selben Jahr die erste Veranstaltung des Arbeitskreises stattfand. Dort gab sich die Gruppe den Namen &amp;#039;&amp;#039;Schwule in der Kirche – Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe&amp;#039;&amp;#039;. In dieser Zeit wurde auch von [[Ulrich Zieger]] das Grundsatzpapier des Kreises „Zur Schwulen Realität in der DDR“ verfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermittelt von [[Bärbel Bohley]] und Pastorin Christa Sengespeick wandte sich der Kreis an die [[Bekenntniskirche (Berlin)|Bekenntnisgemeinde]] in Treptow.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://revolution89.de/?PID=static,Revolutionsorte,00005-Berlin,00010-Bekenntniskirche_de Friedliche Revolution 1989/1990 – Revolutionsstelen in Berlin]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die räumlichen Bedingungen dort waren gut, die Gemeinde lag stadtnah und der Gemeindekirchenrat hatte die Gruppe als offiziellen Arbeitskreis der Gemeinde bestätigt. Der Gemeindepastor Werner Hilse war ein engagierter Begleiter des Kreises.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitskreises ==&lt;br /&gt;
Nach den Auftritten auf den Friedenswerkstätten der evangelischen Kirche entwickelten sich Kontakte zu Gruppen in der [[Westdeutschland|BRD]], [[West-Berlin]] und im westlichen Ausland. Der 1983 entstandene Grundsatztext „Zur Schwulen Realität in der DDR“ wurde an einen Journalisten aus Kanada übergeben und in Westdeutschland im Magazin „Torso“ unter dem Titel „Coming out im Vakuum“ veröffentlicht. Auch in anderen Arbeitskreisen in der ganzen DDR wurde dieser Text verbreitet. Das Thema dieses Textes ist die Frage nach den Ursachen der Antihomosexualität und ihrer Verinnerlichung in den Homosexuellen selber. Dabei geht es einerseits um das Spannungsverhältnis von Homosexualität und Antihomosexualität andererseits um die Befreiung des Homosexuellen aus dem verinnerlichten Selbstverdammungsurteil. Diese Befreiung könne möglich werden, wenn der Mechanismus des eigenen Selbsthasses durchschaut würde. Dieser Mechanismus wird als ein gesellschaftliches Phänomen beschrieben. Aus dieser Erkenntnis heraus leiten sich gesellschaftspolitisch relevante Theorien und Forderungen wie die Bildung von selbstbestimmten Homosexuellen-Gruppen ab, die in der DDR-Gesellschaft von besonderer Brisanz waren, da Gruppen nur durch staatliche Institutionen gebildet werden durften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1983 bis 1989 wurden in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen unter der Verantwortung von Pulz in den Räumen der Bekenntnisgemeinde in der Plesserstraße durchgeführt. In der Regel wurden Künstler, Wissenschaftler oder Kirchenvertreter eingeladen und Referate und Diskussionen zur Thematik schwuler und lesbischer Emanzipation abgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Verhaftungen einiger Mitglieder der [[Umwelt-Bibliothek|Umweltbibliothek]] an der Berliner [[Zionskirche (Berlin)|Zionskirche]] 1987 kam es zu intensiven internen Differenzen innerhalb des Leitungskreises des Arbeitskreises. Christian Pulz setzte sich dafür ein, den Arbeitskreis an den Solidaritätsaktionen für die Verhafteten zu beteiligen und den Druck auf die DDR-Führung zu erhöhen. Andere Mitglieder im Leitungskreis distanzierten sich von politischen Aktionen und betonten die Gefahr einer Verfolgung durch staatliche Behörden. Insbesondere nach den Verhaftungen im folgenden Jahr während der [[Liebknecht-Luxemburg-Demonstration]] verschärften sich die Fronten innerhalb des Arbeitskreises. Das Ministerium für Staatssicherheit setzte dazu auch gezielt Inoffizielle Mitarbeiter in der Leitung des Arbeitskreises ein, um dessen öffentliche Solidarisierung mit den Verhafteten zu verhindern.&amp;lt;ref&amp;gt;BStU, MfS – AIM 16471/91, Teil II Bd. 1, Bl. 182f, 273; MfS – HA XX 5193, Bl. 27f u.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Operativer Vorgang „Orion“ ==&lt;br /&gt;
Die regelmäßigen Zusammenkünfte und Veranstaltungen in den Räumen der Treptower Bekenntnisgemeinde wurden von Anfang an durch das [[Ministerium für Staatssicherheit]] (MfS) observiert. Unter dem [[Operativer Vorgang|Operativen Vorgang]] „Orion“, der für die Person Christian Pulz angelegt wurde, sammelte das MfS Informationen über die Gruppe. Ziel war es, belastendes Material für den Straftatbestand eines Zusammenschlusses zur Verfolgung gesetzwidriger Ziele (§&amp;amp;nbsp;218 [[StGB-DDR]]) in Verbindung mit landesverräterischer Nachrichtenübermittlung (§&amp;amp;nbsp;99 StGB-DDR) zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;BStU, MfS – HA XX 5190, Bl. 44.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Pulz wurden mehrere [[Inoffizieller Mitarbeiter|Inoffizielle Mitarbeiter]] angesetzt, in seiner Wohnung wurde eine Abhöreinrichtung (Maßnahme B)&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe &amp;quot;Raumüberwachung, akustische&amp;quot; in: [[Roger Engelmann]], [[Bernd Florath]], [[Helge Heidemeyer]], [[Daniela Münkel]], [[Arno Polzin]], [[Walter Süß (Historiker)|Walter Süß]]: &amp;#039;&amp;#039;Das MfS-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 4. aktualisierte Auflage, Ch. Links Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-96289-139-8, S. 268, [https://www.bundesarchiv.de/glossar/detail/raumueberwachung-akustische/ Online-Version]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
eingerichtet, im selben Haus eine [[konspirative Wohnung]] unterhalten und vor dem Haus ein mit Infrarottechnik ausgestatteter [[Barkas B 1000|Barkas]] positioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;BStU, MfS – HA XX 5190, Bl. 54f, 61f, 66, 78, 86f, 111–113, u.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Grundsatztext „Zur Schwulen Realität in der DDR“ wurde vom Ministerium für Staatssicherheit als Programm und Inspirationsquelle der schwulen Gruppen wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;BStU, MfS – HA XX 5190, Bl. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der 1980er Jahre setzte das Ministerium für Staatssicherheit Inoffizielle Mitarbeiter in der Leitung des Arbeitskreises ein, um die öffentliche Solidarisierung mit der Umweltbewegung und der Friedensbewegung zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption des Arbeitskreises nach 1989 ==&lt;br /&gt;
Die Schwulen- und Lesbenbewegungen in der DDR wurden in der Forschung in den ersten 30 Jahren nach dem Ende der DDR von der wissenschaftlichen Forschung weitestgehend ignoriert. Insbesondere in den bekannten Schriftenreihen der Aufarbeitungseinrichtungen wie der BStU oder den wenigen universitär angesiedelten Forschungsinstituten gab es keine für die Forschungsarbeit weiterführenden Publikationen – weder in den thematisch noch in den biographisch orientierten Reihen. Ebenso ist angesichts der zahlreichen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen, die es zur Thematik des politischen Widerstandes in der DDR gab, auffällig, dass nahezu keiner der damaligen Protagonisten öffentlich in Erscheinung getreten ist. Dieses Fehlen der Thematisierung ist selbst ein Anzeichen für die noch andauernden antihomosexuellen Mechanismen, die für repressive Gesellschaftsformen charakteristisch, aber keinesfalls auf die DDR-Gesellschaft beschränkt sind. Bezeichnend dafür ist, dass die Nonkonformität schwuler und lesbischer Emanzipation gerade in Form der selbstbestimmten Gruppenbildung von Menschen, die nicht aufgrund einer speziellen Qualifizierung, sondern aufgrund ihrer persönlichen Betroffenheit politisch aktiv geworden sind, bisher nicht als ein Kernelement politischer und widerständiger Bewegungen unter den zusätzlich verschärfenden Bedingungen einer Diktatur zu einer grundsätzlichen Gesellschaftskritik und -theorie am Beispiel der DDR geworden ist. In den wesentlichen Verlagen dieser Schriftenreihen wie dem Ch.Links Verlag, Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Edition Temmen, LIT Verlag oder dem Peter Lang Verlag ist bisher keine einzige wissenschaftliche Publikation zur Schwulen- und Lesbenbewegung in der DDR erschienen. [[Eduard Stapel]] veröffentlichte 1999 eine persönliche Auseinandersetzung mit seinem Engagement in der Schwulenbewegung und den Maßnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Eduard Stapel: &amp;#039;&amp;#039;Warme Brüder gegen Kalte Krieger. Schwulenbewegung in der DDR im Visier der Staatssicherheit.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Betroffene erinnern sich&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 10), hrsg. von der LStU Sachsen-Anhalt, Magdeburg, 1999 ([http://app.eu.readspeaker.com/cgi-bin/rsent?customerid=7966&amp;amp;lang=de_de&amp;amp;readid=content&amp;amp;url=http%3A%2F%2Fwww.stasi-unterlagen.sachsen-anhalt.de%2Fservice%2Fbroschueren-betroffene-erinnern-sich%2F online] (als gezipptes PDF; 1,5 MB) auf der [http://www.stasi-unterlagen.sachsen-anhalt.de/service/broschueren-schriftenreihe-ab-2006/?&amp;amp;q=Schriftenreihe+des+Landesbeauftragten+%28einheitliche+Schriftenreihe%29 Internetpräsenz der LStU Sachsen-Anhalt]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der [[Berlinale 2013]] erschien der Film „Out in Ost-Berlin“ von [[Jochen Hick]] und [[Andreas Strohfeldt]]. Er dokumentiert das politische Wirken von Schwulen und Lesben in der DDR. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Berliner Arbeitskreise um Christian Pulz und Marina Krug „Schwule in der Kirche“ und „Lesben in der Kirche“ sowie Eduard Stapel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Homosexualität und Antihomosexualität als Herausforderung an die gesellschaftliche Diakonie der Kirche.&amp;#039;&amp;#039; In: H. Elliger/Hegermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bibelhilfe für die kirchliche Jugendarbeit 1987&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1986.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Berliner AG KJHG. Änderungsvorschläge der Fraktion Bündnis 90/Grüne(AL)/UFV.&amp;#039;&amp;#039; (mit [[Manfred Günther (Psychologe)|Manfred Günther]] und [[Oliver Schruoffeneger]]), Berlin 1994.&lt;br /&gt;
* Lieber ein Warmer Bruder als ein Kalter Krieger, in: Horch und Guck Heft 57/2007, 27–30.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Werner Breunig]], [[Andreas Herbst]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin.&amp;#039;&amp;#039; Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 297.&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=christian-pulz|lemma=Pulz, Christian|autor=Christoph Links|band=2|idNum=2734}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Christian Pulz: [https://web.archive.org/web/20160304201450/http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2004-2007/heft-57/05712-pulz/ &amp;#039;&amp;#039;Lieber ein Warmer Bruder als ein Kalter Krieger.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Horch und Guck&amp;#039;&amp;#039;, Heft 57/2007]&lt;br /&gt;
* [https://www.havemann-gesellschaft.de/index.php?id=76 Robert-Havemann-Gesellschaft: MfS-Akten und Persönliche Archivbestände zu Christian Pulz 1965–1987]&lt;br /&gt;
* Enrico Ippolito: [https://taz.de/Doku-ueber-Homosexualitaet-in-DDR/!5107909/ &amp;#039;&amp;#039;Doku über Homosexualität in DDR: Raus aus den Toiletten&amp;#039;&amp;#039;] in: &amp;#039;&amp;#039;taz&amp;#039;&amp;#039;, 10. November  2011, über die Dokumentation „DDR unterm Regenbogen“ von Jochen Hick und Andreas Strohfeld.&lt;br /&gt;
* [https://www.flickr.com/photos/143561230@N05/albums/72157674072393191/with/30119464480/ Coming out im Vakuum - Fotodokumente und ein Video]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=YRvDZ8x9Mr8/ Interviews mit Protagonisten und Protagonistinnen der Schwulen- und Lesbenbewegung in der DDR über Christian Pulz ]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=0O7HM_1UuwA/ Interview mit Christian Pulz über die Anfänge der Leipziger Gruppe und den Beginn in Berlin ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1234736543|LCCN=|VIAF=4028162301486720270009}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pulz, Christian}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Buchhändler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sozialpädagoge]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBT-Aktivist (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bündnis-90/Die-Grünen-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Opposition]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Christentums (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Bürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1944]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2021]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Pulz, Christian&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher LGBT-Aktivist und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. Dezember 1944&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Plauen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. April 2021&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mirmok12</name></author>
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