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	<title>Christian Lassen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-08T08:48:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Christian Lassen ca 1859.jpg|mini|hochkant|Christian Lassen, vor 1860]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Christian Lassen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[22. Oktober]] [[1800]] in [[Bergen (Norwegen)|Bergen]]; † [[8. Mai]] [[1876]] in [[Bonn]]) war ein norwegischer [[Indologie|Indologe]], der u. a. die altpersische Keilschrift entzifferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Christian Lassen wurde am 22. Oktober 1800 als Sohn des Rechtsgelehrten Nicolai Christian Vendelboe Lassen (1748–1818) und Frederikke Elisabeth Frisch (1761–18?) in Bergen geboren. Nach dem Tod seines Vaters zog er mit seiner Mutter 1819 zu seiner Schwester ins damals dänische [[Bezirk Altona|Altona]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Kartunnen, S. 198&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen studierte in [[Universität Heidelberg|Heidelberg]] und [[Universität Bonn|Bonn]], wo er bei [[August Wilhelm von Schlegel]] (1767–1845) Sanskrit lernte. Diesem fiel bald Lassens außerordentliches philologisches Talent auf und er übertrug ihm die Aufgabe, Abschriften von indischen Handschriften in London und Paris anzufertigen, wofür Schlegel ein Reisestipendium vom preußischen Kultusministerium besorgte und wohl auch privat beisteuerte. Vom Herbst 1823 bis zum Mai 1825 arbeitete Lassen in London und danach in Paris an den Beständen der Bibliothèque royale (heutige [[Bibliothèque nationale de France|Nationalbibliothek]]). Von Stücken in London und Paris fertigte er viele Abschriften für Schlegel und für sich selbst an.&amp;lt;ref&amp;gt;Viele der Abschriften aus den Nachlässen von Schlegel und von Lassen befinden sich heute im Besitz der [[Universitäts- und Landesbibliothek Bonn]]. Siehe: Franz-Josef Huschens: &amp;#039;&amp;#039;Die orientalischen Handschriften der ULB Bonn. Ein Verzeichnis&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 2000. {{URN|nbn:de:hbz:5:2-185187}} [https://www.sammlungen.ulb.uni-bonn.de/de/historische-sammlungen/handschriften/orientalische-handschriften Sammlungen]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Paris, dem damaligen Mekka für Sanskritstudien in Europa, machte er Bekanntschaft mit dem ersten Professor für Sanskrit am [[Collège de France]], [[Antoine-Léonard de Chézy]] (1773–1832), und seinem Altersgenossen und späteren Nachfolger Chézys, [[Eugène Burnouf]] (1801–1851), mit dem ihn bald eine Freundschaft verband und mit dem er auf Anregung des Sinologen und damaligen Verantwortlichen [[Jean-Pierre Abel-Rémusat]] (1788–1832) die indischen Handschriften der Pariser Sammlung ordnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Windisch, S. 125&amp;lt;/ref&amp;gt; Der von Kirfel herausgegebene Briefwechsel von Schlegel und Lassen enthält hauptsächlich Briefe, die Lassen in dieser Zeit aus Paris geschrieben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lassengrab.jpg|mini|Grab von Lassen auf dem [[Alter Friedhof Bonn|Alten Friedhof in Bonn]]]]&lt;br /&gt;
Nachdem Lassen mit den von Schlegel aufgetragenen Arbeiten fertig geworden war, kehrte er nach Bonn zurück, wo er 1827 mit seiner [[Dissertation]] &amp;#039;&amp;#039;Commentatio geographica atque historica de pentapotamia indica&amp;#039;&amp;#039; (Geographische und historische Ausführung über den [[Punjab|Panjab]]) [[Promotion (Doktor)|promoviert]] wurde und als [[Privatdozent]] an der Universität Bonn eingestellt wurde. Im selben Jahr sind Schlegel und Lassen zu Gast bei Goethe in Weimar.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe die Einträge vom 24. und 25. April 1827 bei Eckermann.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1830 wurde Lassen zum außerordentlichen Professor (Extraordinarius) berufen und 1840 zum ordentlichen Professor für „altindische Sprache und Literatur“ befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;Genau genommen ist Lassen und nicht Schlegel der erste Professor für Sanskrit bzw. Indologie in Bonn: Schlegel hatte einen allgemeiner angelegten Bildungsauftrag erhalten. Siehe: Indra Dasgupta: &amp;#039;&amp;#039;From salon to discipline. State, university and Indology in Germany, 1821–1914&amp;#039;&amp;#039;. Heidelberg 2005, S. 15 ff. Zu den näheren Umständen der Berufung Lassens siehe S. 64 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1841 schlug Lassen einen Ruf an die [[Universität Kopenhagen]] aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Lehrstuhl wurde schließlich von [[Niels Ludvig Westergaard]] (1815–1878) eingenommen, siehe Kartunnen, S. 109.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu seinen Studenten gehörte [[Johann Gildemeister (Orientalist)|Johannes Gildemeister]] (1812–1890), der ihm später assistieren sollte und auch die im Jahr 1865 erschienene Neuausgabe von Lassens Sanskrit[[chrestomatie]] bearbeitete.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Anthologica Sanscritica glossario instructa. In usum scholarum edidit. Editio altera a J. Gildemeister&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1865. Erste Auflage 1838.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1849 heiratete er Auguste Caroline Wiggers (1808–1879). Seit 1841 war er auswärtiges Mitglied der [[Bayerische Akademie der Wissenschaften|Bayerischen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{BAdW|1750 |Name=Christian Lassen|Datum=13. November 2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und seit 1846 korrespondierendes Mitglied der [[Preußische Akademie der Wissenschaften|Preußischen Akademie der Wissenschaften]] (ab 1872 auswärtiges Mitglied).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://www.bbaw.de/die-akademie/akademie-historische-aspekte/mitglieder-historisch/historisches-mitglied-christian-lassen-1566| titel=Mitglieder – historisch: Christian Lassen| hrsg=[[Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften]]| zugriff=2025-11-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1850 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger [[Akademie der Wissenschaften zu Göttingen|Akademie der Wissenschaften]] gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Krahnke: &amp;#039;&amp;#039;Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Bd. 246 = &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1860 wurde Lassen in die [[Académie des Inscriptions et Belles-Lettres]] und 1868 in die [[American Academy of Arts and Sciences]] gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen späteren Lebensjahren wurde Lassen von einer Augenerkrankung heimgesucht, die ihn immer mehr am Arbeiten hinderte und nach einigen Quellen sogar bis zur Erblindung führte. Er starb in Bonn am 8. Mai 1876.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sind unterschiedliche Todesdaten im Umlauf. Kirfel, S. 299: 5. Mai. Siehe aber seinen Grabstein!&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist, wie auch Schlegel, auf dem [[Alter Friedhof Bonn|Alten Friedhof in Bonn]] begraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassens Nachfolger auf dem Bonner Lehrstuhl wurde [[Theodor Aufrecht]] (1822–1907).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde Christian Lassen am 31. Mai 1857 in den preußischen [[Pour le Mérite|Orden pour le mérite für Wissenschaft und Künste]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste. Die Mitglieder des Ordens.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;1842–1881&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1975, ISBN 3-7861-6189-5, S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Bonner Stadtteil [[Buschdorf (Bonn)|Buschdorf]] ist seit 1983 eine Straße nach ihm benannt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Bonner Straßenkataster|4253|Christian-Lassen-Straße}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bereits seit 1937 erinnert eine Straße in Berlin-Grunewald an ihn.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LuiseLexStr |art=a |bez=9 |id=L112 |zlb98=1175 |kaupert=Lassenstrasse-14193-Berlin |name=Lassenstraße}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsschwerpunkte und Herausgebertätigkeit ==&lt;br /&gt;
Bei der Arbeit an der Pariser Handschriften der damaligen Zeit sind Lassen und Burnouf auch auf einige im mittelindoarischen [[Pali]] abgefasste Stücke gestoßen, die durch französischen Missionare aus Siam nach Paris gelangt waren. Zwar sind die Sprache Pali und ihre Literatur im Westen schon vorher erwähnt worden, das von Lassen und Burnouf ausgearbeitete &amp;#039;&amp;#039;Essai sur le Pali&amp;#039;&amp;#039; von 1826 stellt allerdings die erste wissenschaftliche Abhandlung zu diesem Thema dar und ist somit als Grundstein der Pali-Philologie anzusehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Manfred Mayrhofer: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Pali&amp;#039;&amp;#039;, Heidelberg 1951, S. 28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch weiterhin beschäftigte sich Lassen mit dem Mittelindoarischen, das ihm in den Dramen der indischen klassischen Kunstdichtung und in der [[Numismatik]] ständig begegnete. 1837 veröffentlichte er die &amp;#039;&amp;#039;Institutiones lingua pracriticae&amp;#039;&amp;#039; heraus, eine [[Prakrit]]-Grammatik, die auch eine Edition von Teilen von Vararucis klassischer Prakrit-Grammatik &amp;#039;&amp;#039;Prākṛtaprakāśa&amp;#039;&amp;#039; und Anmerkungen zu ihr enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Prākṛtaprakāśa siehe: Vit Bubenik: &amp;#039;&amp;#039;Prakrits and Apabhramsa&amp;#039;&amp;#039;. In: Cardona/Jain (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Indo-Aryan languages&amp;#039;&amp;#039;. London 2003, S. 204–249; 210. Der vollständige Text ist später von E. B. Cowell herausgegeben worden, Hertford 1854.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Grammatik ersetzte schnell diejenige von [[Albert Höfer (Sprachforscher)|Albert Hoefer]] als Standardwerk.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Kartunnen, S. 110: &amp;quot;Hoefer’s much inferior work&amp;quot;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Dissertation Lassens über die Geschichte des Panjab zeigt sein Interesse an indischer Geschichte. Diese Wissenschaftsdisziplin wurde damals maßgeblich bereichert durch die Arbeit von [[James Prinsep]] (1799–1840) an den Münzen, die sich im Besitz der Asiatic Society of Bengal angesammelt hatten. Was bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Gebiet der indischen Numismatik geleistet worden war, fasste Lassen in seinem 1838 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der indoscythischen Königen in Baktrien, Kabul und Indien&amp;#039;&amp;#039; zusammen, welches als Vorarbeit zu seiner späteren &amp;#039;&amp;#039;Indischen Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; gesehen werden kann. Es handelt sich bei dieser Publikation um einen der ersten westlichen wissenschaftlichen Beiträge zum Thema Geschichte Indiens. In diesem Buch gelang Lassen parallel zu Prinsep auch die Entzifferung von Teilen der [[Kharoshthi-Schrift|Kharosthi-Schrift]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Richard Salomon: &amp;#039;&amp;#039;Indian Epigraphy.&amp;#039;&amp;#039; New York (usw.) 1998, S. 212.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen betätigte sich auch auf dem Gebiet der [[Iranistik|Altiranistik]]. Er beteiligte sich an frühen Veröffentlichungen zu den persischen Keilschriftinschriften durch eine Monographie zu diesem Thema von 1836 und durch verschiedene Aufsätze. Lassen war einer der Ersten, die den Begriff „[[iranische Sprachen]]“&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo G. Cereti: &amp;#039;&amp;#039;Die iranischen Sprachen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wilfried Seipel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran&amp;#039;&amp;#039; (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Bonn. Skira editore, Milano, Kunsthistorisches Museum Wien). Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 31–37, hier: S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen hat im Laufe seines Lebens einige Sanskrittexte herausgegeben, so unter anderem zusammen mit Schlegel den [[Panchatantra|&amp;#039;&amp;#039;Hitopadeśa&amp;#039;&amp;#039;]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Hitopadesas id est Institutio saltaris. Textum codd. mss. collatis recensuerunt, interpretationem latinam et annotationes criticas adjecerunt&amp;#039;&amp;#039;. Bonnae 1829.&amp;lt;/ref&amp;gt; und das Singspiel [[Gitagovinda|&amp;#039;&amp;#039;Gītāgovinda&amp;#039;&amp;#039;]] mit lateinischer Übersetzung.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gita Govinda, Jayadevae poetae Indici drama lyricum. Textum ad fidem manuscriptorum recognovit, scholia, selecta, annotationem criticam, interpretationem latinam adjecit Chr. Lassen&amp;#039;&amp;#039;. Bonnae 1836. Der Text ist darauf von [[Friedrich Rückert]] ins Deutsche übertragen worden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine weitere Pionierarbeit war Lassens Edition und Übersetzung der &amp;#039;&amp;#039;Sāṃkhyākārikās&amp;#039;&amp;#039; des Īśvarakṛṣṇa unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Gymnosophia sive indicae philosophiae documenta&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1832.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Die Zeit vor dem Erscheinen von Lassens [[Opus magnum]], der &amp;#039;&amp;#039;Indischen Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039;, war maßgeblich geprägt durch die Herausgabe der &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes&amp;#039;&amp;#039; {{ZDB|540630-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die von dem Göttinger Orientalisten [[Heinrich Georg August Ewald|Heinrich Ewald]] (1803–1875) angeregt worden war und zunächst von diesem und anderen Gelehrten, unter anderem auch Lassen, herausgegeben wurden. Diese erstmals fachübergreifend und im Forscherkollektiv entstehende Zeitschrift spielt für die deutsche Forschungsgeschichte eine besondere Rolle. Vorläufer für dieses Periodikum waren auf dem Gebiet der Indologie gewissermaßen August Wilhelm von Schlegels &amp;#039;&amp;#039;Indische Bibliothek&amp;#039;&amp;#039; und der von [[Othmar Frank]] (1770–1840) herausgegebene &amp;#039;&amp;#039;Vyāsa&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Kartunnen, S. 110, Anm. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das erste Heft erschien 1837, aber schon kurz danach musste Ewald seine maßgebliche Herausgeberschaft erst einmal einstellen, weil er im selben Jahr als einer der [[Göttinger Sieben]] von der dortigen Universität vertrieben worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heft zwei erschien 1839, Nummer drei 1840. Ab Nummer vier von 1842 fiel die Herausgeberschaft allein auf Lassen, der dadurch stark belastet war. Noch drei weitere Nummern der Zeitschrift erschienen, Nummer fünf 1844, sechs 1845 und sieben 1850. Schließlich gab Lassen die Zeitschrift auf, wahrscheinlich um sich völlig auf die Arbeit an seiner &amp;#039;&amp;#039;Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; konzentrieren zu können.&lt;br /&gt;
Dass neue Zeitschriften verfügbar wurden, [[Albrecht Weber]]s 1849 erstmals erschienene &amp;#039;&amp;#039;Indische Studien&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Indische Studien&amp;#039;&amp;#039; {{ZDB|513349-x}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; und vor allem die 1847 erstmals erschienene &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/structure/2327 &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;] bei bibliothek.uni-halle.de&amp;lt;/ref&amp;gt; (ZDMG), mag Lassen bei seiner Entscheidung bestärkt haben.&lt;br /&gt;
Die ZDMG gilt heute allgemein als Nachfolger der &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Holger Preissler: [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/download/pdf/150669?name=Die%20Anf%C3%A4nge%20der%20Deutschen%20Morgenl%C3%A4ndischen%20Gesellschaft &amp;#039;&amp;#039;Die Anfänge der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; 145 (1995), S. 241–327; 253 ff. (Vorgänger und Vorbilder orientalistischer Organisationen und Kommunikationen).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitgliedschaften ==&lt;br /&gt;
Christian Lassen war Mitglied der &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Morgenländische Gesellschaft|Deutschen Morgenländischen Gesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. |Sammelwerk=Zeitschrift der Deutschen morgenländischen Gesellschaft |Ort=Leipzig |Band=Zweiter Band |Datum=1848 |Seiten=508 |Sprache=de |Online=[https://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/dmg/periodical/pageview/3362 Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt] |Abruf=2025-04-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die &amp;#039;&amp;#039;Indische Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Christian Lassens umfangreiches Werk &amp;#039;&amp;#039;Indische Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; stellt erstmals den gesamten damaligen Forschungsstand der altindischen Philologie und Altertumskunde sowie die gesamte Indische Geschichte bis zum Ende des Reiches von [[Vijayanagara]] dar. Windisch bezeichnet das Werk geradezu als Abschluss der gesamten ersten Periode der westlichen wissenschaftlichen Indienforschung.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Windisch, S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Werk folgt dem historischen Programm, welches zur damaligen Zeit in der [[Altphilologie]] betrieben worden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Friedrich August Wolf: &amp;#039;&amp;#039;Darstellung der Alterthums-Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Schriften in lateinischer und deutscher Sprache. Hrsg. von G. Bernhardy. II: Deutsche Aufsätze&amp;#039;&amp;#039;. Halle 1869, S.&amp;amp;nbsp;808–895.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dieser Annäherung an die in dieser Zeit äußerst einflussreiche Disziplin Altphilologie versuchte man damals auch, die Indologie als noch im Entstehen begriffenes akademisches Fach weiter zu legitimieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe: Dasgupta, op.cit., S. 38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine detaillierte Inhaltsangabe und Bemerkungen zu den von Lassen verwendeten Quellen findet sich im ersten Teil von Windischs &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Sanskritphilologie&amp;#039;&amp;#039; in den Kapitel XXII–XXVI, in welchen auch jeweils die wissenschaftlichen Fortschritte bis zum Jahr ihres Erscheinens 1917 angemerkt werden. Leider fehlt der äußerst umfangreichen &amp;#039;&amp;#039;Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; bis heute ein Index.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn Abschnitte wie der über die Geographie Indiens (Bd. 1, S.&amp;amp;nbsp;1–414) in diesem Umfang bis heute als Quellen der Bildung Geltung beanspruchen können, so ist die &amp;#039;&amp;#039;Altertumskunde&amp;#039;&amp;#039; heutzutage doch vor allem im wissenschaftshistorischen Hinblick relevant und die Mehrzahl der Lassen’schen Forschungsergebnisse ist mittlerweile überholt.&amp;lt;ref&amp;gt;A.L. Basham: „Such much historical material has come to light and so many lacunae in the story of India’s past have been filled since Lassen’s day that his work is now practically useless. His chronology has since been proved almost completely false; ...“, &amp;#039;&amp;#039;Modern historians of ancient India&amp;#039;&amp;#039;, In: C.H. Philips (Ed.): &amp;#039;&amp;#039;Historians of India, Pakistan and Ceylon&amp;#039;&amp;#039;. London 1961, S.&amp;amp;nbsp;260–293, 262.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswahlbibliographie ==&lt;br /&gt;
* mit Eugène Burnouf: &amp;#039;&amp;#039;Essai sur le Pali ou langue sacrée de la presqu&amp;#039;île au-delà du Gange&amp;#039;&amp;#039;. Paris 1826.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Commentatio geographica atque historica de pentapotamia india&amp;#039;&amp;#039; (Dissertation). Bonn 1827.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ueber Herrn Bopps grammatisches System der Sanskrit-Sprache&amp;#039;&amp;#039; [Rezension von Franz Bopps &amp;#039;&amp;#039;Ausführliches Lehrgebäude der Sanskrita-Sprache&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1827]. In: &amp;#039;&amp;#039;Indische Bibliothek.&amp;#039;&amp;#039; Band 3,1, 1830, S. 1–113.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gymnosophista sive indicae philosophiae documenta I,1: Isvaracrishnae Sankhya-caricam tenens.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1832.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die altpersischen Keil-Inschriften von Persepolis. Entzifferung des Alphabetes und Erklärung des Inhalts.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1836.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Institutiones linguae pracriticae&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1837.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte der Griechischen und Indoscythischen Könige in Baktrien, Kabul und Indien durch Entzifferung der altkabulischen Legenden auf ihren Münzen&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1838.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Indische Altertumskunde I: Geographie und älteste Geschichte&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1847 (2. Auflage 1867).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Indische Altertumskunde II: Geschichte des Buddha bis auf die Ballabhi- und jüngere Gupta-Dynastie&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1849–52 (2. Auflage 1873).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Indische Altertumskunde III: Geschichte des Handels und des griechisch-römischen Wissens von Indien und Geschichte des nördlichen Indiens von 319 nach Christi Geburt bis auf die Muhammedaner&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1857/58.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Indische Altertumskunde IV: Geschichte des Dekkhans, Hinterindiens und des indischen Archipels von 319 nach Christi Geburt bis auf die Muhammedaner und die Portugiesen. Nebst Umriss der Kulturgeschichte und der Handelsgeschichte dieses Zeitraums.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1861.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Klaus Karttunen: &amp;#039;&amp;#039;Christian Lassen (1800–1876), a neglected pioneer of indology&amp;#039;&amp;#039;. In: K. Preisendanz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Expanding and merging horizons. Contribution to South Asian and Cross-cultural Studies in commemoration of Wilhelm Halbfass.&amp;#039;&amp;#039; Austrian Academy of Science Press, Vienna 2007 (Denkschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, philologisch-historische Klasse, Band 351), S. 109–119 [mit Bibliographie].&lt;br /&gt;
* Willibald Kirfel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Briefwechsel A. W. von Schlegel – Christian Lassen&amp;#039;&amp;#039;. Cohen, Bonn 1914.&lt;br /&gt;
* Willibald Kirfel: &amp;#039;&amp;#039;Christian Lassen 1800–1876&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bonner Gelehrte. Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in Bonn. Sprachwissenschaften&amp;#039;&amp;#039;. Bouvier/Röhrscheid, Bonn 1970 (150 Jahre Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818–1968), S. 296–299.&lt;br /&gt;
* {{ADB|17|784|788|Lassen, Christian|Johannes Klatt|ADB:Lassen, Christian}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|13|673|673|Lassen, Christian|Friedrich Wilhelm|119512831}}&lt;br /&gt;
* [[Heiko Uecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Blick zurück: zwei norwegische Forscher in Bonn&amp;#039;&amp;#039; ([[Georg Valentin von Munthe af Morgenstierne]] und Christian Lassen). In: &amp;#039;&amp;#039;dialog. Mitteilungen der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft e. V., Bonn&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 46, S. 56–57. (https://www.dng-bonn.de/images/dialog/dialog_46.pdf)&lt;br /&gt;
* Ernst Windisch: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Sanskrit-Philologie und indischen Altertumskunde. I., II. Teil sowie nachgelassene Kapitel des III. Teils&amp;#039;&amp;#039;. de Gruyter, Berlin u. a. 1992 [siehe S. 154–158 (XX) und 164–197 (XXII–XXVI), siehe [https://opac.sub.uni-goettingen.de/DB=1.20/SET=5/TTL=1/SHW?FRST=1 hier].]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119512831}}&lt;br /&gt;
* [https://dwc.knaw.nl/en/biografie/pmknaw/?pagetype=authorDetail&amp;amp;aId=PE00001500 C. Lassen] Eintrag bei der [[Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften|Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119512831|LCCN=n87940388|VIAF=51823848}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lassen, Christian}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Norwegischer Emigrant in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Norweger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1800]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1876]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lassen, Christian&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=norwegisch-deutscher Indologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. Oktober 1800&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bergen (Norwegen)]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=8. Mai 1876&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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