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	<title>Christentum im Irak - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T10:49:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Christentum_im_Irak&amp;diff=931477&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;DerMaxdorfer: neue Monographie zur Thematik ergänzt; formale Kleinigkeiten</title>
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		<updated>2025-05-04T16:45:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;neue Monographie zur Thematik ergänzt; formale Kleinigkeiten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:King Faisal I with Chaldean bishops (1852 1947).jpg|miniatur|Iraks König [[Faisal I.|Faisal]] mit chaldäischen Bischöfen und dem Patriarchen [[Joseph Emmanuel II. Toma]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Christen im Irak&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bilden unter den [[Religionsgemeinschaften im Irak]] eine kleine religiöse und ethnische Minderheit,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nils Metzger |url=https://epublikationen.bundeswehr.de/de/profiles/d503d8132bf0/editions/11c7883603bb5b80fdb3/pages/5743463/widgets/69400440 |titel=In den Mühlen des Krieges |werk=epublikationen.bundeswehr.de |hrsg=epublikationen.bundeswehr.de |abruf=2021-03-02 |sprache=Deutsch |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei etwa 95 % der irakischen Christen zur [[Indigene Völker|indigenen]] Ethnie der [[Suryoye|Suraye]] gehören (auch bekannt als [[Assyrer (Gegenwart)|Assyrer]], [[Chaldo-Assyrer|Chaldäer]] und [[Aramäer (Gegenwart)|Aramäer]]) und 3 % [[Armenier im Irak|Armenier]] sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Reuters Staff |Titel=Factbox: Iraq’s Christian denominations |Sammelwerk=Reuters |Datum=2021-03-01 |Online=https://www.reuters.com/article/us-pope-iraq-christians-sects-factbox-idUSKCN2AT1UZ |Abruf=2021-03-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor der Eroberung durch den Islam im 7. Jahrhundert bildeten sie die Mehrheitsbevölkerung im Gebiet des heutigen [[Irak]]. Durch die [[islamische Expansion]] wurden sie zur Minderheit. Kirchengeschichtlich entstammen die Christen im Irak überwiegend dem syrischen, daneben vor allem dem [[Armenische Apostolische Kirche|armenischen]] Christentum. Die Christen im Irak, ähnlich wie die [[Christentum in Ägypten|Christen in Ägypten]] ([[Kopten]]), befinden sich hierbei in einer doppelten Minderheitenrolle: Zum einen bilden sie eine religiöse Minderheit, zum anderen ist diese auch identisch mit einer [[Indigene Völker|indigenen]] ethnischen Minderheit der [[Syrische Sprache|syrisch-aramäischsprachigen]] Bevölkerung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Michael Wrase |url=https://www.luzernerzeitung.ch/international/nahost-die-christen-im-irak-haben-viel-leid-erfahren-was-sie-sich-vom-anstehenden-besuch-des-papstes-erhoffen-ld.2109697 |titel=Die Christen im Irak haben viel Leid erfahren – was sie sich vom anstehenden Besuch des Papstes erhoffen |werk=[[Luzerner Zeitung]] |datum=2021-03-05 |abruf=2021-03-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aramäisch wurde im Zuge der [[Islamisierung]] mehr und mehr durch das Arabische ersetzt, so dass es sich vielfach nur noch als Kirchensprache erhalten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Basra, Galérie agréable du Monde.jpg|mini|Anfang des 17. Jahrhunderts gestattete Emir Afrasiyab katholischen Portugiesen die Errichtung einer Kirche vor Basra]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet des heutigen Irak wurde in der Bibel erwähnt, insbesondere im [[Altes Testament|Alten Testament]]. Das &amp;#039;&amp;#039;Paradies&amp;#039;&amp;#039; der [[Genesis (Bibel)|Schöpfungsgeschichte]] und die [[Sintflut]] wurden in einem Teil [[Mesopotamien]]s lokalisiert. Die Sippe [[Abraham]]s soll aus der Gegend von [[Ur (Stadt)|Ur]] stammen – dem früher [[sumer]]ischen [[Chaldäa]]. Vor der Zeitenwende war dieser Name auch für [[Astrologie|Sterndeuter]] persischer oder [[Zoroastrismus|zoroastrischer]] Herkunft gebräuchlich (siehe auch &amp;#039;&amp;#039;[[Stern von Betlehem|Stern der Weisen]]&amp;#039;&amp;#039;). Im [[Alte Kirche|Frühchristentum]] breitete sich das Christentum über den ganzen [[Naher Osten|Nahen Osten]] aus und führte auch im römischen, byzantinischen und im [[Sasanidenreich]] zu einer großen Zahl von Gemeinden unter der Leitung von [[Bischof|Bischöfen]]. Oberster Bischof war der [[Katholikos]], der in der Hauptstadt residierte, unter den Sasaniden in [[Seleukeia-Ktesiphon]], in islamischer Zeit in [[Bagdad]] oder in bzw. bei [[Mossul]]. Innerkirchliche Auseinandersetzungen der Spätantike, Bevölkerungsbewegungen und neuzeitliche abendländische Unionsbemühungen führten zur Bildung konkurrierender Kirchengemeinschaften, die das heutige Bild des Christentums im Irak mitbestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kirchen im Irak ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Assyrer im Irak|Römisch-katholische Kirche im Irak}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Chaldean Catholic Cathedral of Saint Joseph 2005 (Ankawa, Erbil, Iraq).jpg|mini|Chaldäisch-katholische Kathedrale &amp;#039;&amp;#039;Mar Yousif&amp;#039;&amp;#039; im kurdischen [[Erbil]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten heutigen Kirchenorganisationen sind:&lt;br /&gt;
* Das [[Patriarchat von Bagdad]] der [[Chaldäisch-katholische Kirche|Chaldäisch-katholischen Kirche]] mit [[Ostsyrischer Ritus|ostsyrischer Liturgie]], zum Teil in arabischer Sprache. Ihre Mitglieder werden Chaldäer genannt. Der Patriarch steht zugleich der Diözese Bagdad vor. Weitere [[Diözese|Bistümer]] sind: [[Alqosch]], [[Amediye]], [[Akrê|Aqra]], [[Erbil|Arbela]], [[Basra]], [[Kirkuk]], Mossul, [[Zaxo]]. Ein Patriarchalseminar gibt es in Bagdad, ein von den Dominikanern geleitetes in Mossul.&lt;br /&gt;
* Die [[Assyrische Kirche des Ostens]] (auch [[Nestorianismus|Nestorianer]]) und deren Absplitterung [[Alte Kirche des Ostens]] mit ostsyrischer Liturgie. Ihre Anhänger bezeichnen sich vorzugsweise als [[Assyrer (Gegenwart)|Assyrer]]. Für sie wirken Bischöfe in Bagdad, [[Dohuk]], Kirkuk und Mossul, darunter Katholikos [[Addai II.]]&lt;br /&gt;
* Die [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien]], im hiesigen Gebiet vormals organisiert als „[[Maphrian]]at des Ostens“, mit [[Antiochenischer Ritus|westsyrischer Liturgie]]. Ihre Angehörigen nennt man heute, besonders in der Diaspora, gerne [[Aramäer (Gegenwart)|Aramäer]]. Sie haben Bischöfe mit Sitz in Bagdad ([[Kathedrale St. Peter und Paul (Bagdad)|Kathedrale St. Peter und Paul]]), im frühkirchlichen [[Mor-Mattai-Kloster]], in Mossul und ebendort ein Seminar.&lt;br /&gt;
* Die [[Syrisch-katholische Kirche]] besitzt ein Erzbistum in Bagdad und eines in Mossul.&lt;br /&gt;
* Die [[Armenische Apostolische Kirche]] mit einem Erzbistum des Katholikats Etschmiadsin in Bagdad mit [[Armenischer Ritus|armenischer Liturgie]]. Primas: Erzbischof Avak Asadourian.&lt;br /&gt;
* Die [[Armenisch-katholische Kirche]] mit einem Erzbistum in Bagdad mit armenischer Liturgie.&lt;br /&gt;
Daneben gibt es im Irak mehrere Diasporagemeinden, darunter lateinische [[Römisch-katholische Kirche|Katholiken]] und verschiedene protestantische Gruppierungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anzahl ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A church in Baghdad.jpg|miniatur|Kirche in Bagdad]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Irak – dem Kernland des früheren [[Mesopotamien]] – stellten die Christen seit dem 1. Jahrhundert einen zunehmenden Anteil der Bevölkerung, der erst nach dem Vordringen des [[Islam]] im 7. Jahrhundert deutlich zurückging. Zahlreiche irakische Christen flohen aus wirtschaftlichen und politischen Gründen. Im Jahre 2003 wurde der Anteil der Christen im Irak mit acht Prozent, 2007 mit zwei Prozent der Gesamtbevölkerung (ca. 29 Millionen) angegeben, was etwa einem Rückgang von zwei Millionen auf 580.000 Menschen entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;Otmar Oehring: [http://www.kas.de/wf/doc/kas_19183-544-1-30.pdf?100326123942 &amp;#039;&amp;#039;Zur gegenwärtigen Situation der Christen im Nahen Osten.&amp;#039;&amp;#039; KAS-Auslandsinformationen, 4/2010.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Etwa 1,5 Millionen flüchteten innerhalb von zehn Jahren nach [[Syrien]] bzw. [[Jordanien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ciaworldfactbook&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/iz.html |wayback=20181224065934 |text=Eintrag zu Iraq |archiv-bot=2022-10-17 22:57:58 InternetArchiveBot }} im [[The World Factbook|CIA World Factbook]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für 2009 wurde die Zahl der [[Römisch-katholische Kirche im Irak|irakischen katholischen Christen]] auf knapp 294.000 beziffert, welche ihrerseits 80 % der christlichen Gemeinschaft des Irak stellen. Damit hätte die Zahl der Christen im Irak die 1-Prozent-Marke unterschritten. Der Anteil der Christen belief sich nach Schätzungen des [[The World Factbook|CIA World Fact Book]] Mitte 2015 nur noch auf 0,8 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ciaworldfactbook&amp;quot; /&amp;gt; Viele irakische Christen machen sich daher um die zukünftige Existenz ihrer Gemeinden Sorgen, da der [[Auswanderung|Exodus]] weiterhin anhält.&amp;lt;ref&amp;gt;Inga Rogg: [http://taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/die-tage-sind-gezaehlt/ &amp;#039;&amp;#039;Christen im Irak: Die Tage sind gezählt&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Tageszeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 1. September 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsgebiete ==&lt;br /&gt;
Nach den Mongoleneinfällen im 12. Jahrhundert zogen sich die Christen des heutigen Irak auf den Norden zurück, das [[Hakkâri (Fürstentum)|Hakkari]]-Gebirge, Wohnsitz der semi-autonomen [[Assyrer (Gegenwart)|Assyrer-Stämme]], und die Ebenen von [[Mossul]] und [[Urmia]] (Iran). Im Gefolge des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] wurde das Gebirge und das Gebiet um Urmia von Christen weitgehend entvölkert. Die Überlebenden flüchteten zum Teil ins Ausland (Syrien, UdSSR, USA usw.). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zogen die Christen des Irak zunehmend in die sicher scheinenden Städte, auch in die Hauptstadt [[Bagdad]], das zu einem wichtigen Christenzentrum wurde, in dem sich auch die Kirchenführungen niederließen. Im Gefolge der jüngsten Irakkriege ist, neben Flucht oder Auswanderung in fremde Staaten, ein erneuter Rückzug in den nördlichen Landesteil zu beobachten. Dort stellen die Christen in der [[Ninive-Ebene]] die Bevölkerungsmehrheit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwartslage ==&lt;br /&gt;
Unter dem Regime von [[Saddam Hussein]] hatte die Religionsfreiheit der Christen keinen schlechten Stand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Anne Nivat]] |Titel=Lendemains de guerre en Afghanistan et en Irak |Auflage=2 |Verlag=Librairie Arthème Fayard |Ort=Paris |Datum=2007 |Reihe=Le Livre de Poche |NummerReihe=30763 |ISBN=978-2-253-11936-4 |Seiten=305, 307 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seiner Regierung gehörten auch christliche Minister wie der Assyrer [[Tariq Aziz]] an; die Regierung förderte seit 1972 die Pflege der aramäischen Sprache. Andere aus christlichen Familien stammende Politiker wie [[Michel Aflaq]] oder [[Elias Farah]] wurden als Baath-Ideologen hochgeehrt. Jedoch verstaatlichte die Regierung 1974&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; alle christlichen Privatschulen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seit 2005 zunehmenden Kämpfe zwischen [[Schia|Schiiten]] und Sunniten sowie der islamistische [[Terrorismus]] im Irak machen nach Mitteilung chaldäisch-katholischer Bischöfe die dortige Lage der Christen immer bedrohlicher. Die meisten flohen in die Nachbarländer [[Syrien]] und [[Jordanien]], in die Türkei, den [[Libanon]], nach Europa oder in die USA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzbischof [[Louis Raphaël I. Sako]] von [[Kirkuk]] teilte 2006 mit, lediglich im [[Kurden]]gebiet sei die Situation noch erträglich. „Es gibt dort Städte, in denen sich die Zahl der Christen innerhalb von drei Jahren verdoppelt hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Christ in der Gegenwart 58, 2006, 370&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nordirak wird seit Mai 2007 vom deutschen Innenministerium nicht mehr als inländische Fluchtalternative für Christen aus dem Irak angesehen. Andere Beobachter wie die [[Gesellschaft für bedrohte Völker]] (GfbV) zeichneten dagegen sogar ein noch negativeres Bild der Situation der irakischen Christen und rechneten mit einem Ende der fast 2000-jährigen Geschichte der Christen auf dem Gebiet des heutigen Irak.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chronologie der schwersten Übergriffe gegen die Christen seit 2003 ===&lt;br /&gt;
* 1. August 2004: Sechs [[Autobombe]]n explodieren innerhalb weniger Minuten vor fünf christlichen Kirchen, vier in [[Bagdad]] und eine in [[Mossul]]. 18 Tote und etwa 60 Verletzte sind zu beklagen.&lt;br /&gt;
* 29. Januar 2006: Eine Serie koordinierter Explosionen in der Umgebung von Kirchen und christlichen Gebäuden in Kirkuk und Bagdad tötet drei Personen und verletzt neun.&lt;br /&gt;
* 9. Oktober 2006: Der syrisch-orthodoxe Priester Paulos Iskandar wird in Mossul entführt. Zwei Tage später wird er enthauptet gefunden.&lt;br /&gt;
* 26. November 2006: Monther Saqa, Pastor einer evangelikalen Kirche in Mossul, wird entführt und einen Tag später tot aufgefunden.&lt;br /&gt;
* 3. Juni 2007: In Mossul wird der Pfarrer Ragheed Aziz Ghanni überfallen, dessen Pkw von bewaffneten Männern angehalten wird. Der Priester und drei ihn begleitende Subdiakone werden ermordet.&lt;br /&gt;
* 6. Januar 2008: Die chaldäische St.-Paulus-Kirche in Mossul wird durch eine Explosion fast zerstört; es werden auch eine nestorianische Kirche und das Dominikanerinnenkloster &amp;#039;&amp;#039;Jadida&amp;#039;&amp;#039; getroffen. Drei Tage später explodiert eine Autobombe gegen die chaldäische Heilig-Kreuz-Kathedrale und die Sankt-Epräm-Kirche der Syrisch-Orthodoxen.&lt;br /&gt;
* 29. Februar 2008: Der chaldäische Erzbischof von Mossul, mons. Paulos Faraj Rahho, wird entführt; seine drei Begleiter werden an Ort und Stelle ermordet. Die Leiche des Erzbischofs wird am 13. März aufgefunden. In den folgenden Monaten werden noch Tausende christliche Familien fliehen, vor allem in den [[Libanon]] oder nach [[Syrien]].&amp;lt;ref&amp;gt;Luca Geronico, &amp;#039;&amp;#039;[[Avvenire]]&amp;#039;&amp;#039;, 8. März 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 5. April 2008: In Bagdad wird der syrisch-orthodoxe Priester Youssef Adel durch Schusswaffen getötet.&amp;lt;ref&amp;gt;Warren Mass, „Beirut Times“, 2. Januar 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 31. Oktober 2010: 52 Tote nach einer [[Anschlag auf die Sayidat-al-Nejat-Kathedrale in Bagdad 2010|Geiselnahme]] in der [[Sayidat-al-Nejat-Kathedrale]] in Bagdad&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-11/bagdad-geiselnahme-kirche | titel=Tödliches Ende eines Gottesdienstes | autor=Sabah Arar | hrsg=Zeit online | datum=2010-11-01 | zugriff=2011-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Exodus ===&lt;br /&gt;
Das [[Vereinte Nationen|UNO]]-Flüchtlingskommissariat [[Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen|UNHCR]] berichtete im März 2007, dass Christen im Irak ihres Lebens nicht mehr sicher seien: Religiös motivierte Gewalttaten nehmen im Land weiter zu. Daher versuchen jeden Monat Christen das Land zu verlassen, um den vielfältigen [[Christenverfolgung]]en zu entgehen. Nach Roland Schönbauer (UNHCR-Österreich) habe im Irak die Gewalt gegen Christen und ihre Kirchen seit Jahresbeginn explosionsartig zugenommen, was einen regelrechten [[Auswanderung|Exodus]] orientalischer Christen zur Folge habe. Laut einem Bericht von [[Le Monde]] im März 2008&amp;lt;ref&amp;gt;[[Marc Stenger]] (Bischof von Troyes), Ghaleb Bencheikh, Jean-Claude Petit, Laurent Larcher: [http://www.lemonde.fr/opinions/article/2008/03/24/la-tragedie-des-chretiens-d-irak_1026755_3232.html &amp;#039;&amp;#039;La tragédie des chrétiens d’Irak.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Le Monde]]&amp;#039;&amp;#039;, 24. März 2008 (französisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; hatten von den rund 700.000 irakischen Christen, die noch vor dem Krieg im Irak lebten, etwa die Hälfte ihre Häuser verlassen, fast 180.000 flohen in Nachbarländer. Weiterhin befürchten die Autoren des zitierten Artikels in der französischen Tageszeitung, dass soweit der Exodus anhält bzw. die Gründe für den Exodus anhalten, die seit dem 1. Jahrhundert bestehenden christlichen Gemeinden des Iraks, eine der ältesten christlichen Religionsgemeinschaften überhaupt, bald für immer verschwunden sein könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;https://web.archive.org/web/20160305043515/http://www.frankfurter-hefte.de/Archiv/2014/Heft_09/Zwischenruf/&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juli 2014 haben die letzten Christen Mossul verlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alissa J. Rubin: [http://www.nytimes.com/2014/07/19/world/middleeast/isis-forces-last-iraqi-christians-to-flee-mosul.html &amp;#039;&amp;#039;ISIS Forces Last Iraqi Christians to Flee Mosul.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[The New York Times]]&amp;#039;&amp;#039;, 18. Juli 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontingent-Aufnahme in Deutschland ===&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde seit Beginn des Jahres 2008 verstärkt über eine Kontingent-Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak diskutiert, die einer religiösen Minderheit angehören. Vorbild war dabei die Aufnahme der vietnamesischen „boat-people“ in den 70er Jahren. Insbesondere die Menschenrechtsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion [[Erika Steinbach|Steinbach]] wie auch Bundesinnenminister [[Wolfgang Schäuble]] hatten sich im Vorfeld der Frühjahrs-Innenministerkonferenz positiv dazu geäußert, ebenso der bayrische Innenminister [[Joachim Herrmann (Politiker, 1956)|Joachim Herrmann]].&amp;lt;ref&amp;gt;Pressemitteilung 139/08 vom 11. April 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im November 2008 einigte sich Deutschland mit der EU und nahm 2500 irakische Christen auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Netzeitung: {{Webarchiv | url=http://www.netzeitung.de/spezial/europa/1221657.html | wayback=20110719162551 | text=Europa einigt sich auf Aufnahme von 10.000: Deutschland nimmt 2500 Iraker auf.}} 27. November 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Assyrer im Irak]]&lt;br /&gt;
* [[Syrisches Christentum]]&lt;br /&gt;
* [[Armenier im Irak]]&lt;br /&gt;
* [[Assyrer (Gegenwart)|Assyrer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
In der Reihenfolge des Erscheinens:&lt;br /&gt;
* [[Thomas Schirrmacher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Aufnahme verfolgter Christen aus dem Irak in Deutschland. Die Vorgeschichte eines ungewöhnlichen Beschlusses im Spiegel der Presse.&amp;#039;&amp;#039; Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2009.&lt;br /&gt;
* Hatune Dogan: &amp;#039;&amp;#039;Es geht ums Überleben. Mein Einsatz für die Christen im Irak.&amp;#039;&amp;#039; Herder, Freiburg 2010.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Prieto Peral]], Horst Oberkampf: &amp;#039;&amp;#039;Heimat oder Exil. Zur Lage der Christen im Irak.&amp;#039;&amp;#039; Neuendettelsau 2013.&lt;br /&gt;
* Kenan Engin: &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkrieg im Irak: Sind die Christen noch da?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte]]&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 2014, Heft 9, S. 13–16.&lt;br /&gt;
* [[Fernando Filoni]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Christen im Irak. Geschichte, Entwicklung und Sendung von den Anfängen bis in unsere Zeit&amp;#039;&amp;#039;. camino, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-460-50031-0.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Kopp]]: &amp;#039;&amp;#039;Iraks christliches Erbe. Vom Überleben im Zweistromland.&amp;#039;&amp;#039; Herder, Freiburg 2025, ISBN 978-3-451-02437-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20091213012914/http://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2009/12-07-christenverfolgung-2009-bilanz-interview-berthold-pelster Christenverfolgung 2009 – Eine Bilanz]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://oe1.orf.at/inforadio/65996.html?filter= | wayback=20080612164148 | text=Christen im Irak}}&lt;br /&gt;
* Klaus Barwig: [http://www.akademie-rs.de/fileadmin/user_upload/pdf_archive/barwig/Herder_Korrespondenz/HK_62_2008_03_Ss_142ff.pdf Flüchtlinge in der Sackgasse – zur Situation von Christen, Yeziden und Mandäern aus dem Irak] Herder Korrespondenz 3/2008 (PDF; 65&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [[Antoine Audo]] SJ: [https://web.archive.org/web/20140810160951/http://www.icin.org.uk/files/5613/1505/0279/Audo_Part_II_Christians_of_Iraq.pdf &amp;#039;&amp;#039;Christians of Iraq. History and prospects&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 88&amp;amp;nbsp;kB, englisch)&lt;br /&gt;
* Ulrich Pick: [http://www.deutschlandfunk.de/verfolgte-christen-keine-heimat-mehr-im-orient.724.de.html?dram:article_id=278855 &amp;#039;&amp;#039;Verfolgte Christen – Keine Heimat mehr im Orient&amp;#039;&amp;#039;]. Deutschlandfunk – „[[Hintergrund (Hörfunksendung)|Hintergrund]]“ vom 3. März 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Christentum in Asien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum im Irak| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christenfeindlichkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;DerMaxdorfer</name></author>
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