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	<title>Chloratsprengstoffe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T06:45:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Chloratsprengstoffe&amp;diff=1213497&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-61066-0: Einheit der Detonationsgeschwindigkeit auf km/s statt km*s korrigiert.</title>
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		<updated>2025-09-15T09:45:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einheit der Detonationsgeschwindigkeit auf km/s statt km*s korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chloratsprengstoffe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chloratite&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) sind nichthomogene [[Sprengstoff]]e auf Basis von [[Chlorate]]n. Verwendet werden Gemische von Chloraten der Alkalimetalle [[Natrium]] und [[Kalium]] mit kohlenstoffreichen organischen Verbindungen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Holzmehl]], Petroleum, Ölen, Fetten oder Nitroderivaten von [[Benzol]], [[Toluol]] oder [[Naphthalin]].&amp;lt;ref name=woc&amp;gt;Wissenschaft-Online-Lexika: &amp;#039;&amp;#039;Eintrag zu Chloratsprengstoffe im Lexikon der Chemie,&amp;#039;&amp;#039; abgerufen am 6. August 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Chloratsprengstoffe werden seit dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] in Deutschland nicht mehr hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der französische Chemiker [[Claude-Louis Berthollet]] erhielt 1786 durch Einleiten von [[Chlor]] in eine heiße [[Kaliumhydroxid]]-Lösung neben [[Kaliumchlorid]] ein bis dahin unbekanntes Salz, das [[Kaliumchlorat]], das beim Erhitzen leicht [[Sauerstoff]] abgab. Berthollet nannte das neue Salz „überoxydiert salzsaures Kali“. Bald hatte er die Idee, das Chlorat als Ersatz von [[Kaliumnitrat|Kalisalpeter]] zur Herstellung eines neuen [[Schießpulver]]s zu verwenden, da ein mit Kaliumchlorat hergestelltes Produkt wesentlich explosiver als das herkömmliche war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Annales di Chimie.&amp;#039;&amp;#039; Bd. IX, S. 22&amp;lt;/ref&amp;gt; Erste Versuche zusammen mit [[Antoine Laurent de Lavoisier|de Lavoisier]] in einer [[Staatspulverfabrik]] in [[Corbeil-Essonnes|Corbeil]] führten wegen der hohen Schlagempfindlichkeit des Chlorats zu mehreren tödlichen Unfällen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Journal de Paris&amp;#039;&amp;#039; vom 31. Oktober 1788&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Herstellung eines weniger gefährlichen Chloratsprengstoffs wurde zunächst der [[Schwefel]] weggelassen und später weitere Komponenten wie [[Stärke]], [[Kolophonium]] oder [[Saccharose|Zucker]] als Ersatz für das [[Holzkohle]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;pulver eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Wolff: &amp;#039;&amp;#039;Anweisung das Schießpulver zu bereiten.&amp;#039;&amp;#039; Berlin, 1816&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen ungünstiger Auswirkungen auf die Schusswaffen, etwa [[Korrosion]], wurde vom Einsatz als Schießpulver bald abgesehen. Die Chemiker P. A. Blake und [[Hermann Sprengel]] übernahmen ab 1870 das Prinzip der [[Initialzündung]] über [[Knallquecksilber]] für Chloratsprengstoffe, weshalb einige Chlorate auch als „Sprengelsche Sprengstoffe“ bezeichnet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Journal of the Chemical Society|J. Chem. Soc.]]&amp;#039;&amp;#039; 796 (1873).&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Komponenten setzte Sprengel erstmals neben Chlorat verschiedene – meist flüssige – organische Nitroverbindungen wie [[Nitrobenzol]], [[Nitronaphthalin]] und [[Pikrinsäure]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften und Typen ==&lt;br /&gt;
Chloratsprengstoffe sind nichthomogene Explosivstoffe, d.&amp;amp;nbsp;h., sie bestehen aus mindestens zwei Komponenten: einem starken [[Oxidationsmittel]] (Chlorat) sowie einem [[Reduktionsmittel|oxidierbaren Stoff]]. Bei den ersten Typen als Schießpulverersatz wurde das Kaliumchlorat mit Schwefel und Holzkohle vermischt, wobei ein explosionsstarkes, aber auch gegen Schlag und Reibung äußerst empfindliches Gemisch entstand. Alle späteren Chloratsprengstoffe enthielten anstatt Kohle und Schwefel andere oxidierbare Stoffe; dies waren zunächst einfache organische Gemische wie Stärke, Mehl oder Zucker. Später wurden flüssige organische Lösungsmittel – etwa flüssige [[Kohlenwasserstoffe]] – zugesetzt; die entstandenen Mischungen wurden als &amp;#039;&amp;#039;Chloratite&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. P. A. Blake, Hermann Sprengel und E. A. G. Street verwendeten zähflüssigere Öle und zusätzlich organische [[Nitroverbindungen]], wodurch die Explosionsstärke erhöht und gleichzeitig die Reibungsempfindlichkeit herabgesetzt wurde. Bei Einsatz von zähen Lösungsmitteln werden die Chloratsprengstoffe als [[Cheddite]] bezeichnet. Das &amp;#039;&amp;#039;United States Dept. of the Army&amp;#039;&amp;#039; berichtete noch 1992 von der Produktion von &amp;#039;&amp;#039;Gelatine-Cheddite&amp;#039;&amp;#039; als [[Plastiksprengstoff]] für militärische Zwecke in der [[Schweiz]].&amp;lt;ref name=me&amp;gt;United States Dept. of the Army: &amp;#039;&amp;#039;Military explosives.&amp;#039;&amp;#039; Headquarters Dept. of the Army, 1992&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chloratite ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Chloratit 1&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Chloratit 2&amp;#039;&amp;#039; bestehen aus 70–80 % bzw. 70–85 % Kalium- oder [[Natriumchlorat]], 12–20 bzw. 10–20 % organischer Nitroverbindungen, jeweils 1–5 % Pflanzenmehl und 3–5 % Kohlenwasserstoffen, Ölen oder Fetten. Bei Chloratit 1 wurde noch 2–6 % [[Nitroglyzerin]] zugesetzt. &amp;#039;&amp;#039;Chloratit 3&amp;#039;&amp;#039; enthält 88–91 % Kalium- oder Natriumchlorat, 9–12 % organische Kohlenwasserstoffe und einen Zusatz von Holzmehl.&amp;lt;ref name=anlbbk&amp;gt;Moritz Ferdinand Gaetzschmann: &amp;#039;&amp;#039;Vollständige Anleitung zur Bergbaukunst, Volume 3.&amp;#039;&amp;#039; J.G. Engelhardt, 1846, S. 221&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Detonationsgeschwindigkeit]] bei der Explosion beträgt für Chloratit 3 lediglich 3,35&amp;amp;nbsp;km/s,&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Römpp: &amp;#039;&amp;#039;Chemie lexikon, Band 1.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage, Franckh-Verlag, 1952, S.&amp;amp;nbsp;331&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Sprengkraft jedoch ~1 [[TNT-Äquivalent]]e (Sprengkraft im Verhältnis zu der von TNT).&amp;lt;ref&amp;gt;{{RömppOnline|ID=RD-03-01392|Name=Chlorat-Sprengstoffe|Abruf=2015-07-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese reibungsempfindlichen Mischungen sind weitgehend durch handhabungssichere Explosivstoffe verdrängt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Cheddite ===&lt;br /&gt;
Sprengstoffmischungen von Chloraten mit Binde-/Lösungsmitteln wie Ölen, Harzen oder [[Nitrocellulose]] unter Zusatz von Nitroverbindungen werden als [[Cheddite]] bezeichnet. Diese sind meist wesentlich zäher als die Chloratite und ähneln am ehesten dem Chloratit 2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brisante Mischungen ===&lt;br /&gt;
Sehr brisant sind Mischungen mit leicht oxidierbaren Stoffen wie beispielsweise [[Schwefel]], [[Phosphor]], [[Iod]] und [[Kohlenstoff]], die schon durch Reibung, Stoß oder Schlag explodieren können. Die brisantesten Mischungen sind mit rotem Phosphor und gelten bei feinster Vermischung als dynamitähnlich („[[Armstrongsche Mischung]]“). In der Technik werden Mengen im einstelligen Milligrammbereich daher nur nass vermischt und mit [[Bindemittel]] für Knallkorken und Zündblättchen verwendet. Die bei Vorlesungsversuchen angewendete Mischung der trockenen Komponenten mittels Vogelfeder ist zu gefährlich und unnötig, da nach A. Stettbacher&amp;lt;ref&amp;gt;A. Stettbacher: &amp;#039;&amp;#039;Spreng- und Schießstoffe&amp;#039;&amp;#039;, Zürich 1948&amp;lt;/ref&amp;gt; in 96-prozentigem [[Ethanol]] die Mischung gefahrlos erfolgen kann und erst nach Verdunstung des Alkohols bei Druck Explosion erfolgt. Diese tritt auch bei Mischungen des Chlorats mit organischen Stoffen, z.&amp;amp;nbsp;B. Holzmehl oder Petroleum nach Reibung, Schlag oder [[Initialzündung]] ein. Hierdurch ist es schon oft zu Unfällen gekommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendungseinschränkung ===&lt;br /&gt;
In der [[Europäische Union|EU]] dürfen Chloratsprengstoffe mit einem Chloratgehalt über 85 % nur noch im [[Salzbergwerk|Salzbergbau]] eingesetzt werden.&amp;lt;ref name=woc/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Moritz Ferdinand Gätzschmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Lehre von den bergmännischen Gewinnungsarbeiten&amp;#039;&amp;#039;. J.G. Engelhardt, 1846; S. 221 ([https://books.google.ch/books?id=lSBDAAAAIAAJ&amp;amp;pg=RA1-PA221&amp;amp;hl=de Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Josef Köhler, Rudolf Meyer, Axel Homburg: &amp;#039;&amp;#039;Explosivstoffe&amp;#039;&amp;#039;. 10. Auflage, Wiley-VCH, 2008, ISBN 978-3-527-32009-7; S. 65 ([https://books.google.ch/books?id=7H29ulrW7GkC&amp;amp;pg=PA65&amp;amp;hl=de Digitalisat])&lt;br /&gt;
* Richard Escales: &amp;#039;&amp;#039;Die Chloratsprengstoffe.&amp;#039;&amp;#039; Veit, Leipzig, 1910, (Reprint 2002), ISBN 3-8311-2616-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprengstoff| Chloratsprengstoffe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-61066-0</name></author>
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