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	<title>Chioniten - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T08:53:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Tolanor am 22. März 2025 um 01:16 Uhr</title>
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		<updated>2025-03-22T01:16:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chioniten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; waren eine [[spätantike]] Nomadengruppe im  [[Spätantike#Zentralasien und der fernere Osten: Reitervölker und die chinesische Großmacht|Zentralasien]]. Ihr Name ist möglicherweise vom [[Persische Sprache|mittelpersischen]] Wort &amp;#039;&amp;#039;X(i)yon&amp;#039;&amp;#039; („Hunne“) abgeleitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Erscheinen dieser ersten Gruppe der &amp;#039;&amp;#039;[[Iranische Hunnen|iranischen Hunnen]]&amp;#039;&amp;#039; ist zeitlich etwa eine Generation vor dem Auftauchen der europäischen [[Hunnen]] anzusetzen, welche 375 die [[Wolga]] überschritten. Die Chioniten waren mit diesen aber wahrscheinlich nicht verwandt; allerdings ist auch die ethnische Zusammensetzung der „hunnischen“ Gruppen, die zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert nacheinander an der Nordostgrenze des [[Sassanidenreich]]s auftauchten (Chioniten, [[Kidariten]], [[Alchon]]- und [[Nezak]]-Gruppe sowie die [[Hephthaliten]]), nicht restlos geklärt. Der Begriff der &amp;#039;&amp;#039;iranischen Hunnen&amp;#039;&amp;#039; geht auf die Forschungen [[Robert Göbl]]s zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Göbl: &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur Geschichte der iranischen Hunnen in Baktrien und Indien.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Wiesbaden 1967.&amp;lt;/ref&amp;gt; Göbl hat die Chioniten (obwohl sie in schriftlichen Quellen erwähnt werden) in seine auf numismatischen Auswertungen beruhenden Überlegungen nicht einbezogen, da von ihnen keine Münzprägungen überliefert sind und er vor allem von diesem Kriterium ausging. Die Bezeichnung „Hunnen“ ist hierbei nicht als ethnischer Begriff zu verstehen, sondern als eine Sammelbezeichnung zentralasiatischer Gruppen, die im eigentlichen Sinne nicht unbedingt miteinander verwandt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Timo Stickler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Hunnen.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53633-5, S. 29ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neueren Forschung wird meist angenommen, dass die Dynastie der Kidariten aus den Chioniten hervorging. Dabei ist die These aufgestellt worden, dass Chioniten und Kidariten nicht zwei getrennte Gruppen waren, sondern die Kidariten vielmehr ein Clan der Chioniten waren bzw. von ihnen abstammten.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel T. Potts: &amp;#039;&amp;#039;Nomadism in Iran. From Antiquity to the Modern Era.&amp;#039;&amp;#039; Oxford u.&amp;amp;nbsp;a. 2014, S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Felix bezeichnet sie in der &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]]&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;wahrscheinlich [[Iranische Völker|iranischer]] Herkunft&amp;#039;&amp;#039; („probable Iranian origin“), doch sind genaue Aussagen kaum möglich. Manche Forscher, etwa [[James Howard-Johnston]], nehmen an, dass sich hinter den &amp;#039;&amp;#039;X(i)yon&amp;#039;&amp;#039; bzw. den Chioniten Teile der [[Xiongnu]] verbergen, die aus Ostasien nach Westen gezogen seien, doch ist diese Hypothese sehr umstritten. Einige Forscher (wie [[Richard Nelson Frye]] und [[Peter Benjamin Golden]]) vermuteten, dass die Chioniten großteils ein [[Turkvölker|Turkvolk]] waren, später jedoch auch Teile von besiegten anderssprachigen Stämmen aufnahmen und integrierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Nelson Frye: &amp;#039;&amp;#039;Pre-Islamic and early Islamic cultures in Central Asia&amp;#039;&amp;#039;. In: Robert L. Canfield (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Turko-Persia in historical perspective&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge 1991, hier S. 49; Peter B. Golden: &amp;#039;&amp;#039;Turks and Iranians: a cultural sketch.&amp;#039;&amp;#039; In: Lars Johanson, Christiane Bulut (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Turkic-Iranian Contact Areas: Historical and Linguistic Aspects.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2005, hier S. 19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedoch ist keine dieser Theorien derzeit mehrheitlich anerkannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest steht nur: Die Chioniten werden zur Zeit des persischen Sassanidenkönigs [[Schapur II.]] (reg. 309–379) von dem römischen Geschichtsschreiber [[Ammianus Marcellinus]], der wichtigsten Quelle für diese Zeit, als &amp;#039;&amp;#039;Chionitae&amp;#039;&amp;#039; in der Region erwähnt, in der damals die Perser eine Oberherrschaft über die einstigen [[Kuschana]]-Provinzen ausübten. Im Jahr 350 griffen diese Nomaden, speziell die Chioniten, Schapur II. an. In mehreren Feldzügen konnte der Perserkönig zwar die Nordostgrenze seines Reiches sichern, wobei Schapur (wie eine gefundene Inschrift beweist) 356 von der Region des heutigen [[Kabul]] aus gegen die Invasoren agierte. Nach dem Krieg waren die Chioniten aber mit einiger Sicherheit die neuen Herren [[Baktrien]]s mit [[Balch]], da dort die Münzprägung der Kuschana-Schahs aufzuhören scheint. Ihr damaliger König hieß [[Grumbates]], der sich Schapur II. unterordnete und bei der [[Belagerung von Amida|Belagerung der römischen Festung Amida]] 359 anwesend war, wie aus dem Geschichtswerk des Ammianus hervorgeht.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu auch [[John F. Matthews|John Matthews]]: &amp;#039;&amp;#039;The Roman Empire of Ammianus.&amp;#039;&amp;#039; Duckworth, London 1989, ISBN 0-7156-2246-3, S. 61 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut Ammianus Marcellinus haben die Chioniten bei der Belagerung von Amida 359 zum Erstaunen der Perser ihre Toten verbrannt (Ammian 19,1,7ff.), was für [[Zoroastrismus|zoroastrische]] Perser aufgrund ihrer religiösen Vorstellungen unvorstellbar war; dennoch ist ihre ethnische Identität (die Verbrennung spricht eigentlich gegen eine Zugehörigkeit zu einem iranischen Volk) damit nicht geklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Felix: &amp;#039;&amp;#039;Chionites.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5. New York 1992, S. 486.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Geschichte der Chioniten ist unklar. Sie wurden offenbar Ende des 4. Jahrhunderts von den [[Kidariten]] abgelöst, denen dann ihrerseits die [[Hephthaliten]] folgten, doch bleiben die Details im Dunkeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. allgemein Wolfgang Felix’ Artikel &amp;#039;&amp;#039;[https://iranicaonline.org/articles/chionites-lat Chionites]&amp;#039;&amp;#039; in der &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist durchaus möglich, dass es sich bei den unbekannten Invasoren, gegen die [[Bahram V.]] um 427 erfolgreich kämpfte, noch um Chioniten gehandelt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Nikolaus Schindel: &amp;#039;&amp;#039;Wahram V.&amp;#039;&amp;#039; In: Nikolaus Schindel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sylloge Nummorum Sasanidarum&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 3/1. Wien 2004, S. 365f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Überlieferung (wie im [[Avesta]]) werden die Chioniten mehrfach als &amp;#039;&amp;#039;Xyon&amp;#039;&amp;#039; erwähnt und als Feinde Irans bezeichnet,&amp;lt;ref&amp;gt;Khodadad Rezakhani: &amp;#039;&amp;#039;ReOrienting the Sasanians. East Iran in Late Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Edinburgh 2017, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt; wenngleich unklar ist, ob bei den Erwähnungen immer auch die historischen Chioniten gemeint sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Felix: &amp;#039;&amp;#039;Chionites.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5. New York 1992, S. 485f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Carlo G. Cereti: &amp;#039;&amp;#039;Xiiaona and Xyon in Zoroastrian Texts.&amp;#039;&amp;#039; In: M. Alram, D. Klimburg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Coins Art and Chronology II: The First Millennium CE in the Indo-Iranian Borderlands.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2010, S. 59–72.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Felix: &amp;#039;&amp;#039;Chionites.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ehsan Yarshater]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopædia Iranica]].&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;Carpets – coffee.&amp;#039;&amp;#039; Bibliotheca Persica Press, New York 1992, ISBN 0-939214-79-2, S. 485–487 ([https://iranicaonline.org/articles/chionites-lat online]).&lt;br /&gt;
* Daniel T. Potts: &amp;#039;&amp;#039;Nomadism in Iran. From Antiquity to the Modern Era.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Oxford u.&amp;amp;nbsp;a. 2014, S. 127ff.&lt;br /&gt;
* Khodadad Rezakhani: &amp;#039;&amp;#039;ReOrienting the Sasanians. East Iran in Late Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Edinburgh University Press, Edinburgh 2017, S. 87–93.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sassanidenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Iranische Hunnen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spätantike Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Asien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tolanor</name></author>
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