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	<title>Chinesische Lackkunst - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T04:43:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Naronnas: /* Ausstrahlung auf andere Staaten */ Spätbarock</title>
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		<updated>2020-09-29T19:47:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Ausstrahlung auf andere Staaten: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php/Barock&quot; title=&quot;Barock&quot;&gt;Spätbarock&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die Lackkunsttradition Chinas, zur japanischen Tradition siehe [[Maki-e]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:B-ChinesischeLackdose.JPG|mini|Schnitzlackdose, Ming-Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Datei:FFM-QingRotlackDose.JPG|mini|Ritzlackdose, Qing-Dynastie]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chinesische Lackkunst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{zh|c=漆器|p=qīqì}}) ist eine kunsthandwerkliche Technik aus [[China]] mit dem Rindensekret des [[Lackbaum]]s, dem [[Chinalack]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik der Lackkunst ==&lt;br /&gt;
=== Gewinnung der Rohsubstanz ===&lt;br /&gt;
Der Grundstoff für chinesischen Lack wird aus dem harzigen, grau-weiß milchigen Rindensekret des Lackbaums &amp;#039;&amp;#039;(Rhus verniciflua)&amp;#039;&amp;#039; gewonnen. Dieser ist vorwiegend in den mittleren und südlichen Provinzen [[Anhui]], [[Zhejiang]], [[Fujian]], [[Hubei]], [[Sichuan]] und [[Guangxi]] anzutreffen. Das Sekret verfärbt sich sehr bald nach Entnahme bräunlich und härtet dann in einem langwierigen Prozess aus. Die Qualität hängt einerseits vom Alter des Baums ab – ideal sind zehn bis fünfzehn Jahre –, aber auch von der Bodenbeschaffenheit, den Klimaverhältnissen, dem Erntemonat und der bei der Verarbeitung aufgewandten Sorgfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem nächsten Schritt wird der Lacksaft mit Hanftüchern gefiltert und durch schonendes Erhitzen und Umrühren [[Dehydrierung|dehydriert]] und [[Homogenität|homogenisiert]]. Sodann erfolgt die Färbung mit [[Pigment]]en. Die klassischen Lackfarben Rot und Schwarz erhielt man durch Beigabe von [[Cinnabarit|Zinnober]] bzw. [[Ruß]] – an dessen Stelle später teilweise Eisensulfatspäne traten. Erst im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gelang die Herstellung von braunem ([[Eisenoxidpigment|Eisenoxid]]), grünem (Mischung aus [[Indigo]] und [[Malachit]]pulver) sowie gelbem ([[Auripigment]]) Lack. Die genaue Tönung hing jedoch in starkem Maße von der Jahreszeit ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Trägermaterial ===&lt;br /&gt;
Bei den meisten chinesischen Lackarbeiten besteht der Kern aus weichem [[Kiefern]]holz. Zunächst wurden die naturgegebenen Unebenheiten, Risse und Astlöcher mit einer Leim-Lack-Mischung verspachtelt, die sodann mit einer Rohlackschicht überfangen wurde. Das Ganze wurde dann zur Stabilisierung der Konstruktion mit [[Hanf]] oder [[Ramie]] beklebt. Schließlich folgten mehrere Lagen [[Grundierung]] aus Lackpaste, Leim, Asche sowie Ton-, Ziegel- oder Schleifsteinstaub.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab der [[Han-Dynastie|Han-Zeit]] setzte sich neben Holz auch lackgetränktes [[Hanf]]gewebe als Trägerstoff durch. Seine Verarbeitung war sehr aufwendig und erforderte ein erhebliches Maß an Geschicklichkeit, was sich auch in dem weitaus höheren Preis dieser als &amp;#039;&amp;#039;Trockenlack&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten Stücke niederschlug. In geringerem Umfang waren als Trägermaterial auch [[Stein]], [[Keramik]], [[Metalle|Metall]], [[Bambus]], [[Schildpatt]], [[Elfenbein]], [[Leder]] und sogar [[Papier]] gebräuchlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auftrag des Lacks ===&lt;br /&gt;
Der Lack wurde auf den Trägerkörper in bis zu zweihundert hauchdünnen Lagen aufgetragen, wobei in der Regel zunehmend höherwertige Qualitäten verwendet wurden. Jede Lage musste zum Trocknen mindestens eine Woche ruhen. Hierzu verwahrte man das Werkstück an einem warmen, feuchten und möglichst staubfreien Ort; anfangs dienten hierzu laubbedeckte Gruben, sog. „Schattenhäuser“. Anschließend wurde die Oberfläche sorgfältig poliert. Nach dem Auftrag der letzten, aus besonders kostbarem Lack bestehenden Lage glättete man diese mit [[Flachsfaser|Leintüchern]], [[Rapsöl]] und feinkörnigem [[Geweih|Hirschhorn]]- oder [[Schiefer]]pulver.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die durch die verschiedenen Lagen entstehende Lackschicht wies – insbesondere bei Schnitzlacken – mitunter eine Dicke von mehr als einem Zentimeter auf; ihre Erstellung konnte bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Manchmal werden verschiedenfarbige Lackschichten aufgetragen; dann wird ein Teil der obersten Lage abgetragen, um die Farbe der darunter liegenden sichtbar zu machen. Soweit eine Weiterbearbeitung des Werkstücks geplant war, musste diese vor dem vollständigen Aushärten der Lackschicht erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen und Stilrichtungen ==&lt;br /&gt;
=== Monochrom ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MS-LacktrinkschaleCa300vChr.JPG|mini|Rotlack-Trinkschale, ca. 300 v.&amp;amp;nbsp;Chr.]]&lt;br /&gt;
Die einfachste und damit auch historisch älteste Form chinesischer Lackarbeiten sind [[Monochrome Malerei|monochrome]] Werke, bei denen die aufgetragene einfarbige Lackschicht nicht weiterbearbeitet wurde. Die ältesten Artefakte, meist Fragmente von Gefäßen und Behältern, wurden in Grabanlagen der mittleren und späten [[Shang-Dynastie]] gefunden. Aus der [[Zhou-Dynastie|Zhou-Zeit]] pflegte man bisweilen auch Rüstungen, Waffen und Streitwagen mit monochromen Lackschichten zu überziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Han-Zeit weitgehend durch polychrome Lackmalerei verdrängt, erlebte die Monochromkunst eine gewisse Renaissance unter der [[Song-Dynastie|Song-]] und [[Yuan-Dynastie]]. Die schlicht-elegante Ästhetik traf die damals gültigen ästhetischen Ideale. Statt mit überladenem Dekor überzeugten die damals entstandenen Stücke eher durch wohlproportionierte Formen, sanfte Schwünge und Binnenmodellierungen sowie nicht zuletzt eine seidig-glänzende Lackoberfläche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Wiederbelebung erfuhr der Monochrom-Stil schließlich unter den [[Qing-Dynastie|Qing-Kaisern]] [[Yongzheng]] und [[Qianlong]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lackmalerei ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MS-SchwarzlacktablettGoldeneLackmalereiLushan1595-03.JPG|mini|Lacktablett mit Landschaftsszene vom [[Lu Shan]], 1595]]&lt;br /&gt;
In der [[Zeit der Streitenden Reiche]], vor allem aber in der [[Qin-Dynastie]] und unter den [[Han-Dynastie|Han]] entwickelte sich daneben die Lackmalerei. Insbesondere auf Tafelgeschirr, aber auch auf Kleidertruhen, Möbel, Opferbecken und Musikinstrumente wurde eine schwarze Lackschicht aufgebracht, die dann meist mit Rotlack bemalt wurde; seltener ist die umgekehrte Kombination. Anfangs herrschten aus der Bronzekunst entlehnte geometrisches Dekor wie Gitter- oder Rautenmuster vor, in der [[Zeit der Drei Reiche]] erweiterte sich die Palette um ornamentale Motive wie etwa stilisierte Vögel, Drachen, Wolken und Wellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr bald entwickelt sie insofern sogar eine Massenfertigung, die ohne Weiteres mehrere Tausend Exemplare derselben Schale oder Tasse produzieren konnte. Gegen Ende der Han-Zeit begann man damit, auf den Lack auch Dekor aus anderen Materialien aufzutragen – etwa aus dem Yingzu-Baum gewonnene Ölfarben oder Gold- und Silberstaub. Mit dem Fall der Dynastie erlebte die Lackmalerei indes einen erheblichen Einbruch und wurde durch andere Techniken verdrängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf erheblich höherem Niveau kehrte die Lackmalerei unter dem [[Ming-Dynastie|Ming-Kaiser]] [[Wanli]] und später dann in der [[Qing-Dynastie]] unter [[Kangxi]] zurück. Sie findet sich nun weniger auf Geschirr als vielmehr verstärkt auf Kästen, Schatullen und vor allem Tabletts. Dargestellt wurden nunmehr anspruchsvoll-filigrane, detaillierte ausgearbeitete Landschaft, figürliche Darstellungen, Hofszenen oder Episoden aus der Geschichte. Als Dekorfarbe setzte sich zunehmend Gold durch. Zentrum der Herstellung war damals Südchina, insbesondere die Gegend um [[Guangzhou|Kanton]], von wo aus derartige Ware auch in erheblichem Umfang nach Europa verschifft wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ritzlack ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MS-LackschrankKangxi03.JPG|mini|Ritzlack-Drachendarstellung auf einem Schrank, Wanli-Zeit]]&lt;br /&gt;
Bereits in der [[Han-Dynastie]] begann man damit, monochrome Lackarbeiten mit einem nadelartigen Stichel zu gravieren. In der [[Tang-Dynastie]] wurde dieses Verfahren unter persischem Einfluss verfeinert; einen Höhepunkt erreicht es unter Kaiser [[Xuanzong]]. Unter den [[Song-Dynastie|Song]] schließlich kam die &amp;#039;&amp;#039;Chiangjin-Technik&amp;#039;&amp;#039; in Mode, bei der die gravierten Linien mit feinem Blattgold ausgerieben wurden. Dem Ritzlack ähnlich ist schließlich die unter den [[Ming-Dynastie|Ming-Kaisern]] [[Jiajing]] und [[Wanli]] zur Blüte gelangte &amp;#039;&amp;#039;Tianqi-Technik&amp;#039;&amp;#039;, bei der in die Lackoberfläche gegrabene flache Mulden mit verschiedenfarbigem Lack ausgefüllt werden; die Farbübergänge wurden durch anschließende Politur [[sfumato]]artig verwischt. Ähnlich wie andere Lacktechniken erlebte auch der Ritzlack im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eine Neubelebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Ritzlacktechnik wurden vor allem Gefäße, Schatullen, Deckeldosen und dergleichen verziert, später in gewissem Umfang auch Möbel. In der Mongolenzeit entstanden in diesem Stil unter anderem neun heute in Japan befindliche [[Sutra]]kästen. Das [[Museum für Lackkunst|Lackmuseum Münster]] verfügt über je einen Schrank und Tisch mit in Ritzlacktechnik aufgebrachten feinem Drachendekor aus der [[Wanli]]-Ära. Aus der [[Qianlong]]-Zeit stammt eine Reihe von Deckeldosen in sechzehnblättiger Chrysanthemenform, deren Oberfläche ebenfalls filigran eingravierte Darstellungen von Drachen ziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schnitzlack ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MS-SchnitzlackvaseFloral15Jh.JPG|mini|hochkant=0.6|Schnitzlackkunst auf dem Höhepunkt: Vase aus der [[Yongle]]-Ära (1402–1424)]]&lt;br /&gt;
In besonderem Maße berühmt geworden ist China für seine &amp;#039;&amp;#039;Schnitzlackarbeiten&amp;#039;&amp;#039;. Hierbei werden auf den Trägerkörper besonders viele Lacklagen aufgetragen, so dass die Gesamtschicht eine Dicke von mehr als einem Zentimeter erreichen kann. Sie wird dann mit scharfen Schnitzmessern bearbeitet. Auf diese Weise entstehen reliefartig-erhabene, oft mehrere Millimeter tiefe und damit plastisch-dreidimensionale Muster. Korrekturen sind nur in sehr begrenztem Umfang möglich; ein einziges Abgleiten des Schnitzmessers kann das gesamte Werk unwiederbringlich verderben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verziert wurden in Schnitzlacktechnik insbesondere Gefäße wie Dosen, Vasen oder Schatullen. Daneben gibt es aber auch „Schnitzlackbilder“, die motivisch und kompositorisch im Grunde die chinesische [[Landschaftsmalerei]] mit anderen handwerklichen Mitteln fortsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Sonderform des Schnitzlack stellt die &amp;#039;&amp;#039;Guri-Technik&amp;#039;&amp;#039; dar. Sie zeichnet sich insbesondere durch die zwingende Verwendung verschiedenfarbiger Lackschichten aus, wodurch besondere optische Effekte entstehen. Motivisch dominiert hier dagegen eher anspruchslose Ornamentik aus Bögen, Kreisen oder Spiralen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koromandellack ===&lt;br /&gt;
[[Datei:M-Koromandellack-Wandschirm.JPG|mini|Wandschirm in Koromandellack-Technik]]&lt;br /&gt;
Eine Sonderform des Schnitzlacks stellt die &amp;#039;&amp;#039;Koromandeltechnik&amp;#039;&amp;#039; (Koromandellack) dar, deren Ursprünge sich bis in die späte [[Ming-Dynastie|Ming-Zeit]] hinein nachweisen lassen. Erstmals wird sie Ende des 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts unter den chinesischen Namen &amp;#039;&amp;#039;kehui&amp;#039;&amp;#039; (geritzte Kreide) bzw. &amp;#039;&amp;#039;guangzai&amp;#039;&amp;#039; (eingeritztes Bunt) in [[Huang Cheng]]s Traktat &amp;#039;&amp;#039;Xiushi lu&amp;#039;&amp;#039; (Aufzeichnungen über Lackverzierungen) erwähnt. Der Europäische Begriff taucht erstmals gegen 1750 in seiner französischen Form &amp;#039;&amp;#039;vernis de Coromandel&amp;#039;&amp;#039; auf und geht auf die gleichnamige südostindische Küste ([[Koromandelküste]]) zurück, von der aus die Koromandellacke Richtung Westen verschifft wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Koromandeltechnik wird der Holzträger zunächst mit einer Grundierung aus Schweineblut, Rohlack und Tonstaub überzogen. Auf diese wurden nach sorgfältiger Politur mehrere dünne Lagen schwarzen oder braunen Lacks aufgetragen. Nach dem Aushärten der Oberfläche schnitt man filigrane Muster in den Lack, so dass die – oft nur durch haarfeine Stege getrennten – farbigen Flächen darunter wieder teilweise sichtbar wurden. Diese wurden dann mit Lack oder auch Ölfarben ausgemalt, teilweise auch mit Goldstaub beklebt. Auf diese Weise entstanden teilweise ausgesprochen anspruchsvolle Arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung fand die Koromandelkunst häufig auf Wandschirmen ([[Spanische Wand]]). Diese erfreuten sich großer Beliebtheit etwa als Geschenke für hochgestellte Persönlichkeiten. Der heute im [[Linden-Museum]] in Stuttgart gezeigte Schirm mit seinen detailreichen Darstellungen aus dem Leben und Wirken der Wirken der [[Acht Unsterbliche|Unsterblichen]] wurde etwa 1707 von erfolgreichen [[Chinesische Beamtenprüfung|Examenskandidaten]] in Auftrag gegeben, die sich mit dieser Gabe bei ihrem Prüfungsvorsitzenden bedankten. Weitere eindrucksvolle Exemplare befinden sich unter anderem in der [[Münchner Residenz]], im [[Museum für Lackkunst|Lackmuseum Münster]], im [[Museum für Asiatische Kunst (Berlin)|Museum für Asiatische Kunst]] in Berlin sowie im [[Grassimuseum]] für Angewandte Kunst Leipzig. In gewissem Umfang wurden aber auch Kästen, Truhen und anderes Mobiliar in Koromandeltechnik verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den beliebtesten Darstellungen der Koromandelkunst gehören Blumen- und Vogelmotive, Landschaftsbilder mit Bergen, Seen und Pagoden, figurenreiche Szenerien aus dem Hofleben, der Geschichte oder der [[Daoismus|daoistischen]] Mythologie. Ihre Hochblüte erlebte diese Lacktechnik in der Regierungszeit des [[Qing-Dynastie|Qing-Kaisers]] [[Kangxi]], ihr geographisches Zentrum lag in den Südprovinzen um [[Fujian]]. Im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden Koromandellacke auch in größerem Umfang nach Europa exportiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perlmuttlack ===&lt;br /&gt;
[[Datei:MS-PerlmuttlackPäoniendose16Jh.JPG|mini|Perlmutt-Technik: Dose mit Päonienmotiven, 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Bereits in der [[Shang-Dynastie]] begann man damit, in Schwarzlackarbeiten Muster und Ornamente aus [[Perlmutt]] einzuarbeiten. Durch die spezielle Oberflächenstruktur des Perlmutts schimmert das Dekor je nach Blickwinkel irisierend in den unterschiedlichsten Farben und kontrastiert dadurch in einzigartiger Weise zum mattschwarzen Hintergrund. Zu unterscheiden sind zwei Werktechniken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;Hartperlmutt&amp;#039;&amp;#039; hob man mit Schnitzmessern aus der Lackoberfläche Vertiefungen aus, klebte in diese die Perlmuttstücke und überfing das ganze mit Klarlack, der am Ende poliert wurde. Das Perlmutt stammte vorwiegend von der [[Perlboot|Nautilus-]] und der [[Kreiselschnecken|Kreiselschnecke]]. Diese Technik gestattete in erster Linie grob-ornamentales Dekor und erlebte, vermutlich infolge [[Sassaniden|sassanidischer]] und [[Indien|indischer]] Einflüsse, einen ersten Höhepunkt bereits in der [[Tang-Dynastie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:MS-Perlmuttlacktablett18Jh-02.JPG|mini|Weichperlmutt: Tablett, 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;Weichperlmutt&amp;#039;&amp;#039; dagegen werden besonders dünne und feine, von der [[Kreiselschnecken|Kreiselschnecke]] oder dem [[Seeohren|Seeohr]] stammende Perlmuttstücke in den noch nicht ganz ausgehärteten Lack gedrückt. Danach wird Klarlack aufgetragen. Nach dessen Trocknung gravierte man in die einzelnen Perlmuttflächen häufig noch filigrane Binnenzeichnungen, wodurch auch erheblich anspruchsvollere Muster und Motive möglich wurden. Die Ursprünge des Weichperlmuttlacks werden in der [[Song-Dynastie|Song-Zeit]] vermutet, konkrete Datierungen einzelner Werke sind aber erst für die [[Yuan-Dynastie]] möglich. Die Technik ist auch – nach dem französischen Namen des &amp;#039;&amp;#039;Seeohrs&amp;#039;&amp;#039; – als &amp;#039;&amp;#039;Burgau-Lack&amp;#039;&amp;#039; bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Ming-Dynastie|Ming-]] und [[Qing-Dynastie|Qing-Zeit]] wurde insbesondere das Weichperlmutt weiter perfektioniert. Die Künstler schufen extrem filigrane, teilweise aus tausenden einzelner Perlmuttplättchen bestehende Darstellungen und spielten dabei bisweilen gekonnt mit den verschiedenen Färbungen der einzelnen Perlmuttarten. Neben ornamentalem Vogel-, Blumen- und Rankendekor entstanden insbesondere anspruchsvolle szenische Darstellungen, die etwa Szenen aus dem Hofleben oder Gelehrte in idealisierten Landschaften zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verziert wurden auf diese Weise vor allem Dosen, Schatullen, Kleidertruhen, Stellschirme und Tabletts. Größere Bestände sind unter anderem im [[Museum für Lackkunst]] in Münster sowie im [[Herzog Anton Ulrich-Museum]] in Braunschweig zu sehen. Ein einzigartig dastehendes Beispiel für Perlmuttlackkunst ist indes der prächtige Reisethron Kaiser Kangxis im [[Museum für Asiatische Kunst (Berlin)|Museum für Asiatische Kunst]] in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausstrahlung auf andere Staaten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:M-Nymphenburg-Lackkabinett03.JPG|mini|Lackkabinett, [[Schloss Nymphenburg]]]]&lt;br /&gt;
Übernommen und weiterentwickelt wurde die chinesische Lackkunst von zahlreichen Nachbarstaaten, insbesondere [[Japan]], wo man die Erzeugnisse des Ursprungslands teilweise sogar qualitativ übertraf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 16. Jahrhundert wurden chinesische Lackerzeugnisse auch in Europa sehr populär. Unter Kaiser [[Kangxi]] stellten sie sogar nach [[Chinesisches Porzellan|Porzellan]] Chinas wichtigstes Exportgut dorthin dar. Die britischen und holländischen Handelskompanien verschifften von den südchinesischen Häfen aus insbesondere Koromandellacke sowie Goldlackmalereien. Zahlreiche Fürsten zeigten die Erzeugnisse in ihren „Wunderkammern“ oder richteten sich in ihren Schlössern und Residenzen gar eigene &amp;#039;&amp;#039;Lackkabinette&amp;#039;&amp;#039; ein, deren Wandtäfelung ganz aus Koromandellack-Platten bestand. Ein Beispiel findet sich auf [[Schloss Nymphenburg]] in München. Manchmal wurden hierfür chinesische Wandschirme zerlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr bald entstand im Westen der Wunsch nach einer eigenen Lackproduktion, jedoch scheiterte man lange Zeit an der Beschaffung des Grundstoffs. Die 1655 vom Jesuitenpater &amp;#039;&amp;#039;Martinius Martini&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte Erkenntnis, dass der chinesische Lack aus einem Baumharz gewonnen wird, führte nicht weiter, da der [[Lackbaum]] in Europa nicht gedieh. Nachdem Pater &amp;#039;&amp;#039;Filippo Buonnani&amp;#039;&amp;#039; 1709 aber eine Reihe Ersatzrezepturen vorgestellt hatte, begann man an den europäischen Fürstenhöfen, die chinesischen Lackerzeugnisse ebenso ernsthaft wie unvollkommen zu imitieren: Es entstand eine umfangreiche Lack-[[Chinoiserie]], die einen markanten Akzent in der Kunst des europäischen [[Barock|Spätbarock]] und [[Rokoko]] setzen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Befassung mit der chinesischen Lackkunst erfolgte indes erst im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Die wegweisenden Standardwerke stammen von [[Fritz Löw-Beer]], [[Werner Speiser]], [[Lee Yu-Kuan]] sowie [[Harry Garner]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chinesische Lackkunst in Europäischen Museen ===&lt;br /&gt;
Größere Sammlungen chinesischer Lackkunst befinden sich unter anderem im [[Linden-Museum]] in Stuttgart, im [[Museum für Lackkunst]] in Münster sowie im [[Herzog Anton Ulrich-Museum]] in Braunschweig und im [[Museum für Ostasiatische Kunst (Köln)|Museum für ostasiatische Kunst]] in Köln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Monika Kopplin: &amp;#039;&amp;#039;Ostasiatische Lackkunst.&amp;#039;&amp;#039; Münster 1993, ISBN 3930090007&lt;br /&gt;
* Martin Feddersen: &amp;#039;&amp;#039;Chinesische Lackarbeiten.&amp;#039;&amp;#039; München 1958&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Museum für Lackkunst|Museum für Lackkunst Münster]]&lt;br /&gt;
* [[Trockenlacktechnik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lacquerware of China|Chinesische Lackkunst}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildende Kunst (China)|Lackkunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lackkunst]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Naronnas</name></author>
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