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	<title>Chaussee - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Chaussee&amp;diff=155520&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;LandArt1978: Literatur ergänzt</title>
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		<updated>2026-02-26T16:01:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Literatur ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Landstraße. Zur Zeitschrift siehe [[Chaussee (Zeitschrift)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Gotthard alte Strasse.jpg|mini|Die Chaussee über den [[Gotthardpass]] wurde 1827–1830 erbaut und nach 1940 gepflastert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chaussee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die veraltete Bezeichnung für eine gut ausgebaute, geplante Landstraße. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kunststraße&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war der deutsche Ausdruck für Chaussee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortgeschichte ==&lt;br /&gt;
Das Wort {{Audio|De-Chaussee.oga|Chaussee}} ([[Femininum|f.]]) wurde gemeinsam mit der Bauweise im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert aus dem französischen &amp;#039;&amp;#039;{{lang|fr|chaussée}}&amp;#039;&amp;#039; entlehnt, welches seinerseits auf das galloromanische &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|via calciata}}&amp;#039;&amp;#039; zurückgeht. Die weitere [[Etymologie]] von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|calciata}}&amp;#039;&amp;#039; ist umstritten: Während laut dem [[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache|Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|via calciata}}&amp;#039;&amp;#039; „geschotterte Straße“ bedeutet und auf {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;calx&amp;#039;&amp;#039;}} („Stein, [[Kalkstein]]“; Genitiv &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|calcis}}&amp;#039;&amp;#039;) zurückgeführt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Friedrich Kluge]], [[Elmar Seebold]] |Titel=Chaussee |Sammelwerk=[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]] |Auflage=25. |Datum=2011 |Online={{Google Buch |BuchID=6FSSDwAAQBAJ |Seite=170}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; heißt es bei [[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Pfeifer]]: {{&amp;quot; |Die neuere Forschung&amp;amp;nbsp;[…] bezweifelt die bisherige Herleitung von {{lang|la|calx}}&amp;amp;nbsp;f. ‘Kalkstein’ (wonach afrz. [altfranzösisch] {{lang|fr|chauciee}} die ‘aus Kalksteinen errichtete Fahrstraße’), da Straßenbau aus Kalkstein für das Mittelalter nicht nachgewiesen werden kann. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Wolfgang Pfeifer (Etymologe)|Wolfgang Pfeifer]] et al. |url=https://www.dwds.de/wb/etymwb/Chaussee |titel=Chaussee |werk=Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im [[Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache|Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache]] |datum=1993 |abruf=2022-03-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Stattdessen werde vermutet, dass &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|calciata}}&amp;#039;&amp;#039; ein [[Partizip]] Perfekt zu einem Verb &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|*calciāre}}&amp;#039;&amp;#039; „mit den Füßen treten“ sei, abgeleitet vom [[Homonym]] {{lang|la|calx}} („[[Ferse]]“). Der Sinn wäre dann etwa „[[Straße]] mit [[Straßenbelag|festgestampften Steinen]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgenössische erste Übertragungen des Worts waren &amp;#039;&amp;#039;Straßendamm&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Hochweg&amp;#039;&amp;#039;, zum grob gleichbedeutenden {{enS|[[highway]]}}. [[Johann Christoph Adelung|Adelung]] kritisierte um 1790: {{&amp;quot; |Einige neuere Schriftsteller haben dafür Deutsche Benennungen vorgeschlagen}}; diese Ausdrücke {{&amp;quot; |erschöpfen den Begriff auch nicht, und lassen sich auf jede andere Art künstlicher Wege anwenden. |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Adelung Chaussee&amp;quot; /&amp;gt;}} &amp;#039;&amp;#039;Kunststraße&amp;#039;&amp;#039; hat sich dann etabliert, primär ist aber das französische Wort als [[Lehnwort]] in das Deutsche eingegangen.&lt;br /&gt;
[[File:Straßentafel Aachener Straße Köln (cropped).jpg|mini|Straßentafel in Köln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch immer enden manche Straßennamen mit &amp;#039;&amp;#039;-chaussee.&amp;#039;&amp;#039; [[Hamburg]] hat das Wort in seinen Straßennamen erhalten (&amp;#039;&amp;#039;[[Elbchaussee]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Eimsbütteler Chaussee&amp;#039;&amp;#039;), [[Berlin]] ebenfalls (&amp;#039;&amp;#039;Potsdamer Chaussee&amp;#039;&amp;#039; in Spandau und Zehlendorf, &amp;#039;&amp;#039;Johannisthaler Chaussee&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Buckower Chaussee&amp;#039;&amp;#039;), während in [[Bremen]] 1914 die Chausseen durch einen Beschluss der Bürgerschaft in &amp;#039;&amp;#039;Heerstraßen&amp;#039;&amp;#039; umbenannt wurden. In [[Aachen]] und [[Münster]] wird hingegen der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Steinweg&amp;#039;&amp;#039; verwendet, der auch im Flämischen als &amp;#039;&amp;#039;{{lang|nl|steenweg}}&amp;#039;&amp;#039; zu finden ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lange 1996&amp;quot; /&amp;gt; Der Name der [[Aachener Straße (Köln)|Aachener Straße]] in [[Köln]] lautete bis 1882 &amp;#039;&amp;#039;Aachener Chaussée&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachliche Besonderheit ist der [[Tautologie (Sprache)|tautologische]] Name „[[Chausseestraße]]“ in Berlin-Mitte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mittelstreifen der Potsdamer Chaussee (Berlin-Nikolassee).jpg|mini|Ehemalige Steinbahn der [[Berlin-Potsdamer Chaussee]], teilweise erhalten als Mittelstreifen der heutigen [[Bundesstraße 1|B&amp;amp;nbsp;1]], hier im Berliner Ortsteil [[Berlin-Nikolassee|Nikolassee]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chausseen oder Kunststraßen waren ausgebaute, mit fester Fahrbahndecke versehene Landstraßen, die ingenieurmäßig geplant waren und daher deutlich geradliniger verliefen. Von den damals üblichen Straßen und Wegen unterscheidet sie außerdem, dass neben der [[Fahrbahndecke]] auch der [[Fahrdamm]] oder [[Unterbau (Bauwesen)|Unterbau]] konstruiert ist. In besonders anspruchsvollem Gelände wurden auch [[Stützmauer]]n und [[Galerie (Verkehrsbauwerk)|Galerien]] errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot;&amp;gt;{{Pierer-1857 |Lemma=Chaussée |Band=3 |Seite=888 |SeiteBis=890 |BK-Nummer=1 |Kommentar=mit ausführlicher bautechnischer Zusammenfassung des zeitgenössischen Stands der Technik |zenoID=2000966985X}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut [[Johann Christoph Adelung|Adelung]] war die Chaussee {{&amp;quot; |ein durch Kunst gemachter erhöheter Weg von Kieß oder zerschlagenen Steinen, wodurch sich ein solcher Weg von einem Damme unterscheidet, welcher mit Steinen gepflastert wird}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Adelung Chaussee&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Johann Christoph Adelung]] |Titel=Chaussee, die |Sammelwerk=Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart |Band=1 |Auflage=4. |Ort=Leipzig |Datum=1793 |Online=[http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Chaussee,+die?hl=Kunst+Damm zeno.org]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Belag zeichnet sich eine Chaussee durch ein ausgebautes [[Entwässerungssystem]] aus. Durch eine durchlässige [[Tragschicht]] und die leichte [[Querneigung|Wölbung]] der Fahrbahndecke konnte Regenwasser in die oft begleitenden Entwässerungsgräben &amp;#039;&amp;#039;(Chausseegräben)&amp;#039;&amp;#039; abgeleitet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herder Chaussée&amp;quot;&amp;gt;{{Herder-1854 |Lemma=Chaussée |Band=2 |Seite=73 |zenoID=20003268209}} {{&amp;quot; |Chaussée, die neue Kunststraße, ein aufgedämmter Weg, gegen die Mitte etwas gewölbt, damit das Regenwasser abfließe, daher zu jeder Seite ein Graben.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft bestand die Chaussee aus &amp;#039;&amp;#039;Steinbahn&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Sommerweg&amp;#039;&amp;#039;. Die Steinbahn war der befestigte Teil mit einer Tragschicht aus Kies oder gebrochenem Stein in [[Packlage]] als Unterbau und einer [[Decke (Straßenbau)|Deckschicht]] aus Sand-Lehmgemisch. Der [[Sommerweg]] (für [[Hufbeschlag|unbeschlagene]] Tiere) befand sich neben der Steinbahn, war unbefestigt oder nur leicht befestigt und im Winter nicht nutzbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt; Durch regelmäßige Baumbepflanzungen wurden die Vorteile einer [[Allee]] nutzbar gemacht, wie Schutz vor Sonne und Wind sowie bessere Orientierung. Zur weiteren [[Straßenausstattung]] gehörten eine kontinuierliche [[Kilometrierung|Stationierung]], etwa mit [[Meilenstein]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An die [[Trassierung]] (Streckenführung) wurden zunehmend hohe Ansprüche gestellt. So wird {{&amp;quot; |die möglichst geringe Entfernung zwischen zwei gegebenen Punkten}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt; ebenso gefordert wie {{&amp;quot; |keine zu große Neigung gegen die wagerechte&amp;lt;!--Schreibweise vor 1927--&amp;gt; Ebene}} (drei bis fünf Prozent),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt; um den Bedarf an [[Anspannung|Vorspann]] oder die Anforderungen an die [[Bremse]]n (&amp;#039;&amp;#039;Hemmung&amp;#039;&amp;#039;) gering zu halten; sie soll Ausweichmöglichkeit bieten (24–30&amp;amp;nbsp;[[Fuß (Einheit)|Fuß]] Breite, also acht bis zehn Meter),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt; und auch hochwassersicher sein, also auf einen Fahrdamm erhöht sein, wo sie durch Niederungen führt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
   CH-NB - Grafiken Orts- und Landschaftsansichten - GS-GRAF-ANSI-IT-16 (page 1 crop).tif|Kunststraße am [[Stilfser Joch|Stilfserjoch]], kolorierte [[Aquatinta]] von [[Johann Jakob Meyer (Maler, 1787)|Johann Jakob Meyer]], 1831.&lt;br /&gt;
   Radebeul Meißnerstr.1857.jpg|Verlauf der Chaussee zwischen [[Dresden]] und [[Meißen]] im Elbtal, Karte von [[Jakob Andreas Hermann Oberreit]], 1857.&lt;br /&gt;
   Ravensbrück, Brandenburg - Strelitzer Chaussee (Zeno Ansichtskarten).jpg|Strelitzer Chaussee in [[Ravensbrück]], um 1900.&lt;br /&gt;
   Meilenstein Chaussee Altona-Neustadt - Altona 6M (Groß Niendorf).Lage.ajb.jpg|Meilenstein der [[Altona-Neustädter Chaussee]] an der [[Bundesstraße 432|B 432]].&lt;br /&gt;
   Chaussee Trasse Bamberg-Kulmbach (1).JPG|[[Trasse (Verkehrsweg)|Trasse]] der historischen Kunststraße zwischen [[Bamberg]] und [[Kulmbach]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Verbreitung der Chaussee-Bauweise ==&lt;br /&gt;
Die ersten Straßen des Chausseetyps wurden, vom Holland des Barock ausgehend, in Westeuropa im frühen 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gebaut, in [[Herzogtum Schwaben|Schwaben]] etwa wurde zwischen [[Oettingen in Bayern|Oettingen]] und [[Nördlingen]] 1753 die erste Straße in der neuen Chaussee-Bauweise errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entwickelt wurde das Konzept der Chausseen in den Niederlanden des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts mit [[Backstein]]befestigung der künstlichen Dämme, dann in England –&amp;amp;nbsp;als &amp;#039;&amp;#039;macadamised causeways&amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Chausseen mit [[Makadam]]&amp;#039;&amp;#039;) des Wegebauinspektors [[John Loudon McAdam]] (1756–1836) mit [[Kies]]belag&amp;amp;nbsp;– und Frankreich weiterentwickelt, und von dort kam es durch die französische Besetzung Preußens unter [[Napoleon Bonaparte|Napoleon&amp;amp;nbsp;I]] (1807–1813) in den deutschsprachigen Raum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt; Auf die Backsteinstraßen holländischen Typs wurde etwa beim Ausbau der [[Militärgrenze]] [[Österreich-Ungarn]]s im [[Banat]] zurückgegriffen, wo Gestein Mangelware war.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt; Durch die Anlage von Chausseen wurde in Norddeutschland die Zahl der [[Feldstein (Baumaterial)|Feldsteinfindlinge]] auf und entlang der Äcker deutlich reduziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lange 1996&amp;quot;&amp;gt;Ulrich Lange: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Schleswig-Holsteins. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Wachholtz, Neumünster 1996, o. S.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Chaussee-Konzept des 18.&amp;amp;nbsp;und 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts schloss man in Europa erstmals wieder an den technischen Stand des Fernverkehrsausbaus der [[Römerstraße]]n an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rolle der Chaussee im Straßennetz ==&lt;br /&gt;
Mit dem sich entwickelnden [[Eilpost]]wesen rückte der Begriff immer mehr in die Nähe des Konzepts einer &amp;#039;&amp;#039;[[Fernstraße]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fernchaussee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;), deren Bedeutung über den Komfort im Individualverkehr hinausgeht und von staatlichem Interesse ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Chausseebau wurde noch vor Beginn des [[Eisenbahn]]baues eine Grundlage für den verbesserten Warenaustausch in der [[Industrialisierung|frühindustriellen]] Epoche geschaffen. Für die bis 1832 durch Dänemark erbaute [[Altona-Kieler Chaussee]] beispielsweise ist der Vorteil quantifiziert: die Postkutsche benötigte auf der alten Landstraße 16 Stunden, auf der etwas längeren Chaussee nur neun Stunden. Ein reitender Bote bewältigte die Strecke in sechs Stunden. Wegen des stabileren Unterbaues und der glatteren Oberfläche konnte ein Pferdefuhrwerk die dreifache Last transportieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lange 1996&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Chausseehaus}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Chausseehaus Lausa.jpg|mini|Historisches [[Chausseehaus]] in [[Lausa (Dresden)|Lausa]] an der Straße zwischen [[Dresden]] und [[Königsbrück]], heute Teil der [[Bundesstraße 97|B 97]] und St 59.]]&lt;br /&gt;
Entlang der Chausseen wurden im Abstand von etwa ein bis eineinhalb [[Wegstunde]]n, einer damaligen [[Meile]], [[Chausseehaus|Chausseehäuser]] für die &amp;#039;&amp;#039;Chausseegeldeinnehmer&amp;#039;&amp;#039; errichtet, ein frühes Konzept der [[Straßenmaut]]. Im Posten des [[Chausseewärter]]s mit seiner Zuständigkeit für einen Streckenabschnitt findet sich auch der Vorläufer der staatlich organisierten [[Straßenmeisterei]], die über einen [[Wegewart]] hinausgeht. Die Chausseewärter unterstanden einem &amp;#039;&amp;#039;Chausseebaumeister&amp;#039;&amp;#039; als für diese Straße verantwortlichem Wegebauinspektor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verkehrstechnische Normung und Straßenverkehrsordnung erhielt damit einen Aufschwung. [[Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit|Pierer]] führt um 1860 an:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Chausseeordnungen, die gewöhnlich das Gewicht, das ein Fuhrmann laden darf, bestimmen, das Geleise, welches ein Wagen haben muss, u. die Breite der Radfelgen (die 6zölligen Radfelgen zahlen entweder gar kein, od. nur sehr wenig Ch-geld, weil sie der Ch. nützen; in anderen Ländern sind schmale Radfelgen für Frachtfuhren untersagt) festsetzen, das Einhemmen an Orten, wo es nicht durchaus nöthig ist, verbieten, das Geleisehalten untersagen, das Ausweichen (meist rechts, nur in Österreich links) bestimmen, Strafen auf das Befahren der Fußstege etc. setzen.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pierer Chaussee&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[städtebau]]lich ist die Chaussee von Bedeutung. Mit diesem Konzept wurde begonnen, den Fernverkehr im Sinne einer [[Vorrangstraße]] direkt an die [[Stadttor]]e zu bringen. Mit der Schleifung der Stadtbefestigungen in der [[Gründerzeit]] des späteren 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts traten die &amp;#039;&amp;#039;[[Avenue]]&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;[[Boulevard]]&amp;#039;&amp;#039; als Innerortsachse oder Innerortsring zur Chaussee als [[Ein- und Ausfallstraße|Einfallstraße]]. Oft waren die Chausseen mit ihrem erhöhten Verkehrsaufkommen zudem bereits der Grund für den Abriss der Stadttore. So wurde in [[Halle (Saale)]] das Steintor trotz des Verbotes durch den preußischen Kronprinz [[Friedrich Wilhelm IV.]] im Jahr 1831 für den Chausseeverkehr der Haupt-Rheinstraße (Berlin–Halle–Kassel) geopfert, wenngleich hier auch weitere Gründe eine Rolle spielten.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Dolgner: &amp;#039;&amp;#039;Ein 1831 entsorgtes Denkmal der hallischen Stadtbefestigung&amp;#039;&amp;#039;. In: Kulturfalter, Oktober 2012. [https://www.stadtgeschichte-halle.de/images/12-10.pdf stadtgeschichte-halle.de] (PDF; 0,4&amp;amp;nbsp;MB) Verein für hallische Stadtgeschichte e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schweinfurt 1792.png|mini|Protestantische Reichsstadt Schweinfurt (dunkelgelb) im Hochstift Würzburg (rosa) mit der Chaussee Würzburg–Meiningen als Westtangente]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politische Gründe führten zum Bau der 1796 fertiggestellten [[Landkreis Schweinfurt#Chaussee Würzburg–Meiningen|Chaussee Würzburg–Meiningen]]. Die alte Nord-Süd-Verbindung durch das [[Hochstift Würzburg]] führte durch die protestantische [[Reichsstadt]] [[Schweinfurt]]. Deshalb wurde die Chaussee als [[Tangente (Verkehr)|Westtangente]] an den reichsstädtischen Territorien vorbeigeführt, als eine der wohl ältesten Umgehungsstraßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Chausseen in Preußen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Preußische Staatschaussee}}&lt;br /&gt;
Als [[Preußen]] mit dem Regierungswechsel im Jahr 1786 vom Kanalbau zum Straßenbau umschwenkte, wurde zwei Jahre danach mit dem Bau einer Fernchaussee begonnen, die von [[Magdeburg]] über [[Halle (Saale)]] nach [[Leipzig]] führte und über 100 Kilometer lang war. Erklärtes Ziel war es, den Händlerverkehr gen Leipzig auf möglichst langer Strecke durch preußisches Gebiet zu führen und ihn somit von der bisherigen Strecke durch [[Anhalt]] und [[Sachsen]] abzuziehen, die über [[Köthen (Anhalt)|Köthen]], [[Zörbig]] und [[Landsberg (Saalekreis)|Landsberg]] verlief. Eine zweite Chaussee wurde von Braunschweig über Halberstadt an diese angeschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Hummel: &amp;#039;&amp;#039;Preußischer Chausseebau – 200 Jahre Chaussee Magdeburg–Halle–Leipzig.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Straße&amp;#039;&amp;#039;, 1986, 26, 11, S. 344–347. – Hans Hummel: &amp;#039;&amp;#039;Anhaltinische, kursächsische und preußische Chausseebauten zwischen 1763 und 1806.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Straße&amp;#039;&amp;#039;, 1987, 27, 7, S. 216–220.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Preußen diente der Chausseebau insbesondere nach den [[Preußische Reformen|Stein-Hardenbergschen Reformen]] (ab 1807) auch militärischen Zwecken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lange 1996&amp;quot; /&amp;gt; Primär ging es bei den großen Fernchausseen aber schon bald um die bessere Erreichbarkeit der durch den [[Wiener Kongress]] neu erlangten Provinzen. Dazu zählen etwa die Chausseebauprojekte der 1820er Jahre gen [[Kassel]] (Rheinprovinz, Provinz Westfalen) mit Abzweigen nach [[Delitzsch]] und [[Erfurt]], die zudem zahlreiche Städte der neuen [[Provinz Sachsen]] ansteuerten, oder ins abgelegene [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]], die jeweils in Berlin ihren Anfangspunkt hatten. Aufgrund des enormen Aufwandes entstanden Fernchausseen oft streckenweise, wofür der Bau in Abschnitte eingeteilt wurde. Man nutzte zudem bereits vorhandene kurze Chausseen, so dass diese nur miteinander verbunden werden mussten.&amp;lt;ref&amp;gt;So wurden einzelne Abschnitte der Chaussee von Berlin nach Nordhausen (1823–1826) bereits 15 Jahre früher erbaut, etwa Halle–Langenbogen in den Jahren 1809 und 1810.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Kostentragung}}&lt;br /&gt;
Unterschieden wurden Chausseen in Preußen auch nach der Art der Finanzierung. So gab es die preußische Staatschaussee, die der Staat ermöglichte, aber auch &amp;#039;&amp;#039;Kreis-Chausseen&amp;#039;&amp;#039;, die in der Verantwortung der Kreisverwaltungen lagen. Beispielsweise liegen viele Straßen Berlins auf dem Verlauf von Kreis-Chausseen, die noch durch umliegende Landkreise in Preußen angelegt und verwaltet wurden und mit der Bildung von [[Groß-Berlin]] auf Stadtgelände gelangten (siehe dazu [[Straßen und Plätze in Berlin]]). Im Übrigen wurden bei gesamtstaatlichem Interesse in Preußen Chausseen aus der Kasse des Königs bezahlt – die &amp;#039;&amp;#039;Königs-Chausseen&amp;#039;&amp;#039;. Für die Erschließung des Umlandes der preußischen Hauptstadt wurden andererseits &amp;#039;&amp;#039;Aktien-Chausseen&amp;#039;&amp;#039; durch die interessierten Nutzer angelegt. {{&amp;quot; |Actie-Chausseen, unter denselben Umständen [nämlich: durch Verein mehrerer Privatpersonen erbaut] ausgeführt und zur Erhebung des landesüblichen [[Maut|Chausseegeldes]] für gewisse Jahre berechtigt, nach deren Ablauf der Staat es erhebt, …}}&amp;lt;ref&amp;gt;J.G.A. Ludwig Helling (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtlich-statistisch-topographisches Taschenbuch von Berlin und seinen naechsten Umgebungen&amp;#039;&amp;#039;. H.A.W. Logier, Berlin 1830, S. 3. [https://books.google.com/books/download/Geschichtlich_statistisch_topographische.pdf?id=mtkAAAAAcAAJ&amp;amp;hl=de&amp;amp;capid=AFLRE707a3yfF0--njdR47fUboShmJoLoKxqIwKUtFDEjyE5uI3dq0UfaTLhQOIHq4KAg1CT_F-3xt-Z9mSoOOFtycVuAlLn4A&amp;amp;continue=http://books.google.com/books/download/Geschichtlich_statistisch_topographische.pdf%3Fid%3DmtkAAAAAcAAJ%26hl%3Dde%26output%3Dpdf google.com/books] (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Zeitgenössische Literatur:&lt;br /&gt;
* [[Anton Heinrich du Plat]]: &amp;#039;&amp;#039;Situations-Risse Der Neüerbaueten Chausséen des Churfürstenthums Braunschweig-Lüneburg. Erster Theil. Die Chaussée von Hannover auf Hameln. Nebst einer Nachricht von den an dieser Route belegenen merkwürdigen Örtern.&amp;#039;&amp;#039; [Hannover] 1780. ([https://www.google.de/books/edition/Situations_Risse_Der_Ne%C3%BCerbaueten_Chaus/YrBDQUxCYPIC?hl=de&amp;amp;gbpv=0 Google Books])&lt;br /&gt;
* Arnd: &amp;#039;&amp;#039;Der Straßen- u. Wegebau.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Darmstadt 1831.&lt;br /&gt;
* [[Franz Anton Umpfenbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Theorie des Neubaues, der Herstellung und Unterhaltung von Kunststraßen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1830.&lt;br /&gt;
* Dietlein: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge über Straßen-, Brücken- u. Wasserbau.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1832.&lt;br /&gt;
* Heinrich Pechmann: &amp;#039;&amp;#039;Anleitung zum Bau der Straßen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. München 1835.&lt;br /&gt;
* Franz Anton Umpfenbach: &amp;#039;&amp;#039;Anweisung zum Bau und zur Unterhaltung der Kunststrassen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1834; {{URN|nbn:de:kobv:109-opus-108200}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuere Literatur:&lt;br /&gt;
* Sylvia Butenschön und Thomas Thränert: &amp;#039;&amp;#039;Progress and economics: planting roadside fruit trees in the German states in the eighteenth and nineteenth centuries.&amp;#039;&amp;#039; In: Jan Woudstra / Camilla Allen (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;The Politics of Street Trees&amp;#039;&amp;#039;, London/New York 2022, S. 55–68.&lt;br /&gt;
* Felix Gräfenberg: &amp;#039;&amp;#039;Preußens Werk und Vinckes Beitrag. Chausseebau in Westfalen als Gegenstand politischen Entscheidens, ca. 1816 – 1840er Jahre&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Westfälische Forschungen&amp;#039;&amp;#039;, 2022, Band 72.&lt;br /&gt;
* Thomas Gunzelmann: &amp;#039;&amp;#039;Der Chausseebau im Hochstift Bamberg im 18. Jahrhundert und seine Relikte.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frankenland&amp;#039;&amp;#039;, 58/6, 2006, S. 366–376; [http://thomas-gunzelmann.net/wordpress/wp-content/uploads/2010/04/Chaussee1.pdf thomas-gunzelmann.net] (PDF; 2,6&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Martin Pozsgai: &amp;#039;&amp;#039;Die Donautalstraße. Eine Chaussee des 19. Jahrhunderts und ihre Tunnels&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Aufsätze zur Fridinger Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, 41, 2022, S. 117–136.&lt;br /&gt;
* Wolfgang Wüst: &amp;#039;&amp;#039;Chausseen in Franken – Kunststraßen nach französischem Vorbild.&amp;#039;&amp;#039; In: Erich Schneider (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Altfränkische Bilder&amp;#039;&amp;#039;, NF, 2014, 9. Jahrgang, Würzburg 2013, S. 22–24; {{ISSN|1862-7404}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=s|GND=4125733-9}}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Straßentyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Straßenbaugeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;LandArt1978</name></author>
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