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	<title>Charles Hueber - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-30T16:41:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Charles Hueber.jpg|mini|Charles Hueber]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Charles Louis Hueber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[21. August]] [[1883]] in [[Guebwiller|Gebweiler]], [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Elsass-Lothringen]]; † [[18. August]] [[1943]] in [[Straßburg]]) war ein französischer Politiker, [[Abgeordneter]] (&amp;#039;&amp;#039;Député&amp;#039;&amp;#039;) und Bürgermeister von Straßburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewerkschafter und deutscher Sozialdemokrat ==&lt;br /&gt;
Hueber arbeitete in Gebweiler als Schlosser und engagierte sich bereits früh politisch. 1900 gründete er die [[Elsass|elsässische]] Sektion der Metallarbeitergewerkschaft und trat der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|Sozialdemokratischen Partei Deutschlands]] (SPD) bei, für die er dann ab 1910 als [[Parteisekretär]] tätig war. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] kämpfte er im deutschen Heer und erreichte den Dienstgrad eines [[Sergeant]]en. Im November 1918 war er im Zuge der [[Novemberrevolution|revolutionären Bewegung]] Vorsitzender des Straßburger [[Arbeiter- und Soldatenrat|Soldatenrates]] und setzte sich zeitweilig für ein weitgehend unabhängiges (autonomes) Elsass ein. Als Sekretär der Metallarbeitergewerkschaft leitete er im Jahr 1918 [[Streik]]s und im Jahr 1920 einen [[Generalstreik]] im Elsass.&amp;lt;ref&amp;gt;Goodfellow 1992, S. 231–258.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Französischer Kommunist und elsässischer Autonomist ==&lt;br /&gt;
Nach dem [[Kongress von Tours]] der [[Section française de l’Internationale ouvrière]] (SFIO, dt.: Französische Sektion der Arbeiter-Internationale) entschied sich Charles Hueber 1920 zum Eintritt in die &amp;#039;&amp;#039;Section française de l&amp;#039;Internationale communiste&amp;#039;&amp;#039; (SFIC, später &amp;#039;&amp;#039;[[Parti communiste français]]&amp;#039;&amp;#039;, PCF), wurde deren Parteisekretär im [[Département Bas-Rhin]] und gründete noch im gleichen Jahr die kommunistische Partei-Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Die Neue Welt&amp;#039;&amp;#039;, die ab 1923 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;L&amp;#039;Humanité d&amp;#039;Alsace-Lorraine&amp;#039;&amp;#039; als Regionalausgabe der &amp;#039;&amp;#039;[[L’Humanité]]&amp;#039;&amp;#039; weitergeführt wurde. 1923 nahm Hueber an einem internationalen kommunistischen Treffen in [[Essen]] teil, das als Protest gegen die belgisch-französische [[Ruhrbesetzung]] organisiert worden war. Er wurde deshalb von den französischen Besatzungstruppen festgenommen und im Pariser Gefängnis [[La Santé]] inhaftiert. Die dadurch errungene Bekanntheit kam ihm bei den folgenden Parlamentswahlen zugute: von 1924 bis 1928 vertrat Hueber die Kommunisten in der französischen [[Abgeordnetenkammer (Frankreich)|Abgeordnetenkammer]] (&amp;#039;&amp;#039;Chambre des députés&amp;#039;&amp;#039;). Durch seine fortgesetzte Unterstützung des elsässischen Autonomismus nahm seine überregionale Bekanntheit noch weiter zu. Am 8. Dezember 1927 attackierte Hueber in der Abgeordnetenkammer in [[Elsässisch|elsässischem Dialekt]] die staatliche Bevorzugung der französischen Sprache im Elsass und in [[Lothringen]] und warf der französischen Regierung Unterdrückung der elsässischen Arbeiterklasse sowie [[Kolonialismus|kolonialistische]] Herrschaftsmethoden vor. Die Rede wurde als so anstößig empfunden, dass große Passagen aus dem offiziellen Sitzungsprotokoll gestrichen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Goodfellow 1992; Wohl 1966, S. 320; Callahan/Curtis 2008, S. 146.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1929 wurde Hueber von der &amp;#039;&amp;#039;Heimatfront&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Volksfront&amp;#039;&amp;#039;), einem bunt zusammengewürfelten Bündnis aus Kommunisten, Ex-Kommunisten, der autonomistischen [[Unabhängige Landespartei|Unabhängigen Landespartei]] (ULP) und der &amp;#039;&amp;#039;[[Union populaire républicaine]]&amp;#039;&amp;#039; (UPR; elsässische Nachfolgeorganisation der [[Elsaß-Lothringische Zentrumspartei|Zentrumspartei]]), zum Bürgermeister (&amp;#039;&amp;#039;maire&amp;#039;&amp;#039;) von [[Straßburg]] gewählt. Auf dem Straßburger Rathaus ließ er nach seinem Wahlsieg die [[Trikolore]] der französischen Republik durch die weiß-rote elsässische Fahne ersetzen. Obwohl Hueber sein Wahlbündnis als eine Koalition antiimperialistischer Kräfte darstellte, wurde er im Herbst 1929 aus der PCF ausgeschlossen. Zusammen mit anderen Partei-Abweichlern gründete er daraufhin die [[Parti communiste d&amp;#039;opposition d&amp;#039;Alsace-Lorraine]], die sich der [[Internationale Vereinigung der Kommunistischen Opposition|Internationalen Vereinigung der Kommunistischen Opposition]] (IVKO) anschloss.&amp;lt;ref&amp;gt;Mayer 1982, S. 170–171; Goodfellow 1992; Fischer 2010, S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Annäherung an den Nationalsozialismus und Kollaboration ==&lt;br /&gt;
In der Zeit von 1933 bis 1936 näherten sich Hueber und seine Anhänger allmählich nationalsozialistischen Positionen an, wobei er bei öffentlichen Anlässen immer wieder Wert darauf legte, kein [[Antisemitismus (bis 1945)|Antisemit]] zu sein. Nachdem Hueber die Unterstützung der Kommunistischen Partei (PCF) fehlte und er 1934 auch von den Christdemokraten nicht mehr unterstützt wurde, unterlag er 1935 bei den Straßburger Bürgermeisterwahlen seinem republikanischen Gegenspieler [[Charles Frey (Politiker)|Charles Frey]]. Er blieb jedoch Abgeordneter im [[Generalrat (Frankreich)|Generalrat]] (&amp;#039;&amp;#039;conseil général&amp;#039;&amp;#039;) des Departements [[Département Bas-Rhin|Bas-Rhin]] und Stadtrat von Straßburg. 1936 wurde Hueber über die christlich-sozial orientierte Liste der [[Indépendants d&amp;#039;action populaire]] (IAP) wieder für das Département Bas-Rhin in die Abgeordnetenkammer gewählt und schloss sich dort der Fraktion der sozialistischen [[Parti d&amp;#039;unité prolétarienne (Frankreich)|Parti d’unité prolétarienne]] (PUP) an, die der [[Front populaire|Volksfront]] nahestand.&amp;lt;ref&amp;gt;Mayer 1982, S. 172–175; Goodfellow 1992; Fischer 2010; Dictionnaire des députés 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Sitzung der [[Französische Nationalversammlung (Dritte Republik)|Nationalversammlung]] am 10. Juli 1940, auf der die [[Verfassungsgesetz vom 10. Juli 1940|erweiterten Vollmachten]] für Marschall [[Philippe Pétain|Pétain]] beschlossen wurden und die das Ende der Dritten Republik bedeutete, nahm er nicht teil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parti communiste d&amp;#039;opposition d&amp;#039;Alsace-Lorraine wurde schließlich in [[Elsässische Bauern- und Arbeiterpartei]] umbenannt und schloss sich [[1939]] mit der inzwischen eindeutig pro-nationalsozialistischen Elsässischen Landespartei um [[Karl Roos]] zusammen. Am 3. Juli 1941 beantragte Hueber die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde zum 1. Oktober desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.627.708).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/17170998&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach seinem Tod 1943 wurde er von der deutschen Besatzungsmacht mit offiziellen Ehren beerdigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wieviorka 2009, S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Robert Wohl: &amp;#039;&amp;#039;[http://books.google.com/books?id=fZ6aAAAAIAAJ French Communism in the Making, 1914–1924]&amp;#039;&amp;#039;. Stanford, Calif.; Stanford University Press, 1966. ISBN 978-0-8047-0177-8.&lt;br /&gt;
* [[Hans Mayer (Literaturwissenschaftler)|Hans Mayer]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Deutscher auf Widerruf. Erinnerungen I&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt/M.; Suhrkamp 1982. ISBN 3-518-03646-7&lt;br /&gt;
* Samuel Goodfellow: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.jstor.org/stable/260909 From Communism to Nazism: The Transformation of Alsatian Communists]&amp;#039;&amp;#039;. In: Journal of Contemporary History, Vol. 27, No. 2 (Apr. 1992), S. 231–258.&lt;br /&gt;
* Kevin J. Callahan, Sarah Ann Curtis: &amp;#039;&amp;#039;[https://books.google.com/books?id=dRVAvhPUNp0C Views from the Margins: Creating Identities in Modern France]&amp;#039;&amp;#039;. Lincoln; University of Nebraska Press, 2008. ISBN 978-0-8032-1559-7.&lt;br /&gt;
* Olivier Wieviorka: &amp;#039;&amp;#039;[https://books.google.com/books?id=6TrzopBviFMC Orphans of the Republic: The Nation’s Legislators in Vichy France]&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge, Mass.; Harvard University Press, 2009. ISBN 978-0-674-03261-3.&lt;br /&gt;
* Christopher J. Fischer: &amp;#039;&amp;#039;[https://books.google.com/books?id=Y-t3l5UJKCcC Alsace to the Alsatians?: Visions and Divisions of Alsatian Regionalism, 1870–1939]&amp;#039;&amp;#039;. New York; Berghahn Books, 2010. ISBN 978-1-84545-724-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.assemblee-nationale.fr/sycomore/fiche.asp?num_dept=3888 Kurzbiographie mit Bild] im &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire des députés&amp;#039;&amp;#039; der [[Nationalversammlung (Frankreich)|Französischen Nationalversammlung]] (französisch; abgerufen am 11. Juli 2010)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124430503|LCCN=n2018034714|VIAF=47694092}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hueber, Charles}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgermeister (Straßburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Deutsches Heer)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:PCF-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (französische Kollaboration)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (elsässische Geschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gewerkschafter (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Novemberrevolution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1883]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1943]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hueber, Charles&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hueber, Charles Louis (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Politiker, Abgeordneter und Bürgermeister von Straßburg&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. August 1883&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Guebwiller]], damals [[Reichsland Elsaß-Lothringen]], heute [[Département Haut-Rhin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=18. August 1943&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Straßburg]]&lt;br /&gt;
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