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	<title>Charles Bettelheim - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Catullus26: /* Einzelnachweise */</title>
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		<updated>2026-04-23T17:16:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Charles Bettelheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[20. November]] [[1913]] in [[Paris]]; † [[20. Juli]] [[2006]] ebenda) war ein französischer [[Marxismus|marxistischer]] [[Wirtschaftswissenschaftler|Ökonom]] und [[Soziologe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werk ==&lt;br /&gt;
Bettelheim wirkte an der Pariser [[Sorbonne]] mit dem Arbeitsschwerpunkt Planung, Entwicklung und [[Dritte Welt]] und war Gründer und Leiter des &amp;#039;&amp;#039;Centre d&amp;#039;études des modes d&amp;#039;industrialisation&amp;#039;&amp;#039; (CEMI). Daneben trat er mit historischen Forschungen zur [[Geschichte der Sowjetunion]] hervor. Bettelheim gehörte neben dem US-Amerikaner [[Paul Sweezy|Paul M. Sweezy]], dem Ägypter [[Samir Amin]], dem Belgier [[Ernest Mandel]] und anderen zu den wichtigen Vertretern der „Radical School of Economics“. Seine Arbeiten fanden in den [[1960er]] und [[1970er]] Jahren insbesondere in der Dritten Welt (Lateinamerika, Indien) sowie im Kontext der [[Neue Linke|Neuen Linken]] Westeuropas und Nordamerikas starke Beachtung, gerieten jedoch in den [[1980er]] Jahren zunehmend in Vergessenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bettelheim beschäftigte sich 1936 während eines Studienaufenthalts in [[Moskau]] mit der sowjetischen [[Zentralverwaltungswirtschaft|Planwirtschaft]] und galt anschließend in Frankreich als deren bester Kenner. In den [[1950er]] Jahren begrüßte er die in der Sowjetunion und Osteuropa nach dem Tod [[Josef Stalin|Stalin]]s eingeleiteten Wirtschafts- und Gesellschaftsreformen ([[Entstalinisierung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Gründung des &amp;#039;&amp;#039;Centre d&amp;#039;études des modes d&amp;#039;industrialisation&amp;#039;&amp;#039; (CEMI) schuf er ein Zentrum zur Erörterung und Analyse von Problemen der [[Industrialisierung]] von Entwicklungsländern. 1963 engagierte [[Fidel Castro]] Bettelheim als Wirtschaftsberater für [[Kuba]]. Durch seine kontroverse Diskussion mit [[Che Guevara]] und Ernest Mandel über Fragen der Wirtschaftsplanung wurde Bettelheim international bekannt. Während Guevara danach strebte, durch maximale [[Zentralisation (Wirtschaftswissenschaften)|Zentralisierung]] Warenproduktion und [[Marktwirtschaft]] so schnell wie möglich abzuschaffen und die moralische Mobilisierung des „neuen Menschen“ in den Mittelpunkt rückte, plädierte Bettelheim für eine langfristig angelegte pragmatische Strategie des Übergangs zum [[Sozialismus]] in Anlehnung an [[Wladimir Iljitsch Lenin|Lenin]]s Konzeption der [[Neue Ökonomische Politik|Neuen Ökonomischen Politik]] mit gemischten Eigentumsformen, einer Verbindung von Planung und Marktelementen, dezentraler Entscheidungsfindung und der Entwicklung der [[Landwirtschaft]] als Ausgangsbasis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an der Sowjetunion ==&lt;br /&gt;
Gleichzeitig wurde Bettelheims Haltung zur Sowjetunion immer kritischer, während er in der [[Volksrepublik China]] das erfolgreiche Modell eines alternativen Entwicklungswegs für die Dritte Welt sah. Die chinesische Kritik am sowjetischen „[[Ökonomismus]]“ und [[Mao Zedong]]s Betonung des „Primats der [[Politik]]“ veranlassten Bettelheim dazu, seine in der Kuba-Debatte vertretenen Positionen teilweise zu revidieren. Auf der theoretischen Ebene kritisierte Bettelheim, gestützt auf Konzepte des Philosophen [[Louis Althusser]], die Gleichsetzung von „[[Kapitalismus]]“ mit Privateigentum und Markt und „[[Sozialismus]]“ mit Staatseigentum und zentraler Planung. Er wies darauf hin, dass die formal-juristische Ebene des Eigentums noch keinen Aufschluss über die reellen [[Produktionsverhältnisse]] gebe und Staatseigentum noch keine wirkliche [[Vergesellschaftung (Soziologie)|Vergesellschaftung]] bedeute. In &amp;#039;&amp;#039;Ökonomischer Kalkül und Eigentumsformen&amp;#039;&amp;#039; (1970) diskutierte er das Problem der Überwindung der [[Warenproduktion]] und [[Wertform]] und der Entwicklung einer „ökonomischen Messung“ im Übergang zum Sozialismus durch Transformation der Produktionsverhältnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bettelheims historische Analyse der Fehlentwicklung der Sowjetunion (&amp;#039;&amp;#039;Die Klassenkämpfe in der UdSSR&amp;#039;&amp;#039;) hatte zum Kern den kritischen Befund, dass dort ab Ende der [[1920er]] Jahre eine Politik der forcierten, extrem schnellen, vertikal-zentralistischen [[Industrialisierung der Sowjetunion|Industrialisierung]] auf der Grundlage der [[Zwangskollektivierung in der Sowjetunion|zwangsweisen Kollektivierung der Landwirtschaft]] einen nur dem Schein nach sozialistischen „[[Staatskapitalismus]]“ hervorgebracht habe, der strukturell die Unterordnung gesellschaftlicher Bedürfnisse unter einen blinden Akkumulationszwang fortgesetzt, eine [[Emanzipation|emanzipatorische]] Transformation sozialer Beziehungen unterbunden und eine soziale Ausdifferenzierung mit den gleichen Funktionseliten hervorgebracht habe wie der [[Kapitalismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== China und die Dritte Welt ==&lt;br /&gt;
Auf seinen Reisen in die [[Volksrepublik China]] gelangte Bettelheim demgegenüber zu dem Eindruck, dass dort eine Form [[basisdemokratie|basisdemokratischer]] und bedürfnisgerechter Entwicklung Gestalt annehme. In seinen Reiseberichten (u.&amp;amp;nbsp;a. &amp;#039;&amp;#039;China 1972&amp;#039;&amp;#039;) beschrieb er die durch die [[Kulturrevolution]] eingeführten neuen [[Unternehmensführung|Managementformen]] in chinesischen Fabriken mit horizontalen und [[Partizipation|partizipativen]] Strukturen, kollektiver Leitung und Beteiligung von [[Arbeiter]]n an allen Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bettelheim gehörte damals zu den führenden Verfechtern der These, dass gesellschaftlicher und ökonomischer Fortschritt in den Ländern der [[Dritte Welt|Dritten Welt]] einen politischen Bruch mit dem [[Imperialismus]] und eine Loslösung von den Abhängigkeitsverhältnissen der ungleichen internationalen Arbeitsteilung des [[Markt (Wirtschaftswissenschaft)|Weltmarkt]]s erfordere. Diese Position bezog auch eine scharfe Kritik an der internationalen Rolle der Sowjetunion ein, in deren entwicklungspolitischem Engagement Bettelheim nur eine Variante kapitalistischer, akkumulationszentrierter Modelle sah. Auf der Grundlage politischer Unabhängigkeit und wirtschaftlicher Autarkie sah er in der [[Arbeitswelt]] die Chance gegeben, alternative Entwicklungsmodelle zu praktizieren, die nicht auf Akkumulation und [[Profit]] ausgerichtet waren. Die planmäßige Orientierung der [[Ökonomie]] an den Bedürfnissen der Bevölkerung könnte ein ausgewogenes Verhältnis von Landwirtschaft und [[Industrie]] ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bettelheim war geschäftsführender Vorsitzender der &amp;#039;&amp;#039;Gesellschaft für französisch-chinesische Freundschaft&amp;#039;&amp;#039;. In dieser Eigenschaft trat er u. a. bei einer Gedenkveranstaltung für Mao Zedong auf, die acht Tage nach dessen Tod in Paris stattfand. Neben ihm sprachen dort auch [[Joris Ivens]], [[Maurice Schumann]] und [[Han Suyin]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Beijing Rundschau]] 44/1976 vom 2. November 1976, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1977 legte Bettelheim den Vorsitz der Gesellschaft nieder. Mit dem Rücktritt protestierte er gegen den nach dem Tod von Mao Zedong vollzogenen Kurswechsel, den er als [[Konterrevolution]] deutete. China löste sich in den folgenden Jahren von dem unter Mao praktizierten [[Autarkie]]modell und vollzog schrittweise die Integration in den Weltmarkt, die mit einer überraschenden [[Wirtschaftswachstum|Wachstumsdynamik]] einherging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bettelheims Schüler und langjähriger Mitarbeiter [[Bernard Chavance]] gehört zu den führenden Vertretern der [[Regulationstheorie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Aufbau des Sozialismus in China&amp;#039;&amp;#039;. Trikont, München 1969&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wertgesetz, Planung und Bewusstsein. Die Planungsdebatte in Cuba&amp;#039;&amp;#039;. (Gemeinsam mit [[Fidel Castro]], [[Ernesto Che Guevara]], [[Ernest Mandel]], Mora) Neue Kritik, Frankfurt 1969&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ökonomischer Kalkül und Eigentumsformen. Zur Theorie der Übergangsgesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. Wagenbach, Berlin 1970&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über das Fortbestehen von Warenverhältnissen in den sozialistischen Ländern&amp;#039;&amp;#039;. Merve, Berlin 1970&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Theorie und Praxis sozialistischer Planung&amp;#039;&amp;#039;. Trikont, München 1971&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Massenlinie und revolutionäre Partei&amp;#039;&amp;#039;. Trikont, München 1973&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Wirtschaft unter dem Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Trikont, München 1974&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;China nach der Kulturrevolution. Industrielle Organisation, dezentralisierte Planung und Wertgesetz.&amp;#039;&amp;#039; Trikont, München 1974&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;China 1972. Ökonomie, Betrieb und Erziehung seit der Kulturrevolution&amp;#039;&amp;#039; (Hg., gemeinsam mit Maria Antonietta Macciochi). Wagenbach, Berlin 1975&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über die Natur der sowjetischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, in: Bettelheim, Meszaros, Rossanda u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Macht und Opposition in den nachrevolutionären Gesellschaften&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, Frankfurt 1979, S. 101–106&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Les luttes de classes en URSS.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Première période, 1917-1923&amp;#039;&amp;#039;. Seuil/Maspero, 1974&lt;br /&gt;
*** Deutsche Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Die Klassenkämpfe in der UdSSR.&amp;#039;&amp;#039; Bd. I: &amp;#039;&amp;#039;1917-1923.&amp;#039;&amp;#039; Oberbaumverlag, Berlin 1975.&lt;br /&gt;
*** Englische Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Class Struggles in the USSR, First Period: 1917–1923.&amp;#039;&amp;#039; Monthly Review Press, 1976.&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Deuxième période, 1923-1930.&amp;#039;&amp;#039; Seuil/Maspero, 1977&lt;br /&gt;
*** Englische Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Class Conflict in the USSR—Second period, 1923-1930.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** &amp;#039;&amp;#039;Troisième période, 1930-1941.&amp;#039;&amp;#039; Seuil/Maspero, 1982.&lt;br /&gt;
*** Deutsche Übersetzung von Andreas G. Förster:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://literaturuebersetzer.de/uevz/eintraege/Foerster_Andreas_G..htm Förster] in der Übersetzer-Datenbank des [[VdÜ]]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Die Klassenkämpfe in der UdSSR. 1930–1941.&amp;#039;&amp;#039; (= Band 3 &amp;amp; 4) Die Buchmacherei, Berlin 2016.&lt;br /&gt;
*** Englische Übersetzung:&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Class Struggles in the USSR, Third Period: 1930–1941 - Part One: The Dominated.&amp;#039;&amp;#039; 1994.&amp;lt;br/&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Class Struggles in the USSR, Third Period: 1930–1941 - Part Two: The Dominators.&amp;#039;&amp;#039; 1996.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118662686}}&lt;br /&gt;
*[http://www.praxisphilosophie.de/bettel.pdf Charles Bettelheim: &amp;#039;&amp;#039;Über die Natur der sowjetischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; (pdf)] (78 kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118662686|LCCN=n/50/9110|VIAF=27133519|NDL=00433205}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bettelheim, Charles}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Ökonom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Marxistischer Theoretiker (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1913]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2006]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Bettelheim, Charles&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Ökonom&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. November 1913&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Juli 2006&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Paris]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Catullus26</name></author>
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