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	<title>Charles-Bonnet-Syndrom - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Charles-Bonnet-Syndrom&amp;diff=821151&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Yoursmile: +Wikt</title>
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		<updated>2025-07-01T18:52:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+Wikt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = F06.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Organische Halluzinose&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Charles-Bonnet-Syndrom&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Neurologie|neurologisches]] und [[Psychiatrie|psychiatrisches]] [[Syndrom]]. Es kommt aufgrund einer chronischen Sehverschlechterung bei normalem [[Bewusstsein]] zu visuellen Trugwahrnehmungen ([[Illusion]]en und [[Pseudohalluzination]]en), ohne dass eine akute [[Psychiatrie|psychiatrische]] Erkrankung im eigentlichen Sinn vorliegt. Das Syndrom ist nach dem [[Schweiz]]er [[Naturwissenschaft]]ler und Philosophen [[Charles Bonnet]] benannt, der es 1760 erstmals beschrieben hat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Charles Bonnet |Hrsg= |Titel=Essai Analytique sur les Facultés de l’Âme |Auflage= |Verlag=Cl. &amp;amp; Ant. Philibert |Ort=Copenhagen |Datum=1760 |ISBN= |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
Das Charles-Bonnet-Syndrom kann infolge einer Schädigung der [[Sehbahn]] oder des [[Auge]]s entstehen. Die Schädigung kann dabei im vorderen Teil der Sehbahn (zum Beispiel im Auge), als auch im hinteren Teil (zum Beispiel in der primären [[Visueller Cortex|Sehrinde]]) liegen. Im vorderen Teil der Sehbahn treten Erkrankungen wie zum Beispiel [[Makuladegeneration]], [[diabetische Retinopathie]] oder [[Katarakt (Medizin)|grauer Star]] auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ffytche 1999&amp;quot;&amp;gt;DH ffytche, RJ Howard: [http://brain.oxfordjournals.org/content/122/7/1247.full.pdf+html &amp;#039;&amp;#039;The perceptual consequences of visual loss: &amp;#039;positive&amp;#039; pathologies of vision&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 318&amp;amp;nbsp;kB) In: &amp;#039;&amp;#039;Brain&amp;#039;&amp;#039;, 122 (7), 1999, S. 1247–1260&amp;lt;/ref&amp;gt; Im hinteren Teil der Sehbahn entstehen Schäden der [[Sehstrahlung]] (einschließlich der primären Sehrinde) beispielsweise aufgrund von [[Primär ischämischer Hirninfarkt|Hirninfarkt]], Blutung oder [[Hirntumor]]. Dabei kann es zu einem Charles-Bonnet-Syndrom mit visuellen Erscheinungen im anopischen (blinden) Gesichtsfeldbereich kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vaphiades 1996&amp;quot;&amp;gt;MS Vaphiades et al.: &amp;#039;&amp;#039;Positive spontaneous visual phenomena limited to the hemianopic field in lesions of central visual pathways&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Neurology&amp;#039;&amp;#039;, 47, 1996, S. 408–417.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Charles-Bonnet-Syndrom scheint an das Vorhandensein des visuellen [[Assoziationskortex]] gebunden zu sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Verhaltensneurologie Schnider&amp;quot;&amp;gt;A Schnider: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltensneurologie&amp;#039;&amp;#039;. Georg Thieme Verlag, 1997, ISBN 3-13-109782-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Halluzinationen treten dann nicht auf, wenn dieser zerstört wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vaphiades 1996&amp;quot; /&amp;gt; Auch die visuelle Vorstellungskraft ist bei Defekten der primären Sehrinde erhalten, und bei Schäden höherer visueller Areale, insbesondere des unteren temporo-okzipitalen Überganges, beeinträchtigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chatterjee 1995&amp;quot;&amp;gt;A Chatterjee, MH Southwood: &amp;#039;&amp;#039;Cortical blindness and visual imagery&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Neurology&amp;#039;&amp;#039;, 45, 1995, S. 2189–2195.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
Die Sehverschlechterung führt im Falle des Charles-Bonnet-Syndromes zu produktiven visuellen Phänomenen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Verhaltensneurologie Schnider&amp;quot; /&amp;gt; Dazu gehören beispielsweise&lt;br /&gt;
* [[Phosphen]]e: undefinierbare Lichterscheinungen,&lt;br /&gt;
* [[Photopsie]]n: umrissene, beschreibbare, meist geometrische Figuren,&lt;br /&gt;
* [[Tesselopsie]]n: zusammenhängende repetitive Muster, meist wie Kacheln beschrieben,&lt;br /&gt;
* [[Palinopsie]]n: Persistierende oder erneut erscheinende Objekte, die bereits gesehen wurden, jedoch nicht mehr im Gesichtsfeld vorhanden sind,&lt;br /&gt;
* [[Metamorphopsie]]n: Verzerrungen, Verkleinerungen und Vergrößerungen von Gesehenem,&lt;br /&gt;
* komplexe [[Halluzination]]en: ausgestaltete Bilder und Szenen von Objekten und Fantasie-Gestalten,&lt;br /&gt;
* [[Heautoskopie]]n: spiegelbildliche Doppelgängerhalluzinationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betroffenen erleben die Erscheinungen stets als nicht echt und distanzieren sich davon. Daher nennt man die Erscheinungen auch Illusionen oder Pseudohalluzinationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Um die Diagnose des Charles-Bonnet-Syndromes zu stellen, müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gold 1989&amp;quot;&amp;gt;K Gold, PV Rabins: &amp;#039;&amp;#039;Isolated visual hallucinations and the Charles Bonnet Syndrome: a review of the literature and presentation of six cases&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Compr Psychiatry&amp;#039;&amp;#039;., 30, 1989, S. 90–98.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Stereotype optische Halluzinationen&lt;br /&gt;
* Distanzierung von der Echtheit der Wahrnehmungen&lt;br /&gt;
* Keine Halluzinationen in anderen Qualitäten (zum Beispiel akustisch)&lt;br /&gt;
* Kein wahnhaftes Erleben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Charles-Bonnet-Syndrom ist zu unterscheiden von Erkrankungen wie [[Lewy-Körperchen-Demenz]], [[Migräne]]-Attacken, [[Delirium]], Nebenwirkung von [[Parkinson-Krankheit|Parkinson]]-Medikamenten, [[Droge]]n-Einnahme ([[Halluzinogen]]e) und andere.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Manford 1998&amp;quot;&amp;gt;M. Manford, F. Andermann: &amp;#039;&amp;#039;Complex visual hallucinations, Clinical and neurobiological insights.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Brain.&amp;#039;&amp;#039; Band 121, 1998, S. 1819–1840.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Die Therapie des Charles Bonnet-Syndromes orientiert sich an den Ursachen. Es wird eine Verbesserung der Sehkraft angestrebt. Sollte dies nicht möglich sein (zum Beispiel in anopischen Gesichtsfeldquadranten nach Hirninfarkt), wird eine pharmakologische Therapie in Betracht gezogen. Ansätze der Rehabilitation durch soziale Anbindung werden diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbesserung der Sehkraft ===&lt;br /&gt;
Sollte eine [[Katarakt (Medizin)|Katarakt]] dem Charles-Bonnet-Syndrom zugrunde liegen, so kann eine [[Katarakt_(Medizin)#Operative_Therapie_(Kataraktoperation)|Linsen-Operation]] ein komplettes Verschwinden der Symptome bewirken. Ähnliche Erfolge wurden nach Verbesserung der Sehkraft durch Brillen berichtet. Bei Auftreten nächtlicher Halluzinationen kann eine Raumbeleuchtung beschwerdeverbessernd sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eperjesi 2004&amp;quot;&amp;gt;F Eperjesi, N Akbarali: &amp;#039;&amp;#039;Rehabilitation in Charles Bonnet syndrome: a review of treatment options&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Clinical and Experimental Optometry&amp;#039;&amp;#039;, 87(3), 2004, S. 149–152.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medikamentöse Therapie ===&lt;br /&gt;
Erfolge in der Therapie wurden berichtet durch:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eperjesi 2004&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Neuroleptika]] wie Melperon oder Risperidon&lt;br /&gt;
* [[Antikonvulsivum|Antikonvulsiva]] wie [[Carbamazepin]] oder Clonazepam&lt;br /&gt;
* [[Serotonin]]-Antagonisten wie Ondansetron&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbesserung der Sozialen Anbindung ===&lt;br /&gt;
Dieser Therapieansatz beruht auf der Beobachtung, dass es bei sozial isolierten Menschen häufiger zu einem Charles-Bonnet-Syndrom kommt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eperjesi 2004&amp;quot; /&amp;gt; Da es jedoch eine hohe Dunkelziffer an Erkrankten gibt, die die Erscheinungen nicht berichten, da sie befürchten als psychisch erkrankt stigmatisiert zu werden, ist diese Beobachtung jedoch mit Vorsicht zu genießen. Andererseits ist von einer verbesserten sozialen Anbindung und eventuell einem Anschluss an eine Selbsthilfegruppe keine Verschlechterung der Symptome zu erwarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häufigkeit und Prognose ==&lt;br /&gt;
Es wird berichtet, dass zwischen 10 % und 57 % aller Menschen mit verminderter Sehschärfe ein Charles-Bonnet-Syndrom erleiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eperjesi 2004&amp;quot; /&amp;gt; Je nach Möglichkeit der Verbesserung der Sehkraft und medikamentöser sowie supportiver sozialer Maßnahmen ist ein großer Anteil der Betroffenen behandelbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist wichtig zu betonen, dass das Charles-Bonnet-Syndrom eine harmlose Erkrankung ist. Eine medikamentöse Therapie sollte daher erst nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches ==&lt;br /&gt;
Nachdem Charles Lullin, der Großvater Charles Bonnets, im Alter von 77 Jahren an einer Linsentrübung (Katarakt oder „Grauer Star“) erkrankt war, unterzog er sich einer Operation. Dennoch erblindete er nahezu. 12 Jahre nach der Operation, im Alter von 89 Jahren, kam es zu lebhaften Halluzinationen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blinde Frau Ramachandran&amp;quot;&amp;gt;VS Ramachandran, S Blakeslee: &amp;#039;&amp;#039;Die blinde Frau, die sehen kann&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, 2001, ISBN 3-499-61381-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; über die er belustigt berichtete. Er sah Männer und Frauen, Kutschen und Häuser, wohl sogar eine spiegelbildliche Doppelgängerhalluzination ([[Heautoskopie]]), wobei ihm stets bewusst war, dass er halluzinierte und diese Dinge nicht existierten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Eperjesi 2004&amp;quot; /&amp;gt; In seinem späteren Leben erkrankte Charles Bonnet schließlich selbst an seinem Syndrom.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Damas-Mora 1982&amp;quot;&amp;gt;Damas-Mora et al.: &amp;#039;&amp;#039;The Charles Bonnet syndrome in perspective&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Psychol Med.&amp;#039;&amp;#039;, 12, 1982, S. 251–261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer als Neuropsychiater war Bonnet auch als Naturforscher bekannt und forschte über die [[Parthenogenese]] der Blattlaus und über Darmparasiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Arenz 2001&amp;quot;&amp;gt;Arenz: &amp;#039;&amp;#039;Eponyme und Syndrome in der Psychiatrie: Biografisch-klinische Beiträge&amp;#039;&amp;#039;. Viavital Verlag, Köln 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neuropsychologisches Syndrom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Neurologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Yoursmile</name></author>
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