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	<title>Cemal Kemal Altun - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha: HC: Ergänze Kategorie:Oberverwaltungsgericht Berlin</title>
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		<updated>2025-12-28T12:07:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Oberverwaltungsgericht_Berlin&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Oberverwaltungsgericht Berlin (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Oberverwaltungsgericht Berlin&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Berlin-charlottenburg cemal-kemal-altun 20050404 277.jpg|mini|Gedenkstein für Cemal Kemal Altun vor dem Gebäude Hardenbergstraße 20 in Berlin]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cemal Kemal Altun&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. April]] [[1960]] in [[Samsun]], [[Türkei]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutschlandradio]]: {{Webarchiv |text=„Vor 20 Jahren. In West-Berlin stürzt sich der Asylbewerber Kemal Altun in den Tod“ |url=http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/126569/?drucken |wayback=20071031093014}}, 30. August 2003 (Stand 2. November 2006)&amp;lt;/ref&amp;gt;; † [[30. August]] [[1983]] in [[West-Berlin]]) war ein [[Türken|türkischer]] [[Asylbewerber]] in der Bundesrepublik Deutschland. Er nahm sich 1983 während des [[Abschiebung (Recht)|Abschiebeverfahrens]] im Zusammenhang mit der ihm drohenden [[Auslieferung (Recht)|Auslieferung]] an die [[Militärputsch in der Türkei 1980|türkische Militärdiktatur]] während eines Prozesstages mit einem Sprung aus dem Fenster des sechsten Stocks des [[Oberverwaltungsgericht Berlin|Oberverwaltungsgerichts Berlin]] das Leben. Altun war der erste von [[Flüchtling|politischen Flüchtlingen]] aus der Türkei, die von [[Abschiebung (Recht)|Abschiebung]] bedroht waren und sich das Leben nahmen, und erstmals erreichte ein derartiges Flüchtlingsdrama bundesweites Aufsehen. Sein [[Suizid]] war der Anlass für Proteste&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/foto1/kemal_altun/ Fotos]&amp;lt;/ref&amp;gt; und für die [[Bündnis 90/Die Grünen Berlin|Alternative Liste für Demokratie und Umweltschutz (AL)]] und andere Aktivisten, das Projekt „[[Fluchtburg Berlin]]“ zu gründen,&amp;lt;ref&amp;gt;Buch [https://books.google.de/books?id=tq4Y3bc4_QoC Möglichkeiten psychosozialer Beratung von Flüchtlingen] Seite 211&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://taz.de/Abschreckungsgesetz-verabschiedet/!1874888/ Abschreckungsgesetz verabschiedet], [[TAZ]], 14. November 1986&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13495257.html Rote Ampel], [[Der Spiegel]], 27. Februar 1989&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso war er Impuls für das Entstehen des [[Kirchenasyl]]s in Deutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.taz.de/!be=9c6dab8490d2e8930c/ Familienzentrum Heilig Kreuz-Passion, Berlin Abschiebung bei Gefahr für Leib und Leben?]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://taz.de/Todestag-von-Cemal-Kemal-Altun/!5060209/ Todestag von Cemal Kemal Altun Das Gesicht der Asylpolitik], Daniel Bax, [[TAZ]], 30. August 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/pdf/altun.pdf Zuflucht gesucht – den Tod gefunden – Cemal Kemal Altun 1960–1983]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20180720235945/https://www.zeit.de/2018/30/kemal-altun-asylbewerber-abschiebung-angst-selbstmord/komplettansicht Ein Suizid, der etwas änderte]&amp;#039;&amp;#039;, von Dietmar Süß, [[Die Zeit]] 18. Juli 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.deutschlandfunk.de/40-jahre-kirchenasyl-in-berlin-bundesweite-zuflucht-fuer-ueber-600-menschen-dlf-1e70f602-100.html 40 Jahre Kirchenasyl in Berlin – Bundesweite Zuflucht für über 600 Menschen]&amp;#039;&amp;#039; von Liane Gruß, [[Deutschlandfunk]] 30. August 2023, [https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2023/08/30/40%20jahre%20kirchenasyl%20in%20berlin%20bundesweite%20zuflucht%20fuer%20dlf%2020230830%200546%201e70f602.mp3 3.47 Minuten Audio Version]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.dw.com/de/kirchenasyl-als-zuhause-auf-zeit/a-66660945 Kirchenasyl als &amp;quot;Zuhause auf Zeit&amp;quot;]&amp;#039;&amp;#039; von Christoph Strack, [[Deutsche Welle]] 30. August 2023&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit der [[Asylrecht (Deutschland)#Neuregelung des Asylrechts 1993|Grundgesetzänderung 1993]], mit der das Asylrecht drastisch eingeschränkt wurde, haben sich bis Ende 2007 mindestens 149 Menschen angesichts ihrer drohenden Abschiebung das Leben genommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Niels Seibert (2008): Ein staatlich betriebener Selbstmord. Cemal Altun und Proteste gegen Auslieferungen. s. Literatur.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Altun war schon als Jugendlicher politisch engagiert und in der sozialdemokratischen [[Cumhuriyet Halk Partisi|Republikanischen Volkspartei]] organisiert. Aufgrund von Reden auf Versammlungen und von Flugblättern geriet er als Schüler und Student ins Visier der [[Graue Wölfe|nationalistischen Kräfte]] und wurde mehrfach körperlich angegriffen. Nach dem Militärputsch am 12. September 1980 wurden zahlreiche Regimekritiker, auch aus Altuns nächstem Umkreis, verhaftet, gefoltert oder ermordet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. November 1980 floh der 20-jährige Student Altun über [[Rumänien]] nach [[Bulgarien]], [[Ungarn]], die [[Tschechoslowakei]] und die [[DDR]] nach West-Berlin zu seiner dort lebenden Schwester. Wenige Monate später beantragte er politisches [[Asyl]], als ihm durch türkische Zeitungen bekannt wurde, dass die türkischen Behörden ihm eine Beteiligung an der Ermordung des Politikers [[Gün Sazak]] unterstellten. Der deutsche Staatsschutz erfuhr von seinem Antrag und schaltete das [[Bundeskriminalamt (Deutschland)|BKA]] ein. Dieses informierte [[Interpol]] in der Türkei und stellte eine Anfrage, ob ein Auslieferungsantrag gestellt werde.&amp;lt;ref&amp;gt;Seibert, 2008&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch am selben Tag stellte die türkische Regierung einen Haftbefehl aus. Ähnliche Vorwürfe konstruierten die türkischen Behörden auch gegen andere ihrer Staatsbürger in der Bundesrepublik Deutschland. Seit September 1980 gingen über 150 Auslieferungsersuchen ein. Ende 1983 prüfte die Bundesrepublik noch etwa 40&amp;amp;nbsp;Prozent dieser Fälle, bei 20&amp;amp;nbsp;Prozent war sie dem Begehren nachgekommen und übergab die Betroffenen direkt in die Hände ihrer Folterer.&amp;lt;ref&amp;gt;Seibert, 2008. Seite 193&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statt Asyl hatte nun die Offenbarung seiner Verfolgungsgeschichte für Altun die Auslieferungshaft am 5. Juli 1982 zur Folge. Am 21. Februar 1983 bewilligte die Bundesregierung die Auslieferung Cemal Altuns an die Türkei, in deren Militärdiktatur ihm laut [[Amnesty International]] der {{&amp;quot;|Tod durch unmenschliche Haftbedingungen, Folter oder Hinrichtung}} drohte. Die Abschiebung wurde denn auch durch eine am 2. Mai 1983 von einer durch die [[Europäische Kommission für Menschenrechte]] in [[Straßburg]] zugelassenen Beschwerde gegen die Auslieferung Altuns zunächst aufgehalten. Nach 13&amp;amp;nbsp;Monaten unter verschärften Bedingungen in der [[JVA Moabit]] wurde er aber bereits im März 1983 aus seiner Zelle geholt und zum Flughafen geleitet. Als seine Anerkennung als politisch Verfolgter erfolgt war (wogegen der Bundesbeauftragte für Asylangelegenheiten des Innenministeriums Klage einreichte), hatte sein Fall bereits eine europaweite Solidarität ausgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Suizid ==&lt;br /&gt;
Ein weiteres Verfahren zur Klärung der Frage, ob Altun der türkischen Militärregierung ausgeliefert werden könne, fand ab dem 29. August im sechsten Stock des [[Oberverwaltungsgericht Berlin|Oberverwaltungsgerichts Berlin]] statt, unmittelbar gegenüber dem [[Bahnhof Berlin Zoologischer Garten|Bahnhof Zoologischer Garten]]. Am zweiten Verhandlungstag lief Altun, nachdem ihm die [[Handschellen]] geöffnet wurden, auf ein offenes Fenster zu und stürzte sich 25&amp;amp;nbsp;Meter hinab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kabinett Kohl I|Bundesregierung]] reagierte bestürzt und äußerte, man habe nicht mit einer Verzweiflungstat rechnen können. In der [[Todesanzeige]] von Amnesty International hieß es unter anderem:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die fortschreitende Aushöhlung des Asylrechts und die Atmosphäre der Ausländerfeindlichkeit haben ihm das Vertrauen in das [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]] genommen. Im Alter von 23 Jahren starb er als Opfer einer Politik, die die guten Beziehungen zu den türkischen Militärs über den Schutz eines verfolgten Menschen stellte.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Amnesty bezeichnete die Verzweiflung Altuns als verständlich und die Haltung der Verantwortlichen als unverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem letzten Versuch, den Sachverhalt zu klären, wurde Cemal Kemal Altun sechs Monate nach seinem Tod vom Gericht Asyl gewährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Grab liegt auf dem [[Dreifaltigkeitskirchhof III]] in [[Berlin-Mariendorf]], Eisenacher Str. 62 – Abt. F, Reihe 12, Nr. 33.[[Datei:Grab Kemal Altun.jpg|mini|Grab Kemal Altun]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen ==&lt;br /&gt;
Von Regierungspolitikern als „Einzelfall“ bezeichnet – dem mit Altun ersten bekannt gewordenen Fall eines Flüchtlings, der in Westdeutschland Suizid aus Furcht vor der Abschiebung beging, folgten noch weit über hundert vergleichbare Fälle – war der Vorgang für [[SPD]] und [[Bündnis 90/Die Grünen|Grüne]] Anlass für heftige Vorwürfe gegen die [[Ausländerpolitik]] der Regierung ([[Kabinett Kohl I]]), insbesondere den zuständigen Bundesinnenminister [[Friedrich Zimmermann]]. Auch der spätere Außenminister [[Klaus Kinkel]], der als Staatssekretär im Bundesjustizministerium die Auslieferung Altuns an die türkische Militärdiktatur befürwortet haben soll, wurde scharf angegriffen. Altuns Anwalt [[Wolfgang Wieland]] bestätigte diese Haltung Kinkels allerdings nicht; ihm zufolge hatte Kinkel mündlich zugesichert, Altun würde nicht ausgeliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tod Altuns hatte durch das breite Aufsehen, das er erregte, längerfristige Auswirkungen auf die bundesweite Flüchtlingsarbeit, die unter anderem zur Gründung von [[Pro Asyl]] führten. Heiko Kauffmann von Pro Asyl sprach in einer Rede am 31. August 2003 in der Berliner [[Evangelisch-Lutherische Kirche Zum Heiligen Kreuz (Berlin-Wilmersdorf)|Kirche zum Heiligen Kreuz]] davon, dass diese {{&amp;quot;|von Ad-hoc-Bündnissen wie zum 40.&amp;amp;nbsp;Jahrestag der Befreiung mit Anzeigen wie ‚Hände weg vom Asylrecht‘,[…] über die ‚Konferenzen der Freien Flüchtlingsstädte‘, über regionale und landesweite Gründungen von Flüchtlingsräten, bis zu regelmäßigen Treffen der in der Flüchtlingsarbeit tätigen Verbände im Umfeld von [[UNHCR]] und [[ZDWF]] in Bonn [gingen].}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirchenasyl&amp;quot; details=&amp;quot;S. 27&amp;quot;&amp;gt;Rede von Heiko Kauffmann auf der Gedenkveranstaltung am 31. August 2003. In: kirchenasyl-berlin.de: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Zuflucht gesucht – den Tod gefunden. Cemal Kemal Altun 1960–1983&amp;#039;&amp;#039; |url=http://kirchenasyl-berlin.de/fileadmin/Inhalt/PDF/CemalBroschuerePDF.pdf |wayback=20160304075704 |format=PDF; 1,4&amp;amp;nbsp;MB }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründung von [[Kirchenasyl|Asyl in der Kirche]] in Berlin geht unmittelbar auf eine initiative Zusammenarbeit eines Unterstützungskomitees für die Freilassung Cemal Kemal Altuns zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Kauffmann habe der Suizid Altuns dagegen {{&amp;quot;|in der Politik weder zum Umdenken noch zu einer Humanisierung der Asylpolitik&amp;lt;!--&amp;lt;ref&amp;gt; Rede von Heiko Kauffmann auf der Gedenkveranstaltung am 30. August 2003. Formatieren: http://www.diss-duisburg.de/2004/08/%E2%80%9Ezuflucht-gesucht-den-tod-gefunden/&amp;lt;/ref&amp;gt; --&amp;gt; [geführt]}}. Ähnlicher Meinung war [[Peter Döbel]] in einem Kommentar zum zwanzigsten Jahrestag des Suizids Kemal Cemal Altuns im [[heute-journal]], in welchem er ein Nachdenken darüber forderte, warum Asylbewerber wie Altun immer wieder die Hoffnung und den Glauben an die Garantien der Verfassung verlören: {{&amp;quot;|Musste er bei uns an dieser Angst sterben? Steht nicht im [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]]: Politisch Verfolgte genießen Asyl? Steht da nicht auch, dass hier jeder Mensch die Gerichte zu Hilfe rufen darf? Es steht da.}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirchenasyl&amp;quot; details=&amp;quot;S. 22&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fotos ===&lt;br /&gt;
* [https://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/foto1/kemal_altun/ Fotos] der Proteste nach dem Tod Cemal Kemal Altun, sowie des Trauerzugs mit Sarg und des Denkmals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Audios ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/suizid-des-asylbewerbers-kemal-altun-100.html Suizid des Asylbewerbers Kemal Altun]&amp;#039;&amp;#039;, SWR2 Archivradio 30. August 1983&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/anwalt-von-kemal-altun-asylbewerber-aus-der-turkei-ueber-dessen-suizid-100.html Anwalt des türkischen Asylbewerbers Kemal Altun zu dessen Suizid]&amp;#039;&amp;#039;, SWR2 Archivradio 30. August 1983&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.deutschlandfunk.de/40-jahre-kirchenasyl-in-berlin-bundesweite-zuflucht-fuer-ueber-600-menschen-dlf-1e70f602-100.html 40 Jahre Kirchenasyl in Berlin – Bundesweite Zuflucht für über 600 Menschen]&amp;#039;&amp;#039;, von Liane Gruß, [https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2023/08/30/40%20jahre%20kirchenasyl%20in%20berlin%20bundesweite%20zuflucht%20fuer%20dlf%2020230830%200546%201e70f602.mp3 3.47 Minuten Audio-Version] 30. August 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ausgeliefert. Cemal Altun und andere.&amp;#039;&amp;#039; Veronika Arendt-Rojahn (Hg.) [[Rowohlt Verlag|Rowohlt]], Reinbek bei Hamburg 1983, ISBN 3-499-15358-0.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20180704034724/http://wp.kirchenasyl.de/wp-content/uploads/2016/08/CemalBroschuerePDF.pdf Zuflucht gesucht – den Tod gefunden – Cemal Kemal Altun 1960–1983]&amp;#039;&amp;#039; Berlin, November 2003 von Asyl in der Kirche e.&amp;amp;nbsp;V. Berlin (PDF; 1,4 MB)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ein staatlich betriebener Selbstmord. Cemal Altun und Proteste gegen Auslieferungen.&amp;#039;&amp;#039; In: Niels Seibert: &amp;#039;&amp;#039;Vergessene Proteste: Internationalismus und Antirassismus 1964–1983.&amp;#039;&amp;#039; [[Unrast Verlag]], Münster 2008, ISBN 978-3-89771-032-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Filme ===&lt;br /&gt;
* Die deutsch-türkische Filmregisseurin [[Ayşe Polat]] drehte über die Geschichte Altuns 1992 den Kurzfilm &amp;#039;&amp;#039;Fremdennacht&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* In der [[ARD]]-Reihe &amp;#039;&amp;#039;[[Ex! Was die Nation erregte]]&amp;#039;&amp;#039; (1996–1998) wurde eine Dokumentation über den Fall gezeigt, die auch in Buchform erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Musik und Literatur ===&lt;br /&gt;
Der deutsche Lyriker [[Wolf Biermann]] schrieb eine [[Ballade (Gedicht)|Ballade]] über das Schicksal Cemal Kemal Altuns in Anlehnung an das [[Heinrich Heine|Heine]]-Lied &amp;#039;&amp;#039;Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…&amp;#039;&amp;#039;. Der Barde hatte sich schon zu dessen Lebzeiten für den Asylbewerber eingesetzt und z. B. mit einer aufsehenerregenden Käfig-Aktion zusammen mit [[Petra Kelly]], [[Gerd Bastian]] und vielen anderen erreicht, dass Altuns Anwalt [[Wolfgang Wieland]] von der Bundesregierung unter der Hand immerhin zugestanden wurde, unter Aussetzung der Abschiebung seines Mandanten Recherchen in der Türkei aufzunehmen, um dessen Unschuld weiter zu untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seit 1981 in Berlin lebende, deutschsprachige Dichter indischer Herkunft, [[Rajvinder Singh]], widmete 1987 Kemal Altun das Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Tat-Ort Nirgends&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tat-Ort Nirgends&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
für Kemal Altun&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Ort wird gesucht&lt;br /&gt;
damit die ‚Täter‘&lt;br /&gt;
nicht ohne Ort bleiben&lt;br /&gt;
nicht von der Bühne verschwinden&lt;br /&gt;
und ihre Taten nicht schweigen&lt;br /&gt;
also ein neuer Ort&lt;br /&gt;
Tat-ort&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Wände sind nicht nötig&lt;br /&gt;
die Täter haben nichts&lt;br /&gt;
zu verstecken, hier&lt;br /&gt;
ein Dach auf vier Säulen&lt;br /&gt;
genügt und verschafft&lt;br /&gt;
die Bewegungsmöglichkeit&lt;br /&gt;
in alle vier Richtungen&lt;br /&gt;
Grenzenlos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Tat ist aber möglich ohne Ort&lt;br /&gt;
Tat-Ort… Tator…t, Ta … tor … t&lt;br /&gt;
Tor … Eingang&lt;br /&gt;
Einweisen … Ausweisen … Weisen&lt;br /&gt;
Eisen … Eis … Kalt …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kalt ist der übrig gebliebene Satz&lt;br /&gt;
ohne Ort … ohne Tat&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1985 veröffentlichte Buch [[Ganz unten]] von [[Günter Wallraff]] ist unter anderem Kemal Altun gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenkstätten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gedenktafel Hardenbergstr 20 (Charl) Cemal Kemal Altun de.jpg|mini|Gedenktafel vor dem Gebäude Hardenbergstraße 20]]&lt;br /&gt;
=== Kemal-Altun-Platz in Kassel ===&lt;br /&gt;
In der [[Kassel]]er Nordstadt erhielt im Frühjahr 1988 der Platz vor den als Kulturzentrum genutzten Gebäuden des ehemaligen Schlachthofes (Einmündungsbereich der Gottschalkstraße in die Mombachstraße) inoffiziell den Namen Kemal-Altun-Platz. An der Seitenwand des Schlachthofgebäudes wurde ein Relief des türkischen Bildhauers [[Eyüp Öz]] angebracht, das auf das Schicksal Altuns Bezug nimmt. Es zeigt eine Hand, die in Ketten gelegt ist und eine Rose hält. Zusammen mit der darunter angebrachten Inschrift {{&amp;quot;|Politisch Verfolgte genießen Asylrecht (Art. 16.2.2 GG)}} soll es an die hoffnungslose Situation von Abschiebehäftlingen erinnern.&amp;lt;ref&amp;gt;Nordwind Nr. 25 (Dez. 2005): &amp;#039;&amp;#039;Plätze und Plätzchen in der Nordstadt&amp;#039;&amp;#039;, Seite 8. ({{Webarchiv|url=http://www.buntstift-kassel.de/pdf/nordwind_25.pdf|wayback=20070929052009|text=Online als PDF; 4,9&amp;amp;nbsp;MB}})&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine offizielle Platzbenennung fand mit Beschluss durch die Stadt Kassel am 28. Januar 2021 statt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.kassel.de/statistik/StrvzKS_3Jahre.pdf |titel=Amtliche Straßenbenennungen der letzten 3 Jahre in Kassel |hrsg=Stadt Kassel, Vermessung und Geoinformation |abruf=2022-07-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Cemal-Kemal-Altun-Mahnmal in Berlin ===&lt;br /&gt;
Auch vor dem ehemaligen Berliner Verwaltungsgericht, vor dem Altun starb, befindet sich heute ein Mahnmal für ihn. Die etwa vier Meter hohe, zwei Meter lange und einen Meter breite Steinskulptur des Künstlers [[Akbar Behkalam]]&amp;lt;ref&amp;gt;bildhauerei-in-berlin.de: {{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Mahnmal Cemal Kemal Altun, 1996&amp;#039;&amp;#039; |url=http://www.bildhauerei-in-berlin.de/_html/_katalog/details-1394.html |wayback=20070927213831 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist von oben her mittig aufgebrochen und lässt zwei Hände erkennen. Auf beiden Seiten des Mals ist zu lesen&amp;amp;nbsp;– einmal in deutscher, einmal in türkischer Sprache: {{&amp;quot;|Cemal Kemal Altun stürzte sich am 30. August 1983 als politischer Flüchtling hier aus dem Fenster des Verwaltungsgerichts aus Angst vor Auslieferung in den Tod. Politisch Verfolgte müssen Asyl erhalten.}} Das Denkmal wurde 1996 von der damaligen Bezirksbürgermeisterin Berlin-Charlottenburgs, [[Monika Wissel]], enthüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kemal-Altun-Platz in Hamburg ===&lt;br /&gt;
Im [[Hamburg]]er Stadtteil [[Hamburg-Ottensen|Ottensen]] wurde das brachliegende Gelände des ehemaligen Maschinenbaubetriebs [[Menck &amp;amp; Hambrock]] von der Hamburger Bevölkerung inoffiziell Kemal-Altun-Platz genannt. Im Stadtplan so nicht verzeichnet, benutzt selbst die [[Hamburgische Bürgerschaft]] diesen Namen in ihren Schreiben. Offiziell bestätigt wurde er jedoch nie. Im September 2012 wurden vom Bezirk Altona Straßenschilder mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Kemal-Altun-Platz&amp;#039;&amp;#039; installiert. Damit wurde dem Wunsch der Bürger und der Bezirksversammlung entsprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* „[[Härte mit System – Wie Deutschland abschiebt]]“ (Dokumentarfilm des WDR, 2006)&lt;br /&gt;
* [[Türkeistämmige in Deutschland]]&lt;br /&gt;
* [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Artikel 16, Abs. 3, Satz 2 Grundgesetz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* Agnes Steinbauer: [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/2231399/ Kalenderblatt. Sprung in den Tod. Vor 30 Jahren stürzte sich der türkische Asylbewerber Kemal Altun aus dem Fenster.] Deutschlandfunk, 30. August 2013.&lt;br /&gt;
* [https://www.zeit.de/2018/30/kemal-altun-asylbewerber-abschiebung-angst-selbstmord/komplettansicht &amp;#039;&amp;#039;Ein Suizid, der etwas änderte&amp;#039;&amp;#039;], von [[Dietmar Süß]], &amp;quot;[[Die Zeit]]&amp;quot; 30/2018, 19. Juli 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118648543|LCCN=n85055434|VIAF=69723008}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Altun, Cemal Kemal}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der türkischen Diaspora in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Türke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1960]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1983]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberverwaltungsgericht Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Altun, Cemal Kemal&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=türkischer Asylbewerber&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. April 1960&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Samsun]], Türkei&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=30. August 1983&lt;br /&gt;
|STERBEORT=West-[[Berlin]], Deutschland&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
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