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	<title>Carpe diem - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Carpe_diem&amp;diff=134001&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<updated>2026-03-13T08:18:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Sentenz. Zum Lied siehe [[Carpe diem (Lied)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Yvoire cadran solaire.jpg|mini|hochkant|&amp;#039;&amp;#039;Carpe diem&amp;#039;&amp;#039; auf einer Sonnenuhr]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Carpe diem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (wörtlich: „Pflücke den Tag“)&amp;lt;ref&amp;gt;Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, 5. Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S. 311 [http://www.zeno.org/nid/20001000535 zeno.org]; [[Karl Ernst Georges]]: &amp;#039;&amp;#039;Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. Hannover 1913 (Nachdruck Darmstadt 1998), Band 1, Sp. 1008–1009 [http://www.zeno.org/nid/20002264757 zeno.org]&amp;lt;/ref&amp;gt; ist eine [[Sentenz]] aus der um 23 v.&amp;amp;nbsp;Chr. entstandenen [[Ode]] &amp;#039;&amp;#039;An Leukonoë&amp;#039;&amp;#039; des römischen Dichters [[Horaz]] (*&amp;amp;nbsp;65 v.&amp;amp;nbsp;Chr., †&amp;amp;nbsp;8 v.&amp;amp;nbsp;Chr.). Sie fordert in der Schlusszeile als [[Fazit]] des Gedichts dazu auf, die knappe Lebenszeit heute zu nutzen und das nicht auf den nächsten Tag zu verschieben. Im Deutschen wurde die Übersetzung „Nutze den Tag“ zum [[Geflügeltes Wort|geflügelten Wort]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Geistesblitze&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;/ Die geflügelten Worte und Citate des deutschen Volkes&amp;amp;nbsp;/ Für Deutschlands Katholiken zusammengestellt von Ferdinand Knie, 2.&amp;amp;nbsp;Teil. Paderborn 1887, [https://www.google.de/books/edition/Geistesblitze/aBWntnRwt1EC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA605 S. 605 google.de/books]; [[Theodor Fontane]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Frau Jenny Treibel]]&amp;#039;&amp;#039; (1892), im [http://www.zeno.org/nid/20004774698 16. Kapitel]: „Hören Sie, Sänger und Bruder, carpe diem. Wir Lateiner legen den Akzent auf die letzte Silbe. Nutze den Tag. […] Also noch einmal, was du tun willst, tue bald. Der Augenblick ist da[.]“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Nutze den Tag“ oder „Genieße den Tag“ trifft den eigentlichen Kern der Redewendung nur unzulänglich. Die der natürlichen Welt entlehnte [[Metapher]] ruft ein Bild des Pflückens von Blumen oder Früchten wach, als eines im sinnlichen Erleben der Natur wurzelnden Augenblicks.&amp;lt;ref&amp;gt;Maria S. Marsilio (2010). TWO NOTES ON HORACE, ODES 1, 11. Quaderni Urbinati di Cultura Classica. New Series, Vol. 96, No. 3 (2010), pp. 117–123. [https://www.jstor.org/stable/23048886?mag=how-carpe-diem-got-lost-in-translation jstor.org]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chi Luu&amp;quot;&amp;gt; Chi Luu: &amp;#039;&amp;#039;How “Carpe Diem” Got Lost in Translation&amp;#039;&amp;#039;, [https://daily.jstor.org/how-carpe-diem-got-lost-in-translation/ daily.jstor.org vom 7. August 2019] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Appell (Kommunikation)|Appell]] ist [[hedonistisch]] nur im Sinn [[Epikur]]s gemeint, der für eine möglichst einfache Lebensweise eintrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Autor, Quelle und Parodie ==&lt;br /&gt;
Horaz schrieb vier [[Lyrik|Lyrikbücher]] („Liber I–IV“) mit insgesamt 104 Gedichten („Carmina“). Das erste Buch enthält die Ode „An Leukonoë“ (wörtlich „die Klardenkende“) und wurde, wie das zweite und dritte, um 23 v.&amp;amp;nbsp;Chr. verfasst, das vierte entstand zehn Jahre später. Im Unterschied zu seinen griechischen Vorgängern war Horaz nur Dichter und nicht Musiker; deshalb waren seine „Lieder“ nicht vertont. Horaz verknüpft in ihnen gern die verschiedensten Themen, von Liebe, Freundschaft und Problemen des Alltags bis hin zu politischen und philosophischen Fragen. Mit treffenden Bildern, Aussparungen und leisen Untertönen gelingen ihm verhaltene, hintergründige Aussagen. Viele seiner Gedichte beginnen wuchtig und klingen dann leicht und heiter aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Carmen I,11 ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|Original:&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Carmina (Horatius) I, XI|Quintus Horatius Flaccus: &amp;#039;&amp;#039;Carmina&amp;#039;&amp;#039;: Carmen 1,11]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:1em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tu ne quaesieris (scire nefas) quem mihi, quem tibi&lt;br /&gt;
finem di dederint, Leuconoe, nec Babylonios&lt;br /&gt;
temptaris numeros. Ut melius quidquid erit pati!&lt;br /&gt;
Seu pluris hiemes seu tribuit Iuppiter ultimam,&lt;br /&gt;
quae nunc oppositis debilitat pumicibus mare&lt;br /&gt;
Tyrrhenum, sapias, vina liques et spatio brevi&lt;br /&gt;
spem longam reseces. Dum loquimur, fugerit invida&lt;br /&gt;
aetas: &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;carpe diem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, quam minimum credula postero.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Übersetzung&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. „wortwörtliche Übersetzung“ von Hans Zimmermann, Görlitz, bei [http://12koerbe.de/pan/horatius.htm#I,11 12koerbe.de];&amp;lt;br /&amp;gt;siehe auch die Übersetzungen &amp;lt;br /&amp;gt;von Jakob Friedrich Schmidt 1776 [http://books.google.de/books?id=j9g9AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA61&amp;amp;dq books.google S. 61],&amp;lt;br /&amp;gt;anonym 1782 [http://books.google.de/books?id=DNRGAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA110&amp;amp;dq  books.google S. 110], &amp;lt;br /&amp;gt;von [[Karl Wilhelm Ramler]] († 1798) [http://books.google.de/books?id=to8VAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA21&amp;amp;dq books.google S. 12],&amp;lt;br /&amp;gt; von [[Johann Heinrich Voß]] 1806 [http://books.google.de/books?id=46Q8AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA28&amp;amp;lpg=PA28&amp;amp;dq books.google S. 28],&amp;lt;br /&amp;gt;von [[Johann Heinrich Martin Ernesti]] (1755–1836) [http://books.google.de/books?id=9sc9AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA28&amp;amp;dq books.google S. 28],&amp;lt;br /&amp;gt;von [[Karl Georg Neumann]] 1845 [http://books.google.de/books?id=rVQZAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA12 books.google S. 12] &amp;lt;br /&amp;gt;und von Wilhelm Binder 1855 [http://books.google.de/books?id=daU8AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA12&amp;amp;dq books.google S. 12]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:1em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frage nicht (denn eine Antwort ist unmöglich), welches Ende die Götter mir, welches sie dir,&lt;br /&gt;
Leukonoe, zugedacht haben, und versuche dich nicht an babylonischen Berechnungen!&lt;br /&gt;
Wie viel besser ist es doch, was immer kommen wird, zu ertragen!&lt;br /&gt;
Ganz gleich, ob Jupiter dir noch weitere Winter zugeteilt hat oder ob dieser jetzt,&lt;br /&gt;
der gerade das [[Tyrrhenisches Meer|Tyrrhenische Meer]] an widrige Klippen branden lässt, dein letzter ist,&lt;br /&gt;
sei nicht dumm, filtere den Wein und verzichte auf jede weiter reichende Hoffnung!&lt;br /&gt;
Noch während wir hier reden, ist uns bereits die missgünstige Zeit entflohen:&lt;br /&gt;
Genieße den Tag, und vertraue möglichst wenig auf den folgenden!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Das [[Lateinische Metrik|Metrum (Versmaß)]] der Ode ist der in der lateinischen Lyrik relativ seltene &amp;#039;&amp;#039;[[asclepiadeus maior]]:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
::— — | — v v — | — v v — | — v v — | v x&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
:spēm lōngām rĕsĕcēs. Dūm lŏquĭmūr, fūgĕrĭt īnvĭda&lt;br /&gt;
:aētās: cārpĕ dĭēm, quām mĭnĭmūm crēdŭlă pōstĕrō.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Christian Morgenstern]] parodierte das berühmte Lied des Horaz 1896 als „Studentenscherz“.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.archive.org/stream/bub_gb_4qlBAAAAYAAJ#page/n20/mode/1up&amp;lt;/ref&amp;gt; Morgenstern griff dabei nicht nur den Inhalt des Vorbildes auf, sondern er ahmte auch das [[Verslehre|Metrum]] nach:&amp;lt;ref&amp;gt;Gegenüberstellung bei [http://12koerbe.de/pan/horaz.htm#I,11 12koerbe.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Horatius travestitus I, 11 ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Laß das Fragen doch sein! Sorg dich doch nicht über den Tag hinaus!&lt;br /&gt;
Martha! Geh nicht mehr hin, bitte, zu der dummen Zigeunerin!&lt;br /&gt;
Nimm dein Los, wie es fällt! Lieber Gott, ob dies Jahr das letzte ist,&lt;br /&gt;
das beisammen uns sieht, oder ob wir alt wie Methusalem&lt;br /&gt;
werden: sieh’s doch nur ein: das, lieber Schatz, steht nicht in unsrer Macht.&lt;br /&gt;
Amüsier dich, und laß Wein und Konfekt schmecken dir wie bisher!&lt;br /&gt;
Seufzen macht mich nervös. Nun aber Schluß! All das ist Zeitverlust!&lt;br /&gt;
Küssen Sie mich, m’amie! Heute ist heut! [[Après nous le déluge]]!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Barock ==&lt;br /&gt;
[[Datei:D Saara Kirchturm.jpg|mini|hochkant|Kirchturm in [[Saara (Nobitz)|Saara]] mit dem Text „Nütze die Zeit“ auf dem Zifferblatt]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Carpe diem&amp;#039;&amp;#039; wird häufig als zentrales Motiv der [[Barock (Literatur)|Dichtung des Barock]] bezeichnet. Die Erfahrungen verheerender Kriege, im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] führten im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zu einem starken Gefühl der Vergänglichkeit und damit des [[Vanitas]]-Motivs &amp;#039;&amp;#039;([[Es ist alles eitel]])&amp;#039;&amp;#039; und [[Memento mori]] &amp;#039;&amp;#039;(Bedenke, dass du sterben musst)&amp;#039;&amp;#039;. Daraus entstand zugleich das Bedürfnis, das Hier und Jetzt zu nutzen. Die Sinnlichkeit des Barock und die Verspieltheit des [[Rokoko]] werden zentral auf diesen Appell zurückgeführt. Exemplarisch ist [[Martin Opitz]]’ Ode &amp;#039;&amp;#039;Ich empfinde fast ein Grawen&amp;#039;&amp;#039; von 1624.&amp;lt;ref&amp;gt;[[:s:Ode „Ich empfinde fast ein Grawen“]] bei [[Wikisource]]. Es handelt sich um eine freie Nachdichtung von [[Pierre de Ronsard]]s [[:s:fr:« J’ai l’esprit tout ennuyé »/Buon, 1587|&amp;#039;&amp;#039;J’ai l’esprit tout ennuyé&amp;#039;&amp;#039;]] von 1554, siehe [[Dirk Werle]]: &amp;#039;&amp;#039;„Ich singe, wie der Vogel singt“. Bestimmung der Lyrik von Goethe bis Opitz.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jörg Robert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Intermedialität in der Frühen Neuzeit. Formen, Funktionen, Konzepte&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studien und Dokumente zur deutschen Literatur und Kultur im europäischen Kontext.&amp;#039;&amp;#039; Band 209). De Gruyter, Berlin/Boston 2017, S. 116–136, hier [https://books.google.de/books?id=B7suDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA125 S. 125]. [[Achim von Arnim]] nahm das Gedicht sprachlich modernisiert unter dem Titel [http://www.zeno.org/nid/20004464222 Ueberdruß der Gelahrtheit] in &amp;#039;&amp;#039;[[Des Knaben Wunderhorn]]&amp;#039;&amp;#039; auf.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Nachklang ist [[Johann Martin Usteri]]s „Rundgesang“ &amp;#039;&amp;#039;[[Freut euch des Lebens (Lied)|Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht]]&amp;#039;&amp;#039; (1793).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während aber Horaz, völlig diesseitsorientiert, sein „carpe diem“ als Aufforderung versteht, das einmalige Leben nicht ungelebt zu lassen, hat „carpe diem“ im jenseitsorientierten Christentum im Grunde keinen Platz. Das Bewusstsein der Endlichkeit ist&amp;amp;nbsp;– christlich verstanden&amp;amp;nbsp;– das Wissen um die größere Bedeutung des jenseitigen Lebens. Die Orientierung am Genuss, die im „carpe diem“ liegt, birgt also die Gefahr, dieses jenseitige Leben zu verspielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Carpe-diem-Auto.JPG|mini|„Carpe Diem“ als Aufkleber auf der Heckscheibe eines Autos (2012)]]&lt;br /&gt;
* Die von Horaz’ Gedicht vermittelte Haltung, den Augenblick zu genießen und das Leben von der positiven Seite zu nehmen, ist auch zu anderen Zeiten zu finden, so im antiken Ägypten. Im ägyptischen &amp;#039;&amp;#039;[[Gespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele]]&amp;#039;&amp;#039; steht in der 68. Zeile: &amp;#039;&amp;#039;Schemes heru nefer s:mech mech&amp;#039;&amp;#039; (keine ägyptologische Umschrift, sondern ägyptologische Aussprache), dt. &amp;#039;&amp;#039;Folge den schönen Tagen und vergiss die Sorgen!&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der „leidende Gerechte“ im alten Ägypten. Zum Konfliktpotential der ägyptischen Religion.&amp;#039;&amp;#039; In: Christoph Elsas, [[Hans G. Kippenberg]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Loyalitätskonflikte in der Religionsgeschichte. Festschrift für [[Carsten Colpe]].&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 1990, S. 203 ff., hier S. 213 [http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/2055/1/Assmann_Der_leidende_Gerechte_im_alten_Ägypten_1990.pdf (PDF)].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Hierher gehören auch die zahlreichen Variationen, die sich um die verwandten Motti [[Memento mori]] und [[Vita brevis, ars longa]] ranken.&lt;br /&gt;
* Das populäre, auf mittelalterliche Ursprünge zurückgehende Studentenlied [[Gaudeamus igitur]] variiert dasselbe Thema.&lt;br /&gt;
* Mehrere von [[Shakespeares Sonette]]n, vor allem der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Prokreationssonette&amp;#039;&amp;#039; 1–17, thematisieren das &amp;#039;&amp;#039;Carpe diem&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Berühmt wurde das Gedicht des englischen Barockdichters [[Andrew Marvell]] (1621–1678) &amp;#039;&amp;#039;[[To His Coy Mistress]]&amp;#039;&amp;#039;, das eine spröde Schöne angesichts der Kurzlebigkeit ihrer Jugend zum (sexuellen) Genuss verführen will.&lt;br /&gt;
* Dasselbe Ziel verfolgt [[Robert Herrick]]s Gedicht &amp;#039;&amp;#039;[[To the Virgins, to Make Much of Time]]&amp;#039;&amp;#039;, das die jungen Damen daran erinnert, wie vergänglich ihre Schönheit ist: „Pflückt Rosenknospen, solange es geht, die Zeit sehr schnell euch enteilt“&lt;br /&gt;
* [[Gilbert Keith Chesterton|Chesterton]] widersprach: „Viele der brillantesten Intellektuellen unserer Zeit drängen uns zur verkrampften Jagd nach seltenen Lustbarkeiten. […] Es ist die Religion des carpe diem; aber das ist nicht die Religion glücklicher, sondern höchst unglücklicher Menschen. Große Fröhlichkeit sammelt nicht die Rosenknospen, deren sie habhaft werden kann; ihre Augen hängen fest an der [[Göttliche Komödie#Führer, Fürsprecher, Begleiter, Wächter|unsterblichen Rose, die Dante sah]].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;cse-1996-04-17&amp;quot;&amp;gt;Gilbert Keith Chesterton: &amp;#039;&amp;#039;Ketzer. Eine Verteidigung der Orthodoxie gegen ihre Verächter.&amp;#039;&amp;#039; Deutsch von Monika Noll und [[Ulrich Enderwitz]]. 1995. &amp;#039;&amp;#039;Heretics&amp;#039;&amp;#039; (1905). 7. {{Internetquelle|url=http://www.cse.dmu.ac.uk/~mward/gkc/books/heretics/ch7.html |titel=Heretics -- Omar and the Sacred Vine |autor= |werk=cse.dmu.ac.uk  |datum=1996-04-17 |zugriff=2015-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Gottfried Keller|Gottfried Kellers]] Gedicht „Abendlied“ schließt mit den Zeilen: „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält,&amp;amp;nbsp;/ Von dem goldnen Überfluß der Welt!“&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeno.org/nid/20005141346&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier ist das Horaz’sche „carpe diem“ weitaus passender als in allen Barock-Gedichten, denn Keller formuliert&amp;amp;nbsp;– in Anlehnung an [[Ludwig Feuerbach]]&amp;amp;nbsp;–  eine völlig diesseitige Weltanschauung.&amp;lt;ref&amp;gt;Vergl. Florian Trabert: &amp;#039;&amp;#039;Gottfried Keller&amp;#039;&amp;#039;. Literatur kompakt. Marburg 2015. [https://books.google.de/books?id=pAV4DwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT355&amp;amp;dq=trinkt PT355 books.google].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Im US-Filmdrama [[Der Club der toten Dichter]] von 1989 ermuntert ein Lehrer seine Schüler, jeden Tag ihres kurzen, vergänglichen Lebens im Sinne des horazischen Mottos &amp;#039;&amp;#039;Carpe diem&amp;#039;&amp;#039; (“Seize the day”) zu nutzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Chi Luu&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Auch in vielen heutigen Redensarten und Sprichwörtern findet sich diese Lebenseinstellung, beispielsweise im Akronym [[YOLO]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|carpe diem}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4416954-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geflügeltes Wort]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Horaz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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